wie immer phantastischer Bericht und ebenso tolle Fotos.
Der Hafen Hafnarholmi wird uns auch immer in Erinnerung bleiben. Nicht wegen den Papageientaucher (obwohl die bei uns auch so zahlreich vertreten waren), sondern wegen dem Hafenfest was die Isländer gefeiert haben. Wir haben das Spektakel dick eingemummelt in unserer Jacke angesehen, es war Juni, regnete leicht und war kalt. Zumindest für uns Deutsche. Die Isländer haben sich gegenseitig in's Wasser geschmissen. Mir war schon vom Zusehen kalt. Ich stelle mal ein paar Fotos ein, sonst kann man sich das nicht vorstellen.
Zuerst sitzt man sich gegenüber. Die Harten haben auch keinen Overall an.
Mit dem Ball versucht man, den anderen in's Wasser zu schmeissen.
Gelingt das nicht, zieht man noch ein wenig dran.
Und hat es dann irgendwann geschafft.
Keine Sorge, auch Mädels waren mit am Start.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
dass ich mich mal in so illustre Gesellschaft befinden wurde hätte ich nicht gedacht. 😄 😄 Nach u A den Victoriafällen, nach der gleichnamigen Königin benannt, den Livingstonefällen in DRK (wasserreichste Katarakte der Erde), den Stanleyfällen im Unterlauf des Kongo und Murchinson Falls in Uganda jetzt also der Guggufoss (Foss=Wasserfall) auf Island. 😛
Lovely Guggu(foss)
Sei versichert, ich trage die Nase gerade ziemlich hoch. 😗 🙂 In diesem Kapitel erinnert mich vieles an die Heimat – Kirchen, Häuser, Hafen, Landschaft … Die Puffins sind to die for.
Das Knöllchen ist ärgerlich aber immerhin den Lappen behalten. Ist in Norwegen auch so teuer, ich hätte dazu auch ´ne story.
franzicke2’085 Beiträge · seit 201225. Nov. 2020 ·
Moin, Moin, du hattest es ja schon angedeutet:
ein Kapitel, das dürfte was für dich sein 🙂
und damit sowas von recht!!!
Also in Seydingsda gefällt es mir ausgesprochen gut und die Puffins sind in der Tat ganz großes Kino - herrlich. Das will ich auch mal (vielleicht dann doch im nächsten Jahr in Norwegen?) Einen Volltreffer habt ihr außerdem mit dem Guggufoss gelandet, hat sich bei mir schon fest im Herzlein eingeprägt. Und wenn's dann - ähnlich stilvoll wie in VicFalls - mal ein entsprechend benamstes Hotel dort gibt, buch ich sofort bei der Küchen-Chefin das große Menü 😗 Ganz herzliche Grüße mit viel Sonnenschein aus dem wilden Süden Ingrid
gerade habe ich in einem Rutsch deinen Bericht und die Bilder verschlungen. Das einfache Drücken des Danke-Buttons reicht nicht aus, um dir für die Mühe zu danken, die du dir gemacht hast mit diesem Bericht. Vor allem aber reicht es nicht aus, um meiner Begeisterung für deine Fotos Ausdruck zu verleihen. Was für phantastische Aufnahmen! Vor allem deine Landschaftsaufnahmen berühren mich sehr. Also, vielen Dank dafür! Gerne begleite ich euch weiter.
Reinhard1951723 Beiträge · seit 201126. Nov. 2020 ·
CuF schrieb:.... BettiBerti, ich weiß bei Deinem Bericht manchmal gar nicht mehr genau, ob er nun ein Genuss oder eine Folter ist...
Hallo Friederike, das trifft es wirklich auf den Punkt. 😉
Gruß
Reinhard
BeatnickThemenstarter1’747 Beiträge · seit 201626. Nov. 2020 ·
Hallo ihr Lieben,
endlich komme ich dazu, euch zu antworten, vielen lieben Dank für die tollen Kommentare, wir freuen uns!
Botswanadreams schrieb:Sehnsuchtsbilder. Danke, danke, danke. Es weckt Fernweh liebe Betti.
Hab ich auch, Christa, hab ich auch...
Clamat schrieb:Lundis sind doch soooooo schön. Ich glaube, ich habe in Island mehrere tausend Bilder nur mit Lundis verknipst
Also das, liebe Claudia, kennen wir nur zu gut...
Clamat schrieb:Wir hatten in Borgarfjörður auch unheimliches Wetterglück und ich habe mir dort den Popo abgefroren um die Mitternachtssonne zu sehen und dann war genau zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang eine Felsnase davor 😵
😮 Oh weh... Dafür hat uns die Mitternachtssonne auch ohne Felsnase fast durchgängig im Stich gelassen. Abends zog es zu. 😣
Gabi-Muc schrieb:wie immer phantastischer Bericht und ebenso tolle Fotos.
Dankeschön! 🤪
Gabi-Muc schrieb:Die Isländer haben sich gegenseitig in's Wasser geschmissen. Mir war schon vom Zusehen kalt. Ich stelle mal ein paar Fotos ein, sonst kann man sich das nicht vorstellen.
Nein, kann man nicht... 😄 😄 😄 Sind schon ganz schön crazy, die Isländer! Danke für die Bilder, dass es das gibt, wusste ich nicht. 🙂
Guggu schrieb:dass ich mich mal in so illustre Gesellschaft befinden wurde hätte ich nicht gedacht. Sei versichert, ich trage die Nase gerade ziemlich hoch. 😗 🙂
Recht so, mein Guggu!
Guggu schrieb:In diesem Kapitel erinnert mich vieles an die Heimat – Kirchen, Häuser, Hafen, Landschaft …
Schöne Heimat hast du auf jeden Fall!
Guggu schrieb:Das Knöllchen ist ärgerlich aber immerhin den Lappen behalten. Ist in Norwegen auch so teuer, ich hätte dazu auch ´ne story.
Die möchte ich gerne hören - bei einer guten Tasse Wein, wenn das mal endlich wieder geht!
franzicke schrieb:Also in Seydingsda gefällt es mir ausgesprochen gut und die Puffins sind in der Tat ganz großes Kino - herrlich. Das will ich auch mal (vielleicht dann doch im nächsten Jahr in Norwegen?)
Gute Idee 😎
franzicke schrieb:Einen Volltreffer habt ihr außerdem mit dem Guggufoss gelandet, hat sich bei mir schon fest im Herzlein eingeprägt.
🙂 🙂 🙂
franzicke schrieb:Und wenn's dann - ähnlich stilvoll wie in VicFalls - mal ein entsprechend benamstes Hotel dort gibt, buch ich sofort bei der Küchen-Chefin das große Menü 😗
Da bin ich sofort dabei! 😉 (Ich lass dann das ganze Fischgedöns weg...)
Klaudi schrieb:gerade habe ich in einem Rutsch deinen Bericht und die Bilder verschlungen.
😮
Klaudi schrieb:Das einfache Drücken des Danke-Buttons reicht nicht aus, um dir für die Mühe zu danken, die du dir gemacht hast mit diesem Bericht. Was für phantastische Aufnahmen!
😊 1000 Dank, auch von Thomas!
Klaudi schrieb:Gerne begleite ich euch weiter.
Das freut mich sehr, Klaudi! Zumal du ja selbst gerade virtuell in Kenia unterwegs bist und damit eine Menge Befassung hast. Ich lese mit und muss mich dringend dort auch mal zu Wort melden!
CuF schrieb:.... BettiBerti, ich weiß bei Deinem Bericht manchmal gar nicht mehr genau, ob er nun ein Genuss oder eine Folter ist...
😵 Öhm...
Reinhard1951 schrieb:Hallo Friederike, das trifft es wirklich auf den Punkt. 😉
😵 😵 Also öhm... Ich bin ja ein Genussmensch, drum einigen wir uns doch einfach auf die erste Variante 🤪 😉
Noch einmal vielen Dank in die Runde, es macht so viel Spaß mit euch und ich mach mich dann gleich mal ans nächste Kapitel, das wieder tierlastig sein wird - aber ganz andere als die Puffins (Cliffhanger extra für Friederike 😎 ).
BeatnickThemenstarter1’747 Beiträge · seit 201627. Nov. 2020 ·
Auf den Fuchs gekommen
Der Abschied aus Seydisfjördur wird uns nach zwei wunderbaren Tagen leicht gemacht. Den Pass hinter dem Ort, wo es am Vortag noch so aussah,...
...überqueren wir nun gefühlt im Blindflug.
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.
Wir haben nur 135 Kilometer vor uns und alle Zeit der Welt, weshalb ich einen Abstecher zum 60 Kilometer entfernten Hengifoss eingeplant hatte, der ein wenig abseits der üblichen Touristenrouten liegt. Doch bei diesem Wetter? Wir sind unschlüssig...
Allerdings, in Island weiß man ja nie, wir überlegen hin und her und fahren schließlich doch zum südwestlichen Ende des Lagarfljot-Sees, wo der Wasserfall hoch über dem Tal in den Felsen thront. Bis zum Parkplatz an der Straße 931, die von Egilsstadir rund um den See führt, hat sich die Lage kaum verändert, es nieselt, pfui Spinne, mein Ding ist das nicht, doch immerhin ist der Wasserfall von unten zu sehen und nicht von Wolken verhangen. Eine Familie geht an uns vorbei, kleine Kinder, wasserdicht verpackt, also wirklich, wenn die das schaffen... Wir schultern die Rucksäcke und gehen den 45-minütigen steilen, aber dennoch leichten Aufstieg tapfer an.
Ein erster Stopp am attraktiven Wasserfall Litlanesfoss macht Hoffnung, kein Regen mehr, immerhin.
Wir gehen weiter, der Hengifoss (=hängender Wasserfall) rückt näher, sein Tosen auch, aus rund 130 m stürzt er in die Tiefe und ist damit der dritthöchste Wasserfall der Insel.
Dann zeigt sich sogar die Sonne, bloß gut, dass wir uns überwunden haben. Das Glück und die Tüchtigen, man weiß ja, wie das läuft (manchmal zumindest 😉 ), wir freuen uns und sind begeistert von der Kulisse.
Thomas klettert über Geröll und einen Bach näher heran, ich setzte mich auf einen Felsen und staune. Auch über die roten Streifen im Gestein, die Natur macht schon wundersame Sachen.
Wir bleiben lange, wie so oft, auch weiter unten am Litlanesfoss mit seinen beeindruckenden Basaltsäulen. Sieht aus wie von Menschenhand gemacht, ist es aber nicht, ein Wunder, schon wieder.
Zurück am Auto sind wir happy, das Timing war goldrichtig, der Regen kehrt zurück und begleitet uns durch menschenleere Gegenden, die zunächst grün sind und dann schwarz. Der Schicksalsberg gehört nach Neuseeland, das weiß ich genau, sonst würde ich Ausschau halten nach Sam, Frodo und dem verhängnisvollen Schatzzzzzzz.
Wir biegen ab von der Ringstraße auf die Schotterpiste 901. Nur acht Kilometer sind es nach Mödrudalur, dem höchstgelegenen Hof Islands auf 469 m inmitten der weiten Ebene Mödrudalsöræfi.
Der Himmel ist verhangen und uns dennoch gnädig, der 1.682 m hohe Tafelvulkan Herdubreid zeigt seine unverwechselbare Silhouette. Anders als im Vorjahr, da hatte sich die Königin der isländischen Berge bei unserem Kaffeestopp in Mödrudalur hinter Wolken versteckt.
Mödrudalur ist das Tor zum Hochland, und die wüstenartige Landschaft faszinierte mich 2019 so sehr, dass ich unbedingt einmal in einem der Grassodenhäuser auf dem Hof übernachten wollte. Ich hatte mit einem schlichten Zimmer gerechnet, doch das Gegenteil ist der Fall. Rustikal, aber stylisch, mit Blick vom Bett auf den Herdubreid - , ich bin hin und weg; auch von der riesigen Gemeinschaftsküche, deren gemütliche Kaminecke bevölkert ist von isländischen Familien in dicken Socken. Ein Haus betreten in Schuhen, auf Island ein No-Go.
Unsere Unterkunft Fjalladyrd in Mödrudalur
Nebenan auf der Wiese huscht etwas. Thomas ist irritiert, ich auch, dann Begeisterung: drei kleine Polarfüchse, wir hätten nicht gedacht, welche zu sehen; wir stürmen nach draußen, die Kameras im Anschlag, die Schuhe hatten wir anbehalten, nicht sehr isländisch, aber ein Glück.
Die Racker sind unsere Nachbarn, ihr Bau ist nur wenige Meter entfernt. Scheu sind sie nicht, wenn auch nicht handzahm.
Wir werden sie noch ein paarmal sehen, sie sollen verwaist sein, was angeblich häufiger vorkommt. Ich hoffe, das sind wahre Geschichten und die Kleinen nicht nur eine Touristen-Attraktion. Süß sind sie allemal und augenscheinlich auch mit ihrem Los zufrieden.
Polarfuchs, auf den (etwas konsternierten Hof-)Hund gekommen
Obwohl nicht weit von der Ringstraße, wirkt Mödrudalur vollkommen abgelegen. Das Flair ist ländlich und idyllisch, das urige Restaurant Fjallakaffi bekannt für Lammgerichte und isländische Spezialitäten; wenn auch nicht für Vegetarier, für die der Farmer nicht viel übrig hat. Fleisch ist sein Gemüse.
Wir sagen den Füchsen Gute Nacht...
...und schlafen wie die Babys. Schade, dass es am nächsten Tag schon weitergeht.
Wenn auch nicht ganz so bald, denn nach dem Frühstück haben wir Pläne. Hinter dem Campingplatz beginnt ein schöner, wenig begangener Wanderweg, der mit Holzpflöcken gekennzeichnet ist und mitten hineinführt in die verwunschene Ebene.
Der Pfad ist zugewuchert und manchmal kaum zu erkennen, die Natur wild und unberührt. Es ist ein Traum, auch ohne Blick auf den Herdubreid, der sich am Morgen nicht zeigt.
Vögel sind unsere einzigen Begleiter,...
...die eine oder andere Brücke existiert nicht mehr, doch es finden sich immer Stellen, an denen die Bäche überquert werden können. Schließlich kehren wir schweren Herzens um, es wird Zeit, und ich bedaure, dass wir nicht noch eine zweite Nacht eingeplant haben.
Wir verabschieden uns von den Füchsen, die sich an diesem Tag etwas weiter auf die Ebene hinausgewagt haben,...
...dann geht's zurück auf die Ringstraße und westwärts zum Myvatn, dem Mückensee.
momentan bin ich nur noch sporadisch im Forum unterwegs, aber wenn, dann freue ich mich immer riesig auf die Fortsetzung Deines Berichtes 🤩 Jetzt lümmel ich mit einer heißen Tasse Kaffee bei bestem isländischen Nebelwetter auf der Couch rum, bin bei Seydisfjördur wieder zu gestiegen 😘 und genieße Bericht und Bilder 🙂 Ich bin mal wieder begeistert! D A N K E für Puffins und Polarfüchse, Tafelberge und Wasserfälle und für Deine sehr unterhaltsame „Edelfeder“, wie es Guggu so treffend formulierte. 😎 So kann ein trüber Novembertag beginnen 🤩 und die Sehnsucht ist mal wieder geweckt!
Da die Reiseplanungen für 2021 fix sind (Uckermark und Botswana), überlege ich ernsthaft, mich für 2022 mit Island zu beschäftigen. Mal sehen.....
Liebe Grüße auch an Thomas 😎 Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
fotomatte2’542 Beiträge · seit 200928. Nov. 2020 ·
Klasse!
Eine Goldmedaille für den Goldregenpfeifer, ich habe direkt den klagenden, melancholischen Ruf im Ohr.
Ich war zwar noch nie auf Island, aber eure Fotos erinnern mich an die Zeiten, als ich öfters im Hohen Norden Kanadas und Alaskas unterwegs war.
Begeisterte Grüße vom vermutlich letzten Goldenen Oktembertag, langsam schmilzt die Sonne den Rauhreif weg, Matthias
ach was soll ich denn jetzt schreiben ? Ich habe mir Euren Bericht an diesem tristen Novembermorgen gerade noch einmal in Ruhe gegönnt. Während der letzten Tage hatte ich immer einmal durch die Bilder gescrollt.
Und dann schwanke ich zwischen gewohnter Begeisterung, Wehmut wegen unserer ausgefallenen Reise und Hoffnung darauf, das wir das im Mai 21 doch noch erleben dürfen.
BeatnickThemenstarter1’747 Beiträge · seit 201630. Nov. 2020 ·
Gute Morgen ihr Lieben,
tigris schrieb:Jetzt lümmel ich mit einer heißen Tasse Kaffee bei bestem isländischen Nebelwetter auf der Couch rum, bin bei Seydisfjördur wieder zu gestiegen 😘 und genieße Bericht und Bilder
🙂 😘
tigris schrieb:Die Sehnsucht ist mal wieder geweckt!
Berti hat auch Sehnsucht...
tigris schrieb:überlege ich ernsthaft, mich für 2022 mit Island zu beschäftigen. Mal sehen.....
Es könnte dir gefallen auf Island, da bin ich ziemlich sicher...
fotomatte schrieb:Eine Goldmedaille für den Goldregenpfeifer, ich habe direkt den klagenden, melancholischen Ruf im Ohr.
Goldregenpfeifer! Ja, ich höre ihn auch immer noch, es gab einige dort auf der Ebene aber dieser eine hat uns kilometerweit (bis zur ersten Bachquerung) begleitet und ausdauernd bepöbelt. Und auf dem Rückweg gleich nochmal. Wahrscheinlich hatte er ein Gelege dort?!! War auf jeden Fall toll und ein bisschen kamen wir uns auch vor wie Eindringlinge... (was wir in seinen Augen sicher auch waren.)
fotomatte schrieb:Ich war zwar noch nie auf Island, aber eure Fotos erinnern mich an die Zeiten, als ich öfters im Hohen Norden Kanadas und Alaskas unterwegs war.
Da waren wir noch nie, aber möchten möchte ich schon unbedingt auch einmal dorthin!
casimodo schrieb:Und dann schwanke ich zwischen gewohnter Begeisterung, Wehmut wegen unserer ausgefallenen Reise und Hoffnung darauf, das wir das im Mai 21 doch noch erleben dürfen.
Carsten, da bist du ja, ich hatte dich schon vermisst (und kann dein Gefühlsdurcheinander sehr gut nachvollziehen). Ich drücke ganz fest die Daumen und bin eigentlich ziemlich optimistisch, dass es was wird (die Isländer werden alles dransetzen, denn Mai ist Saisonbeginn).
casimodo schrieb:Der Guggufoss gefällt mir ganz besonders gut ! 😉
😄 😉 🤪
Ich freue mich wirklich sehr, dass es immer noch treue Begleiter gibt! Ich hoffe, noch heute geht es weiter.
BeatnickThemenstarter1’747 Beiträge · seit 201603. Dez. 2020 ·
Der Mückensee
Der Myvatn im Nordosten der Insel zählt - nicht zuletzt bei den Einheimischen selbst - zu den beliebtesten Urlaubszielen Islands. Aus gutem Grund. Heiße Quellen, blubbernde Schlammlöcher, Vulkane und Lavaformationen: Das Gebiet rund um den "Mückensee", das auch heute noch vulkanisch aktiv ist, wartet mit so vielen Besonderheiten auf, dass wir uns entschlossen hatten, diesmal drei Nächte in der Gegend zu verbringen und nicht nur zwei wie im Vorjahr. Gewohnt haben wir beide Male im schönen Fosshotel Myvatn, das am Nordende des Sees direkt an der Ringstraße unweit des winzigen Örtchens Reykjahlid und damit strategisch günstig liegt. Attraktionen und Ausflugsziele sind von hier aus sehr gut zu erreichen.
Blick vom Hotel
Fosshotel Myvatn rechts im Bild
Wenn es überhaupt etwas Schlechtes über den Myvatn zu sagen gibt, dann sind es die Mücken. Sie können in den Sommermonaten wie ein schwarzer Nebel über dem Wasser hängen und geben dem mit 37 Quadratkilometern viertgrößten See Islands seinen Namen. Die wenigsten stechen, doch sie sind wahre Plagegeister, kriechen in alle Ritzen und wir hatten eigens Moskitonetze für den Kopf mitgebracht, was sich allerdings (zumindest an dieser Stelle) als überflüssig erwies, weil ein anderer Vorzug der Region ausblieb: gutes Wetter. Eigentlich für isländische Verhältnisse von der Sonne verwöhnt, gab es diesmal vor allem Regen. Die Mücken blieben verborgen, aber der Himmel auch unerfreulich grau.
Das fiel vor allem deshalb besonders ins Gewicht, weil wir im Vorjahr glücklicherweise das genaue Gegenteil mit makellos blauem Himmel erlebt hatten. Ähnliche Dinge bei viel schlechteren Bedingungen zu unternehmen, erschien uns nicht sinnvoll, weshalb wir diesmal - in bewährter Weise orientiert an den Wetterprognosen - unseren Fokus vor allem auf die Ziele in der Umgebung des Myvatn legten; nicht aber direkt auf ihn selbst. Das klappte ganz gut, aber bevor es im nächsten Kapitel mit den Schilderungen aus 2020 weitergeht, reisen wir zurück ins Jahr 2019, als für uns die Welt am Myvatn wettertechnisch dermaßen in Ordnung war, dass wir nach einem langen Tag und ebensolchen Wanderungen vollkommen erschöpft in die Kissen sanken; nur, um nach einer kurzen Nacht bei strahlendem Sonnenschein erneut auf Entdeckungstour zu gehen.
Myvatn 2019
Myvatn 2020
Tipps für den Myvatn, aus der Erinnerungskiste von 2019 gekramt:
Hverir (heiße Quellen) oder Hverarönd (Linie von heißen Quellen) im Namaskard (Minenpass): Ein Solfatarenfeld direkt an der Ringstraße und nicht zuletzt auch deshalb gut besucht. Es dampft, gurgelt und spuckt im Hexenkessel und riecht nach Schwefel, die Farben sind eine Sensation.
Das Gebiet ist nicht sehr groß, es lohnt sich, zumindest ein Stück den Namafjall (Minenberg) hinaufzugehen. Tipp: Richtig früh morgens dort sein. Dann hat man den Mars ganz für sich allein.
Grjotagja Höhle: Es war einmal eine klare heiße Quelle, die lag im Nirgendwo verborgen unter der Erde. Nur einige wenige Landleute kannten ihr Geheimnis und nahmen weite Wege durch Schnee und Eis auf sich, um sich in ihrem warmen Wasser aufzuwärmen und zu baden. Doch immer mehr Menschen kamen, parkten wild ihre Campingwagen, putzten sich im Quellwasser die Zähne und hinterließen jede Menge Müll. Das erboste die Landbesitzer, die Schilder aufstellten, aber nicht viel damit erreichten. Das war ärgerlich, doch es kam noch schlimmer, denn eine Serie wurde gedreht, und weil der attraktive Hauptdarsteller, der zudem auf Drachen reiten konnte, angeblich in dem dampfenden Wasser seine Unschuld verlor, wurde es immer enger in der kleinen Höhle - auch wenn er dort nachweislich nicht zum Mann wurde, denn zu dem Zeitpunkt war die Wassertemperatur durch geothermale Aktivität schon so weit angestiegen, dass er sich all das unwiederbringlich verbrüht hätte, wovon seine weiblichen Fans träumen. Allen, die das stille Naturwunder mit seinem dampfenden blauen Wasser einmal sehen und erleben wollen, hilft nur eins: früh aufstehen!
Eingang zur Grjotagja
Über der Höhle steigen Dampfwolken auf. Die Felsspalten östlich des Mückensees zeigen den Verlauf der Grenze zwischen den Kontinentalplatten an, und sie vergrößern sich von Jahr zu Jahr. Einige sind mit warmem Grundwasser gefüllt - wie die Grjotagja.
Hverfjall: Der Kraterberg, ein 160 m hoher Tuffring östlich des Mückensees, liegt unweit der Grjotagja, überragt die Landschaft...
...und kann nicht nur bestiegen, sondern der Krater auch umrundet werden. Der Durchmesser des Explosionskraters, der vor etwa 2.500 Jahren während eines einzigen Ausbruchs entstand, beträgt einen Kilometer.
Die etwa vier Kilometer lange Runde dauert etwa eine Stunde und bietet fantastische Ausblicke in alle Richtungen. Machen!
Dimmuborgir: Dimmuborgir (dunkle Städte/Burgen) ist ein Feld mit bizarren Lavafelsen ebenfalls östlich des Sees. Unterschiedlich lange Wanderwege führen zwischen den Türmen und Wänden aus Lava hindurch, die Heimat der 13 Isländischen Weihnachtsmänner und vieler Trolle sind. Uns sind sie allerdings nicht begegnet - vielleicht hat auch deshalb der Zauber von Dimmuborgir auf uns nicht gewirkt.
Pseudokrater bei Skutustadir: Bis zum August 2019 wusste ich noch nicht einmal, dass es sie gibt. Doch es war Liebe auf den ersten Blick.
Die Pseudokrater entstanden durch Gasexplosionen, bei denen schmelzende Lava über den Sumpfboden floss. Wieder was gelernt; ist aber auch fast egal. "Pseudokrater" habe ich als Synonym in meinen aktiven Wortschatz aufgenommen, ein Synonym für "wunderschön". An der Südseite des Sees führt ein kleiner Weg durch sie hindurch. "Pseudokrater" - mehr ist dazu nicht zu sagen!
Kraflagebiet: . Das Zentralvulkansystem Krafla liegt etwa zehn Kilometer nördlich des Namaskard. Es geht vorbei am Geothermalkraftwerk, rechterhand lohnt ein Stopp beim Viti (=Hölle)-Krater mit seinem fantastisch aquamarinblauen See.
Gegenüber führt ein Weg zum Parkplatz der Leirhnjúkurspalte, einem Lavafeld aus den 1980er-Jahren.
Die Lavaformationen sind atemberaubend, der Weg führt erst über Holzbohlen und dann direkt über die Lava, die stellenweise noch so warm ist, dass sie den Kleber meiner damals fast nagelneuen Wanderschuhe teilweise gelöst hat. Naja, ein bisschen Schwund ist immer, und: Es hat sich gelohnt!
Mehr Myvatn-Tipps: Einmal den See mit seinen 50 Inselchen und Schären mit dem Auto komplett umrunden. Immer wieder neue Ausblicke, viele Haltepunkte und kleine Spaziergänge.
Der Mückensee, als Naturreservat ausgewiesen, ist außerdem ein Vogelparadies und das größte Brutgebiet für Enten auf Island. In diesem Jahr hatten wir zur Vogelbeobachtung eine mehrstündige Wanderung eingeplant. Sie ist leider ins Wasser gefallen. 😣
Wer überlegt, der Blauen Lagune einen Besuch abzustatten, ist wahrscheinlich mit dem Myvatn Nature Bath besser bedient. Ebenso blau, viel günstiger und längst nicht so überlaufen.
“You know nothing, John Snow!” 😄 Sache dass ihr den Herrn dort nicht angetroffen habt! Danke für die farbenfrohen Bilder der Mvaten Gegend. Wie du weißt sahen wir all das im Herbst und die Farben sind noch toller um diese Zeit. Schade das es mit dem Wetter nicht geklappt hat. Danke fürs Zeigen und mit lieben Grüßen nach...Namibia?
BeatnickThemenstarter1’747 Beiträge · seit 201607. Dez. 2020 ·
Outer Space
Island - unendliche Weiten. Wir befinden uns zurück in der Gegenwart im Jahr 2020. Dies sind die Abenteuer von Betti und Thomas. Sie sind unterwegs, um fremde Welten zu entdecken und dringen auf ihrer Reise in ferne Galaxien - ähm, in den Diamond Circle vor.
Zugegeben, Pioniere sind wir nicht. Und wir stehen auch keineswegs vor solchen Herausforderungen wie Patrick Stewart im Weltraum. Aber wir fühlen uns wie Entdecker auf der 260 Kilometer langen Sightseeing-Route, die in Anlehnung an den Golden Circle im Süden der Insel Diamond Circle genannt wird; was ein bisschen verwirrend sein kann, weil es im Süden den Diamond Beach gibt... Neben dem Myvatn zählen unter anderem der Dettifoss, die Asbyrgi-Schlucht, die Hljodklettar-Felsen, der Godafoss und das Fischerstädtchen Husavik dazu.
Dettifoss 2019
Das 50 km nördlich von Reykjahlid gelegene Husavik ist die Hauptstadt der Walbeobachtungs-Touren in Island.
Die Sichtungsrate in der wunderschönen, von Bergen umschlossenen Bucht Skjalfandi liegt bei fast 100 Prozent, es gibt unterschiedliche Anbieter mit fast identischem Angebot. Wir haben uns zwei Jahre in Folge für Gentle Giants entschieden, und zwar nicht für eine Tour an Bord eines traditionellen Holzschiffes,...
...sondern mit einem zodiacartigen und wendigen Schnellboot, bei dem man sich vorne an Griffen festhält und den Sitz zwischen den Beinen hat. Die Wellen gilt es wie beim Rodeo auszugleichen, und da zumindest 2019 der Seegang so schwer war, dass die Tour kurz vor der Absage stand, war das nicht nur ein großer Spaß, sondern ging auch ganz schön in die Beine.
Auf Walbeobachtungs-Tour 2019
Vor dem Start beginnt erst einmal das große Einkleiden, die Kluft ist sperrig wie ein Astronautenanzug, hält aber warm. Dazu dicke Handschuhe, im Corona-Jahr 2020 allerdings keine Plexiglas-Brille als Spritzschutz. Weil die See ruhig war, ging es auch gut ohne.
Im Vorjahr hatten wir Delfine und einen einzigen Buckelwal entdeckt, die Puffin-Saison war jedoch bereits vorbei. Anders als in diesem Juli. Bei der Umrundung der kleinen Insel Lundey, die nicht betreten werden darf und mit rund 250.000 Papageitauchern leicht überbevölkert wirkt, sind wir umringt von Vögeln.
Auch die Buckelwale sind diesmal zahlreich, bei zehn höre ich auf zu zählen. Ich habe den Eindruck, dass sich die Isländer sehr um einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren natürlichen Schätzen bemühen. Dass sie den Walfang 2003 nach 14-jähriger Pause aus einem Traditionsgedanken heraus wieder aufgenommen haben, kann ich aber nicht nachvollziehen, und daran muss ich auch in diesem Jahr beim Anblick der friedlichen Riesen wieder denken. Das Walfleisch findet allerdings keine Abnehmer mehr, und so regelt der Markt das Problem offenbar zusehends von selbst.
Einer der Giganten taucht direkt neben uns auf, Moby Dick, da bläst er, und zwar direkt auf mein Objektiv 😣 . Das Boot schwankend, das Putzleder in den Tiefen des riesigen Raumanzugs verschwunden, Fotografieren kann ich jetzt vergessen. Nicht, dass das vorher anders gewesen wäre bei dem Geschaukel, Thomas macht es besser.
Trotz des dicken Overalls sind wir nach drei Stunden durchgefroren, im Thermalbad Geosea in den Klippen von Husavik wärmen wir durch. Preislich nicht gerade ein Schnapper, aber mit fantastischem Blick über die Bucht und auch im Nicht-Corona-Jahr 2019 wunderbar ruhig. Angeblich sind von hier oben aus manchmal Wale zu erkennen, uns gelingt das nicht.
Zwei volle Tage haben wir am Myvatn und keine wirklichen Pläne, denn die (vorgebuchte) Waltour haben wir schon am Ankunftstag und zum Glück zumindest regenfrei gemacht.
Indoor geht ja auch bei Regen, weshalb wir noch einmal in die Grjotagja klettern, tiefblau, weniger dampfend und vor allem weniger besucht als im Vorjahr.
Der Wetterbericht weist uns an diesem Tag den Weg gen Westen. Zum Godafoss sind es knapp 50 Kilometer, und tatsächlich wird es deutlich heller.
Den "Götterwasserfall" kennen wir schon von 2019. Er ist aus allen möglichen Perspektiven eine wahre Schönheit, heißt aber so, weil im Jahr 1.000 n.Chr. Stammesführer (="Godar") zum Zeichen ihrer neuen Religionszugehörigkeit heidnische Götzenbilder in die Fluten warfen.
Unser eigentliches Ziel ist der Aldeyjarfoss, der für uns Neuland ist. Beim Godafoss-Parkplatz beginnt über die Straße 842 (oder alternativ 844) der Abstecher zum 41 Kilometer entfernten Wasserfall. Die Schotterpisten sind gut zu fahren, erst die letzten 3 Kilometer sind schon eine F-Straße und somit ohne 4x4 tabu. Warum, erschließt sich uns nicht, denn die Qualität der Hochlandpiste ist nicht wirklich schlechter. Der Aldeyjarfoss liegt in einer traumhaften, einsamen Gegend und entpuppt sich für uns als echtes Highlight.
Nur in anderes Paar ist da und geht, kurz nachdem wir gekommen sind. Wir sind allein, der babyblaue Wasserfall bettet sich in eine Umgebung aus Basaltsäulen und fabriziert spektakuläre weiße Schlieren.
Zurück am Mückensee hängt der Himmel weiterhin tief, doch wir sind mit unserem Schicksal ganz zufrieden.
Zweiter Tag, andere Richtung: Östlich des Myvatn lassen sich gleich mehrere Attraktionen des Diamond Circle hervorragend miteinander verbinden. Zwei Wege führen zum Dettifoss, dem mächtigsten Wasserfall Islands. Die östliche Zufahrt ist eine ruppige Schotterpiste, die aber den Blick über die gesamte Fallhöhe erlaubt. Die westliche Strecke verbindet die Asbyrgi-Schlucht mit dem Dettifoss, hat eine ganze Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten zu bieten und ist auch deshalb mittlerweile fast durchgängig asphaltiert.
Wir haben uns diesmal die Ostseite vorgenommen, entscheiden uns aber um, weil das Wetter für Fotos nicht ausreichend mitspielt und wir stattdessen im Vatnajökull-Nationalpark wandern wollen. Wandern geht ja immer, und aus Zucker sind wir nicht.
Im Vatnajökull-Nationalpark 2019
Der Sprühnebel des 100 m breiten und 45 m hohen Dettifoss ist schon bei der Anfahrt von Weitem zu sehen. Vom Parkplatz aus führt ein etwas 15-minütiger Fußmarsch zum Wasserfall, der von verschiedenen Plattformen aus bewundert werden kann. Wer ganz nah rangeht, wird mit ohrenbetäubendem Tosen belohnt - aber auch pitschnass.
Dettifoss 2019
Der Blick von der Ostseite auf den benachbarten Selfoss soll eigentlich besser sein, trotzdem machen wir diesmal den kurzen Abstecher.
Dann geht's weiter nordwärts in Richtung Asbyrgi. Die hufeisenförmige Schlucht mit ihren bis zu 100 m hohen Felswänden haben wir bereits im Vorjahr besucht.
Diesmal wollen wir zu den Hljodaklettar-Felsformationen, die zwischen Dettifoss und Asbyrgi liegen und über die 862 miteinander verbunden sind. Auf dem Weg zu den "Echofelsen" durchfahren wir Baustellen, die letzten Kilometer werden asphaltiert und neue Parkplätze rund um das Vesturdalur-Tal entstehen. Dass dieser einst so abgelegene Landstrich nun so leicht erreichbar ist, hinterlässt bei uns wie überall auf der Welt zwiespältige Gefühle.
Der Wegweiser zum Parkplatz zeigt hügelaufwärts, dann gehen wir hinunter ins Tal und nehmen die rot markierte Runde über fünf Kilometer in Angriff. Kein blauer Himmel, aber immerhin Licht und kein Regen, damit sind wir ganz einverstanden und marschieren fröhlich durch die erst grüne, dann zusehends vulkanisch geprägte Landschaft. Die Impressionen sind fantastisch, und ich nehme mir fest vor, eines Tages bei Sonnenschein wiederzukommen.
An den Raudholar (Rote Hügel), den Resten einer Vulkankette, steigen wir so hoch es geht, die höchste Spitze ist mittlerweile gesperrt, weil sie zusehends abflachte.
Dann steigen wir hinab zu den Echofelsen, wo es Trolle geben soll. Keine Trolle und kein Echo, aber spektakuläre, durch Erosion entstandene Felsformationen und Basaltsäulen.
Blick hinunter zu den Echofelsen
Thomas in der Basalthöhle "Kirkjan" (Kirche)
Eine tolle Wanderung mit viel rauf und runter, wir sind happy und folgen den Schildern in Richtung Parkplatz, der nur einen knappen Kilometer entfernt sein soll. Wir wundern uns ein wenig, aber nicht genug und bemerken unseren fatalen Irrtum erst, als wir auf einem verwaisten Schotterplatz mitten im Nirgendwo stehen. Der ausgeschilderte Parkplatz; wegen der Baustelle aktuell gesperrt und definitiv nicht unserer 🤨.
Wir stapfen bergan, ziemlich orientierungslos und mitten durch die Baustelle. Fühlt sich an wie outer space, schön ist das nicht, dann endlich eine Menschenseele. Der Baggerfahrer staunt nicht schlecht, wo kommt ihr denn her, uns interessiert vor allem, wo müssen wir hin? Er weist auf einen Hügel, knapp zwei Kilometer, die Luft ist raus und auch die Lust, doch schließlich sind wir da und ganz schön kaputt. Der Himmel lacht Tränen, kaum fahren wir los, fallen die ersten Tropfen, gutes Timing, immerhin.
Am Myvatn muss eine Belohnung her. Steinofen-Pizza und Wikinger-Bier bei Daddi's Pizza, die Welt ist doch ein guter Ort. Nicht nur auf Island - aber vor allem auch dort.
franzicke2’085 Beiträge · seit 201207. Dez. 2020 ·
Moin Betti, auf die Waltour hab ich schon gewartet - das klingt ja doch ziemlich abenteuerlich und nach viel Wumms auf dem Gummiboot. Natürlich eine tolle Vorstellung, den Riesen so nahe zu kommen. Aber auch die kleine Meerjungfrau in Geosea gefällt mir gut 😘 Mit dem Wetter würde ich wohl etwas mehr hadern als ihr das tut, aber beim Belohnung-Bier wäre ich auf jeden Fall wieder dabei. Und ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf ein gemeinsames freue 😎 Liebste Grüße von einer langen Schreibtischdauerschicht Ingrid
Moin, ich erwische mich ja immer dabei, eure Erlebnisse und Eindrücke mit den unsrigen von 2005 zu vergleichen. Die Landschaft hat sich natürlich (zum Glück) nicht verändert, mystisch und traumhaft schön. Aber den Diamond Circle gab es damals - zumindest mit diesem Namen - ebenso wenig wie die Schnellboot-Whalewatching Touren. Wir haben damals in Husavik die Whalewatchingtour mit einem klassischen Holzboot unternommen, allerdings im Sommer die Mitternachts-Tour, die von 20 Uhr bis 1 Uhr "nachts" dauerte. Zwar leider ohne Wale, dafür mit einer phantastischen Mitternachtssonne und eisigem Wind auf offenem Wasser. Schicke wärmende Overals gab es auch nicht. Statt dessen stellte man uns abgtragene ungewaschene müffelnde "Seebären"- Strickpullover aus wärmender Islandwolle zur Verfügung. Inbetriebnahme der Pullis höchstwahrscheinlich zeitgleich mit dem Holzboot, das ja früher zum Walfang verwendet wurde. Mit zunehmender Kälte wurden die Pullis aber immer attraktiver ... 😄 .
Whalewatching mit so einem Schnellboot auf Augenhöhe mit den Walen ist ein unvergessliches Erlebnis. Wir hatten ja damals ähnliches während unserer Antarktistour.
Blende18.21’182 Beiträge · seit 201708. Dez. 2020 ·
Ich hasse es, wenn man keine Zeit hat und irgendwann so hinterher hetzen muss. Heute ist aber Urlaub angesagt und jetzt habe ich gerade mal gute 20 Tabs auf vom Namibia-Forum und nehme mir Zeit mich wieder up-to-date zu bringen... UND WOW!
Hafnarholmi, im Hintergrund der Vogelfelsen 😮 😮 😮
>> Das wird aber sowas von abgespeichert. Ich würde ja ein Bild rauspicken, aber die waren alle so toll. Wenn ich eines benennen müsste, dann der Puffin mit dem ganz langen Fisch im Schnabel. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch einen in live gesehen, aber auf Island als Teil einer isländischen Tapasplatte schon mal auf dem Teller hatte. 😕 😗
Dafür nehme ich ein anderes Tier... euer Ernst! 😄 😎
...sondern mit einem zodiacartigen und wendigen Schnellboot, bei dem man sich vorne an Griffen festhält und den Sitz zwischen den Beinen hat. Die Wellen gilt es wie beim Rodeo auszugleichen, und da zumindest 2019 der Seegang so schwer war, dass die Tour kurz vor der Absage stand, war das nicht nur ein großer Spaß, sondern ging auch ganz schön in die Beine.
>> So haben wir das auf den Lofoten auch erlebt. Wir wollten auch lieber schnell und wendig sein und der Anbieter dort hat die Touren angeboten um seine Walschutzprojekte zu finanzieren. Dementsprechend weit blieb man weg, außer der Wahl nähert sich von sich aus. Aber das war für uns ok, so mochten wir das drumherum. Nur sind wir durch Nebel und Regen über die Wellen gehämmert, wurden völlig durchnässt und ich konnte prüfen, wie gut der Wasserschutz meine Kamera tatsächlich ist.
Landschaftlich ist wieder so viel tolles dabei. Gerade wenn man mal 3-4 Teilberichte hintereinander durch liest stellt man noch mal fest wie abwechslungsreich und spektakulär Island ist. Da wird es keine Sekunde langweilig. 😎 🙂