adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201327. Aug. 2017 · #1
Liebe Fomis,
wir sind zurück von einer unvergesslichen Reise durch Uganda, Ruanda und DR Kongo. Die meisten Tipps für die Vorbereitung haben wir uns hier im Forum und überhaupt im Internet geholt und aus diesem Grunde möchten wir einen Reisebericht schreiben, denn Uganda ist als Reiseland voll im Trend.
Vorbereitungen Dieses Jahr wollen wir uns einen großen Traum erfüllen: eine Begegnung mit den Berggorillas, mit den Verwandten des Menschen! Eigentlich reisen wir gern im November und verlängern somit den Sommer, aber dieses Mal müssen wir unsere Reisezeit auf Juli-August vorziehen, denn in dieser Zeit ist in den Tropenregionen Trockenzeit und somit die beste Zeit für diverse Trekkings. Auf der ganzen Reise hatten wir angenehme Sommertemperaturen und nur 1-2 Mal einen kurzen Regenschauer. Wir werden selbst fahren, das steht schon mal schnell fest und auf ein Dachzelt werden wir verzichten, denn auch in der Trockenzeit kann man von einem Regenschauer überrascht werden. Im Zelt wäre das ungemütlich. Auf der Reise haben wir festgestellt, dass Selbstfahrer in diesem Teil von Afrika sehr selten sind und immer wieder wurden wir von Rangern oder dem Lodgepersonal gefragt "Where is your driver??".
Auto, Unterkünfte, Permits Mitte Februar nehmen wir mit Douglas von "Alpha Car" per Email Kontakt auf, Anfang März treffen wir uns noch mit ihm auf der Berliner Reisemesse und Mitte März steht schon alles fest, wir überweisen Douglas das Geld. Wir buchen bei ihm einen Toyota Hillux, die Permits für das Schimpansen- und Gorilla-Tracking und die Unterkünfte in Uganda. Die restlichen Unterkünfte in Ruanda werden von Douglas zwar reserviert, wir werden sie aber immer vor Ort bezahlen, um unnötige und teure Geldüberweisungen zu vermeiden. Ein kleines Problem stellt das Trekking auf dem Vulkan Nyiragongo in der DR Kongo dar, aber auch hier hilft Douglas und Ende Mai haben wir endlich einen Partner aus Goma (DR Kongo) gefunden, der sich um die Formalitäten kümmern wird: Kasitu Eco Tours. Ich muss hier betonen, dass Douglas ein absolut zuverlässlicher und hilfsbereiter Partner ist! Alle Emails wurden von ihm innerhalb von 24 Stunden beantwortet.
Flugtickets Wir entscheiden uns für Brüssel Airlines, der Preis ist auch ok, aber irgendwie buche ich nicht rechtzeitig und als ich mich endlich entscheide, Ende März, müssen wir schon ca. 750,- Euro pro Ticket zahlen. Mein Fehler!
Visa Um die Visa für DR Kongo wird sich "Kasitu Eco Tours" kümmern. Wir füllen die jeweiligen Formulare aus und schicken sie per Email. Seit 2016 muss man für Uganda einen Online-Antrag für das Visum stellen. Wir wollen von Uganda nach Ruanda, dann in die DR Kongo, wieder nach Ruanda, wieder nach Uganda. Mir ist klar, dass wir Multiple Entry Visas für Uganda und Ruanda brauchen, also entscheide ich mich für ein East Africa Tourist Visa. Das erlaubt uns 3 Monate lang mehrere Ein- und Ausreisen in den Ländern Uganda, Ruanda, Kenia und kostet 100 Dollar. Für diesen Antrag müssen wir noch folgende Dokumente in elektronischer Form einreichen: Reiseroute, Fotokopie vom Reisepass, Passfoto, Impfausweis, Flugticket. Klingt alles machbar. Für einzelne Multiple Entry Visas jeweils für Uganda und Ruanda ist es nicht nur teurer, sondern auch die einzureichenden Dokumente sind für mich unübersichtlich. Für Uganda z.B. müsste man noch folgende Formulare einreichen: Cover Letter stating reasons for Multiple Entry, Recommendation letters from 2 referees in Uganda, Police clearance from Interpol or home country. Wo bitte bekommt man ein "Police clearance from Interpol"??
Das East Africa Tourist Visa scheint mir perfekt für unsere Reise zu sein und die beantrage ich auch online. Innerhalb von 3 Tagen bekomme ich die Bestätigungen. An dieser Stelle sage ich nur, dass das Thema "Visum" uns auf dieser Reise noch schmerzlich beschäftigen wird...
Impfungen Wir lassen uns bei einem Impfzentrum beraten, holen diverse Impfungen nach und werden selbstverständlich noch gegen Gelbfieber geimpft, eine Voraussetzung für die Einreise. Auch Malariaprophylaxe haben wir in Form von Tabletten genommen. Circa eine Woche vor unserer Reise wird in Goma (DR Kongo) eine Cholera Epidemie gemeldet, wir müssen die Situation genau beobachten und kurzfristig entscheiden, ob wir tatsächlich in die DR Kongo einreisen, denn Goma befindet sich auf unserer Reiseroute...
Reiseroute Die Reiseroute habe ich selbst erstellt. Insgesamt sind wir 2000 km in 23 Tagen gefahren. Wir bleiben gern 2 Nächte in einem Ort, um eine entspannte Reise zu haben.
Und hier ist unsere diesjährige Reiseroute:
1. Tag 15.07. Entebbe (Uganda) Papyrus GH 2. Tag 16.07. Kibale NP (Uganda) Kibale Guest Cottage 3. Tag 17.07. Kibale NP (Uganda) Kibale Guest Cottage 4. Tag 18.07. QENP (Uganda) Simba Safari Camp 5. Tag 19.07. QENP (Uganda) Simba Safari Camp 6. Tag 20.07. Ishasha Sektion (Uganda) Enjojo Bamboo Hut 7. Tag 21.07. Ishasha Sektion (Uganda) Enjojo Bamboo Hut 8. Tag 22.07. Bwindi NP (Uganda) Rushaga Gorilla Camp 9. Tag 23.07. Bwindi NP (Uganda) Rushaga Gorilla Camp 10. Tag 24.07. Mgahinga NP (Uganda) Travellers Rest Hotel 11. Tag 25.07. Mgahinga NP (Uganda) Travellers Rest Hotel 12. Tag 26.07. Volcanoe NP (Ruanda) Kinigi GH 13. Tag 27.07. Volcanoe NP (Ruanda) Kinigi GH 14. Tag 28.07. Lake Kivu Gisenyi (Ruanda) Hotel Musanto 15. Tag 29.07. Nyirangongo (DR Kongo) Hütten am Kraterrand 16. Tag 30.07. Lake Kivu Gisenyi (Ruanda) Paradis Malahide 17. Tag 31.07. Lake Kivu Gisenyi (Ruanda) Paradis Malahide 18. Tag 01.08. Kigali (Ruanda) Chez Lando Hotel 19. Tag 02.08. Kigali (Ruanda) Chez Lando Hotel 20. Tag 03.08. Lake Bunyonyi (Uganda) Birdnest Bunyonyi Resort 21. Tag 04.08. Lake Bunyonyi (Uganda) Birdnest Bunyonyi Resort 22. Tag 05.08. Lake Mburo (Uganda) Eagles Nest 23. Tag 06.08. Kampala (Uganda) Namirembe GH 24. Tag 07.08. Flug nach Europa
Somit hätten wir alles und Adriana & Matthias sagen euch "Please prepare for takeoff!".
Wau, Dein Reisebericht! 🤩 Da bin ich doch voll dabei und schmeiss mich auf die Rückbank! 😎 Endlich wieder mal ein Reisebericht der auch Rwanda und sogar die DRC beinhaltet, super! 😁
LolaKatze846 Beiträge · seit 201427. Aug. 2017 · #3
Hallo Adriana,
eigentlich ist das ja gar nicht unsere Ecke, aber da reise ich doch glatt mal mit und schaue, ob das was für uns wäre 🤩 . Was nicht ist, kann ja noch werden. Liebe Grüsse NIna
ich hab Dich schon öfter bei den Panther´s gesehen. Und nun ist es natürlich super, dass auch Du einen RB schreibst. Jetzt schon vielen Dank dafür. Uganda mit den Gorillas steht seit Jahren bei uns ganz oben auf der Wunschliste, von daher kommt Dein Bericht wie gerufen.
Bis dann, und - Du kannst von mir aus sofort und "richtig" loslegen.
toll, schon wieder ein Reisebericht über Uganda. Und diesesmal mit Ruanda und dem Kongo. Da bin ich schon gespannt, was ihr erlebt habt.
LG Uli
Big 5 Africa Tours
Reiseberichte:
Namibia's Süden 2017, Uganda's Norden 2016 , Uganda Juli 2015 , Namibia Mai 2013 ,Namibia Mai 2012
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201328. Aug. 2017 · #7
@picco: Mach es dir bequem auf der Rückbank, da sind auch unsere Wasser- und Bier-Vorräte. 🙂 Und in dem Staufach an der Rückenlehne habe ich Mückenschutz.
@Nina (LolaKatze): Da hast du Recht und ich kann dir diese interessanten Länder sehr empfehlen.
@bayern schorsch: Ich kann mich an dich erinnern, du hast in Kronau einen sehr interessanten Vortrag gehalten! 🙂 Uganda ist wirklich schön und wenn du Fragen bzgl. der Vorbereitungen hast, immer her damit!
@Elke (fiedlix): Das kann ich verstehen, die Vorfreude ist die schönste Freude!
@Uli: Ich kann schon jetzt sagen: es wird spannend und auch lustig!
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201328. Aug. 2017 · #9
1. Tag Samstag, 15. Juli 2017 Entebbe, Papyrus Guesthouse
Am frühen Morgen startet unser Flug, über Brüssel soll es nach Entebbe gehen. In Brüssel wollen wir NATÜRLICH Schokoladentrüffel kaufen, aber irgendwie führen unsere Transferwege nicht durch den Shopping-Bereich und wir können nichts, aber gar nichts kaufen. Enttäuschung! Aber weniger Süßigkeiten ist vielleicht doch eine gute Sache.
Gegen 20 Uhr, mit einer leichten Verspätung, landen wir nach einem 7 stündigen Flug in Entebbe. Wir werden abgeholt und sind kurze Zeit später im Papyrus Guesthouse, wo wir bei einem ugandischen Nile-Bier auf der Terrasse die ersten Eindrücke auf uns wirken lassen. Wir sind endlich in Uganda. Es ist warm und das Guesthouse sieht wie ein altes Kolonialhaus aus, es gefällt uns ganz gut. Wir sind müde, aber zufrieden.
Bevor wir schlafen gehen, werden wir noch nett gefragt, was wir am nächsten Morgen frühstücken möchten. Gute Nacht, Entebbe!
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201328. Aug. 2017 · #10
@Annik: Willkommen, ich freue mich über jeden Mitfahrer! Ich muss gestehen, auch wir hatten Bedenken und ich habe immer wieder, wenn wir unterwegs Internet hatten, Infos über die Sicherheitslage gesucht. Wenn wir die Einheimischen gefragt haben, meinten sie immer, dass die Situation in der DR Kongo heute gut und morgen anders sein kann...
pedro62345 Beiträge · seit 201128. Aug. 2017 · #12
Hallo Adriana
adriana schrieb: @Elke (fiedlix): Das kann ich verstehen, die Vorfreude ist die schönste Freude!
In diesem Fall war auch 'Nachfreude' eine schöne Freude!! Ich schwing mich noch schnell auf euer Gefährt und freue mich schon auf euren Bericht. Ich war ja vor zwei Jahren auch mit einem Wagen von Douglas alleine unterwegs und obwohl es sicherlich meine anstregenste Reise (was das Fahren anging) war, war sie eine meiner schönsten und beeindruckensten Reisen.
LG Peter
picco6'369 Beiträge · seit 201128. Aug. 2017 · #13
Hoi Adriana
adriana schrieb:@picco: Mach es dir bequem auf der Rückbank, da sind auch unsere Wasser- und Bier-Vorräte. 🙂 Und in dem Staufach an der Rückenlehne habe ich Mückenschutz.
🤩 Wie Du für mich sorgst, einfach Toll! *Bierschlürf* 😄 😉 😎 Dabei hab ich Dir doch kaum Neues für Eure Reise sagen können... 😗
adriana schrieb:Ich muss gestehen, auch wir hatten Bedenken und ich habe immer wieder, wenn wir unterwegs Internet hatten, Infos über die Sicherheitslage gesucht. Wenn wir die Einheimischen gefragt haben, meinten sie immer, dass die Situation in der DR Kongo heute gut und morgen anders sein kann...
Das kann ich so nur bestätigen! Genau das war der Grund weshalb wir nicht schon im 2013 auf den Nyiragongo gehüpft sind und mir deshalb andere Fomis zuvorgekommen sind, denn damals wurde in der Zeit als wir rüber wollten ein Artillerieangriff auf Goma erwartet... Aber wie ich schon hier im Forum und auch am Nyiragongo feststellen musste nehmen es doch einige auf die leichte Schulter und informieren sich wenig bis sogar überhaupt nicht über die Sicherheitslage in der Ost-DR Congo. Dafür haben einige regelrecht Angst wegen der Sicherheitslage in Rwanda... *Kopfkratz* Da gehörst Du zum Glück zu den Vernünftigen! 🙂
Sanne2'462 Beiträge · seit 200628. Aug. 2017 · #14
Hallo Adriana,
das klingt nach einer tollen Route und wir wollen unsere Fühler ja auch endlich mal Richtung Norden ausstrecken... Bislang blieb ich ja bei Sambia hängen und Pläne für 2020 können wir auch schon mal ins Auge fassen 🙂
Also quetsch ich mich noch mal zwischen Claudio und sein PP 😛
Liebe Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201628. Aug. 2017 · #15
Hallo Adriana, auch ich begleite euch gern und bin gespannt auf eure Erlebnisse. Wir waren 2010 bei den Berggorillas. Das ist schon eine Weile her - hat aber ganz intentsive Erinnerungen hinterlassen.
CICicero45 Beiträge · seit 201428. Aug. 2017 · #16
Hallo Adriana, das ist ja klasse. Gleich noch ein Reisebericht über mein nächstes Ziel Uganda. Da bin ich doch natürlich dabei. In drei Wochen geht es bei uns los. Da kann ich jede Info gebrauchen.
Liebe Grüße Cicero
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201328. Aug. 2017 · #17
@Ralf und Martina (panther): Schön, dass ihr auch dabei seid. Gleich nehmen wir das Auto in Empfang und dann gehts wirklich los!
@Peter (pedro62): Willkommen! Vielleicht erkennst du in dem einen oder anderen Foto ein paar Orte wieder. Was das Fahren betrifft, ich war in Kampala sehr, sehr froh, dass ich nicht selbst hinter dem Steuer sitzen musste!
@picco: Du glaubst nicht, wie sehr mir dein Reisebericht von Ruanda und Nyiragongo geholfen hat! Habe sogar unterwegs, wenn es Internet gab, nach Infos in deinem Reisebericht gesucht, aber die Details werde ich später verraten. 🙂
@Sanne: Schön, wieder von dir zu hören! Sambia steht auch auf unserer Wunschliste, also mach dich auf Fragen in Hermannsburg bereit. 🙂 Du musst dich nicht quetschen, Claudio wird dir mit Sicherheit ganz gentlemanlike Platz machen. 🙂
@Sascha (H.Badger): Willkommen an Bord! Das glaube ich dir, dass die Berggorillas unvergesslich waren. Man sagt, dass man sie "einmal im Leben" sehen möchte, aber hinterher will man sie wieder sehen!
@Cicero: Wilkommen und stelle ruhig Fragen, wenn du Infos brauchst.
adrianaThemenstarter358 Beiträge · seit 201328. Aug. 2017 · #18
2. Tag Sonntag, 16. Juli 2017 Kibale National Park (Uganda) - Kibale Guest Cottage
Nach einer erholsamen Nacht stehen wir früh auf und frühstücken auf der schönen Terrasse. Pünktlich um 8:00 Uhr kommt Andrew von Alpha Car und bringt uns den gebuchten Toyota Hilux. Der Wagen ist rein optisch in die Jahre gekommen, aber er erfüllt seine Funktionen. Zu dem Wagen gehören noch ein Handy mit einer lokalen Prepaid-Karte und ein Navi.
Unser Auto, ein Toyota Hilux:
Andrew übergibt uns noch die nötigen Dokumente (Permits, Buchungen, Mietvertrag etc) und wir geben ihm das Geld. Die Autoübergabe verläuft schnell und informell, dann fährt er uns mit unserem Wagen aus Entebbe und Kampala raus, so dass wir uns nicht am ersten Tag mit dem teuflischen Straßenverkehr in der Hauptstadt beschäftigen müssen. Wir stellen fest, dass das Motorrad das Verkehrsmittel Nummer eins ist, voll bepackt mit Menschen, Waren oder Tieren und dass dabei niemand einen Schutzhelm trägt. Allgemein ist der Straßenverkehr ziemlich aggressiv und Andrew lässt sich nicht beeindrucken, gibt Gas.
Matthias sitzt vorne und ist angeschnallt, genau wie Andrew. Ich will mich auch anschnallen, stelle aber fest, dass der Sicherheitsgurt an meinem Sitz irgendwie nicht funktioniert. Ich frage Andrew, ob er kaputt ist und er antwortet kurz "The most important is the driver". Einverstanden.
Unterwegs wird noch schnell an einem Einkaufszentrum angehalten, um Geld und Wasser zu holen. Bei der Zufahrt zum Einkaufszentrum müssen wir eine Kontrolle mit Metalldetektor wie am Flughafen über uns ergehen lassen. An der Tankstelle wird die lokale Prepaid-Karte aufgeladen, Benzin getankt und wir entscheiden noch, ein paar Flaschen Bier zu kaufen, nur so, für den Sundowner.
Straßenverkehr in Kampala:
Ja, richtig, 5 (!!) Personen:
Nach circa einer Stunde erreichen wir die Abzweigung nach Fort Portal. Andrew gibt uns noch ein paar Tipps für die Reise, für eventuelle Polizeikontrollen, für die Fahrweise und steigt aus. Er guckt noch streng auf die Rücksitzbank, wo unsere 4 Flaschen Bier liegen und sagt mit ernster Miene "Don't drink and drive!". Oha, da haben wir uns aber schnell einen guten Ruf gemacht.
Unser Ziel heute ist der 300 km entfernte Kibale Forest National Park. Die Straße ist am Anfang in einem akzeptablen Zustand, dann aber kommen die Baustellen, dann die Schotterpiste und dann verdient sie nicht mehr den Namen "Straße".
Wir fahren durch kleine Dörfer, über grüne Hügel und entlang von Teeplantagen. Immer wieder stehen am Straßenrand Obst- und Gemüse-Stände und Straßenküchen, in denen frische Fleischspieße, Fladenbrot, gefüllte Teigtaschen und andere lokale Gerichte zubereitet werden. Wir waren schon ein paar Mal im südlichen Afrika, aber ein solches grünes und lebendiges Afrika kennen wir nicht!
Zur Navigation habe ich wie immer mein iPad mit einer Navigations-App und mit Karten, die bisher in allen bereisten Ländern einwandfrei funktioniert haben. Zu Hause habe ich Karten geladen, Koordinaten gespeichert, Routen erstellt, alles vorbereitet. Aber ich habe im Auto kein GPS-Signal! Das Navi, das zum Auto gehört, kenne ich nicht und ist irgendwie nicht so mein Geschmack, hat ein kleines Display und es geht immer wieder aus. Also müssen wir meistens ohne GPS auskommen und wenn wir uns nicht mehr sicher sind, halten wir an, ich gehe mit dem iPad raus und habe wieder GPS-Signal. Umständlich? Nö, wir haben Zeit und gute Laune!
Teeplantage:
Nach einer 6 stündigen Autofahrt erreichen wir den Kibale Forest National Park und werden sogleich von unseren schon bekannten Baboons begrüßt. Sie sitzen gemütlich sowohl am Straßenrand, als auch auf der Straße. Unser Guesthouse für die nächsten 2 Tage "Kibale Guest Cottage" liegt mitten im Wald umgeben von einer schönen Landschaft. Es besteht aus wenigen Cottages, die mit einem Reetdach bedeckt sind. Auch hier werden wir sehr herzlich empfangen, obwohl die Angestellten sehr überrascht sind, zwei Weiße ohne Guide selbstfahrend zu sehen: "Where is your driver??".
Wir wollen unseren Koffer raus holen, aber wie macht man den Kofferraum auf?? Wir ziehen, rütteln und drücken, nichts! Auch der Angestellte, der uns helfen will, ist ratlos. Matthias klettert auf die Rückbank und holt den Koffer durch den Innenraum mit Gewalt raus. Das ist doch kein Zustand für 3 Wochen! Wir rufen Patrick von Alpha Car an, der für alle Probleme bzgl. Auto zuständig ist, aber keiner antwortet. Wir rufen Andrew an und er lüftet das Geheimnis: an der Fahrer-Tür sind mehrere Knöpfe, zwei davon gleichzeitig und mehrmals drücken, aha.
Wir beziehen gerade unser Cottage, als ein netter Angestellte mit Holzbrettern auf der Schulter vorbei geht, uns sehr nett begrüßt und sich vorstellt: "My name is Matthias". Kein Witz! Er erzählt, dass er hier der Tischler ist und alle Möbel selbst hergestellt hat. Was bleibt mir übrig, als ein Foto von den beiden Matthias zu machen?
Matthias und Matthias:
Unser Cottage ist geräumig und von der Terrasse haben wir eine schöne Sicht über den Wald, die wir beim Sundowner auch genießen. Beim Abendessen kommen wir mit ein paar Amerikanern ins Gespräch. Sie reisen mit Driver und Guide und sind irgendwie im Auftrag der Kirche unterwegs, besuchen Schulen und arbeiten an diversen Projekten. Überhaupt haben wir auf dieser Reise ziemlich viele Reisegruppen getroffen, die im Auftrag der Kirche unterwegs waren.
Kibale Guest Cottage: Kibale Guest Cottage Restaurant: Ich weiß nicht mehr, was es zu essen gab, aber es war absolut ok. Wir sind dann früh schlafen gegangen, denn am nächsten Tag war schon das Schimpansen-Tracking geplant.
panther1'292 Beiträge · seit 200729. Aug. 2017 · #19
Hallo ihr Zwei,
schön, endlich gehts richtig los 🙂
adriana schrieb:Wir waren schon ein paar Mal im südlichen Afrika, aber ein solches grünes und lebendiges Afrika kennen wir nicht!
Das können wir zu 100% unterschreiben. Ging uns genauso 🙂
adriana schrieb:Wir rufen Andrew an und er lüftet das Geheimnis: an der Fahrer-Tür sind mehrere Knöpfe, zwei davon gleichzeitig und mehrmals drücken, aha.
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201429. Aug. 2017 · #20
Hallo Adriana,
toll, noch ein Reisebericht über Uganda. Da komme ich ja genau rechtzeitig fürs Schimpansen-Tracking. Neben dem Gorilla-Tracking war das für mich das absolute Highlight unserer Ugandareise.
Ich bin ganz gespannt auf Eure Tour und freue mich auf deinen Bericht mit vielen Fotos!