chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200603. März 2018 ·
Uganda war bereits schon mal für September/ Oktober 2016 ins Auge gefasst, aber davon nahmen wir seinerzeit Abstand, da diese Reisezeit – in unseren Augen- nur suboptimal für Uganda ist (die ungeteerten Straßen können durch Regenfälle zu schwer befahrbaren Matsch- und Schlammpisten werden). Als es an die Reiseplanung für den Jahreswechsel 17/18 ging, kamen Costa Rica, Südafrika und Uganda/Ruanda in die engere Auswahl. Südafrika geht eigentlich immer, aber es könnte ja auch mal wieder was Neues sein. Costa Rica zog dann im Vergleich mit Uganda den Kürzeren, weil wir uns für dieses Land noch mehr wünschen, weit gehend ohne Vorbuchungen zu reisen und wir (wohl besonders ich) Bedenken hatten, ob wir nicht die reichhaltige Fauna missen würden– auch wenn die Tierwelt Costa Ricas sicherlich auch einiges zu bieten hat.
Viele Informationen – u.a. auch auf der ITB 2016 in Berlin bei Speke (Veranstalter in Uganda) und Douglas von Alpha Rent-a-Car – hatten wir bereits gesammelt und speziell ich las diverse Reiseberichte. Schon in den Überlegungen 2016 zogen wir die Möglichkeit eines Fahrers in Betracht. Trotz der Vorzüge – gerade beim erstmaligen Besuch eines Landes – konnten wir uns nicht so recht mit dem Gedanken anfreunden, die meiste Zeit des Tages mit einem Fremden zusammen zu sein (kann ja auch sehr nett sein, wenn die Chemie stimmt). So entschieden wir uns, Uganda als Selbstfahrer zu erkunden.
Das Auto buchten wir bei Douglas und die Unterkünfte sowie die Permits für das Gorilla-Tracking ließen wir durch ihn buchen. Diverse Nachfragen wurden immer zeitnah beantwortet.
Vielen Dank auch an Marina aus dem Forum, die meine Fragen bereitwillig beantwortete sowie an Martina und Ralf, die uns neben weiteren Fragen auch netterweise ihre Karten von Andrew Roberts zur Verfügung stellten.
Wir hatten ziemlich Respekt vor der Reise, insbesondere vor den Straßenverhältnissen und der Navigation: die Ausschilderung in Uganda ist nicht vergleichbar mit der im südlichen Afrika und auch das Kartenmaterial ist mit Tücken (entweder ist das Material lückenhaft oder man wird immer jeden noch so kleinen Feldweg geführt). Das dämpfte unsere Vorfreude merklich.
Wir sind mehr oder weniger die Standardroute gefahren (wenn auch im Uhrzeigersinn, was meist bei geführten Touren andersrum ist, da diese das Gorilla-Tracking als Highlight gern zum Ende der Reise machen). Wir haben bewusst Ruanda rausgelassen, um uns lieber mehr auf Uganda zu konzentrieren.
Damit ihr wisst, wohin wir euch "entführen", hier mal unsere Planung: 23.12.2017 Flight to Entebbe 24.12.2017 Arrival Entebbe 04:05 h 25.12.2017 Entebbe - Lake Mburo 26.12.2017 Lake Mburo - Lake Bunyonyi 27.12.2017 Lake Bunyonyi 28.12.2017 Lake Bunyonyi - Bwindi NP 29.12.2017 Bwindi NP 30.12.2017 Bwindi NP - Ishasha 31.12.2017 Ishasha-QENP 01.01.2018 Queen Elizabeth Nationalpark 02.01.2018 QENP - Fort Portal 03.01.2018 Fort Portal 04.01.2018 Fort Portal 05.01.2018 Fort Portal 06.01.2018 Fort Portal - Hoima 07.01.2018 Hoima -Kanyigo Pabidi Forest 08.01.2018 Kanyigo Pabidi Forest - MFNP 09.01.2018 Murchison Falls NP 10.01.2018 Murchison Falls NP 11.01.2018 Murchison Falls NP - Entebbe 12.01.2018 Entebbe 13.01.2018 Flight to Europe, dep. 5:00 h
Ich freue mich über jeden Mitreisenden. Kommentare und Fragen sind wie immer willkommen werden.
Liebe Chrissie, weil ich in diesem Leben dort nicht mehr hinkommen werde, habe ich Deinen Bericht sofort favorisiert 😉 und nehme die Einladung sehr gerne an! Du kannst loslegen! Erwartungsvolle Grüße Friederike
Wir sind ebenfalls gerade aus Uganda zurück und waren natürlich auch bei diversen locations eurer Tour.... da bin ich doch mal gespannt, wie ihr das erlebt habt.
Dann schmeiss ich mich doch gleich mit ins Auto, auch wenn ich erst vor 2 Wochen von unserer Uganda-Zanzibar-Tour zurückgekommen bin. Ein Uganda-Reisebericht geht doch immer! 🤩
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200604. März 2018 ·
Schön, dass sich ein paar Mitreisende gefunden haben. 🙂 Samstag 23.12. / Sonntag 24.12.2017 Flug nach Entebbe Der Flug über Istanbul nach Entebbe geht bereits um 11:05 Uhr – für uns eine ungewohnte Zeit, die unser übliches Zeitmanagement bei Afrikareisen auf den Kopf stellt. Vielleicht bin ich deswegen im Gegensatz zu sonst nervös und habe Angst, das Flugzeug zu verpassen. Der Taxifahrer ist nicht sehr gesprächig und arbeitswillig: das Kofferausladen überlässt er Christian, beim Handgepäck hilft er dann gnädiger weise. Diesmal gehen wir schon vergleichsweise früh durch die Sicherheitskontrolle. Christian feixt sich einen, dass ich dieses Mal mit in eine separate Kabine muss, wo der Laptop untersucht werden kann. Prompt zeigt die Probe einen Sprengstoffnachweis an und Beamte von der Bundespolizei werden geholt. Mich stört es nicht, ich habe ein reines Gewissen und so vergeht die Zeit wenigstens etwas, wenn auch nur Zeit im Schneckentempo. Man fragt mich, wohin ich fliege. Entebbe ist ihnen kein Begriff, mit Uganda können sie schon mehr anfangen. 😉 Beim Boarding wartet eine Überraschung auf uns: wir werden in die Business Class umgesetzt. 🤩 Noch vor dem Start können wir zwischen frisch gepressten Orangensaft, einem Tomatensaft oder einer hausgemachten Limonade mit frischer Minze wählen. Das Essen wird bereits eine gute halbe Stunde nach dem Abflug serviert. Leider habe ich weder Handy noch Fotoapparat griffbereit. Als Vorspeise gibt es einen frischen Gartensalat mit Olivenöldressing sowie eine Auswahl türkischer meze: Tsatsiki, gefüllte Weinblätter, gegrillte Aubergine und ein warmes Brötchen sowie Guacomole und Käse. Als Nachtisch gibt es eineMango Panna Cotta. Als Hauptgericht steht zur Auswahl:
- ein gegrillter Fleischball nach türkischer Art mit Zucchini und roter Paprika - oder ein gegrillter Schwertfisch mit cauliflower mousseline oder - Rigatoni mit hausgemachter-Parmesan-Tomatensauce
Der Transfer für Business Passagiere erfolgt in einem separaten Bus. Die 4 h Aufenthalt auf dem Flughafen vertreiben wir uns mit lesen, rätseln und Leute beobachten. Als wir das Gate wechseln müssen, sehen wir, wie groß der Flughafen tatsächlich ist.
Der Flug nach Entebbe verläuft normal - hier wieder in der Economy class. Für uns ungewohnt ist die planmäßige Zwischenlandung in Kigali. Ich versuche weiter zu dösen, um etwas ausgeruhter anzukommen. Mit etwas Verspätung landen wir in Entebbe (planmäßig wäre es um 4:05 h gewesen). Obwohl wir weit vorne in der Schlange, dauert und zieht es sich hin, bis unser Visum (muss man im Voraus online beantragen, außerdem ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben) im Reisepass eingeklebt ist. Zwischenzeitlich geht der Beamte sogar nochmal vom Schalter weg zu seinem Kollegen im rückwärtigen Bereich, keine Ahnung, was er dort macht. An der Gepäckausgabe sehe ich, dass die Läden, die SIM-Karten und Airtime verkaufen, über die Weihnachtsfeiertage geschlossen sind. Da uns kein ATM ins Auge fällt, tauschen wir 50,00 € in einer Wechselstube zu einem etwas ungünstigeren Kurs als die nächsten Tage am ATM (1 € = 4.000 UGX, statt 1 € = 4.200 UGX und mehr). Wir werden schon vom Shuttleservice (durch das Papyrus Guesthouse organisiert) erwartet. Wir sagen dem Fahrer, dass wir uns noch eine SIM Karte am Verkaufsstand außerhalb des Flughafengebäudes besorgen möchten. Für die SIM-Karte kopiert bzw. fotografiert der Verkäufer meinen Pass und mich. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit. Gegen 5:20 Uhr sind wir endlich fertig. Nun geht es in hohem Tempo zum Gästehaus, zum Glück sind die Straßen leer. Als wir am Hotel gegen 5:30 h ankommen, ertönt von irgendwo außerhalb eine Alarmanlage. Mit einer Angestellten vereinbaren wir noch, dass wir heute gegen 9:00 Uhr frühstücken möchten. Dann beziehen wir im ersten Stock einen Garden room. Wir duschen noch, dann legen wir uns kurz nach 6 h hin.
Ich mache hier erstmal Schluss, damit ihr euch auch von der Anreise erholen könnt. 😎 Dann gibt es auch die ersten Fotos.
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201404. März 2018 ·
Hallo chrissie,
ich steige mal mit bei Euch ein - wir haben gerade vor wenigen Stunden ziemlich ernsthaft mit unseren Freunden über eine Reise nach Uganda gesprochen und werden nächste Woche die ersten Recherchen angehen (lassen) 🤩.
Nachdem wir immer wieder und in den letzten 3 Wochen während unserer Namibia-Reise gehäuft in Gesprächen mit Uganda-Reisenden so viele überschwänglich positive Berichte insbesondere zu den Begegnungen mit den Gorillas gehört haben - und wir (insbesondere ich 😗 ) schon länger damit liebäugeln - sieht es seit heute Nachmittag fast so aus, als könnte dieser Traum in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich wahr werden 🤪 .
Wir werden im Juli ja auch das erste Mal als Selbstfahrer in Uganda unterwegs sein, deshalb freuen wir uns sehr auf deinen Reisebericht! 🙂 Da wird die Vorfreude umso größer! Wir sind schon sehr gespannt darauf was ihr alles so erlebt habt.Und bitte viiiiiiiiele Fotos! 🙂
Lg Tina & Lenno
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200605. März 2018 ·
@Applegreen Das passt ja wie die Faust aufs Auge 😉
Tina Lenno schrieb: Wir werden im Juli ja auch das erste Mal als Selbstfahrer in Uganda unterwegs sein, deshalb freuen wir uns sehr auf deinen Reisebericht! 🙂 Da wird die Vorfreude umso größer!
Das kann ich verstehen, ich verschlinge auch immer sämtliche RBe zum entsprechenden Reiseziel.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200605. März 2018 ·
Sonntag 24.12.2017 Entebbe Halbwegs fit frühstücken wir auf der Veranda des Haupthauses. Weihnachtsgefühle kommen bei uns nicht auf, obwohl hinter uns ein Weihnachtsbaum steht. 😄
Leider hat unser Garden room keinen Safe, daher tauschen wir den Garden room gegen ein Zimmer im Haupthaus. Das hat naturgemäß keinen so schönen Ausblick wie der Garden room, von dem aus wir das Meer sehen konnten.
Dafür ist das Zimmer etwas geräumiger.
Wir bestellen uns ein Taxi zur Viktoria Mall, wo wir uns ein paar Getränke kaufen wollen. Die Verständigung ist nicht immer einfach, da viele ein für uns gewöhnungsbedürftiges Englisch sprechen.
Da das Taxi erst in einer halben Stunde kommen soll, setzen wir uns im Garten hin. Wir sehen Pelikane kreisen und auch einige Vögel hin und her fliegen, aber sie dann anschließend im Baum auszumachen, ist nicht einfach.
Christian entdeckt einen Baum mit großen grünen Früchten. Es sind Jackfrüchte, wie wir später erfahren.
Der Taxifahrer fährt so zur Victoria Mall, dass wir am Eingang vom Botanischen Garten vorbeikommen. In der Mall heben wir Geld ab und kaufen uns bei KFC ein paar Getränke, da es keinen Lebensmittelladen gibt. Shoprite soll frühestens Ende Januar aufmachen, wie wir zur Abreise erfahren. Meine Uhr hat sich wie schon bei einem der letzten Urlaube auf den afrikanischen Modus umgestellt: sie geht nach und bleibt später ganz stehen. In keinem Geschäft finde ich während des Urlaubs eine neue Batterie.
Wir gehen die Straße zum Botanischen Garten hinunter. Dort zahlen wir 20.000 UGX Eintritt und verneinen die Frage, ob wir einen Führer haben wollen.
Wir laufen einfach drauf los und schnell schließt sich uns ein anderer Guide ungefragt an. Inzwischen denken wir, dass es vielleicht keine schlechte Idee ist, sich ein wenig was erklären zu lassen, da wir keinen Plan vom Botanischen Garten haben und auch nicht alle Bäume mit Erläuterungstafeln versehen sind.
Ungewohnt für uns, dass man mit dem Auto durch den Botanischen Garten fahren darf. Vielleicht liegt es daran, dass auch ein kleiner Campingplatz vorhanden ist.
Wir sehen diverse Vögel, wie zB den Ross-Turako, der leider für ein Foto zu weit oben im Baum sitzt, außerdem Meerkatzen und Colobus-Affen (Schwarz-weiße Stummelaffen).
beeindruckende Wurzeln
Aus den Blüten des Canonball trees machen Inder Parfum.
Es gibt widersprüchliche Meinungen, ob hier in diesem dschungelartigen Teil des Botanischen Gartens Tarzan-Filme gedreht wurden.
Nach rund einer Stunde ist die Führung zu Ende. Der Guide verlangt 10.000 UGX pro Person, und wenn wir es gut fanden, darf es noch etwas extra sein. Wir geben ihm noch 10.000 UGX, auch wenn er mir nur am Anfang genügend Zeit gelassen hat, Fotos zu machen.
Da es noch früher Nachmittag ist, bleiben wir noch im Botanischen Garten. Wir laufen zum Meer und setzen uns an einen überdachten Tisch an der Strandbar, wo wir eine ganze Weile sitzen bleiben. Neben Kormoranen sichten wir auch eine Schafstelze (Yellow Wagtail).
Christian probiert das einheimische Nile-Bier, ich trinke eine Cola Zero.
Als Sichtschutz dienen ausgehöhlte, bepflanzte Bambusstöcke.
Da der Fotoapparat sicherheitshalber auf dem Rückweg im Rucksack verstaut war, gibt es keine Fotos. Gegen 14:40 Uhr schlendern wir zum Eingang zurück und laufen zur Imperial Mall, um unseren Einkauf zu machen. Dort finden wir aber weder einen Geldautomaten noch einen Supermarkt. Wir fragen eine Frau von der Security vor dem Forex- Büro, wo wir einen Supermarkt finden. Sie meint in Entebbe Downtown, was nicht weit von hier sei.
In Downtown tobt das Leben, es gibt auch einige Bankfilialen mit ATM und zwei Supermärkte. Jedoch sind die Supermärkte nicht das, was wir uns darunter vorstellen. Es sind eher Tante-Emma-Läden für Einheimische. Eigentlich möchte ich gern mit dem Taxi zurückfahren, aber so offensichtlich sehen wir keins. Ein Motorradtaxi (Boda-Boda) würden wir an jeder Ecke bekommen, und es wird uns auch mehrfach auf Zuruf angeboten, mitzufahren. Wir verzichten, ua auch, weil es nicht ganz ungefährlich ist, was sich im Laufe des Urlaubs auch bestätigt.
Christians Orientierung ist zuerst sehr gut, dann jedoch müssen wir mehrmals nach dem Weg zum Papyrus Guesthouse fragen. Zum Schluss haben wir überhaupt keine Ahnung mehr, wo's lang geht. 😐 Um 16:00 Uhr kommen wir am Papyrus Guesthouse an, k.o, aber zufrieden. Wir gönnen uns eine erfrischende Dusche. Da wir abends im Guesthouse essen wollen, studieren wir die Speisekarte und geben dann unsere Bestellung für später auf.
Vor dem Abendessen ruhen wir uns noch kurz aus. Dass meine Uhr wieder stehen geblieben ist, bemerke ich erst kurz nach 18:00 Uhr, als es schon Zeit zum Essen ist. 🤪
Wir haben uns Samosas als Vorspeise bestellt, Christian ein Steak und ich einen Burger. Steak und Burger sind beide mit Pommes und gemischtem Gemüse aus Bohnen, Karotten und Blumenkohl. Christian hat mächtig Kohldampf, aber Pech. Ihm wird statt des Steaks Fisch serviert. Er lässt das Essen austauschen, muss jedoch noch mal Wartezeit in Kauf nehmen, aber es schmeckt ihm (mir auch). Gegen 19:00 Uhr wird es langsam dunkel.
Trotzdem wir den Ventilator im Zimmer laufen haben, sind es fast 30 °C. Dennoch machen wir den Ventilator zum Schlafen aus, da er zu laut ist. Übernachtung: Papyrus Guesthouse, Haupthaus HB
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200607. März 2018 ·
25.12. Entebbe – Lake Mburo In der Nacht schwitzen wir sehr, und ein gewisser Geräuschpegel lässt sich auch wahrnehmen. Unter dem Mückennetz muss sich noch mindestens eine Mücke eingeschlichen haben. Ich wurde zweimal gestochen, Christian einmal. 😈
Der Wecker klingelt zeitig, denn wir wollen vorab nochmal die Papiere sichten. Da Christian so drängelt, gehen wir schon vor 8:00 Uhr zum Frühstück. Kaum sitzen wir auf der Terrasse beim Frühstück, kommt der driver (der Name ist uns entfallen 😮 ) mit dem Toyota Hilux. Wir laden ihn an unserem Tisch zum Kaffee ein und bitten ihn um etwas Geduld, da wir mit ihm erst gegen 9:00 h gerechnet haben, da wir es Douglas so mitgeteilt haben.
Nachdem wir gefrühstückt haben, machen wir die Papiere und alles weitere mit ihm klar: - den Mietvertrag fürs Auto (Douglas hatte im Vorfeld schon von uns Kopien der Pässe und Führerscheine erhalten) - wir bezahlen die Fahrzeugmiete in USD - er gibt uns die Permits fürs Gorilla-Tracking und Kopien der Quittungen, dass die Unterkünfte von Alpha-rent-a-car bezahlt wurden (wir erhalten 60 $ zurück, da zwei Unterkünfte -Kolping House und Boomu Women‘s Group- keine Überweisung sondern Barzahlung bei Anreise gewünscht haben)
Die Prüfung der Permits und Quittungen ergibt keine Beanstandung, aber bei der Fahrzeuginspektion stellt Christian fest, dass der Reservereifen kein Profil mehr hat und am äußeren Reifenrand eine große Beule rausragt. Wir weisen ihn darauf hin und bitten um einen Ersatzreifen. Zuerst heißt es, wir müssten dann mit ihm zur Station in Kampala fahren. Wir willigen ein, obwohl dies genau entgegengesetzt zu unserer Fahrstrecke liegt, aber ohne Reserverad wollen wir keine drei Wochen unterwegs sein. Dann fällt ihm ein, dass die Station heute geschlossen ist (heute ist der 1. Weihnachtsfeiertag- ein Schelm wär dabei böses denkt 😠 ), und er versucht uns zu beruhigen, dass wir während unseres Urlaubes keinen Ersatzreifen benötigen werden. Wir haben wohl keine Wahl und lassen uns von ihm versichern, dass im Falle eines Falles wir erwarten können, dass Alpha Rent-a-car uns umgehend Ersatz beschafft. Vorab kann ich schon verraten, dass wir tatsächlich keine Reifenprobleme hatten, dafür aber das ein oder andere kleine und ein größeres Problem.
Das Foto ist ein paar Tage später entstanden
Da wir noch Geld abheben und tanken wollen, chauffiert uns der driver noch bis zu einer Kreuzung bei Kisubi, wo die murram road (Erdstraße) abzweigt. Von hier fährt er mit dem Boda-Boda (Motorradtaxi) zurück.
Die murram road ist eine Abkürzung zur Hauptstraße nach Masaka, sonst müsste man über Kampala fahren. Es geht sehr lebhaft zu: Tiere, viele Leute und auch einiges an Verkehr, überwiegend aber Motorradfahrer. Zum Teil haben die Leute ihre Sonntagskleidung an, einige Männer tragen Anzug. Daneben sehen wir aber auch Personen in ärmlicher Kleidung. Vor allem Frauen schleppen die schweren Wasserkanister. Die Straße staubt sehr stark, was man auch an den Bananenstauden und anderen Pflanzen am Straßenrand sieht. Sie haben alle eine dunkle Staubschicht.
wir empfinden es in Uganda sehr grün
Die Moscheen machen äußerlich vom Zustand her meist einen besseren Eindruck als die Kirchen
Nach einer knappen Stunde erreichen wir die Teerstraße nach Masaka.
Sorry, für die dreckige Windschutzscheibe 😊
Auch wir machen am Äquator Fotos, halten uns aber nicht lange auf. Es ist jedoch ein beliebter Stopp, wie man an den unzähligen (Souvenir-)Ständen sieht.
Einige Kilometer hinter dem Äquatordenkmal werden Fische am Straßenrand angeboten. Auch wenn man ihn von der Straße aus nicht sehen kann, der Lake Victoria und die Swamps sind nicht weit. Wir passieren Masaka
und halten eine gute halbe Stunde später in einem kleineren Ort als Masaka, um Getränke zu kaufen. Auch hier tobt das Leben, wenn auch nicht ganz so extrem wie in der Innenstadt von Masaka.
Hühner warten in engen Käfigen auf ihren Verkauf
Da ich nötig auf Toilette muss und sich keine Gelegenheit am Straßenrand bietet, fährt Christian zum Bridges Malombo Country Home oder so ähnlich rein. Wir fragen nach, ob ich die Toilette benutzen darf. Christian nutzt anschließend auch gleich die Chance. Wir hätten gern auch einen Kaffee hier getrunken, aber es werden nur kalte Getränke angeboten.
Im Eagle’s Nest werden wir mit einem Begrüßungsdrink empfangen und erhalten ein kurzes briefing.
Nachdem wir das Gepäck in unser Zelt (Nr. 1) gebracht haben, lassen wir uns jeder ein Käse-Tomaten-Sandwich mit Pommes schmecken.
Leider lohnt es sich nicht mehr, in den Lake Mburo Nationalpark zu fahren, obwohl er quasi vor der „Haustür“ liegt. Christian ist ein bisschen ko und scheut sicher auch die steile Abfahrt vom Camp. Darüber hinaus ist es kein preiswertes Vergnügen. Hier hätten wir vielleicht doch noch eine zweite Nacht einplanen sollen. So verbringen wir den Rest des Nachmittags in der Anlage, sehen uns ein wenig um und lesen im Reiseführer. Von unserer Terrasse vor dem Zelt sehen wir Impalas, Zebras, Wasserböcke und Warzenschweine. Alle jedoch in größerer Entfernung.
Blick in die Richtung, aus der wir gekommen sind
Der See liegt bereits im Nationalpark
vor den anderen Zelten ist der Weg bepflanzt, die Aussicht ist jedoch die gleiche
Mir kratzt es im Hals und die Nase läuft etwas. Ich hoffe, dass ich auf irgendwelche Pollen allergisch reagiere, schließlich blüht hier allerlei, und nicht, dass ich mich bei Christian mit einer Erkältung angesteckt habe, denn am 29.12. soll das Gorilla-Tracking stattfinden 😕 .
Gegen 19:30 Uhr gibt es das Abendessen (Zwiebelsuppe, Hühnchen mit Pilzsauce, Kartoffeln, Reis sowie gemischtes Gemüse aus Bohnen und Karotten). Es schmeckt, ist aber auch nichts Besonderes. Zum Nachtisch gibt es relativ trockenen Schokoladenkuchen mit Schokoladensauce. Zum Abschluss gönne ich mir noch einen doppelten Amarula.
Auch heute müssen wir uns schon das Frühstück für morgen früh aussuchen und die Zeit dafür angeben. Gegen 21:30 Uhr gehen wir schlafen. Übernachtung: Eagle’s Nest, tent double, HB Kilometer: 262
ist ja witzig, ihr scheint denselben Wagen gehabt zu haben wie wir (erkennbar u.a. an dem fehlenden Etwas vorne links unten). Das Auto ist nach den Papieren bis vor einigen Jahren noch in Japan unterwegs gewesen. Etwas irritiert hatte mich der Aufkleber mit dem Radioaktivitätszeichen auf der Windschutzscheibe...na, geleuchtet hat der Wagen im Dunkeln jedenfalls nicht 🙂
Ich freue mich auf die Fortsetzung
Viele Grüße Mabe
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200607. März 2018 ·
Vielen Dank an die "Danke-Button-Drücker", es freut mich sehr, dass der Bericht auf euer Interesse stößt, obwohl es in letzter Zeit ja eine RBe von Uganda gab/gibt. 🙂
Mabe schrieb:Hi Chrissie, ist ja witzig, ihr scheint denselben Wagen gehabt zu haben wie wir (erkennbar u.a. an dem fehlenden Etwas vorne links unten). Das Auto ist nach den Papieren bis vor einigen Jahren noch in Japan unterwegs gewesen. Etwas irritiert hatte mich der Aufkleber mit dem Radioaktivitätszeichen auf der Windschutzscheibe...na, geleuchtet hat der Wagen im Dunkeln jedenfalls nicht 🙂
Ihr seid nach dem 12.01. in Uganda gewesen? Wurde das Reserverad denn inzwischen ausgetauscht -wohl nicht, wenn ich euren RB richtig deute? Hat bei euch auch die Warnleuchte für die Handbremse oft geleuchtet? Zum Glück seid ihr anscheinen ohne größere Pannen durchgekommen, wir hatten am vorletzten Tag noch mal - na, ich will nicht vorgreifen 😛 PS: Weißt du euer Kennzeichen? Wenn ja, kannst du es mir ja mal per PM mitteilen - muss unseres erst auf den Fotos nachschauen.
Jau, wir waren im Februar unterwegs. Das Reserverad war natürlich nicht getauscht und irgendwelche Lämpchen leuchteten auch - oder eben mal nicht. Ehrlich gesagt hat uns das nicht weiter gestört. Der Wagen war super und hat uns überall hin gebracht.
Ausserdem war es ja ein "Motto-Wagen"
😄 😄
Gruß Mabe
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200608. März 2018 ·
Mabe schrieb:JDas Reserverad war natürlich nicht getauscht und irgendwelche Lämpchen leuchteten auch - oder eben mal nicht. Ehrlich gesagt hat uns das nicht weiter gestört.
Ihr hattet tatsächlich "unser" Auto. Dass das Reserverad nicht getauscht wurde, finde ich schon ärgerlich, dass werde ich Douglas auch mitteilen. Allerdings waren die anderen Reifen, die besten Allradreifen, die wir an so einem Fahrzeug bisher hatten. Das Warnlicht der Handbremse hat uns nur am Anfang kurz irritiert, danach haben wir uns nur vergewissert, dass die Handbremse tatsächlich gelöst ist -was sie immer war- und dann haben wir es ignoriert.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200608. März 2018 ·
26.12. Lake Mburo – Lake Bunyonyi Die Nacht war etwas unruhig, wir hören abends noch andere Gäste an unserem Zelt vorbeilaufen. In der Nacht weht der Wind recht heftig. Gegen Morgen hören wir Hähne krähen und Hippos grunzen. Obwohl wir früh aufstehen, nerven die laut ins Schloss fallenden metallenen Türen des ablution blocks hinter unserem Zelt (für die Zelte, die nicht so wie wir ein eigenes Bad haben). Außerdem kommen von dort unangenehme Gerüche zu uns herüber. 🤢 Wir haben gestern beim Rundgang durch die Anlage schon festgestellt, dass die Lage unseres Zeltes nicht die Beste ist: der Blick ist zwar nicht schlecht, aber die Zelte stehen recht eng zusammen und sind nicht so separiert wie die Zelte, die, von der Rezeption aus gesehen, geradezu am Hang stehen. Auch gibt es bei uns keine Bepflanzungen. Wir vermuten, dass unsere Zelte und die ohne eigenes Bad erst später aufgestellt wurden, um im Eagle’s Nest noch mehr Gäste beherbergen zu können. Für unseren Geschmack stehen die Zelte zu dicht, denn gerade in so einer Lage möchte man auch ein wenig Privatsphäre genießen.
Es ist noch ziemlich frisch und sehr bewölkt, dennoch sehen wir zumindest teilweise den Sonnenaufgang.
Zum Frühstück gibt es einen Obstteller mit Wassermelone, Ananas und zwei kleinen Baby-Bananen. Dazu unser bestelltes Omelett und zwei Scheiben Toast.
Wir begleichen unsere Rechnung, dann geht es zum Lake Bunyonyi. Der Weg vom Eagle’s Nest hinunter zur Piste ist nicht so schlimm wie befürchtet. Wir kommen an einigen Siedlungen und Bananenplantagen vorbei, Ziegen und Hunde stehen am Wegesrand, an den Hängen grasen Kühe. Das Navi hätte uns mehrmals anders zur Hauptstraße führen wollen, aber so gut ist unser Gedächtnis noch, dass wir uns an den gestrigen Hinweg erinnern können. 😎
Ankolerind
Den Nakumatt Supermarkt in Mbarara scheint es nicht mehr zu geben. Christian kauft daher im Kirimi Supermarkt Wasser und Kekse.
Während der Fahrt sehen wir viele Schildraben, Marabus, Pelikane. Ich entdecke sogar zwei Kronenkraniche. Der höchste Punkt unserer heutigen Tour liegt auf 2075 m Höhe.
aber ob das hier war? 😕
Für mich ist es wieder schwierig, eine halbwegs geeignete Stelle zum Pinkeln zu finden. 😊
Wir tanken in Kabale und erreichen gegen 14 h das Lake Bunyonyi Overland Resort.
Unser Zimmer ist noch nicht fertig. Da Christian Hunger hat, wollen wir im Restaurant des Resorts etwas essen. Wir warten über eine Stunde, bis das Essen endlich auf dem Tisch steht (im Verlauf der Reise werden wir feststellen, dass es hier üblich ist, bis zu einer Stunde aufs Essen zu warten, wenn man nicht wie zB im Papyrus Guesthouse im Vorfeld seine Bestellung aufgibt). Christian schmeckt sein Schnitzel mit Pilzsauce, Gemüse und Pommes. Mein Pfannengemüse kann man essen.
Wir sind beide stark enttäuscht von unserem Zimmer: es sieht sehr heruntergekommen und düster aus. Es besteht aus zwei Betten, einem Nachttisch, einem kleinen Sideboard und einem Einbauschrank. Immerhin hat es eine Toilette und eine Dusche, aber die Toilette läuft ewig nach.
auf dem Foto wirkt es nicht so düster, wie wir es empfunden haben, vielleicht weil man die dunkle Decke nicht sieht
Uns bedrückt der dunkle Raum, außerdem wollten wir uns sowieso noch etwas in Kabale umschauen. Da im Reise Know-How Reiseführer die Anfahrt zum See von Kabale aus etwas anderes beschrieben wird, als wir vorhin gefahren sind, wollen wir diese Strecke probieren und fahren daher rechts aus dem Resort heraus am See entlang. Leider ist es sehr bewölkt, denn es bieten sich immer wieder schöne Aussichten auf den Lake Bunyonyi.
Der Weg wird schnell enger und lässt uns hoffen, dass keiner entgegenkommt.
Nach einer Weile sind wir unsicher, ob es hier wirklich nach Kabale geht, denn eigentlich müsste eine Straße/ Piste Richtung Landesinnere abgehen. Wir fragen ein paar Jugendliche, die am Wegesrand sitzen. Da es gemäß ihrer Auskunft hier nicht mehr weitergeht, wenden wir. Auf dem Rückweg steht eine junge Frau mitten auf dem Weg und ist nicht gewillt, ihn freimachen, vielleicht ist sie zugedröhnt. Ihr Begleiter überredet sie jedoch, den Weg freizugeben.
Kronenkranich - wohl das Highlight unserer Irrfahrt
Nach einer guten Stunde sind wir zurück im Resort. Für heute haben wir genug. Wir spazieren vor dem Abendessen noch durch die sehr gepflegte Anlage des Resorts. Wenn die Zimmer nur in einem halb so guten Zustand wären, wären wir schon zufrieden.
Das Essen vom Buffet ist nicht besonders gut, außerdem ist es schon kalt. Wir vermuten, dass es mehr oder weniger die Reste vom Mittagsbuffet sind. Es gibt Nudeln, Kartoffeln, nur noch ganz wenig Reis, dazu gebratene Schnitzelteile, gemischtes Gemüse, Chapati und eine Kürbissuppe. Im Zimmer ist es kühl, daher kriechen wir nach dem Duschen bald unter die Bettdecke. Übernachtung: Lake Bunyonyi Overland Resort, double cottage, HB Kilometer: 211
so, jetzt hab ich nachgelesen, schließlich ist Uganda ganz weit oben auf unserer to-do Liste.
Hmmmm....... 😕 , bis jetzt scheint das alles nicht so der Brüller zu sein. Die letzte Unterkunft incl. Abendessen bekommt von Euch sicher auch keine "1 mit Stern". Dabei sieht die Außenanlage sehr schön aus. Es ist halt einfach schade, wenn dann das Zimmer nicht passt, auch wenn man mehr oder weniger nur zum schlafen dort ist.
Bin gespannt, wie es weitergeht. Ich bin bei Euch gerne dabei!
wir waren Juli-August 2017 mit genau diesem Wagen unterwegs und er hat schon ein bißchen rumgezickt.
In den ersten 5 Tagen hatten wir 2 Platten, um die Reparatur mussten wir uns selbst kümmern, was aber bekannt ist.
Dann haben wir festgestellt, dass der Motor immer nicht mehr startete, wenn er warm/heiß war, wir mussten immer so etwas 15-60 Minuten warten, bis er abgekühlt war. In QENP haben wir Douglas informiert, er hat 2 Mechaniker geschickt, die ein paar Stunden am Wagen gewerkelt haben mit dem Ergebnis "jetzt ist alles gut". War es aber nicht. Das hatte zur Folge, dass wir auf der ganzen Reise nur mit laufendem Motor tanken konnten. Bei dem Grenzübergang Uganda-Ruanda hatten wir keine Wahl, wir mussten den Motor abstellen, die Formalitäten erledigen und dann warten, und warten, und warten, bis der Motor abgekühlt war, damit wir weiter fahren können.
In Ruanda, mitten im Nirgendwo, ist uns der Autoschlüssel im Zündschloss abgebrochen. Nachdem die Dorfmechaniker stundenlang vergeblich versucht haben, uns zu helfen, haben sie einen Mechaniker aus Gisenyi geholt, der das Zündschloss auseinandergenommen und sogar einen neuen Autoschlüssel angefertig hat! Wir konnten an dem Tag sogar noch unsere Unterkunft erreichen. Das Geld für diese Reparatur hat uns Douglas zurückerstattet. Er hat gesagt, dass er in der Zukunft den Touristen 2 Autoschlüssel geben wird. Hattet ihr 2 Schlüssel?
Wie gesagt, das Auto hatte ein paar Macken, aber wir waren insgesamt zufrieden, es war alles lösbar. Außerdem muss man immer davon ausgehen, dass eine Reise durch Afrika abenteuerreich ist. Fazit: ja, wir würden diesen Wagen wieder nehmen!
Was Eagle’s Nest am Lake Mburo betrifft, wir hatten Zelt 3 und es war sehr ruhig. Die Aussicht fand ich sehr schön.
Jetzt bin ich auf die Weiterreise gespannt und sage schon danke für den Reisebericht. Es kommen schöne Errinerungen hoch...