7 Wochen in der Regenzeit !? (Nam/BOT 2018/2019)

Reisebericht 375 Antworten · 88,6k Aufrufe · gestartet 14. Feb. 2019 von Topobär
8'684 Beiträge · seit 201024. Apr. 2019 · #161
Topobär schrieb:Moin,

da ich die Osterferien wie jedes Jahr mit meiner Kinder- und Jugendklettergruppe in Südfrankreich verbracht habe, war länger Sendepause. Jetzt bin ich zurück und hoffe in Kürze das nächste Kapitel hochladen zu können.
Witzig - gestern Abend dachte ich noch: wo steckt eigentlich Topobär??? 😐 😄 Und vermutlich hätte ich heute mal nachgefragt... 😗

Freu mich schon auf weitere Lektüre!
LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200924. Apr. 2019 · #162
20.Tag (Mi. 09.01.2019)
Tagesausflug Puros
126km


Tag20Satellit.JPG


Beim Frühstück werden wir ausgezeichnet von einem Toko unterhalten. Er ist ein richtiges Model und die ganze Zeit am posieren. So ist es einfach Vögel zu fotografieren.

338Toko.jpg

339TokoPortrait.jpg


Der Puros-Canyon zeigt sich wieder einmal als fruchtbare Oase in Mitten der Wüste. Kaum sind wir im Canyon, fließ der Hoarusib als kleiner glasklarer Bach. Immer wieder kreuzt die Piste den Bach. Die Furten sind flach und einfach. Man sollte es allerdings tunlichst vermeiden, die Spuren zu verlassen, denn abseits davon gibt es viele Stellen mit Schwemmsand. Wenn das Auto da erst einmal drin festsitzt hat man schlechte Karten.

340Bach1.jpg

341Bach2.jpg


Gleich zu Beginn des Canyons treffen wir auf eine Herde Springböcke. Das war es dann aber auch schon für den Rest des Tages mit Wild.

342Springböcke.jpg


Dafür gibt es aber einiges an Vögeln zu sehen und zu fotografieren.

Waffenkibitz
343Waffenkibitz.jpg


Dreibandregenpfeiffer
344Dreibandregenpfeifer.jpg


Was wir dafür umso mehr sehen sind Rinder. Alle unbeaufsichtigt. Eine Einladung für jeden Löwen. Überhaupt haben wir im Nordwesten jede Menge unbeaufsichtigte Viehherden gesehen. Da ist es vorprogrammiert, dass sich die Löwen bedienen. Die Bequemlichkeit der Viehhalter hat einen großen Anteil am Mensch-Tier-Konflikt im Nordwesten Namibias. Das es auch anders geht zeigen die Massai in Kenia und Tansania. Da werden auch Rinder in Gebieten mit sehr großer Löwenpopulation gehalten. Die Herden werden jedoch permanent bewacht und nachts in einen gesicherten Kral getrieben.
Allerdings können wir uns in Deutschland wohl kaum mit erhobenem Zeigefinger über die Zustände in Namibia beschweren, denn bei uns sieht es nicht viel anders aus. Auch bei uns stehen nachts jede Menge Tiere unbeaufsichtigt auf den Weiden und wenn sich die Wölfe bedienen ist die Schreierei groß. Auch für uns in Deutschland finden sich Vorbilder, wie man es besser machen kann. In Rumänien gibt es erheblich mehr Raubtiere und auch mehr Nutztierherden. Dort werden aber die Herden auch heute noch bewacht. Meist durch Herdenschutzhunde.
Sorry für den Exkurs, aber dass musste mal gesagt werden. Wenn mich Dinge ärgern, muss ich sie loswerden.

Weiter geht’s im Hoarusib. So stark wie der Hoarusib fließt, gehe ich davon aus, das uns die Felsenengstelle der Dubis-Pforte durchaus vor ernsthafte Probleme stellen kann. Als wir das letzte Mal hier waren, war der Wasserstand in der Engstelle bereits grenzwertig und da floss der Hoarusib längst nicht so stark. Vor Ort stellen wir jedoch fest, das sich die Verhältnisse grundlegend verändert haben. Die Furt ist so flach, dass nur die Reifen nass werden.

345Hoarusib.jpg

346EngstelleHoarusib.jpg


Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Hoarusib gehören die Clay Castles. Bislang dachte ich immer, die Clay Castles würden alle im Skelettküsten Nationalpark liegen und wären somit für uns nicht erreichbar. Von Cruiser bekam ich diesmal jedoch die Koordinaten eines Clay Castles, welches außerhalb des Nationalparks liegt und gut erreichbar ist. Das ist unser nächstes Ziel. Das Clay Castle ist dann deutlich größer als erwartet. Ich frage mich, welcher geologische Vorgang sich hinter der Entstehung verbirgt?

347ClayCastle.jpg

348PanoramaClayCastle.jpg


Danach biegen wie unterhalb des Schoemann Camp nach Norden ab und fahren parallel zur Nationalparkgrenze durch beeindruckende Wüstenlandschaften. Leider ist es sehr diesig geworden was der Umgebung ziemlich die Farben entzieht. Wie schön muss es hier erst bei strahlendem Sonnenschein sein.

349LCinWüste.jpg


Nach einiger Zeit erreichen wir die Abzweigung zu einem spektakulären Aussichtspunkt. Das beginnt schon mit der Auffahrt. Ohne L4 geht da gar nichts. Auf der Spitze des Berges angekommen öffnet sich ein 360° Panorama über den Skelettküsten Nationalpark und das angrenzende Kaokovelt. Die Abfahrt auf rutschigem Geröll bietet dann noch ein wenig Nervenkitzel.

350AuffahrtAussichtspunkt.jpg

351PanoramaSkelettküste.jpg

352PanoramaHinterland.jpg


Unser nächstes Ziel ist der Khumib. Dorthin führen laut t4A zwei Wege. Der westliche Weg überquert auf der Landkarte allerdings die Nationalparkgrenze. Ich habe keine Lust irgendwann vor einem „Durchfahrt verboten Schild“ zu stehen, weshalb wir uns für den östlichen Weg entscheiden. Wenn einer von Euch Informationen über die Befahrbarkeit der westlichen Strecke hat, wäre ich für diese Info sehr dankbar.

Wir kommen an der Felsformation „Hole in the Rock“ vorbei. Das Loch wirkt zunächst recht klein und zeigt seine wahre Größe erst mit Kathrin als Maßstab.

353Holeintherock.jpg

354HoleintherockmitKathrin.jpg


Nördlich des Khumib machen wir unter einer markanten Felswand Pause. Die Temperaturen sind angenehm und ich nutze die Gelegenheit, mir ein wenig die Füße zu vertreten.

355LCvorFelswand.jpg


Im Flussbett des Khumib geht es dann nach Osten bis wir auf die D3707 treffen.

Da haben wir heute eine sehr schöne Ecke des Kaokovelts für uns neu entdeckt. Als großer Wüstenfan habe ich die Strecken entlang der Nationalparkgrenze sehr genossen. Solch karge Landschaften faszinieren mich immer wieder aufs Neue.

Die Rückfahrt auf der D3707 ist dann sehr entspannt. Für Kaokovelt-Verhältnisse ist die Piste wirklich gut in Schuss und mit 50-60km/h cruisen wir locker zurück nach Puros.

Da die Distanz zwischen den Tankmöglichkeiten aufgrund unserer Streckenänderung erheblich länger geworden ist, beschließen wir in Puros außerplanmäßig nachzutanken. In T4A ist zwar eine Tankmöglichkeit eingezeichnet, aber die scheint es dort in der Realität nicht zu geben. Wir fahren deshalb einfach in den Man-U-Shop und erkundigen uns nach der Möglichkeit Diesel zu kaufen. Das läuft dann alles ganz easy. Kurze Zeit später ist der Sprit-Dealer bei uns und wir fahren zusammen zum Ortsrand, wo er in einem Holzverschlag den Treibstoff lagert. Wir tanken 20l nach, das sollte ausreichen. Der Preis für den Liter beträgt 20N$. Das ist ungefähr das gleiche, wie ich in Deutschland bezahle und angesichts der Umstände vollkommen in Ordnung.

356atankeninPuros.jpg


Den Rest des Tages verbringen wir auf der Campsite. Zwischendurch kommt eine große Ziegenherde vorbei und sorgt für Unterhaltung.

Als es zu dämmern beginnt starten wir das abendliche Standardprozedere:
Sundowner – Braai – Lagerfeuer – Gin Tonics – gute Nacht.
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zuletzt bearbeitet 07. Mai 2019
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200926. Apr. 2019 · #163
21.Tag (Do. 10.01.2019)
Puros – Etambura
104km


Tag21Satellit.JPG


Von unserem schönen Stellplatz können wir uns gar nicht losreißen und lassen uns deshalb reichlich Zeit. Ist aber auch kein Problem, denn die heutige Etappe ist recht kurz und die zu erwartenden Pistenverhältnisse moderat.

Erstes Ziel ist der Jan Joubert Kopje, welcher unweit des Campingplatzes am Rande des Flussbettes steht und einen schönen Überblick auf den südlichen Teil des weiten Hoarusib-Tals bietet.

357LCaufJanJoubertKopje.jpg

358AussichtJanJoubertKopje.jpg


Danach fahren wir die meiste Zeit direkt im Flussbett.

362MountHimbaSphinx.jpg


Außer einer größeren Gruppe Giraffen sehen wir keine Wildtiere. So wenige Sichtungen hatten wir im Hoarusib noch nie.

359GiraffenimHoarusib1.jpg

360GiraffenimHoarusib2.jpg

361GiraffeimHoarusib.jpg


Auch im nördlichen Teil des Hoarusib-Tals erhebt sich ein Hügel neben dem Flussbett, von dem aus man gut diesen Teil des Tals überblicken kann. Den Ausblick genießen wir jedes Mal aufs Neue, wenn wir vorbei kommen.

363LCaufAussichtspunkt.jpg

364AussichtHoarusib1.jpg

365AussichtHoarusib2.jpg

366PanoramaHoarusib1.jpg

367PanoramaHoarusib2.jpg


Bevor sich das weite Tal zum engen oberen Hoarusib-Canyon wandelt verlassen wir es und wechseln über den Pass am Mount Himba Sphinx zum Khumib. Von der Passhöhe hat man einen herrlichen Blick zurück zum Hoarusib.

368BlickzurückzumHoarusib.jpg


Entlang des Khumib fahren wir an vielen kleinen Himba-Kraals vorbei. Die meisten unbewohnt.

369Himbahütten.jpg

370BlickzumKhumib.jpg


Bevor wir auf die D3707 treffen machen wir Mittagspause.

371Pausenplatz.jpg


Kurz vor Orupembe verlassen wir die D3707 schon wieder. Unser Etappenziel ist bereits ausgeschildert.

Wenige Kilometer vor Ankunft in Etambura queren wir eine große rote Sandebene auf der sich Massen von Springböcken tummeln.

372EbenemitSpringböcken.jpg


Insgesamt war die heutige Strecke so einfach wie erwartet. Die größte Herausforderung war noch die steile Auffahrt nach Etambura.

Wir sind auf gut Glück und ohne Voranmeldung nach Etambura gefahren. Es war aber nur eine Hütte belegt, so dass es kein Problem war, spontan unterzukommen. Hätte das nicht geklappt, wäre es auch kein Drama gewesen, denn ganz in der Nähe befindet sich die Marble Campsite, die wir als Backup vorgesehen hatten.

Der Preis von 800N$ pro Hütte ist für das gebotene extrem günstig. Die abgeschiedene Lage und der tolle Ausblick sind für sich genommen diesen Preis schon wert.

Die Ausstattung der Hütten ist einfach, lässt aber keinerlei Wünsche offen. Allein dass es hier oben fließend Wasser und gut funktionierende Duschen gibt sehe ich schon als Luxus an, denn jeder Liter Wasser muss mit dem Auto auf den Berg geschafft werden.

Der Gemeinschaftsbereich ist sehr gemütlich und die davor liegende Sundowner-Plattform ein Traum. Einziger Kritikpunkt ist die Küche. Man kann einzig auf dem Feuer des Grillplatzes kochen. Wie das funktionieren soll, wenn mehrere Parteien gleichzeitig kochen ist mir ein Rätsel. Ein paar Gaskocher wären eine gute Investition. Ich war jedenfalls froh, dass unser Wagen gleich hinter dem Haus stand und ich für die Nudeln unseren Gaskocher nutzen konnte, denn das kleine Feuer unter dem Grillrost reichte gerade einmal für den Potje.

373InnenraumEtambura.jpg

374UnterkunftEtambura.jpg

375TerrasseEtambura1.jpg

376TerrasseEtambura2.jpg

377kochenaufEtambura.jpg


Von unseren französischen Mitbewohnern bekommen wir kaum etwas mit. Die machen sich nur kurz einen Salat und sind dann schon vor dem Sonnenuntergang verschwunden. Auch gut, denn so können wir den Sonnenuntergang ganz für uns alleine genießen. Dabei ist der Sonnenuntergang für sich gar nicht so spektakulär. Viel beeindruckender ist zu beobachten, wie sich der Himmel von orange zu rot zu blau und letztendlich zu schwarz verfärbt.

378SonnenuntergangEtambura.jpg

379PanoramaSonnenuntergangEtambura.jpg


Am Abend dann noch eine kurze Schrecksekunde als mir unvermutet ein Brillenglas aus der Brille fällt. Glücklicherweise habe ich Kunststoffgläser, so dass das Glas heile bleibt. Im ersten Moment denke ich, dass sich die Schraube an der Fassung gelockert hat, muss dann aber feststellen, dass das Gestell an dieser Stelle gebrochen ist. Da kauft man extra ein angeblich unzerstörbares Titangestell und dann so etwas. Wenigstens kann ich die Brille in einer Bastelstunde mit Tape reparieren. Sieht zwar scheiße aus, aber ich kann zumindest weiterhin scharf sehen. Verschwommen durch Afrika wäre echt ein Horrorszenario.

Meine Prothesen lassen mich auf dieser Reise ganz schön im Stich.
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zuletzt bearbeitet 07. Mai 2019
846 Beiträge · seit 201427. Apr. 2019 · #164
Hallo Thomas,

danke für den tollen Bericht und die schönen Bilder. Da könnte man gleich losfahren..... . Na ja, in gut zwei Wochen ist es bei uns ja auch soweit 🤩 . Wir haben auch den Landcruiser Bushcamper - und waren deshalb natürlich auch gespannt, was Du so erzählst und zeigst von ihm - und wir wandeln am Anfang auf euren Spuren im KTP. Wenn wir dort auch so viel Sichtungsglück haben, dann werden wir im siebten Himmel sein 😄 . Weiter geht es dann aber Richtung Botswana. Da werden wir euren Bericht wahrscheinlich nicht mehr mitbekommen. Schade eigentlich.
Aber dafür macht euer Namibia-Teil echt Lust auf mehr. Den könnten wir gerade so nachfahren - irgendwann einmal, wenn es bei uns das nächste Mal nach Afrika geht...... Schön vor allem, dass Du auch noch die Karte mit der gefahrenen Route einstellst, so kann man die Tour schön nachverfolgen. Nochmals Danke dafür.
Liebe Grüsse
Nina
Unsere neue Homepage: Unterwegs mit Nina und Hansi Namibia 2015: Don´t worry - Be happy Namibia 2016: Begegnungen - In den Norden von Namibia Botswana 2017: Botswana zu Land zu Wasser und in der Luft Südwesten der USA 2018: mit Jeep und Trailer unterwegs Botswana 2019: On the road again: Botswana 2019 Unsere neue Homepage: Unterwegs mit Nina und Hansi
2'097 Beiträge · seit 200628. Apr. 2019 · #165
Hallo Thomas,

ich möchte zwischendurch mal wieder Danke sagen für deinen Bericht. Wir verfolgen eure Fahrt durch den Nordwesten mit großem Interesse, da wir dort ja auch bald unterwegs sein werden. Die Vorfreude auf die Wüstenlandschaften wächst mit jedem deiner Kapitel.
Das mit dem defekten Batterierelais ist wirklich doof. Da hat man drei Batterien und ein Solarpanel an Bord und kann doch nicht sicher sein, dass der Wagen morgens anspringt. Schade, dass ihr eure Route deshalb ändern musstet. Wäre es eine Option gewesen, nur die Starterbatterie während jeder Nacht abzuklemmen?

Viele Grüße
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
4'528 Beiträge · seit 200728. Apr. 2019 · #166
Hallo Thomas,

auch ich sage gerne mal wieder Danke und denke sehnsüchtig an Etaambura zurück 🙂 🙂 🙂
Während an anderer Stelle über Kühlschränke und anderes gestritten wird (wir mögen Autos mit Kühlschränken)
finde ich hier (und in vielen anderen threads auch) das wieder, was ich am Forum so liebe.

Erfahrungen und Eindrücke aus Afrika, die Sehnsucht entfachen 😘 😘

Viele Grüße
Carsten
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200929. Apr. 2019 · #167
Moin,

vielen Dank für die Kommentare und Danke-Buttons.

@Nina:
Botswana kommt erst in der zweiten Hälfte unserer Reise. Das kannst Du dann ja vor dem Hintergrund Eurer Erlebnisse nach dem Urlaub lesen.

@Uwe:
Das mit dem Abklemmen der Starterbatterie hatten wir ja in Hoada versucht. Ergebnis war der Dauerton des Batteriewarners. Autoelektrik ist für mich aber auch ein Ding mit sieben Siegeln. Wenn es in diesem Bereich Probleme gibt bin ich immer übervorsichtig. Andere machen sich Sorgen wegen Wasser, Schlamm und Tiefsand. Meine größte Sorge ist, dass der Wagen nicht anspringt.

@Carsten:
Seit der letzten Reise mag ich Autos mit 2 Kühlschränken sogar noch lieber. 😎

Alles Gute
Thomas
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zuletzt bearbeitet 30. Apr. 2019
2'530 Beiträge · seit 201130. Apr. 2019 · #168
Etambura hört sich wirklich super an. Bin noch nie auf die Idee gekommen da mal ranzufahren. Werde es aber mal machen wenn wieder in der Gegend.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
796 Beiträge · seit 201530. Apr. 2019 · #169
Hallo Thomas,

es macht einen solchen Spaß deinem Bericht zu folgen. Es scheint sich eine Fangemeinschaft des nord-westlichen Namibias hier zu versammeln. Leider muss ich noch bis zum kommenden Jahr auf diese herrlichen Anblicke verzichten. Darf mich allerdings, auch Dank deines Berichtes, einer steigende Vorfreude auf Juli 2020 hingeben.
Mit großer Spannung auf den weiteren Bericht,
liebe Grüße
Markus
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
2'085 Beiträge · seit 201230. Apr. 2019 · #170
Hallo Thomas,
Seit der letzten Reise mag ich Autos mit 2 Kühlschränken sogar noch lieber. 😎
da bin ich ganz bei dir!

Und auch ansonsten bin ich sehr begeistert bei und mit euch unterwegs - da werden schönste Erinnerungen wach und insbesondere die letzte Etappe nach Etambura bringt mich ins Schwelgen. Für uns ging es von dort dann per Rumpeltour (weil wir uns trotz Navi ziemlich total verfahren haben) zurück nach Opuwo und dann nur noch auf normalen Straßen weiter. Umso gespannter bin ich jetzt auf die Fortsetzung eurer Tour.
Herzliche Grüße und ein herzliches Danke
Ingrid
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200930. Apr. 2019 · #171
Hallo Markus,

ich hoffe die Fangemeinde bleibt mir auch erhalten, wenn es in den Caprivi und nach Botswana geht.

Alles Gute
Thomas
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Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200930. Apr. 2019 · #172
22.Tag ( Fr. 11.01.2019)
Etambura – Epupa Falls
231km


Tag22Satellit.JPG


Heute steht uns eine lange und anspruchsvolle Etappe bevor. Wie anspruchsvoll ahnten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Deshalb sind wir auch schon bei Beginn der Dämmerung auf den Beinen, denn wir wollen nicht schon beim Frühstück hetzen. Wir essen wieder auf der Sundowner-Plattform, die auch zu dieser Tageszeit ihren Reiz hat. Traumhaft zu beobachten, wie die Sonne nach und nach das Tal unter uns erobert.

Um 8:00Uhr starten wir. Die Ebene südlich von Etambura ist noch immer voll mit Springböcken. Zu dieser Tageszeit sind die Temperaturen noch angenehm und die Tiere sehr agil. Überall in der Ferne sieht man kleine Punkte über die Ebene hüpfen.

Die ersten Kilometer sind größtenteils sehr einfach zu befahren. Hier entdecken wir auch einen der Steinmänner. Es ist die einzige dieser Skulpturen, die wir auf dieser Reise entdecken. Anscheinend sind wir zu blind. Tiere können wir auf jeden Fall besser.

380Schotter.jpg

381Steinmann.jpg


Immer wieder kommen wir an Himbasiedlungen vorbei. Die Region in der wir uns heute bewegen ist längst nicht so einsam, wie die meisten denken. Allerdings treffen wir nur ein einziges Auto.

382Hütten.jpg


Zwischendurch gibt es immer mal wieder etwas holprigere Passagen. Die Vegetation ist üppig. Hier muss es schon einigen Niederschlag gegeben haben.

383leichterPass.jpg

384Flaschenbaum.jpg


Bevor wir die D3703 erreichen gilt es noch einen Pass zu überwinden, der die erste ernsthafte Herausforderung des Tages ist. Um langsam genug fahren zu können wähle ich L4. Bei solchem Geläuf muss man sich Zeit lassen.

385mittlererPass1.jpg

386mittlererPass2.jpg

387mittlererPass3.jpg


Nach Erreichen der D3703 wird die Besiedelung noch dichter. Wir kommen an einer großen Wasserstelle vorbei. Es muss sogar reichlich Niederschlag gegeben haben. Wir sehen Himbagräber, die wie immer sehr gut gepflegt wirken.

388Wasserstelle.jpg

389Himbagräber.jpg


Bei Otjitanda gabelt sich der Weg. Nach Westen geht es zum gefürchteten van Zyls Pass und nach Osten in die Heartbreak Hills, was mir zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagte. Was dann auf den nächsten ca. 20km folgt steht dem van Zyls Pass in keiner Weise nach. Lediglich die Absturzgefahr fällt weg, da man fast die ganze Zeit in einer Art Hohlweg fährt. Es geht in einer Tour bergauf und bergab. Hat man in der Hoffnung auf Besserung eine Hügelkuppe erklommen, tut sich vor einem der nächste auf. Ich bin fast die ganze Zeit durchgehend in L4 unterwegs und bei einer besonders großen und steilen Felsstufe muss ich sogar alle Differenziale sperren, um dieses Hindernis zu überwinden. Wir kommen nur in Schrittgeschwindigkeit vorwärts; das ist mehr klettern als fahren. Ich bin aber immer wieder begeistert, wie souverän der LandCruiser die Strecke meistert. Der Schlüssel zum Erfolg sind 1,5bar Luftdruck, L4, 1.Gang und 1000-2000 U/min. Dazu natürlich Ruhe bewahren, sich Zeit lassen und die richtige Spurwahl.

390HeartbreakHill1.jpg

391HeartbreakHill2.jpg


Die Strecke ist auf jeden Fall eine Empfehlung für jeden 4x4 Enthusiasten. Wenn man die o.g. Grundsätze befolgt, sollte es auch kein Problem sein, den Wagen ohne Beschädigungen über diese Strecke zu bringen. Der Track in Kombination mit der abwechslungsreichen Landschaft lassen nie Langeweile aufkommen. Das wir auf einer offiziellen D-Straße unterwegs sind, ist in Anbetracht der Herausforderungen absurd.
Immer wieder sieht man auch Himbas. Deren Verhalten lässt darauf schließen, dass sie noch nicht groß mit dem Tourismus in Berührung gekommen sind.

Erst kurz vor Okangwati nehmen wir uns die Zeit für eine längere Pause, denn erst jetzt können wir sicher abschätzen Epupa Falls im Hellen zu erreichen. Für die 160km bis hierher lag unsere Durchschnittsgeschwindigkeit bei unter 20km/h.

392Pause.jpg


Die C43 von Okangwati nach Epupa Falls war super in Schuss. Nur bei einigen Revierquerungen musste ich mal unter 80km/h gehen.

In Epupa Falls ist richtig was los. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt. Wir hatten keinen speziellen Campingplatz vergeplant. Vielmehr wollten wir einen Stellplatz direkt am Fluss. Das stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Fündig werden wir auf der Omarungu Lodge. Dafür müssen wir uns mit dem ziemlich arroganten Auftreten des Managements rumärgern. Die wollen uns unseren Stellplatz erst nach Bezahlung nennen und wir wollen erst verbindlich buchen, wenn wir wissen, ob wir den Stellplatz direkt am Fluss bekommen. Letztendlich geht man doch auf unser Ansinnen ein. Keine Ahnung was solche Diskussionen bringen sollen, außer das man den Kunden verärgert. Von einem Bad im Pool nehmen wir Abstand, da er sehr verdreckt wirkt. Nachdem die Lodge jetzt von Gondvana übernommen wurde, wird sich hoffentlich einiges verbessern.

Wir installieren uns nur kurz auf unserem Platz und machen dann erst einmal einen Spaziergang zu den Fällen.

393EpupaFälle.jpg


Unglaublich und auch erschreckend, wie sich hier alles verändert hat. Als wir 1996 zu ersten Mal an den Epupafällen waren gab es nur ein einsames Militärcamp und die Community Campsite. Dazu eine Hand voll Himbahütten. Heute gibt es mindestens ein halbes Dutzend Lodges und ein Dorf mit mehreren hundert Hütten. Als neuste Veränderung springt das breite Band der D3700 ins Auge.

Als wir auf die Campsite zurückkommen setzt starker Wind ein.

394Campsite1.jpg

395Campsite2.jpg


Als wir zurück kommen sehe ich, dass der Außenwasserhahn am Bushcamper tropft. Der hat sich heute anscheinend durch die Rüttelei gelockert. Mit dem umfangreichen Bordwerkzeug ist das aber schnell repariert.

Leider war es nicht möglich in der Lodge zu Essen, so dass ich selbst koche.
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zuletzt bearbeitet 07. Mai 2019
8'684 Beiträge · seit 201030. Apr. 2019 · #173
Topobär schrieb:Hallo Markus,
ich hoffe die Fangemeinde bleibt mir auch erhalten, wenn es in den Caprivi und nach Botswana geht.
Alles Gute
Thomas
Aber sicher 🙂 ! Freu mich schon drauf - lese jetzt aber erstmal dein neues Kapitel (das für uns ja besonders spannend ist 😎 )!

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 30. Apr. 2019
4'984 Beiträge · seit 201630. Apr. 2019 · #174
Topobär schrieb:Hallo Markus,

ich hoffe die Fangemeinde bleibt mir auch erhalten, wenn es in den Caprivi und nach Botswana geht.

Alles Gute
Thomas
Da kommt dann eine weitere dazu! 😉
Gruß Gina
4'129 Beiträge · seit 200830. Apr. 2019 · #175
Hallo, Topobär,

nach und nach haben wir uns deinen schönen Reisebericht einverleibt und sind im Geiste mitgereist.
Es ist schon witzig, wenn man da in manchen Ecken jeden Stein kennt. Du weißt ja, wir lieben die Gegenden im Nordwesten und es ist angenehm, deinen unaufgeregten Zeilen zu folgen. Insbesondere auch, weil wir dieses Mal den Westen des Kaokoveld wegen technischer Probleme sicherheitshalber ausgelassen haben. 🙁
Das Stück D3703 östl. v. Otjitanda ist schon eine echte Überraschung* und es gibt nur wenig brauchbare Information über diesen Streckenabschnitt. Dann macht man es wie du (und wir): Mit Ruhe, hübsch langsam in der Untersetzung, dann schnüffelt der Cruiser das weg, ohne aufzusetzen. Wir sind damals von Osten gekommen und es war eine gute Übung für den Van Zyls...
Selbstverständlich folgen wir weiterhin deiner/eurer langen Reise. 🙂

Gruß von den lilytrotters

*
https://namibia-forum.ch/forum/7-routen/115194-nicht-zu-unterschaetzen-die-d3703-im-norden.html?start=6
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 30. Apr. 2019
839 Beiträge · seit 201401. Mai 2019 · #177
Hallo Thomas,

ich habe auch endlich wieder aufgeholt und bin euch durch bekannte und uns völlig unbekannte Gebiete gefolgt... Eine spannende und abwechslungsreiche Reise, vielen Dank, dass Du so ausführlich darüber berichtest! 🙂

Viele Grüße,
Nadja
2015 - 3 wunderbare Wochen im südlichen Namibia; 2016 - Krüger total - unsere Tour von Nord nach Süd; 2016 - KwaZulu-Natal - Ein Urlaub mit Höhen und Tiefen; 2017 - Zu viert durch die Karoo und Kap-Region; 2018 - Let's do it rustic - Kruger NP im April; 2018 - Winter in der Karoo - Frühling am Kap - Herbst 2018; 2018 - Unterwegs im Norden Namibias - Dezember 2018
1'312 Beiträge · seit 200601. Mai 2019 · #178
Hi Thomas,

Respekt vor deiner Ruhe, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Die Strecke sieht teilweise schon sehr anspruchsvoll aus!
Und ja, ich freue mich auch auf den Caprivi und Botswana erst recht!!!

LG Claudia
http://meine.flugstatistik.de/tk240 Meine Bilder auf flickr
1'796 Beiträge · seit 201402. Mai 2019 · #179
Hallo Thomas,

auch ich bin nun wieder auf dem aktuellen Stand in Deinem Reisebericht und freue mich an Euren Erlebnissen. Wir waren wenige Wochen später ja auf ziemlich exakt Euren Spuren im Nordwesten unterwegs.

Deine Bedenken hinsichtlich der "Küche" auf Etambura kann ich gut nachvollziehen - auch wir haben uns gefragt, wie das bei mehreren kleinen Gruppen funktionieren würde. Wir waren in der komfortablen Situation, dass außer uns keine weiteren Gäste da waren.

Die Steinmännchen zu finden ist in der Tat ziemlich schwierig - ich selbst hätte wahrscheinlich gar keine gefunden - Gerald hat fast alle, die wir gefunden haben, doch eher zufällig entdeckt.

Uwe und Matthias werden sich sicherlich sehr über Deinen Bericht zur D3703 "aufwärts" gefreut haben 😎

Mit dem Management der Omarunga Campsite hatten wir glücklicherweise nur wenig Berührungspunkte, können Deinen Eindruck dennoch bestätigen - Camper scheinen dort Gäste 2. Klasse zu sein. Dennoch fanden wir den Platz "netter" als das sehr volle und trubelige Areal der Epupa Falls Lodge.

An dieser Stelle ein Zwischendurch-Danke für den schönen und informativen Bericht, durch den ich - zumindest was den Nordwesten betrifft - einige Stationen unserer diesjährigen Reise noch einmal virtuell bereisen kann.

Ganz herzliche Grüße

Sabine
(die ebenfalls ein Fan von 2 Kühlschränken ist und sich selbstverständlich auch auf den Caprivi und Botswana freut B))
Kaoko BA Light //"Nix als Wüste" // Botswana Bush Adventure Light // Von Wilderness zum Addo NP // Karibuni Tansania // ... und das Beste kommt zum Schluss! // Ein 80ster Geburtstag // Neulinge auf Tour
4'129 Beiträge · seit 200802. Mai 2019 · #180
Ich kann das gar nicht verstehen, wie das sich dort so ändern kann, Schade.
Wir waren drei Mal in Omarunga, jedes Mal haben wir dort Dinner bestellen können, beim ersten Mal hatten wir dann noch einen sehr netten Abend an der Bar, wir durften unser Geräte dort einstöpseln und sogar deren Telefon benutzen...
Beim zweiten Mal konnten ebenfalls Dinner bestellen und die Bar war wieder das Zentrum des Abends...
Und beim letzten Mal durften wir den Pool und die Poolbar benutzen und uns wurde sogar etwas vom Grill angeboten... was wir aber gar nicht wollten, denn wir hatten unser Dinner zuvor schon im Restaurant gehabt. Man muss rechtzeitig anmelden und es geht immer dann, wenn sie genug haben.
Also, was hat sich da bloß geändert? Neues Management/Besitzer?

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2019