Unausgesprochen war uns aber auch klar: Unter diesen neuen Vorzeichen war es das letzte Mal. Ein Abschied von der Masai Mara.
Oh, das kenne ich. So geht es uns gerade auch. Ich plane im März nochmal hinzufahren, vermutlich auch das letzte Mal für längere Zeit. Ich fahre mit gemischten Gefühlen hin, denn auf den ganzen Trubel, Massentourismus und das oft verantwortungslose Handeln der Guides und Gäste habe ich wenig Lust. Umso mehr freue ich mich über jeden Bericht über die Mara und folge dir mal unauffällig.
einen Bericht von euch lass ich mir auf keinen Fall entgehen und begleite euch gerne ins Malaika Camp! Wir hatten ja unseren Abschied von der Masai Mara schon im Oktober 23 und deshalb freue ich mich umso mehr auf eure Erlebnisse und tollen Fotos!
na, da springe ich doch auch noch schnell auf. Einen Bericht aus der Masai Mara lasse ich mir nicht entgehen. Uns geht es wie vielen anderen Fomis, die von der preislichen Entwicklung in Kenia abgeschreckt werden. Wir hatten das Privileg zweimal dieses traumhafte Land mit seinen wunderbaren Parks besuchen zu können, jetzt bereisen wir halt andere Länder, unsere Bucket List ist noch lang. Schade, aber manchmal stellt sich die Frage, ob man das viele Geld ausgeben WILL, selbst wenn man es vielleicht sogar nochmal KÖNNTE. Irgendwo hat vermutlich jeder seine Schmerzgrenze, die dann nicht mehr überschritten wird. Jetzt freue ich mich umso mehr, euch virtuell zu begleiten und in schönen Erinnerungen zu schwelgen.
Liebe Grüße Kordula 🙂
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201622. Okt. 2025 ·
Hallo ihr Lieben,
THBiker schrieb:Ich plane im März nochmal hinzufahren, vermutlich auch das letzte Mal für längere Zeit. Ich fahre mit gemischten Gefühlen hin, denn auf den ganzen Trubel, Massentourismus und das oft verantwortungslose Handeln der Guides und Gäste habe ich wenig Lust.
Schön, dass du dabei bist! Du kennst dich ja aus. Da bin ich gespannt, wie du es im März empfinden wirst (du siehst, ich rechne fest mit einem Bericht B)). Leider hast du eben auch mit allem Recht. Wobei es diesmal an vielen Stellen (nicht an allen!) besser war.
THBiker schrieb:und folge dir mal unauffällig.
Gerne auch auffällig. 🙂
Daxiang schrieb:Wir hatten ja unseren Abschied von der Masai Mara schon im Oktober 23 und deshalb freue ich mich umso mehr auf eure Erlebnisse und tollen Fotos!
Da bist du ja! Dann kann es ja richtig losgehen.
Dandelion schrieb:jetzt bereisen wir halt andere Länder, unsere Bucket List ist noch lang.
Unsere auch. 🙂
Dandelion schrieb:manchmal stellt sich die Frage, ob man das viele Geld ausgeben WILL, selbst wenn man es vielleicht sogar nochmal KÖNNTE. Irgendwo hat vermutlich jeder seine Schmerzgrenze, die dann nicht mehr überschritten wird.
Das denke ich genau so auch.
Ich bin fleißig am Tippen, es sollte heute noch weitergehen können.
Wunderbar, 13 Tage nur Masai Mara, das könnte mir auch gefallen. Wir waren im Februar 23 in der Mara und Naboisho, was zu den schönsten Safaris gehört, die wir je gemacht haben.
Zu den Eintrittspreisen in der Mara: Ich habe das ganze auch verfolgt und dachte eigentlich, die Preise wären 2024 erhöht worden, so wie du das auch beschreibst. Es sollte von $100 für 24 Stunden auf $200 für 12 Stunden erhöht werden. Jetzt habe ich Ende September gelesen, dass die Einführung der höheren Gebühren für den 1.10.25 festgesetzt wurden (3 Tage Vorlauf) Daraufhin wurde aber per Eilverfahren alles ausgesetzt und momentan sind die neuen Preise noch nicht aktiv. Deshalb wundert es mich, dass ihr letztes Jahr schon die Erhöhung bezahlen musstet, oder war das dann doch nicht so?
Auf deinen Bericht freue ich mich schon wahnsinnig, die Fotos sind mal wieder Spitzenklasse!
LG Barbara
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201622. Okt. 2025 ·
Hallo Barbara,
schön, dass du zugestiegen bist und danke für das tolle Fotolob!
Babs72 schrieb:Ich habe das ganze auch verfolgt und dachte eigentlich, die Preise wären 2024 erhöht worden, so wie du das auch beschreibst. Es sollte von $100 für 24 Stunden auf $200 für 12 Stunden erhöht werden. Jetzt habe ich Ende September gelesen, dass die Einführung der höheren Gebühren für den 1.10.25 festgesetzt wurden (3 Tage Vorlauf) Daraufhin wurde aber per Eilverfahren alles ausgesetzt und momentan sind die neuen Preise noch nicht aktiv. Deshalb wundert es mich, dass ihr letztes Jahr schon die Erhöhung bezahlen musstet, oder war das dann doch nicht so?
Also wir haben die 200 USD pro Tag zahlen müssen. Was es mit diesem Jahr auf sich hat, weiß ich leider nicht. Vielleicht kann Elvira (Bushtruckers) etwas dazu sagen? Oder jemand anderes?
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201622. Okt. 2025 ·
17.9.2024 - Auftakt nach Maß
Bisher waren wir immer per Auto in die Mara gereist, was kein Problem ist auf der mittlerweile gut ausgebauten Strecke. Doch ich genoss den kurzen Hüpfer im Flieger und den Ausblick auf die zerklüftete und gefaltete Landschaft des Grabenbruchs unter uns.
Ich war kaputt, spürte aber auch, wie alle Anspannung der komplizierten Anreise von mir abfiel. Als wir schließlich die weiten Ebenen der Mara überflogen, suchte ich sie instinktiv nach den ersten Tieren ab. Noch ohne Erfolg. Ich freute mich unbändig darauf, wieder auf Entdeckungstour zu gehen. Was wir wohl finden und erleben würden?
Als wir nach rund 45 Minuten am Olkiombo Airstrip landeten, nahm uns Joseph in Empfang, unser Guide für die nächsten zwei Wochen. Der erste Eindruck war positiv, und nach einer kurzen Begrüßung ging es auch gleich auf den ersten Gamedrive. Es war schließlich noch früh am Tag. Wir hatten nicht damit gerechnet und waren freudig überrascht. Hastig packten wir die Kameras aus.
Wir waren nur wenige Minuten unterwegs, da begegnete uns eine Cheetah auf Beutezug. Das ging ja gut los! Weit und breit waren wir das einzige Auto und blieben es in dieser Situation auch.
Es war großartig, diese elegante Katze in Ruhe zu beobachten. Sie durchstreifte das Gras, wurde aber nicht fündig. Irgendwann entfernte sie sich zu weit von uns und wir ließen sie ziehen.
Der nächste Fund waren kurz darauf zwei Gazellen, die sich ziemlich in der Wolle hatten. Mit gebeugten Köpfen rangelten sie miteinander, ganz in ihren Streit vertieft. Eine interessante Szene, deren mögliche Tragweite wir aber nicht begriffen. Wenn der Gepard den Kampf mitkriegen würde, prognostizierte Joseph, würde er die Situation für sich ausnutzen wollen und attackieren.
Kaum hatte er uns in eine günstige Position bugsiert, sahen wir die Cheetah auch schon aus der Ferne anwetzen. Ich wappnete mich innerlich für das, was wir nun wohl zu sehen bekämen. Doch es kam überraschend anders. Als die Katze die beiden Streithähne erreichte, passierte - nichts.
Der Gepard bremste, stutzte, wirkte ratlos und zögerte jedenfalls zu lang. Die Antilopen bekamen nun endlich mit, was die Stunde geschlagen hatte, und gaben Fersengeld. Dahin war die Chance, das Frühstück über alle Berge - und die ungeschickte Cheetah schaute ziemlich bedröppelt aus der Wäsche.
Was für ein toller Start in unsere Safari, in Hochstimmung kamen wir im Malaika Camp an. Alles wirkte vertraut, auch die Belegschaft, von der wir einige noch kannten. Es hatte sich kaum etwas verändert, nur die aus Autoreifen gebauten Stühle draußen am Feuer waren verschwunden. Kein Verlust aus meiner Sicht, ich hatte sie ohnehin nicht gemocht. Das "Wohnzimmer" mit windschiefer Bar in der Ecke hatte dagegen kein Facelifting bekommen, aus dem Bereich könnte man sicher viel mehr machen.
Nagelneu, großzügig und geradezu luxuriös war dagegen das Zelt ganz am Ende der Anlage, zu dem wir nun geführt wurden. Es war wirklich wunderschön, doch wir waren uns sofort einig: Ob wir vielleicht ein Zelt auf der anderen Seite und näher am Hauptbereich haben könnten, fragte ich. Unsere Gastgeber schauten verdattert, folgten aber unserem Wunsch.
Wahrscheinlich wäre jeder andere glücklich über diese tolle Ausstattung und Abgeschiedenheit. Wir aber laufen mittags gerne auf der Anlage umher und wollten die minutenlangen Wege nur um von A nach B zu kommen gerne vermeiden. Außerdem liegen die Zelte rechts vom Eingang des Camps nah an einer freien Fläche und sind somit heller. Wir freuten uns jedenfalls, als wir das viel schlichtere und kleinere, aber gewünschte Zelt betraten. Hier hatten wir uns schon einmal sehr wohl gefühlt. Und auch die Nachbarn mochten wir sehr gern.
Tropical Boubou
Green-backed Camaroptera
Wir richteten uns häuslich ein, es war ein tolles Gefühl, dass wir so lange bleiben würden. Dann gingen wir zum Mittagessen direkt am Fluss, der Platz oberhalb des Mara River war so schön, wie wir ihn in Erinnerung hatten und die Aussicht beim Lunch eine Wucht. Vom Ufer gegenüber beäugte uns ein Elefant. Überschaubar wenig andere Gäste waren da.
Wir trafen Camp-Mitinhaber John, der sich für die verpatzte Abholung entschuldigte und von Stornierungen im Zuge der gestiegenen Eintrittspreise berichtete, er machte sich natürlich Sorgen. Das schlichte Malaika Camp mit seinem mittleren Preissegment dürfte Schwierigkeiten bekommen, wenn Leute wie wir wegbleiben, denn das wohlhabendere Klientel bevorzugt sicher eine deutlich luxuriösere Unterkunft.
Um 15 Uhr sammelte uns Joseph zum Nachmittags-Gamedrive ein, wir waren ziemlich kaputt und einigten uns darauf, in der Gegend des Camps zu bleiben.
White-bellied Bustard
Das war auch deshalb eine gute Idee, weil sich hier ein Löwenrudel zumindest für eine Weile niedergelassen hatte, es war eigentlich immer irgendwo in der Nähe unterwegs. Tatsächlich wurden wir relativ schnell fündig, suchten uns ein gutes Plätzchen und warteten ab, bis etwas Bewegung in die Sache kam. Zu dem Rudel gehörten auch zwei wenige Wochen alte Cubs, Bruder und Schwester, von dem sich zunächst nur das eine zeigte.
Später spielten beide ausgiebig im schützenden Gebüsch miteinander, ein sehr niedlicher Anblick. Von dem männlichen Cub (im Foto rechts) war es allerdings eins der letzten Bilder. Drei Tage später war er leider verschwunden. Sein Schicksal blieb ungeklärt, auch die Ranger konnten nicht herausfinden, was dem Kleinen wohl während der Nacht zugestoßen war.
Noch ahnten wir von all dem nichts. Der Himmel hatte sich zugezogen, das Licht wurde schlecht und wir brauchten nach der strapaziösen Anreise und schlaflosen Nacht dringend eine Mütze Schlaf. Gut eine Stunde vor der Zeit kehrten wir ins Camp zurück, aßen schnell und kippten dann ins Bett. Morgen war schließlich auch noch ein Tag.
Hallo Beatnick , welch toller Auftakt nach der bescheiden schönen Anreise . Deine Fotos sind , wie immer , Güteklasse A - Plus Plus ,PLus. Gerne bin ich auf deiner Reise dabei , führt sie mich doch dahin , wo ich wohl nie hinkomme , denn das ist absolut nicht mein Preissegment 😈 . Es sei denn , ich mache einen Lottogewinn . Aber dann eröffne ich vielleicht auch eine Boutique mit dem Papst 😄 😄 Liebe Grüße Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Uff, da habe ich doch noch rechtzeitig Euren Bericht gefunden! 😄 Was für ein Auftakt! Ein holpriger Auftakt, aber von sowas kann man noch seinen Enkeln erzählen 🤩. Und Eure Bilder - absolute Sahne! Ich bin begeistert.
Es wird Zeit, dass wir uns mal wieder sehen, da ist doch wirklich Gesprächsbedarf! 😄
Malaika-Camp, oh je, das werden schöne Erinnerungen wach und wir haben die letzten Jahre immer wieder damit geliebäugelt, aber irgendwie .... - na ja, Du weißt schon, es ist halt alles nicht ganz so easy.
Du hast wegen dieser eklatanten Preissteigerungen geschrieben:
Unter diesen neuen Vorzeichen war es das letzte Mal. Ein Abschied von der Masai Mara.
Das, entschuldige, glaub ich noch lange nicht. Ich bin gespannt, ob am Ende Deines wie immer herrlichen Berichtes nicht ein "Rückzieher" kommt. Zu schön sind doch schon Euere ersten Erlebnisse in der Mara, da kann man sich nicht einfach so "aus dem Staub" machen.
Vielleicht hab ich´s überlesen. Aber welchen Fahrer hattet Ihr? Wir hatten den guten Philipp 5 Tage ganz allein für uns, er hat uns alle Wünsche erfüllen können, es war mit ihm einfach ganz was wunderschönes. Was auch super war, dass an einem Tag Jo mit an Bord war. Der hat uns doch so ein oderen fotografischen Tipp geben können.
Jetzt bin ich gespannt, wie´s bei Euch weitergeht. Herzliche Grüße 😘 vom bayern schorsch
Old Women1'543 Beiträge · seit 201325. Okt. 2025 ·
Hallo Betti,
oh, wie schön, Malaika Camp, das wird bestimmt famos, und da fahre ich sehr, sehr gerne mit. Ich quetsche mich mal ganz schnell neben Claus, und ab gehts 🙂 ! Bzgl. der Preisanpassung teile ich deine Meinung. Es ist viel Geld in der Welt, und gerade bei diesen nunmehr exklusiven Destinations zahlen viele horrende Preise ohne mit der Wimper zu zucken. Unser Guide, der damals mit uns im Amboselli, im Lumo Conservancy etc. war, schrieb mir neulich, er wäre für die Mara noch sehr gut gebucht.
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201626. Okt. 2025 ·
Hallo ihr Lieben,
erst einmal Entschuldigung dafür, dass ich erst jetzt reagiere. Die Arbeit rief und ließ einfach nicht los 😣. Ich freue mich sehr über eure Reaktionen, vielen Dank dafür!
CoM schrieb:Deine Fotos sind , wie immer , Güteklasse A - Plus Plus ,PLus.
😊 1000 Dank, Conny!
CoM schrieb:Aber dann eröffne ich vielleicht auch eine Boutique mit dem Papst
😄 😉
TinuHH schrieb:Uff, da habe ich doch noch rechtzeitig Euren Bericht gefunden!
Auch uff! Welcome! 🙂
TinuHH schrieb:Und Eure Bilder - absolute Sahne! Ich bin begeistert.
😊 😘
TinuHH schrieb:Es wird Zeit, dass wir uns mal wieder sehen, da ist doch wirklich Gesprächsbedarf!
Unbedingt. Gebt uns noch ein, zwei Wochen zur Wiedereingliederung 🙂. Der Job hat uns direkt wieder eingeholt. Ferienzeit, alle weg.
Mabe schrieb:Der Gepard war wahrscheinlich total irritiert, zwei Antilopen zu sehen und dachte, er sieht doppelt
bayern schorsch schrieb:Das, entschuldige, glaub ich noch lange nicht. Ich bin gespannt, ob am Ende Deines wie immer herrlichen Berichtes nicht ein "Rückzieher" kommt.
Hallo mein Lieber und willkommen! Du hast eine blühende Phantasie... 😉 Unser Fahrer hieß Joseph, ich werde noch näher auf ihn eingehen. Jo war im Urlaub in Kroatien, John fast durchgängig in Nairobi.
Old Women schrieb:oh, wie schön, Malaika Camp, das wird bestimmt famos, und da fahre ich sehr, sehr gerne mit.
🙂 😘
Old Women schrieb:und gerade bei diesen nunmehr exklusiven Destinations zahlen viele horrende Preise ohne mit der Wimper zu zucken. Unser Guide schrieb mir neulich, er wäre für die Mara noch sehr gut gebucht.
Es ist nur eine andere Kundschaft, aber der Boom für die gesamte Reisebranche (besonders Naturziele) ist unverändert, soweit ich weiß.
Habt einen schönen Sonntag, hier geht es dann gleich weiter.
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201626. Okt. 2025 ·
18.9.2024, Teil I - Im Reich der Löwenmänner
Um 5 Uhr war die Nacht zu Ende, man kennt das von Safaris und auch, dass es rätselhafterweise so gut wie nichts ausmacht. Zu groß ist die Vorfreude.
Vorne im Hauptzelt trudelten die anderen Gäste erst nach und nach zum morgendlichen Kaffee und Tee ein und weil Joseph offenbar großen Wert darauf legte, verließen wir nicht nur an diesem Tag, sondern auch an allen folgenden als Erste das Camp. Das war sehr in unserem Sinne.
Die Sonne hielt sich an diesem Morgen auch nach ihrem Aufgang noch ziemlich bedeckt, im Dämmerlicht rumpelten wir durchs Flussbett des Talek, immer wieder eine ruppige und auch etwas abenteuerliche Angelegenheit.
Der erste größere Fund war ein Löwen-Liebespaar, bei dem es mit der Liebe allerdings nicht so weit her zu sein schien.
Denn obwohl die Katze ein jammervolles Wehklagen anstimmte und ihrem Galan dabei verführerisch mit dem Allerwertesten um die Nase strich, schaute der nur etwas konsterniert, rührte sich aber ansonsten nicht vom Fleck.
Tja dann... Ging sie eben noch einmal unverrichteter Dinge ins Bett. Und wir rollten weiter.
Wir cruisten durch ein leicht hügeliges Gelände, auf der höchsten Erhebung habe jüngst eine Leopardin ihr Junges aufgezogen, berichtete Joseph. Die kleinen Verbotsschilder an den Wegen rund um die Kuppe stammten noch aus dieser Zeit, hatten aber offenbar keine Gültigkeit mehr. Wir waren jedenfalls nicht der einzige Wagen, der den Hügel auf seinem kleinen Wegenetz absuchte.
Wir fanden die Leoparden nicht, dafür aber in der Umgebung gleich reihenweise Löwen.
Wir begleiteten eine Weile einen echten Prachtkerl, der offenbar gerade gefressen hatte und sich sehr wohl fühlte in seiner Haut.
Nur die fiesen Fliegen waren eine echte Last, er wurde sie einfach nicht los.
Als er weiterging, konnten wir schließlich sein Ziel in einiger Entfernung erkennen.
Ein weiteres Männchen, bei dem er sich nun dazugesellte. Wir blieben eine ganze Weile bei ihnen.
Unweit dieses Duos fanden wir das Liebespaar wieder. Zweieinhalb Stunden nach der etwas schwachen Performance am frühen Morgen war nun Bewegung in die Sache gekommen.
In unserem Rücken näherte sich unterdessen Löwenmann Nummer vier, und was für ein Riese. Ich kenne mich mit den Rudeln in der Mara nicht aus, aber dies musste schon ein ziemlich imposantes sein bei all den Brüdern und Cousins, denen wir an diesem Morgen so begegneten.
Auch dieser Löwe hatte offensichtlich gerade gefressen, irgendwo musste ein Riss sein. Haufenweise Fliegen klebten in seinem Gesicht.
Längst hatte sich die Sonne durchgesetzt, es war deutlich wärmer geworden. Der Löwenmann brauchte immer wieder Pausen und hübschte die Landschaft um uns herum zusätzlich auf.
Als er weiterging und dabei direkt an uns vorbeitrottete, ließen wir ihn ziehen. Wir waren sensorisch überlastet und ganz erschlagen von all den Eindrücken.
Wir fuhren ein Stück weg von all dem Geschehen und suchten uns ein schönes und sicheres Plätzchen unter einem der vereinzelten Akazienbäume, die der Mara ihren Namen geben.
Unterwegs entdeckten wir ein winziges Thomson-Baby, das sich zwischen totem Holz verbarg. Noch zu klein, um im Ernstfall zu fliehen, versteckte es sich vor möglichen Feinden. Es lebte in gefährlicher Nachbarschaft, die Löwen waren nicht allzu weit entfernt. Ich drückte ihm beide Daumen, dass ihm nichts und niemand auf die Schliche kam.
Joseph deckte den Tisch für uns und wir baten ihn, sich dazuzusetzen. Wir kennen die Mahlzeiten auf Safari eigentlich nur als gemeinsame Sache, aber so war das offenbar nicht vorgesehen und er verzog sich ganz ans andere Ende hinter das Auto.
Als wir uns vorher zumindest kurz unterhielten, sagte er etwas, das sich bei mir festsetzte. Die Menschen - nicht zuletzt die eigenen Landsleute - würden die Massai schlecht und beinahe wie Tiere behandeln. Weil sie an ihrer Kultur festhielten, nicht zur Schule gingen - was so nicht mehr stimme - und eben anders seien und lebten. Das klang bitter. Wir hätten uns sehr gerne intensiver mit ihm darüber ausgetauscht, doch er wandte sich ab und wir spürten, er hatte schon mehr gesagt, als er eigentlich wollte.
Das Frühstück geriet wie so oft zur Nebensache, weil wir farbenfrohen Besuch bekamen, der hoffte, dass etwas für ihn abfiel. Wir widerstanden dem Drang, zu füttern, aber die Krümel fanden dankbare Abnehmer.
Yellow-throated longclaw
Superb Starling (Glanzstar)
Dann rumpelten wir zurück durch den Talek und rollten gemächlich an seinem Ufer entlang. Das hatte ich schon bei den vorangegangenen Besuchen immer sehr gemocht, diese Idylle, Ruhe und Beschaulichkeit. Als würde die Zeit stillstehen.
Am späten Vormittag kamen die Huftiere zum Trinken, Zebras und Gnus, zwar waren schon viele, aber nicht alle in die Serengeti gewandert.
Zum ersten Mal beobachteten wir in der Mara ein N.horn, bisher hatten wir uns bei entsprechenden Funksprüchen stets zurückgehalten. Nun waren wir eins der ersten Autos. Was für ein Koloss!
Als es immer mehr wurden, fuhren wir lieber weiter und zurück zum Camp. Es war ein erfüllter Vormittag gewesen, und der Tag war ja erst zur Hälfte vorbei.
Mann, Mann, kaum seid Ihr auf der ersten Ausfahrt, da habt Ihr schon Erlebnisse und sSchtungen, dass selbst Grzimek vor Neid blass um die Nase werden würde. Wie toll! Einmalige Bilder! 🤩 🤩
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201627. Okt. 2025 ·
18.9.2024, Teil II - Im Reich der Löwenkinder
In der Mittagspause ließen wir es nach dem bewegten Vormittag ruhig angehen und auch, als wir um 15 Uhr zum Nachmittagsdrive aufbrachen. Weit kamen wir erst einmal nicht, denn dicht beim Camp halten sich immer Giraffen auf, das war schon bei unserem vorangegangenen Besuch so gewesen.
Diesmal empfingen sie uns direkt am Wegesrand. Bei dieser Präsenz war es unmöglich, sie zu ignorieren und natürlich wollten wir das auch gar nicht.
Turmhoch ragten ihre langen Hälse neben uns auf. Wieder einmal stellte ich fest, dass Giraffen zu meinen Lieblingstieren gehören. Einfach unglaublich, was die Evolution so alles hervorgebracht hat.
Wie schon am Vormittag fuhren wir parallel zum Fluss. Eine herrlich friedliche Stimmung. Und zu sehen gab es auch immer was.
Woolly-necked stork
Vor allem Hyänen begegneten uns. Und auch unterschiedliche (Wasser-)Vögel.
Three-banded Plover
Yellow-throated sandgrouse
Wood Sandpiper
Wir beobachteten, wie ein Impala-Junggesellenverein vor etwas floh, konnten aber nicht entdecken, wovor.
Vielleicht vor den Hyänen? Deren Allgegenwärtigkeit war möglicherweise auch der Auslöser für etwas, das wir zum Abschluss dieses ersten vollen Safari-Tages noch erleben durften.
Ich hatte etwas die Orientierung verloren, erkannte schließlich aber die Gegend unweit des Malaika Camps wieder, in der wir am Vorabend die Löwenfamilie beobachtet hatten.
Was wir noch nicht wussten: Das Rudel bestand aus viel mehr Cubs aus nur den beiden zwei- bis dreimonatigen Geschwistern, die wir schon kannten. Wir gesellten uns zu einigen Autos, die aber allesamt artig Abstand hielten, und konnten dank unserer Teles die unter einem dichten Busch verborgene Rasselbande gut beobachten.
Die Kleinen konnten noch kaum aus den Augen gucken und krochen mehr als dass sie liefen. Die Nabelschnur hing noch an den flauschigen Bäuchen.
Sie miauten wie kleine Hauskatzen und wirkten so süß und unschuldig, unglaublich, dass sie einmal so gefährlich werden würden. Im Moment waren sie eher was für die Handtasche und zum Knuddeln - also theoretisch.
Die frischgebackene Mutter kümmerte sich rührend um ihren vierköpfigen Nachwuchs.
Und offenbar sah sie Handlungsbedarf. Als es dämmerte, stand sie auf und nahm Baby Nummer eins behutsam in die Schnauze.
Joseph schaltete - anders als wir - sofort, verließ zu unserem Erstaunen die wunderbare Szenerie, in die gerade Bewegung kam, und fuhr in einem großen Bogen auf die andere Seite des Dickichts, das wir zuvor in unserem Rücken gehabt hatten.
Dort waren wir das einzige Auto und blieben es auch. Würden wir jetzt etwa den Umzug ins neue Heim verpassen? Doch meine Gedanken jagten sich noch, da trat die Löwin aus dem Gebüsch, steuerte auf eine Lücke im Unterholz zu und verschwand darin.
Dreimal ging das noch so, nach der zweiten Löwen-Luftpost verließ uns das Licht.
Wir blieben aber allein, hörten nur die Grillen zirpen und die Babys, die bereits ihr neues Heim bezogen hatten, vor sich hinmaunzen.
Um kurz vor Sechs verließen wir die kleine Familie, es war nur eine knappe Viertelstunde bis zum Camp.
Wir duschten, aßen, verzichteten wie immer und zur Verzweiflung unserer Gastgeber aufs Dessert und gingen selig ins Bett. Die Afrika-Routine hatte uns schon voll im Griff. Und wie schön war das!
Hallo, auch wenn Elvira nichts gesagt hat, bin ich ziemlich sicher, dass deine Tommys ein Impala-Junggesellenverein sind. Aber viel wichtiger: unglaubliche Sichtungen und tolle Fotos! LG aus der Nähe, Karsten