TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200925. Feb. 2019 ·
Moin,
die letzten 4 Tage war ich bei den Norddeutschen Bouldermeisterschaften tätig, so dass es hier nicht weiter ging. Ich hoffe heute noch den nächsten Tag hochladen zu können.
Ich freue mich, dass so viele von Euch Interesse an dem Bericht haben.
@Katrin: Mit dem Endergebnis des Spotterwettstreits wirst Du in der Tat bis zum Ende des Berichts abwarten müssen. Ich hatte vor rund 10 Jahren mal einen Reisebericht über Kenia geschrieben. Der ist aber bei der große Umstellung der Forumssoftware auf der Strecke geblieben.
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200925. Feb. 2019 ·
3.Tag (So. 23.12.2018) Kuruman – Kgalagadi Transfrontier National Park (Kiliekrankie) 479km
Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf, denn auch heute gibt es ordentlich Kilometer abzuspulen und wir wollen zum Ende des Tages auch noch Zeit für eine kleinen Gamedrive im Nationalpark haben.
Wir entscheiden uns für die R31 über Van Zylsrus. Diese Strecke ist gegenüber der komplett asphaltierten Alternative über Upington kürzer, hat dafür aber 150km über Gravel. Da wir mit unserem Wagen auf Asphalt nur unwesentlich schneller als auf Gravel sind, lohnt der Umweg nicht. 25km vor Van Zylsrus ist Schluss mit dem Teer und bis Askham geht es auf recht tiefem und leicht verspurten Schotter weiter. Dafür hat es aber kaum Wellblech. Von Askham bis zum Gate bei Twee Revieren fahren wir dann wieder auf festem Geläuf durch das Nossob-Tal.
Kurz nach 13:00Uhr kommen wir am Gate an. Check-In für Nationalpark und Unterkünfte sowie die Immigation befinden sich im gleichen Gebäude. Überraschenderweise muss man erst den Check-In erledigen, bevor sich die Immigration um einen kümmert. Insgesamt haben wir in 15min. alles erledigt. Für die nächsten 3 Tage sind wir „staatenlos“.
Heute ist es fast den ganzen Tag wolkenlos. Nur sehr vereinzelt sind kleine Schönwetterwolken zu sehen. Im Park scheint es noch nicht viel geregnet zu haben, den es zeigt sich nur sehr verhalten frisches Grün.
In Twee Revieren müssen wir noch warten bis um 14:00Uhr die Tankstelle wieder öffnet. Ich nutze die Zeit um Luft aus den Reifen zu lassen und die Windschutzscheibe von den vielen Insekten zu reinigen. Wir wollen beim Gamedrive schließlich einen guten Durchblick haben. Mit vollem Tank starten wir bald darauf zum Gamedrive. Es ist zwar eigentlich noch viel zu früh und zu heiß (um die 40°C), aber wir sind ungeduldig und wollen endlich Tiere sehen. Für heute haben wir uns das untere Nossobtal vorgenommen. Zunächst tut sich nur wenig. Allein den Springböcken scheint die Hitze nix auszumachen.
Am Wasserloch Leeuwdril liegen zahlreiche Strauße, während am Wasserloch Rooiputs absolut tote Hose herrscht.
Am Wasserloch Kij Kij dann das erste Highlight; wie sehen 3 Löwen. Ein Weibchen und zwei Männchen liegen im Schatten unweit des Wasserlochs. Drum herum stehen zahlreiche durstige Pflanzenfresser und schauen sehnsüchtig zum begehrten Nass, zu dem sie sich aber nicht hintrauen.
Da es noch früh ist, beschließen wir noch weiter bis zum Picknickplatz Melkvlei zu fahren. Auf der Strecke gibt es an einer Stelle mehrere Pfützen auf der Piste, anscheinend hat es hier in den letzten Tagen geregnet. Hier finden sich zahlreiche Greifvögel und Geier. Entweder direkt am Wasser oder in den Bäumen in der Nähe.
Raubadler
Von den Grasfressern sieht man mehr Tiere liegen als stehen. Eine Gruppe Gnus liegt im Schatten auf der Piste und bleibt selbst liegen, als wir direkt daneben anhalten.
Dann erreichen wir Melkvlei. Unter einem schattigen Baum machen wir Pause und nutzen die Gelegenheit um uns ein wenig die Beine zu vertreten. Die Nektarinen direkt aus dem Kühlschrank sind bei den Temperaturen herrlich erfrischend. Es gibt viele Vögel, die wohl auf Essensreste der Picknickplatz Besucher hoffen. In erster Linie Siedelweber Mahaliweber. (Danke Uwe)
Um was es sich bei diesem Exemplar handelt weiß ich nicht, sieht aber reichlich mitgenommen aus. Durch Matthias Hilfe ist jetzt auch diese Wissenslücke gestopft. Es handelt sich um einen gerade flügge gewordenen Trauerdrongo.
Nach der Pause geht es dann direkt nach Kiliekrankie. Bei den Löwen von Kij Kij hat sich nichts getan und ansonsten gibt es nichts Nennenswertes zu sehen.
Kiliekrankie entpuppt sich als absolute Traumunterkunft. Fünf auf einer Düne gelegene Lehmhütten mit großer Veranda über einem Dünenkessel mit Wasserloch. Der verantwortliche Ranger Willem heißt uns willkommen und zeigt uns unsere Unterkunft. Wir bekommen die Nr.5 ganz am linken Rand. Wir können direkt vor der Hütte parken, was sehr praktisch ist, da wir so alles im Auto lassen können, und jederzeit holen können, was wir benötigen. Die Ausstattung der Hütte lässt keinerlei Wünsche offen. Allerdings ist das Wasser extrem seifig.
Willem macht uns dann noch auf eine Gruppe Löwinnen aufmerksam, die am Horizont unter einem Busch liegen.
Ich hänge erst einmal die Hängematte auf der Veranda auf und genieße den Ausblick. Kurz vor Sonnenuntergang erscheinen 2 Schakalpaare am Wasserloch. Leider geht die Sonne hinter den Hütten unter, so dass man den Sonnenuntergang selbst von der Veranda nicht beobachten kann.
Kaum ist die Sonne untergegangen und es zum fotografieren zu dunkel, erscheinen die Löwinnen am Wasserloch. Sie löschen Ihren Durst und brechen dann in Richtung Auob zur Jagd auf.
Zum Abendessen grille ich zwei T-Bone Steaks und brate dazu Pilze und Zwiebeln. Immer wieder eine Offenbarung, wie gut das Rindfleisch im südlichen Afrika schmeckt.
Als es dunkel ist schalten wir die Beleuchtung am Wasserloch ein. Wir hören die Schakale heulen und sehen auch immer wieder Schakale und Hyänen am Wasserloch.
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200925. Feb. 2019 ·
Hallo Matthias,
vielen Dank für den schnellen Input, den ich auch gleich in den Reisebericht aufgenommen habe.
Es ist mir allerdings schon ein wenig peinlich, in welchem Zustand du den Bericht gelesen hast. Da müssen zu dem Zeitpunkt noch etliche Rechtschreibfehler drin gewesen sein und die Formulierungen waren an manchen stellen auch noch nicht rund.
Da Du zu den Raubadlern und den Siedelwebern nix geschrieben hast, habe ich Die anscheinend richtig bestimmt. Ich befinde mich bei Vögeln derzeit noch in einer Phase, wo ich mich über jedes richtig bestimmte Exemplar freue.
Eulenmuckel2’120 Beiträge · seit 200625. Feb. 2019 ·
Hallo Thomas,
bei dem Raubadler liegst du richtig. Bei den Siedelwebern muss ich dich enttäuschen. Die beiden Vögel auf dem Ast sind Mahaliweber (White-browed Sparrow-Weaver).
Gleich am ersten Nachmittag im KTP Löwen zu sehen, macht zufrieden. Der Park ist einfach zuverlässig.
Warum habt ihr euch in Kiliekrankie eingemietet, obwohl ihr doch sämtliches Camping-Equipment dabei habt? Da wäre die Rooiputs-Campsite doch auch eine Alternative gewesen.
Was für ein guter Start mit Sichtungsglück im KTP. Zwei Mal Löwen am Nachmittag ist ja sehr gut für den KTP. Kannst du wirklich die Beleuchtung am Wasserloch selber kontrollieren oder geht das nur von eurem Chalet, nicht aber von den andern in KK? Danke fürs Zeigen.
Da lese ich auch mal mit. Der Beginn im KTP ist gerade mal gut da wir in einem guten Monat auch da sind.
Topobär schrieb:Vor der Reise hatte ich in eine neue Kamera investiert. Ich bin meiner Vorliebe für Bridgekameras treu geblieben und habe mich für die Sony RX10iv entschieden. Dies auch aufgrund von Infos aus diesem Forum. Seit meinen analogen Zeiten hat mir das fotografieren nicht mehr so viel Spaß gemacht, wie mit dieser Kamera.
Für die nächste Reise habe ich mir auch eine Sony Bridgekamera gekauft (die DSC-HX400 ist aber ein paar Stufen günstiger 😎 ). Ich habe sie schon etwas mit Wasservögel bei uns auf dem Fluss getestet und es machte viel Spass.
franzicke2’085 Beiträge · seit 201226. Feb. 2019 ·
... das nenne ich mal einen gelungenen Auftakt - Löwen auf der ersten Runde und den ersten Abend im KTP in Kiliekrankie. Hat Willem was von der Puffotter gesagt, die da wohl jahrelang gerne mal vor dem Eingang vor sich hingepufft hat? Wir haben sie nicht gesehen, aber zu wissen, dass sie da ist, hat mich dann doch etwas verkrampfen lassen 😎 Viele Grüße mit viel Sonne Ingrid
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200928. Feb. 2019 ·
@Uwe: Vielen Dank für die Richtigstellung bei den Webern. Habe ich gleich im Bericht korrigiert. Eigentlich hatten wir für die Übernachtungen im KTP Rooiputs und Polentswa eingeplant. Die waren aber in dem Moment, wo die Buchungsmöglichkeit freigeschaltet wurde schon vergeben. In der Hochsaison zu den südafrikanischen Ferien scheint man diese Campsites nur mit Beziehungen zu bekommen. Da uns die südafrikanischen Restcamps nicht so zusagen und die Wilderness Camps hier im Forum immer hoch gelobt wurden, haben wir dann versucht, dort unterzukommen. Für zwei Nächte hat das geklappt. Eine Nacht mussten wir in einem Rastlager verbringen.
@Katrin: Ich vermute mal, dass der Schalter für das Wasserloch nur bei unserer Hütte installiert war, da wir vom Ranger ausdrücklich darum gebeten wurden, das Licht nach Einbruch der Dunkelheit einzuschalten und am nächsten Morgen wieder auszuschalten.
@Ingrid: Von einer Puffotter war bei uns nicht die Rede - leider.
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200901. März 2019 ·
4.Tag (Mo. 24.12.2018) Kgalagadi Transfrontier National Park (Kiliekrankie – Bitterpan) 214km
Wir stehen bereits um 5:00Uhr auf und starten bei Gate-Öffnung um 5:30Uhr. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen.
Unser erstes Ziel ist Kij Kij, denn wir hoffen, dass die Löwen noch vor Ort sind. Das ist zu unserem Glück auch der Fall und was wir dann erleben ist ganz großes Kino.
Inzwischen ist noch eine weitere Löwin hinzugekommen und die Tiere sind so früh am Morgen noch sehr aktiv. Es wird sich geputzt, geschmust und gespielt.
Plötzlich halten alle 4 Löwen inne und rennen in Richtung der Dünen. Dort ist ein anscheinend ziemlich verpeilter Leopard unterwegs, der erst im letzten Moment mitbekommt, wo er da hinein geraten ist und sich gerade noch auf einen Baum flüchten kann. Von dort schaut er ziemlich erstaunt aus der Wäsche, wo er da hinein geraten ist.
Allzu lange verweilen die Löwen nicht unter dem Baum, denn es scheint Ihnen klar zu sein, dass Sie die Gelegenheit den Leoparden zu erwischen, knapp verpasst haben. Kaum haben die Löwen das Feld geräumt, verlässt der Leopard den Baum und verkrümelt sich auf schnellstem Weg in die Dünen.
Die Löwen haben inzwischen Ihren Weg zum Wasserloch fortgesetzt und wir folgen Ihnen, um sie beim trinken zu beobachten.
Während die Löwen noch am trinken sind, taucht in Hintergrund eine Braune Hyäne auf. Im Gegensatz zum Leoparden ist die Hyäne sehr aufmerksam und checkt die Situation sofort. Noch ehe die Löwen auf sie aufmerksam werden, tritt sie im gestreckten Galopp den Rückzug an.
Eine Weile bleiben wir noch und machen uns dann auf den Weg nach Norden, zum Rastlager Nossob.
Beim Wasserloch Kransbrak liegt ein Oryx-Kadaver an dem sich mindestens 10 Schakale und eine Tüpfelhyäne bedienen. Vom Jäger keine Spur. Wie es bei Hyänen oft zu beobachten ist, legt sich das Tier nach der Mahlzeit zum Verdauen ins Wasser.
Weiter geht es durch das Nossobtal. Inzwischen ist es wieder sehr heiß geworden und die Tiere ziehen sich in den Schatten der Bäume zurück.
Am Picknickplatz Dikbaardskolk machen wir eine ausgedehnte Pause zum Brunch. Erstmals auf dieser Reise kommt unsere Markise zum Einsatz. Ohne das gute Stück hätten wir hier in der prallen Sonne gar keine Pause machen können.
Bei Kaspersdraai liegt ein kleines Löwenrudel in den Büschen direkt beim Wasserloch. Wir stellen fest, dass viele Wasserlöcher von Raubtieren besetzt sind, was für deren Beutetiere ein hartes Los ist. Sie stehen vor der Alternative zu verdursten oder einen der Ihren zu Opfern, aber vielleicht ist das auch eine zu menschliche Sichtweise der natürlichen Vorgänge.
In Marie se draai liegt eine Braune Hyäne mitten im Wasserloch und bleibt dort auch liegen, als wir nur wenige Meter daneben unseren Wagen parken. Wir hätten dieses nachtaktive Tier hier niemals in der Mittagszeit erwartet. Nach ein paar Minuten verlässt sie das Wasserloch und verzieht sich in einen Busch direkt neben der Piste. Wären wir erst jetzt hier angekommen, hätten wir sie niemals entdeckt. Mal wieder fragen wir uns, an wie vielen Tieren man wohl vorbei fährt, ohne sie zu entdecken.
Im nassen Zustand ist so eine Braune Hyäne ein ganz schön mageres Tierchen.
In Nossob erhalten wir den Schlüssel für den Hinterausgang aus dem Rastlager, denn hier beginnt die Piste nach Bitterpan. Nur mit gültiger Reservierung darf man diese Piste fahren, weshalb das Gate für die Allgemeinheit verschlossen ist. Der Weg nach Bitterpan ist eine schmale Sandpiste, auf der einem zum Glück niemand entgegen kommen kann, da Einbahnstraße. Der Sand ist außer bei den Dünenauffahrten recht fest und hat zum Teil Wellblech gebildet. Bei den steileren Dünenauffahrten haben sich häufig tiefe Löcher gebildet, die für starke Verschränkungen sorgen und den Wagen ordentlich zum Schaukeln bringen. Ich versuche so sanft wie möglich den LandCruiser über die Strecke zu bringen, was bei einigen besonders langen oder steilen Anstigen dafür sorgt, dass ich ein zweites Mal Anlauf nehmen muss. Letztendlich kommt unser Trekker aber überall gut hoch. Für die 54km von Nossob bis Bitterpan brauchen wir deshalb über 2 Stunden.
Die Tierwelt hält sich im Kgalagadi Transfrontier National Park in erster Linie in den beiden Flussbetten auf, weshalb es auf der Zufahrt nach Bitterpan nur wenig zu sehen gibt. Umso erstaunter sind wir, als Kathrin in der Nähe des Wasserlochs Klein Stofpan Löwen im hohen Grans und unter dichten Büschen entdeckt. Wie Sie das gemacht hat ist mir ein Rätsel. Selbst als ich angehalten habe, brauche ich eine Weile bis ich sie gefunden habe. Wir fragen uns wovon die hier leben, denn die Wasserlöcher auf der Zufahrt nach Bitterpan sind alle außer Betrieb und wir haben auch keinerlei potentielle Beute in der weiteren Umgebung entdecken können.
Unterwegs quittiert dann plötzlich das GPS seinen Dienst. Mit einem Mal ist der Bildschirm schwarz und lässt sich auch nicht wieder zum Leben erwecken. Hitzekollaps durch die Lage hinter der Windschutzscheibe in der prallen Sonne? Ist zum Glück nicht so ein großes Problem, denn ich hatte mir vor der Reise die Karten von Maps.me auf mein Smartphone geladen. Die Karten dieser App sind fast so detailliert, wie T4A. Wir hoffen aber trotzdem, dass sich das Navi über Nacht berappelt und morgen wieder zur Verfügung steht.
Gegen 16:00Uhr kommen wir im Wilderness Camp Bitterpan an, welches an der gleichnamigen Pfanne liegt. Das Camp ist das mit Abstand am einsamsten gelegene Wilderness Camp im KTP. Wir bekommen die äußere Unterkunft im Westen (links außen vom Parkplatz betrachtet). Die Wohneinheit ist sehr klein und nicht mehr als eine Einhausung der beiden Betten. Jede Unterkunft hat ein eigenes Badezimmer in einer separaten Hütte gegenüber des Schlafbereichs. Das Badezimmer ist wesentlich großzügiger gestaltet, als der Schlafbereich und lässt keinerlei Wünsche offen. Vor dem Schlafbereich befindet sich eine kleine Veranda mit zwei Stühlen und darunter ein umzäunter „Vorgarten“ mit einem Grill. Leider ist die Veranda so ausgerichtet, dass sie am Nachmittag in der prallen Sonne liegt und deshalb nicht nutzbar ist. Der einzige Ort an dem man sich aufhalten kann, bis es gegen Abend kühler wird, ist auf dem Bett.
Bei dem "Turm" handelt es sich leider nicht um einen Aussichtsturm, sondern um die Einhausung des Wassertanks.
Hinsichtlich kochen und essen ist die Einrichtung des Camps wirklich absurd. Es gibt nur eine Gemeinschaftsküche. Dort steht zwar für jede Wohneinheit ein Kühlschrank zur Verfügung, aber die meisten anderen Kücheneinrichtungen, wie z.B. Herd und Spüle sind nur doppelt vorhanden. Wenn es dann 4 unterschiedliche Parteien im Camp sind und alle gleichzeitig nach Sonnenuntergang (heute nicht sehr spektakulär) mit dem Kochen beginnen, wird das ganz schön unübersichtlich. Im Gegensatz zu den Herden befinden sich die Braais bei den Unterkünften, wo es aber wiederum keine Tische gibt. Der einzige Tisch ist sowieso der große Tisch in der Gemeinschaftsküche, wobei sich die Frage stellt, wer bei diesem Wetter drin essen will. Man gut, dass wir einen Campingtisch haben, den ich auf der Veranda aufstellen kann. Gleichzeitig kochen und grillen geht aber nicht, so dass ich erst die Beilage koche und mich dann um die Lammkoteletts auf dem Grill kümmere.
Auch hier gibt es ein Wasserloch, welches nachts beleuchtet ist. Tagsüber war hier gar nichts los. Nach Einbruch der Dunkelheit sehen wir ein einsames Oryx.
Nachdem die ersten Nachbarn zu Bett gegangen sind, zeigt sich auch, dass dieses Camp sehr hellhörig ist. Man hört jeden Schnarcher und Toilettengang der Nachbarn.
Während ich Kiliekrankie jederzeit wieder buchen würde, ist es bei Bitterpan gut, dieses Camp mit seiner einsamen Lage mal erlebt zu haben. Einmal reicht aber auch.
was für ein Start am Morgen! Wirklich ganz großes Kino!
Deine Beschreibung des Bitterpan-Camps ist perfekt 😄 So ist es ja nun schon seit Jahr und Tag, und obwohl die meisten Gäste unzufrieden sind, ändert sich wenig. Nur einen vierten Kühlschrank gibt es mittlerweile ... welch ein Fortschritt. Für uns war auch das Schlimmste die Enge und die Hellhörigkeit. Es gibt wirklich KEINERLEI Privatsphäre 😠 Da schläft man besser im Dachzelt. Trotzdem: die Fahrt zum Camp und dann weiter ins Auob-Tal fanden wir toll.
Topobär schrieb: Plötzlich halten alle 4 Löwen inne und rennen in Richtung der Dünen. Dort ist ein anscheinend ziemlich verpeilter Leopard unterwegs, der erst im letzten Moment mitbekommt, wo er da hinein geraten ist und sich gerade noch auf einen Baum flüchten kann. Von dort schaut er ziemlich erstaunt aus der Wäsche, wo er da hinein geraten ist.
Hallo Thomas
Was für eine Sichtung! Löwen und Leo auf einem Haufen 😎 Hammermässig!
Habt ihr die Leosichtung dem Kgalagadi Leopard Project gemeldet? Falls nicht würden sie sich sicherlich darüber freuen. Euer Leo sieht nach dem Männchen 'Natlafala' aus, welcher 2015 erstmals bei Union's End gesehen wurde und sich mittlerweile nach Süden bis Kij Kij vorgearbeitet hat... 🤩
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200904. März 2019 ·
@Klaudi: Da bin ich ja beruhigt, dass ich nicht allein mit meinem Eindruck bin. Hatte bei dem vielen Lob für die Wilderness Camps schon gedacht, mit meinem Feedback zu Bitterpan eine absolute Außenseiterposition zu vertreten. Ich gebe Dir auch recht, dass es allein die An- und Abreise von Bitterpan wert ist, dieses Camp zumindest einmal besucht zu haben. Auf jeden Fall haben mich die beiden Nächte in den Wilderness Camps neugierig auf die anderen gemacht. So gibt es also noch Ziele für die nächsten Besuche. Auch Kiliekrankie würde ich jederzeit wieder buchen.
@Stefanie: Kannst Du mir den Link zur Homepage des Kgalagadi Leopard Projects geben. Ich habe da über Google nichts finden können.
Deine Beschreibung von Bitterpan trifft exakt meine Befürchtungen zu diesem Camp, weshalb wir es bei unserer letzten u. kommenden Tour bewusst ausgelassen haben (zudem ist es schlicht unmöglich, dieses Camps sinnvoll in eine KTP-Route zu integrieren..)
Im Anbetracht deiner Beschreibung über den GPS Ausfall, möglich durch Überhitzung, überlegen wir uns ob es nutzen würde das gerät in den Kühlschrank oder Kühlbox zu legen und so (schnellere) Abhilfe zu schaffen für das problem.
(das pdf direkt zu verlinken, ging wohl wg. der Grösse nicht)
Soweit mir bekannt, handelte es sich um ein Forschungsprojekt, welches abgeschlossen ist?! Matthew Schurch ist laut seinem linkedIn Profil auch nicht mehr bei der Uni Cape Town angestellt. Vermutlich betreibt er die FB site hobbymässig weiter.
Hallo Thomas, zu Bitterpan gebe ich Dir uneingeschränkt Recht: Da ist der Weg das Ziel. Es ist zwar schon ein paar Jahre her, daß wir dort gewesen sind, aber es scheint sich ja nix geändert zu haben,. Freue mich weiter sehr an Deinem Bericht. Viele Grüße Friederike
Hier noch einige Infos zum 'Kgalagadi Leopard Project'. Die relevanten Seiten wurden bereits gepostet.
Das 'Kgalagadi Leopard Project' war von Beginn weg ein privates Projekt von Matthew Schurch und steht weder mit der University of Cape Town (UCT), wo er damals als Postdoc gearbeitet hat noch mit Sanparks in Verbindung. Die Homepage des Projekts war damals auf einer Seite der UCT zu finden und ist nicht mehr gültig, weil Matthew seit ca. 2 Jahren nicht mehr dort arbeitet. Es soll irgendwann mal eine neue Homepage entstehen. Dies hat aus Zeitgründen jedoch noch nicht geklappt.
Das Kgalagadi Leopard Project, welches er selbst als 'Citizen Science'-Projekt bezeichnet, läuft aber weiterhin und auch in Zukunft! Nur findet Matthew aufgrund seiner Arbeit aktuell nicht so viel Zeit dafür. 😉 Er ist jedoch sehr froh über die Zusendung aller Leoparden- und auch Geparden-Sichtungen (auch frühere), entweder via Facebook-Page oder E-Mail.
Und hier nochmals zusammenfassend die relevanten Links bzw. Adressen:
Topobär schrieb:4.Tag (Mo. 24.12.2018) Das Camp ist das mit Abstand am einsamsten gelegene Wilderness Camp im KTP. Wir bekommen die äußere Unterkunft im Westen (links außen vom Parkplatz betrachtet). Die Wohneinheit ist sehr klein und nicht mehr als eine Einhausung der beiden Betten. Jede Unterkunft hat ein eigenes Badezimmer in einer separaten Hütte gegenüber des Schlafbereichs. Das Badezimmer ist wesentlich großzügiger gestaltet, als der Schlafbereich und lässt keinerlei Wünsche offen. Vor dem Schlafbereich befindet sich eine kleine Veranda mit zwei Stühlen und darunter ein umzäunter „Vorgarten“ mit einem Grill. Leider ist die Veranda so ausgerichtet, dass sie am Nachmittag in der prallen Sonne liegt und deshalb nicht nutzbar ist. Der einzige Ort an dem man sich aufhalten kann, bis es gegen Abend kühler wird, ist auf dem Bett.
Hinsichtlich kochen und essen ist die Einrichtung des Camps wirklich absurd. Es gibt nur eine Gemeinschaftsküche. Dort steht zwar für jede Wohneinheit ein Kühlschrank zur Verfügung, aber die meisten anderen Kücheneinrichtungen, wie z.B. Herd und Spüle sind nur doppelt vorhanden. Wenn es dann 4 unterschiedliche Parteien im Camp sind und alle gleichzeitig nach Sonnenuntergang (heute nicht sehr spektakulär) mit dem Kochen beginnen, wird das ganz schön unübersichtlich. Im Gegensatz zu den Herden befinden sich die Braais bei den Unterkünften, wo es aber wiederum keine Tische gibt. Der einzige Tisch ist sowieso der große Tisch in der Gemeinschaftsküche, wobei sich die Frage stellt, wer bei diesem Wetter drin essen will. Man gut, dass wir einen Campingtisch haben, den ich auf der Veranda aufstellen kann. Gleichzeitig kochen und grillen geht aber nicht, so dass ich erst die Beilage koche und mich dann um die Lammkoteletts auf dem Grill kümmere.
Auch hier gibt es ein Wasserloch, welches nachts beleuchtet ist. Tagsüber war hier gar nichts los. Nach Einbruch der Dunkelheit sehen wir ein einsames Oryx.
Nachdem die ersten Nachbarn zu Bett gegangen sind, zeigt sich auch, dass dieses Camp sehr hellhörig ist. Man hört jeden Schnarcher und Toilettengang der Nachbarn.
Während ich Kiliekrankie jederzeit wieder buchen würde, ist es bei Bitterpan gut, dieses Camp mit seiner einsamen Lage mal erlebt zu haben. Einmal reicht aber auch.
Das Bitterpan Wildernis Camp war ursprünglich ganz anders. Es war ein Stelzenbau mit vier kleinen Schlafräumen, zwei links und zwei rechts vom zentralen Gemeinschaftsraum in dem es zwei Kochherde und zwei Kühlschränke (Gas) und zwei Spülen mit fliessend kalt und warm -welch ein Luxus damals- Wasser gab. Die elektrische spärliche Beleuchtung funktionierte mit Solarenergie. Die Pan war nachts nicht beleuchtet.
Vor dem Gemeinschaftsraum mit grossem Komunaltisch gingen zwei Stufen runter an einen Braaiplatz mit Sicht auf die kleine Pan, es gab auch Stühle und diverse Grillroste. Hier grillte man zusammen mit den anderen Gästen sein Flesich und kochte oben die Beilagen und man konnte gleichzeitig viele interessante Gespräche führen. Die Frauen hantierten gemeinsam in der Küche und spülten sogar im selben Sud das Geschirr um Wasser zu sparen. Die Zimmerchen mit sehr komfortablen Betten und sauberer Wäsche waren nur zum schlafen da, der kleine Balkon davor grad gross genug um morgens im Pijama stehend nach Tieren Ausschau zu halten auf der trockenen kleinen Pan oder den Vögeln zu lauschen. Das Badezimmer über den Gang, also nicht en-suite, aber trotzdem eines pro Zimmer fanden wir wunderbar mit fliessend warmem Wasser. Das war vor 13 Jahren.
Ich kann mir nicht vorstellen wem die Schnapsidee der privaten eingezäunten Gärten mit individuellen Braaistellen zu verdanken ist, denn die Zimmerchen waren wirklich nur zum schlafen gedacht, nicht als Aufenthaltsräume, geschweige denn als Ort wo jeder Bewohner draussen vor seinem Schlag und so nah an den anderen Zimmer braait und sich unterhält bis in die späten Stunden währenddem der Nachbar nebenan schlafen möchte. Komplett unsinnig. Wurde das vom KTP Publikum verlangt? Private braai Stellen? Ein Kühlschrank pro Zimmer?
Ich habe eine wunderbare Erinnerung an Bitterpan und die Leute die gleichzeitig wie wir dort untergebracht waren. Klar hörten wir auch den Nachbar schnarchen.....