erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200929. Juni 2012 · #1
Nachtrag - wer den Reisebericht ohne Kommentare lesen möchte, braucht nur auf die Sonne klicken – wir haben jetzt alle Einträge entsprechend markiert! 🤩
MooseOnTheLoose und ich sind nach 3 1/2 Wochen Madagaskar wohlbehalten, jeweils in einem Stück, zurückgekehrt, nach einer anstrengenden, aber irrsinnig schönen Reise.
Was es mit den Knäckebroten auf sich hat, könnt ihr hier nachlesen (das haben wir unterwegs geschrieben):
Unsere erste Etappe ist der Wald der singenden Teddybären, genauer gesagt der Andasibe-Nationalpark, wo die größte Lemuren Art, der Indri, beheimatet ist. Die sehen nicht nur niedlich aus, sondern können auch sirenenartige Rufe ausstoßen, die einem durch Mark & Bein gehen.
Sehr empfehlenswert, dort hin zu fahren. Wir haben im Feon Ny Ala übernachtet. Unser erstes Zebu-Steak am Abend: LECKER!
Reiseleiter108 Beiträge · seit 201229. Juni 2012 · #6
Hallo Ihr beiden,
Endlich gibt es schöne Fotos aus Madagaskar in diesem Forum. Habt ihr euch gut von der "grosse Aventuur" erholt? Freut mich im Nachhinein die Fotos & Reiseberichte zu sehen-ganz tolle Erinnerungen auch für uns. L.G. aus dem warmen & winterlichen Antsirabe
das geht ja schon gut los. Wunderschöne Fotos machen Lust auf meeeeeeehr. Bin gespannt.
Schön, dass Ihr eine tolle Reise hattet und wohlbehalten zurück seid. Dann sind ja die Berliner so langsam wieder hier versammelt und wir können an ein nächstes Treffen denken ?!?
Schwarzweißer Vari auf Lemur Island / Vakona Lodge bei Andasibe
Die Tiere leben dort in ihrem natürlichen Lebensraum auf einer wunderschönen großen Insel, zu der man mit einem kleinen Boot übersetzt. Sie sind an die Menschen gewöhnt und man kommt ihnen sehr nah.
ja, wir sollten bald wieder ein Berliner Treffen veranstalten. Wir freuen uns drauf! Wir haben uns vorgenommen, hier viele Bilder von Madagaskar einzustellen. Einen Reisebericht zu schreiben, werden wir mal wieder nicht schaffen, aber die Bilder sprechen ja auch für sich. 🙂 Viele Grüße,
Mensch ein Reisebericht wäre jetzt sicher angebracht!!!B)
Tolle Bilder, die Vorspeise ist echt gelungen.😄
Wie waren die verschiedene Unterkünfte, das Essen????? usw...
Bitte, bitte mehr!!!!B)
Es grüsst Annick
Hallo Annick & everybody,
Weder Fotos, auch wenn sie von solcher Qualität wie die von Erdmännchen und Moose on the loose sind, noch gut geschriebene Reiseberichte können wirklich beschreiben was auf so einer Reise alles passiert. Eine Reise ist gelungen wenn die Eindrücke auch noch lange nach der Rückkehr dem Alltag überleben und solche Erlebnisse sind oft zu persönlich um sie zu veröffentlichen. Ich finde es sehr gelungen hie und da mal sehr aussagekräftige und wirklich schöne Fotos von Madagaskar auf diesem Forum zu sehen. Vielleicht werden einige von den Bildern zu Auslösern die eigene Erfahrungen und Erlebnisse ermöglichen. Mit sehr freundlichen Grüssen an alle und special thanks to the photographers!
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200930. Juni 2012 · #14
ErdFERKEL, nicht -männchen. Nicht mit Hummeldumm verwechseln... :-))
Zum Thema Essen & Hotels: Meistens sehr gut, es gibt aber Fälle, wo man Kompromisse machen muss wenn man an einen sehr interessanten Ort will und es dort nicht genug Auswahl bzw. Konkurrenz gibt. Jedenfalls hatten wir keine gesundheitlichen Probleme mit dem Essen, allerdings sollte man seine Zufuhr an Salz bzw. Mineralien ergänzen, die Madagassen salzen viel zu wenig. Auch mit Dehydrierung muss man aufpassen, immer genug Trinkkwasser mitnehmen und viel Trinken, ich habe das manchmal unterschätzt.
Falls jemand eine Tour plant, können wir ggf. Infos zu geplanten Unterkünften beisteuern.
Wir haben über 5 Stunden an Reisetagebuch auf Speicherkarte gesprochen, das ist unmöglich in Textform zu bringen und lesen wird das eh kaum jemand. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aber ein paar ausgewählte Episoden wird es als Text gehen!
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200801. Juli 2012 · #17
Hallo Reiseleiter,
Da ich selber vor einigen Jahren Madagascar 2 Monate bereist habe, finde ich es besonders interessant die Erfahrungen von den verschiedenen Fomis zu lesen!B)
Unterkunft, Essen gehören auch zu einem gelungenem Urlaub....:)
Natürlich kann ein Reisebericht nicht immer Alles beschreiben was auf so eine Reise geschieht. Er kann aber dazu beitragen die Motivation zu geben dieses Land zu besuchen!😁
Nächstes Jahr werde ich nach Uganda fliegen. Das Forum und die Reiseberichte waren der Auslöser.😜
Da ist mir die Meinung von Jemandem der nicht aus der Reisebranche ist auch sehr wertvoll!:)
Ich glaube dass ich mich schlecht ausgedrückt habe oder schlecht verstanden wurde. Was ich gestern geschrieben hatte ist keinesfalls als irgendwelche Kritik gegen Reiseberichte aller Art zu verstehen. Ich wäre auch froh wenn es mehr Reiseberichte über Madagaskar die von Reisenden geschrieben sind gäbe und wenn Erdferkel & Moose on the Loose und/oder auch andere welche schreiben. Das Forum ist ja auch schließlich da um aktuelle Informationen an andere weiterzugeben. Nochmals sorry für das Missverständnis und schönen Sonntag! L.G. Klaus
Unser Besuch bei den Kattas im privaten Anja-Park bei Ambalavao. Was für ein magischer Ort! Dieser wunderschöne kleine Park wird von den Bewohnern eines nahe gelegenen Dorfes erfolgreich selbst verwaltet, die Eintrittsgelder fliessen also den Menschen dort direkt zu. Sie kümmern sich wirklich sehr liebevoll um die Pflanzen und Tiere, ganz nach dem Motto: auf die Bäume, ihr Lemuren, der Wald wird gefegt. Unsere beiden Guides waren sehr engagiert und haben uns den Besuch unvergessen gemacht.
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200901. Juli 2012 · #20
Ok, hier ist mal eine der versprochenen Textpassagen:
Samstag, 23. Juni, Flughafen Tulear.
15:00 Ein Peugeot 505, der vermutlich mindestens genauso alt ist wie ich, setzt uns nach 1-stündiger Fahrt wohlbehalten am völlig menschenleeren Flughafen Tulear ab. Hätte ja was schiefgehen können, deshalb sind wir so früh gekommen. Das Angebot des Fahrers einer Stadtrundfahrt in Tulear, um den Nachmittag auszufüllen, lehnen wir daher auch dankend ab und verabschieden uns.
19:30: Der für diesen Termin angesagte Abflug von Air Madagascar nach Antananarivo verspätet sich erheblich. Eine halbe Stunde später startet der Flieger erst in Antananarivo und macht sich von dort auf den Weg nach Tulear.
20:30: Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle, die nicht existiert. Ich hätte im Rucksack auch eine Uzi dabei haben können, niemand hätte es bemerkt. Wahrscheinlich haben selbst Terroristen Mitleid mit diesem Land und halten es für unsportlich, ein Flugzeug dieser Airline zu entführen.
21:00: Eine Boeing 737-300 bremst abrupt von der Runway auf das Rollfeld, bleibt ruckartig stehen, die Triebwerke werden sofort ausgeschaltet. Das macht man eigentlich nicht, 5 Minuten sollten sie noch nachlaufen, bevor man sie ausschaltet (ok, ich habe beruflich mit sowas zu tun, daher tut es mir in der Seele weh, wenn man sie so ruppig behandelt).
21:15: Alle ausgestiegen. Keine Staubsauger-Crew, die erst mal sauber macht.
21:20: Wir steigen ein. MooseOnTheLoose macht noch schnell ein Foto, eine Stewardess im Eingang des Flugzeugs hat es bemerkt und erhebt mahnend den Zeigefinger.
21:28:00 Der Pilot lässt Triebwerk Nummer eins (links) an. Die sich dabei entwickelnde Geräuschkulisse ist sehr merkwürdig, bis mir auffällt, dass er wohl schon vor dem Anlassen den Schubhebel nach vorne geschoben hat, deshalb heult das Ding auch gleich lauthals auf. Das ist ungefähr so, als würde man beim Auto schon mal das Gaspedal durchtreten, bevor man den Zündschlüssel umdreht. So etwas macht man doch nicht!
21:28:30 Triebwerk Nummer zwei ereilt das gleiche Schicksal.
21:29 Der Pilot lässt abrupt die Bremse los, das Flugzeug bewegt sich sofort auf dem Rollfeld, weil die Triebwerke ja schon Schub liefern.
21:29:30 Sportlich lenkt er den Flieger um die Kurve auf die Runway, vermutlich will der Pilot einen Elchtest ausprobieren oder für den Taxi Brousse Grand Prix üben.
21:30 Die Schubhebel werden an den vorderen Anschlag getreten, mein Magen rutscht in die Hose und die Beschleunigungskräfte ziehen so an meinem Gesicht, dass es kurzzeitig ungefähr so wie das eines neapolitianischen Mastiff aussieht. Wir beschleunigen und steigen keine halbe Minute später gefühlt senkrecht in die Luft.
21:45 Der Pilot bemerkt, das es neben den Stellungen "Aus" und "An, Vollgas" auch eine Stellung für Reiseflug gibt und gönnt den gestressten Motoren ein wenig Entspannung.
22:15 Wir nähern uns Antananarivo. Der Pilot geht in einen Sturzflug Richtung Flughafen über.
22:30 Mit einem satten PLUMPS setzen wir auf.
22:30:05 "Das war's schon?" muss sich der Pilot wohl gedacht haben, traurig darüber, dass der Spaß schon vorbei ist. Ist er aber nicht. Man könnte ja noch den Schubumkehrer ausprobieren, der heutzutage normalerweise nur noch im Leerlauf geöffnet wird, um ein bißchen stärker zu bremsen. Er probiert ihn aber mit "maximum reverse thrust" aus, die Sicherheitsgurte ächzen unter der Bremskraft, mit der wir nach vorne gezogen werden.
22:30:30 Nach einer weiteren sportlichen Elchtest-Kurve auf das Rollfeld werden die Triebwerke abgestellt. Natürlich lässt er sie nicht 5 Minuten lang im Leerlauf abkühlen, wie sich das gehört. Da müsste er ja später Feierabend machen.
22:35 Die ersten Passagiere steigen vorne aus.
22:40 Nachdem die Dösbaddel es nach 5 Anläufen immer noch nicht geschafft haben, hinten die Gangway ranzufahren, steigen wir auch vorne aus. Geschafft!
Unser Tourguide erklärt uns dann, nachdem wir ihm von dem Erlebnis berichtet haben, dass Air Madagascar wohl einen berüchtigten Piloten hat, der immer besonders sportlich fliegt und auch schon mal gerne eine halbe Stunde vorher startet, wer dann nicht rechtzeitig da war, ist selber schuld.
Entweder hat der Pilot den Karrieresprung von Taxi Brousse auf Flugzeug geschafft, oder er gehörte ehemals zur madagassischen Luftwaffe, deren Inventar ihren Weg in die Aluminiumschmelze von Ambatolampy gefunden hat.
Immerhin, wir haben es überstanden. Die B737-300, die schon 20 Jahre auf dem Buckel haben dürfte, hoffentlich auch.
"Een echte Aventuur" würden die Holländer sagen (woher wir den Spruch haben, erkläre ich in einem späteren Textbeitrag).
PS: Liebe Firma Boeing: baut doch doch bitte in der Madagascar Edition der B737 im Cockpit eine große "MORA MORA" Warnlampe ein. Ist besser für die arg gebeutelte Gesichtshaut der Passagiere.