Sofern Interesse besteht, möchte ich euch an dieser Stelle gerne von unserer letzten Reise ins südliche Afrika im August 2025 berichten. Ich selbst habe dem Forum und den hier regelmäßig veröffentlichten Reiseberichten so viel Informationen und Vorfreude entnommen, dass ich gerne dazu beitragen möchte, dass es auch weiterhin so bleibt.
Ich werde den Bericht parallel auch im “Nachbarforum” veröffentlichen, da ich auch von dort viele Infos gezogen habe - also bitte nicht wundern
Wir sind eine Familie aus dem Süden Bayerns mit zwei kleinen Kindern (aktuell 2 u. 4 Jahre alt), schwer mit dem Afrikavirus infiziert und daher zum Leidwesen von Geldbeutel und CO2-Fußabdruck regelmäßig im (südlichen) Afrika unterwegs. Auch die Kinder sind bereits hinreichend reiseerfahren (für K1 war es die 3. Reise ins südliche Afrika - in Summe hat er somit mehr als ein halbes Jahr seiner 4,5 Lebensjahre auf Reisen hier verbracht - auch hierzu gibts natürlich Reiseberichte (s. Signatur)).
Vorgeschichte
Eigentlich hatten wir nach unserer dreimonatigen Reise 2024 beschlossen, Südafrika erst einmal wieder den Rücken zuzudrehen und uns der unendlich langen Liste anderer attraktiver Reiseziele zuzuwenden und vielleicht auch mal in Europa zu bleiben. Wir mussten dreieinhalb Wochen Kita- bzw. Kindergarten-Schließzeiten überbrücken, so dass alles andere als ein längerer Urlaub in dieser Zeit eine Verschwendung von Urlaubstagen gewesen wäre.
Wir konnten uns längere Zeit nicht auf ein Ziel einigen und haben immer wieder verschiedene Optionen geprüft, aber so zu 100% gepasst hat es nirgendwo. Bei vielen anderen Zielen hätte man sich erst umfangreich einlesen (und die dafür nötigen Quellen finden) müssen, oder mit weniger Vorausplanung buchen müssen. Zudem erscheinen im Fall von Fernreisen Flüge nach Asien oder Amerika hinsichtlich der Flugzeiten immer deutlich unattraktiver (auch wenn das natürlich an der Zeitverschiebung liegt). Eigentlich wollten wir dann einen langen Roadtrip durch Schweden und Finnland mit dem eigenen Fahrzeug mit dem Ziel Wandern & Wildlife machen - bis wir zum ersten Mal die Kilometer zusammengerechnet hatten..
Da das Jahr 2025 immer weiter vorrückte, keimte irgendwann dann doch wieder der Gedanke, warum nicht einfach nochmal Südafrika? Tiere kann man nie genug sehen, wir kennen uns aus und wissen, wo wir welche Infos bekommen und es gibt noch genug weiße Flecken auf unserer Landkarte.
Aufgrund der Jahreszeit und dem Wunsch nach Tieren war klar, dass nur der Osten Südafrikas in Betracht kommen würde. Ein erster Blick bei Sanparks zeigte, dass es je nach Region zumindest ein gewisses Maß an Verfügbarkeiten im Kruger NP geben sollte. Da wir hinreichend Erfahrungen in Sachen Game Drives mit kleinen Kindern hatten, gingen wir davon aus, dass es auch mit geringfügig älteren Kindern gleichermaßen entspannt klappen sollte - wie gut es tatsächlich geklappt hatte, werdet ihr sehen.
Aufgrund sehr positiver Berichte hatten wir zunächst überlegt, erstmals in unserem Leben ein Wohnmobil zu mieten. Preislich wäre dies insgesamt wohl ähnlich teuer gekommen wie ein günstiges Mietauto und feste Unterkünfte. Leider waren die Angaben der Vermieter über Heizmöglichkeiten sehr vage und widersprüchlich, so dass wir uns aus Angst vor tagelanger Eiseskälte im Winter wieder einmal gegen ein Wohnmobil entschieden. [Einschub: rückblickend wäre es in Bezug auf das Wetter wohl überhaupt kein Problem gewesen, zu “campen” - aber so etwas weiß man natürlich vorher nie].
Flüge
Das größte Problem in der europäischen Hauptferienzeit sind natürlich bezahlbare Flüge - vor allem wenn man davon vier braucht. Eine erste grobe Sichtung Anfang März war sehr abschreckend - unter 1500€ pP ohne Gepäck war nichts zu machen. Mit etwas mehr Flexibilität bei den Flugtagen war hier jedoch durchaus noch Potential nach unten. Die Differenzen waren teilweise enorm und auf den ersten Blick nicht immer nachvollziehbar (z.B. Flug am Sonntag halb so teuer wie am Freitag oder umgekehrt). Klar war, dass Condor das mit Abstand beste Verhältnis von Flugzeit und Preis hatte. Wir klickten uns also durch alle sinnvollen Flugkombinationen durch, um die günstigste für eine mindestens dreiwöchige Reise im August zu finden - die als “machbar” erachtete Spanne war schließlich von 960€ pP bis 1100€ pP (jeweils ohne Gepäck u. Sitzplatzreservierung) bzw. 21 und 30 Nächten vor Ort. Nachdem arbeitgeberseitig keine Einwände kamen und damit die horrenden Flugpreise im Verhältnis zum Gesamtpreis nicht so sehr ins Gewicht fielen, wurde es schließlich der längstmögliche Zeitraum von 30 Nächten vor Ort bei einem finalen Flugpreis von 5.200€ (mit 4x Gepäck und Sitzplatzreservierung). Ein absurder Preis, den wir mit der Erkenntnis, dass Fernreisen in den Ferien nunmehr finanziell wohl nicht mehr jährlich darstellbar sein dürften, schluckten - zu groß war die Verlockung, wieder einmal eine verhältnismäßig lange Zeit in Südafrika verbringen zu können..
(Ich habe weiterhin regelmäßig die Preise geprüft - wenige Wochen vor Abflug wären die Flüge pP 250€ günstiger gewesen. Man hätte an diversen Terminen kurzfristig für unter 900€ inkl. Gepäck fliegen können. Da vermute ich aber eher, dass Condor sich bzgl. der Nachfrage etwas verkalkuliert hatte und würde mich wohl nicht trauen, so lange mit einer Buchung zu warten. Man sieht aber, dass es sich manchmal auszahlen kann, kurzfristig zu buchen).
Routenideen
Die weitere Planung war vom Grundsatz her einfach - eine klassische Runde über Kruger, durch eSwatini nach Kwazulu-Natal und über die Drakensberge. Das Ziel war, eine gute Mischung aus Wildlife u. Wandern zu haben, lange Fahrstrecken zu vermeiden und immer möglichst lange an einem Ort zu bleiben.
Im Detail erwiesen sich diese Vorgaben natürlich wieder als schwierig. Im Kruger NP lag dies bei genauerem Blick doch sehr eingeschränkten Verfügbarkeiten südlich von Letaba - vor allem wenn man vier Personen unterbringen muss. Eigentlich wären wir gerne noch weiter in den Norden des Krugers vorgestoßen und hätten in Summe mehr Zeit dort verbracht - dann wäre die Route aber in anderen Teilen wieder stressiger gewesen oder man hätte dort kürzen müssen. Eine “Kruger Total” Reise bleibt also weiterhin auf der Wunschliste. Auch ansonsten musste man immer wieder Kompromisse aus Aufenthaltsdauer und Entfernung finden. Es zeigte sich zudem, dass die Kinder, je älter sie werden, immer öfters bei den Übernachtungskosten (i.d.R. anteilig) mitzählten, zudem war ein deutlicher Preisanstieg bei Unterkünften von ca. 10-20% im Vergleich zu unseren letzten Reisen zu festzustellen. Die Zielmarke von <100€ pro Nacht war damit (auch ohne Berücksichtigung einzelner, nach oben hin ausschlagender Stops) nicht mehr haltbar.
Wenigstens machten wir beim Mietwagen ein Schäppchen. Die deutsche Hertz-Seite spuckte uns für einen Fortuner für 31 Tage einen Preis von 1300€ aus - d.h. nur ca. 40€ pro Tag. Eigentlich hatten wir mit einem Toyota Avanza geplant - aber bei solch einem Preis natürlich zum Fortuner gegriffen.
Nach einigem hin und her stand somit schlussendlich folgende Route fest:
Flug MUC - FRA - JNB
1 N Dinokeng Chameleon Bush Lodge
3 N Mageobaskloof Rondebossie Farm Retreat
3 N KNP Letaba EA3U
2 N KNP Skukuza BN3
3 N KNP Bijamiti NGC5
3 N eSwatini Mantenga Cultural Village Chalet
3 N HLI Mpila 5Bed Chalet
2 N Salt Rock AirBnB
3 N Himmeville Ripon Country Cottages
3 N Cathkin Park Highbourne Cottages
3 N Nambiti PGR Ndaka Lodge
1 N Heidelberg Tree Trust Farm Cottage
Flug JNB - FRA - MUC
Gepäck & Technik
Die weiteren Vorbereitungen waren routiniert, auch wenn wir angesichts der Jahreszeit erstmals “richtige” Wintersachen mitnehmen mussten. Welche Temperaturen uns tatsächlich erwarten würden und wie sie sich (v.a. in der Unterkunft) anfühlten, war eine der größten Unbekannten. Aufgrund unserer Reise im Mai/Juni mit einigen eklig kalten Unterkünften erwarteten wir das Schlimmste, zudem kamen Fahrten im offenen Fahrzeug in Nambiti. Zudem versuchten wir im Verhältnis zu den letzten Reisen Gepäck zu reduzieren, so dass einige Dinge von unserer Packliste flogen. Wir hätten es am Ende wohl mit drei Reisetaschen, 2 Handgepäck-Rucksäcken und Kraxe geschafft. Da wir aber bereits 4x Gepäck (aber nur 20Kg) gebucht hatten, lief es am Ende auf 4 Reisetaschen hinaus.
Ich möchte natürlich den Bericht auch wieder reichlich bebildern - daher vielleicht vorab ein paar Punkte zur Technik (es interessiert ja doch immer einige hier). Es gab keinerlei Neuerungen, lediglich das 14mm Objektiv sowie das Stativ blieben zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren daheim - so viele Möglichkeiten, es einzusetzen, habe ich im Vorfeld nicht gesehen (und es auf unserer Route auch nie vermisst). Auch auf einen Bean-Bag habe ich (erneut) verzichtet, da man mit Kindern ohnehin selten stundenlang an Sitzungen wartet und die primäre “Safari-Kombo” aus R7 und 100 - 400mm gut in der Hand zu halten ist. Dabei waren somit:
Canon 5D Mark IV
Canon R7
Tamron 24-70mm F2.8
Canon 70-200 F4 II
Canon 100-400 F5.6 II
Canon 1,4 Konverter III
Sony RX 100 VI
An der R7 war zu 99% der Zeit das Canon 100-400mm, die 5D wurde nahezu ausschließlich für Landschaftsfotos benutzt (im Kruger und HLI hätte ich sie wohl sinnvollerweise als Zweitkamera einsetzen sollen). Fotos unterwegs, auf Wanderungen und Landschaftsaufnahmen während Game Drives stammen primär von der RX100, alles garniert nochmals mit Handyphotos. Insgesamt zeigt sich, dass wenn man sich nicht zu 100% aufs Fotografieren fokussiert (was mit kleinen Kindern nunmal i.d.R. nicht möglich ist), die Zahl der gemachten Bilder mit den Jahren immer weiter sinkt - hinterher ärgert man sich dann aus fotografischer Sicht über verpasste Chancen..
Damit es nach all dem Text nun endlich auch mal losgehen kann, hier vorab ein paar Bilder als Teaser.
Ich hoffe, dass der Bericht, auch wenn er sich weitestgehend auf bekannten Pfaden bewegt, gleichwohl den ein oder anderen interessiert oder vom nassen Herbst ablenken kann. Nachdem ich die letzten Berichte sehr schnell schreiben musste (um vor diesem Urlaub fertig zu werden), wird es nun wohl etwas mehr Zeit brauchen, bis ich im Familien-Alltag mit dem Bericht voran komme - bitte also ggf. um etwas Geduld. Die Bilder sind zumindest schon einmal vorsortiert und der geneigte Leser hiermit hoffentlich angefixt