ihr habt meinen größten Respekt, dass ihr diese Route zur Regenzeit so gechillt meistert 🤩 ! Was ich toll finde, dass du zu jedem Abschnitt die Roadmap mit einfügst. So kann man doch einigermaßen vorstellen, wo ihr entlang gekommen seid. Danke dafür!
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200908. Apr. 2019 ·
17.Tag (So. 06.01.2019) Khowarib – Palmwag 148km
Heute hatten wir nicht viel auf dem Programm und ließen uns viel Zeit. Aufgestanden sind wir trotzdem kurz vor Sonnenaufgang. Die Tage sind viel zu kostbar, um sie zu verschlafen.
Die Strecke nach Palmwag ist dann schnell gefahren. Die C43 präsentiert sich in einem super Zustand und nach nur einer Stunde sind wir am Ziel.
Wir checken auf der Campsite der Lodge ein und bekommen zunächst Stellplatz Nr.2 zugewiesen. Der gefällt uns nicht so sehr, da er keinerlei Aussicht hat, was aber gerade heute sehr schön wäre, da wir den größten Teil des Tages auf der Campsite verbringen werden. Ich schaue mich daraufhin ein wenig auf dem Campingplatz um und sehe, dass Stellplatz Nr.5 gerade geräumt wird. Wir Fragen bei der Rezeption ob wir dorthin wechseln können und bekommen das OK. Dieser Stellplatz hat eine eigene Lapa, von der aus man einen weiten Blick in die Natur hat.
Etliche Stunden verbringen wir hier; lesen oder schauen einfach nur in die Landschaft. Zwischendurch versuche ich mich ein wenig darin Vögel abzulichten. Die wollen aber alle nicht still halten. Besonders lange bin ich hinter einem Paar Bokmakiris her, die permanent in Bewegung sind. Dabei zeigt sich, dass der Autofocus der neuen Kamera tatsächlich so extrem schnell ist, wie behauptet. Nur leider bedeutet das nicht zwingend, dass er auch auf den Vogel fokussiert. Meist ist irgendetwas direkt neben den Vogel scharf.
Bei den noch kleineren und noch flinkeren Vögeln habe ich an diesem Tag überhaupt keinen Erfolg.
Der Elefant, welcher regelmäßig das Flussbett vor der Campsite besucht, lässt sich während unseres Aufenthalts leider nicht blicken.
Zwischendurch kommt auch ein Mitarbeiter der Lodge vorbei und bietet an, für 100N$ unseren Wagen zu waschen. Mit seiner Patina aus Schlamm und Bulldust ist er in der Tat sehr schmutzig. An und für sich ist mir die Optik erst einmal egal, aber man saut sich ständig selbst ein, wenn man am Auto hantiert. Aus diesem Grund nehmen wir das Angebot gerne an, und es dauert dann auch über eine Stunde, bist der Wagen sauber ist. So sauber war der Wagen letztmals, als wir ihn übernommen haben.
Um 14:00Uhr brechen wir auf in die „Day use Area“ der Palmwag Concession. Unser erstes Ziel ist die van Zyls Gat, eine tief eingeschnittene Klamm, bei der man den Wagen verlassen und ein wenig laufen kann. Hier befinden sich auch permanente Wasserstellen. Wenn hier nach einem starken Regen das Wasser fließt, muss das sehr spektakulär sein. Wir sind aber auch schon im trockenen Zustand sehr zufrieden.
Unser nächstes Ziel war dann der Aub-Canyon. Auf dem Weg dorthin hielten wir nach Tieren Ausschau. In der Palmwag Concession gehen wir nicht auf die Pirsch nach bestimmten Tierarten, sondern sind froh über jedes Tier, dass wir überhaupt entdecken können. Die Lebensbedingungen sind hier so hart, dass es nicht die Tiermassen mancher Nationalparks zu sehen gibt. Am häufigsten begegnen wir Giraffen.
Darüber hinaus sehen wir noch Strauße, Springböcke und einen Oryx.
Den Aub-Canyon steuern wir nicht wegen irgendwelcher Tiere, sondern wegen seiner landschaftlichen Schönheit an. Doch genau hier erleben wir unser heutiges Tier-Highlight. Direkt beim Parkplatz stehen zwei Elefanten im hohen Gras. Als sie weiterziehen entdeckt Kathrin, dass sie ein sehr kleines Elefantenbaby mit sich führen, welches vorher komplett im hohen Gras verborgen war. Ich schätze das Kleintier auf maximal eine Woche, was mir ein später hinzukommender Safari-Guide der Lodge bestätigt.
Die Wege in der Concession sind nur langsam befahrbar und wir haben uns auch ansonsten reichlich Zeit gelassen. Die Sonne steht inzwischen schon tief und wir müssen uns auf den Weg machen. Wegen der Elefanten hatte ich fast vergessen ein Foto vom Aub-Canyon zu machen.
Wir fahren zum nördlichen Gate, wo wir die Concession auf die C43 verlassen.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite.
Unseren Sundowner gönnen wir uns heute an der Bar mit ihrer schönen Aussichtsterrasse.
Hier in Palmwag hat die Reservierung zum Dinner geklappt, so dass wir unseren faulen Tag auch beim Abendessen fortsetzen können. Da dass Essen ausgesprochen lecker und reichlich ist, kommt was kommen muss. Ich esse viel zu viel, bis absolut nichts mehr reinpasst. Da spannt der Bauch.
Später kommt auch hier ein kühler Wind auf, was dazu führt, dass erneut der Windstopper zum Einsatz kommt.
das sind echte Sehnsuchtsbilder. Hier bin ich wirklich besonders grne dabei. Und wie Du die Matschfahrerei wieder so geduldig ,souverän und bescheiden gemeistert hast 😎 😎 😎
Viele Grüße Carsten ( der das erste Mal seit langer Zeit drei andere Reisen als Afrika vor sich hat 😐 😐 😐 )
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200909. Apr. 2019 ·
@Sadie: Ein Windstopper ist eine dünne Fleecejacke mit eingearbeiteter winddichter Membran. Für mich eines der wichtigsten Kleidungsstücke beim Camping.
@Carsten: Wenn Du den Eindruck hast, dass ich locker und souverän im Matsch unterwegs bin, so täuscht das. Wenn Du Dich an den Reisebericht unserer vorletzten Tansaniareise erinnerst, so habe ich mir dort ein ordentliches Matschtrauma geholt. Deshalb sehe ich jetzt auch immer zu einen Wagen mit Winch zu mieten.
Bei mir sind es sogar 4-5 (Kletter)urlaube, bis es wieder nach Afrika geht.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201209. Apr. 2019 ·
Hallo Thomas, das sind mal wieder traumhafte Eindrücke von Einsamkeit und vom Mars 😎
Ich war ja besonders gespannt auf die Teilstrecke durch die Khowarib Schlucht - uns wurde ja Anfang Oktober 2017 von mehreren Seiten ganz vehement davon abgeraten. Und da ich ja bekanntermaßen eher zur Schisser-Fraktion gehöre, haben wir das dann auch gelassen. Damit hadere ich aber tatsächlich bis heute ein bisschen. So ganz vage entsteht bei uns gerade ein Plan, ob wir vielleicht im nächsten Jahr noch mal ins Kaokoveld fahren, dann würde ich dich gerne noch mal ausführlicher dazu befragen.
Sehr gut gefällt mir auch eure Nachmittags Tour in die Palmwag Concession. Ich freu mich echt immer über einen neuen Abschnitt von euch, wenn ich am Schreibtisch grad mal das Thema wechseln muss und ne Pause brauche. Danke dafür und viele Grüße Ingrid (euer Matschtrauma aus Tansania ist natürlich unvergessen 🤩 )
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200910. Apr. 2019 ·
Hallo Ingrid,
wenn der Hoanib nicht gerade läuft, oder gelaufen ist, stellt die Khowarib-Schlucht nach meiner Ansicht keine Anforderungen aufgrund derer man vehement von der Befahrung abraten sollte. Aufgrund der Besiedlung ist die Schlucht auch längste nicht so einsam, wie viele Gebiete des Damaralands oder Kaokovelts. Da es im Oktober eigentlich trocken gewesen sein müsste, wundere ich mich sehr, weshalb Euch abgeraten wurde. Wer hat Euch denn abgeraten? Wenn der Hoanib trocken ist, kann man den Ostteil der Schucht auch im Flussbett befahren, was noch einmal deutlich einfacher ist, als die von uns befahrene Strecke. Die größte Schwierigkeit stellen die tief verspurten Bulldust-Passagen dar. Meist verzweigt sich die Strecke hier in viele Spuren. Es kann von Vorteil sein, zunächst zu Fuß zu erkunden, welches die beste Spur ist.
Wenn Du Fragen zum Kaokovelt oder anderen Strecken entlang unserer Routen hast, versuche ich gerne Dir weiterzuhelfen.
Für mich ist das Forum auch eine gern genutzte Flucht aus dem Alltag.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201210. Apr. 2019 ·
Hallo Thomas, ich will deinen Reisebericht nicht so unterbrechen - nur noch mal kurz zu den Aussagen zur Khowarib Schlucht. Anfang Oktober war es ja völlig trocken, aber der Manager der Khowarib Lodge (wir waren dort für 1 Nacht) meinte, wegen der hohen Stufen im ausgewaschenen rauen und felsigen Gelände seien es extrem schlechte Bedingungen und alleine "no way". Wir sind dann trotzdem mal ein Stück in die Richtung gefahren und haben noch mal jemand auf der Community Campsite gefragt und die haben auch richtig auf uns eingeredet, wir sollen das auf gar keinen Fall machen. Da wollten wir das unser Schicksal und das unseres Bushcampers natürlich nicht herausfordern. Von einem richtigen Plan sind wir noch ein ganzes Stück entfernt, aber vielleicht würde die Strecke auch eher von Ost nach West passen.
Jetzt freu ich mich aber erst mal auf Fortsetzung eurer Reise!!! Grüße Ingrid
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200910. Apr. 2019 ·
18.Tag (Mo. 07.01.2019) Palmwag – Ganamub 167km
Beim Frühstück genießen wir den Ausblick von der Lapa. Leider lässt sich der Hauselefant auch heute nicht blicken. Dafür jede Menge Vögel, die aber alle nicht still halten.
Nach dem Frühstück tanken wir den Wagen noch einmal voll und los geht es in die Palmwag Concession.
Wie gestern sehen wir nur sporadisch Tiere.
Je weiter wir auf dem Crowthers Trail nach Westen gelangen, umso trockener wird die Landschaft und umso seltener werden die Tiere. Zu Anfang sehen wir noch viele Elefantenspuren auf dem Track, von den Verursachern jedoch keine Spur.
Hin und wieder kommen wir an Quellen vorbei, die mit ihrem frisch grünen Pflanzenbewuchs deutlich ins Auge fallen.
Obwohl wir uns der Küste nähern, wird es recht schnell sehr heiß. Die Luft ist am flimmern und wenn man jetzt in größerer Entfernung Tiere entdeckt, hilft einem auch ein gutes Tele nicht weiter, da durch die flimmernde Luft keine scharfen Aufnahmen möglich sind.
In Mitten einer völlig vegetationslosen Schotterebene treffen wir auf eine Giraffe mit Jungtier. Da fragt man sich, was die hier machen.
Dort wo sich der Weg nach Norden wendet, befindet sich ein exzellenter Aussichtshügel neben dem Weg. Wir fahren die steile Auffahrt zu einer kurzen Pause hoch und genießen den Blick in die Ferne.
Bald darauf treffen wir auf eine große Gruppe Strauße. Erstaunlich wo noch überall Tiere leben können.
Dann verschwindet auch das letzte bisschen Vegetation. Wir erleben Wüste pur.
Über uns kreisen die Geier. Ob die hoffen, dass unser Auto schlapp macht?
Auch hier ist die Qualität des Fotos grenzwertig. Durch die flimmernde Luft ist einfach kein wirklich scharfes Foto möglich.
Insgesamt habe ich den Eindruck, der Crowthers Trail hat an Beliebtheit gewonnen. Uns kommen an diesem Tag insgesamt 4 Fahrzeuge entgegen. Auch das Wellblech hat zugenommen und die steilen Auffahrten sind wesentlich ausgefahrener als ich es in Erinnerung hatte.
Als wir den Einzugsbereich des Mudorib erreichen wird es wieder grüner und wir machen erst einmal eine späte Mittagspause.
Im Unterlauf des Mudorib halten sich wie immer viele Giraffen auf.
Das Wasserloch an der Einmündung in den Hoanib ist dagegen verwaist.
Auch dieses Mal hat mir der Crowthers Trail wieder sehr gut gefallen. Die Strecke ist zwar recht einsam und sehr abseits gelegen, stellt fahrerisch und hinsichtlich der Orientierung aber keine großen Anforderungen. Gerade letzteres ist durch die vor kurzen erneuerte Beschilderung noch einfacher geworden. Nicht nur in der day visitors area, sondern auch im Rest der Concession.
Kaum sind wir im Hoanib, entdecken wir auf dem nördlichen Hochufer einen stattlichen Elefantenbullen. Da er oben auf dem Steilufer steht können wir sehr Dicht an Ihn heranfahren, ohne das er uns gefährlich werden kann. Das gibt ungewohnte Bilder aus der Froschperspektive. Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Bulle ein wenig verstimmt ist, uns nicht scheuchen zu können.
Der Hoanib präsentiert sich so schön wie eh und je. Mit seinen großen, häufig solitär stehenden, Bäumen wirkt es fast wie eine Parklandschaft.
Tiere sehen wir allerdings kaum. Erst kurz vor de Port treffen wir wieder auf eine Gruppe Elefanten. Die sind sehr entspannt und so können wir schon bald im breiten Flussbett die kleine Herde passieren.
Hinsichtlich der Elefantensichtungen in den Trockenflüssen können wir uns diesmal wirklich nicht beschweren. Wir haben fast den Eindruck, die Dickhäuter sind die am häufigsten vorkommenden Tiere im Nordwesten Namibias.
Gleich nach den Felsenengpass von de Port biegen wir nach norden in den Ganamub ab.
Hier finden wir schon bald den perfekten Übernachtungsplatz. Für mich einer der schönsten Übernachtungsplätze in Namibia überhaupt. Die an einen Berghang angewehte Düne mit einem kleinen Plateau ist perfekt, um hier die Nacht zu verbringen. Von hier aus hat man einen weiten Panoramablick über die Mündung des Ganamub in den Hoanib. Als Untergrund gibt es warmen weichen Sand. Keine dornigen Planzen oder scharfkantigen Steine weit und breit. Meine Schuhe bleiben hier die ganze Zeit im Auto.
Bevor ich es mir gemütlich mache, kümmere ich mich noch um das Solarpaneel. Das ist vom Staub und Dreck der letzten Tage ziemlich verdreckt und in der Leistung eingeschränkt. Da ist putzen angesagt.
Bis zum Sonnenuntergang genießen wir einfach nur die Weite, Stille und Einsamkeit dieses einmaligen Ortes. Mit Beginn der Dämmerung entzünde ich dann das Lagerfeuer und beginne mit der Zubereitung des Abendessens. Es gibt Gamefilet mit Gemüsereis. Kochen und Grillen ist meine Aufgabe. Danach habe ich dann Feierabend und kann mich meinem Reisetagebuch widmen, währen sich Kathrin um den Abwasch kümmert. Über die Jahrzehnte sind Kathrin und ich ein beim Camping perfekt aufeinander abgestimmtes Team geworden.
In einem anderen Reisebericht ging es ja vor kurzem auch um die beste Konfiguration der Campsite in der Wildnis. Auf diesem Foto könnt Ihr unseren bevorzugten Campaufbau erkennen. So hat man den Wagen im Rücken. Küche, Kühlschrank und Licht jederzeit zur Hand und einen schönen Blick auf das Lagerfeuer, welches die nähere Umgebung beleuchtet.
Dies wird die erste Nacht ohne externen Strom, nach der Reparatur. Somit gehen wir mit dem ungewissen Gefühl zu Bett, ob der Wagen am nächsten Morgen anspringt.
Dort wo sich der Weg nach Norden wendet, befindet sich ein exzellenter Aussichtshügel neben dem Weg. Wir fahren die steile Auffahrt zu einer kurzen Pause hoch und genießen den Blick in die Ferne.
Obob River Valley Viewpoint und davor seid Ihr an der Quelle Kai-Ais vorbei, das Wasser ist richtig lecker und kommt unter einer Sediment Ablage hervor. Ganzjährig.
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
fotomatte2'519 Beiträge · seit 200910. Apr. 2019 ·
Hallo Thomas,
ich verfolge deinen Bericht sehr genau, denn in weniger als vier Monaten werden wir auf euren Spuren wandeln. Bin mal gespannt, ob dann von den Elefanten noch was zu sehen sein wird. Bis hierhin gibt´s schon mal reichlich Anlass zur Freude.
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200911. Apr. 2019 ·
@Adolf: Vielen Dank, dass Du die lokalen Ortsbezeichnungen beisteuerst. Die gehen leider häufig nicht aus meinem Kartenmaterial hervor.
@Matthias: Dann habe ich ja jetzt ein Zeitziel, bis wann mein Reisebericht fertig sein muss. Einen möglichen Grund für die vielen Elefanten gibt es im nächsten Kapitel. Es wird für Dich noch besser werden, denn im zweiten Teil der Reise gibt es deutlich mehr Vogelbilder.
Hallo Thomas, Als stiller Leser verfolge ich Deinen RB mit grossem Interesse. Im Mai 2020 werden wir einen Teil Deiner Strecke (im NW) unter die eigenen Räder nehmen.
Daher vielen Dank für die ausführlichen Schilderungen & die tollen Fotos. Eine sehr gute Idee sind die jeweils vorweg eingestellten Kartenauschnitte. Super Idee - erhöht deutlich die Übersichtlichkeit. 😉
Freue mich auf Deine Fortsetzung. Viele Grüße, Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200912. Apr. 2019 ·
19.Tag (Di. 08.01.2019) Ganamub – Puros 159km
Nur schwer können wir uns nach dem Frühstück von diesem traumhaften Übernachtungsplatz losreißen. Der Wagen springt sofort an, wir bleiben aber bei unserer umgeplanten Route.
Zunächst geht es durch die Schlucht des Ganamub zur D3707.
An Tieren treffen wir lediglich eine größere Gruppe Paviane, bei der wir allerdings lange verweilen. Die Gruppe bietet eine spektakuläre Vorstellung in einer senkrechten Felswand. Es wird gespielt, getobt und sich gejagt, als würden sich die Tiere auf dem Boden befinden. Jeder Absturz wäre tödlich, aber über so etwas machen sich die Affen keine Gedanken. Als Kletterer beobachtet man das Treiben mit einer Mischung aus Neid und Bewunderung. Leider liegt die Felswand noch im tiefen Schatten und braune Paviane auf braunem Fels bildet auch keinen großen Kontrast. So gibt es von dieser Vorstellung leider kein einziges Foto.
Kurz bevor wir die D3707 erreichen passieren wir ein Gate. Das kennen wir noch nicht. Auf einer Tafel stehen die Preise geschrieben. 100N$ pro Person und Fahrzeug. Das Gate ist jedoch unbesetzt, so dass wir weiterfahren.
Bei der Viehtränke, die hier an der D3707 liegt, herrscht großer Andrang. Eine Herde nach der anderen strebt dem Wasser entgegen.
Wir bleiben nur wenige Kilometer auf der D3707 und biegen dann auf die Giribes Plains in Richtung Signal Hill und Obias ab. Am Signal Hill machen wir selbstverständlich halt, denn den Ausblick von diesem Hügel darf man sich nicht entgehen lassen. Erst von hier oben zeigt sich das Besondere der Giribes Plains. Die riesige Fläche ist komplett von Feenkreisen durchsetzt.
Als wir den Obias erreichen, finden wir auch dort ein neues Gate vor. Gleicher Preis wie am Ganamub und ebenfalls unbesetzt.
Im dichten Gras entdecken wir ein Nachtflughuhn mit zwei Küken. Die Kleinen sind wirklich perfekt getarnt. Ohne den Altvogel hätten wir die nie entdeckt.
Rasch sind wir wieder im Hoanib, wo wir schon bald auf die erste Herde Elefanten stoßen. Inzwischen sind wir uns auch sicher den Grund zu kennen, weshalb derzeit so viele Elefanten in den Trockenflüssen unterwegs sind. Die Schoten der Kameldornbäume Anabäume sind reif. Unter den Bäumen ist der Boden dicht davon bedeckt und die Elefanten sind emsig damit beschäftigt, diese aufzusammeln.
Nur wenige Kilometer weiter treffen wir die nächste Elefantenherde. Ebenfalls emsig damit beschäftigt Schoten zu fressen. Die Elefanten hier im Hoanib sind recht entspannt, so dass man sie stressfrei im Flussbett passieren kann.
Wir fahren weiter bis zum Mudorib Wasserloch, was erneut verwaist ist. Unterwegs haben wir aber noch einen Oryx getroffen.
Für die Fahrt nach Norden zum Hoarusib nehmen wir diesmal den Weg durch den Trockenfluss, welcher direkt gegenüber vom Mudorib in den Hoanib mündet. Diese Strecke ist neu für uns. Die ersten 25km sind ziemlich nervig zu fahren. Es geht die ganze Zeit direkt im Flussbett durch feinen, tiefen und verspurten Kies mit reichlich Wellblech. Dann erreichen wir eine weite offene Hochfläche. Hier gibt es relativ viel Gras und Büsche. Die Tierwelt nimmt zu, was sicherlich auch an dem künstlichen Wasserloch im Flussbett des Tsuxab liegt. In ausreichend Entfernung, um die Tiere nicht zu stören, machen wir Mittagspause.
Das Wasserloch scheint recht neu zu sein und auch an der Einmündung des Obias in den Hoanib gab es ein neues Wasserloch mit Solarpumpe. Hier scheint sich einiges zu tun. Wer steckt hinter dieser Initiative?
In diesem Gebiet sehen wir auch über mehrere Kilometer hinweg frische Nashornspuren auf den Weg. Die Verursacher entdecken wir leider nicht.
Dann senkt sich die Hochfläche sanft in Richtung Puros und Hoarusib. Leider ist es heute sehr dunstig. Bei klarem Wetter muss der Blick phänomenal sein.
Die Namaflughühner sind selbst auf so einer freien Fläche gut getarnt.
Im Dorf steuern wir erst einmal einen der kleinen Shops an, um Kekse zu kaufen. Im Shop läuft Musik in ohrenbetäubender Lautstärke. Kathrin beschwert sich ständig, dass ich zu laut Musik hören würde, aber diese Lautstärke bereitet selbst mir körperliche Schmerzen.
Obwohl in den letzten Jahren zahlreiche neue Campingplätze rings um Puros entstanden sind, entscheiden wir uns wieder für die Community Campsite. Die hat uns immer sehr gut gefallen und auch diesmal sind wir wieder begeistert. Wir bekommen Campsite Nr.3 welche von großen Bäumen beschattet wird. Die Sanitäranlagen sind wie bei allen Stellplätzen perfekt in die Büsche und Bäume integriert. Es gibt Feuerholz zu kaufen, welches direkt zum Stellplatz gebracht wird.
Nur 50m hinter unserem Stellplatz liegen große freie Sandflächen mit kleinen Dünen. Der Blick geht nach Westen und so haben wir den perfekten Sundownerplatz direkt vor unserer Haustür.
Wie gut die Toiletten in die Natur integriert sind zeigt sich nach dem Abendessen, als Kathrin nach einiger Zeit unverrichteter Dinge vom Toilettengang zurückkommt, weil Sie das Klo nicht gefunden hat. Glücklicherweise hat wenigstens einer von uns beiden einen guten Orientierungssinn 😛 , denn sehen kann man den Eingang zum Sanitärbereich in der Tat erst, wenn man wenige Meter davor steht.
Sehr schöne Bilder zeigst Du uns hier, Thomas! Ich schaue immer mal vorbei, wenn ich gerade genug habe vom eigenen Bilder sortieren und schreiben! 🤪 Diese endlosen Weiten sind schon der krasse Gegensatz zum überbevölkerten Malawi!
Topobär schrieb:Die Schoten der Kameldornbäume sind reif.
Faidherbia albida – Ana tree – Anaboom, nicht Kameldorn. 😉
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200713. Apr. 2019 ·
Cruiser schrieb:
Topobär schrieb:Die Schoten der Kameldornbäume sind reif.
Faidherbia albida – Ana tree – Anaboom, nicht Kameldorn. 😉
Im Kapitel "Deserts and Grasslands" der sensationellen Netflix Doku Serie OUR PLANET zeigen sie wie sehr die Wüstenelefanten auf diese Schoten angewiesen sind.
Gruss Leona
TopobärThemenstarter5'483 Beiträge · seit 200924. Apr. 2019 ·
Moin,
da ich die Osterferien wie jedes Jahr mit meiner Kinder- und Jugendklettergruppe in Südfrankreich verbracht habe, war länger Sendepause. Jetzt bin ich zurück und hoffe in Kürze das nächste Kapitel hochladen zu können.
@Adolf: Vielen Dank für den Hinweis zu den Bäumen. Habe es gleich korrigiert.