Liebe Betti, dass ihr diese Löwenfamilie regelmäßig besuchen konntet, war ja wirklich ein Hauptgewinn! So schöne Aufnahmen und so spannenden Situationen! Ganz toll! Herzlich Sascha
deinen Bericht kann man eigentlich nur am Abend mit einem Gin Tonic in der Hand ertragen. Die Kombination aus atemberaubenden Sichtungen in der Mara, deinem fesselnden Schreibstil und den genialen Fotos von Thomas löst bei mir wahre Fernweh-Schübe aus! Nachdem ich im Moment vergeblich nach freien Unterkünften im KTP für Sept./Okt. 26 Ausschau halte, ist die Versuchung nach einer unüberlegten Masai Mara Spontanbuchung recht groß.
Dein Bericht entführt einen immer ganz tief nach Afrika und in andere Welten. Was für ein Genuss am Morgen so wunderbare Bilder von den zuckersüßen kleinen Löwen sehen zu können. Aber auch das Video dazu hat mich sehr gefesselt. Wie eine spannende Tierreportage im Fernsehen. Ganz lieben Dank, dass Du uns daran teilhaben lässt!
BeatnickThemenstarter1’734 Beiträge · seit 201626. Nov. 2025 ·
Hallo ihr Lieben,
und schon wieder so tolle Kommentare! Wir freuen uns sehr!
Champagner schrieb:aber trotzdem ist dies hier mein heutiges Lieblingsfoto
Gute Wahl 😎
CuF schrieb:So seh ich auch aus, wenn ich in einen überdimensionierten Burger beiße
Uff. Jetzt hab ich böse Bilder im Kopf... 🤢
H.Badger schrieb:dass ihr diese Löwenfamilie regelmäßig besuchen konntet, war ja wirklich ein Hauptgewinn!
Das war nicht diese Löwenfamilie, die haben wir nur einmal gesehen. Aber die andere hielt sich sehr in Campnähe auf, und das war schon klasse und tolle Action bzw. Sichtungen am Nachmittag waren tatsächlich immer garantiert. Würde ich sofort wieder so nehmen. 😉
H.Badger schrieb:So schöne Aufnahmen und so spannenden Situationen!
😘
TinuHH schrieb:Die Lütten sind aber auch zu knuffig!
Das fand ich auch. War ganz verliebt in die Kleenen. 😘
Daxiang schrieb:deinen Bericht kann man eigentlich nur am Abend mit einem Gin Tonic in der Hand ertragen.
😮 😄
Daxiang schrieb:Nachdem ich im Moment vergeblich nach freien Unterkünften im KTP für Sept./Okt. 26 Ausschau halte, ist die Versuchung nach einer unüberlegten Masai Mara Spontanbuchung recht groß.
Dann los. Ich freu mich schon jetzt auf den Reisebericht. 🙂 (Sept./Okt. ist natürlich schon eine tolle Jahreszeit für die Mara, da kann man schon ernsthaft ins Grübeln kommen...)
tina76 schrieb:Dein Bericht entführt einen immer ganz tief nach Afrika und in andere Welten.
Dankeschön!!! 😊 Wenn das gelingt, freut mich das sehr!
tina76 schrieb:Aber auch das Video dazu hat mich sehr gefesselt.
Auch das ist ein sehr, sehr tolles Kompliment. 😘 Qualitativ ist das in jeder Hinsicht auf absolut überschaubarem Niveau, aber ich verlege mich immer häufiger aufs Filmen. Weil Thomas eh parallel fotografiert und es noch einmal ganz andere Eindrücke und Erinnerungen sind. Aber wir müssen dann schon Muße haben und Zeit bei einer Sichtung verbringen können. Wenn es zu schnell geht, bin ich oft auch einfach noch nicht soweit. Witzigerweise ist mein persönlicher Qualitätsanspruch bei diesen Clips viel niedriger als bei Fotos. Keine Ahnung, warum das so ist.
Im Moment ruft die Arbeit, aber spätestens am Wochenende geht es weiter.
BeatnickThemenstarter1’734 Beiträge · seit 201630. Nov. 2025 ·
24.9.2024 - Kids und Crossings
Sehr früh am nächsten Morgen fuhren wir wieder zum Mara River. Und tatsächlich - an den Hängen des gegenüberliegenden Ufers weideten jede Menge Gnus und rückten nach und nach tiefer zum Wasser.
Sollte es hier ein Crossing geben, dann dürfte es allerdings noch ein wenig auf sich warten lassen. Wir rollten also weiter am Fluss entlang und trafen auf eine Elefantenherde. Ich dachte, sie wären zum Trinken gekommen,...
...doch tatsächlich wechselten sie auf unsere Seite des Ufers. Ein Elefantencrossing, ich freute mich sehr über dieses Erlebnis, überhaupt hatten wir bislang auf dieser Reise erst wenige Elefanten zu Gesicht bekommen.
Das Wasser kochte, als sich die Kolosse geräuschvoll und trompetend durchs Flussbett frästen. Die Hippos fühlten sich in ihrem Hausfrieden gestört, schnaubten und machten nur widerwillig Platz. Den Elefanten war das vollkommen egal, hier regierte das Recht des Stärkeren.
Ein kleiner Eli war auch dabei, immer Seite an Seite mit der Mutter. Zwischenzeitlich ragte nur noch der Rüssel heraus. Anders als die Erwachsenen, die durch das Wasser waten konnten, musste er eine kurze Strecke schwimmen. Die Gruppe wartete, bis der Nachwuchs auch den Aufstieg ans Ufer sicher bewältigt hatte und zog dann weiter.
Eine tolle Szene und doppelt willkommen, denn so starteten wir mit einem schönen Erlebnis in die nächste Phase des Tages.
Wir fuhren zurück zu einem der bekannten Crossing-Points der Gnus und - warteten. Warteten und warteten, wer (wie ich) über wenig Geduld verfügt, wird sie hier zwangsläufig lernen müssen.
Man kann gut und gerne stundenlang auf Crossings warten - manchmal auch, ohne dass am Ende tatsächlich etwas passiert. Mal wabert die Masse der Tiere von rechts nach links, dann umgekehrt, dann kommt sie zum Stillstand oder zieht sich wieder weiter zurück. Alles ist möglich, nichts vorhersehbar. Ich richtete mich häuslich ein - und dämmerte für eine Stunde weg.
Passiert war in der Zwischenzeit nichts. Nur ein bisschen Hin und Her auf der gegenüberliegenden Seite. Wir frühstückten im Auto.
Dann, endlich, waren die Gnus unten am Wasser angelangt. Auch das musste nichts heißen, noch immer konnten sie ihre Meinung ändern, wenn ihnen irgendetwas verdächtig vorkam. Oder warum auch immer. Wer weiß schon, was in so einem Gnu vorgeht?
Fasst sich erst einmal eins der Tiere ein Herz, geht es allerdings meist ganz schnell und die anderen folgen buchstäblich ohne Rücksicht auf Verluste.
Es waren kaum Autos da, noch hatte sich der Re-Start der Crossings wohl nicht herumgesprochen. Joseph hatte uns in eine gute Position gebracht, doch als die ersten Gnus endlich ins Wasser traten, rutschten sie auf den glatten Felsen aus und störten sich zudem an Stromschnellen, sodass sie wieder umkehrten. Ich seufzte. War wohl nix.
Am Ufer lösten die Rückkehrer ein veritables Verkehrschaos aus, denn sie verhedderten sich mit ihren nachdrängenden Artgenossen.
Unter lautstarkem Blöken entwirrte sich der Knoten nur mühsam, aber ein paar Meter weiter nahm die Herde erneut Aufstellung. Die zuvor akzeptable Entfernung war für uns nun leider sehr groß, aber immerhin: Es ging los!
Es hatte einige Zeit keine Flussüberquerungen gegeben, was die Krokodile nun umso mehr auf den Plan rief. Nach der Durststrecke offensichtlich ausgehungert, schwammen sie aus allen möglichen Richtungen heran und schossen dann unvermittelt aus dem Wasser.
Einmal dachten wir schon, es sei um ein Gnu geschehen, doch das Krokodil konnte seine Mähne nicht festhalten. Schwein gehabt!
Ein jüngeres Tier weiter hinten hatte weniger Glück und verschwand unter Wasser, das sich kurz darauf rot färbte. Puh...
Noch ein paar Nachzügler, dann war das Spektakel nach einer Viertelstunde vorbei. Kein großes, aber ein bemerkenswertes Crossing. Auf dem Rückweg zum Camp redeten wir erst viel, dann kaum noch und hingen unseren Gedanken nach.
Den Nachmittag verbrachten wir wieder in der Umgebung des Camps. Die Löwenmama mit den vier Babys hatte ihren Nachwuchs ein weiteres Mal umquartiert und war einige Meter weitergezogen.
Sie würde diesen Ort wohl so schnell nicht verlassen, sie hatte ein erbeutetes Gnu in ihr Versteck geschleppt. Davon profitierten auch ihre Kleinen, es gab reichlich Milch und sie waren nicht nur vollzählig, sondern sahen auch gesund und propper aus.
Die Mara war für uns immer ein guter Ort für Serval-Sichtungen gewesen, und das blieb auch diesmal so. Wir bekamen gerade noch mit, wie die Mutter zur nächtlichen Jagd aufbrach und ihren Nachwuchs zurückließ.
Der junge Serval - schon ein Teenager - hatte noch wunderhübsche blaue Kinderaugen und ich fragte mich, ob sie in diesem Fall wohl so bleiben würden. Joseph konnte das nicht beantworten.
Der Kleine startete einige ungeschickte Jagdversuche, die erfolglos blieben...
...und tauchte dann im hohen Gras ab. Obwohl wir genau wussten, wo sich die Katze befand, konnten wir sie beim besten Willen nicht mehr entdeckten. Die perfekte Tarnung.
Wir schaukelten weiter durch die Landschaft, schon begann es zu dämmern. Weit kamen wir nicht, denn an einem Bau spielten zwei Hyänenkinder miteinander. Wir hatten den Fund ganz für uns und genossen diese einsame und schöne Szene. Viele Autos waren um diese Uhrzeit schon unterwegs auf dem Weg aus dem Reserve hinaus.
Eins der Kids verschwand und kehrte kurz darauf mit einer Trophäe zurück, die es stolz durch die Gegend trug.
Wie es eben so ist unter Geschwistern, wollte es nun die andere kleine Hyäne unbedingt haben. Und schon ging der Ringkampf von vorne los.
The Winner takes it all
Als der Sieger feststand und es zusehends dunkel wurde, ließen wir die beiden allein.
Später sangen mich Hyänen in den Schlaf, in der Nacht brüllten Löwen. Gut möglich, dass wir ihnen im Laufe der Tage schon einmal begegnet waren. All das war nun schon sehr vertraut - und immer noch wie ein Wunder.
Bushtruckers1’589 Beiträge · seit 201401. Dez. 2025 ·
Hallo Betti
Deine Bilder anschauen, hielt mich grade von der Arbeit ab. Doch mit diesen wunderschoenen Aufnahmen, kann ich zwischendurch etwas traeumen.
Junge Katzen haben blaue Augen, die spaeter dunkler werden. Von Google kopiert: Alle jungen Katzen werden mit blauen Augen geboren, da anfangs noch keine Pigmente vorhanden sind und das Licht durch die Linse gebrochen wird. Die endgültige Augenfarbe entwickelt sich erst im Alter von etwa vier bis sechs Wochen und ist meist bis zum Alter von zwei bis vier Monaten fest.
Der Mara Fluss ist der beste Ort, um Geduld zu lernen, falls man die wie ich und scheinbar Du auch vorher nicht kannte 😉 😄
Liebe Gruesse Elvra
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
Moin Betti, diesmal kein Lob 😣 für ein Foto, weil ich mich nicht entscheiden kann: die jungen Löwen, die jungen Hyänen mit dem Kampf ums Schneckenhaus oder der blauäugige Serval (Neid!). Statt dessen eine Anmerkung zu den Elefanten: als wir im September 22 da waren, haben wir kaum welche gesehen. John (oder Joe) erzählten uns, dass sie (also die Elefanten) sich von den Massen der Gnus genervt fühlten und sich in den Wäldern versteckten. (Ich hätte übrigens nicht gedacht, dass man Ende Oktober noch Crossings in der Mara erleben kann.) Lg aus Puerto Karsten
BeatnickThemenstarter1’734 Beiträge · seit 201602. Dez. 2025 ·
Jambo ihr Lieben,
Bushtruckers schrieb:Deine Bilder anschauen, hielt mich grade von der Arbeit ab. Doch mit diesen wunderschoenen Aufnahmen, kann ich zwischendurch etwas traeumen.
Ich träume mit... 🙂
Bushtruckers schrieb:Junge Katzen haben blaue Augen, die spaeter dunkler werden.
Ich habe mich gefragt, ob sie bei dieser Katze wohl so geblieben sind? Sie schien mir doch schon einigermaßen ausgewachsen zu sein. Aber ich mag mich auch täuschen.
KarstenB schrieb:diesmal kein Lob für ein Foto, weil ich mich nicht entscheiden kann
Ah! Puh! Danke!
KarstenB schrieb:Statt dessen eine Anmerkung zu den Elefanten: als wir im September 22 da waren, haben wir kaum welche gesehen. John (oder Joe) erzählten uns, dass sie (also die Elefanten) sich von den Massen der Gnus genervt fühlten und sich in den Wäldern versteckten.
Oder in andere Teile der Mara ziehen. Das habe ich auch so gehört. Interessant jedenfalls.
KarstenB schrieb:Ich hätte übrigens nicht gedacht, dass man Ende Oktober noch Crossings in der Mara erleben kann.
Nein, das hatten wir auch absolut gar nicht auf der Uhr. Wir waren fest davon ausgegangen, dass die Zeit vorbei war.
BeatnickThemenstarter1’734 Beiträge · seit 201602. Dez. 2025 ·
25.9.2024 - Culture Clash
Der Nachmittag war so ergiebig gewesen, dass wir am Morgen wieder dieselben Stationen abfuhren. Es schien ein sonniger Tag zu werden.
Die beiden Hyänenkids kämpften schon wieder miteinander vor ihrem Bau, die Muschel war verschwunden, die Rauflust nicht. Für Fotos war es noch zu früh, wir beobachteten ein wenig und rollten dann weiter.
Die Löwenbabys hatten sich kaum vom Fleck gerührt. Wäre an dem Gnu-Kadaver nicht viel weniger dran gewesen als noch am Vortag, hätte man meinen können, sie hätten sich gar nicht bewegt. Schmatzend und leise quäkend nuckelten sie vor sich hin und rangelten tapsig um die besten Plätze an der Milchbar.
Mittlerweile war der Himmel strahlend blau und ich in Hochstimmung. Ich bin und bleibe wohl eine Sonnenanbeterin.
Erneut kreuzte ein Serval unseren Weg - wir vermuteten, dass es die Mutter des blauäugigen Jungtiers war, das wir allerdings nicht entdecken konnten.
Die Katze war offensichtlich auf der Jagd und wir wollten sie natürlich sehr gern dabei beobachten, da kam ein Funkspruch rein.
Joseph gab in aller Regel nichts darauf, eine Eigenart, die wir an ihm schätzten. Nun aber drehte er sich zu uns um. Es spiele sich ein ziemliches Drama ab, ob wir trotz der zu erwartenden vielen Autos die Lage checken wollten? Wir überlegten kurz und entschieden dann: Ja, wir wollten.
Als wir dazustießen, war die Lage zunächst unübersichtlich, erklärte sich dann aber schnell von selbst.
Einige (vornehmlich halbstarke) Löwen hatten einen Büffel angegriffen, der vor ihnen in einen Graben geflüchtet war. Das mächtige Tier, nun auch noch geplagt von Heerscharen gieriger Fliegen, blutete aus heftigen Kratzspuren auf seinem Rücken und tiefen Fleischwunden am rechten Vorder- und Hinterbein. Für uns alle war klar: Er hatte keine Chance.
Die Angriffswelle war zunächst verebbt, die Löwen hatten sich aufs Belagern verlegt. Rührte sich das potenzielle Opfer, waren sie aber sofort zur Stelle und schlugen mit ihren Pfoten nach ihm. Jeder Fluchtversuch des Büffels schien aussichtslos zu sein.
Einmal schaffte er es sogar in einem wahren Kraftakt auf den Graben heraus, weil sich die Löwen bis auf zwei Bewacher in den Schatten eines Baumes zurückgezogen hatten. Doch die Löwen schwärmten aus und trieben das Tier gnadenlos an dieselbe Stelle zurück. Und der Belagerungszustand ging von vorne los. Die Löwen starrten, der Büffel auch.
Die Zeit verstrich, es wurde brüllend heiß. In einem Akt der Verzweiflung sprintete der Büffel durch den matschigen Graben, die Löwen auf den Fersen, an anderer Stelle ging das Spiel dann weiter. Und dann - schaffte es der Büffel tatsächlich irgendwann raus aus dem Schlamassel. Schwer angeschlagen galoppierte er über die Ebene - und die Löwen hinterher.
Nun änderte sich die Strategie aller Beteiligten. Der Büffel machte ein paar Meter gut, die Löwen verteilten sich in Schlagdistanz unter Büschen, starteten aber keine Attacken und blieben weitgehend im Schatten. Ich fragte mich, wie lange der verwundete Koloss das wohl durchhalten würde, der ab und zu sein Herz in die Hand nahm und den Spieß umzudrehen versuchte. Doch seine Angriffe parierten die Löwen mühelos. Er vergeudete nur mehr und mehr Kraft.
Knapp drei Stunden nach unserer Ankunft und am späten Vormittag waren wir fast das letzte Auto bei dieser Szene. Wir alle wollten wissen, wie das ausging und würden zur Not aufs Mittagessen verzichten.
Und dann schließlich - ließen die Löwen tatsächlich von ihrem Opfer ab und den Büffel nunmehr unbehelligt ziehen, der erschöpft durchs Gras humpelte.
Wir waren baff: Es wäre wahrscheinlich vergleichsweise leicht für die Kater gewesen, ihn zur Strecke zu bringen. Vorher schon und jetzt erst recht.
Ich dachte, dass sie seiner Spur vielleicht später folgen würden, wenn es nicht mehr so heiß war und er sich noch müder gelaufen hatte. Alles möglich, aber Joseph meinte, er habe eine reelle Überlebenschance, wenn er nur Anschluss an eine Herde fände. Ob das gelungen ist, wissen wir nicht, aber von einem Büffelriss hörten wir zumindest zeitnah nichts.
Zurück beim Camp stellten wir fest, dass wir Zuwachs bekommen hatten. Das Wochenende stand vor der Tür und einige Inder waren für vier Tage (!) aus dem fernen Neu-Delhi nach Kenia gereist, wo sie nun sehr konkrete Vorstellungen davon hatten, was sie mit ihrer kostbaren Zeit und eindrucksvollen Kameraausrüstung anstellen wollten. Leopardentag, Cheetahtag, Löwentag - so lautete die Wunschliste und zwar in der Reihenfolge.
Zudem hatten sie am Vormittag Autos in der Mara beobachtet, in denen die Fotografen nicht saßen, sondern auf einer Art Matratze lagen und die Tiere durch eine Luke praktisch auf Augenhöhe fotografieren konnten.
Diese Autos sind natürlich fraglos toll, haben aber auch ihren Preis, und so hatten wir noch nie danach gefragt. Diese Jungs waren aber wild entschlossen: Das wollten sie nach dem Mittagessen auch.
Ihr Massai-Guide hatte Einwände: So ein Auto sei nicht im Besitz des Camps und auch nicht mal eben so zu beschaffen. Egal. Dann mussten eben er und seine Kollegen das Auto entsprechend während der Pause umbauen. Sprach's und verschwand in Richtung Zelt.
Zugegeben: Ich grinste in mich rein und war gespannt. Ich wusste: Wohlhabende Inder sind im Allgemeinen eher nicht daran gewöhnt, dass ihre Befehle nicht ausgeführt werden und akzeptieren eigentlich kein Nein. Den Massai war das herzlich egal. Sie sahen sich erst ungläubig an, lachten sich dann schlapp und ließen sich kollektiv zur Siesta in die dicken Sofapolster sinken. Ein klassischer Culture Clash - mit einem scheinbar klaren Sieger.
Ich legte mich aufs Bett, auch emotional etwas mitgenommen vom spannenden Vormittagsprogramm, und beobachte eine kleine Schildkröte, die erst über unsere Terrasse kroch und dann durchs trockene Laub, das beruhigend raschelte. Ich schlief ein. Ein kurzer, aber erholsamer Nap, während Thomas Platz auf den mittlerweile arg strapazierten Speicherkarten schaffte.
Beim Nachmittagstee nahmen die Inder nur äußerst widerwillig zur Kenntnis, dass es nicht möglich sein sollte, die fest verschweißten Sitze vorübergehend aus dem Auto zu entfernen. Das Palaver ging weiter, ich verstand nicht genau seinen Inhalt. Joseph ging kopfschüttelnd, aber auch sichtlich erheitert mit uns zum Wagen. Ich fragte mich, wie er wohl reagieren würde, wenn ihn jemand dermaßen herumzukommandieren wagte.
Wir hatten schon in den vergangenen Tagen immer mal wieder Versuche gestartet, die Leopardin mit ihrem Jungen wiederzufinden. Joseph hatte das geschickt gemacht und sich mit den Rangern verbündet, die das Jungtier und seine Mutter monitorten. Er teilte sich also das Revier mit den Rangern auf und gewissenhaft durchkämmten wir das Gelände, hochoffiziell off-road und quasi zu einem guten Zweck. Doch wir hatten nie Glück gehabt und manchmal auch schon gewisse Befürchtungen.
Nun aber fuhren mit ein paar Umwegen in die Gegend, wo die Leoparden am Vormittag entdeckt worden waren. Über uns braute sich etwas zusammen.
Unterwegs trafen wir zwei weitere Autos vom Malaika Camp. Ausgerechnet das Gefährt mit den indischen Gästen, die den Boden ihres Vehikels zwischen den Sitzen nun mit den dicken Sofaauflagen des Camps hatten ausstaffieren lassen und mit den Kameras im Anschlag reichlich verquer darauf lagen, hatte den Geist aufgegeben.
Die Guides versuchten zu helfen, doch es war nichts zu machen. Wir ließen das kaputte Auto mitsamt Polstergarnitur und Guide zurück, während die Inder sichtlich missgestimmt in das Auto mit den anderen Gästen umzogen.
Von den Leos war nichts zu sehen, auch das Licht war schlecht.
Die Inder blieben bei ihrem Plan, der eine Leopardensichtung für diesen Tag vorsah. Später ging er tatsächlich auf, als Mutter und Kind in einem Baum Zuflucht vor dem strömenden Regen suchten.
Wir waren zu diesem Zeitpunkt längst über alle Berge und ließen uns durch die Landschaft treiben, die im Unwetter vielerorts ungewohnt leer wirkte.
Wir ließen es ruhig angehen und kehrten frühzeitig zurück. Die ganze Nacht prasselte der Regen aufs Dach, während ich mich an meine Wärmflasche kuschelte.
Bushtruckers1’589 Beiträge · seit 201403. Dez. 2025 ·
Hallo Betti
natuerlich wieder Traumbilder. Die Bueffelszene ist interessant!
Das mit diesen offenen Autos, wo man auf Augenhoehe mit dem Loewen liegt, sind m.E. nicht angebracht. Sollte eine Loewin durchstarten, wird der Fahrer nie die Zeit haben, das Auto wegzubewegen. Zudem habe ich schon Loewen von genau dem Auto, das wegen des Fotografen, der den jungen Leoparden mit seinen Schuhen spielen liess, davonrennen sehen.
Leider sehen viele, die sich Fotografen nennen nicht, in was fuer eine Gefahr sie sich und andere bringen. Uebrigens waere so was ein Fall, wo das Management sprechen muesste und nicht die Fahrer.
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
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Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
wir hatten auch schon öfter die klare (aus unserer Sicht) Meinung über eine Situation ( "der Büffel schafft es nicht....
jetzt eigentlich leichte Beute " etc. ) und waren bass erstaunt über die Jagdaufgabe der Jäger.........und fragten uns
WIESO ?????? sehr interessanter Gedankengang.....
Die Story mit den Indern ist herrlich und ist uns schon sehr ähnlich passiert............Culture clash in Reinkultur 😄 😄 😄
LG.........BMW
Old Women1’549 Beiträge · seit 201304. Dez. 2025 ·
Hallo Betti, spannender als jeder Krimi, gewürzt mit einer großen Prise Situationskomik - ich hoffe doch mal, uns bleiben demnächst solche Inder erspart, du verstehst, was ich meine 😗 -, und dann noch die tollen Fotos, solche Berichte liebe ich einfach, lieben Dank dafür 😘 ! Übrigens: die Wärmflaschen im Maleika Camp habe ich geliebt. Das Bett hat gekocht, und sie hielten erstaunlich lange warm. Wie das möglich war, hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Es war einfach nur herrlich! Herzliche Grüße Beate
BeatnickThemenstarter1’734 Beiträge · seit 201604. Dez. 2025 ·
Hallo ihr Lieben,
picco schrieb:Du kannst doch Thomas nicht in der Öffentlichkeit als 'Wärmflasche' bezeichnen
Es sind Einzelbetten im Malaika Camp... 😉
Bushtruckers schrieb:Das mit diesen offenen Autos, wo man auf Augenhoehe mit dem Loewen liegt, sind m.E. nicht angebracht. Sollte eine Loewin durchstarten, wird der Fahrer nie die Zeit haben, das Auto wegzubewegen.
Interessant, dass du das schreibst, ich dachte das auch schon. Mittlerweile sind diese Autos anscheinend aber oft auch nicht mehr ganz offen, sondern es gibt auf Bodenhöhe eine kleine Klappe, die man öffnen kann. Ich weiß auch nicht so recht, mir fehlen da auch die Einblicke. Aber die Konstruktion der Inder war jedenfalls ziemlicher Murks...
BMW schrieb:Die Story mit den Indern ist herrlich und ist uns schon sehr ähnlich passiert............Culture clash in Reinkultur
😄 🙂
Old Women schrieb:spannender als jeder Krimi, gewürzt mit einer großen Prise Situationskomik
Ohauaha... 😊 Danke!
Old Women schrieb:ich hoffe doch mal, uns bleiben demnächst solche Inder erspart, du verstehst, was ich meine
Verstehe. 😎 Es sind ja längst nicht alle so, und naja, andere Länder, andere Sitten.
Old Women schrieb:Übrigens: die Wärmflaschen im Maleika Camp habe ich geliebt.
Ich auch. 🙂
Ich denke, am Sonntag geht es weiter. Bis dahin liebe Grüße, Betti