TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200917. Juli 2019 ·
Hallo Katrin,
wir waren das erste Mal 1998 in Savuti. Der Channel führte von 2008 bis 2016 Wasser. Wir waren zu allen Jahreszeiten in Savuti und haben den Channel mit und ohne Wasser erlebt. Haben weite Wasserflächen und große Trockenheit erlebt. Unabhängig davon hatten wir jedes Mal ein Erlebnis, welches und für immer im Gedächtnis blieb.
Zum Beispiel im Oktober 2005. Es war sehr trocken und der Channel führte kein Wasser. Außer den alten Elefantenbullen und Löwen gab es kaum Tiere. Nur bei der Harvey Pan gab es noch ein gefülltes Wasserloch. Mehrere Löwenrudel hatten sich zusammengeschlossen, um erfolgreich Elefanten jagen zu können. Einen Tag vor unserer Ankunft hatten dort die Löwen einen großen Elefanten gerissen und waren jetzt mit einem großen Gelage beschäftigt. Am Lagerfeuer sitzend hörten wir rings um die Campsite von allen Seiten die Löwen brüllen. Nacht kam ein Elefant auf die Campsite und betastete mit seinem Rüssel unser Bodenzelt, in dem wir lagen.
Ich muss allerdings zugeben, dass mir Savuti zur Regenzeit landschaftlich am besten gefällt. Dafür sind die Pisten zu dieser Zeit aber auch eine besondere Herausforderung.
Etwas OT, sorry, aber wie schnell sich die Vegetation ändert, nach gutem Regen, haben wir 2016/17 erlebt. War sehr beindruckend.
Hier waren wir auf unserem Männertrip Okt 2016. CKGR, Kori #2.
Hier, meine Frau und ich, Jan 2017. Gleiche Campsite.
Ähnliches hatten wir im Jahr 2015 erlebt, Moremi sehr trocken im November und dann mit sehr viel Wasser im Dezember.
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Hallo Thomas, da bei mir gerade Schreibpause ist, habe ich endlich mal Zeit, in Deinem Bericht zu lesen. Und ich muss wirklich sagen, sooooo eine tolle Tour mit wirklich schönen Sichtungen und Erlebnissen 😄 Sieben Wochen sind aber auch wirklich super. Da kann man sehr entspannt unterwegs sein - so wie ihr. Hach, ich könnte gleich wieder losfahren..... Danke fürs Zeigen. Liebe Grüsse Nina
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200919. Juli 2019 ·
39.Tag (Mo. 28.01.2019) Savuti – Mogotho 126km
Als wir früh am morgen aufbrechen ist der Himmel noch bedeckt. Aktuell ist nicht abzusehen, wie sich das Wetter über den Tag entwickeln wird.
Unser erstes Ziel ist wieder die Harvey Pan. Die beiden Löwen sind aber nicht mehr zu finden. Insgesamt ist in der Gegend heute wenig zu sehen.
Wir fahren durch den ausgetrockneten Channel bis zur Marsh und auch hier ist nix los. In der Marsh fahren wir am östlichen Rand entlang zum Rhino Vlei, wo wir das erste Highlight des Tages entdecken. Mitten auf dem Weg befindet sich eine Ägyptische Kobra. Normalerweise verschwinden Schlangen schneller, als man den Fotoapparat zücken kann. Dieses Exemplar geht jedoch in Angriffsstellung und weicht nicht von der Stelle.
Weiter im Süden queren wir die Marsh. Das geht hier nicht immer, aber derzeit sind alle Wege trocken und gut zu fahren. Allerdings sollte man sich nicht all zu sehr auf T4A verlassen. Viele der auf den Karten verzeichneten Wege enden plötzlich im Nichts.
In der Marsh sehen wir sehr viele Riesentrappen und können ein bislang von uns noch nie beobachtetes Jagdverhalten der Karminspinte beobachten. Die Bienenfresser nutzen die Riesentrappen als Ansitz und jagen die von den großen Vögeln aufgescheuchten Insekten. Auf dem Rücken jeder Riesentrappe sitzt ein Bienenfresser.
Am Westrand der Marsh gibt es dann mehr Tiere zu beobachten.
Weiter geht es zur Marabou Pan, wo mehrere mächtige Elefantenbullen an der Tränke sind.
In ausreichend großer Entfernung suchen wir uns einen schönen Platz zum Frühstück.
Fast die ganze Zeit ist am Wasserloch ein Kommen und Gehen der Elefanten zu beobachten. Wenn mal kurz kein Elefant dort ist, trauen sich die Giraffen ans Wasser. Das ist aber immer nur von kurzer Dauer, dann nehmen die Elefanten das Wasserloch wieder in Beschlag.
Da es insgesamt recht trocken ist und es die letzten Tage in der Gegend nicht geregnet hat, entscheiden wir uns den Weg über die Marsh Road zu riskieren. Wieder erwarten gibt es trotzdem sehr viele Schlammpassagen. Meist nur kurze Schlammlöcher, aber manchmal steht die Fahrspur auch über mehrere hundert Meter unter Wasser. Wenn möglich versuche ich erst gar nicht durch die Schlammpassagen zu fahren, sondern suche mir eine Umfahrung. Dafür bin ich auch viel zu Fuß unterwegs, denn nicht immer lässt sich eine mögliche Alternativstrecke aus dem Auto erkennen. Aber nicht alle Schlammpassagen lassen sich umfahren. Dort wo wir die Marshroad nicht verlassen können, und die Schlammpassagen so lang sind, dass der Wagen nicht durch seinen Schwung hindurch geschoben wird, kommen die Differentialsperren an beiden Achsen zum Einsatz. Ganz im Süden der Mababe Depression, kurz vor dem gleichnamigen Gate nimmt der Tierbestand deutlich zu. Hier ist viel mehr los, als in den anderen Bereichen der Marsh. Die Masse der solitären Elefantenbullen scheint sich in dieses Gebiet verzogen zu haben. Auch jede Menge Zebras und andere Herbivoren bevölkern die Grasebenen. Wirklich sehr schade, dass es in diesem Gebiet überhaupt keine Möglichkeiten für Gamedrives gibt. Außer der Marshroad gibt es keinerlei Wege und auch mit Übernachtungsmöglichkeiten sieht es schlecht aus.
Am Mababe Gate angekommen, sieht man unserem Auto die Schlammschlacht deutlich an.
Während Kathrin sich um die Ausreisebürokratie kümmert, beobachte ich einen Toko, der sich mit seinem Spiegelbild in der Windschutzscheibe auseinandersetzt. Das erlebt man bei Tokos häufig. Eigentlich machen diese Vögel einen recht pfiffigen Eindruck, aber die Sache mit dem Spiegelbild bekommen sie einfach nicht auf die Reihe.
Jetzt folgt ein kurzes Stück auf der Transitroad, aber wir nutzen dann gleich die erste Möglichkeit um diese Piste nach Süden in die Khwai Consession und zum gleichnamigen Fluss zu verlassen.
Hier gefällt uns die Landschaft sehr gut. Wir fahren durch eine liebliche Parklandschaft.
Schon Bald erreichen wir die Mogotho Campsite. Leider steht auf unserem Voucher keine Stellplatz-Nummer und so versuchen wir – korrekt wie wir sind – einen verantwortlichen Menschen zu finden, um zu klären, wo wir uns hinstellen dürfen. Es ist aber keine Menschenseele zu finden und so entscheiden wir uns für einen Stellplatz, den wir als solchen identifizieren können und der uns am besten gefällt. Wir nehmen Stellplatz Nr. 1. da dieser einen schönen Blick auf den Fluss bietet.
Wie Bele, Matthias und die Eulenmuckels bereit in Ihren Reiseberichten aus dem Sommer 2018 geschrieben hatten, befinden sich Waschhäuser in Bau. Allerdings scheint sich seitdem nichts mehr getan zu haben, denn in den Rohbauten sind noch immer keine Installationen vorgenommen worden. Dafür sind sie zum Teil schon ordentlich zugemüllt. Die Waschhäuser scheinen zu Ruinen zu verkommen, noch ehe sie überhaupt in Betrieb gehen. Leider nicht ungewöhnlich in Afrika. Es ist wirklich schade, wie das große Potential dieser schön gelegenen Campsite vergeudet wird, welche ja auch nicht gerade billig ist. Es wird nur Geld eingesackt, aber nicht investiert.
Den Rest des Tages verbringen wir auf der Campsite. Ein Gewitter kommt auf uns zu. Zunächst sehen wir einen prächtigen Regenbogen und dann treffen uns auch schon die Ausläufer der Gewitters. Nach 15min. ist der Spuk schon wieder vorbei und die Sonne scheint schon erneut.
Zum Sundowner gehen wir an den Fluss. Sehr schön, sehr romantisch und im Hintergrund steht eine Herde Impalas.
Beim Abendessen haben wir einen sternklaren Himmel über uns. Gleichzeitig starkes Wetterleuchten im Osten. Allein schon das häufige Wetterleuten ist ein Grund in der Regenzeit durch das südliche Afrika zu reisen. Für mich jedes Mal aufs neue ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Champagner8’824 Beiträge · seit 201019. Juli 2019 ·
Topobär schrieb: Wie Bele, Matthias und die Eulenmuckels bereit in Ihren Reiseberichten aus dem Sommer 2018 geschrieben hatten, befinden sich Waschhäuser in Bau.
Hi Thomas, es war tatsächlich 2018, als ich die Dinger gesehen habe, aber da war ich mit Renate unterwegs 😉 . Was an dem aktuell wohl desaströsem Zustand aber nichts ändert 😐 .
Jetzt freue ich mich drauf, bis die Fotos vollends drin sind - die Kobra ist ja aber schon mal der Knaller und auch der reitende Karminspint! 🤩
lehne mich eventuell weit zum Fenster raus......aber ich hätte hier auf
Angolan banded Cobra getippt......
lg.......BMW
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200919. Juli 2019 ·
Hallo Bele, Du bist einfach zu oft in der Gegend. Da kann man schon mal durcheinanderkommen, in welchem Reisebericht Du davon geschrieben hast. 😁 Letztendlich bedeutet es aber, dass die unfertigen Waschhäuser sogar noch länger bestehen.
Hallo BMW, ich habe die Bestimmung auch nur mittels eines Bestimmungsbuches vorgenommen und solch eine geringelte Kobra vorher noch nie gesehen. Eine Angola banded Cobra gibt es in meinem Bestimmungsbuch gar nicht und die einzige geringelte Kobra in meinem Buch war die Ägyptische Kobra. Deshalb hatte ich mich dafür entschieden. Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der sich bei der Bestimmung sicher ist.
Champagner8’824 Beiträge · seit 201019. Juli 2019 ·
Topobär schrieb:Hallo Bele, Du bist einfach zu oft in der Gegend. Da kann man schon mal durcheinanderkommen, in welchem Reisebericht Du davon geschrieben hast. 😁 Letztendlich bedeutet es aber, dass die unfertigen Waschhäuser sogar noch länger bestehen. Thomas
Stimmt gar nicht - "zu oft" gibt es in Khwai nicht 😗 ! Trotzdem haben Matte, die Muckels und ich die sanitären Anlagen 2017 NICHT gesehen, es war 2018 mit Renate, also nicht "sogar noch länger" 😉 .
Mal schaun, was Doro berichtet, die wird bald in der Ecke sein, auch wenn sie woanders campt. Ich selber schau' es mir dann nächstes Jahr an 😎 .
Und jetzt bin ich gespannt, was aus der Schlange wird - irgendeine Fachfrau oder ein Fachmann wird sich doch hoffentlich noch melden!
Das Magotho Camp ist einfach toll. Und ihr habt euch ausgerechnet die Campsite 1 ausgesucht, die wir ja gehabt hätten und von denen es anscheinend ja zwei gibt 🤩 . Da ist ein Gamedrive fast nicht mehr nötig. Da habt ihr River View sozusagen 😎 Bin mal gespannt, wie es bei euch weitergeht. Nina
fotomatte2’542 Beiträge · seit 200920. Juli 2019 ·
Hallo Thomas,
schön, dass du endlich auch mal eine Eule vor die Linse bekommen hast. Hat ja lange genug gedauert. 😊
Und dann die Cobra, ein wunderschönes Tier. Ich halte sie für eine Naja annulifera, auf englisch Snouted Cobra, auf deutsch eine Gebänderte Kobra, hier in der seltenen gebänderten Morphe. Toll! Die hätte ich auch gerne gesehen.
franzicke2’085 Beiträge · seit 201221. Juli 2019 ·
Hallo Thomas, mal wieder ein ausgeschriebenes Danke fürs Weiterschreiben! Und die Cobra ist der Knaller!!! Ja, die Gegend am Khwai ist ein bisschen wie der Garten Eden - zumindest in meiner kleinen Vorstellung. Wir waren beide Male in der Trockenzeit dort und haben durch den ganzjährig Wasser führenden Fluss dort eine unglaubliche Fülle an Tieren dort erlebt. Jetzt bin ich echt gespannt, wie das zu einer völlig anderen Jahreszeit dort war ... Viele Grüße - und dranbleiben 😎 Ingrid
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200923. Juli 2019 ·
40.Tag (Di. 29.01.2019) Mogotho – Khwai North Gate 72km
In den Bäumen rings um unsere Campsite hatten einige Perlhühner und Frankoline ihr Nachtquartier aufgeschlagen und dem entsprechend früh war es heute mit der Nachtruhe vorbei. Bereits rund eine Stunde vor Sonnenaufgang fingen die Viecher an zu krakeelen. Da war man schon versucht beim Braai auf Geflügel zu wechseln.
Somit waren wir schon lange mit den allmorgendlichen Tätigkeiten fertig, als uns unser Zentralgestirn mit einem der schönsten Sonnenaufgänge der Reise begrüßte.
Wir hatten beschlossen uns so weit wie möglich immer entlang des Ufers des Khwai in Richtung der gleichnamigen Ortschaft zu bewegen. Dass sollte bis auf die Umfahrung einiger Lodges auch problemlos klappen.
Die erste nennenswerte Sichtung des Tages war eine Hyäne, die wohl auf dem Rückweg vom nächtlichen Kontrollgang über die Campsite war.
Schon nach wenigen Kilometern erreichten wir das größte Hindernis der heutigen Etappe, die Furt durch den Mbudi, einen größeren Seitenarm des Khwai. Oftmals ist die Furt nicht zu durchfahren und man muss bis zur Transitstrecke fahren, um dort den Fluss auf einer Brücke zu überqueren. Aber auch beim derzeitigen Niedrigwasser war es sehr gut, dass ich die Furt genau erkundete, denn während die beiden Fahrspuren so tief ausgefahren wahren, dass ich in ihnen eine Durchfahrung des Mbudi nicht riskiert hätte, war das Wasser zwischen den Fahrspuren deutlich niedriger, so dass ich diesen Bereich für die Durchquerung wählte.
Landschaftlich ist die Khwai Concession ein Traum. Hinsichtlich der Tiersichtungen war es eher übersichtlich. Am ehesten waren noch Vögel zu sehen.
Diese Sporengans präsentierte sich uns auf einem Baum. Das fand ich ungewöhnlich. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal eine Gans auf einem Baum gesehen zu haben.
Klaffschnabel
Irgendein Glanzstar
Darüber hinaus die üblichen Verdächtigen, die man immer in der Nähe eines Flusses findet
Auf der Strecke bis Khwai gab es viele Schlammpassagen zu bewältigen. Da ist es immer hilfreich, wenn man eine frische Reifenspur sieht, die in den in den Modder führt. Ich gehe dann immer davon aus, dass es bei mir auch gut geht, wenn andere da durch gekommen sind. Ohne stecken zu bleiben kommen wir denn auch gut ins Khwai Village.
Im Ort kaufen wir noch kurz Feuerholz und fahren dann über die Khwai-Brücke in den Moremi National Park. Um 11:00Uhr beziehen wir unsere Campsite Nr.3, direkt am Fluss. Wendy & Gilles haben die Campsite Nr.4 gleich nebenan.
Wir frühstücken ausgiebig und danach ist eine lange Siesta angesagt. Dabei werden wir auch auf dieser Campsite sehr gut durch die immer präsente Tierwelt unterhalten. Im Fluss sind Hippos und Elefanten unterwegs, auf der Campsite glücklicherweise nur kleinere Tiere
Braundrossling
Zwergmanguste
Darüber hinaus noch Meerkatzen, Warzenschweine und Baumhörnchen.
Um 15:00Uhr starten wir auf unseren nachmittäglichen Gamedrive. Er führt uns in die Gebiete östlich der Campsite. Mal direkt entlang des Khwai und mal etwas weiter im Hinterland. Die Orientierung in dem Wegewirrwarr ist nicht immer leicht. Es gilt die richtige Balance aus T4A, den Papierkarten und der Realität vor Ort zu finden.
Es sind sehr viele Elefanten vor Ort. Sowohl solitäre Bullen, als auch Herden. Solange die Elefanten am Fluss sind, ist das kein Problem.
Am Fluss sehen wir auch viele Hippos, die heute schon sehr früh das Wasser verlassen haben, da es inzwischen zugezogen hat und recht düster ist. Sehr schlechtes Fotolicht.
Unser Highlight ist ein Honigdachs. Kathrin liebt diese furchtlosen Banditen. Leider verkrümelt er sich, noch ehe ich ein brauchbares Foto hinbekomme.
Auf dem Rückweg haben wir zahlreiche Elefantenroadblocks im Wald. Teilweise ist das Gelände sehr unübersichtlich. Bei zwei Bullen, die einen heftigen Kampf austragen, entscheiden wir uns für eine größere Umfahrung. Da ist soviel Testosteron im Spiel, dass wir denen nicht in die quere kommen wollen. Wir kommen nur sehr langsam voran und sind uns zwischenzeitlich nicht sicher, ob wir es vor Sonnenuntergang zurück auf die Campsite schaffen.
Wir fahren noch einmal an den Khwai und beobachten eine größere Elefantenherde beim Überqueren des Flusses vom gegenüber liegenden Ufer auf unsere Seite. An dieser Stelle ist das Ufer an unserer Seite sehr steil und das Wasser an dieser Stelle sehr tief. So kommt es, dass es einem kleinen Elefanten nicht gelingt, das Ufer zu erklimmen. Der Kleine kämpft verzweifelt das Ufer zu erklimmen, rutscht aber immer wieder ab. Im Laufe der Zeit werden die Versuche kraftloser und die Herde immer panischer. Die älteren Tiere versuchen dem Kleinen vergeblich zu helfen, sind dabei aber zu ungeschickt und eher kontraproduktiv. Die Luft ist erfüllt vom panischen Trompeten der Elefantenkühe und der Kleine verschwindet jetzt immer mal wieder unter der Wasseroberfläche, taucht zum Glück aber immer wieder auf. Wir rechnen schon mit dem Schlimmsten, als die Herde zurück ins Wasser geht und zusammen mit dem kleinen Elefanten zum gegenüber liegenden Ufer zurückkehrt. Das ist ja noch einmal gut gegangen.
Wenn man mal gesehen hat, wie geschickt ausgebildete Arbeitselefanten in der Forstwirtschaft agieren, verwundert es mich immer wieder, dass Elefanten von allein nicht in der Lage zu sein scheinen, Ihren Rüssel in vergleichbarer Weise einzusetzen. Vom Grundsatz hätte es kein Problem sein sollen, mit dem Rüssel den kleinen Elefanten zu greifen und aus dem Fluss zu ziehen.
Inzwischen gehen rings um uns heftige Gewitter nieder. Wir schaffen es aber diese zu umfahren und kommen trocken zurück auf unsere Campsite. Dort spricht mich gleich Gilles an, dass hinten aus unserem Auto Wasser läuft. Ich schaue nach und muss feststellen, dass wir unseren Wasserhahn verloren haben. Den hat es mit Sicherheit in einem der tiefen Schlammlöcher abgerissen. Die Absätze in diese Schlammlöcher sind oftmals sehr steil und tief und der Wasserhahn sitzt genau an der Stelle, wo der Wagen als erstes aufsetzt; direkt hinter dem Hinterrad. Da war der Wasserhahn beim Vorgängermodell wesentlich besser positioniert, nämlich am Trittbrett der Beifahrertür. Glück im Unglück ist aber, dass der aktuelle Bushcamper separate Wassertanks für den Wasserhahn und die Dusche hat. So haben wir nur die Hälfte unseres Wassers verloren.
Wieder sehr schöne Wolkengemälde im letzten Licht des Tages.
Nach dem Abendessen sitzen wir mit Wendy & Gilles am Lagerfeuer. Wieder eine sehr netter Abend zu viert. Zwischendurch sorgen erst ein Elefant und später eine Hyäne für Unterhaltung, als sie unsere Campsite besuchen.
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200926. Juli 2019 ·
41.Tag (Mi. 30.01.2019) Khwai – Xakanaxa 90km
An diesem Morgen halten mich Paviane und Meerkatzen ordentliche auf Trab. Als ich den Kühlschrank belade schlagen Sie in einer konzertierten Aktion zu und wir haben den Verlust einer Packung Emmentaler zu beklagen. Insgesamt sorgen die Affen dafür, dass wir heute um einiges später loskommen, als an anderen Tagen.
Der Weg führt uns immer entlang des Khwai zum Dombo Hippo Pool. Die Strecke lässt sich sehr gut fahren, aber es gibt nur wenige Tiere zu sehen.
Am Dombo Hippo Pool ist es so schön wie eh und je und auch der Hide ist noch genauso wackelig wie wir ihn in Erinnerung haben. Ein Wunder, dass er noch immer steht. Für uns ist das hier der traditionelle Frühstücksplatz auf dem Weg vom North Gate nach Xakanaxa.
Goliathreiher
Silberreiher
Auf der Hauptpiste weiter nach Xakanaxa sind zahlreiche Schlammlöcher zu durchfahren. Ich verlasse mich da auf die Spuren vorheriger Fahrzeuge, denn den Modder will ich auf keinen Fall zu Fuß erkunden.
Noch bevor wir zur Campsite fahren, machen wir einen Abstecher zu den Paradise Pools. Wieder einmal eine traumhaft schöne Landschaft, aber relativ wenige Tiere. Die scheinen andere Prioritäten, als die landschaftliche Schönheit zu haben.
In Xakanaxa haben wir Glück und bekommen wieder unsere favorisierte Campsite Nr.1.
Was mich auf mehreren Campsites in Botswana jedes Mal aufs Neue ärgert, ist die Tatsache, dass man nach dem Bau der neuen Waschhäuser die alten Waschhäuser stehen gelassen hat und diese jetzt von Jahr zu Jahr mehr verfallen und vergammeln. Diese Ruinen verschandeln die Campsites, welche dadurch eine verwahrlosten Eindruck machen. Mir ist es deshalb immer besonders wichtig, einen Stellplatz zu haben, von dem aus die Ruinen nicht zu sehen sind.
Während unserer ausgedehnten Mittagspause können wir einige Vögel beobachten.
Haubenbartvogel
Wellenastrild
Um 16:00Uhr starten wir auf Gamedrive. Wir wollen das Wegelabyrinth und die zahlreichen Pools südwestlich von Xakanaxa erkunden. Außerdem wollen wir versuchen mal wieder nach Dead Tree Island zu gelangen. Das war bei unseren letzten Besuchen aufgrund der sehr tiefen Furten nicht möglich.
Wir stellen fest, dass diese Gegend so einfach zu befahren ist, wie wir es noch nie erlebt haben. Die Furten sind alle trocken und selbst nach Dead Tree Island kommt man ohne das die Reifen nass werden. Es scheint auch längere Zeit in dieser Gegend nicht geregnet zu haben, so dass die meisten Schlammlöcher ebenfalls trocken sind.
Wir nutzen erst einmal die günstige Gelegenheit und machen eine große Runde auf Dead Tree Island. Ich liebe diese morbide Landschaft mit den vielen abgestorbenen Bäumen. Die Tierwelt ist unspektakulär aber zahlreich. Jede Menge Lechwe & Zebras. Dazu einige Elefanten und natürlich viele Vögel.
Kuhreiher
Im Bereich der Pools und Lagunen südwestlich von Xakanaxa war lange Zeit tote Hose hinsichtlich Tiersichtungen. Wir hatten schon die Hoffnung aufgegeben, an diesem Tag noch etwas besonderes zu erleben, als gegen 18:00Uhr Schlag auf Schlag ein Highlight dem Nächsten folgte.
Als erstes entdeckten wir am Lions den Pool passenderweise einen Löwen. Dieser war aber entgegen der meisten seiner Artgenossen sehr scheu und verschwand sofort in den Büschen, als wir uns ihm näherten.
Nur 5min. später und nur wenige hundert Meter entfernt entdeckte Kathrin einen Leoparden. Dieser hatte es sich auf dem Boden im Schatten eines Baumstammes gemütlich gemacht.
In der Hoffnung, dass sich hier vielleicht noch etwas tut, blieben wir so lange es die Zeit erlaubte bei diesem schönen Tier. Währenddessen lief in einiger Entfernung eine Hyäne vorbei, aber der Leopard lies sich nicht aus der Ruhe bringen.
Letztendlich drängte uns die Zeit zum Aufbruch. Wir waren hier schon länger geblieben, als ich es bei früheren Besuchen in dieser Gegend gewagt hätte. Ich kann mich noch an Rückfahrten zur Campsite erinnern, wo man permanent vor unpassierbaren Furten stand und einen Umweg nach dem anderen Fahren musste, so dass wir erst lange nach Sonnenuntergang zurück auf der Campsite waren. Diesmal konnten wir ohne Behinderung den direkten Weg fahren.
Lysann & Matthias waren von Savuti aus direkt nach Maun gefahren. Dort konnten Sie noch spontan 2 Nächte in Xakanaxa buchen und so sitzen wir auch heute wieder zusammen am Lagerfeuer. Mit dabei sind auch Christiane & Dieter, die mich auch aus dem Forum kennen. Ich konnte den beiden im Vorfeld Ihrer Reise bei einigen Fragen behilflich sein. Unsere vielen Leoparden-Sichtungen werden im Spaß zunächst noch als Safari-Latein abgetan, bis wir dann die Fotos zeigen. Wir geben den anderen die Koordinaten unserer heutigen Begegnung mit dem Leoparden. Mit etwas Glück erhöht das die Chancen einer eigenen Begegnung.
Unsere Wildtierkamera zeigt, dass während der Nacht einiges auf unserer Campsite los war. Mehrfach besuchten uns Hyänen und einmal auch ein Civet.
Wir starten wieder so schnell wie möglich. Nach nur etwas mehr als einem Kilometer unterläuft mir dann ein heftiges Missgeschick und wir stecken in einem tiefen Schlammloch fest. Das einzige weit und breit. Ich hatte es schlichtweg nicht für voll genommen. Die Umfahrung hatte ich auch nicht bemerkt. So stecke ich also fest und überlege mir meine Optionen. Von Kathrin kommt nur die hilfreiche Bemerkung, dass derjenige, der ins Schlammloch rein fährt auch dafür sorgen muss, wie man wieder rauskommt. Generell mache ich mir keine Sorgen, dass wir hier nicht wieder rauskommen, denn ca. 10m vor uns steht ein solider Baum, an dem ich das Stahlseil unserer Winde befestigen könnte und mich auf diese Weise rausziehen könnte. Dafür müsste ich allerdings in den Modder reinsteigen und darin rumwühlen, um das Stahlseil aus seiner Befestigung unter der Bullbar zu lösen. Das möchte ich auf jeden Fall vermeiden. Also erst einmal Alternativen ausprobieren. Alle Sperren und Untersetzung rein, Rückwärtsgang und Vollgas. Tatsächlich komme ich ca. einen halben Meter zurück. Vorsichtig wieder Vorwärts, bis ich auf Wiederstand treffe und wieder Vollgas zurück. Diesmal bin ich schon einen ganzen Meter weit zurückgekommen. Ich setze das Spiel fort und letztendlich ist es geschafft, ohne das ich den Wagen verlassen musste.
Vorbei an Jessies Pools fahren wir wieder zum Lions Den Pool.
Wir hoffen in dieser Gegend auf eine Wiederholung des Sichtungsglücks vom Vortag und werden nicht enttäuscht. Schon bald sehe ich eine gefleckte Schwanzspitze im hohen Gras auftauchen. Für einen Leoparden sieht das zunächst zu klein aus, ist es aber nicht. Wir haben ein Jungtier entdeckt und gleich darauf taucht auch die Mutter auf. Es ist die Leopardin, die wir gestern schon in diesem Gebiet beobachten konnten. Über eine Stunde lang können wir die beiden in Ihrem Alltag beobachten. Das Jungtier nimmt uns dabei mit einer Mischung aus Scheu und Neugier war, während uns die Mutter komplett ignoriert. Die Umgebung macht uns die Beobachtung dabei nicht leicht, denn das Gelände ist mit üppiger Vegetation gesegnet. Wenn sich die beiden vor uns verstecken wollten, hätten wir keine Chance sie zu beobachten. So aber ergibt sich immer mal wieder ein schönes Fotomotiv. Schade, dass Muttis Katzenwäsche im hohen Gras stattfand. Für uns war diese Begegnung etwas ganz besonderes, denn wir haben zwar schon viele Leoparden beobachtet, aber noch nie zuvor ein Jungtier.
Da der Wasserstand im Delta momentan so extrem niedrig ist, versuchen wir via Jackelberry Crossing nach 3rd Bridge zu fahren. Diese Furten sind so gut wie nie passierbar und selbst jetzt steht hier noch Wasser. An der ersten Stelle ist es mir auch jetzt noch zu tief, aber dann finde ich eine alternative Passage. Es ist das erste Mal, dass wir auf diesem Weg von Xakanaxa nach 3rd Bridge gelangen.
Danach erkunden wir die Pisten auf Motlaba Island und Fahren zu den Mugwevhlana Lagoons. Hier schauen wir uns auch die legendäre HATAB Campsite Nr. 8 an. Wirklich sehr schade, dass man als Individualreisender nicht auch die Möglichkeit hat, diese Campsites exclusiv für sich zu buchen. Derzeit ist sie z.B. unbelegt. Das ist in Ostafrika mit des Special Campsites besser geregelt. Die stehen Safariunternehmen und Individualreisenden im gleichen Maße zur Verfügung.
Gegen Mittag treffen wir in 3rd Bridge ein und bekommen Campsite Nr. 1.
Als erstes wird gut gegessen, denn bislang hatten wir dazu noch keine Gelegenheit. Gamedrives haben Vorrang vor dem leiblichen Wohl. Das ist auch einer der Gründe, weshalb die Safarireisen für mich den positiven Nebeneffekt haben, dass ich dabei immer einige überflüssige Kilos los werde.
Später besuchen uns Lysann & Matthias. Die beiden sind diese Nacht allerding noch einmal in Xakanaxa. Als wir Ihnen die Leopardefotos zeigen, können Sie gar nicht fassen, dass wir ständig die gefleckten Katzen sehen und Sie noch kein einziges Mal. Ich zeige Ihnen deshalb genau, wo Jackelberry Crossing passierbar ist und wo wir die Leoparden gesehen haben. Als Sie sich verabschieden drücken wir Ihnen die Daumen, dass Sie diesmal Erfolg haben und die kleine Familie finden.
Um 15:30Uhr starten auch wir wieder zum Gamedrive. Als erstes fahren wir den Mboma Loop auf der gleichnamigen Insel. Danach sind wir auf den Pisten in Richtung 1st Bridge unterwegs. Die Landschaft ist super und wir sehen auch immer wieder Tiere, wenn auch nichts Spektakuläres.
Obwohl der Wasserstand in den Kanälen des Deltas sehr niedrig ist, sind die meisten Pools gut gefüllt. Stehende und fließende Gewässer haben anscheinend einen voneinander unabhängigen Wasserhaushalt.
2nd Bridge ist gesperrt, aber es gibt eine Umfahrung. Ob die bei höherem Wasserstand fahrbar ist, stelle ich allerdings in Frage.
Kurz vor 3rd Bridge begegnen uns zwei Hyänen, die in unserer Richtung unterwegs sind. Da liegt die Vermutung nah, dass die beiden heute Nacht versuchen werden, auf der Campsite etwas abzustauben.
Hier treffen wir auch Wendy & Gilles wieder. Von Auto zu Auto tauschen wir uns über die Erlebnisse der letzten beiden Tage aus. Deren Campsite in 3rd Bridge liegt leider zu weit von unserer entfernt, als dass wir den Abend zusammen verbringen könnten. Zwischen Kasane und Maun haben wir diesmal wirklich ganz tolle Bekanntschaften gemacht.
Auf der weiten Ebene westlich von 3rd Bridge gibt es auch einige Pools. Hier gibt es eigentlich immer etwas zu sehen. Wir haben das Glück eine Gänsefamilie im milden Licht der Abendsonne beobachten zu können.
Den Sundowner genehmigen wir uns auf unserer Campsite, wobei wir Giraffen und Kudus am anderen Flussufer beobachten können.
Die für die Campsite namensgebende Brücke erleben wir erstmals im komplett intakten Zustand. Erstmals kommt man mit trockenen Reifen über den Fluss. Leider sind sie bei der Reparatur über das Ziel hinaus geschossen. Durch umfangreiche Erdarbeiten an den Ufern wurde hier viel Vegetation und das Landschaftsbild stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Flussübergang hat auf jeden Fall den Charme vergangener Jahre verloren.
Bis Mittag waren heute die Temperaturen sehr angenehm. Das kam uns vor allem entgegen, als wir so lange bei den Leoparden standen. Dann wurde es allerdings sehr heiß und schwül und am Abend konnten wir wieder starkes Wetterleuchten beobachten. Es blieb bei uns aber trocken.