franzicke2'085 Beiträge · seit 201201. Juli 2019 ·
Mensch Bele, zweimal nacheinander gildet ja eigentlich gar nicht - aber das Hippo-Baby ist wirklich hinreißend 😘 Ich frag mich ja manchmal, warum es in der Tierwelt überhaupt dieses unwiderstehliche Kindchen-Schema gibt - sehen die Eltern-Tiere das wohl auch so und schmelzen dahin wie wir Menschen???
Auch ansonsten ein ganzganz herrlicher Tag mit Bootle-Fahren 😎 und ich kann dir nur sagen, sei nicht so kritisch mit dir und deinen Fotos! Viele Grüße Ingrid
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200904. Juli 2019 ·
36.Tag (Fr. 25.01.2019) Kasane – Ihaha 110km
Nachdem wir den gestrigen Tag auf dem Wasser verbracht haben, geht es heute wieder ganz klassisch mit dem Wagen auf Gamedrive.
Vom Sedudu Gate fahren wir auf direktem Weg ans Flussufer. Noch bevor wir dort ankommen, verbleiben wir aber eine ganze Weile bei einer Gruppe Impalas, welche in Mitten üppig grüner Büsche ein sehr schönes Bild abgibt.
Am Chobe angekommen gibt es zunächst jede Menge Vögel zu sehen. In dieser Beziehung unterscheidet sich unser Gamedrive nicht von den gestrigen Bootstouren.
Rallenreiher
Silberreiher
??? junger Stelzenläufer
Sporengänse
Beim Anblick der Gänse meinte Kathrin: „Ich muss zu Hause unbedingt dran denken, dass Gänseessen für den Vereinsstammtisch zu organisieren.“ 😎 😗
Dann erleben wir eine sehr große Herde Impalas beim Frühsport. Aus purer Freude an der Bewegung läuft die ganze Herde kreuz & quer und hin & her über die Floodplains. Ein herrlicher Anblick. Da ist soviel Lebensfreude.
Weiter ging es zu den Puku Flats. Eine große flache, vom Chobe umschlossene, Halbinsel. An Tieren war hier nix los, aber wir fanden einen landschaftlich sehr schönen Pausenplatz, direkt neben einem Früchte tragenden Kapernbusch.
Gegen Mittag sind wir zurück in Kasane. Als erstes kaufen wir die Frischwaren für die nächsten Tage ein, tanken voll und lassen uns dann vom Mittags-Buffet der Chobe Safari Lodge verwöhnen, bevor es für die nächsten Tage wieder in die Wildnis geht. Wir wollen auch den Wassertank des Bushcampers wieder vollmachen. Dafür fragen wir an der Rezeption nach einem Schlauch. Die Rezeptionistin darf das nicht selbst entscheiden und muss für so eine Lapalie extra beim Management der Lodge nachfragen. Letztendlich ist es dann kein Problem, Wasser zu bekommen, aber es ist mal wieder sehr umständlich.
Als wir beim Boteti River Camp anrufen, um eine Campsite und Dinner zu reservieren, erfahren wir, dass das Camp derzeit wegen Renovierung geschlossen ist. Schnell reservieren wir noch einen Platz auf der Khumaga Campsite im Makgadikgadi National Park.
Dann brechen wir auf nach Ihaha. Bis zu den Puku Flats fahren wir die identische Strecke, wie am Vormittag. Inzwischen sind sehr viel mehr Elefanten am Fluss erschienen.
Als wir an einem Busch vorbei fahren, hören wir ein ganz merkwürdiges Geräusch. Es hört sich wie ein technisches Geräusch an und zunächst denken wir, es ist etwas an unserem Auto. Erst mit etwas Verzögerung bemerken wir, dass das Geräsch aus dem Busch kommt und von einem Vogel erzeugt wird. Der war nicht gut zu fotografieren, aber ich hoffen, dass die Birder unter Euch trotzdem erkennen können, um was für ein Exemplar es sich handelt.
??? Zweifarbenwürger
Später treffen wir auf eine große Gruppe Giraffen, von denen eine einen ganzen Schwarm Madenhacker zu versorgen scheint.
Immer wieder treffen wir auf Elefanten.
Während aber die Elefanten östlich von Ihaha vollkommen relaxt sind und Autos komplett ignorieren, erntet man von den Elefanten westlich Ihaha hin und wieder ein entrüstetes Kopfschütteln. Hier ist halt schon deutlich weniger Tourismus und die Dickhäuter nicht ganz so sehr an Autos gewöhnt.
Mit einigen weiteren Tierbegegnungen nähern wir uns Ihaha.
Langspornkibitz
Auch bei den Pavianen gibt es gute und schlechte Reiter.
Um 17:30 treffen wir in Ihaha ein. Wir können Feuerholz ordern, welches aber erst nach Einbruch der Dunkelheit geliefert wird. Ein Glück, dass wir noch eine Ladung dabei hatten.
Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir Campsite Nr.5. Bevor wir uns häuslich einrichten, muss ich erst einmal den Spaten schwingen und den Platz von den Hinterlassenschaften der Elefanten befreien. Auf der Nachbarcampsite steht ein sehr nettes australisch-niederländisches Paar – Wendy & Gilles. Die beiden sind in den Flittermonaten auf Weltreise und hatten sich ganz spontan für die Tour von Kasane nach Maun entschieden. Es ist Ihre erste Nacht in der afrikanischen Wildnis und sie sind sehr aufgeregt und haben viele Fragen. Wir könnnen Ihnen einige wichtige Tips geben und Ihnen so etwas die Aufregung nehmen.
Der Sonnenuntergang ist ein Traum. Dramatische Wolkenbilder, wohin man schaut. Dazu stehen im Westen Büffel und im Osten Giraffen am Fluss.
Wir sind gerade fertig mit dem Abendessen, da bemerken wir die ersten Elefanten ganz in der Nähe unserer Campsite. Ab diesem Moment bestimmen die Dickhäuter das Abendprogramm und fordern unsere ganze Aufmerksamkeit. An Tagebuch schreiben, o.ä. ist nicht zu denken. Zeitweise sind wir vollständige umzingelt und es ist schwierig, die Übersicht zu behalten. Überall an den Büschen der Campsite stehen sie und sind am fressen. Auf der Wiese zum Fluss grast darüber hinaus ein Hippo.
Das ganze wird von kräftigem Wetterleuchten über Namibia untermalt. Bei uns bleibt es aber trocken.
Bei deinem ersten ? tippe ich auf einen jungen Stelzenläufer und beim anderen Ufo auf einen Schnäpper (Fiscal Flycatcher) - da bin ich mir aber nicht sicher.
Schoen, deine Reise und die Bilder!! Danke fuer's teilen!
Der erste ??? ist ein junger Black-winged Stilt, und der zweite ??? entweder ein Tropical Boubou (rosa Ton auf der Brust und Flanken) oder ein Swamp Boubou (schneeweisse Unterseite). Auch ein Jungtier.
Champagner8'718 Beiträge · seit 201004. Juli 2019 ·
maddy schrieb: Der erste ??? ist ein junger Black-winged Stilt, Maddy
Hallo Maddy,
in meinem Roberts hat der juv. Black-winged Stilt braune Flügeldecken. Könnte der gezeigte Vogel nicht ein non-breeding adult sein?
@ Thomas: diese lebensfrohen Impalas durfte ich auch schon zweimal erleben - es ist total beeindruckend! Und dir sind ein paar tolle Fotos davon gelungen! Ich muss mich gerade ziemlich konzentrieren, dass ich dich und Matthias nicht durcheinander bringt - Ihr seid ja berichtstechnisch gerade gleichzeitig am Chobe unterwegs 😄 .
fotomatte2'519 Beiträge · seit 200904. Juli 2019 ·
Hallo Thomas, maddy und Konni,
der erste fragliche Vogel ist geklärt, das ist ein junger Stelzenläufer. Der zweite ?-Vogel ist weder ein Flycatcher noch ein Boubou sondern ein junger Jakobinerkuckuck. Zur Optik passen dann auch die kleppernden, metallischen Geräusche. Übrigens habe ich in meinem Bericht ebendort auch einen solchen gezeigt, allerdings einen Altvogel.
Champagner8'718 Beiträge · seit 201004. Juli 2019 ·
fotomatte schrieb: sondern ein junger Jakobinerkuckuck. Zur Optik passen dann auch die kleppernden, metallischen Geräusche. Übrigens habe ich in meinem Bericht ebendort auch einen solchen gezeigt, allerdings einen Altvogel. Viele Grüße, Matthias
Ich beiß' mich in den Hintern 😵 - ich hätte fast geschrieben, ob es so einer wie bei Matte im Bericht sein könnte (der hat mir nämlich so gefallen 😘 ) - aber der fehlende Schopf hat mich etwas irritiert ..... 🙄
fotomatte schrieb: Der zweite ?-Vogel ist weder ein Flycatcher noch ein Boubou sondern ein junger Jakobinerkuckuck.
Hallo Matthias,
Nein, glaube ich nicht. Die Weisse Zeichnung auf dem Fluegel passt nicht zum Jacobin Cuckoo. Eher zum Boubou. Der Fiscal Flycatcher kann's nicht sein, den gibts im Caprivi nicht.
fotomatte2'519 Beiträge · seit 200904. Juli 2019 ·
Hallo maddy,
du hast absolut recht, es ist ein junger Boubou. Ich hätte doch mal in eines der Bücher schauen sollen. 🤢 Der Schnabel sah mir einfach nicht Boubou-like aus. 😣 Völlig ohne Berücksichtigung des weissen Flügelfeldes hätte der junge Jakobinerkuckuck einen gelben Schnabel.
Also, Bele, vielleicht doch besser, dass du gezögert hast.
Und sorry Thomas, musst du deinen Text nochmals ändern. 😊
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200905. Juli 2019 ·
Vielen Dank für Eure Unterstützung. Habe mir jetzt mal die Rufe der beiden Boubous im Internet angehört. Aus der Erinnerung würde ich da eindeutig zum Swamp Boubou (Zweifarbenwürger) tendieren.
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200908. Juli 2019 ·
37.Tag (Sa. 26.01.2019) Ihaha – Linyanti 160km
Unsere Wildtierkamera zeigt uns, dass die ganze Nacht über Elefanten in der Nähe waren. Auch der nächtliche Wachdienst hat sich auf der Kamera mehrfach verewigt.
Vor dem Frühstück machen wir einen Gamedrive in Richtung Westen. Als Umkehrpunkt ist Serondela geplant. Für den Hinweg wählen wir die Pisten im Hinterland, die aber keinen nennenswerten Sichtungen bieten. Als wir dann kurz hinter Serondela zu den Floodplaines kommen, ändert sich das schlagartig.
Auch heute treffen wir wieder eine großer Herde Impalas beim Frühsport. Dieses Verhalten scheint hier an der Tagesordnung zu sein, ist mir bislang aber noch nie zu Gesicht gekommen.
Nur wenige Kilometer westlich von Serondela können wir unseren Augen kaum trauen, kommt uns doch in aller Seelenruhe ein Leopard entgegen geschlendert. Es handelt sich um einen sehr schönen und eleganten jungen Kater. Sein Auftreten ist äußerst selbstbewusst und er lässt sich in keinster Weise durch unsere Anwesenheit stören. Insgesamt bin ich bei dieser rund 20 minütigen Begegnung einige 100m im Rückwärtsgang unterwegs. Es ist noch viel schöner, wenn einem das Tier die ganze Zeit entgegen kommt, als wenn man ihm hinterher fährt. Vor allem zum fotografieren ist es perfekt. Immer mal wieder lässt er das typische heisere Bellen/Husten der Leoparden hören. Bemerkenswert ist auch, dass wir die gesamte Zeit über ganz allein mit dem Leoparden sind. Man findet also auch an der Chobe River Front noch seine einsamen Tiererlebnisse.
Irgendwann setzt der Leopard seinen Weg im dichten Gebüsch der Uferböschung fort, wo wir ihm nicht folgen können und so setzen auch wir ganz beflügelt unseren Weg fort.
Das nächste was uns besonders ins Auge fällt ist ein Baum voller Geier. Bald darauf können wir den Grund riechen, denn am Ufer liegt ein bereits ziemlich vergammelter Elefantenkadaver. Ein Festessen für die Aasfresser. Ich ignoriere den Gestank so gut es geht. Man muss für ein gutes Foto auch mal bereit sein zu leiden.
Zum Frühstück geht es noch einmal zurück nach Ihaha, denn unsere Campsite hatte den idealen Schattenbaum für ein Frühstück mit Blick auf den Chobe River.
Während Kathrin sich danach um den Abwasch kümmert, gehe ich Vögel und Blumen fotografieren.
Nach dem Frühstück erfolgt dann ein weiterer Gamedrive entlang der Riverfront, bis zum Ngoma Gate.
Das gegenüber liegende Ufer ist kein Schutzgebiet, sondern Farmland, und so sieht man hin und wieder auch namibische Fischer auf dem Fluss.
In diesem Teil der Riverfront sieht man kaum noch Elefanten, dafür aber jede Menge Herbivoren. Ideale Beute für Löwen, aber von denen sehen wir dieses Jahr keinen einzigen an der Riverfront.
Bei der Ausfahrt durch das Ngoma Gate schnorrt mich der Ranger nach „something from Germany“ an. Boah, wie mich das nervt. Ganz besonders bei Amtspersonen, die es ja immer in der Hand haben, einem das Leben schwer zu machten, wenn man Ihrer „Bitte“ nicht nachkommt. Von mir gibt’s trotzdem nix.
An der Asphaltstraße nach Kachikau gibt es eine nagelneue Puma-Tankstelle. Alles sieht betriebsbereit aus und sogar der Shop ist gefüllt. Trotzdem ist die Tankstelle geschlossen – nach den letzten Infos hier aus dem Forum sogar dauerhaft. Da fragt man sich schon, was da los ist, denn das Investment war sicherlich nicht gering.
Die Sandpiste hinter Kachikau lässt sich gut befahren und die Cutline sogar noch besser. Die meiste Zeit können wir bequem im 3. oder 4. Gang durch das Buschland cruisen.
Zu unserer Überraschung ist eine der kleinen Pfannen, welche die Cutline durchquert, gut mit Wasser gefüllt und gerade ist eine große Herde von Elefanten beim trinken und baden.
Interessant ist auch, dass sich selbst an diesen temporären Wasserstellen sofort Wasservögel einfinden. Da frage ich mich schon, wie die von diesen Wasserstellen erfahren.
Hin und wieder gibt es auf der Cutline natürlich noch immer tiefsandige Passagen. In einer hat sich ein Armee LKW festgefahren. Die Soldaten fragen nach einem Spaten und wir helfen natürlich gerne aus. Allerdings führt auch die Buddelei nicht zum Erfolg und so müssen Sie warten bis ihre Kameraden mit einem weiteren LKW kommen um sie rauszuziehen.
Am frühen Nachmittag erreichen wir Linyanti. Wie beim letzten Mal bekommen wir wieder Campsite Nr.1, mit traumhaften Blick auf den Linyanti Swamp.
Als ich die Heckklappe öffne, stehe ich vor einer großen Sauerei. Die Strecke war zwar einfach zu fahren, aber auch recht schaukelig, was anscheinend dazu geführt hat, dass eine Dose Cola und eine Dose Bier explodiert sind. Dadurch ist unser Getränkekarton aufgeweicht und auseinander gefallen, was zu weiteren Verlusten geführt hat. Die nächste Zeit bin ich also erst einmal damit beschäftigt die Sauerei zu beseitigen.
Inzwischen hat es zugezogen und hin & wieder tröpfelt es ein wenig. Über dem Sumpf stehen große Gewitterzellen. Schön dass es dabei zu dieser Jahreszeit trotzdem angenehm warm bleibt.
Die ganze Zeit über sind Elefanten in den Büschen rings um die Campsite unterwegs. Da wird vor allem der Besuch des Waschhauses zur Mutprobe, denn das steht recht weit von der Campsite entfernt in unübersichtlichem Gelände inmitten der Büsche.
Heute lernen wir Lysann & Matthias aus München näher kennen, die auf der Nachbarcampsite stehen. Die beiden fahren eine ähnliche Route wie wir und zusammen mit Wendy & Gilles sind wir eine super Truppe, die sich bis Maun immer wieder treffen wird. Matthias kannte mich auch schon hier aus dem Forum. Die beiden sind schon seit fast 7 Wochen unterwegs und so gibt es reichlich Gesprächsstoff.
Beim Sonnenuntergang lässt sich unser Stern nur kurz sehen.
Dach wir gegrillt und den restlichen Abend sitzen wir zusammen mit Lysann & Matthias am Lagerfeuer. Heute hat es so viele Mosquitos wie auf der gesamten Reise noch nicht.
Über Namibia sehen wir heftiges Wetterleuchten. Bei uns bleibt es aber wiederum trocken.
Eulenmuckel2'097 Beiträge · seit 200608. Juli 2019 ·
Hallo Thomas,
dieser Ausflug an die Riverfront hat sich ja mal gelohnt! Der Leopard ist wirklich ein hübscher Kerl. Und so eine Sichtung ganz für sich alleine zu haben, ist einfach unbezahlbar. Der Geier mit den ausgebreiteten Flügeln und die Gabelracke gefallen mir auch ausgesprochen gut.
Sieht nach einer ganz schönen Schweinerei hinten in eurem Buschcamper aus. 😉 Ist uns letztes Jahr auch passiert. Anstelle von Getränken waren Eier im Spiel. 🤩
Danke für den weiteren Bericht und liebe Grüße Uwe
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201609. Juli 2019 ·
Hi Thomas,
tolle Bilder; danke!
Bei uns wars mal Löskaffee der die Sauerei in der Camperküche verursacht hat. Der Schraubdeckel hatte sich auf den Rumpelpisten selbst aufgedreht, und der Kaffee sich über alle 3 Etagen und deren Inhalt verteilt. In Kombination mit der Luftfeuchtigkeit, hat das eine kompakte Masse ergeben, deren Entfernung uns einen NM lang beschäftigt hat... Gruß Gina
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200909. Juli 2019 ·
Hallo Gina, Hallo Uwe,
gegenüber Eiern und löslichem Kaffee hatten wir mit unseren Getränken ja noch richtig Glück.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201209. Juli 2019 ·
Hey Thomas,
Während Kathrin sich danach um den Abwasch kümmert, gehe ich Vögel und Blumen fotografieren.
das klingt ganz nach einer klaren Aufteilung - und wenn ich deine Vogel-mit Beute-im-Schnabel-Fotos so sehe, dann hat das ja auch einen guten Grund 😄 Und den Leoparden hast du ja unglaublich gut erwischt - ein tolles Tier im schönsten Licht. Und wenn ich heute so gelesen hab, was da entstehen soll, könnte ich grad sofort los und dahin. Aber ich freu mich auch auf den Linyanti - ich liebe diesen Platz Grüße Ingrid
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200909. Juli 2019 ·
Hallo Ingrid, die klare Aufteilung ist, dass ich für alle Arbeiten vor dem Essen (kochen, Tisch decken) zuständig bin und Kathrin für alle Arbeiten nach dem Essen (Abwasch und Wegräumen). So ist sichergestellt, dass jeder seine freien Zeiten hat, die er/sie nach den persönlichen Vorlieben nutzen kann. Kathrin liest dann meist, während ich lieber fotografiere oder Tagebuch schreibe. Alles Gute Thomas
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200916. Juli 2019 ·
38.Tag (So. 27.01.2019) Linyanti – Savuti 96km
Kurz vor dem Morgengrauen fängt es an zu regnen, hört aber pünktlich zum Aufstehen wieder auf. Die Sonne scheint nur durch eine kleine Wolkenlücke, was aber für einen Regenbogen ausreicht.
Wir beginnen den Tag mit einer Runde auf dem Riverdrive. Dieser kleine Loop ist die einzige Gamedrivemöglichkeit in Linyanti. Der Weg ist sehr zugewachsen und man hat nur an wenigen Stellen einen Blick auf den Fluss. Außer einem verspäteten Hippo sind keinerlei Tiere zu sehen.
Dann machen wir uns auf den direkten Weg nach Savuti. Lysann & Matthias wollen heute auch weiter nach Savuti. Aufgrund der vielen Horrorgeschichten über die direkte Verbindung (u.a. hier im Forum), hatten die beiden zunächst vor über die Cutline und das Goha Gate zu fahren. Sie fragen, ob Sie sich uns anschließen dürfen und selbstverständlich dürfen sie. Die erste Hälfte der Verbindung ist einfach; sogar einfacher als die Cutline.Dann steigert sich die Schwierigkeit aber erheblich. Es gilt einige Schlammlöcher zu durchfahren und dazwischen müssen wir uns mit heftigem Tiefsand auseinandersetzen. Der Tiefsand für sich wäre nicht das Problem. Schwierig wird es dadurch, dass hier in letzter Zeit anscheinend ausschließlich Armeelastwagen gefahren sind, die eine breitere Spur als normale Geländewagen haben. Dadurch kann ich nur auf einer Seite in einer vorhandenen Spur fahren und muss mir die zweite Spur selbst durch den tiefen Sand ziehen. Da muss der Wagen über lange Strecken im 1.Gang kräftig ackern. Letztendlich sind wir aber in einer guten Stunde im Bereich von Savuti angekommen, was deutlich schneller ist, als der Weg über Cutline und Goha Gate. Allein aus diesem Grund würde ich immer wieder die direkte Verbindung wählen.
Während es auf der Verbindungspiste keine Tiere zu sehen gab, ändert sich das schlagartig, als wir die weiten Grasflächen bei Savuti erreichen. Das erste was uns ins Auge fällt sind die vielen Wollhalsstörche. Aus mir nicht bekannten Gründen sind diese Vögel deutlich scheuer als andere Arten. Ein Foto aus der Nähe war nicht möglich.
Wir begeben uns auch gleich auf Gamedrive. Die Campsite kann warten.Unser erstes Ziel ist das Gebiet rings um die Harvey Pan. Hier gibt es zahlreiche Wasserstellen und es sind viele Tiere anzutreffen. Wir treffen auf eine große und sehr aufgeregte Herde Elefanten. Sie finden am Wasser nie wirklich zur Ruhe und laufen immer wieder aufgeregt trompetend hin und her. Der Grund dafür ist ein Elefantenbulle, der sich stark für die Weibchen der Herde interessiert, dabei aber auf wenig Gegenliebe stößt.
Nach einiger Zeit zieht die Herde genervt ab, macht aber schon nach kurzer Zeit panisch kehrt und rennt in eine andere Richtung. Da sind wir natürlich neugierig, was die Elefanten so erschreckt hat und machen uns gleich auf den Weg um nachzusehen. Schnell werden wir fündig und entdecken zwei prächtige Löwenmännchen mit einem Riss im dichten Gebüsch.
Aktuell sind sie allerdings sehr träge, so dass wir bald weiterfahren. Wir werden am Abend noch einmal hierher zurückkommen, in der Hoffnung auf etwas mehr Action.
Selbstverständlich gibt es bei den vielen Wasserstellen in diesem Areal auch zahlreiche Wasservögel.
Unser nächstes Ziel ist der Gipfel des Quarry Hill. Wir scheitern aber schon gleich am Beginn der Auffahrt. Der Knick, mit dem die Auffahrt aus der Ebene startet ist so stark, das wir mit unserem großen Hecküberstand aufsetzen würden. Da wären größere Straßenbauarbeiten an der Auffahrt nötig, aber so wichtig ist mir der Gipfel dann doch nicht. Da hoffe ich auf eine motivierte Südafrikaner-Gruppe, so dass es vielleicht bei unserem nächsten Besuch etwas wird.
Weiter geht es Richtung Süden bis zur Marsh. Hier ist in Sachen Tieren so gut wie nichts los.
Zum Brunch fahren wir dann zum großen Baobab. Das ist schon seit Jahren unser bevorzugter Picknickplatz, wenn wir in Savuti sind.
Nach dem Essen fahren wir zum Campingplatz. Wir bekommen die Campsite Nr.4, mit der wir sehr zufrieden sind. Der kleine Kiosk im Camp ist recht gut bestückt. Hier bekomme ich im Gegensatz zu Kasane sogar Cola light.
Den Nachmittag verbringen wir dann bis 17:00Uhr auf der Campsite. Ich wollte eigentlich lesen, komme aber kaum dazu. Die Tierwelt bietet auch auf unserer Campsite einen hohen Unterhaltungswert, so dass ich häufig den E-Reader zur Seite lege und mich unseren tierischen Besuchern widme. So hat z.B. ein Paar Tokos sein Nest in einer Baumhöhle des Schattenbaums unserer Campsite. Der Nachwuchs ist hungrig, und wird die ganze Zeit über versorgt. Dazu wird zwischen den Tokos lautstark kommuniziert. Auch andere Vögel lassen sich blicken. Dann läuft eine Fuchsmanguste über die Campsite und kurze Zeit später eine große Gruppe Zebramangusten. Dazu toben immer wieder Baumhörnchen durch das Geäst unseres Schattenbaums.
Erst spät starten wir auf unseren Abend-Gamedrive. Wir wollen auch nicht mehr groß umher fahren, sondern nur zu den Harvey Pans, um zu sehen, was die Löwen machen. Inzwischen haben sich große Gewitterwolken aufgetürmt.
Die Löwen sind dann schnell gefunden. Sie haben sich in der Zwischenzeit kugelrunde Bäuche angefressen. Von der Beute ist kaum noch etwas übrig. Außer uns sind nur noch Wendy & Gilles sowie Lysann & Matthias vor Ort. Bei so wenigen Fahrzeugen geht es sehr entspannt zu, was sich auch auf die Löwen zu übertragen scheint.
Normalerweise sind Löwen in diesem Zustand nicht sehr fotogen und liegen nur schlafend im Schatten. Unsere beiden Kater machen da glücklicherweise eine Ausnahme und präsentieren sich sehr schön der Kamera.
Leider hat sich der Fokus beim letzten Bild für den Ast anstatt für die Löwen entschieden. Ich wollte Euch die beiden Schmusekater aber nicht vorenthalten.
Beim Gehen sehen wir, dass einer der beiden Löweneine schwere Verletzung am rechten Hinterbein hat. Äußerlich ist zwar nichts zu sehen, aber er kann nur mit großer Mühe auftreten und auch die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt. Ansonsten mach der Verletzte Löwe aber einen sehr guten Eindruck. Entweder hat er sich erst heute bei der Jagd verletzt, oder wird sehr gut von seinem Bruder/Kumpel mit versorgt.
Wo ein Löwenriss ist, sind natürlich auch die Schakale nicht weit. Inzwischen haben sie ungestörten Zugang zu den Resten der Beute.
Zurück auf der Campsite entdecke ich einen Perlkauz im Schattenbaum unserer Campsite. Allein dieser Baum ist schon ein sehr interessantes Biotop. Ich bin ganz happy, denn es ist die erste Eule, die wir jemals selbst gespottet haben. Ich war schon am verzweifeln, weil wir Eulen anscheinend gar nicht können. Anderen scheint das viel leichter zu fallen, wie man aus den vielen Eulenbildern in diversen Reiseberichten schließen kann. Auch diese kleine Eule hätte ich nie entdeckt, wenn Sie nicht lautstark Ihre Anwesenheit verkündet hätte. Dabei wusste ich zunächst gar nicht, dass es sich um eine Eule handelt. Der Ruf hörte sich für mich an, wie eine hungrige bettelnde Hauskatze und ich war neugierig, welcher Vogel solche Geräusche von sich gibt.
Den Sundowner gibt es auf unserer Campsite.
Zum Abendessen fegen starke Gewitterböen über die Campsite. Es bleibt zwar trocken, aber die T-Bone Steaks werden ordentlich mit Sand paniert. Beim Essen knirscht es zwischen den Zähnen. Starkes Wetterleuchten sorgt für eine beeindruckende Stimmung.
Lysann & Matthias sind direkt auf der Nachbarcampsite und so sitzen wir auch heute wieder nach dem Abendessen wieder zusammen am Lagerfeuer und lassen die Erlebnisse des Tages Revue passieren. Die Beiden fahren morgen weiter nach Maun, wo Sie versuchen wollen, kurzfristig noch freie Campsites im Moremi zu buchen. Wendy & Gilles haben Ihre Campsite am anderen Ende des weitläufigen Areals, das wollten sie nicht im dunkeln laufen, weshalb sie heute Abend nicht dabei waren.
Savuti ist auch diesmal seinem Ruf gerecht geworden. Für uns ist es eines der schönsten Gebiete in Botswana. Schon in der ersten halben Stunde hatten wir Löffelhunde, Löwen und panische Elefanten gesehen. Auch die Vogelwelt hat uns wieder beeindruckt. Wir waren noch nie in Savuti, ohne das wir herausragende Tiererlebnisse hatten.
Im Licht der Taschenlampe sehen wir immer wieder Springhasen in der Umgebung unserer Campsite umher hoppeln.
Vegetation Linyanti - Savuti war ja richtig super grün. Bin mal gespannt wie es jetzt im September dort ist.
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Wir waren noch nie in Savuti, ohne das wir herausragende Tiererlebnisse hatten.
Das ist ja interessant! Bei drei Besuchen hat es uns am besten gefallen als der Savuti Channel noch Wasser führte. Das war 2012. Seither ist da wohl nichts mehr mit Wasser im Kanal. Damals gab es riesige Elefanten Herden und Massenhaft Vögel, Pelicans etc in der Marsh. Das war im September. Bei den zwei letzten Besuchen jeweils Ende September war Savuti so ausgetrocknet. Es hatte kaum Elefanten, nur zwei Wasserlöcher, und es war nichts von grün. Nach deinem Bericht glaube ich es wäre besser im Januar dort vorbei zu schauen oder eben abwarten bis das Wasser wieder im Kanal fliesst. Danke für deine wie immer unterhaltsamen Bericht und schönen Bildern. Die Löwenmänner sind wunderbar! Im Savuti habe ich zum allerersten Mal selbst Löwen im Gebüsch gefunden. Jedesmal eine besondere Freude. Grüsse von Katrin