7 Wochen in der Regenzeit !? (Nam/BOT 2018/2019)

Reisebericht 375 Antworten · 88,7k Aufrufe · gestartet 14. Feb. 2019 von Topobär
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200902. Mai 2019 ·
Meine Vermutung ist, dass das Management zum Zeitpunkt unseres Besuches schon vom anstehenden Verkauf an Gondwana wusste. Wäre für mich zumindest eine schlüssige Erklärung für das Verhalten, zumal es ja früher anscheinend anders war. Dazu passt auch der verdreckte Pool, den wir zwar benutzen durften, aber nicht wollten. 🤢

Alles Gute
Thomas
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2’780 Beiträge · seit 200702. Mai 2019 ·
lilytrotter schrieb:Hallo, Topobär,

nach und nach haben wir uns deinen schönen Reisebericht einverleibt und sind im Geiste mitgereist.
Es ist schon witzig, wenn man da in manchen Ecken jeden Stein kennt. Du weißt ja, wir lieben die Gegenden im Nordwesten und es ist angenehm, deinen unaufgeregten Zeilen zu folgen. Insbesondere auch, weil wir dieses Mal den Westen des Kaokoveld wegen technischer Probleme sicherheitshalber ausgelassen haben. 🙁
Gruß von den lilytrotters

*
https://namibia-forum.ch/forum/7-routen/115194-nicht-zu-unterschaetzen-die-d3703-im-norden.html?start=6
Schön gesagt, auch ich reise geistig mit!
Uh lilytrotter das tut mir aber seeeehr leid zu hören dass auch ihr nicht bis hoch in den Westen gekommen seid.
lilytrotter schrieb:Das Stück D3703 östl. v. Otjitanda ist schon eine echte Überraschung* und es gibt nur wenig brauchbare Information über diesen Streckenabschnitt. Dann macht man es wie du (und wir): Mit Ruhe, hübsch langsam in der Untersetzung, dann schnüffelt der Cruiser das weg, ohne aufzusetzen. Wir sind damals von Osten gekommen und es war eine gute Übung für den Van Zyls...
Selbstverständlich folgen wir weiterhin deiner/eurer langen Reise. 🙂
Also die D3703 östlich von Otjitanda ist ja die Zufahrt für den Van Zyl und wurde somit eigentlich schon recht oft beschrieben und bebildert, oder steht mir jemand auf dem Schlauch?

Was jedoch nur wenig zu finden ist, ist die Strecke zwischen den beiden Querverbindungen also der kurze Abschnitt nördlich von Etanga bis Otjitanda. Dazu möchte ich Thomas ermuntern uns noch mehr zu zeigen und eventuell auch Angaben zu Km und Fahrzeit zu machen, interessiert mich sehr. 😘

Die Empfehlungen von topobär und lilytrotter was die konzentrierte Gelassenheit am Steuer und die extrem langsame Geschwindigkeit anbelangt möchte ich unterstreichen!, L4 ist vorhanden um eingeschaltet zu sein, ebenso die Differentialsperre damit kein Rad in der Luft durchdreht. Was ich aber nicht teile, und hier hoffe ich dass mir Thomas verzeiht das in seinem Bericht zu sagen, ist der angegebene (in meiner Erfahrung) zu niedrige Reifendruck. Mit solch einem schweren Fahrzeug auf solchen Steinen wäre meine Empfehlung nicht weniger als 2 bar damit die Seitenwände der Reifen keinen Schaden erleiden. Da gibt es scharfkantige Felsen und je nachdem in Schräglage ist die Belastung umso höher. 1.5 nehmen wir mit so einem schweren Fahrzeug im Tiefsand, zum Beispiel Sossusvlei oder Xade Zufahrt und auch nur dann wenn wir sicher sind dass es keine versteckten Wurzeln und Äste gibt .

Schade ist dass der Botswana Teil deines Berichts erst am Ende kommt und wir in einer Woche abfliegen und all deine wertvollen Tipps verpassen 🙁 Danke vielmal bis hierher!
Gruss Leona
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200902. Mai 2019 ·
Hallo Leona,

bis zu dieser Reise habe ich einen solch niedrigen Luftdruck auch nur im Tiefsand gewählt.

Als wir am Anfang der der Reise Adolf (Cruiser) besucht haben, drehte sich das Gespräch natürlich auch viel ums fahren im Gelände. Adolf ist mit seiner Erfahrung für mich dabei eine absolute Institution dessen Rat ich gerne annehme. Er sagte mir, dass er mit seinen LandCruisern im Gelände und auf Gravel grundsätzlich mit solch niedrigem Luftdruck unterwegs ist.

Eine höhere Belastung für die Flanken ist durch das größere Walken der Reifen durchaus gegeben. Die Flanken von hochwertigen Geländereifen (vor allem BFG und Cooper) sind aber so verstärkt, dass ihnen diese Mehrbelastung nichts ausmacht. Das Profil ist bei guten Geländereifen ja auch etwas um die Ecke gezogen, so dass auch bei niedrigem Luftdruck der entstehende Reifenwulst keinen Bodenkontakt hat. Selbst wenn für die Flanken ein geringfügig höheres Risiko besteht, wird dieses durch das verringerte Risiko für die Lauffläche überkompensiert. Während man mit der Flanke nur sehr selten spitze Gegenstände trifft, ist dies mit der Lauffläche permanent der Fall. Durch den geringen Luftdruck kann der Reifen bei punktueller Belastung besser nachgeben, wodurch das Risiko minimiert wird, dass die Lauffläche durchstoßen wird.
Adolf hatte ein anschauliches Beispiel um das Prinzip zu verdeutlichen. Nimm eine prall aufgepumpten und einen lasch aufgepumpten Luftballon. Drück einen spitzen Stein dagegen. Der prall aufgepumpte Luftballon platzt viel früher.
Niedriger Luftdruck bedeutet auch mehr Traktion. Auch das verringert Reifenschäden, denn bei durchdrehenden Reifen erhöht sich das Risiko von Beschädigungen.

Wie wichtig der Schutz der Lauffläche gegenüber dem Schutz der Flanken ist, ergibt sich für mich auch dadurch, dass wir bislang immer nur Platten durch Schäden in der Lauffläche hatten und noch nie durch Schäden in der Flanke.

Wir haben auf dieser Reise mit dem niedrigen Luftdruck sehr gute Erfahrungen gemacht. Auf über 10.000km hatten wir nur einen einzigen Platten. Die beste Quote, die wir bislang auf unseren Reisen hatten.

📎 216niedrigerLuftdruck.jpg

In einem früheren Kapitel hatte ich extra dieses Foto gepostet, um den Vorteil von niedrigem Luftdruck in felsigem Gelände zu verdeutlichen. Mit höherem Luftdruck würde der Reifen nur auf der Kante fahren. wenn da dann ein scharfer Stein liegt, besteht ein hohes Risiko, dass die Lauffläche an der Stelle beschädigt wird. Mit unserem niedrigen Luftdruck liegt die gesamte Lauffläche auf und die Belastung verteilt sich auf eine viel größere Fläche. Ingenieure könnten sicherlich auch die unterschiedlichen Belastungen pro cm² in solchen Situationen berechnen.

Alles Gute
Thomas
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zuletzt bearbeitet 02. Mai 2019
2’780 Beiträge · seit 200702. Mai 2019 ·
Hi Topobär,
wow, vielen Dank für deine sehr umfangreiche Antwort.

Der Reifen auf deinem Bild sieht natürlich sehr schön aus und zeigt wie man mit dem geringeren Druck eine grössere Auflagefläche erzielt. Aber das ist nicht mein/unser primärer Vorsatz; wir wollen hauptsächlich ohne Reifenschaden retour kommen und das gelang uns bis dato auf 14 von 15 Reisen mit Mietfahrzeugen in Afrika. Wir hatten nur ein Mal einen Platten. Mein Fehler dazu. Ich wendete in der Nähe von Nossob und streifte die Böschung wo die vom Grader abgeschnittenen Wurzeln am Rand heraus spriessen und prompt piekste eine ein Loch.

Mit unserem Motto niemals auf Geröll und Steinen unter 2 bar zu fahren sind wir auch hier in Argentinien und Südamerika generell auf Schotter und offroad immer gut gefahren. Mit unseren 4x4's fuhren wir weit über eine Million km, privat und mit Gästen, und hatten nicht einen einzigen Platten in 30 Jahren.

Leuten mit weniger Offroad-Erfahrung rate ich daher an die Luft nicht allzu weit abzulassen und den Druck sowieso nur an kalten Reifen zu messen und nicht mittags wenn sich die Luft im Reifen drinnen schon aufgewärmt hat und das Mess-Resultat verfälscht.

Wir hielten schon öfters an um anderen bei Pannen Hilfe zu leisten, immer war deren Reifendruck in unseren Augen zu niedrig. Aber oha: zuviel ist auch nicht gut!

Gute und pannenfreie pad wünsche ich euch allen!
Gruss Leona
1’166 Beiträge · seit 200802. Mai 2019 ·
Unser nächstes Ziel ist der Khumib. Dorthin führen laut t4A zwei Wege. Der westliche Weg überquert auf der Landkarte allerdings die Nationalparkgrenze. Ich habe keine Lust irgendwann vor einem „Durchfahrt verboten Schild“ zu stehen, weshalb wir uns für den östlichen Weg entscheiden. Wenn einer von Euch Informationen über die Befahrbarkeit der westlichen Strecke hat, wäre ich für diese Info sehr dankbar.
Hallo Thomas,

in 2016 haben wir diesen Weg gewählt. Nach ca. zwei Kilometern standen wir vor einem großen "STRICLY NO ENTRY"-Schild und machten kehrt.

Viele Grüße
Axel
Solo die zweite 04/19 - Namibia-Teil Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Botswana / Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Namibia Rastlos durchs Kaokoveld und Damaraland ... (2017) Stippvisite im Damaraland und Kaokoveld (2016)
546 Beiträge · seit 201402. Mai 2019 ·
Topobär schrieb:
Was wir dafür umso mehr sehen sind Rinder. Alle unbeaufsichtigt. Eine Einladung für jeden Löwen. Überhaupt haben wir im Nordwesten jede Menge unbeaufsichtigte Viehherden gesehen. Da ist es vorprogrammiert, dass sich die Löwen bedienen. Die Bequemlichkeit der Viehhalter hat einen großen Anteil am Mensch-Tier-Konflikt im Nordwesten Namibias. Das es auch anders geht zeigen die Massai in Kenia und Tansania. Da werden auch Rinder in Gebieten mit sehr großer Löwenpopulation gehalten. Die Herden werden jedoch permanent bewacht und nachts in einen gesicherten Kral getrieben.
Allerdings können wir uns in Deutschland wohl kaum mit erhobenem Zeigefinger über die Zustände in Namibia beschweren, denn bei uns sieht es nicht viel anders aus. Auch bei uns stehen nachts jede Menge Tiere unbeaufsichtigt auf den Weiden und wenn sich die Wölfe bedienen ist die Schreierei groß. Auch für uns in Deutschland finden sich Vorbilder, wie man es besser machen kann. In Rumänien gibt es erheblich mehr Raubtiere und auch mehr Nutztierherden. Dort werden aber die Herden auch heute noch bewacht. Meist durch Herdenschutzhunde.
Sorry für den Exkurs, aber dass musste mal gesagt werden. Wenn mich Dinge ärgern, muss ich sie loswerden.

Moin Thomas,

ich freue mich (als jemand, der hier eher selten Reiseberichte liest), dass ich über Deinen Reisebericht gestolpert bin, da Ihr einige Routenabschnitte gefahren seid, die wir im kommenden November auch (je nach Witterung/Niederschlag und wie wir uns so treiben lassen) in der Planung haben.




Zu Deinem Exkurs muss ich allerdings ein Statement abgeben (auch wenn das hier ein Reisebericht ist und kürzlich hier jemand schrieb, in Reiseberichten gäbe es nichts zu kommentieren), da es auch mir so geht, dass es raus muss, wenn ich mich über etwas ärgere:


Dein Vergleich zwischen Deutschland, Rumänien, Namibia und Kenia/Tansania in Bezug auf Nutztierhaltung beim Vorkommen von Raubtieren hinkt aus meiner Sicht leider gewaltig und es ist der klassische Vergleich von Äpfeln mit Birnen.

Die Tierhalter in Afrika und in Teilen auch in Südosteuropa betreiben häufig kleinste Subsistenzwirtschaften, die es den Familien gerade so ermöglichen zu überleben. Kleine Herden in Verbindung mit vielen Familienangehörigen ermöglichen sicherlich eine Tierhaltung, die auf 'Hirtentum' ausgelegt ist und dass somit konstant jemand unmittelbar bei den Tieren lebt. Da ist der Herdenschutz zum einen durch die bloße Anwesenheit schon relativ gut gegeben und hinzu kommt, dass die dortigen Raubtiere gelernt haben, dass der Mensch ein wehrhafter Gegner ist, dem man spätestens nach dem ersten schlechten Erlebnis aus dem Weg geht. Ein Massai wird bei der Bedrohung seiner Lebensgrundlage nicht lange fackeln, seinen Speer einzusetzen.

Im Gegensatz dazu hat der Wolf hier bei uns erheblich an Scheu vor dem Menschen verloren. Warum sollte er auch, denn er hat außer in die Hände klatschen und anderen Lautäußerungen nichts zu befürchten. Das Problem hier ist also in weiten Teilen, dass nicht nur der Mensch verlernt hat mit dem Wolf zu leben, sondern auch der Wolf verlernt hat, mit dem Menschen zu leben, die Nähe zum Menschen und seinen Siedlungen nicht mehr meidet.
Ich kann wohl behaupten, dass ich einen relativ guten Kontakt zu vielen Tierhaltern hier in Schleswig-Holstein habe. Insbesondere die Schafhalter sind hier ziemlich gekniffen und mit 'Schreierei, wenn sich die Wölfe bedienen' hat das herzlich wenig zu tun, wenn bei der morgendlichen Kontrolle wieder die ganze Herde verstört ist und Reste von gerissenen Tieren oder stark verletzte Tiere, die kurz vorm Verenden sind, herumliegen. Ich kenne Schafhalter, die mittlerweile aus psycischen Gründen Schwierigkeiten haben, morgens ihre Kontrollgänge zu machen, weil sie nie wissen, wann, wo und wie stark der Wolf wieder zuschlägt.

Ich hoffe, dass Du den Tierhaltern hierzulande einen 'ortsüblichen Lebensstandard' zugestehst, so dass die ganztägige Bewachung der Herde durch die Familie nicht zur Diskussion steht. Auch einen Kral (der ohne anwesenden Menschen auch nicht besonders viel bringt) hat nicht jeder Tierhalter auf jeder der verstreut liegenden Flächen … spätestens an diesem Punkt würde das deutsche Baurecht auch gelten und vermutlich gnadenlos zuschlagen.
Bei Schafhaltern, die überwiegend Deichschäferei betreiben (Küstenschutz, dazu komme ich gleich noch) reden wir über Herdengrößen von etwa 800 bis 1000 Mutterschafen (also zuzüglich der Lämmer, die geboren werden), die für ein halbwegs akzeptables Familieneinkommen erforderlich sind. Diese Anzahl Tiere wird natürlich nicht an einem Ort gehalten, sondern auf diversen Flächen in kleineren Teilherden, so dass naturgemäß nicht dauerhaft jemand vor Ort sein kann.

Bleiben die von Dir in Rumänien gesehenen Herdenschutzhunde.
Die Herdenschutzhunde lassen an ihre Flächen und Herden im Rahmen ihrer Möglichkeiten niemanden herankommen. Den Wolf nicht, fremde Menschen nicht und fremde Menschen mit Hunden schon mal gar nicht, da ist dann richtig Action, wie ich erleben durfte.
Wie soll das Deiner Ansicht nach funktionieren, wo doch in Deutschland der Hund des Menschen bester Freund ist, der vollwertiges Familienmitglied ist und sein Dasein nicht angekettet zur Bewachung von Haus und Hof fristet. Ich wohne ländlich und überschlage gerade im Kopf, wie viele Hundebesitzer Ihre tägliche Gassitour bei uns in der Landschaft machen. Das wären die ersten, die sich beschweren würden, wenn auf jeder Weide Herdenschutzhunde mitlaufen würden und jeglichen Publikumsverkehr verbellen würden.

Als Schleswig-Holsteiner muss ich in diesem Zusammenhang auch noch ein paar Gedanken zum Küstenschutz loswerden. Ca. ein Viertel unserer Landesfläche wird durch Deiche vor Überflutung geschützt. Die Deiche müssen zwingend durch Schafe beweidet werden, weil die Schafe durch ihr Fress- und Trittverhalten die Deiche verfestigen aber nicht schädigen. Nur dadurch können die Deiche ihre Schutzfunktion entfalten. Diese Deiche einzuzäunen ist schlicht nicht möglich, zumindest nicht von der Seeseite. Da diese Deiche und die Küste, an der sie naturgemäß liegen aber gleichzeitig touristische Hotspots sind, stehen wir spätestens dort vor dem Dilemma, dass sich Touristen, die Erholung suchen, nicht mit Einzäunungen nach 'Wolfstandard' und schon gar nicht mit Herdenschutzhunden vertragen.
Was machen wir also dort Deiner Meinung nach, denn wer eine Situation beklagt, muss auch Lösungsansätze liefern können.


Gruß und sorry für's OT
Henning
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200903. Mai 2019 ·
Hallo Henning,

da hast Du anscheinend meine Intention nicht richtig verstanden, oder ich habe mich unklar ausgedrückt. Mir ging es in erster Linie um den Vergleich zwischen der Situation im Nordwesten Namibias und in den Massai-Gebieten in Kenia und Tansania. Wo dies ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen sein soll ist mir nicht bewusst.

Den Exkurs nach Deutschland und Europa habe ich nur gemacht um zu verdeutlichen, dass es einfach ist den Finger gegenüber Anderen zu erheben, man aber vor der eigenen Haustür ebenfalls ungelöste Mensch-Tier Konflikte hat.

Aus diesem Grund möchte ich hier auch keine Diskussion über die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland lostreten. Darüber kann man seitenlang diskutieren. Darum ging es mir in diesem Beispiel auch nicht, sondern nur darum, dass wir auch vor der Haustür ungelöste Mensch-Tier Konflikte haben, obwohl andernorts Lösungen gefunden wurden. Das Lösungen immer auch Kompromisse beinhalten ist dabei für mich selbstverständlich.

Alles Gute
Thomas
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661 Beiträge · seit 201503. Mai 2019 ·
Hallo La Leòna
Bist du DIE La Leòna von Patagonien?? Viva Argentina!

Grüessli
Malbec
661 Beiträge · seit 201503. Mai 2019 ·
Hallo Topobär
Vielen Dank für deinen spannenden RB ich bin sehr gerne dabei.
Grüessli
Malbec
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200903. Mai 2019 ·
23.Tag (Sa. 12.01.2019)
Epupa Falls – Kunene River Lodge
92km


Tag23Satellit.JPG


Heute steht nur eine kurze Etappe an. Das passt nach dem gestrigen Tag sehr gut, auch wenn es gar nicht deshalb so geplant war, sondern weil wir die Kunene River Lodge so sehr mögen.

Nach dem Frühstück fahren wir als erstes zum Aussichtshügel oberhalb der Fälle. Eintritt 40N$ p.P.

Der Kunene führt aktuell viel Wasser, so dass neben dem Hauptfall in die Schlucht zahlreiche weitere Fälle zu sehen sind. Nur bei diesen Verhältnissen lohnt sich der Besuch des Aussichtshügels, dann aber ganz besonders.

396AussichtEpupafälle.jpg

397PanoramaEpupafälle.jpg


Dann starten wir auf die neu trassierte D3700. Für mich persönlich ist die neue Piste ein großer Verlust gegenüber der bisherigen 4x4-Strecke. Man kommt kaum noch ans Ufer und es finden sich so gut wie keine Pausenplätze mehr am Fluss. Früher ist man lange Passagen direkt durch die Palmenhaine am Wasser gefahren. Heute verläuft die Piste meist etwas mehr im Hinterland und weite Bereiche des Ufers sind eingezäunt.

Das diese Sichtweise sehr egoistisch ist, ist mir bewusst. Von der einheimischen Bevölkerung wird die neue Piste sehr begrüßt. Verbesserte Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung der Region.

Die Frage die sich mir stellt ist, ob man für eine 10m breite Piste unbedingt eine 30m breite Schneise durch die Landschaft fräsen musste, die sich wie eine große Wunde durch die Natur zieht. Etwas mehr Augenmaß wäre wünschenswert gewesen.

Wir haben Zeit und kehren für eine Erfrischung schon nach rund 30km ins neu errichtete Camp Cornie ein. Es handelt sich um eine sehr schön direkt am Ufer unter Palmen gelegene Campsite mit sehr guter Ausstattung. Wem der Rummel an den Fällen zu viel ist, der ist hier sicher gut aufgehoben. Wir haben uns den Platz auf jeden Fall schon einmal vorgemerkt.

399PauseamKunene.jpg


Wir lesen noch ein bisschen und machen uns dann wieder auf den Weg.

398Kunene1.jpg

400D3700.jpg

401Kunene2.jpg


Später wollen wir noch eine weitere Pause machen und finden nach langem Suchen auch einen schönen Schattenplatz am Ufer. Leider gibt es an dieser Stelle aber jede Menge nerviger Fliegen, so dass wir schon nach kurzer Zeit die Flucht ergreifen.

402KuneneUfer.jpg

403KathrinamKuneneufer.jpg


Für diejenigen, die sich die bisherige D3700 nicht zugetraut haben ist die Piste jetzt auf jeden Fall ein lohnendes Ziel, denn wenn man den vorherigen Zustand nicht kennt, bzw. ignoriert, ist es eine landschaftlich reizvolle Route.

Die Kunene River Lodge ist so schön wie eh und je. Eine grüne schattige Oase unter riesigen Bäumen direkt am Fluss. Von den Schäden der Überschwemmung in der letzten Regenzeit ist nichts mehr zu sehen. Was ich an dieser Lodge besonders schätze ist, dass die Campsites die beste Lage am Flussufer haben und die festen Unterkünfte in der 2.Reihe stehen. Bei den meisten Lodges ist es anders herum.

405Campsite1.jpg

406Campsite2.jpg


Wir haben viel Zeit auf der Campsite, aber es wird nie langweilig. Wir setzen uns ans Ufer zum lesen und beobachten die Tierwelt in der Umgebung. Schon bald taucht eine Gruppe Meerkatzen auf um zu checken, ob sich bei den neuen Besuchern etwas abstauben lässt. Dafür haben wir aber schon zu viel Erfahrung mit den kleinen Banditen und so müssen sie unverrichteter Dinge weiterziehen.

404Meerkatze.jpg


Später mache ich mich noch ein wenig auf die Pirsch nach Vögeln und Kleintieren. Ich entdecke zwar viel, kann aber kaum etwas auf den Chip bannen. In der dichten Vegetation der Kunene River Lodge sind fast immer Äste oder Blattwerk im Wege.

unbekannter Vogel männlicher Brillenweber (Dank an Matthias)
407Vogel-2.jpg


weiblicher Maskenweber ??? weiblicher Großer Goldweber (Dank an Matthias)
408weiblicherMaskenweber-2.jpg


Es war möglich, sich noch bei unserer Ankunft spontan zum Dinner anzumelden. Diese Gelegenheit haben wir natürlich gerne wahrgenommen und sind deshalb schon zum Sundowner auf der Restaurant-Terrasse. Es ist ein starker Wind aufgekommen, der erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder nachlässt.
In der Dunkelheit erleuchten starke Strahler den Fluss vor der Restaurant-Terrasse und so können wir zahlreiche Fledermäuse bei der Insektenjagd beobachten.
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zuletzt bearbeitet 07. Mai 2019
2’524 Beiträge · seit 200903. Mai 2019 ·
Hallo Thomas,

zunächst vielen Dank für die Streckenbeschreibung aus dem vorletzten Kapitel, das war für uns ein grosses Fragezeichen.

Dein unbekannter Vogel ist ein Spectacled Weaver Männchen.
Der darunter ist ein weiblicher Large Golden Weaver.

Ob die Fälle bei uns auch noch bissle Wasser führen?

Viele Grüße,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200903. Mai 2019 ·
Hallo Matthias,

vielen Dank für die Bestimmungshilfe. Hast Du auch die deutschen Namen, denn mein Bestimmungsbuch enthält leider nur die deutschen und lateinischen Namen.

Es freut mich, wenn Eure Fragezeichen hinsichtlich der Strecke jetzt kleiner geworden sind.

Ich war noch nie im Sommer in Afrika. Somit kann ich leider nichts zum Wasserstand des Kunene zu dieser Jahreszeit beitragen.

Alles Gute
Thomas
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2’780 Beiträge · seit 200703. Mai 2019 ·
KRL ist ein herrlicher Ort und wie du schreibst Thomas fühlt man sich dort als Camper Gast der 1. Klasse, eine Rarität, nicht nur wegen dem super layout, sondern generell unter den Unterkünften wo beide Nischen abgedeckt werden wollen: Lodge- und Camping Gäste.

Falls Matthias mal grad nicht verfügbar sein sollte zum übersetzen 😉 dann hilft vielleicht diese Datenbank mit Vogelnamen in vielen Sprachen weiter. https://avibase.bsc-eoc.org/species.jsp?lang=EN&avibaseid=E74225641FDCF503
Gruss Leona
2’524 Beiträge · seit 200903. Mai 2019 ·
Hallo Thomas,

einer hört auf den Namen Brillenweber, der andere auf Grosser Goldweber. Welcher wer ist, überlasse ich deiner Phantasie, oder deiner Englischkenntnisse. 😛 😄

Grüße, Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200907. Mai 2019 ·
Hallo Leona,

vielen Dank für den Link. Das ist eine sehr interessante Homepage.

Alles Gute
Thomas
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Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200907. Mai 2019 ·
24.Tag (So. 13.01.2019)
Kunene River Lodge – Opuwo
131km


Tag24Satellit.JPG


Die Nacht haben wir wieder einmal sehr gut geschlafen. Die hohen Temperaturen machen uns nichts mehr aus. Danach haben wir uns viel Zeit mit dem Frühstück gelassen, denn unsere heutige Etappe ist nur kurz. Trotzdem sind wir früh in Opuwo. Die Pisten sind in einem sehr guten Zustand, so dass wir weniger als 2h für die Strecke benötigen.

Nach 2 Wochen in der Wildnis gibt es viel zu erledigen. Großeinkauf, tanken und Bargeld ziehen. Außerdem bin ich auf der Suche nach einem Friseur, denn meine Kurzhaarfrisur übersteht keine 7 Wochen Urlaub und braucht zwischendurch mal ein Update.

ATM und Tanken sind schnell erledigt. Der Verbrauch von Palmwag bis nach Opuwo lag bei 16,5 Litern auf 100 Kilometer. Ich hätte mit mehr gerechnet.

In dem Einkaufszentrum beim OK Supermarket finde ich auch einen Friseur. Da in Afrika die Herrenfriseure sowieso alle mit Schermaschine arbeiten ist das für mich optimal und mit dem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden.

409Friseur.jpg


Der Fehler war dann, dass ich dachte es wäre eine gute Idee, sich bei der Gelegenheit auch gleich rasieren zu lassen. Die Rasur wurde jedoch ebenfalls mit der Schermaschine gemacht und ohne Aufsatz fühlte sich das an, als würde mir mit einer Drahtbürste das Gesicht gewaschen. Da hieß es ordentlich die Zähne zusammenbeißen.

Für den Großeinkauf wählten wir den neuen Superspar. Der Supermarkt hat eine sehr gute Auswahl, so dass man alles bekommt, was das Herz begehrt.

Opuwo hat sich auch seit unserem letzten Besuch weiter entwickelt und vergrößert. Noch immer zeigt sich die Stadt aber als Schmelztiegel der verschiedenen Völker Namibias. Für mich ist es die afrikanischste Stadt Namibias. Noch immer sieht man traditionell gekleidete Himbas im alltäglichen Straßenbild. Daneben aber auch viele Einheimische in aktueller westlicher Mode. Heute am Sonntag haben sich viele für den Kirchgang ganz besonders in Schale geschmissen. Wir kommen uns da in unseren Buschklamotten reichlich underdressed vor.

Auch die Schere zwischen arm und reich klafft hier weit auseinander. Vielen Einheimischen sieht man an, dass sie einen gewissen Wohlstand erlangt haben. Daneben sieht man aber auch viel Armut, was sich auch darin zeigt, dass man hier viel mehr angebettelt wird, als in anderen Städten des Landes.

Auch sehr viele Kinder sind am Betteln, bzw. wollen einem nicht benötigte Dienstleistungen, wie Autobewachung andienen. In diesem Zusammenhang fand ich es sehr interessant, dass mich auf dem Parkplatz des Superspar ein Schwarzer ansprach und mich bat, den Kindern auf gar keinen Fall irgendetwas zu geben. Ist für uns sowieso eine Selbstverständlichkeit, aber es ist gut zu sehen, dass die Problematik bettelnder Kindern inzwischen auch von der einheimischen Bevölkerung gesehen wird und die Erkenntnis gereift ist, dass Schulbildung wichtiger ist, als die Einkünfte durch Betteln.

Nachdem wir in der Stadt alles erledigt haben, fahren wir zur Opuwo Country Lodge. Die Campsite der Lodge ist unser üblicher Übernachtungsplatz, wenn wir in Opuwo sind. Die Campsite selbst ist nicht sehr schön und bietet nur wenig Schatten. Dafür sind die Sanitäranlagen aber sehr gut und man kann auch als Camper die gesamte Infrastruktur der Lodge mit nutzen.

410Campsite.jpg


Die Campingplatzkatze schein noch die Gleiche wie vor ein paar Jahren zu sein. Ein sehr zutrauliches und gepflegtes Tier.

411Katze1.jpg

412Katze2.jpg


Den Nachmittag verbringen wir dann am Pool der Lodge. Ich liebe diesen Platz und das nicht weil ich gerne Baden gehe, sondern wegen des netten Ambientes der schönen Aussicht von hier oben.

412achillenamPool.jpg

413Pool.jpg


Am Pool treffen wir auch den Bruder der Campingplatzkatze. Das scheint ein echter Kampfkater zu sein, denn er ist von zahlreichen Kämpfen gezeichnet, und legt gegenüber Menschen ein sehr selbstbewusstes Auftreten an den Tag.

414Kater.jpg


Wir bleiben gleich bis zu Abendessen hier und erleben einen spektakulären Sonnenuntergang.

415SundownerPool1.jpg

416SundownerPool2.jpg


Nach den Fleischmassen der letzten Tage sind wir froh, dass es auch Fisch auf der Speisekarte gibt. Eine willkommene Abwechslung.
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zuletzt bearbeitet 07. Mai 2019
705 Beiträge · seit 201408. Mai 2019 ·
Topobär schrieb:Die hohen Temperaturen machen uns nichts mehr aus.
Wie warm war es dann in der Ncht und tagsüber?

Felix
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99 Beiträge · seit 201108. Mai 2019 ·
Topobär schrieb:Auch sehr viele Kinder sind am Betteln, bzw. wollen einem nicht benötigte Dienstleistungen, wie Autobewachung andienen. In diesem Zusammenhang fand ich es sehr interessant, dass mich auf dem Parkplatz des Superspar ein Schwarzer ansprach und mich bat, den Kindern auf gar keinen Fall irgendetwas zu geben. Ist für uns sowieso eine Selbstverständlichkeit, aber es ist gut zu sehen, dass die Problematik bettelnder Kindern inzwischen auch von der einheimischen Bevölkerung gesehen wird und die Erkenntnis gereift ist, dass Schulbildung wichtiger ist, als die Einkünfte durch Betteln.
Ich gebe auch Erwachsenen nie Geld, es sei denn sie haben mir wirklich einen Dienst erwiesen. Viel lieber gebe ich aber Kleidungsstücke, Lebensmittel oder Wasser als "Trinkgeld" weg. Der Bergführer am Kili hat mich abgeküsst als ich ihm meine nicht mehr benötigten Wanderschuhe überliess und das Zimmermädchen des Nokalodi Camps im Tuli GR hat ihrem Sohn mit leuchtenden Augen erzählt, dass sie meine übrig geblieben Teigwaren zum Abendessen haben dürfen.
"Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf." Oscar Wilde
6’155 Beiträge · seit 200608. Mai 2019 ·
hallo Thomas,
ich reise die ganze Zeit mit und bin begeistert, kenne sehr sehr vieles - obwohl ich Lodgehopperin bin, aber mich interessieren bei den Unterkünften auch immer die Campsites. Du weckst viele Erinnerungen , beschreibst auch wunderbar wie Du es durch vorherige Besuche kennst und die Veränderungen, sehr interessant und heute als ich las, Opuwo ist für mich die afrikanischste Stadt Namibias und dann die Beschreibung der Strasseneindrücke , bekam ich Gänsehaut , denn genauso empfinde ich es auch, wenn wir in den Norden gereist sind, musste eine Übernachtung immer in Opuwo sein und wir sind früh morgens einige Male die Hauptstrasse hin und hergefahren, ich konnte mich einfach nicht sattsehen, an dem Treiben der verschiedenen Völker. Die Kunene River Lodge haben wir auch sehr genossen - und es ist wirklich so, die festen Unterkünfte stehen in der zweiten Reihe, aber es hat uns nicht gestört. Den Richtung Etambura-Epupa Falls sind wir nie gefahren, weil wir es uns nicht zugetraut haben und wenn ich die Pad --- na ja die Steinschlagpiste sehe- bin ich froh, dass wir uns dagegen entschieden haben, Hut ab wie Du das gemeistert hast. Ich freue mich auf die Weiterreise. Einen schönen Tag wünscht
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2019
Themenstarter5’483 Beiträge · seit 200908. Mai 2019 ·
felix__w schrieb:
Topobär schrieb:Die hohen Temperaturen machen uns nichts mehr aus.
Wie warm war es dann in der Ncht und tagsüber?

Felix
Im Schnitt hatten wir nachts meist knapp über 20°C und tagsüber um die 35°C. Im KTP höher und im Einflussbereich der Küste weniger.
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