Danke an die Beatniks von einem stillen Mitleser des „Fazits“, das mich dann zum Blixen-Haus führte.
Dazu ein Lesetipp auf eine neue (Roman)Biographioe von Karen Blixen
„Jenseits der Ngong Berge“ von Maren Gottschalk. Und vorweg: Ich habe „Out of Africa“ im Kino, TV und von meiner VHS „oft“ 😎 gesehen … bin also ein ausgewiesener Verehrer und habe das Standardrepertoire (und mehr) der Afrikanostalgiker z.T. mehrfach durch. ABER, als Authentisch-Biographisches habe ich den Film nie aufgefasst. Ist für mich einfach Afrikaschmalz, aber echt GUTES 😁 .
Die Romanbiographie von Maren Gottschalk zeichnet da ein differenzierteres und z. T. weniger verklärendes Bild der Baronin.
Eine fortschrittliche und starke Frau, die (noch) nicht in diese Zeit gepasst hat, einerseits, aber auch ein verwöhntes und egozentrisches Großbürgerstöchterchen andererseits. Sie hat, alleine und mit ihren Männern, oft schwer über ihre Verhältnisse gelebt. Hat das für die Farm(en) gegebene und geborgte Geld einfach "auf- und durchgebra(u)cht" , z. B. in Europa sündteuer logiert und eingekauft, obwohl ihr von der Familie zugestandenes Budget das gar nicht erlaubte, die Rechnungen dann der Mama geschickt…usw…. bis letztendlich das Geld der Familie ausging und diese endgültig die Reißleine zog …..
…. so die Darstellung von Gottschalk. Man kann wohl davon ausgehen, dass sie das sauber recherchiert hat, Verleumdungsklagen der Familie sind mir nicht bekannt. Und diese Darstellungen der „Out of Africa Blixen“ 😎 machen das Buch dann auch informativ. Gefallen hat es mir aber nicht; alles ist zu dick aufgetragen, die Charaktere sind überzeichnet und die gewählte Erzählform (einer moralisierenden Journalistin/Biographin als handelnde Person) hat mir auch nicht gefallen.... aber alles natürlich Geschmackssache.
Warum sich Gottschalk, ohne vorherigen Bezug zu Afrika, gerade für die Biographie einer derartigen Afrikaikone entschieden hat, ist eine gute Frage, erklärt aber jedenfalls, dass sie es mit der Fauna und Flora nicht so d’rauf hat.
Übrigens kann man das "Blixen-Haus" in Rungsted besichtigen. Ich war vor vielen Jahren, nach einem Besuch des quasi benachbarten Louisiana Museums, dort. Da war aber geschlossen bzw. nur auf Voranmeldung. Lt.
https://blixen.dk/ ist das heute ein stattliches Museum.
Grüße
Und PS zur Jagd: Verehrer der Ikonen der Altafrikanostalgie müssen da einfach Leidensfähigkeit beweisen (und tun das auch 😁 ) weil praktisch alle gejagt haben, einige sogar exzessiv, von Selous bis Sheldrick und Beard. Es wird ihnen aber sichtlich vergeben, wenn sie ausreichend Schmalz auftragen 😎 . So haben wortgewaltige Jagdgegner sogar Hemingway-Zitat als Signatur. Geht doch 😎