31.12. Ishasha - QENPDie Nacht war sehr warm und ruhig, aber meine Nase lief wie ein Wasserhahn 😵 . Um 6:30 h hören wir das erste Vogelgezwitscher, bleiben aber noch eine Weile liegen.
Vor dem Frühstück spazieren wir im Garten umher. Das heutige Frühstück ist reichlich und gut: Obstteller (Banane, Wassermelone und Ananas), Cerealien, Rührei mit Würstchen, Kartoffeln und Bohnen sowie Toast mit Marmelade und Butter. Etwas Käse noch und es wäre für mich perfekt gewesen.
Christian bestellt sich noch einen weiteren Kaffee. Der Ober taut richtig auf, und wir unterhalten uns mit ihm.
Wir packen unsere Sachen, und als wir das Zimmer verlassen, stehen schon zwei Kofferträgerinnen bereit. Es scheint ein warmer Tag zu werden, es sind schon 25 ° C.
Diesmal sind wir schlauer und packen das Gepäck in Müllsäcke. Leider fällt mir erst hinterher ein, dass wir noch das Fernglas rausholen wollten. 😄
Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir den Ishasha Teil des QENP besuchen oder nicht. Die Baumlöwen haben uns gereizt, wenngleich es natürlich keine Sichtungsgarantie gibt. Letztlich haben wir uns dagegen entschieden, da wir dann für einen weiteren Tag den Eintritt für den QENP zahlen hätten müssen (Abrechnung auf 24 –h-Basis). Dies hätten wir in Kauf genommen, wenn wir gestern Nachmittag noch unternehmungsfreudig gewesen wären – einerseits hat es besonders mich gereizt, andererseits wollte ich Christian nach der langen Fahrt auch nicht überstrapazieren – ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen, die einzelnen Tage nicht zu voll zu frachten, was mir mitunter schwer fällt, aber diesmal ist es mir im Großen und Ganzen gelungen.
Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung, denn wir haben zur Queen Elizabeth Bush Lodge aufgrund der schlechten Piste wesentlich länger benötigt, als aufgrund der Reiseberichte/ Recherchen zu erwarten war. Da rechts des Weges das Kigezi Game Reserve und links der Ishasha Teil des QENP liegen, hoffen wir, dass die Fahrt kurzweilig wird. Leider meint es das Wetter nicht so gut mit uns: es ist sehr bewölkt und später wird es auch noch etwas tröpfeln, daher fallen die Fotos sehr verhalten aus.
Die Savannenlandschaft gefällt uns sehr gut. Wir halten, damit ich fotografieren kann. Kaum stehen wir, kommt auch schon ein Kind angerannt und bettelt.

Es gibt viele mittelgroße Termitenhügel, manche gaukeln uns im ersten Moment eine Sichtung vor, bis wir sie bei näherem Hinschauen als Termitenhügel enttarnen.

Häufig sehen wir in Uganda einen Long-crested Eagle. Aber leider nie im guten Licht. 🙁
Das passt beim Broad billed roller (Zimtroller) besser.

Yellow-throated Longclawund auch Perlhühner gibt es:

In einem Baum sitzen verschiedene Geier und Greifvögel. Es sind vermutlich ein Weißrückengeier, ein Palm-nut Vulture, ein juveniler Gaukler und ein von uns nicht identifizierbarer „brownie“, von den letztgenannten kann ich keine guten Foto bieten.
Weißrückengeier
Palm-nut VultureKurz nach dem Katookye Gate ist der Abzweig für die Enjojo Lodge, die Ishasha Jungle Lodge und @ the river.
In der Enjojo Lodge wollten wir ursprünglich übernachten, diese war jedoch schon ausgebucht. Daher hatten wir uns für @ the river entschieden. Leider haben diese trotz fester Zusage das Zimmer vor der An-/Bezahlung weiter gegeben. Wir wurden lt. Elizabeth von der Lodge zwar auf die „Warteliste“ gesetzt, aber das war ihr – und uns auch – zu unsicher, so dass sie nach Rücksprache ein Zimmer im Savannah Resort Hotel für uns gebucht hat. Die beiden Unterkünfte sind wesentlich näher am Gate des Ishasha Sectors. Vielleicht hätten wir uns dann gestern doch zu einem Besuch im Ishasha Sectors des QENP aufgerafft? Abgehakt, ist nicht mehr zu ändern.
Hinter einer Brücke ist es vorbei mit der offenen Savannenlandschaft. Hier säumen dichtes Gestrüpp und Bäume die Straße. Die Straße ist unverändert weiter ruppig mit tiefen Senken.



Nach einer gefühlten Ewigkeit entdecke ich die ersten Antilopen und wenig später einen Waran.

Die Landschaft öffnet sich wieder, und wir sehen ein paar Antilopen. Dazu fallen vermehrt Euphorbien auf, die teilweise eine ziemliche Höhe erreichen.
Zwei LKWs blockieren wir Straße. So wie es aussieht, haben andere Autofahrer rechts überholt. Uns bleibt nichts anderes übrig, als es auch auf diesem Wege zu versuchen. Christian meistert die Aufgabe aber gut. Im hinteren LKW sitzt noch ein Beifahrer.

Ein brauner Greifvogel lässt uns für ein paar Fotos anhalten.
Black Kite? 😕
Wir können es gar nicht glauben, als wir nach gut 60 km Teerstraße unter den Rädern haben, aber das gute Teerstück währt nur 2 km. Dann geht es weiter auf einer ehemals halb geteerten Straße. Der Teer lässt sich noch erahnen.
Die Fahrradfahrer, die am Straßenrand eine Pause einlegen, beneiden wir nicht.
qualitativ kein gutes Foto, aber es ist der erste Elefant, den wir in Uganda sichten 🙂
Wir erreichen die geteerte Katunguru Road. Mit ihren Schlaglöchern und dem löchrigen Asphalt ist sie nicht wirklich viel besser als die Schotterpiste, wenigstens ist es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft. Der Himmel hat sich dunkel zugezogen.
Auch in der Queen Elizabeth Bush Lodge werden wir mit einem Begrüßungsdrink empfangen. George stellt sich uns vor und erklärt uns kurz wie alles abläuft.
Foto ist am nächsten Tag aufgenommen worden - man kann auch sagen im nächsten Jahr 🤪 Dann zeigt er uns unser Zelt. Es hat leider keinen Blick aufs Wasser, dafür liegt es außer Sichtweite der anderen Zelte, was vielleicht besonders an Silvester ein Vorteil ist.
das komische "Etwas" neben dem Mülleimer ist eine Tsetsefliegenfalle
... und von der anderen Seite
AußenduscheWährend wir zu Mittag (Pilzsuppe und Hackbraten mit Gemüse und Kartoffeln) essen, geht ein kurzer Regenschauer mit Gewitter nieder. Wir haben vorgesorgt und haben den im Zelt bereit liegenden Schirm mitgenommen, den wir letztendlich doch nicht benötigen. Christian macht der Kofferraum Sorgen, denn er hat festgestellt, dass er sich nicht mehr abschließen lässt. Das wird er sich morgen in Ruhe anschauen, denn heute ist es nicht weiter von Belang, da wir nicht mehr mit Gepäck herumfahren bzw. das Auto nicht unbeaufsichtigt abstellen.
Wir wollen den restlichen Nachmittag im QENP verbringen. Dazu müssen wir uns das Permit beim Office zu besorgen, welches nicht bei einem der Gates des Parks sondern ein Stück Richtung Ishasha liegt.
Die beiden weiblichen Angestellten sind sehr freundlich und gut drauf. Die Angestellte ist auch dann noch sehr freundlich, als wir beide uns nicht angesprochen fühlen, als sie nach unserem Kennzeichen fragt -es ist ein Guide hinzugekommen, mit dem sie zwischendurch auch Smalltalk halten- und sie deswegen extra raus geht, um selbst nach dem Kennzeichen zu schauen. Hier können sich die meisten SanParks-Angestellten ein Beispiel nehmen. 😗
Von der Hauptstraße aus sehen wir dem Weg zum Kasenyi Gate mehrere Uganda Kobs und einen Wasserbock. Obwohl es erst kurz nach 16 Uhr ist, wirkt es schon dämmrig.
Am Gate frage ich, welche Route sie empfehlen können, und ein Angestellter zeigt mir, wo heute Morgen Löwen gesichtet worden sind. Wir erstehen noch einen kleinen Vogelguide, dessen Preis Christian um 10.000 UGX auf 30.000 UGX herunterhandelt.
Wir sind begeistert, dass unser Navi sogar hier im Park den Track, den wir befahren, richtig anzeigt. Die Freude währt aber nicht lange, denn schon bald fahren wir laut Navi im Niemandsland. 😣 So fahren wir nach Bauchgefühl bzw. nach Pistenzustand, der mitunter arg zu wünschen übrig lässt. Christian hat teilweise trotz der niedrigen Geschwindigkeit kaum die Gelegenheit, den Blick länger in die Ferne schweifen zu lassen, will er keine Senke übersehen. Außerdem sind die Tracks sehr schmal.
Wir entdecken Uganda Kobs, Wasserböcke, Warzenschweine und einen Büffel, die „tierische Ausbeute“ ist nicht überragend.



African Wattled LapwingDafür machen wir die Bekanntschaft mit der Tsetsefliege: mich sticht eine in den Kopf, Christian in den Arm. Der Stich ist schmerzhaft, bleibt aber zum Glück ohne weitere körperliche Folgen. Allerdings wird es uns auch die Fotoaufnahmen erschweren: entweder durch die Scheibe fotografieren oder die Fenster erst öffnen, wenn man eine Weile steht und dadurch für die Tsetsefliegen unattraktiv geworden ist. Leider haben die anderen Tiere nicht so viel Verständnis und Ausdauer. 😐
In der Nähe der Kasenyi road sind offensichtlich die Löwen, denn es stehen viele Fahrzeuge dort. Wir können sie jedoch nicht entdecken, vielleicht haben wir nicht den richtigen Blickwinkel. Ein kleines Stück die Straße herunter stehen auch ein paar (wenige) Autos. Wir wollen checken, was es dort zu sichten gibt, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Auf einem Termitenhügel scheint etwas zu liegen. Beim Blick durchs Fernglas lassen die Umrisse des Körpers vermuten, dass es ein junger Löwe ist, der schläft. Nach einer Weile kommen auch die Leute von der anderen herüber. Das nehmen wir zum Anlass, zurückzufahren, da wir nicht erwarten, dass sich der Löwe bald erhebt.
Beim Abendessen wählen wir einen Tisch in Wassernähe. Es werden Laternen bei jedem Tisch aufgehängt. Auf Kosten des Hauses gibt für jeden ein Glas Champagner, da heute Silvester ist.

Als Vorspeise gibt es Avocado, die sehr lecker ist, obwohl ich mir sonst daraus nichts mache. Als nächsten Gang gibt es Kürbissuppe mit einem warmen Brötchen und Butter, guter Durchschnitt. Mit dem Hauptgericht sind wir beide nicht zufrieden: es gibt Schweinerippchen, dazu Reis und ein kleinen Klacks gemischtes Gemüse. Die Schweinerippen sind mir zu zäh und fettig, der Reis und das Gemüse sind schon fast kalt. Ich gebe Christian einen großen Teil meines Fleisches. Damit der Rest nicht so trocken ist, möchte ich Ketchup nehmen. Leider explodiert die Ketchup Flasche halb in meiner Hand, als ich sie öffne und ein großer Teil des Inhalts schüttet sich über mein Hemd. Notdürftig säubere ich mein Hemd. Zum Nachtisch gibt es frittierte Bananen, für mich Ananas und Passionsfrüchte, da ich dem Ober zu Beginn mitgeteilt habe, dass ich keine Bananen mag. Statt Böller und Raketen hören wir Hippos grunzen und sehe immer wieder Wetterleuchten. Bevor wir zum Zelt zurück gebracht werden, müssen wir unsere Getränkeliste kontrollieren und gegenzeichnen.
Es sind kaum Sterne zu sehen. Wir setzen uns draußen hin, Christian trinkt ein Bier, ich einen Amarula. Dabei versuchen wir im Vogelbuch zu recherchieren, welche Vögel wir bisher in Uganda gesehen haben.
Nach einer Weile hören wir, dass das Nachbarzelt, das man tagsüber so gut wie nicht sieht, auch belegt ist, denn jemand hustet sehr stark. Schon weit vor Mitternacht liegen wir im Bett.
Übernachtung: Queen Elizabeth Bush Lodge, self contained tent, HB
Kilometer: 142