Reisebericht

Kenia 2024 - Abschied von der Masai Mara

von Beatnick · begonnen 20. Okt. 2025 · 20 Teile

Teil 120. Okt. 2025
Hallo ihr Lieben,

im September 2024 waren wir zwei Wochen in der Masai Mara, unser dritter und längster Aufenthalt in diesem besonderen Nationalreservat in Kenia. Wir (Thomas und Be(r)tti) würden uns sehr freuen, wenn ihr uns virtuell noch einmal auf diesem Trip begleitet!

1_1056849-RW2-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


Wir wollten es diesmal etwas anders angehen als die Jahre zuvor und nicht herumreisen, sondern ausschließlich in der Mara bleiben. Mit dem Malaika Camp als zentral im Reservat gelegener und dennoch einigermaßen bezahlbarer Unterkunft hatten wir schon zuvor gute Erfahrungen gemacht und so schrieben wir die Besitzer Jo und John an, mit denen wir schnell handelseinig wurden.

Sonst hatten wir immer über eine Agentur und über diese auch Driverguide sowie das Auto gebucht, doch weil die Reise diesmal nur eine Station beinhaltete, ließen wir auch das übers Malaika Camp abwickeln. Ich wollte ohnehin schon immer einmal mit einem Massai-Guide unterwegs sein, sie gelten als Kenner ihres Heimatgebiets und ich war einfach neugierig auf einen möglichen Unterschied. Zudem beschlossen wir, ein Fahrzeug exklusiv für uns zu buchen.

2_EN_8098-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


3_OT_6210_2.jpg


Das Camp kümmerte sich zudem um die nationalen Flüge von Nairobi in die Mara und zurück sowie um die Übernachtung am nationalen Wilson Airport vor dem Weiterflug und die Transfers im Land. Wir selbst mussten also nur die internationalen Flüge buchen, am 16. September sollte es mit Brussels Airlines aus Hamburg losgehen und am 30. September wieder retour. Das war alles sehr easy und lief ziemlich glatt - zumindest in der Theorie.

4a_EN_1147(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_1178.jpg


16. September - 1. Oktober 2024
1 Weston Hotel am Wilson Airport
13 Malaika Camp
1 Hilton Garden Inn Nairobi Airport (ungeplante Verlängerung)

Die Reise lag noch in weiter Ferne, da ereilte uns die erste Hiobsbotschaft. Die Gebühren für die Mara waren massiv erhöht worden, und die Kosten für unsere Reise hatten sich damit quasi über Nacht und ohne jede weitere Gegenleistung um mehrere tausend Euro erhöht. Uff, das war ein schwerer Schlag.

Jo und John schrieben uns, klangen in Anbetracht der neuen Lage relativ verzweifelt und kamen uns in einigen Punkten finanziell entgegen. Das war sehr nett gemeint, änderte aber nichts an der Gesamtsituation.

5_EN_3932(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_8817.jpg


6_OT_4687-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Wir überlegten, diskutierten - und rangen uns schließlich durch: Wir würden fliegen, die Reise nach einem absehbar heftigen Arbeitssommer in vollen Zügen genießen und das Thema Kosten nicht noch einmal aufmachen. Wir hatten es so entschieden und dazu würden wir nun auch stehen. Unausgesprochen war uns aber auch klar: Unter diesen neuen Vorzeichen war es das letzte Mal. Ein Abschied von der Masai Mara.

7_OT_2822-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_5.jpg


Schließlich freuten wir uns einfach nur noch auf diese Safari. Zumindest, bis uns am Sonntagmittag, dem Tag vor dem Abflug, eine Mitteilung der Airline erreichte: Unser Flug von Brüssel nach Nairobi war gestrichen worden. Wir sollten nun 24 Stunden später ab Belgien fliegen. Oh no!

Ich versuchte verzweifelt, jemand über die Kundenhotline zu erreichen. Nicht, um das Unausweichliche zu diskutieren. Sondern vornehmlich, um zu fragen, ob wir dann nicht sinnvollerweise statt am Montag auch erst am Dienstag um 7.05 Uhr von Hamburg nach Brüssel fliegen könnten.

Ich erspare euch die Details, aber es wurde ein langer, nervenaufreibender und letztlich vergeudeter Nachmittag. Die KI im FAQ-Chat verstand die Frage nicht und antwortete immer nur denselben Quatsch. Ebenso der gelangweilte Mitarbeiter in einem Callcenter irgendwo in der Welt, der mit so gleichtönender Stimme wiederholte, das System sei "down" und daher nichts zu machen, dass ich ihn beim dritten Anruf vorsorglich fragte, ob er real sei - oder eben auch nur eine KI.

Er war ein echter Mensch, zumindest behauptete er das leise empört, was aber auch nichts änderte. Kurzum: Wir flogen am nächsten Morgen nach Brüssel. Wie es dann dort mit einem Hotel und überhaupt weiterging, würden wir dann sehen. Ich war erschöpft.

8_1067957-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Nach der Landung gingen wir zum Serviceschalter und trafen dort auf eine sehr nette Dame. Sie war nicht nur echt, sondern verstand sogar unsere Nöte - und hatte Antworten. Wir hätten sie knutschen können. Wie wir denn nun an ein Hotel kämen, fragte ich und sie schaute baff erstaunt. Ja ob wir denn nicht am selben Tag weiterfliegen wollten?

Wir fielen aus allen Wolken. Natürlich wollten wir das. Unbedingt sogar. Aber die KI hatte gemeint, das ginge nicht? Doch doch, das ging sehr wohl, über Istanbul, aber wir mussten uns sputen. Dann also los, wir waren heilfroh und informierten Jo über die erneut veränderte Situation, neue Ankunftszeit in Nairobi nun mitten in der Nacht. Er wunderte sich in seinem Griechenland-Urlaub, was da alles bei uns los war.

9a_EN_3581(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Nun ging es erst einmal voran. Sämtliche Flüge verliefen ereignislos, ein Glück, schließlich landeten wir in Nairobi, klaubten unser Gepäck vom Band und suchten draußen den Fahrer, der uns zum Weston Hotel am Wilson Airport bringen sollte.

Hm, keiner da, er hatte wohl aufgegeben. Thomas, leicht desolat, sprach aus, was wir beide dachten: "Diese Reise steht unter keinem guten Stern." Ich blieb trotzdem am Ball, was auch sonst, und organisierte ein Taxi. Wahrscheinlich zahlten wir zuviel, später bekamen wir das Geld vom Malaika Camp zurück.

10_EN_1491(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_887.jpg


11_EN_1508-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_47.jpg


Im Weston Hotel hatten wir nun noch eineinhalb Stunden statt der eigentlich geplanten Nachtruhe, aber egal. Eine Stunde die dicken Füße hoch, ein bisschen Wasser ins Gesicht, dann bestiegen wir im Morgengrauen den Buschflieger, in dem wir einen zusätzlichen Frachtsitz unter anderem für Fotogeraffel gebucht hatten. Ich plumpste in den Sitz, dankbar und erleichtert. Ab jetzt konnte es nur besser werden.

12_OT_9633-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg
Teil 222. Okt. 2025
17.9.2024 - Auftakt nach Maß

Bisher waren wir immer per Auto in die Mara gereist, was kein Problem ist auf der mittlerweile gut ausgebauten Strecke. Doch ich genoss den kurzen Hüpfer im Flieger und den Ausblick auf die zerklüftete und gefaltete Landschaft des Grabenbruchs unter uns.

1_EN_0211-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_52.jpg


2_EN_0253-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_5571.jpg


Ich war kaputt, spürte aber auch, wie alle Anspannung der komplizierten Anreise von mir abfiel. Als wir schließlich die weiten Ebenen der Mara überflogen, suchte ich sie instinktiv nach den ersten Tieren ab. Noch ohne Erfolg. Ich freute mich unbändig darauf, wieder auf Entdeckungstour zu gehen. Was wir wohl finden und erleben würden?

3_EN_0328-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Als wir nach rund 45 Minuten am Olkiombo Airstrip landeten, nahm uns Joseph in Empfang, unser Guide für die nächsten zwei Wochen. Der erste Eindruck war positiv, und nach einer kurzen Begrüßung ging es auch gleich auf den ersten Gamedrive. Es war schließlich noch früh am Tag. Wir hatten nicht damit gerechnet und waren freudig überrascht. Hastig packten wir die Kameras aus.

5_20240930_145823.jpg


Wir waren nur wenige Minuten unterwegs, da begegnete uns eine Cheetah auf Beutezug. Das ging ja gut los! Weit und breit waren wir das einzige Auto und blieben es in dieser Situation auch.

6_OT_9472-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_122.jpg


7_EN_0415-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


8_EN_0490-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Es war großartig, diese elegante Katze in Ruhe zu beobachten. Sie durchstreifte das Gras, wurde aber nicht fündig. Irgendwann entfernte sie sich zu weit von uns und wir ließen sie ziehen.

9_OT_9559-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


10_OT_9649-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


11_EN_0441-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_221.jpg


Der nächste Fund waren kurz darauf zwei Gazellen, die sich ziemlich in der Wolle hatten. Mit gebeugten Köpfen rangelten sie miteinander, ganz in ihren Streit vertieft. Eine interessante Szene, deren mögliche Tragweite wir aber nicht begriffen. Wenn der Gepard den Kampf mitkriegen würde, prognostizierte Joseph, würde er die Situation für sich ausnutzen wollen und attackieren.

12_EN_0429-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Kaum hatte er uns in eine günstige Position bugsiert, sahen wir die Cheetah auch schon aus der Ferne anwetzen. Ich wappnete mich innerlich für das, was wir nun wohl zu sehen bekämen. Doch es kam überraschend anders. Als die Katze die beiden Streithähne erreichte, passierte - nichts.

Der Gepard bremste, stutzte, wirkte ratlos und zögerte jedenfalls zu lang. Die Antilopen bekamen nun endlich mit, was die Stunde geschlagen hatte, und gaben Fersengeld. Dahin war die Chance, das Frühstück über alle Berge - und die ungeschickte Cheetah schaute ziemlich bedröppelt aus der Wäsche.

Bei YouTube ansehen ↗



Was für ein toller Start in unsere Safari, in Hochstimmung kamen wir im Malaika Camp an. Alles wirkte vertraut, auch die Belegschaft, von der wir einige noch kannten. Es hatte sich kaum etwas verändert, nur die aus Autoreifen gebauten Stühle draußen am Feuer waren verschwunden. Kein Verlust aus meiner Sicht, ich hatte sie ohnehin nicht gemocht. Das "Wohnzimmer" mit windschiefer Bar in der Ecke hatte dagegen kein Facelifting bekommen, aus dem Bereich könnte man sicher viel mehr machen.

Nagelneu, großzügig und geradezu luxuriös war dagegen das Zelt ganz am Ende der Anlage, zu dem wir nun geführt wurden. Es war wirklich wunderschön, doch wir waren uns sofort einig: Ob wir vielleicht ein Zelt auf der anderen Seite und näher am Hauptbereich haben könnten, fragte ich. Unsere Gastgeber schauten verdattert, folgten aber unserem Wunsch.

Wahrscheinlich wäre jeder andere glücklich über diese tolle Ausstattung und Abgeschiedenheit. Wir aber laufen mittags gerne auf der Anlage umher und wollten die minutenlangen Wege nur um von A nach B zu kommen gerne vermeiden. Außerdem liegen die Zelte rechts vom Eingang des Camps nah an einer freien Fläche und sind somit heller. Wir freuten uns jedenfalls, als wir das viel schlichtere und kleinere, aber gewünschte Zelt betraten. Hier hatten wir uns schon einmal sehr wohl gefühlt. Und auch die Nachbarn mochten wir sehr gern.

13_1045195-RW2-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Tropical Boubou
14_1045225-RW2-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


Green-backed Camaroptera
15_OT_9746-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Wir richteten uns häuslich ein, es war ein tolles Gefühl, dass wir so lange bleiben würden. Dann gingen wir zum Mittagessen direkt am Fluss, der Platz oberhalb des Mara River war so schön, wie wir ihn in Erinnerung hatten und die Aussicht beim Lunch eine Wucht. Vom Ufer gegenüber beäugte uns ein Elefant. Überschaubar wenig andere Gäste waren da.

17_1045252.jpg


18a_OT_1040.jpg


Wir trafen Camp-Mitinhaber John, der sich für die verpatzte Abholung entschuldigte und von Stornierungen im Zuge der gestiegenen Eintrittspreise berichtete, er machte sich natürlich Sorgen. Das schlichte Malaika Camp mit seinem mittleren Preissegment dürfte Schwierigkeiten bekommen, wenn Leute wie wir wegbleiben, denn das wohlhabendere Klientel bevorzugt sicher eine deutlich luxuriösere Unterkunft.

Um 15 Uhr sammelte uns Joseph zum Nachmittags-Gamedrive ein, wir waren ziemlich kaputt und einigten uns darauf, in der Gegend des Camps zu bleiben.

19_1045141_14.jpg


White-bellied Bustard
20_EN_0538-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


20a_EN_1129-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_711.jpg


Das war auch deshalb eine gute Idee, weil sich hier ein Löwenrudel zumindest für eine Weile niedergelassen hatte, es war eigentlich immer irgendwo in der Nähe unterwegs. Tatsächlich wurden wir relativ schnell fündig, suchten uns ein gutes Plätzchen und warteten ab, bis etwas Bewegung in die Sache kam. Zu dem Rudel gehörten auch zwei wenige Wochen alte Cubs, Bruder und Schwester, von dem sich zunächst nur das eine zeigte.

21_1045333-RW2-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Später spielten beide ausgiebig im schützenden Gebüsch miteinander, ein sehr niedlicher Anblick. Von dem männlichen Cub (im Foto rechts) war es allerdings eins der letzten Bilder. Drei Tage später war er leider verschwunden. Sein Schicksal blieb ungeklärt, auch die Ranger konnten nicht herausfinden, was dem Kleinen wohl während der Nacht zugestoßen war.

22_EN_1057-CR3-20240917-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Noch ahnten wir von all dem nichts. Der Himmel hatte sich zugezogen, das Licht wurde schlecht und wir brauchten nach der strapaziösen Anreise und schlaflosen Nacht dringend eine Mütze Schlaf. Gut eine Stunde vor der Zeit kehrten wir ins Camp zurück, aßen schnell und kippten dann ins Bett. Morgen war schließlich auch noch ein Tag.
Teil 326. Okt. 2025
18.9.2024, Teil I - Im Reich der Löwenmänner

Um 5 Uhr war die Nacht zu Ende, man kennt das von Safaris und auch, dass es rätselhafterweise so gut wie nichts ausmacht. Zu groß ist die Vorfreude.

1_EN_1599-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Vorne im Hauptzelt trudelten die anderen Gäste erst nach und nach zum morgendlichen Kaffee und Tee ein und weil Joseph offenbar großen Wert darauf legte, verließen wir nicht nur an diesem Tag, sondern auch an allen folgenden als Erste das Camp. Das war sehr in unserem Sinne.

Die Sonne hielt sich an diesem Morgen auch nach ihrem Aufgang noch ziemlich bedeckt, im Dämmerlicht rumpelten wir durchs Flussbett des Talek, immer wieder eine ruppige und auch etwas abenteuerliche Angelegenheit.

Der erste größere Fund war ein Löwen-Liebespaar, bei dem es mit der Liebe allerdings nicht so weit her zu sein schien.

2_1045479-RW2-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


3_OT_9971-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_718.jpg


Denn obwohl die Katze ein jammervolles Wehklagen anstimmte und ihrem Galan dabei verführerisch mit dem Allerwertesten um die Nase strich, schaute der nur etwas konsterniert, rührte sich aber ansonsten nicht vom Fleck.

4_EN_1198-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_722.jpg


Tja dann... Ging sie eben noch einmal unverrichteter Dinge ins Bett. Und wir rollten weiter.

5_1045505-RW2-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


6a_EN_1237-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Wir cruisten durch ein leicht hügeliges Gelände, auf der höchsten Erhebung habe jüngst eine Leopardin ihr Junges aufgezogen, berichtete Joseph. Die kleinen Verbotsschilder an den Wegen rund um die Kuppe stammten noch aus dieser Zeit, hatten aber offenbar keine Gültigkeit mehr. Wir waren jedenfalls nicht der einzige Wagen, der den Hügel auf seinem kleinen Wegenetz absuchte.

Wir fanden die Leoparden nicht, dafür aber in der Umgebung gleich reihenweise Löwen.

6_EN_1282-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Wir begleiteten eine Weile einen echten Prachtkerl, der offenbar gerade gefressen hatte und sich sehr wohl fühlte in seiner Haut.

7_EN_1289-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


8_EN_1313-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


9_EN_1306-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Nur die fiesen Fliegen waren eine echte Last, er wurde sie einfach nicht los.

10_EN_1323-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


11_EN_1342-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Als er weiterging, konnten wir schließlich sein Ziel in einiger Entfernung erkennen.

12_EN_1355-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Ein weiteres Männchen, bei dem er sich nun dazugesellte. Wir blieben eine ganze Weile bei ihnen.

13_OT_0111-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


14_OT_0121-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_427.jpg


Unweit dieses Duos fanden wir das Liebespaar wieder. Zweieinhalb Stunden nach der etwas schwachen Performance am frühen Morgen war nun Bewegung in die Sache gekommen.

15_EN_1491-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


16_EN_1507-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_47.jpg


17_EN_1510-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_47.jpg


In unserem Rücken näherte sich unterdessen Löwenmann Nummer vier, und was für ein Riese. Ich kenne mich mit den Rudeln in der Mara nicht aus, aber dies musste schon ein ziemlich imposantes sein bei all den Brüdern und Cousins, denen wir an diesem Morgen so begegneten.

18_EN_1564-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_741.jpg


Auch dieser Löwe hatte offensichtlich gerade gefressen, irgendwo musste ein Riss sein. Haufenweise Fliegen klebten in seinem Gesicht.

19_OT_0212-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


Längst hatte sich die Sonne durchgesetzt, es war deutlich wärmer geworden. Der Löwenmann brauchte immer wieder Pausen und hübschte die Landschaft um uns herum zusätzlich auf.

20_OT_0135-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


21_1045735-RW2-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Als er weiterging und dabei direkt an uns vorbeitrottete, ließen wir ihn ziehen. Wir waren sensorisch überlastet und ganz erschlagen von all den Eindrücken.

22_EN_1625-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


23_EN_1557-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_74.jpg


24_EN_1633-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7741.jpg


Wir fuhren ein Stück weg von all dem Geschehen und suchten uns ein schönes und sicheres Plätzchen unter einem der vereinzelten Akazienbäume, die der Mara ihren Namen geben.

Unterwegs entdeckten wir ein winziges Thomson-Baby, das sich zwischen totem Holz verbarg. Noch zu klein, um im Ernstfall zu fliehen, versteckte es sich vor möglichen Feinden. Es lebte in gefährlicher Nachbarschaft, die Löwen waren nicht allzu weit entfernt. Ich drückte ihm beide Daumen, dass ihm nichts und niemand auf die Schliche kam.

25_EN_1820-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Joseph deckte den Tisch für uns und wir baten ihn, sich dazuzusetzen. Wir kennen die Mahlzeiten auf Safari eigentlich nur als gemeinsame Sache, aber so war das offenbar nicht vorgesehen und er verzog sich ganz ans andere Ende hinter das Auto.

26_20240918_100700.jpg


Als wir uns vorher zumindest kurz unterhielten, sagte er etwas, das sich bei mir festsetzte. Die Menschen - nicht zuletzt die eigenen Landsleute - würden die Massai schlecht und beinahe wie Tiere behandeln. Weil sie an ihrer Kultur festhielten, nicht zur Schule gingen - was so nicht mehr stimme - und eben anders seien und lebten. Das klang bitter. Wir hätten uns sehr gerne intensiver mit ihm darüber ausgetauscht, doch er wandte sich ab und wir spürten, er hatte schon mehr gesagt, als er eigentlich wollte.

Das Frühstück geriet wie so oft zur Nebensache, weil wir farbenfrohen Besuch bekamen, der hoffte, dass etwas für ihn abfiel. Wir widerstanden dem Drang, zu füttern, aber die Krümel fanden dankbare Abnehmer.

Yellow-throated longclaw
27_EN_1725-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Superb Starling (Glanzstar)
28_EN_1768-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


29_EN_1714-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_47.jpg


Dann rumpelten wir zurück durch den Talek und rollten gemächlich an seinem Ufer entlang. Das hatte ich schon bei den vorangegangenen Besuchen immer sehr gemocht, diese Idylle, Ruhe und Beschaulichkeit. Als würde die Zeit stillstehen.

30_1055995-RW2-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


31_EN_1918-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


32_EN_1948-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


33_1056130-RW2-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


34_EN_1944-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Am späten Vormittag kamen die Huftiere zum Trinken, Zebras und Gnus, zwar waren schon viele, aber nicht alle in die Serengeti gewandert.

35_EN_2080-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Zum ersten Mal beobachteten wir in der Mara ein N.horn, bisher hatten wir uns bei entsprechenden Funksprüchen stets zurückgehalten. Nun waren wir eins der ersten Autos. Was für ein Koloss!

36_EN_1999-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


37_EN_1981-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_75.jpg


Als es immer mehr wurden, fuhren wir lieber weiter und zurück zum Camp. Es war ein erfüllter Vormittag gewesen, und der Tag war ja erst zur Hälfte vorbei.
Teil 427. Okt. 2025
18.9.2024, Teil II - Im Reich der Löwenkinder

In der Mittagspause ließen wir es nach dem bewegten Vormittag ruhig angehen und auch, als wir um 15 Uhr zum Nachmittagsdrive aufbrachen. Weit kamen wir erst einmal nicht, denn dicht beim Camp halten sich immer Giraffen auf, das war schon bei unserem vorangegangenen Besuch so gewesen.

1_EN_2109-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Diesmal empfingen sie uns direkt am Wegesrand. Bei dieser Präsenz war es unmöglich, sie zu ignorieren und natürlich wollten wir das auch gar nicht.

2_OT_0367-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Turmhoch ragten ihre langen Hälse neben uns auf. Wieder einmal stellte ich fest, dass Giraffen zu meinen Lieblingstieren gehören. Einfach unglaublich, was die Evolution so alles hervorgebracht hat.

3_OT_0370-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


4_EN_2131-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Wie schon am Vormittag fuhren wir parallel zum Fluss. Eine herrlich friedliche Stimmung. Und zu sehen gab es auch immer was.

5_OT_0405-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


Woolly-necked stork
6_EN_2191-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


7_EN_2264-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


8_1056218-RW2-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Vor allem Hyänen begegneten uns. Und auch unterschiedliche (Wasser-)Vögel.

9_EN_2217-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


10_EN_2384-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Three-banded Plover
11_1056268-RW2-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1784.jpg


12_EN_2370-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Yellow-throated sandgrouse
13_EN_2312-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


Wood Sandpiper
14_1056287-RW2-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_1744.jpg


Wir beobachteten, wie ein Impala-Junggesellenverein vor etwas floh, konnten aber nicht entdecken, wovor.

15_OT_0456-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Vielleicht vor den Hyänen? Deren Allgegenwärtigkeit war möglicherweise auch der Auslöser für etwas, das wir zum Abschluss dieses ersten vollen Safari-Tages noch erleben durften.

16_EN_2212-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Ich hatte etwas die Orientierung verloren, erkannte schließlich aber die Gegend unweit des Malaika Camps wieder, in der wir am Vorabend die Löwenfamilie beobachtet hatten.

17_OT_0451.jpg


Was wir noch nicht wussten: Das Rudel bestand aus viel mehr Cubs aus nur den beiden zwei- bis dreimonatigen Geschwistern, die wir schon kannten. Wir gesellten uns zu einigen Autos, die aber allesamt artig Abstand hielten, und konnten dank unserer Teles die unter einem dichten Busch verborgene Rasselbande gut beobachten.

18_EN_2603-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Die Kleinen konnten noch kaum aus den Augen gucken und krochen mehr als dass sie liefen. Die Nabelschnur hing noch an den flauschigen Bäuchen.

Bei YouTube ansehen ↗



Sie miauten wie kleine Hauskatzen und wirkten so süß und unschuldig, unglaublich, dass sie einmal so gefährlich werden würden. Im Moment waren sie eher was für die Handtasche und zum Knuddeln - also theoretisch.

19_EN_2432-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_47.jpg


Die frischgebackene Mutter kümmerte sich rührend um ihren vierköpfigen Nachwuchs.

20_EN_2514-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_272.jpg


21_EN_2512-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


Und offenbar sah sie Handlungsbedarf. Als es dämmerte, stand sie auf und nahm Baby Nummer eins behutsam in die Schnauze.

22_EN_2559-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


24_EN_2582-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Joseph schaltete - anders als wir - sofort, verließ zu unserem Erstaunen die wunderbare Szenerie, in die gerade Bewegung kam, und fuhr in einem großen Bogen auf die andere Seite des Dickichts, das wir zuvor in unserem Rücken gehabt hatten.

Dort waren wir das einzige Auto und blieben es auch. Würden wir jetzt etwa den Umzug ins neue Heim verpassen? Doch meine Gedanken jagten sich noch, da trat die Löwin aus dem Gebüsch, steuerte auf eine Lücke im Unterholz zu und verschwand darin.

25_OT_0559-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Dreimal ging das noch so, nach der zweiten Löwen-Luftpost verließ uns das Licht.

26_OT_0563-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7244.jpg


Wir blieben aber allein, hörten nur die Grillen zirpen und die Babys, die bereits ihr neues Heim bezogen hatten, vor sich hinmaunzen.

27_OT_0618-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Um kurz vor Sechs verließen wir die kleine Familie, es war nur eine knappe Viertelstunde bis zum Camp.

28_OT_0670-CR3-20240918-DxO_DeepPRIMEXD2_717.jpg


Wir duschten, aßen, verzichteten wie immer und zur Verzweiflung unserer Gastgeber aufs Dessert und gingen selig ins Bett. Die Afrika-Routine hatte uns schon voll im Griff. Und wie schön war das!
Teil 502. Nov. 2025
19.9.2024 - Kopfkino und Katzenkinder

Ich hatte nicht besonders gut geschlafen in der Nacht und war immer wieder wach geworden. Zuhause in Hamburg nervt mich diese Insomnia ungemein, in Afrika finde ich sie nicht ganz so schlimm.

Ich verlegte mich einfach darauf, den Geräuschen der Nacht zu lauschen. Wie immer waren die Hippos mit der Dunkelheit vom Mara River zu den offenen Grasflächen im Camp hinaufgezogen, einer der Kolosse rupfte und malmte relativ ausdauernd in direkter Nachbarschaft uns vor sich hin. In der Ferne gackerten Hyänen, dazwischen mengte sich Löwengebrüll, und die Frösche waren sowieso hysterisch, weil es zuletzt häufiger Regen gegeben hatte und mehr davon in der Luft lag. Die Sondervorstellung in meinem Kopfkino lief auf Hochtouren.

Als wir kurz vor Tagesanbruch unser morgendliches Heißgetränk schlürften, war ich dennoch relativ fit. Auf Safari bin ich kaum kaputt zu kriegen.

1_EN_3361-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Joseph drängte an diesem Morgen noch mehr auf einen frühen Aufbruch als am Vortag. Wir waren natürlich bereit und als wir losfuhren, steuerte er zielstrebig ein etwas weiter entferntes Gebiet an. Eine sanft gewellte Landschaft, mit dicht bewachsenen tiefen (Wasser-)Gräben durchsetzt.

Als er verlangsamte und wir auf drei weitere umherirrende Autos trafen, fragte ich ihn, wonach wir eigentlich fahndeten, ahnte aber die Antwort schon. Nach einer Leopardin. Ah, ok. Sehr gut. Er ergänzte: mit Nachwuchs. Ohhhh! Diese Botschaft trieb mir den letzten Rest Schläfrigkeit aus.

2_EN_3442-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Ich weiß nicht mehr, wer von uns zuerst die Bewegung direkt im Gebüsch neben dem Weg registrierte - aber da war ja das kleine Fellknäuel! Ein so junges Leopardenkind (wohl knapp drei Monate) hatten wir auch noch nicht gesehen.

3_OT_0734-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_72277.jpg


Es war leider noch ziemlich dunkel und auch ein kurzes Vergnügen. Mutter und Sohn verschwanden im Dickicht, liefen aber hindurch und tauchten kurz darauf auf der anderen Seite wieder auf. Wir versuchten, einigermaßen Ruhe zu bewahren, aber ich bestand gefühlt nur noch aus Adrenalin.

4_1056556-RW2-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_8.jpg


5_EN_2663-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


6_EN_3111-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_788.jpg


7_EN_2780-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_27.jpg


Die Euphorie hielt an, denn das Duo hockte sich auf eine Lichtung und schien es auch nicht eilig zu haben, dort wieder wegzukommen. Die Leopardin Luluka (Thomas ist der Name wieder eingefallen) hatten wir schon einmal 2021 mit Nachwuchs beobachten dürfen. Der war schon ein Teenager gewesen. Dieser Kleine hatte noch ein Kindergesicht und auch eine Kinderstimme.

8_EN_3097-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_1272.jpg


9_EN_3010-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


10_EN_3129-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_722.jpg


Ab und zu piepste er und schaute aufmerksam in die Gegend. Joseph meinte, dass es bis vor Kurzem noch ein Geschwisterbaby gegeben habe und der Kleine nun danach rief. Leider erfolglos. Was ihm zugestoßen war, wussten auch die Ranger nicht.

11_EN_3081-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Über eine Stunde durften wir die beiden Leoparden in aller Ruhe beobachten.

13_1056659-RW2-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


14_EN_3176-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_772.jpg


Bei der Morgentoilette, beim Schmusen ...

15_OT_0877-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


16_EN_3195-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


17_EN_3368-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


18_OT_0964-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


... und der Kleine übte sich im Anpirschen.

19_EN_3423-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_777.jpg


Die Mutter bewies eine Engelsgeduld und nahm die wilden Rangeleien klaglos in Kauf.

20_EN_3390_2.jpg


Wir ahnten, was für ein Privileg es war, all das beobachten zu dürfen. In den nächsten Tagen bestätigte sich das umso mehr, denn der Versuch, beide wiederzufinden, sollte sich erst einmal als schwierig erweisen.

21_EN_3310-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


22_OT_0986-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Als die Sonne höher gestiegen und es zunehmend wärmer wurde, verschwanden beide zwischen den dichten Sträuchern. Was für ein Auftakt in den Tag, und es war noch nicht einmal acht Uhr.

23_OT_0982-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_27.jpg


Bei YouTube ansehen ↗



24_EN_3579-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Wir schaukelten weiter durch die Landschaft und fanden schließlich eine Gepardin mit ihren vier Jungtieren, die schon größere Teenager waren.

25_EN_3584-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Cheetahs haben es in der Mara alles andere als leicht, und weil ihre Anzahl durch die Bedrohung von Löwen und Hyänen schwand und sich zudem ein anderer Teil in die weniger frequentierte Serengeti abgesetzt hatte, intervenierten die Parkverantwortlichen und stellten Ranger zu ihrer Bewachung ab. Sie griffen ein, wenn andere Tiere oder auch der Mensch den Cheetahs zu nah kam. In diesem Fall mit sehr großem Erfolg. Die Gepardin hat ihren Wurf vollzählig durchgebracht.

Die Mutter und drei ihrer Kids hatten es sich an diesem Morgen im Halbschatten schütterer Sträucher auf einem Termitenhügel bequem gemacht, nur einer der jungen Geparde streifte über die Ebene.

26_EN_3605-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


27_EN_3641-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Seine zwar eleganten, aber noch etwas unbeholfenen Versuche, sich an mögliche Beute anzuschleichen, hatten keinerlei Aussicht auf Erfolg. Als immer mehr Autos hinzukamen, rollten wir weiter.

28_EN_3675_111.jpg


Bei YouTube ansehen ↗



29_EN_3658.jpg


Als wir rund 20 Minuten später umkehrten und wieder an der bewussten Stelle vorbeikamen, hatte sich die Lage drastisch geändert. Offenbar war die Cheetah auf ihrem Streifzug über ein im Gras verstecktes Gazellenbaby gestolpert, die gesamte Familie war nun beisammen und fraß daran.

Nicht das allerdings schreckte uns ab, sondern die Wagenburg, die sich in Windeseile um die Szene gebildet hatte. Nun zeigte die Mara im vollen Ausmaß ihr anderes, hässliches Gesicht. Von den Rangern war nichts zu sehen. Joseph fragte, ob er eine Lücke suchen solle, war aber sichtlich froh, als wir abwinkten. Wir suchten uns stattdessen einen Baum und frühstückten friedlich in seinem Schatten.

30_20240919_092506.jpg


Danach fuhren wir in Richtung Camp und stoppten kurz davor an einer Weggabelung. Den einzelnen Baum, der dort steht, hatten wir schon bei unserem letzten Besuch den "Vogelbaum" genannt. Er ist für Mara-Verhältnisse ungewöhnlich groß und dicht belaubt und deshalb das Ziel vieler unterschiedlicher Vögel. Fruchttauben, Sunbirds, verschiedene Stare, Go away Birds, schon der Sound ist ein Erlebnis.

31_EN_7829(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Joseph hatte mir nicht glauben wollen, dass wir dort schon einmal Violet-backed starlings (Amethystglanzstare) entdeckt hatten. Und leider konnten wir an diesem Tag auch keinen finden. Aber noch war nicht aller Tage Abend.

Im Malaika Camp genossen wir die Ruhe und den Blick auf den Fluss, gönnten uns eine lange Mittagspause und eine Mütze Schlaf. Sie war wohl bitter nötig, kaum lag ich auf dem Bett, war ich weg.

Als wir am Nachmittag erneut aufbrachen, war die Sonne verschwunden. Die Giraffen waren am gewohnten Ort, darunter sehr niedlich Mutter und Kind.

32_OT_1049-DxO_DeepPRIMEXD2s_1.jpg


33_1056820-RW2-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Ein Nimmersatt machte seinem Namen alle Ehre und an einem Tümpel fette Beute.

34_EN_4155-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_728.jpg


35_EN_4160-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_477.jpg


Mit dem Licht war nun aber zusehends schon lange vor Sonnenuntergang nichts mehr anzufangen. Am Horizont sahen wir die ersten Regenschauer.

36_EN_4168-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


37_EN_4131-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Wir blieben in der Nähe und besuchten einmal mehr "unser" Löwenrudel. Es wurde zu einer schönen Tradition auf dieser Reise, mindestens einmal täglich nach dem Rechten zu schauen. Schon allein dafür hatte es sich gelohnt, eine vergleichsweise lange Zeit am selben Ort zu bleiben. Das gab uns die Gelegenheit, die Familie ausgiebig zu beobachten, ohne das Gefühl zu haben, woanders möglicherweise etwas zu verpassen.

Zum letzten Mal sahen wir die beiden kleinen Geschwister, erst beim Trinken und später fast schon im Dunkeln beim Toben und Spielen. So schön, die beiden. Wir blieben, bis es nicht mehr ging.

Bruder (l.) und Schwester
38_EN_4294-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_781.jpg


Als wir ins Bett gingen, schüttete es. Ich fand das sehr gemütlich, hoffte aber, dass das Wetter nicht gänzlich kippte. Als ich den tollen Tag Revue passieren ließ, schlief ich darüber zügig ein. Das Nachtprogramm fand diesmal ohne mich statt.
Teil 605. Nov. 2025
20.9.2024, Teil I - Zwischen Sumpf und Sichtungswilli

Ich habe mich von Beginn an mit der Orientierung in der Masai Mara schwergetan. Und leider hat sich das im Laufe unserer Besuche kaum verbessert. Sicher zum Teil, weil die eigene Ortskenntnis mit einem Fahrer weniger wichtig ist. Vor allem aber, weil mir in der weiten, grasbewachsenen Landschaft, die wie gepunktet wirkt durch die einzelnen Akazienbäume, die ganz großen bzw. überdeutlichen Landmarken fehlen, die ich offenbar brauche, um meinen inneren Kompass gescheit auszurichten. Ich weiß sehr wohl, dass es anderen anders geht. Aber ich wähnte mich ein ums andere Mal fast schon in Tansania, dabei waren wir in die entgegengesetzte Richtung gefahren.

Aber natürlich gibt es auch in der Mara große Unterschiede, die selbst mir nicht verborgen bleiben. Gegenden mit einem eigenen Gesicht und eigenen Charakteristika. Wie die Musiara Marsh, ein permanentes Feuchtgebiet im nördlichen Teil der Masai Mara. An diesem Morgen ging es dorthin, eine etwas weitere Fahrt.

1_EN_5013-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


1a_EN_4675_11.jpg


Es hatte aufgehört zu regnen, aber die Luft war feucht und schwer. Die Sonne kam nicht so recht gegen die Waschküche an, die sich über Nacht zusammengebraut hatte.

2_OT_1258-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


An unserem Ziel angekommen, hingen dicke Dunstschwaden zwischen den Bäumen. Eine mystische Stimmung und auch irgendwie passend für die Marsh.

3_OT_1289-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_55.jpg


Schon aus der Ferne sahen wir eine ganze Bande von Löwenjungs durchs hohe Gras auf uns zumarschieren. Allesamt stramme Burschen. Ein Tier hatte allerdings eine klaffende Wunde am Hinterlauf, es humpelte ein wenig, schien aber durch die Verletzung nicht ernsthaft eingeschränkt zu sein.

4_OT_1334-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


5_EN_4506-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Wir warteten ab, bis die Löwen an uns vorbeigezogen waren, ein eindrücklicher Moment. Und auch ein sehr stiller, wir begegneten überraschend wenig anderen Autos in dieser Gegend. Dafür aber Rangern, die sehr auf der Hut waren.

6_EN_4363-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


7_EN_4357-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


8_EN_4489-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_478.jpg


Das Sumpfgebiet, das von unterirdischen Quellen gespeist wird, ist die Heimat unter anderem des bekannten "Marsh Pride". Die sogenannten "Topi Boys" haben im Dezember 2024 die Löwinnen und die Führung des Rudels übernommen.

Die Mitglieder dieses Rudels sind bekannt für ihre Körperkräfte und sollen problemlos in der Lage sein, schwere Kaliber wie Büffel oder Giraffen zu reißen. Beim Anblick dieser Brocken hatte ich keinerlei Zweifel an ihren Superkräften.

9_EN_4367-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7722.jpg


Als sie im hohen Gras verschwunden waren, fanden wir weitere Löwen. Bestimmt gehörten sie zusammen. Diese Kater waren allerdings längst raus aus den Flegeljahren und im Besitz prächtiger Mähnen.

10_EN_4987-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


Sehr kundenorientiert schüttelten sie sie mehrfach, denn mittlerweile hatte es wieder angefangen zu regnen.

11_EN_4558-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


12_EN_4985-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


13_EN_4725-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_744.jpg


Ein Fest für die Hippos, die sich in einem Graben stapelten, der kaum noch aus mehr Bestand als Schlamm und - äh... - anderen breiigen Dingen, die nicht unbedingt zur Steigerung der Wasserqualität beigetragen haben dürften. Meine Nase meldete sich beleidigt ab.

14_EN_4627.JPG


Als wir wieder an ihnen vorbeikamen, hatten sich die Löwenmänner kaum von der Stelle gerührt. Im nassen Gras warteten sie auf bessere und trocknere Zeiten.

15_EN_4990-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


16_EN_4986-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


17_EN_4826-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_477.jpg


18_EN_5006-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Der Regen stoppte schließlich gerade zur rechten Zeit. An einem Hippo-Pool beobachteten uns die etwas mürrischen Bewohner mit Argusaugen, als wir am Rand ihres Wohnzimmers frühstückten.

19_EN_5156-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Wir aßen vorsorglich im Stehen.

20_EN_5171-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Als wir uns langsam auf den Rückweg machten, gab es noch weitere schöne Begegnungen. Am Rand eines Akazienwäldchens trafen wir auf Elefanten.

21_EN_5301-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


Direkt daneben hatten einige Ground hornbills das "Ground" aus ihrem Namen gestrichen und sich auf der Flucht vor der Nässe in die Äste eines toten Baumes verzogen. Dort sortierten sie penibelst ihr durchweichtes Gefieder.

22_EN_5472-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1221.jpg


23_EN_5496-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


Je näher wir dem Camp kamen, desto mehr klarte es auf. Schon auf der Zufahrt fielen uns die vielen Vögel auf, die emsig durch die Büsche und von Baum zu Baum huschten.

Granatastrild
24_EN_5602-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1271.jpg


Brown-throated wattle-eye
25_1067570-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1441.jpg


Wahrscheinlich waren sie wetterbedingt spät dran. Und holten nun bei zunehmender Wärme und Trockenheit ihre verabsäumten morgendlichen Geschäfte nach.

Wegen des vergleichsweise kühlen Morgens nicht allzu erschlagen, gingen wir deshalb nach dem Lunch noch einmal auf Vogelpirsch im Camp.

Paradise Flycatcher
26_1067578-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1212.jpg


Woodland Kingfisher
27_EN_5846-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_41.jpg


Schalow-Tauraco
28_1067516-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


29_1067590-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_14884.jpg


Eine lohnenswerte Angelegenheit, an diesem Tag noch mehr als sonst. Als Thomas keine Lust mehr hatte, drehte ich eine weitere Runde. Ich liebe die stille, friedliche Atmosphäre mittags in den Camps. Mittlerweile war es wieder sonnig und heiß geworden.

30_EN_5807-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


31_1067593-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_24.jpg


32_1067608-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1471.jpg


33_1067566-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_44.jpg


Kurz bevor es am Nachmittag weiterging, hatten wir eine spontane Eingebung. Wir setzten uns auf die Terrasse vor unserem Zelt und köpften den Sichtungswilli, den uns Konni und Silke netterweise bei einem Forumstreffen in Büsnau geschenkt hatten. Wir hatten uns bislang wahrlich nicht über fehlende Fortune beschweren können. Aber wer weiß, wofür es noch gut war.

34_20240920_153345.jpg


Wir prosteten uns zu und dachten an unsere freundlichen Spenderinnen, die selbst schon Gäste im Malaika Camp gewesen waren. Mit leicht brennender Kehle, aber angenehm beschwingt kletterte ich wieder in den Wagen.
Teil 709. Nov. 2025
20.9.2024, Teil II - Ärger im Paradies

An Tag vier wurden wir zusehends zu Wiederholungstätern. Der erste Stopp kurz hinter dem Camp war wieder der Vogelbaum, der aber erneut keine Amethystglanzstare (Violet-backed starling) für uns im Repertoire hatte. Dafür einmal mehr schöne Grüne Tauben. Die waren natürlich auch sehr willkommen.

1_EN_5969-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


Weil die Game Drives am Nachmittag deutlich kürzer sind als die vormittags, waren unser grobes Ziel wieder die Löwen gleich ums Eck. Dieses ausgiebige Beobachten des Rudels schätzten wir alle Drei sehr, und eventuell könnten wir ja auf dem Weg noch ein bisschen was einsammeln.

2_EN_6034-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


3_1067483-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_744.jpg


Unterwegs bekamen wir uns allerdings mit Joseph in die Wolle. Es hatte sich schon an den vorangegangenen Tagen atmosphärisch was angesammelt, nun flog der Deckel vom Topf.

Als Guide fanden wir Joseph gut, er kannte sich wie erwartet bestens aus in der Mara, war erfahren und antizipierte das Verhalten der Tiere hervorragend. Wir fanden allerdings, dass er zu oft offroad fuhr, nicht unbedingt bei den Tieren, sondern einfach so. Einmal bekam er Ärger mit den Rangern deswegen, was ihn ungeheuer auf die Palme brachte. Mit einer gehörigen Portion Stolz und Sturheit gesegnet, lässt er sich wohl von niemandem etwas sagen. Erst recht nicht von uns.

Doch an diesem Nachmittag trieb er seine Launenhaftigkeit für unseren Geschmack zu weit. Er wirkte gereizt, und sein Ton uns gegenüber war im Zuge dessen nicht zum ersten Mal unangemessen rüde. Thomas und ich wollten das nicht so stehenlassen - und auch nicht weitere eineinhalb Wochen akzeptieren. Leicht bedrückt sprachen wir also einige Dinge an. Joseph ging sofort an die Decke, der Ton wurde schärfer.

Mittlerweile waren wir beim Rudel angekommen. Es war sicher ein Bild für die Götter, wie wir uns da mitten im afrikanischen Busch und umzingelt von Löwen auf dem Auto gegenseitig die Meinung geigten.

4_EN_6307-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_27.jpg


5_EN_6111-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_724.jpg


5a_EN_6037-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_412.jpg


Irgendwann bekamen wir die Kurve und die Gemüter beruhigten sich. Nach dem reinigenden Gewitter war vieles besser, respektierten wir gegenseitig unsere Grenzen. Aber wir wurden nie die verschworene Teilzeit-Gemeinschaft, wie wir das schon häufig mit anderen Guides erlebt hatten.

Die gute Laune kam schnell zurück. Wir wollten uns nichts verderben lassen und sind ohnehin nicht nachtragend. Die Löwen waren die denkbar beste Ablenkung.

6_EN_6382-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_74.jpg


7_EN_6383-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


8_EN_6384-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7741.jpg


9_EN_6387-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_774.jpg


Allen voran das kleine Löwenmädchen, das sich diesmal bei akzeptablem Licht und auf offener Fläche präsentierte. Vom Bruder war nichts zu sehen, Joseph vermutete, er würde sich zusammen mit den vier ganz kleinen Babys bei einer seiner Tanten aufhalten. Doch so war es wohl leider nicht, er blieb dauerhaft verschwunden.

Als Ersatz musste nun die Mutter als Spielkameradin herhalten. Sie war leicht an dem Loch unterhalb ihres linken Ohres zu erkennen, das einmal tief und groß gewesen sein musste, aber offensichtlich gut verheilte.

10_EN_6255-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1474.jpg


11_EN_6067-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


12_EN_6350-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Wie alle Mütter brauchte sie Nerven aus Stahl, denn die Kleine verfügte anscheinend über unerschöpfliche Energie.

13_EN_6400-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


14_EN_6393-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


15_EN_6391-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


Von den drei anwesenden Tanten war keine Unterstützung zu erwarten. Sie hielten lieber etwas Distanz. Nicht, dass sie noch in etwas verwickelt wurden...

16_EN_6312-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7824.jpg


17_EN_6301-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


18_EN_6581-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


Nach über 60 Minuten sah es aus, als sei die Tobestunde vorbei.

19_EN_6537-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_742.jpg


20_EN_6668-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_227.jpg


Doch nach kurzem Powernap ging es weiter. Allerdings ohne die Mutter, die sich einfach demonstrativ nicht mehr rührte. Da nun dort beim besten Willen nichts mehr zu holen war, marschierte der Nachwuchs eben einfach auf eigene Faust los. Und landete in unmittelbarer Nähe unseres Autos.

21_EN_6613-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_67.jpg


22_EN_6792-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Wir waren einer der letzten Wagen, denn viele hatten sich bereits auf den Rückweg machen müssen, während wir es nicht weit zum Camp hatten. Der Vorteil einer Unterkunft im Herzen des Reservats.

23_EN_6809-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Irgendwann kam Bewegung in die Damenriege. Die Tanten gingen vor, die Mutter sammelte ihr Baby ein und versuchte es mit der Schnauze aufzunehmen und zu tragen, was es sich aber nicht gefallen ließ. Offenbar fand das Löwenkind, es sei dafür schon viel zu groß.

24_EN_6855-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


25_EN_6864-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Die Kleine lief lieber allein vorneweg, wurde dann aber offenbar zurückgepfiffen und bei uns zwischengeparkt. Ihr passte das nicht, sie maunzte anklagend vor sich hin und trat unruhig auf der Stelle.

26_EN_6886-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_171.jpg


27_EN_6896-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_748.jpg


Dann gab es offenbar ein Signal und im Schweinsgalopp schloss sie zum Rest der Familie auf, die nun gemeinsam weitermarschierte. Wie diese Kommunikation vonstattenging, blieb uns ein Rätsel. Wir hatten keinen Ton von der Mutter gehört.

Zielstrebig steuerten die Tiere einen Graben an, wo eine weitere Löwin einen Zebrariss bewachte.

28_OT_1645-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


29_OT_1680-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_47.jpg


Während die Großen einträchtig fraßen, saß die kleine Löwin ausnahmsweise einmal geduldig daneben. Noch konnte sie mit dem Fleisch nichts anfangen.

30_OT_1728-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Als wir zurückfuhren, war die Stimmung im Auto gelöst. Wir waren wohl alle froh darüber und auch, dass wir schon wieder so viel Schönes erlebt hatten.

31_OT_1829-CR3-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Zurück im Camp gingen die Dinge ihren gewohnten Gang, der Ablauf war schon zur Routine geworden. Fotos runterladen, Kameras säubern, duschen, vom wachhabenden Massai zum Abendessen und zurück zum Zelt bringen lassen, noch ein bisschen lesen und quatschen, schlafen. Und dann begann wieder alles von vorn. Was für ein Leben. Ich liebte es.

32_1068147-RW2-20240920-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg
Teil 812. Nov. 2025
21.9.2024 - Die Rückkehr der Gnus

Es leben immer einige Gnus in der Masai Mara. Aber die großen Herden verlassen sie ja bekanntlich im Zuge der Great Migration Jahr für Jahr in Richtung Serengeti. Das Spektakel findet im Großen und Ganzen zwischen Juli und September statt, und 2018 waren wir im August schon einmal zu seiner Hoch-Zeit in der Mara gewesen.

Es war eine - so auch der Titel des damaligen Reiseberichts - Achterbahn der Gefühle für uns gewesen, denn natürlich sind die Szenen faszinierend. Gleichzeitig waren wir von dem Rummel drumherum dermaßen abgeschreckt, dass wir beschlossen, diese Reisezeit künftig unbedingt zu meiden.

Achterbahn der Gefühle in der Masai Mara

Auch nach September sind Crossings zwischen Mara und Tansania noch möglich, aber Ende Oktober hatten wir nicht mehr damit gerechnet, sie vielleicht noch zu erleben. Nach den temporären, aber teilweise heftigen Regenfällen der vergangenen Tage kam jedoch wieder Bewegung in die Sache. Als wir an diesem Morgen unsere Pirschfahrt starteten, sahen wir die Gnus in langen Reihen am Horizont ziehen.

1_OT_1877-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


2_1068187-RW2-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Aus der Ferne beobachteten wir, wie Hyänen mehrere Angriffe starteten. Die Attacken blieben erfolglos, doch als wir weiterfuhren, trafen wir auf weitere Hyänen, die mehr Glück - oder auch Geschick - bei der Jagd gehabt hatten.

3_EN_7320-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


4_OT_2078-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


5_1068300-RW2-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Wir blieben stehen, weit und breit das einzige Auto, und beobachteten mit etwas flauem Gefühl im Magen, was sich da vor unseren Augen abspielte. Nichts für schwache Mägen jedenfalls. Zum Glück - oder vielleicht auch leider? - hatten wir noch nicht gefrühstückt.

6_OT_2000-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Joseph parkte dankenswerterweise noch einmal um. So wehte uns die schauderhafte Geruchsfahne nicht mehr direkt entgegen. Immerhin.

7_OT_2055-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


8_OT_2032-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Die üblichen Kostgänger hatten sich wieder selbst zum Essen eingeladen und arbeiteten geschickt daran, den Jägern ihren Anteil an der Beute abzuluchsen.

9_1068322-RW2-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


10_EN_7260-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Es dauerte, bis ich an diesem Tag problemlos etwas essen konnte; bis ich den Geruch nicht mehr in der Nase hatte und das Knacken der Knochen im Ohr. Der Anblick der vielen quicklebendigen Gnus, denen wir unterwegs begegneten, half.

10a_OT_2099-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


Schließlich rollten wir weiter und entlang der kenianisch-tansanischen grünen Grenze.

11_1068393-RW2-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_771.jpg


12_EN_7546-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_124.jpg


13_EN_7454-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_112.jpg


14_EN_7459-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


15_EN_7513-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Joseph war sehr darauf bedacht, sie nicht um mehr als einen Meter zu überschreiten. Er und ein anderer Fahrer waren einige Jahre zuvor mitsamt Gästen von den Rangern des Nachbarlandes aufgegriffen und für kurze Zeit verknackt worden.

16_OT_2118.JPG


Zumindest die Touris durften schnell wieder gehen. Aber das Erlebnis hatte verständlicherweise tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen.

Es war eine ruhige, nicht unbedingt spektakuläre, aber auch alles andere als langweilige Fahrt. Gemächlich cruisten wir durch die Gegend und wie schon so oft verlor ich völlig die Orientierung.

17_EN_7522-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


18_1068520-RW2-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_74.jpg


19_1068545-RW2-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


20_EN_7604_44.jpg


Wir checkten die Lage am Mara River. Dort waren jedoch keine Gnus und kein Crossing in Sicht.

21_1068479-RW2-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


22_EN_7609-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


23_EN_7633-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


24_EN_7647_4.jpg


Zurück im Camp war die Mittagszeit am Fluss und rund ums Zelt wie immer schön und entspannt. Ein kleiner Besucher bewarb sich relativ renitent als potenzieller Mitbewohner. Doch so sympathisch er mir war, ich hatte meinen Froschkönig schon gefunden.

25_1078626-RW2-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_141.jpg


Auch an diesem Nachmittag fuhren wir zum Löwenrudel, das seinen Wirkungskreis weiterhin beibehielt und daher leicht zu finden war. Die Damen - ohne die Kleine - waren diesmal schwer beschäftigt und hatten sich an unterschiedlichen Stellen strategisch klug positioniert.

26_EN_7668_1.jpg


Wir kamen gerade zur rechten Zeit und beobachteten, wie sich eine der Löwinnen schon ziemlich nah an ein Warzenschwein mit Nachwuchs herangepirscht hatte.

27_EN_7675_11.jpg


28_EN_7679-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_447.jpg


Es war spannend und interessant, die Löwin dabei zu beobachten, wie sie sich geschickt weiter annäherte und schließlich lossprintete.

29_EN_7681-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_744.jpg


30_EN_7694-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Mutter und Ferkel ergriffen sofort die Flucht, doch zu spät. Das Ferkel quiekte jämmerlich, als die Löwin es zu Fall brachte und dann zuschnappte. Rasend schnell war alles vorbei.

31_EN_7751-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


32_EN_7714-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_7221.jpg


Natürlich tat mir das Ferkel leid, aber die Löwen müssen fressen - Gedanken und Emotionen kamen kaum hinterher.

Die erfolgreiche Jägerin nahm sich zuerst den Löwenanteil, was wir nicht weiter erstaunlich fanden.

33_EN_7856-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


34_EN_7916-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


35_EN_7944-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Sehr wohl aber, dass die Mutter der kleinen, noch auf Milch angewiesenen Löwin erst als letzte etwas abbekam. Und das auch erst auf nachdrückliche Forderung. Viel war da schon nicht mehr übrig. Aus Löwensicht war es sicher sowieso höchstens ein Snack gewesen. Doch sie waren überaus erfolgreiche Jägerinnen, wie schon das Zebra am Vortag gezeigt hatte.

36_EN_7987-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Als die Sonne unterging, fuhren wir zurück ins Camp. Randvoll mit Eindrücken. Schon wieder.

37_OT_2210-CR3-20240921-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg
Teil 919. Nov. 2025
22.9.2024 - Zeitlos

Der Tag begann wie alle anderen bisher - und wie alle nachfolgenden auch. Ein fröhlichen "Helloooooo" vom netten Massai vor unserem Zelt zum Wecken. Waschen, anziehen, Rucksack packen, dann der Speerspitze desselben Massai hinterher zum Morgenkaffee. "Asante sana" - vielen Dank für die Begleitung noch im Dunkeln. Tee und Kaffee trinken, ins Auto klettern, Kameras rausholen, losfahren. Gucken, suchen und oft auch finden. Fotografieren, freuen, manchmal auch verpassten Chancen nachtrauern. Afrika-Routine. Gleichbleibend, aber nie eintönig. Ein Traum.

1_EN_8123-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


30_OT_2614-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_171.jpg


Wir fuhren mitten hinein in einen schönen Sonnenaufgang und schönes Licht. Das ist eine besondere Erwähnung wert, denn es ist alles andere als selbstverständlich. In der Mara kann es zu jeder Jahreszeit regnen, der Grund für das viele Gras und die damit verbundenen vielen Tiere, und wir steuerten ja auch schon auf die kleine Regenzeit ab November zu.

2_OT_2252-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


3_1078772-RW2-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Bislang hatten wir uns allerdings auch wettertechnisch keineswegs beschweren können, der eine oder andere Regenschauer war uns allemal lieber als ganze verhangene Tage. Auch das hatten wir schon erlebt und den abhanden gekommenen Beleuchter insgeheim verflucht.

An diesem frühen Morgen waren wir nicht die einzigen Sonnenanbeter. Drei schneidige Löwenjungs hatten sich einen überwachsenen Termitenhügel als Wärmebank auserkoren und dekorativ darauf niedergelassen.

4_OT_2282-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_27.jpg


5_EN_8138-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Trotz der prominenten Position und obwohl schon von Weitem gut zu erkennen, blieben wir erfreulich lang allein mit dem hübschen Trio. Als schließlich andere Autos zu uns stießen, rollten wir weiter.

6_EN_8094-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


7_1078906-RW2-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Der Tag war damit schon um 6.15 Uhr gelungen. Wir freuten uns über die vielen unterschiedlichen Tiere, denen wir unterwegs begegneten. Über die viele Zeit, die wir uns lassen konnten. Und über die einsame Weite um uns herum.

8_EN_8254-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


9_EN_8204-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


10_EN_8256-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


11_EN_8258-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


12_EN_9108-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_7242.jpg


Am Horizont war es dann plötzlich damit vorbei. Entlang eines Weges hatte sich eine kleine Blechlawine angesammelt, Joseph checkte aus der Ferne die Lage - Löwen, und es bahnte sich eine Jagd an. Hm. Was also tun?

Wir kamen nicht dazu, diese Frage zu beantworten, denn etwas anderes fing unseren Blick. Ein Southern Ground Hornbill, immer ein schöner Fund und sehr nah, da blieben wir erst einmal hängen.

13_EN_8487-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Letztlich wurde aus dem Intermezzo unverhofft ein ausufernder Stopp. Denn die - etwas tragische - Begegnung, deren Zeuge wir wurden, hatte auch Joseph so noch nie erlebt und so beobachteten wir gemeinsam gebannt, wie der riesige Vogel einer Schildkröte zusetzte (die sich leider noch erstaunlich und auch erschreckend lange rührte).

14_EN_8432-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_7788.jpg


15_EN_8438-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


16_EN_8430-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Mit seinem gigantischen Schnabel hackte er mit immenser Wucht auf den Panzer ein, ein lautes und unerbittliches Klopfen. Dann wieder stolzierte der Hornbill um sein malträtiertes Opfer herum und schleuderte es heftig hin und her, um an sein Fleisch heranzukommen.

17_EN_8538-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


18_EN_8567-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Keine Szene für Zartbesaitete, doch es lag wahrscheinlich nicht daran, dass die Autos sofort weiterfuhren, die von Zeit zu Zeit neben uns hielten. Die Löwen waren - vermeintlich - spannender. Für uns eine glatte Fehlentscheidung. Zumal Gnus und Zebras den Braten gerochen und sich rechtzeitig aus der Gefahrenzone entfernt hatten. Als wir an ihnen vorbeikamen, hatten sich die Löwen in den Schatten verzogen.

19_EN_8518-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


20_EN_8568-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Ein junger Kampfadler war erfolgreicher bei der Jagd gewesen als die Katzen, er fraß an einer erbeuteten Manguste.

21_EN_8769-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Am Talek entlang fuhren wir zurück zum Camp, das war wie immer schön. Es war nun brüllend heiß.

22_EN_8309-Kopie-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_5.jpg


23_1079019-RW2-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_472.jpg


24_EN_9060-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


25_EN_9035-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


26_OT_2339-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_44.jpg


27_EN_8919-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


In der Mittagspause zog sich der Himmel zusehends zu. Bei Gewitterstimmung fuhren wir wieder los. Die Giraffen hatten sich diesmal direkt beidseits der Campzufahrt aufgestellt und waren dort wieder zur Salzsäule erstarrt.

28_EN_9135-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


29_1079301-RW2-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Sie schenkten uns kaum einen Blick, als wir an ihnen vorbei- und zwischen ihnen hindurchkrochen. Turmhoch, aber auch grazil ragten sie über uns auf. Giraffen lösen keinerlei Furcht in mir aus. Aber aus dieser Nähe und aus dieser Perspektive sind sie schon ziemlich beeindruckend! Ich fühlte mich sehr klein.

31_EN_9169-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


"Unser" Löwenrudel war weiterhin an bekannter Stelle - und schon wieder auf der Jagd. Wir bekamen gerade noch mit, dass ein kleines Schweinchen laut quiekend in einem Erdloch unterhalb eines Termitenhügels verschwand. Gerettet. Zumindest vorläufig. Seine Mutter floh in die andere Richtung und ward erst einmal nicht mehr gesehen, während ihr letzter verbliebener Zögling eine Etage tiefer auf bessere Zeiten hoffte.

Die Jägerin, der die Beute nur knapp entwischt war, positionierte sich etwas unschlüssig oberhalb des Lochs. Buddeln oder warten? Warten! Sie würde sicher Stunden auf ihre Chance lauern. Ob sie kam und zum Erfolg führte, wissen wir nicht. Am nächsten Tag fanden wir keinerlei Hinweise auf den Ausgang der Geschichte.

32_EN_9350-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_12211.jpg


Von der deutlich fauleren Verwandtschaft der Löwin war diesmal anscheinend nichts zu erwarten, sie lungerte herum. Das Wetter dagegen entwickelte sich spektakulär.

32a_EN_9331-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_144.jpg


33_OT_2715-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Aus tintenschwarzen Wolken regnete es in der Ferne und es wurde richtig frisch, bevor die Sonne noch einmal zurückkehrte.

34_1079431-RW2-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_5.jpg


Im Abendlicht schaukelten wir zurück zum Camp, wo wir wie immer nett in Empfang genommen und zum Zelt begleitet wurden. Die Tage flogen nur so vorbei und erschienen mir trotzdem endlos. Noch nicht einmal Halbzeit. Ich machte mir keine Gedanken mehr über die Zeit. Sie spielte an diesem Ort keine Rolle.

35_20240922_181713_1.jpg
Teil 1024. Nov. 2025
23.9.2024 - Löwen-Rasselbande

Neuer Tag, neues Spiel, und wie immer war die Vorfreude groß. Trotz des Aufstehens zu nächtlicher Stunde, das sonst eher nicht meinen angeborenen Gewohnheiten entspricht, ist mir nichts lieber als der frühe Morgen eines Tages im Busch. Alles liegt noch vor einem, ist offen und unverbraucht. Ein Gefühl, das sich wohl nie legen wird: eine prickelnde Melange aus gespannter Erwartung, Entdeckergeist und Neugier.

1_EN_0984(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


2_EN_9613-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


Wir nutzten die Morgendämmerung wie immer, um etwas möglichst Interessantes zu finden. Sofern das gelang, blieben wir stets ziemlich lange an Ort und Stelle, fotografierten und beobachteten ausgiebig. Andere Gäste im Camp hatten abends oft eine längere Liste an Sichtungen parat. Mit 15 Safarijahren auf dem Buckel hat das bei uns aber nicht mehr allerhöchste Priorität, auch wenn der Impuls natürlich nachvollziehbar ist.

3_EN_9805-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


4_1089842-RW2-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Während wir im noch schummrigen Licht durch die Landschaft fuhren, erspähte ich mehrfach kleinere Fahrzeugansammlungen unter unterschiedlichen Bäumen. Wow, es musste ja schwer was los sein an diesem Morgen in der Mara. Überall gab's anscheinend was zu sehen! Erst auf den zweiten Blick erkannte ich Menschen außerhalb der Wagen und Tische, die gedeckt wurden. "Ballooning", erklärte Joseph, als er meinen fragenden Blick sah. Aha, wir waren also in der Gegend, wo die Ballonfahrten starteten und später gemeinsam gefrühstückt wurde. Kurz darauf tauchten die ersten bunten Bälle am Horizont auf.

Man kann nicht behaupten, dass es uns hier unten schlecht gegangen wäre. Zumal wir bei Sonnenaufgang direkt an einer Kreuzung zweier Pisten schon fast über unseren Fund des Tages stolperten: ein kleines Löwenrudel oder zumindest ein Teil davon, bestehend aus einer Löwenmama mit ihren drei Kids sowie zwei Tanten.

5_EN_0452(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


6_EN_0848(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


Die Löwinnen hatten in der Nacht ein Gnu gerissen und sich die Bäuche schon sichtbar vollgeschlagen, auch die Kleinen sahen kugelrund aus. In der Mara leben Löwen aufgrund des komfortablen Nahrungsangebots in aller Regel wie die Maden im Speck und sind wohlgenährt.

7_EN_1070(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


8_EN_0587(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Putzmunter spielte die Rasselbande miteinander, jagte sich und purzelte übereinander. Ein wunderbarer Anblick, noch waren wir eins von nur sehr wenigen Autos und konnten uns die Pole Position aussuchen.

9_EN_0024-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Bei YouTube ansehen ↗



Die war wenig verwunderlich beim Riss, denn die Löwen blieben immer in seiner Nähe. Eine der Tanten fraß gerade daran.

10_EN_9577-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Die Löwenmama musste sich derweil um ihre Rasselbande kümmern, wenn sie eine Pause vom Toben oder eine Schmuseeinheit brauchte.

11_EN_9537-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


12_EN_9550-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


13_EN_9539-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


14_EN_9594-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_772.jpg


Die Kleinen waren noch auf Milch angewiesen. Wollte eins der Geschwister trinken, wollten die anderen auch, Futterneid ist keine schlechte Angewohnheit, sondern einfach eine von der Natur geschaffene Tatsache.

15_EN_9614-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


16_EN_9616-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


17_EN_9737-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


Als die andere Löwin ihr den Kadaver überließ...

18_EN_0245(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_8871.jpg


... war die Mutter an der Reihe. Sie ignorierte die Beschwerden der Kleinen, die sich bei ihrem Frühstück gestört sahen, und ging nahtlos zum Hauptprogramm über. Wir hörten Knorpel und Knochen knacken. Einige potenzielle Kostgänger warteten auf ihre Chance, die aber nicht kam.

19_EN_9897-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


20_EN_9880-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_782.jpg


21_EN_1104(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


22_EN_9951-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Der Nachwuchs wusste sich zu helfen und tobte - etwas träge beaufsichtigt von den schläfrigen Tanten - durchs hohe Gras.
Wir waren ganz vertieft, da setzte nach einer guten halben Stunde ein Donnern ein, das wir erst nicht zuordnen konnten.

Ein Sattelschlepper nach dem anderen rumpelte nun lärmend hinter uns auf der ruppigen Piste vorbei, der Boden bebte wie auch die riesigen Ballonkörbe auf den Ladeflächen. Fast eine halbe Stunde lang ging das immer mal wieder so, die Tiere blieben zum Glück, schauten aber irritiert.

23_EN_0503(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Dann kehrte glücklicherweise wieder Ruhe ein, doch mein Urteil war gefällt. Ich habe nichts gegen Ballonfahrten, im kommenden Frühjahr werden wir selbst eine in Namibia unternehmen. Doch ich hatte mich schon immer gefragt, ob das über die Köpfe vieler Tiere hinweg in einem Safarigebiet sein müsste. Falls ja, dann waren es an diesem Ort zumindest viel zu viele.

Die nächsten eineinhalb Stunden verbrachten wir nun aber einträchtig und in Frieden mit der Löwenfamilie.

24_EN_0729(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


Die kleinen Löwen gesellten sich zu ihrer Mutter und taten das, was Menschenkindern in aller Regel untersagt ist: Sie spielten mit dem Essen.

25_EN_0340(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


26_EN_0695(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


27_EN_0950(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


28_EN_0965(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Anders als die noch jüngere Löwin in der Umgebung des Malaika Camps versuchten sie etwas zaghaft, von der üppigen Mahlzeit etwas abzuzwacken. Mit überschaubarem Erfolg. Mit ihren Milchzähnen war dem zähen Fleisch kaum beizukommen.

29_1089839-RW2-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


30_EN_0439(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


31_EN_0705(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Es war noch immer früher Morgen, doch die Sonne brannte zusehends vom Himmel. Die Kleinen begannen zu quengeln.

32_OT_3090-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Die beiden Tanten hatten sich bereits verabschiedet, nun machte auch die verbliebene Löwin Anstalten, sich ein schattiges Plätzchen zu suchen.

Nicht allerdings ohne den Riss. Es war noch zuviel dran, als dass sie ihn hätte herschenken wollen, und so zerrte sie ihn - ihre maunzende Kinderschar am Rockzipfel - unter größter Kraftanstrengung in ein dichtes Gebüsch.

33_EN_1118(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Die Familie verschwand darin wie unter einem Tarnumhang. Es war das Ende dieser fantastischen Morningshow.

Euphorisch bis in die Haarspitzen machten wir uns auf die Suche nach einem Frühstücksbaum. Der Rest des Vormittags verlief relativ ruhig, aber schön. Wir blieben ganz für uns und stoppten auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten.

34_EN_1199(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


35_EN_1738(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


36_EN_1604(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


37_1090233-RW2-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


Am Nachmittag fuhr Joseph zum Mara River. Große Herden von Gnus zogen gemächlich über die Ebenen. Wir begriffen es zuerst nicht, aber sicher checkte er erneut die Lage mit Blick auf eventuelle Crossings. Natürlich tauschten sich die Guides im Camp auch darüber aus. Aber er verließ sich nur ungern auf die Informationen anderer und machte sich lieber selbst ein Bild.

38_EN_1841(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


39_1090307-RW2-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Wir kannten die Gegend, dort konnte viel passieren. Doch diesmal war es rund um den Fluss ruhig. Offensichtlich hatten wir unser Trümpfe für diesen Tag ausgereizt. Aber wer will bei so einem Los und nach so einem Tag schon klagen?

40_1089923-RW2-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


41_OT_3308-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_122.jpg
Teil 1130. Nov. 2025
24.9.2024 - Kids und Crossings

Sehr früh am nächsten Morgen fuhren wir wieder zum Mara River. Und tatsächlich - an den Hängen des gegenüberliegenden Ufers weideten jede Menge Gnus und rückten nach und nach tiefer zum Wasser.

Sollte es hier ein Crossing geben, dann dürfte es allerdings noch ein wenig auf sich warten lassen. Wir rollten also weiter am Fluss entlang und trafen auf eine Elefantenherde. Ich dachte, sie wären zum Trinken gekommen,...

1_EN_2086(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


...doch tatsächlich wechselten sie auf unsere Seite des Ufers. Ein Elefantencrossing, ich freute mich sehr über dieses Erlebnis, überhaupt hatten wir bislang auf dieser Reise erst wenige Elefanten zu Gesicht bekommen.

2_OT_3380-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


3_1090394-RW2-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


4_OT_3333-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Das Wasser kochte, als sich die Kolosse geräuschvoll und trompetend durchs Flussbett frästen. Die Hippos fühlten sich in ihrem Hausfrieden gestört, schnaubten und machten nur widerwillig Platz. Den Elefanten war das vollkommen egal, hier regierte das Recht des Stärkeren.

5_1090356-RW2-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Ein kleiner Eli war auch dabei, immer Seite an Seite mit der Mutter. Zwischenzeitlich ragte nur noch der Rüssel heraus. Anders als die Erwachsenen, die durch das Wasser waten konnten, musste er eine kurze Strecke schwimmen. Die Gruppe wartete, bis der Nachwuchs auch den Aufstieg ans Ufer sicher bewältigt hatte und zog dann weiter.

6_OT_3474-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


Eine tolle Szene und doppelt willkommen, denn so starteten wir mit einem schönen Erlebnis in die nächste Phase des Tages.

7_EN_2001(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Wir fuhren zurück zu einem der bekannten Crossing-Points der Gnus und - warteten. Warteten und warteten, wer (wie ich) über wenig Geduld verfügt, wird sie hier zwangsläufig lernen müssen.

Man kann gut und gerne stundenlang auf Crossings warten - manchmal auch, ohne dass am Ende tatsächlich etwas passiert. Mal wabert die Masse der Tiere von rechts nach links, dann umgekehrt, dann kommt sie zum Stillstand oder zieht sich wieder weiter zurück. Alles ist möglich, nichts vorhersehbar. Ich richtete mich häuslich ein - und dämmerte für eine Stunde weg.

Passiert war in der Zwischenzeit nichts. Nur ein bisschen Hin und Her auf der gegenüberliegenden Seite. Wir frühstückten im Auto.

8_1090461-RW2-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Dann, endlich, waren die Gnus unten am Wasser angelangt. Auch das musste nichts heißen, noch immer konnten sie ihre Meinung ändern, wenn ihnen irgendetwas verdächtig vorkam. Oder warum auch immer. Wer weiß schon, was in so einem Gnu vorgeht?

Fasst sich erst einmal eins der Tiere ein Herz, geht es allerdings meist ganz schnell und die anderen folgen buchstäblich ohne Rücksicht auf Verluste.

Es waren kaum Autos da, noch hatte sich der Re-Start der Crossings wohl nicht herumgesprochen. Joseph hatte uns in eine gute Position gebracht, doch als die ersten Gnus endlich ins Wasser traten, rutschten sie auf den glatten Felsen aus und störten sich zudem an Stromschnellen, sodass sie wieder umkehrten. Ich seufzte. War wohl nix.

9_EN_2368(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_788.jpg


Am Ufer lösten die Rückkehrer ein veritables Verkehrschaos aus, denn sie verhedderten sich mit ihren nachdrängenden Artgenossen.

10_EN_2396(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Unter lautstarkem Blöken entwirrte sich der Knoten nur mühsam, aber ein paar Meter weiter nahm die Herde erneut Aufstellung. Die zuvor akzeptable Entfernung war für uns nun leider sehr groß, aber immerhin: Es ging los!

11_1090611-RW2-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


Es hatte einige Zeit keine Flussüberquerungen gegeben, was die Krokodile nun umso mehr auf den Plan rief. Nach der Durststrecke offensichtlich ausgehungert, schwammen sie aus allen möglichen Richtungen heran und schossen dann unvermittelt aus dem Wasser.

12_EN_2493(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Einmal dachten wir schon, es sei um ein Gnu geschehen, doch das Krokodil konnte seine Mähne nicht festhalten. Schwein gehabt!

13_EN_2859(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


14_EN_2864(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


15_EN_2880(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


Ein jüngeres Tier weiter hinten hatte weniger Glück und verschwand unter Wasser, das sich kurz darauf rot färbte. Puh...

16_EN_3059(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Noch ein paar Nachzügler, dann war das Spektakel nach einer Viertelstunde vorbei. Kein großes, aber ein bemerkenswertes Crossing. Auf dem Rückweg zum Camp redeten wir erst viel, dann kaum noch und hingen unseren Gedanken nach.

17_EN_3140(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_278.jpg


Den Nachmittag verbrachten wir wieder in der Umgebung des Camps. Die Löwenmama mit den vier Babys hatte ihren Nachwuchs ein weiteres Mal umquartiert und war einige Meter weitergezogen.

18_EN_3323(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Sie würde diesen Ort wohl so schnell nicht verlassen, sie hatte ein erbeutetes Gnu in ihr Versteck geschleppt. Davon profitierten auch ihre Kleinen, es gab reichlich Milch und sie waren nicht nur vollzählig, sondern sahen auch gesund und propper aus.

19_EN_3261(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Die Mara war für uns immer ein guter Ort für Serval-Sichtungen gewesen, und das blieb auch diesmal so. Wir bekamen gerade noch mit, wie die Mutter zur nächtlichen Jagd aufbrach und ihren Nachwuchs zurückließ.

20_1090770-RW2-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


Der junge Serval - schon ein Teenager - hatte noch wunderhübsche blaue Kinderaugen und ich fragte mich, ob sie in diesem Fall wohl so bleiben würden. Joseph konnte das nicht beantworten.

21_EN_3576(2)-Kopie-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Der Kleine startete einige ungeschickte Jagdversuche, die erfolglos blieben...

22_EN_3521(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


23_EN_3586(2)-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2s.jpg


...und tauchte dann im hohen Gras ab. Obwohl wir genau wussten, wo sich die Katze befand, konnten wir sie beim besten Willen nicht mehr entdeckten. Die perfekte Tarnung.

24_EN_3459(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Wir schaukelten weiter durch die Landschaft, schon begann es zu dämmern. Weit kamen wir nicht, denn an einem Bau spielten zwei Hyänenkinder miteinander. Wir hatten den Fund ganz für uns und genossen diese einsame und schöne Szene. Viele Autos waren um diese Uhrzeit schon unterwegs auf dem Weg aus dem Reserve hinaus.

25_EN_3798(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_87.jpg


Eins der Kids verschwand und kehrte kurz darauf mit einer Trophäe zurück, die es stolz durch die Gegend trug.

26_EN_3641(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


27_EN_3675(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Wie es eben so ist unter Geschwistern, wollte es nun die andere kleine Hyäne unbedingt haben. Und schon ging der Ringkampf von vorne los.

28_EN_3728(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


29_EN_3757(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_277.jpg


30_EN_3742(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


The Winner takes it all
31_1090856-RW2-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Als der Sieger feststand und es zusehends dunkel wurde, ließen wir die beiden allein.

32_EN_3960(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


33_EN_3940(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


34_OT_3700-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_5.jpg


Später sangen mich Hyänen in den Schlaf, in der Nacht brüllten Löwen. Gut möglich, dass wir ihnen im Laufe der Tage schon einmal begegnet waren. All das war nun schon sehr vertraut - und immer noch wie ein Wunder.
Teil 1202. Dez. 2025
25.9.2024 - Culture Clash

Der Nachmittag war so ergiebig gewesen, dass wir am Morgen wieder dieselben Stationen abfuhren. Es schien ein sonniger Tag zu werden.

1_OT_3791-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Die beiden Hyänenkids kämpften schon wieder miteinander vor ihrem Bau, die Muschel war verschwunden, die Rauflust nicht. Für Fotos war es noch zu früh, wir beobachteten ein wenig und rollten dann weiter.

Die Löwenbabys hatten sich kaum vom Fleck gerührt. Wäre an dem Gnu-Kadaver nicht viel weniger dran gewesen als noch am Vortag, hätte man meinen können, sie hätten sich gar nicht bewegt. Schmatzend und leise quäkend nuckelten sie vor sich hin und rangelten tapsig um die besten Plätze an der Milchbar.

2_1090899-RW2-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Mittlerweile war der Himmel strahlend blau und ich in Hochstimmung. Ich bin und bleibe wohl eine Sonnenanbeterin.

3_EN_1492(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


4_EN_4079(2)-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


5_1090103-RW2-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


Erneut kreuzte ein Serval unseren Weg - wir vermuteten, dass es die Mutter des blauäugigen Jungtiers war, das wir allerdings nicht entdecken konnten.

6_EN_4116(2)-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


Die Katze war offensichtlich auf der Jagd und wir wollten sie natürlich sehr gern dabei beobachten, da kam ein Funkspruch rein.

7_EN_4129(2)-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Joseph gab in aller Regel nichts darauf, eine Eigenart, die wir an ihm schätzten. Nun aber drehte er sich zu uns um. Es spiele sich ein ziemliches Drama ab, ob wir trotz der zu erwartenden vielen Autos die Lage checken wollten? Wir überlegten kurz und entschieden dann: Ja, wir wollten.

Als wir dazustießen, war die Lage zunächst unübersichtlich, erklärte sich dann aber schnell von selbst.

8_OT_3877-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Einige (vornehmlich halbstarke) Löwen hatten einen Büffel angegriffen, der vor ihnen in einen Graben geflüchtet war. Das mächtige Tier, nun auch noch geplagt von Heerscharen gieriger Fliegen, blutete aus heftigen Kratzspuren auf seinem Rücken und tiefen Fleischwunden am rechten Vorder- und Hinterbein. Für uns alle war klar: Er hatte keine Chance.

9_OT_3982-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


10_OT_4046-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


11_EN_4264(2)-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Die Angriffswelle war zunächst verebbt, die Löwen hatten sich aufs Belagern verlegt. Rührte sich das potenzielle Opfer, waren sie aber sofort zur Stelle und schlugen mit ihren Pfoten nach ihm. Jeder Fluchtversuch des Büffels schien aussichtslos zu sein.

12_EN_4202(2)-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


13_OT_3942-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_117.jpg


Einmal schaffte er es sogar in einem wahren Kraftakt auf den Graben heraus, weil sich die Löwen bis auf zwei Bewacher in den Schatten eines Baumes zurückgezogen hatten. Doch die Löwen schwärmten aus und trieben das Tier gnadenlos an dieselbe Stelle zurück. Und der Belagerungszustand ging von vorne los. Die Löwen starrten, der Büffel auch.

14_EN_4253(2)-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_788.jpg


Die Zeit verstrich, es wurde brüllend heiß. In einem Akt der Verzweiflung sprintete der Büffel durch den matschigen Graben, die Löwen auf den Fersen, an anderer Stelle ging das Spiel dann weiter. Und dann - schaffte es der Büffel tatsächlich irgendwann raus aus dem Schlamassel. Schwer angeschlagen galoppierte er über die Ebene - und die Löwen hinterher.

Nun änderte sich die Strategie aller Beteiligten. Der Büffel machte ein paar Meter gut, die Löwen verteilten sich in Schlagdistanz unter Büschen, starteten aber keine Attacken und blieben weitgehend im Schatten. Ich fragte mich, wie lange der verwundete Koloss das wohl durchhalten würde, der ab und zu sein Herz in die Hand nahm und den Spieß umzudrehen versuchte. Doch seine Angriffe parierten die Löwen mühelos. Er vergeudete nur mehr und mehr Kraft.

Knapp drei Stunden nach unserer Ankunft und am späten Vormittag waren wir fast das letzte Auto bei dieser Szene. Wir alle wollten wissen, wie das ausging und würden zur Not aufs Mittagessen verzichten.

Und dann schließlich - ließen die Löwen tatsächlich von ihrem Opfer ab und den Büffel nunmehr unbehelligt ziehen, der erschöpft durchs Gras humpelte.

15_EN_4355.jpg


Wir waren baff: Es wäre wahrscheinlich vergleichsweise leicht für die Kater gewesen, ihn zur Strecke zu bringen. Vorher schon und jetzt erst recht.

Ich dachte, dass sie seiner Spur vielleicht später folgen würden, wenn es nicht mehr so heiß war und er sich noch müder gelaufen hatte. Alles möglich, aber Joseph meinte, er habe eine reelle Überlebenschance, wenn er nur Anschluss an eine Herde fände. Ob das gelungen ist, wissen wir nicht, aber von einem Büffelriss hörten wir zumindest zeitnah nichts.

16_OT_3905-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Zurück beim Camp stellten wir fest, dass wir Zuwachs bekommen hatten. Das Wochenende stand vor der Tür und einige Inder waren für vier Tage (!) aus dem fernen Neu-Delhi nach Kenia gereist, wo sie nun sehr konkrete Vorstellungen davon hatten, was sie mit ihrer kostbaren Zeit und eindrucksvollen Kameraausrüstung anstellen wollten. Leopardentag, Cheetahtag, Löwentag - so lautete die Wunschliste und zwar in der Reihenfolge.

Zudem hatten sie am Vormittag Autos in der Mara beobachtet, in denen die Fotografen nicht saßen, sondern auf einer Art Matratze lagen und die Tiere durch eine Luke praktisch auf Augenhöhe fotografieren konnten.

Diese Autos sind natürlich fraglos toll, haben aber auch ihren Preis, und so hatten wir noch nie danach gefragt. Diese Jungs waren aber wild entschlossen: Das wollten sie nach dem Mittagessen auch.

Ihr Massai-Guide hatte Einwände: So ein Auto sei nicht im Besitz des Camps und auch nicht mal eben so zu beschaffen. Egal. Dann mussten eben er und seine Kollegen das Auto entsprechend während der Pause umbauen. Sprach's und verschwand in Richtung Zelt.

Zugegeben: Ich grinste in mich rein und war gespannt. Ich wusste: Wohlhabende Inder sind im Allgemeinen eher nicht daran gewöhnt, dass ihre Befehle nicht ausgeführt werden und akzeptieren eigentlich kein Nein. Den Massai war das herzlich egal. Sie sahen sich erst ungläubig an, lachten sich dann schlapp und ließen sich kollektiv zur Siesta in die dicken Sofapolster sinken. Ein klassischer Culture Clash - mit einem scheinbar klaren Sieger.

Ich legte mich aufs Bett, auch emotional etwas mitgenommen vom spannenden Vormittagsprogramm, und beobachte eine kleine Schildkröte, die erst über unsere Terrasse kroch und dann durchs trockene Laub, das beruhigend raschelte. Ich schlief ein. Ein kurzer, aber erholsamer Nap, während Thomas Platz auf den mittlerweile arg strapazierten Speicherkarten schaffte.

17_1091081-RW2-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Beim Nachmittagstee nahmen die Inder nur äußerst widerwillig zur Kenntnis, dass es nicht möglich sein sollte, die fest verschweißten Sitze vorübergehend aus dem Auto zu entfernen. Das Palaver ging weiter, ich verstand nicht genau seinen Inhalt. Joseph ging kopfschüttelnd, aber auch sichtlich erheitert mit uns zum Wagen. Ich fragte mich, wie er wohl reagieren würde, wenn ihn jemand dermaßen herumzukommandieren wagte.

Wir hatten schon in den vergangenen Tagen immer mal wieder Versuche gestartet, die Leopardin mit ihrem Jungen wiederzufinden. Joseph hatte das geschickt gemacht und sich mit den Rangern verbündet, die das Jungtier und seine Mutter monitorten. Er teilte sich also das Revier mit den Rangern auf und gewissenhaft durchkämmten wir das Gelände, hochoffiziell off-road und quasi zu einem guten Zweck. Doch wir hatten nie Glück gehabt und manchmal auch schon gewisse Befürchtungen.

Nun aber fuhren mit ein paar Umwegen in die Gegend, wo die Leoparden am Vormittag entdeckt worden waren. Über uns braute sich etwas zusammen.

18_EN_4390(2)-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Unterwegs trafen wir zwei weitere Autos vom Malaika Camp. Ausgerechnet das Gefährt mit den indischen Gästen, die den Boden ihres Vehikels zwischen den Sitzen nun mit den dicken Sofaauflagen des Camps hatten ausstaffieren lassen und mit den Kameras im Anschlag reichlich verquer darauf lagen, hatte den Geist aufgegeben.

Die Guides versuchten zu helfen, doch es war nichts zu machen. Wir ließen das kaputte Auto mitsamt Polstergarnitur und Guide zurück, während die Inder sichtlich missgestimmt in das Auto mit den anderen Gästen umzogen.

Von den Leos war nichts zu sehen, auch das Licht war schlecht.

19_20240925_181220_55.jpg


Die Inder blieben bei ihrem Plan, der eine Leopardensichtung für diesen Tag vorsah. Später ging er tatsächlich auf, als Mutter und Kind in einem Baum Zuflucht vor dem strömenden Regen suchten.

Wir waren zu diesem Zeitpunkt längst über alle Berge und ließen uns durch die Landschaft treiben, die im Unwetter vielerorts ungewohnt leer wirkte.

20_OT_4112-CR3-20240925-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Wir ließen es ruhig angehen und kehrten frühzeitig zurück. Die ganze Nacht prasselte der Regen aufs Dach, während ich mich an meine Wärmflasche kuschelte.
Teil 1307. Dez. 2025
26.9.2024, Teil I: Die Black Rocks

An diesem Morgen erfüllte sich ein großer Wunsch für mich: Unser Ziel waren die Black Rocks. Der Name war immer mal wieder in Verbindung mit der Masai Mara aufgetaucht, ich wusste, dass es dabei um Löwen - zuweilen viele Löwen und ggf. ihre Cubs - und eben eine felsige Landschaft ging. Viel mehr aber auch nicht.

1_EN_4595(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


2_EN_4531(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


Unser vorheriger Guide Livingstone, auf den wir nach zwei gemeinsamen Kenia-Reisen weiterhin große Stücke halten, hatte das irgendwie als eine Art fixe Idee von mir abgetan und unter anderem von einer weiten Fahrt gesprochen. Letztlich waren wir jedenfalls nie dort gewesen.

Als ich Joseph am Vortag fragte, ob wir vielleicht einen Ausflug dorthin machen könnten, hatte er das eine gute Idee gefunden, mich aber auch vorgewarnt: Der Black-Rock-Pride, basierend auf einer Koalition von fünf mächtigen Löwenbrüdern, habe sich aufgelöst beziehungsweise sei zerschlagen worden. Erst viel später habe ich gelesen, dass auch Mensch-Tier-Konflikte dabei eine Rolle gespielt hatten und mindestens einer der prominenten Brüder getötet worden war.

Die Luft war wunderbar klar an diesem Morgen, frisch gefiltert vom heftigen Regen am Vortag. Wir fuhren und fuhren und waren schließlich schon nah der Grenze zu Tansania.

3_OT_4446-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Niemand begegnete uns, und dabei blieb es auch in den nächsten Stunden. Das hatten wir in der Mara über so einen langen Zeitraum auch noch nicht erlebt. Wo auch immer sich die anderen Besucher herumtrieben - hier jedenfalls waren sie nicht.

Die gewohnten weiten Grasebenen wichen zusehends einer sanft gewellten hügeligen Landschaft, zusammen mit dem Bergkamm im Hintergrund ergab das eine atemberaubende Kulisse.

4_EN_4789(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Wäre ich ein Tier, dann würde ich wohl hierher ziehen, überlegte ich. Doch Joseph äußerte trocken Bedenken. Die Berge jenseits der Grenze seien in dieser Region ein Jagdgebiet. Riesige Herden weideten friedlich in dem uns umgebenden Idyll. Hm, dann sollten sie wohl besser auf dieser Seite des imaginären Zauns bleiben.

5_EN_4847(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Nach dem, was wir über die Löwen erfahren hatten, rechneten wir nicht mit spektakulären Begegnungen und genossen einfach die grandiose Morgenstimmung. Doch als wir hügelaufwärts abbogen, bremste Joseph plötzlich jäh ab.

Um ein Haar wären wir mit drei imposanten Löwenmännern zusammengerasselt, die vollkommen ungerührt aus dem dichten Busch hervorbrachen und dann in die offene Landschaft weiterzogen.

6_OT_4266-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


7_EN_4582(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


8_OT_4249-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_472.jpg


9_OT_4288-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


10_EN_4593(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


Ihr plötzliches Erscheinen versetzte die anwesenden Antilopen in ziemliche Aufregung, doch die Jungs schienen es weniger auf Beute als vielmehr einen Platz an der noch tief stehenden Sonne abgesehen zu haben.

11_EN_4668(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_55.jpg


Sie verteilten sich auf zwei unterschiedliche Felsen.

12_EN_4508(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_5.jpg


13_EN_4499(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


14_1091245-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_5.jpg


Die Kater seien aus Tansania herübergekommen, berichtete Joseph, und würden sicher in den nächsten Jahren eine neue Löwendynastie gründen. Dieser wildreiche, von dunklen Felsen durchsetzte Platz war ideal, doch es würde Zeit brauchen, Jahre sogar.

15_EN_4734(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


15a_EN_4491(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


In aller Ruhe beobachteten wir die prächtigen Tiere im Morgenlicht und blieben dabei mutterseelenallein. Ein seltenes Privileg nicht nur in der Mara, sondern in vielen der Reservate und Nationalparks, die wir kennen.

16_EN_4648(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


Langsam rollten wir schließlich an Gnus und Zebras vorbei den langen Weg zurück, den wir gekommen waren.

17_1091379-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Als wir schließlich auf die ersten Autos an diesem Morgen stießen, war der Grund dafür die Gepardenmutter mit ihren vier Teenagern. Die Familie döste - erneut bewacht durch einen Ranger - träge im Schatten eines Gebüschs.

18_EN_4954(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


19_EN_5077(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Irgendwann demnächst würden sie wohl jagen gehen, meinte Joseph. Wir hatten aber keine Lust, uns in einem kleinen Pulk an ihre Fersen zu heften und fuhren weiter.

20_1091487-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


21_EN_5140(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Zu sehen gab es ohnehin immer was. In einer einsamen Akazie saß ein Tawny Eagle und sortierte sein Gefieder.

22_EN_5145(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


23_1091535-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


24_EN_5152(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


25_1091560-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Nicht weit davon entfernt suchten wir uns unseren eigenen Baum und frühstückten inmitten der herrlichen Landschaft.

26_1091572-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


Mittlerweile war es fast zehn Uhr und die Sonne hatte wieder ordentlich Kraft. Wir begegneten zwei weiteren Mähnenlöwen mit Sturmfrisur, die wenig Aktionismus an den Tag legten und sich schließlich in den Schatten verzogen.

27_OT_4499-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


28_EN_5280(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_7781.jpg


29_EN_5227(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


30_1091585-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_721.jpg


In einem großen Bogen landeten wir schließlich wieder in der Gegend, die wir mittlerweile trotz aller Orientierungsschwierigkeiten kannten und erkannten - Heimatterrain.

31_EN_5692(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


32_EN_5749(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Wie immer stoppten wir am Vogelbaum an der Abzweigung zu unserem Camp. Dort fand sich diesmal ein Kampfadler, über den ich mich sehr freute. Wir hatten schon häufiger welche gesehen, doch meist aus der Ferne.

33_EN_5842(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


Mit seinen riesigen Klauen war er eine ziemlich eindrucksvolle Erscheinung.

34_EN_5844(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


35_OT_4535-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Es sollte eigentlich der letzte Halt gewesen sein, ich war schon fast im Mittagspausen-Modus. Doch dann gab es eine dicke Überraschung, als wir in den Büschen direkt am Weg das Löwenmädchen mit seiner Mutter und einer Tante fanden.

36_EN_5872(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Sie waren noch mehr in unsere Nähe gezogen und nun nur noch wenige Hundert Meter vom Camp entfernt.

37_EN_5896(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


40_EN_5874(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Die Kleine lag tief im Busch und im Schatten, war aber putzmunter.

39_EN_5906(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Wir beobachteten sie eine Weile und freuten uns jetzt schon auf den Nachmittag. Es war klar, wohin uns die Tour führen würde.

38_EN_5903(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg
Teil 1411. Dez. 2025
26.9.2024, Teil II: Löwenherz

Zurück im Malaika Camp stieg an diesem Tag offenbar eine Mangusten-Party. Sie waren überall und unterschiedlichster Art. Seit Beginn unserer Reise, wo sie schon ein eindrucksvolles Empfangskomitee gebildet hatten, waren wir ihnen nicht mehr annähernd in dieser Häufung begegnet.

1_1101799-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_227.jpg


3d_1101865-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Warum sie nun ausgerechnet an diesem Tag in solcher Zahl aus den unterschiedlichsten Löchern hervorgekrochen waren, weiß ich nicht. Vielleicht lag es am Wetter. Oder war einfach reiner Zufall.

2b_1101848-RW2-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_147.jpg


Als wir um 15 Uhr wieder aufbrachen, fuhren wir nicht direkt zu dem Platz, wo wir am Vormittag die Löwen angetroffen hatten, sondern noch einen kleinen Umweg. Eine gute Idee, denn der heftige Regen am Vorabend und während der Nacht hatte Spuren hinterlassen. Kurz hinter dem Camp hatten sich die Grasflächen in eine mit Schlammlöchern durchsetzte Landschaft verwandelt - ein Badeparadies für Büffel.

4_EN_6077(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Zwei der wuchtigen Tiere suhlten sich genussvoll im Matsch und waren so tief darin versunken, dass ich mich fragte, ob sie es wohl wieder aus eigener Kraft herausschaffen würden. Büffel Nummer eins beantwortete diese Frage relativ schnell, als er sich aus dem Modder zwar nicht unbedingt grazil, aber doch einigermaßen problemlos emporhievte.

Büffel Nummer zwei wollte dagegen noch nicht so schnell wieder raus aus der Schlammpackung. Was aussah wie nackter Überlebenskampf, war jedenfalls offensichtlich purer Genuss.

5_EN_5995(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_87.jpg


6_OT_4596-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Zusätzlich zum körperlichen Wohlbefinden steuerte Büffel Nummer eins mit einer Schmuseeinheit seinen Teil fürs seelische Gleichgewicht des Gefährten bei. Das hatten wir so auch noch nie beobachtet.

7_EN_6103(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_782.jpg


Als das Wellnessprogramm schließlich beendet war und sich auch der zweite Büffel unter den schmatzenden Geräuschen des Morasts auf seine vier Beine gestemmt hatte, fuhren wir weiter und direkt zu den nur wenige Hundert Meter entfernten Löwen - keine Minute zu früh.

8_EN_6161(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_878.jpg


Einige der Tanten fläzten schon auf einer freien Fläche herum, denn es zogen Wolken auf, was sie aus dem Schatten hervorlockte. Die kleine Löwin taperte unterdessen gerade mit ihrer Mutter heran.

9_EN_6309(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


10_EN_6348(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Die wollte ihren Nachwuchs mehrfach aufnehmen und in der Schnauze tragen, doch ihr Baby ließ das nicht zu. Ziemlich selbstbewusst!

11_EN_6330(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2744.jpg


12_EN_6325(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_7888.jpg


Die nächsten zwei Stunden blieben wir einfach hier, praktisch direkt am Weg zum Camp. Weil diese Strecke - außer, um eben zum Camp zu gelangen - kaum frequentiert wird, war die Atmosphäre ruhig und entspannt.

13_EN_6994(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Kaum hatten sich die weiblichen Familienmitglieder versammelt, betrat ein prächtiger Löwenmann die Bühne.

14_EN_6485(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Er schüttelte seine hübsch gelockte Mähne und hatte sich sicher einen ganz anderen Empfang vorgestellt. Doch die Löwenmutter war vom Auftauchen des vermeintlichen Clanchefs, wohl auch Vater der Kleinen, alles andere als begeistert und wies ihn wenig zimperlich und nachdrücklich in die Schranken.

15_EN_6487(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_174.jpg


Ziel des Ganzen war laut Joseph, den Erzeuger von seinem Nachwuchs fernzuhalten, der sich ihm prompt neugierig genähert hatte. Doch er sollte Abstand halten, denn selbst ein gut gemeinter Hieb mit der riesigen Tatze hätte für seine Tochter leicht eine Verletzung oder gar den Tod bedeuten können.

16_EN_6488(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Hatte die Löwenmama ihren Punkt erst einmal gemacht und die Grenzen klar gesteckt, bekam er seinen Platz inmitten des Rudels. Doch Vater und Kind blieben nun einigermaßen auf Abstand.

17_EN_6526(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


18_EN_6706(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_17.jpg


Für die Löwenmama bedeutet das allerdings im Umkehrschluss, dass sie das quirlige Kätzchen allein an der Backe hatte. Und das war eine Aufgabe. Denn es hatte einige Ideen und zudem Energie im Überfluss.

19_EN_6589(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Bei YouTube ansehen ↗



20_EN_6590(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


21_EN_6594(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Während die anderen Mitglieder der Familie nach und nach ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgingen und vor sich hin dösten, war der Nachwuchs nicht kaputtzukriegen.

22_EN_6834(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


23_EN_6857(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


24_EN_6858(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Irgendwann schaltete auch die Mutter auf stur und ließ einfach alles über sich ergehen.

25_EN_6661(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


26_EN_6687(2)-CR3-272620240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


27_EN_6759(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


28_EN_6796(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Sie musste ganz schön was aushalten. Die Kleine zog und zerrte an ihr, jagte immer wieder ihrem Schwanz hinterher, nutzte sie als Klettergerüst und manchmal auch als Kopfkissen.

29_EN_6879(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


30_EN_6880_1.jpg


31_EN_6900(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


32_EN_6901(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Für uns waren diese Szenen und Stunden ein einziger Glücksrausch. Das niedliche Löwenkind übertraf sich ein ums andere Mal selbst und schien unermüdlich.

33_EN_6962(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


34_EN_6986(2)-CR3-3420240926-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


35_EN_7054(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_112.jpg


Schließlich wurde zu dunkel. Glücklich verabschiedeten wir uns im leichten Nieselregen von den Tieren, die wir vielleicht schon am Morgen wiedersehen würden.

36_EN_7164(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


37_EN_7166(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


Nur wenige Minuten später und keine 500 Meter weiter kletterten wir im Camp aus dem Wagen. In der Nacht hörte ich die Löwen mehrere Male deutlich und ganz in der Nähe brüllen. Wir hatten schon harmlosere, aber auch weniger willkommene Nachbarn in unserem Leben gehabt. Und der kleinen Prinzessin gehörte sowieso längst unser Löwenherz.

38_EN_6940(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg
Teil 1516. Dez. 2025
27.9.2024: Cheetah-Hunt und bunte Vögel

Am Morgen hielten wir wieder zuerst nach den Löwen Ausschau. Wir kamen ohnehin an der Stelle vorbei, wo wir sie am Vorabend verlassen hatten. Das Rudel war größtenteils verschwunden, nur Mutter und Kind waren noch da und ein paar Meter weiter ans Wasser gezogen.

1_EN_7332(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7884.jpg


2_EN_7295(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


3_EN_7259(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


4_EN_7260(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Die Kleine war schon wieder auf 1000 Volt, spielte mit den Hinterlassenschaften eines Büffels und den Zweigen eines Strauchs, der sich als recht unbeugsam erwies.

5_EN_7262(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_772.jpg


6_EN_7264(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_1144.jpg


Bei YouTube ansehen ↗



7_EN_7358(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


Nach einer halben Stunde stieß ein zweites Auto unseres Camps zu uns, und weil sich das Duo nun ohnehin tiefer in die Büsche verzog, rollten wir weiter.

Wie immer checkten wir den Vogelbaum an der Abzweigung, bevor wir unsere morgendliche Pirschfahrt so richtig begannen. Ohnehin immer stark frequentiert, war an diesem Morgen in seiner dicht belaubten Krone besonders viel los.

8_EN_7670(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


9_EN_7685(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Und mittendrin: die hübschen Amethystglanzstare, nach denen wir immer wieder, aber meist vergeblich Ausschau gehalten hatten.

Male
10_EN_7548(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Female
11_EN_7776(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Nach einigen Bemühungen, die flinken Vögel zu erwischen, schlug Joseph schließlich vor, später noch einmal wiederzukommen und erst einmal zu schauen, was sonst noch passierte.

Keine Viertelstunde später entdeckten wir am Horizont einen Fleck, der sich als Cheetah entpuppte. Ich staunte. An diesem Morgen ging es wirklich Schlag auf Schlag.

13_EN_8148(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Die schöne Katze war auf der Jagd und scannte aufmerksam die Gegend auf der Suche nach potenzieller Beute.

14_OT_4687-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


15_EN_8117(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_781.jpg


Das war eine Zeit lang ein eher ernüchterndes Unterfangen. Wir schauten uns um. Weit und breit war nichts und niemand zu sehen.

16_EN_8088(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_4.jpg


17_EN_8022(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Doch dann: Leise Bewegungen weit entfernt im Gras. Der Gepard hatte sie auch gesehen - und sprintete schließlich los.

18_EN_8037(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_17-2.jpg


Joseph wollte direkt hinterher, doch wir baten ihn, das nicht zu tun. Wir hatten Sorge, der Cheetah etwas zu vermasseln. Ich kenne sie nicht genau, aber es gibt zudem (eigentlich) strikte Regeln gerade in solchen Fällen. Ich hatte es schon erwähnt, der Bestand dieser Katzen ist nicht zuletzt in der Mara heikel.

Aus der Ferne beobachteten wir, wie Jäger und Gejagter in einer Senke verschwanden und nicht wieder herauskamen. Nun fuhren wir zügig den rumpligen Weg hinunter - die Cheetah hatte tatsächlich Erfolg gehabt.

19_EN_8275(2)-Kopie-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Schwer aus der Puste suchte sie die Gegend nach möglichen Konkurrenten ab, die ihr die Beute stibitzen würden. Doch von den hier so zahlreich vertretenen Hyänen war glücklicherweise nichts zu sehen.

20_EN_8292(2)-Kopie-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


21_EN_8307(2)-Kopie-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_211.jpg


Nach einer kleinen Atempause schleppte die Katze die Gazelle ins Gebüsch, wo sie vor Neidern besser geschützt und es außerdem im Schatten kühler war.

22_EN_8360(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


23_EN_8398(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


24_EN_8381(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_782.jpg


Dann begann sie zu fressen. Und auch wenn mir die kleine Antilope natürlich leid tat, atmete ich erleichtert auf. Die Cheetah würde heute jedenfalls etwas in den Magen kriegen.

25_EN_8516(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7122.jpg


26_EN_8488(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_782.jpg


27_EN_8557(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Mittlerweile war ein zweites Auto zu uns gestoßen, ein dröhnendes Ungetüm, denn der Fahrer ließ den Motor immer wieder ungeschickt aufheulen und rangierte mehrfach hin und her, was aber überhaupt nichts brachte. Warum die Gäste an Bord trotz ihren langen Teles herum gestikulierten und ihm kryptische Anweisungen gaben, statt einfach zu fotografieren, erschloss sich uns nicht. Aber der Lärm nervte nicht nur uns, sondern vielleicht auch das Tier, das sich aber immerhin scheinbar nicht irritieren ließ.

28_EN_8592(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Bei YouTube ansehen ↗



Erst als wir laut herüberriefen und per Handzeichen signalisierten, jetzt gefälligst mal den Motor abzustellen, kehrte Ruhe ein. Merke: Es braucht nicht unbedingt Autoansammlungen, um Unheil zu stiften. Ein einziger Depp reicht vollkommen aus.

Wir wollten nun ohnehin weiter, besser konnte es nicht mehr werden. Unterwegs begegneten uns Ranger, die nach dem Standort des Kills fragten. Wie sie ihn mitbekommen hatten, blieb mir ein Rätsel, aber es spielte auch keine Rolle. Als sie die gewünschte Info hatten, fuhren sie zügig weiter, um den Gepard - falls nötig - zu schützen.

29_EN_8620(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


Als wir weiterfuhren, fielen mir erneut die vielen Gnus und Zebras auf, die überall friedlich weideten. Als wären wir mittendrin in der Hochzeit der Great Migration.

30_EN_8686(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


31_OT_4762-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_1777.jpg


Wir hatten es nicht weit bis zum Vogelbaum. Er ist wirklich hübsch und spendet ordentlich Schatten, aber wir hatten in den ganzen Tagen noch nie jemanden darunter frühstücken sehen. Wahrscheinlich, weil er direkt an einer Weggabelung liegt. Wiederum fuhr eher selten jemand vorbei. Vielleicht aber waren eben auch die vielen Vögel der Grund. Etwas skeptisch beäugte ich, wie Joseph den Tisch direkt neben dem Stamm aufklappte. Was da wohl so alles herunterfallen und ins Frühstück oder auf einen selbst kleckern konnte?

32_1102647-RW2-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Auf wundersame Weise geschah nichts von alledem. Viel Sitzfleisch hatten wir ohnehin nicht mitgebracht, Thomas und ich waren viel zu sehr damit beschäftigt, nach den Violet-backed starlings zu gucken, die über uns herumturnten. Auch Joseph entpuppte sich als Vogelfreund. Er schaute eifrig mit und war uns selten so begeistert vorgekommen.

33_EN_8738(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_727.jpg


34_EN_8821(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Vergleichsweise früh waren wir schließlich zurück im Camp, denn die Löwin und ihr Nachwuchs waren weitergezogen und zumindest hier nicht mehr auffindbar. Ich hatte nichts gegen eine ausufernde Pause. Die Eindrücke waren so oder so an jedem Tag intensiv und manchmal fast erschlagend.

36_EN_5368(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_27822.jpg


Um 15 Uhr fuhren wir im Sonnenschein los, doch wie immer in den vergangenen Tagen bewölkte es sich im Laufe des Nachmittags.

35_EN_8897(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_728.jpg


Joseph fuhr relativ direkt in eine bestimmte Richtung, und als wir nach längerer Strecke im Revier der Leopardin und ihres Jungen angekommen waren, fielen die ersten Tropfen.

Die Leopardin hatte sich mit einem Kill in eine kaum einsehbare Baumkrone zurückgezogen, während ihr Nachwuchs neugierig von einem benachbarten Baum die Lage am Boden begutachtete.

37_EN_9068(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Auch diese beiden wurden erneut von Rangern bewacht. Traurig, dass das überhaupt nötig ist, aber gut, dass es so konsequent durchgezogen wird. Es schien uns in dieser Ausprägung neu zu sein.

38_EN_9020(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Früh dämmerte es und als der Regen heftiger wurde, rollten wir heimwärts. Ich fühlte mich wie in einer Endlosschleife, doch in Wahrheit waren unsere herrlichen Tage in der Masai Mara so langsam gezählt. Immerhin, ein paar Pirschfahrten blieben noch. Da konnte einiges passieren.

39_1102754-RW2-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg
Teil 1619. Dez. 2025
28.9.2024: Leben und Sterben in der Masai Mara

Der abendliche und nächtliche Regen der vergangenen Tage hatte die Migration wieder in Gang gebracht. Ein Crossing hatten wir (unverhofft) schon gesehen, nun fuhr Joseph am Morgen ohne Umschweife zum Mara River. Wo wenige Tage zuvor noch gähnende Leere geherrscht hatte, war nun alles voller Tiere.

Das stundenlange Warten auf ein Crossing blieb uns im ersten Anlauf dieses Tages erspart, denn kaum hatten wir gestoppt, machte sich eine Gruppe von Gnus auf den etwas beschwerlichen Weg ans andere Ufer.

1_EN_9223(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_44.jpg


2_EN_9305(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


3_EN_9335(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Es war nur ein kleines Crossing, aber immerhin in schönem Licht. Und - unglaublich, aber wahr - wir waren seine einzigen Zeugen gewesen.

4_EN_9497(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


5_EN_9429(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Es war klar, dass diese Herde nur der Vorbote von etwas Größerem gewesen war.

6_EN_9387(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_11722.jpg


Die Gnus waren überall rund um den Fluss. Wer weiß, wann es ihnen in den Kopf kam, dass das Gras auf der anderen Seite grüner war... Wir beschlossen also, in der Gegend zu bleiben.

7_EN_9470(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Wir fanden einen frischen Löwenriss direkt am Wegesrand, doch von dem oder den Verursacher(n) fehlte jede Spur. Wir vermuteten ihn in der Nähe irgendwo im hohen Gras.

Deutlich aktiver präsentierte sich ein Hippo, das gerade von seiner Nachtschicht zurückkehrte. Mit missmutiger Miene beäugte es uns, befand dann aber anscheinend, dass wir harmlos waren und setzte seinen Weg fort.

8_EN_9551(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_7714.jpg


9_EN_9582(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


10_EN_9557(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Kaum zu glauben, wie schnell diese Kolosse sein können. Auch jetzt bewunderte ich, wie behände das Flusspferd trotz deutlich vorhandenen Bauchansatzes durch die Savanne trottete. Später am Tag sollten wir noch einige seiner Artgenossen in einer ganz anderen Lebenssituation antreffen.

11_EN_9593(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_781.jpg


Wir frühstückten früher als gewöhnlich und an einem herrlichen Fleckchen mit grandioser Aussicht. Das hatte auch ganz pragmatische Gründe, denn Joseph wollte im Blick behalten, was sich bei den Herden tat.

Black-backed Puffback
12_EN_9664(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_42.jpg


13_EN_9632(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_52.jpg


Das war unterm Strich erst einmal nicht viel, und so fuhren wir frisch gestärkt weitere Runden, bevor wir zum Flussufer zurückkehren wollten.

Brown snake eagle
14_EN_9614(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


15_EN_9628(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Wir nutzten die Gelegenheit und statteten "unserem" Löwenrudel die beinahe tägliche Stippvisite ab. Die Suche gestaltete sich gar nicht mal so leicht, denn mittlerweile war es warm geworden und die Tiere hatten sich offensichtlich in den Schatten verzogen.

Es lohnte sich jedoch, die Sträucher und Büsche zu scannen, denn wir fanden einen bildhübschen Pygmy Kingfisher, über den wir uns sehr freuten.

16_EN_9738(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Nicht weit davon dämmerten zwei Löwinnen vor sich hin, und schließlich stießen wir auch auf die Löwenmutter, die immer leicht an ihrer Wunde an der Schläfe zu erkennen war.

Doch oh Schreck - wo war denn die Kleine? Wir schauten angestrengt, konnten sie aber nicht entdecken. Joseph beruhigte, das musste noch nichts heißen, doch ich ahnte Schlimmes. Schließlich hatten wir erst wenige Tage zuvor mitbekommen, wie der Bruder buchstäblich über Nacht verschwunden war. Leicht bedrückt verließen wir das Löwen-Damentrio, wir wollten die Lage gegen Abend noch einmal checken. Ich hoffte sehr, dass dann wieder alles gut war.

Zurück am Mara River, rollten wir gemächlich an seinem Ufer entlang.

16a_EN_9814(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


16b_EN_9836(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_552.jpg


Dann plötzlich drückte Joseph scheinbar ohne ersichtlichen Grund auf die Tube. Wir ahnten, was passiert war, und tatsächlich: Als wir auf unserer Seite des Flusses eine lange Kette von Gnus friedlich davonziehen sahen und uns reihenweise Autos mit strahlenden Insassen entgegenkamen, war klar, es hatte ein großes Crossing gegeben. Und wir hatten es verpasst. Verdammt.

Emotional war ich einigermaßen in Aufruhr - kein unbekanntes Gefühl auf Safari und wohl Teil der Sucht. Ich freute mich über das Crossing am Morgen, die hübschen Vögel und besonders den kleinen Kingfisher.

17_1102893-RW2-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Gleichzeitig bangte ich um das Löwenmädchen und verfluchte Murphy, der uns nun zehn Minuten hatte zu spät kommen lassen. Ich schalt mich selbst undankbar und gierig. Wollte ich ernsthaft mit meinem Schicksal hadern? Schließlich kriegte ich mich wieder ein.

Zumal sich nun eine Chance auftat. Vielleicht, so spekulierte Joseph, würde es ein weiteres Crossing geben. Es standen noch etliche Gnus mit der Nasenspitze fast an der Wasserkante.

18_OT_4876-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_778.jpg


Den Gefallen taten sie uns nicht und rückten stattdessen nach und nach wieder hügelaufwärts. Doch ein totes Gnu, das vorbeigetrieben war, war an einem Ast im Wasser hängengeblieben und rief nun ein Schauspiel auf den Plan, das wir so auch noch nicht erlebt hatten - und auch nicht erlebt hätten, wenn wir beim Crossing dabei gewesen wären. Dann nämlich hätten wir längst dem Fluss den Rücken gekehrt und uns auf den Rückweg zum Camp gemacht, denn mittlerweile war es früher Mittag. Danke Murphy, dachte ich jetzt also.

19_EN_0403(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


Ein Aufruhr im Wasser, den wir zunächst nicht zuordnen konnte, machte uns auf die Szene aufmerksam. Lautes Platschen, aufgeregt grunzende Hippos, was war da los?

Wir entdeckten einige von Flusspferden umzingelte Krokodile, sie drehten sich um die eigene Achse, das Wasser schäumte. Erst auf den zweiten Blick erkannten wir das Gnu, das nun immer mehr Crocs unter Wasser zogen, bevor es zusehends malträtiert wieder an die Oberfläche ploppte.

20_EN_9915(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


21_EN_9919(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_778.jpg


22_EN_0038(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Mehr und mehr Hippos schwammen herbei und mischten sich zusehends in das Geschehen ein.

23_EN_0203(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


24_EN_0119(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Obwohl eigentlich Vegetarier, beanspruchten sie das Gnu für sich, zogen daran und versuchten - alles in allem ohne Erfolg - es den Krokodile zu stehlen.

Artikel im Spiegel: Wenn Flusspferde Fleisch fressen

25_EN_0352(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


Ein makabres Schauspiel, wir waren verwundert, fasziniert - und manchmal vielleicht auch etwas angeekelt...

26_EN_0152(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


27_EN_0132(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


Denn die riesigen, in der Mara ziemlich gestopften Reptilien hatten den ersten Teil ihres schauerlichen Werks nun vollbracht und den Körper des Gnus geöffnet. Das Wasser färbte sich rot.

28_EN_0181(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


29_EN_0335(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


30_EN_0315(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


In einem wilden Durcheinander schnappten sich die Crocs, was sie nur zwischen die Zähne kriegen konnten, während die Hippos weiterhin versuchten, ihnen dazwischenzufunken.

31_EN_0129(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


32_EN_0176(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Nach einer halben Stunde beruhigte sich die Lage nach und nach. Uff, das mussten wir erst einmal verdauen.

Bei YouTube ansehen ↗



Die beiden zankenden Zebras, die wir auf dem Weg zum Camp beobachteten, wirkten im Vergleich zum vorherigen Spektakel regelrecht idyllisch und beinahe wie ein Meditations-Programm. Eine Elefantenherde zog in schlechtem Licht an uns vorbei.

33_EN_0569(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


34_EN_0610(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


35_EN_0680_(3)_477_1.jpg


Wir waren erst spät im Malaika Camp und fuhren auch etwas später als sonst wieder los.

35a_EN_1009(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Rund um einen kleinen Wald suchten wir vergebens nach einem Leoparden, fanden aber Löwen, zu denen auch zwei Kids mit süßem Blick und Fledermausohren gehörten.

36_1103108-RW2-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Blieb noch eine wichtige Aufgabe an diesem speziellen Tag, die Suche nach dem Löwenmädchen. Schon aus der Ferne entdeckten wir das Rudel - und mittendrin die Kleine, die fröhlich herumtollte. Mir fiel ein Stein vom Herzen!

37_EN_0917(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Klar weiß ich, wie die Natur tickt und dass es nicht sehr klug ist, sein Herz an ein Tier in der Wildnis zu hängen, zumal in einem so kurzen Zeitraum. Und doch hatte ich es getan. Das Schicksal gerade dieses Löwenbabys, mittlerweile eben leider auch Einzelkind, interessierte und bewegte mich. Da half keine Vernunft.

Wir blieben nicht lang, es waren einige Autos da und hatte zu nieseln begonnen. Wir hatten schon schönere Situationen mit der temperamentvollen Kleinen erlebt. Aber ich freute mich den ganzen Abend, dass sie wieder aufgetaucht war - und freue ich mich noch heute darüber. Was wohl aus ihr geworden ist? Ich hoffe, eine große, starke, pumperlgsunde und stolze Mara-Löwin.

38_EN_0958(3)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg
Teil 1726. Dez. 2025
29.9.2024: Crossing (fast) ohne Ende

Unser letzter voller Tag in der Masai Mara begann wie immer. Ich dachte einmal mehr, dass mir diese Routine wohl fehlen würde. Gleichzeitig freute ich mich auch darauf, wieder einmal auszuschlafen. Naja, oder zumindest etwas länger als 5 Uhr.

Wieder fuhren wir zum Mara River. Schon längst waren unsere Erwartungen an diese Reise übertroffen und viele der Erlebnisse der vergangenen Tage hatten wir bereits als willkommene Zugabe verbucht. Wir waren wunschlos glücklich, auch wenn die Spannung auf Safari wohl nie nachlassen wird. Was würden wir sehen und erleben?

1_EN_1147(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_1178.jpg


1a_OT_6210_2.jpg


In der Nähe des Flusses grasten riesige Herden, doch noch zogen sie nicht hinunter zum Wasser. Es war offensichtlich, dass Joseph das Risiko nicht noch einmal eingehen wollte, den Zeitpunkt des Crossings zu verpassen, und so behielten wir das andere Ufer im Blick.

2_EN_1273(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_221.jpg


Der erste nennenswerte Fund des Tages war spektakulär, wenn auch noch in schummrigem Licht. Wir entdeckten einen (namenlosen) Leoparden in einem Baum, in dem er wohl bis gerade geschlummert hatte.

4_OT_4985-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Nun meldete sich der kleine Hunger, und den Einkauf hatte die Katze praktischerweise schon erledigt. Das Frühstück lagerte nur ein Stockwerk höher.

5_EN_1105(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_7284.jpg


Die Leopardin schnappte sich die Beute, die in der Mitte abgerissen war. Von der anderen Hälfte fehlte jede Spur, aber immerhin war sie so weniger sperrig und viel leichter zu transportieren.

6_EN_1124(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_722.jpg


Dann kletterte der Leo geschickt vom Baum und verschwand im dichten Busch, wo wir ihn zwar beim Fressen hören, aber nicht mehr sehen konnten. Wir schauten uns an - ein toller Start in den Tag.

7_EN_1152(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_7881.jpg


Busch-Wecker, nur falls es jemand noch nicht mitbekommen hat - die Nacht ist vorbei!
8_EN_1186(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Auch ein Schakal war mit seiner morgendlichen Mahlzeit beschäftigt, ...

9_EN_1251(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


... die wir nicht genauer identifizieren konnten. Ein winziger Plover, nicht viel größer als ein Tischtennisball auf Beinen, stapfte seiner Mutter durch das für ihn wahrscheinlich haushohe Gras hinterher.

10_EN_1254(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_782.jpg


11_EN_1261(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Zurück am Mara-Fluss waren die Gnus weiter hügelabwärts gezogen. Die ersten nahmen schließlich Aufstellung an der Uferkante, was aber wie immer nichts heißen musste. Wir kannten das Rätselraten nun schon zur Genüge: An welcher Stelle würden die Gnus wohl den Fluss durchqueren - wenn überhaupt?

12_EN_1320(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Entscheidungsstärke zählt nicht unbedingt zu den hervorstechendsten Eigenschaften dieser Tiere. Viele Faktoren können ihnen zusätzlich die Tour vermasseln. So hatten wir an einem der vorangegangenen Tage Ballone beobachtet, die ausgerechnet an einem bekannten Crossing-Point aufstiegen. Joseph berichtete, dass er und seine Guide-Kollegen erreichen wollen, dass so etwas nicht mehr erlaubt ist - bis dato leider ohne Erfolg.

Krokodile sind ein Faktor, manchmal auch Hippos, also eigentlich alles, was irgendwie suspekt erscheint. Zudem funkt der Mensch immer wieder dazwischen. Wir waren an diesem Tag eine sehr überschaubare Menge an Autos, die zudem auf Abstand blieb - das hatten wir auch schon anders erlebt und daher schon Jahre zuvor beschlossen, nicht mehr im August zurückzukehren, der Crossing-Hochsaison.

3_EN_1275(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Doch es reicht auch ein einzelnes Fahrzeug, um die Kette der ziehenden Gnus zu unterbrechen und zum Stillstand zu bringen. Das geschah nun durch ein Auto, das sich offensichtlich von der oben am Hang liegenden Serena Lodge aufgemacht hatte und in aller Seelenruhe mitten durch die Migration gurkte, bevor es unten am Ufer stoppte - ziemlich genau an dem Punkt, an dem die Gnus ihre gefährliche Reise möglicherweise beginnen würden.

Wir beobachteten das alles ebenso erschüttert wie hilflos vom anderen Ufer. Es dauerte eine Weile, bis sich die irritierten Tiere wieder auf den Weg machten, aber immerhin, sie taten es. Doch kaum war wieder Bewegung in die Sache gekommen, rückten die Ranger an, die notgedrungen ebenfalls mitten durch die Herden fuhren.

Wir sahen aus der Ferne, wie sie heftig auf den Driver-Guide des einsamen Wagens einredeten und ihn dann nötigten, zur Seite zu fahren, ohne die Tiere erneut zu stören. Beide Autos zogen sich so weit ins Dickicht zurück wie möglich und verschwanden optisch weitgehend, ohne dass sie selbst noch freien Blick auf den Fluss gehabt hätten.

Nur Augenblicke später dürfte ihnen hören und sehen vergangen sein, denn riesige Massen von Gnus drängten laut blökend zum Wasser, verteilten sich in der Uferböschung an jedem freien Fleck, den sie finden konnten, und zogen unstet hin und her. Ich stellte es mir fast schon beängstigend vor, so von ihnen eingekesselt zu sein.

13_EN_1338(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_771.jpg


Schließlich kletterten die ersten Gnus hinunter ans Wasser, entschieden sich wieder um, rannten ineinander, bis endlich ein Tier den Anfang machte und in den Fluss sprang.

14_EN_1556(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Ist das erst einmal passiert, brechen alle Dämme. Am Anfang ging es noch einigermaßen gesittet zu, doch der Druck durch die nachrückenden Gnus stieg zusehends und die Panik wuchs.

17_EN_1662(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


18_EN_2281(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Der Andrang war immens, da machten auch die neugierigen Hippos lieber den Weg frei. Auch die Krokodile starteten keine Attacken. Sie hatten sich in den vergangenen Tagen wohl sattgefressen.

19_EN_1727(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


20_EN_1529(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


21_EN_2344(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_1221.jpg


Umgekehrt geriet aber ein Krokodil in die Bredouille, das im warmen Sand am Ufer seine Eier bewachte. Die aufgeregten Gnus taperten über seinen Rücken hinweg und sprangen ihm fast ins Maul. Doch offenbar wild entschlossen, seine Brut zu beschützen, rührte sich das Krokodil kein bisschen und wartete stattdessen einfach ab.

Links unten im Bild das Krokodil
15_EN_1557(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Es brauchte ziemlich viel Geduld und gute Nerven. Denn immer mehr Gnus rückten nach und stürzten sich in die Tiefe. Es mussten Zehntausende sein.

22_1103490-RW2-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


23_OT_5418-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


24_OT_5356_211.jpg


Zwischendurch hörten wir auf zu fotografieren, schauten nur noch staunend zu.

25_EN_1750(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


26_EN_1754(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


27_EN_2097_2.jpg


Längst war Chaos war ausgebrochen, über alle möglichen, aber auch beinahe unmöglichen Wege sprangen die Gnus in den Fluss. Purzelten übereinander, rutschten ineinander und manchmal auch auf dem Hosenboden ins Wasser.

28_OT_5454-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


29_OT_5841-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


29a_OT_5837-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


30_OT_5434-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Das sah heftig aus und oft auch gefährlich. Manchmal ächzten wir laut auf, wenn eins der Tiere besonders spektakulär ins Wasser plumpste. Doch sie rappelten sich allesamt gleich wieder auf und setzten in großen Sprüngen auf unsere Seite über.

31_EN_2363(3)-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_772.jpg


32_OT_5221-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_7212.jpg


33_OT_5241-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_714.jpg


Waren sie erst ans Ufer geklettert, zogen sie in aller Seelenruhe weiter, als wäre nichts gewesen.

34_OT_6283-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Und dann, nach gut 75 Minuten, setzten die letzten Nachzügler über, und das unglaubliche Schauspiel war vorbei. Still lag der Mara River, der gerade noch ein Tohuwabohu gewesen war.

35_1103411-RW2-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_71.jpg


Später hörte ich, wie sich Guides über das Crossing unterhielten, das demnach eins der bemerkenswertesten der vergangenen fünf Jahre gewesen sein soll. Ich kann das nicht beurteilen. Aber wir waren vollkommen geplättet allein von der Masse an Tieren und der schieren Länge.

Bei YouTube ansehen ↗



Es hatte bei uns Spuren hinterlassen. Natürlich unglaubliche Eindrücke und Erinnerungen. Aber für den Moment waren wir einfach nur erschlagen - und elektrisiert bis in die Haarspitzen. Mir zitterten leicht die Knie, ich merkte es erst jetzt.

36_OT_5851-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Mittags vertrat ich mir im Camp die Beine, ich brauchte nach all der Aufregung keinen Schlaf, sondern Bewegung. Die Geräuschkulisse hatte ich noch in den Ohren. Es war laut gewesen. Intensiv. In jeder Hinsicht.

Unser letzter Nachmittagsdrive verlief ruhig, wir konnten es gut verkraften. Einige Elefanten, Vögel, am Horizont hinter unserem heißgeliebten Vogelbaum braute sich wie zuletzt so oft am Abend etwas zusammen.

37_OT_6316-DxO_DeepPRIMEXD2s_7.jpg


Der "Vogelbaum" in der Nähe des Malaika Camps
38_OT_6381-CR3-20240929-DxO_DeepPRIMEXD2_5.jpg


Später kuschelte ich mich ein letztes Mal an die Wärmflasche. Unser Abschied von der Mara nahte. Sie hatte noch einmal alles gegeben.
Teil 1801. Jan. 2026
30.9.2024: Leoparden zum Abschied

Ein letzter Gamedrive blieb am Morgen noch, und wir rätselten, was Joseph wohl vorhaben würde. Er fragte nicht, ob wir einen speziellen Wunsch hätten, doch ich war sicher, er hatte sich darüber explizit Gedanken gemacht.

1_EN_3564(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


2_EN_3494(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Tatsächlich war er zielstrebig unterwegs, und nach rund einer halben Stunde hatten Thomas und ich denselben Gedanken, denn wir meinten, die Gegend zu erkennen, die sich nun im nur mühsam zunehmenden Tageslicht herauskristallisierte: Wir suchten nach den Leos.

Uns wäre sowieso alles recht gewesen, aber ich fand, das war eine richtig schöne Idee. Es war nicht sehr schwierig, Mutter und Kind zu finden, in einem Baum hing ein Kill. Wir entdeckten das Duo am Boden.

3_OT_6420-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


4_1103591-RW2-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


5_EN_2583_7.jpg


Es dauerte aber nicht lange, da steuerten beide auf den buschigen Baum zu - Frühstückszeit. Es war auch für das erwachsene Tier nicht unkompliziert, bei den vielen Zweigen und Verästelungen heraufzukommen (und später auch wieder herunter), für ihren Nachwuchs aber war es fast schon ein akrobatischer Akt und forderte sein ganzes kindliches Können.

6_OT_6440-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


7_EN_3415(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Die Leopardin hatte schon längst mit dem Fressen begonnen, als ihr Sprössling oben angekommen war und ihr offenbar ein wenig zu dicht auf die Pelle rückte.

7a_EN_2654_72.jpg


Sie fauchte die Kleine an, die vorsorglich ein wenig auf Distanz ging und dann ebenfalls das Fleisch mit schon sehr beeindruckenden Zähnen beackerte.

8_EN_2977_781.jpg


9_EN_2852_2.jpg


10_EN_3303(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


11_EN_3014_7.jpg


Das Licht war trüb und es hatte zu nieseln begonnen, doch es war herrlich, die beiden so in Ruhe und ausgiebig zu beobachten.

12_EN_3078(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Nach eineinhalb Stunden kletterten die Leoparden wieder nach unten, kein leichtes Unterfangen, denn der Stamm war von der Feuchtigkeit rutschig.

13_EN_3436(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_771.jpg


Die Bäuche voll, hatten es beide erst einmal nicht eilig, sondern hockten sich auf die freie Fläche unterhalb des Baums. Die kleine Leopardin war etwas gewachsen seit unserer Begegnung knapp zwei Wochen zuvor. Sie waren nun sehr nah. Wir hielten den Atem an - eine tolle Situation ganz für uns allein, zwei andere Autos hatten aufgegeben, weil ihnen Stamm und Zweige die Sicht zuvor versperrt hatten.

14_EN_3513(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Doch es sollte noch besser kommen.

15_EN_3567(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


16_EN_3481(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Als sie weiterliefen, steuerten sie direkt auf uns zu. Wir hatten uns seit Stunden nicht vom Fleck gerührt, und das war wohl ein Teil des Geheimnisses. Wir stellten keinerlei Gefahr dar und so kamen die Tiere zu uns.

17_EN_3474(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


Ich verlor das Leopardenkind aus dem Blick und dachte, es sei längst an uns vorbei, da stupste mich Thomas an und deutete nach unten. Ich machte einen langen Hals. Huch!

18_EN_3570(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Sekundenbruchteile sahen wir uns Auge in Auge mit der neugierigen Katze, die während ihrer kleinen Inspektion der Gegend offenbar auch das Auto in Augenschein genommen hatte.

19_EN_3581(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_122.jpg


Gelassen und vollkommen unbeeindruckt zogen beide am Auto vorbei, unsere Gemütslage war da schon eine etwas andere.

Mutter und Tochter verschwanden in einem Gebüsch, wo sie zum gemütlichen Teil des Tages übergingen, während wir vollkommen begeistert nach zweieinhalb Stunden langsam davonrollten.

Bei YouTube ansehen ↗



20_EN_3573(3)-Kopie-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Wir trafen die Ranger, die sich freundlich nach den Leoparden erkundigten und dann den Stichweg abriegelten, der zu ihnen führte. Schon wurden die Fahrzeuge mehr, weil auch die Autos mit längeren Anfahrten dazustießen.

Unsere Uhr tickte, aber noch blieb etwas Zeit. Es wurde nun heller, aber insgesamt tat sich die Sonne sehr viel schwerer als an den vorangegangenen Vormittagen. Die Fernsicht in der Mara ist ja Fluch und Segen zugleich, schon aus großer Distanz sahen wir, dass sich eine ganze Reihe von Autos über die Länge der Pad verteilt hatte.

Wahrscheinlich war auch deswegen bislang nichts bei den Leos losgewesen, denn die Gepardin, die wir nun schon kannten, war mit ihren vier Kids auf der Jagd.

21_EN_3638(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Sie erteilte ihrem Nachwuchs dabei auch eine Lektion, gab sichtbar den Ton an und demonstrierte eindrücklich, wie man so was macht. Die Teenager schwärmten aus, den entscheidenden Schritt tat aber die Mutter.

22_EN_3720(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_721.jpg


23_EN_3670(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_22.jpg


24_EN_3758(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Die Gepardin sprintete los, doch die Gazelle hatte rechtzeitig Lunte gerochen und sprang in wilder Hatz davon.

25_EN_3769(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


26_EN_3777(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_5.jpg


Ein letztes Mal frühstückten wir im Busch, diesmal mussten wir uns dafür nicht extra einen Baum und seinen Schatten suchen. Es war kühl. Wir behielten unsere Jacken an.

Danach machten wir uns endgültig langsam auf den Rückweg in Richtung Camp.

27_EN_3836(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


29_EN_3896(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


28_EN_3856(3)-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Unterwegs fielen uns die vielen Vögel auf, die emsig durchs Gras hüpften. Die Regenschauer der vergangenen Abende und Nächte hatten Schwärme fliegender Termiten mit sich gebracht, das reinste Schlaraffenland für unterschiedlichste Vogelarten. Auch das hatten wir so noch nie beobachtet.

30_OT_6493-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


31_OT_6529-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


32_OT_6532-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Zurück im Camp waren unsere Siebensachen schnell gepackt. Zum letzten Mal machte ich meinen beinahe täglichen Rundgang. Er war mir eine schöne Gewohnheit geworden.

33_1103807-RW2-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


Wir verabschiedeten uns von Joseph, der uns nicht unbedingt ans Herz gewachsen war, mit dem wir uns aber nach Startschwierigkeiten gut arrangiert hatten. Einer seiner Kollegen sollte mehrere Gäste gemeinsam zum Airstrip bringen. Wilson hatten wir in den vergangenen zwei Wochen täglich getroffen, im Camp und auch unterwegs in der Mara. Er ist als Mensch so ziemlich das Gegenteil des etwas spröden Joseph: ein offener und kommunikativer Entertainer und Sprücheklopfer.

Als Fahrer ist er schlichtweg ein ziemlicher Raser. Wir hatten ihn häufiger im Eiltempo von Sichtung zu Sichtung düsen sehen, und so mancher Strauch musste bei seinen Stunts dran glauben.

Unser Ding ist das nicht (und auch nicht das von Joseph), aber an diesem Tag stellten sich sein Fahrstil und sein Hang zu hohem Tempo als Glücksfall heraus; denn als wir den Talek queren wollten, schreckte selbst Wilson davor zurück. Das Wasser des Flusses stand hoch und war reißend geworden. Kaum zu glauben, wie oft wir in den Tagen zuvor durchs zwar felsige, aber auch seichte Flussbett gerumpelt waren.

Was also nun? Wilson überlegte, wägte ab - leichtsinnig ist er nicht. Dann drehte er um und drückte noch mehr aufs Gas, denn die Zeit wurde nun verflixt knapp. Ich klammerte mich fest, als wir nach einem Umweg an anderer Stelle den Fluss durchquerten. Geschafft!

Eine Warzenschwein-Familie trottete über den Airstrip, dann hoben wir ab. Ich schaute hinab auf die Weiten der Mara. Glücklich und dankbar für das, was wir erlebt hatten. Traurig und sehnsüchtig, weil wir schon im Vorfeld besprochen und beschlossen hatten: Es würde wohl ein Abschied für immer sein.

34_OT_6653-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_52.jpg


Nach einem kleinen Hüpfer landeten wir am Wilson Airport in Nairobi, wo diesmal die Abholung klappte, die das Malaika Camp organisiert hatte.

35_OT_6776-CR3-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Der Fahrer brachte uns zum internationalen Flughafen, denn eigentlich wären wir am späten Abend zurück nach Deutschland geflogen. Allerdings hatte uns Brussels Airlines - diesmal immerhin schon Tage zuvor - über die erneute Verschiebung des Fluges um einen Tag informiert.

Wir baten den Fahrer also, das Hilton Garden Inn Nairobi Airport anzusteuern, wo wir die zusätzliche Nacht verbringen würden - ein toller Tipp unserer Forumskollegin Elvira (Bushtruckers). Sie hat ohnehin riesigen Anteil daran, dass diese unfreiwillige Verlängerung nicht eine Last, sondern eine echte Bereicherung wurde.

Wir bezogen ein sauberes und gemütliches Zimmer und genossen den Luxus von vier festen Wände und eines komfortablen Bades. Wir klaubten die letzten frischen Wäschestücke zusammen, gingen im Hotel essen und freuten uns auf den nächsten Tag. Denn da würde uns die unvorhergesehene Verlängerung noch eine großartige Aktivität zum Abschluss bescheren.
Teil 1904. Jan. 2026
1.10.2024: Ich hatte eine Farm...

"Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge." So beginnt der Filmklassiker "Jenseits von Afrika" von 1985. Ich habe ihn damals verschlungen, ebenso wie zuvor Karen Blixens Buch "Die afrikanische Farm" von 1937.

Schon mehrfach waren wir im Laufe der Jahre an den Ngong Bergen vorbeigefahren. Beim ersten Mal hatte ich mich gewundert, dass dort oben die Farm liegen sollte. Ich hatte sie nicht so nah an Nairobi - nur zehn Kilometer entfernt - verortet, aber natürlich ist die Metropole gewuchert und haben sich die Wege verändert.

Wir hatten sehr frühzeitig von der Verschiebung unseres Rückflugs nach Deutschland erfahren. Was also tun? In der Mara zu verlängern, hätte deutliche Mehrkosten für nationalen Flug, Auto, Camp etc. bedeutet. Das war keine Option. Guter Rat war teuer, wir brauchten Hilfe. Nur woher nehmen? Dann fiel mir unsere Forumskollegin Elvira ein - ein ebenso seltener wie wertvoller Geistesblitz.

Ich schrieb also Elvira eine PM, und sie antwortete prompt. Sie empfahl uns ein Hotel am Flughafen und stellte zudem mögliche Aktivitäten zusammen, aus der wir nun eine aussuchten konnten. Was für ein Service!

Wir überlegten. Wir waren randvoll mit Eindrücken und sensorisch am Limit. Es sollte also etwas sein, das uns nicht allzu sehr forderte. Nicht zu sehr ins Geld ging. In den zeitlichen Rahmen passte und uns natürlich gefiel. Wir wollten gerne ausschlafen und im Hotel in aller Ruhe frühstücken, abends mussten wir am Airport sein. Unsere Wahl fiel schließlich auf das Karen Blixen Museum. Auch, weil uns ihre Geschichte schon immer fasziniert hatte. Elvira regelte alles und machte es uns kinderleicht. Einfach großartig!

2_1103979-RW2-20241001-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Mit dem Ausschlafen klappte es erwartungsgemäß nicht sehr gut, die innere Uhr war noch im Safarimodus. Doch schon die Möglichkeit war schön, wir gammelten rum, frühstückten, packten noch einmal um. Thomas' Fotoausrüstung wurde schon gut verpackt verstaut. Um Zwölf checkten wir aus, das Hotel mussten wir selbst bezahlen, weil uns die Airline frühzeitig informiert hatte. Alternativ hätten wir früher zurückfliegen können.

Dann sammelte uns pünktlich zur verabredeten Zeit ein sympathischer Fahrer ein, der uns nach Karen brachte - dem nach Karen Blixen benannten, hübschen Ort auf rund 2.000 Metern.

Er besorgte uns am Eingang die Tickets, was wir als Touristen nicht selbst erledigen durften, und blieb dann beim Auto. Eine junge Frau begleitete uns nun, um uns das Gelände und das Farmhauses Mbogani zu zeigen. Ein Pflichtguide, der sich aber als sehr nett erwies, unaufdringlich und auch informativ, auch wenn wir schon fast alles wussten.

Der Besucherandrang hielt sich angenehm in Grenzen. Wir saßen in der Sonne und hörten uns den kleinen Vortrag an, dann schlenderten wir durchs Haupthaus, den parkähnlichen Garten mitsamt einer "Coffee Drying Area" und ihren Gerätschaften und beendeten den Rundgang schließlich in einem separaten Küchengebäude.

3_1103956-RW2-20241001-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Ich war überrascht, wie sehr mir dieser Besuch gefiel. Eine eher kleine, aber sehr feine Aktivität. 17 Jahre hatte Karen Blixen hier gelebt und gearbeitet, ihren Alltag als Kaffeefarmerin bestritten, und ich konnte ihre Anwesenheit fast spüren. Sie auf der Veranda sitzen, auf einem kleinen "Trecker" über die Plantagen fahren, sie Anweisungen geben sehen. Was auch an der teilweise originalen Ausstattung des Hauses liegt, das ich mir größer vorgestellt hatte. Ich fand es gemütlich, heimelig. Wie es wohl gewesen war, hier zu leben? Es gelang mir ganz gut, mir das auszumalen - wenn auch vielleicht etwas romantisiert. Es war nicht zuletzt auch ein hartes Leben.

Doch ich fühlte mich in eine andere Zeit versetzt, in der sie sicher eine starke und außergewöhnliche Frau gewesen war - und auch eine leidenschaftliche Großwildjägerin. Zumindest in dieser Hinsicht wären wir wohl keine Freundinnen geworden; aber letztlich war sie eben ein Kind ihrer Zeit.

Als sich unser Guide verabschiedet hatte, hatten wir immer noch viel Zeit. Und blieben noch. In unserem eigenen Tempo starteten wir den Rundgang von vorn. Mit Verweis auf den vorherigen Besuch mit Guide durften wir auch noch einmal unbegleitet ins Haus. Fotografieren ist dort verboten.

Im Garten zwitscherten die Vögel in den hohen Eukalyptusbäumen und Palmen, ein absolut idyllischer Ort. Auf einem Rundweg spazierten wir durch ein kleines Wäldchen. In der Coffee Drying Area tollten Affen auf den uralten Maschinen herum.

4_1103903-RW2-20241001-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


5_1103907-RW2-20241001-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Die meisten waren scheu, nur eine der Meerkatzen ließ mich einigermaßen nah an sich heran. Auch mein Tele war schon in den Untiefen des Gepäcks verschwunden.

6_1103943-RW2-20241001-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Man kann Mbogani wahrscheinlich auch binnen einer Stunde abhandeln. Wir waren bewusst langsam und blieben mehrere Stunden, was unseren Fahrer sehr verwunderte, als wir uns bei ihm zurück- und auch gleich wieder abmeldeten, denn direkt nebenan gibt es ein sehr schönes Café, das wir nun auch noch besuchten.

7_20241001_152343_2.jpg


8_1104001-RW2-20241001-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Doch schließlich mussten wir los, war diese Reise endgültig vorbei. Der Museumsbesuch war viel mehr gewesen als nur eine Möglichkeit, die Zeit bis zum Abflug zu überbrücken. Er hatte uns einen weiteren, ausgefüllten Urlaubstag beschert. Der Fahrer brachte uns zurück zum Hotel, von dort ging es problemlos per Shuttle zum Terminal, und dem Rückflug folgte - um viele schöne Erinnerungen reicher - die Rückkehr in den Alltag.

1_20241001_131140_7.jpg


Es folgt das Fazit.
Teil 2007. Jan. 2026
Das Fazit

Die Masai Mara hat bei unserem dritten Besuch noch einmal eindrücklich gezeigt, was sie zu bieten hat. Und das ist eine Menge. Kein Tag verging ohne gleich mehrere Höhepunkte. Gerade in der tierreichen Mara darf man darauf hoffen, aber selbstverständlich ist auch dort nichts.

2_EN_9543-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


1_EN_7984(2)-CR3-20240927-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


Unschöne Begleiterscheinung dieses außergewöhnlichen Safarierlebnisses ist nun schon seit vielen Jahren die sehr hohe Besucherzahl. Vor allem bei unserem ersten Aufenthalt 2018 waren wir zwischenzeitlich regelrecht geschockt. Was auch am Reisemonat August lag, der Hochzeit der Crossings. 2021 war es Ende September immerhin viel besser gewesen, wenn auch immer noch sehr gut besucht.

Weitere drei Jahre später, zur selben Jahreszeit, erlebten wir die Mara nun so entspannt wie noch nie. Natürlich gab es andere Touristen. Aber sehr viel weniger als zuvor.

Bei YouTube ansehen ↗



Oft waren wir ganz allein, oder zumindest eine lange Zeit allein, als übermäßig voll haben wir es nur beim vom Löwen in einen Graben getriebenen Büffel sowie selten bei "unserem" sowie einem weiteren Löwenrudel erlebt.

Letzteres, weil die Löwen sehr prominent direkt an einer kleinen Kreuzung lagerten und - glücklicherweise deutlich nach unserer Ankunft - die Ballonfahrer allesamt nach ihrer morgendlichen Aktivität ohnehin daran vorbeifuhren.

4_1089957-RW2-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Woran lag es, dass es ruhiger war? Doch an der Jahreszeit? Oder an den gestiegenen Preisen? Vermutlich Letzteres. Ich persönlich glaube allerdings nicht an Preiserhöhungen als dauerhaft wirksame Lösung gegen Overtourism. Es werden andere kommen.

Wir hatten vielleicht die Übergangsphase erwischt, in der die einen noch abgeschreckt abgesagt hatten und die potenziell neuen Gäste noch nicht erobert waren - eine Momentaufnahme, aber wer weiß. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.

Positiver stimmt uns, dass viele Ranger ihre Rolle offensichtlich anders - besser - ausfüllen als zuvor. Gerade die Jungtiere - Cheetahs, Löwen, Leoparden - stehen unter beinahe permanenter Beobachtung und unter speziellem Schutz. Die Gepardin hatte so die Möglichkeit, vier Jungtiere durchzubringen. Natürlich ist das ein Eingriff des Menschen. Aber das hat er ohnehin längst getan - zum Schlechten. In diesem Fall hilft es eben.

5_EN_3359-CR3-20240919-DxO_DeepPRIMEXD2_717.jpg


Fast zwei Wochen lang waren wir im selben Camp. Das haben wir so noch nie gemacht. Wir haben es genossen, so lange am selben Ort zu sein, im Herzen der Mara. Es hat uns die Zeit und die Ruhe gegeben, bei bestimmten Situation stundenlang auszuharren. In Ruhe abzuwarten, zu beobachten. Bestimmte Tiere immer wieder über einen längeren Zeitraum zu studieren.

5a_EN_3936(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2_722.jpg


5b_EN_9585(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


Allem voran das kleine Löwenmädchen, das uns sehr ans Herz gewachsen war. Es war unser roter Faden auf dieser Safari.

6_EN_6308(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Über Joseph habe ich schon einiges geschrieben. Natürlich ist es auch immer dem Guide zu verdanken, ob eine Safari ein Erfolg wird oder nicht. Menschlich sperrig, aber in der Mara und der Tierwelt kenntnisreich, hat uns Joseph herausragende Momente beschert.

7_EN_9244(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_77.jpg


8_EN_9327-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_14.jpg


9_EN_8128-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_1.jpg


Wir konnten aber nicht feststellen, dass ein Massai-Guide im Grundsatz besser geeignet ist als ein anderer. Ein Top-Guide wie Livingstone, mit dem wir zuvor zweimal in Kenia unterwegs gewesen waren, bewegt sich ebenso sicher im Gebiet und auf demselben Niveau.

Grundsätzlich stört uns die Attitüde der Maasai, die Mara für sich zu beanspruchen und sich entsprechend darin zu verhalten. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Aber in manchen Situationen - und auch nicht nur in der Mara - sind dann eben auch die Vernunft und/oder gar das Veto des Touristen gefordert.

Dass wir über das Malaika Camp einen Wagen und Driverguide exklusiv für uns gebucht hatten, hat zwar Mehrkosten verursacht, sich aber als goldrichtig erwiesen. Wir wollten unabhängig sein und haben das auch genutzt.

11_EN_9496(2)-CR3-20240928-DxO_DeepPRIMEXD2_7.jpg


10_EN_0700(2)-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


12_EN_3553(2)-CR3-20240924-DxO_DeepPRIMEXD2.jpg


Als Unterkunft ist das Malaika Camp solide. Wer mehr Luxus erwartet als eine sauberes Zelt, einfache Möbel, fließendes warmes Wasser und Hausmannskost, ist hier wahrscheinlich fehl am Platze. "Wohnzimmer" und Feuerstelle ließen sich sicherlich mit ein paar kleineren Investitionen und Handgriffen aufpimpen. Aber wenn das alle Probleme auf einer Safari sind... Der größte Pluspunkt ist die zentrale Lage.

13_EN_5714(2)-CR3-20240926-DxO_DeepPRIMEXD2_11.jpg


Bei den gestiegenen Kosten dürfte es schwierig werden für Camps in diesem noch einigermaßen bezahlbaren Preissegment. Denn wer nun (in der sehr langen Hauptreisezeit) kommt, kann sich wohl noch viel mehr leisten - und erwartet einen entsprechenden Komfort.

Wir hatten im Vorwege über ein paar Tage in einer privaten Konzession nachgedacht, aufgrund der hohen Preise aber verzichtet. Im Nachhinein hätte das kaum mehr einen Unterschied gemacht. Die (erstmalige) Anreise ins Nationalreservat per Flieger war gut, aber kein Muss. Die Strecke ist mittlerweile leicht mit dem Auto zu bewältigen.

14_20240926_095343_14.jpg


Bei den internationalen Flügen werden wir künftig um Brussels Airlines wenn möglich einen Bogen machen. Schlechter Service, schlechte Erreichbarkeit, häufige Verschiebungen, das hatten wir auch schon in Uganda so erlebt. Immerhin hat uns das allerdings am Ende den Besuch des Blixen-Museums beschert - eine unverhoffte und großartige Zugabe.

Letztlich bereuen wir diese Reise keine Sekunde. Die Highlights jagten sich, richtige Lowlights gab es - bis auf den kurzen Zank mit Joseph - keine.

15_EN_9591-CR3-20240923-DxO_DeepPRIMEXD2_78.jpg


Und doch - oder vielleicht gerade deshalb - war es wohl unser letzter Besuch in der Masai Mara. Ihr habt schon recht, man soll niemals "nie" sagen. Und wer weiß, wie sich die Dinge entwickeln? Aber vermutlich nicht zum Besseren, und bei diesen Preisen ist für uns eben Schluss. Schon aus Prinzip.

Ein letztes Mal hat die Mara keine Wünsche offen gelassen, alles geliefert, was wir uns nur vorstellen konnten - und mehr. Man soll gehen, wenn's am schönsten ist. Und in unserem Fall: auch noch bezahlbar ist. Natürlich ist das wie fast alles im Leben eine Frage der persönlichen Möglichkeiten und Abwägungen.

3_OT_2622-CR3-20240922-DxO_DeepPRIMEXD2_72.jpg


Wir reisen weiter, sind seither schon wieder gereist, die Welt ist groß und bunt. Es gibt andere Ziele, neue Herausforderungen, nicht enden wollende Wunder. Die Mara ist eins davon. Wir durften es erleben, dafür sind wir dankbar, und es war ein Privileg. Das ist uns immer bewusst.

16_1103741-RW2-20240930-DxO_DeepPRIMEXD2_2.jpg


Wir sind sehr glücklich darüber, dass ihr uns virtuell noch einmal in die Masai Mara begleitet habt. Es hat den endgültigen Abschied irgendwie noch einmal hinausgezögert und vor allem riesigen Spaß gemacht! 1000 Dank dafür!

Wir wünschen euch ein glückliches 2026 mit vielen tollen Reisen, bleibt gesund!

Bis demnächst, liebe Grüße,
Betti und Thomas
Zur Diskussion mit allen 217 Beiträgen