EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200611. März 2016 ·
@lilytrotter: Vielen Dank. Wir haben uns über den Erdwolf auch sehr gefreut. Bei unserer nächsten Reise wird Ruth versuchen, einen Karakal herbei zu hexen. 😉
@Karin: Wir hatten auch schon fast angefangen, uns um euch Sorgen zu machen.
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200611. März 2016 ·
Tag 34. Mittwoch, 29. Juli 2015 – Palmwag Concession
Mowani Mountain Camp – Crowthers Trail, Palmwag
Die Campsites im Mowani Mountain Camp sind sehr schön angelegt und verfügen alle über eine separate Dusche und Toilette. Obwohl sie nicht sehr weit voneinander entfernt liegen, bekamen wir von unseren Nachbarn kaum etwas mit. Wir schliefen bis zum Sonnenaufgang, der jedoch nur dadurch auszumachen war, dass es etwas heller wurde. Ansonsten herrschten Bewölkung und Nebel.
Sehr kalt war es jedoch nicht, also standen wir auf und machten Frühstück. Während das Wasser kochte, kamen bereits die ersten Vögel zu Besuch.
Kapammer
Lerchenammer
Bergstar
Wir frühstückten gemütlich, und der Sonne gelang es nach und nach, die Nebelschleier zu vertreiben.
So konnten wir in aller Ruhe und Wärme nach Kaffee, Tee, Müsli, Brötchen mit Marmelade und Nutella unser Geschirr spülen, den Wassertank auffüllen, unser Autonummernschild, das schon fast abgefallen war, mit Kabelbinder und Klebeband befestigen und alles einpacken. Dann fuhren wir gemeinsam los Richtung Palmwag.
Auf der Strecke herrschte sehr viel Verkehr. Wir konnten kaum eine Minute an einer schönen Stelle anhalten, ohne dass mehrere Fahrzeuge an uns vorbeigefahren wären. Wir benötigten länger als erwartet bis zum Veterinärzaun. Dort trugen wir uns in das Register ein und passierten. Bei Palmwag tankten wir beide Autos voll, und Ruth nutzte die Gelegenheit, um zwei Himbamädchen, die in der Nähe standen, ein Armband abzukaufen. Bei der Lodge bezahlten wir das Permit für die Palmwag Concession und erhielten eine Karte für die Gegend. Nach ein paar Kilometern entlang der Hauptstraße bogen wir in das Concession-Gebiet ab. Die Wege waren recht holperig und meist nur sehr langsam zu befahren. Die Landschaft verschlug uns jedoch den Atem. Rote Steine und eine Aussicht bis zum Horizont beeindruckten uns sehr. Wir sahen sehr viele Zebras, einige Kudus, viele Giraffen, Springböcke und Oryx.
Hier tippen wir auf einen weiblichen Kurzzehenrötel, sind uns aber nicht ganz sicher.
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200611. März 2016 ·
Es gab mehrere Aussichtspunkte. An einem etwas erhöht auf einem Hügel liegenden Platz machten wir Rast und hatten eine tolle Rundumsicht. Wir aßen eine Kleinigkeit und beobachteten dabei im Flussbett eine Herde Oryx und Giraffen. Mit Karin und Peter war es von Beginn an sehr nett und entspannt. Wir fühlten uns weder gehetzt, noch ausgebremst und waren froh, diese schöne Wegstrecke gemeinsam mit ihnen zurückzulegen. Die einzigen anderen Touristen, die uns begegneten, waren die Teilnehmer der Ford Ranger Odyssey, die uns in einer langen Schlange entgegen kamen und mächtig Staub aufwirbelten.
Weiter rumpelten wir über holperige Pisten an teils etwas steilen Berghängen hinab oder hinauf. Wir wurden ganz schön durchgerüttelt, aber unsere Autos hatten damit keine Schwierigkeiten. Peter machte das Fahren sichtlich Spaß.
Mal hielten wir für ein paar Bergzebras.
Mal war es ein dekorativ in der Landschaft stehendes Bäumchen, das uns zu einem Stopp veranlasste.
Ein anderes Mal schauten uns einige Kududamen interessiert entgegen, so dass uns einfach nichts anderes übrig blieb, als wiederum kurz anzuhalten.
So standen wir uns gemütlich vorwärts, das weiche Nachmittagslicht begrüßte uns, und die Schatten wurden allmählich länger. Auch der Zeitwächter war von der Landschaft und dem Farbenspiel stark beeindruckt und vernachlässigte seinen Job sträflich. Es war kaum verwunderlich, dass wir unser Tagesziel, die Campsite C-4, nicht erreichten. Zum einen hatten wir C-1 wohl schon verpasst. Zumindest sah das auf der Karte, die wir an der Lodge erhalten hatten, so aus. Zum anderen waren wir uns nicht ganz sicher, wie die Karte mit unseren GPS-Daten übereinstimmte. Vielleicht waren wir auch schon an C-2 vorbei? Wir waren uns unschlüssig. Da bisher aber niemand eine markierte Stelle bemerkt hatte, konnten die Camps wohl nicht so wahnsinnig auffällig an der Wegstrecke gelegen haben. Wir entschieden uns daher, an einem etwas erhöht liegenden Platz mit bereits vorhandener Feuerstelle und toller Aussicht unser Nachtlager aufzuschlagen.
Wir parkten die Autos so gut es ging gegen den Wind und machten schnell Feuer.
Wie gestern grillten wir Wildfleisch und aßen Salat und Grillbrote mit Knoblauchbutter. Dabei saßen wir noch eine ganze Zeit mit Karin und Peter zusammen. Wegen des Vollmonds sahen wir kaum Sterne, und die Umgebung war sehr hell.
Wir hörten in einiger Entfernung Hyänen rufen und sogar Löwen brüllen. So könnte für uns jeder Abend in Afrika ausklingen. Als es kühler wurde, spülten wir noch schnell das Geschirr und krabbelten danach ins Zelt.
Champagner8’796 Beiträge · seit 201011. März 2016 ·
Eulenmuckel schrieb:@lilytrotter: Vielen Dank. Wir haben uns über den Erdwolf auch sehr gefreut. Bei unserer nächsten Reise wird Ruth versuchen, einen Karakal herbei zu hexen. 😉
Das ist ja ne Ansage - somit bin ich schon mal sehr gespannt auf euren 2016er-Bericht - mal davon ausgehend, dass Ihr auch jetzt im Sommer wieder ins südliche Afrika fliegt! 🙂
Bei der Lodge bezahlten wir das Permit für die Palmwag Concession und erhielten eine Karte für die Gegend. Nach ein paar Kilometern entlang der Hauptstraße bogen wir in das Concession-Gebiet ab. Die Wege waren recht holperig und meist nur sehr langsam zu befahren. Die Landschaft verschlug uns jedoch den Atem.
Ha - was für ein Zufall - hab eben in der Badewanne über die Palmwag Concession gelesen 😉 🙂 ! Ganz schön schön dort... und mal wieder noch schöner dokumentiert!
Auch der Zeitwächter war von der Landschaft und dem Farbenspiel stark beeindruckt und vernachlässigte seinen Job sträflich.
Uwe, schwächelst du? 😎 😛
Schönes schreibwütiges Wochenende wünsche ich euch und uns 😎 !
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200613. März 2016 ·
@Matthias: Vielen Dank. Genau diesen Gedanken hatte Ruth auch.
@Bele:
mal davon ausgehend, dass Ihr auch jetzt im Sommer wieder ins südliche Afrika fliegt
Du liegst mit deiner Vermutung richtig. 😉
in der Badewanne über die Palmwag Concession gelesen
So lässt es sich doch prima ins Wochenende starten.
Uwe, schwächelst du?
Wie du sicher weißt, ist der Job als Zeitwächter manchmal ziemlich anstrengend. Und außerdem habe ich ja nun gelernt, dass man auch mal etwas verpassen kann, wenn man zu früh dran ist. 😉
Wie genial ist das denn 🤩 🤩 🤩 !!!! Und dann auch noch so gut abgelichtet !!! NEID !!!!! Perfektes Timing, Ruth 😉 😁 !!
Die Palmwag-Landschaft ist ja wieder nur traumschön 😎 ...
An den Drang, sich die Haare waschen zu wollen nach Cape Cross 😵 und an diese kuschelig-gemütliche Picknick Hütte 🤢 kann ich mich auch noch sehr gut erinnern... 😄 😄 Trotzdem coole Sache !!
Also, liebe Eulenmuckels - an Zeitmangel kann es nicht liegen, dass es hier nicht weitergeht, denn wir haben schon gaaanz viele Bedankemichs- Signaturen von Euch in anderen Reiseberichten gefunden! Habt Ihr keine Ferien?
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200624. März 2016 ·
Hallo CuF,
erwischt! Wir waren tatsächlich im Forum, aber nur lesenderweise. Und wir haben auch Ferien. Die verbringen wir in Holland am Meer und haben keine Afrikafotos dabei. Daher geht es im Reisebericht erst nächste Woche weiter. Versprochen!
Liebe Grüße und danke für eure Geduld. Uwe und Ruth
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200628. März 2016 ·
Tag 35. Donnerstag, 30. Juli 2015 – Landschaft vor und nach dem Hoanib
Crowthers Trail, Palmwag – Tsuxub
Wie sich herausstellte, hatten wir uns einen wunderschönen Platz für die Nacht ausgesucht. Der Wind vom Abend ließ nach, und am Morgen war es nicht kalt. Die Aussicht in alle Richtungen bei aufgehender Sonne war beeindruckend. Während Karin, Peter und Ruth einen Hügel erklommen, erfand Uwe irgendwelche Ausreden, um faul im Camp bleiben zu können.
Schildrabe
Wir frühstückten gemütlich und räumten langsam zusammen. Ein genauerer Blick auf das GPS zeigte uns, dass wir auch noch ein gutes Stück vom Platz C-3 entfernt waren (eigentlich hatten wir bei C-4 übernachten wollen). So hatten wir nun eine ordentliche Strecke hinter uns zu bringen. Die Landschaft entlang des Crowthers Trail bestand zu einem großen Teil aus Steinen mit nur sehr vereinzelter Vegetation. Dennoch war sie abwechslungsreich, denn es ging bergauf und -ab, über Stock und Stein. Die Farben der kleinen, mittleren und großen Steine am Fahrbahnrand und auf der Pad wechselten zwischen hellbraun, beige, grau, braun und rot. Mal durchfuhren wir Hügel, Täler und manchmal sehr weite Ebenen.
Das Fahren war zwar anstrengend, machte aber sehr viel Spaß. Wir wechselten uns mit Karin und Peter ab. Mal fuhren wir voran, mal die beiden. Ein Vorteil, wenn man mit zwei Autos unterwegs ist, ist sicherlich auch, dass man für ein Auto-Landschafts-Foto nicht ständig anhalten, Ruth im Nirgendwo aussetzen, davonfahren, drehen und wieder einladen muss. Viele Aufnahmen ergeben sich quasi von alleine. Einige der Fotos sind von Karin. Vielen Dank, dass wir sie zeigen dürfen.
An einer etwas erhöhten Stelle vertraten wir uns die Beine und spazierten zu einigen Welwitschias, die nicht weit entfernt im steinigen Untergrund wuchsen. Wie so häufig waren sie von recht hübsch anzuschauenden gelben Wanzen mit dunklem Punkt- und Streifenmuster sowie ihren knallroten Nymphen und einigen Jungtieren in einem Zwischenstadium bevölkert.
Durch hügeliges, steiniges Terrain fuhren wir weiter
und konnten selbst hier immer wieder einige Oryx, Springböcke und sogar Giraffen entdecken. Es ist schon erstaunlich, wie genügsam und anpassungsfähig die Tiere sein müssen, um sich in dieser kargen Umgebung wohl zu fühlen. Selbst zu dieser Jahreszeit war es heute recht heiß, und die Luft flimmerte vor unseren Augen. Immer wieder machte es den Anschein, als wäre in einiger Entfernung Wasser vorhanden. Beim Näherkommen entpuppte sich diese Wasserstelle aber schnell als Fatamorgana.
Wir sahen einige Hinterlassenschaften von Nashörnern, von den Verursachern fehlte aber leider jede Spur. Zwischendurch überquerten wir eine endlose Ebene ohne Vegetation. Als wir das Auto für eine kleine Schokoladenpause verließen, bemerkten wir die ungeheure Stille. Kein Windhauch war zu spüren, kein Vogelpieps zu hören.
Wir kreuzten einige trockene Flussbetten, und bald wuchsen wieder niedrige Sträucher und vereinzelt sogar Bäume.
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200628. März 2016 ·
Schließlich gelangten wir in das breite Tal des Mudorib Flusses, dem wir eine Zeit lang nach Norden folgten. Die Strecke gefiel uns sehr, so dass wir nur sehr gemütlich vorankamen.
Hier musste ein kleiner Stopp wegen ein paar Giraffen eingelegt werden,
dort war es ein Rußnektarvogel, der uns veranlasste anzuhalten.
Mittlerweile war es recht windig geworden. Es waren viel Sand und Staub in der Luft und die Berge in der Ferne nur unscharf zu erkennen.
Am Ende des Crowthers Trail bogen wir nach Westen in den Hoanib ein. Überall waren Elefantenspuren. Aber die Wüstenelefanten hatten heute wohl eine andere Verabredung. Trotzdem war die Strecke traumhaft schön. Der Weg im Flussbett führte zwischen beeindruckenden hohen Bäumen hindurch, fast wie bei einer Allee. Während die unteren, für Tiere noch erreichbaren Äste völlig kahl gefressen waren, wuchs weiter oben noch dichtes, grünes Blattwerk. Es sah so aus, als ob alle Bäume hier eine grüne Kappe trugen.
Unser Weg verlief entlang des trockenen Flussbettes, und wir wirbelten mächtig Staub auf.
Wir beobachteten eine Herde Springböcke, die kaum Notiz von uns nahm, als wir uns langsam näherten.
Bei Amspoort bogen wir nach Norden ab. Hierfür mussten wir eine etwas höhere Sanddüne überwinden. Da die Fahrspur recht tief war, ließen die beiden Männer etwas Luft aus den Reifen. Ruth und Karin, die in dieser Zeit entlang der Fahrspur weiterliefen, stellten aber fest, dass das wohl gar nicht nötig gewesen wäre, denn auf halber Höhe der Düne verlief die Piste in einer Rechtskurve deutlich weniger steil als angenommen. Egal, sicher ist sicher.
So erreichten wir bald den Tsuxub Fluss und suchten die Stelle, an der Claxens und take-offens aus dem Forum vor einiger Zeit bereits gecampt hatten. Dort, wo sie ihren Wegpunkt markiert hatten, suchten wir uns auch etwas Passendes. Das war gar nicht so einfach, und wir entschieden uns ein paar Mal wieder um, da der Wind recht stark wehte und es außerdem schnell schattig wurde, nachdem die Sonne hinter den umliegenden Bergrücken verschwunden war.
Schließlich parkten wir die Autos im Windschatten eines Berges, stellten das Lager auf und machten Feuer. Heute grillten wir Wildfleisch und Butternut und machten gemischtes Gemüse im Potije.
Mit Karin und Peter verbrachten wir wieder einen sehr netten Abend. Kurz bevor wir in unsere Zelte krabbelten, bemerkte Ruth noch einen flinken Schatten, der sich zielstrebig unserem Camp näherte. Es war ein Kapfuchs. Zugleich wachsam, aber auch neugierig umrundete der kleine Kerl unsere Feuerstelle und schnüffelte mal hier, mal da. Weil es aber nicht das kleinste Fitzelchen für ihn zu mopsen gab, trabte er leider schon bald wieder davon. Obwohl wir einige schnelle Fotos knipsten, ersparen wir euch das Ergebnis, denn von Beweisfotos halten wir in den meisten Fällen nicht allzu viel. Es war einfach viel zu dunkel, und wir wollten das Tier durch direktes Anleuchten mit unserer Taschenlampe nicht blenden. Manchmal zählt eben einfach der Augenblick.
fotomatte2’524 Beiträge · seit 200929. März 2016 ·
Hallo Muckels,
schön, dass es hier mal wieder weiter geht. Auf die Bilder dieser Etappe habe ich mich besonders gefreut. Warum wohl? Jedenfalls weiss die Gegend mir sehr zu gefallen.
franzicke2’085 Beiträge · seit 201229. März 2016 ·
Liebe Eulenmuckels, bei euch hatte ich ja mal ne Menge nachzuholen - ich weiß gar nicht, wann genau ich auf der Strecke geblieben bin, aber zumindest im Scoll-Verfahren hab ich jetzt wieder einigermaßen Anschluss gefunden. Und was ihr hier wieder zeigt, ist einfach der absolute Hammer!!! Das ist wirklich ein bisschen wie nicht von dieser Welt 🙂 Völlig geflashte Grüße Ingrid
Hallo liebe Eulenmuckels, ich bin auch immer noch dabei, immer wieder fasziniert von Euren tollen Bildern 🤩 Also von mir aus kann es immer so weitergehen 😗 Freue mich, Euch in Kronau persönlich kennenzulernen! Liebe Grüße, Alexa
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200631. März 2016 ·
@Matthias:
Auf die Bilder dieser Etappe habe ich mich besonders gefreut.
Dann freu dich mal weiter. 😉
@Bele: Alte Dränglerin! 😉 Geht ja schon weiter.
@Ingrid: Hätten dich aufgrund deines neuen Avatars fast nicht erkannt. Der Löwe sieht ja ganz schön dick aus. Kam er aus der Astgabel wieder raus? Vielen Dank für dein Lob.
@Karin: Wir freuen uns sehr über eure Fotos. Sie sind eine schöne Ergänzung.
@Alexa: Von uns aus könnte es auch immer weitergehen. 😉 Leider ist die Reise bald zu Ende. Wir freuen uns auch, dich kennenzulernen.
Auch allen Button-Drückern und stillen Mitfahrern Danke für euer anhaltendes Interesse.
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200631. März 2016 ·
Tag 36. Freitag, 31. Juli 2015 – Hoarusib
Tsuxub – Purros
Der Morgen war frisch und feucht. Als wir bei gut zwei Grad aufstanden, tropfte das Auto von außen, und alles war beschlagen. Aber die Sonne kam schnell über den Berg, wärmte und trocknete alles. Wir saßen in der Morgensonne, genossen die Aussicht und die Stille und frühstückten lange. Erst um zehn Uhr brachen wir auf.
Wir fuhren im Tal des Tsuxub Rivers nach Norden. Wieder war die Landschaft sehr abwechslungsreich. Über dunkle Felsen kroch feiner, weicher Sand, und auch hier entdeckten wir immer wieder Springböcke.
Nach dem Flusstal erreichten wir eine große Ebene. Im Osten ragte eine Bergkette steil empor, in den anderen Richtungen sah man nur Sand, kurzes Gehölz oder vereinzelte Felsansammlungen.
Wir zogen eine lange Staubfahne hinter uns her und hielten immer wieder an, um die Aussicht und die Stille zu genießen.
Sandiger Untergrund wechselte sich mit grobkörnigem, steinigem Boden ab. Mal führte der Weg kerzengerade, dann wieder gewunden auf und ab, mit oder ohne Wellblech.
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200631. März 2016 ·
Beim New Schoemanscamp erreichten wir den Hoarusib und fuhren diesen nach Osten. Unsere Pad war manchmal recht eingewachsen, und man hätte mitsamt dem Auto fantastisch verstecken spielen können.
Der Fluss führte noch ein bisschen Wasser, das wir viele Male durchqueren mussten. Es war jedes Mal ein großer Spaß, wenn es am Auto hochspritzte.
An einer schönen Stelle machten wir eine verspätete Mittagspause und aßen Brot mit Obazda. Im nur wenige Zentimeter tiefen, warmen Wasser des Hoarusib wateten wir etwas herum und beobachteten ein paar Libellen, die sich auf den Halmen am Ufer ausruhten.
Bald darauf ging es weiter entlang des Flusses durch die Schlucht.
Die Strecke gehörte zu den schönsten unserer Reise. Neben der tollen Landschaft begeisterten uns die vielen Vögel. Karin und Peter mussten ganz schön geduldig mit uns sein.
Kapstelze
Nilgänse
Dreibandregenpfeifer ohne und mit Schnapp
Wir begegneten einigen Menschen, die ihre Wäsche in den letzten Tümpeln wuschen oder die Rinder beaufsichtigten, die im Flussbett weideten. Doch so sehr wir auch nach ihnen Ausschau hielten, ein paar Wüstenelefanten konnten wir auch heute nicht entdecken.
Am Nachmittag erreichten wir nicht lange vor Sonnenuntergang Purros, das sich schon aus der Ferne durch seine bekannten großen Palmen angekündigt hatte.
Zunächst fuhren wir in die falsche Richtung, und so fragten wir uns nach einigem Hin und Her zur Campsite durch.
Dort erhielten wir einen großen Platz unter ein paar hohen Akazien und klappten die Zelte auf. Die zugehörige Dusche war unter dichtem Gestrüpp (man merkt, dass wir uns mit Grünzeug nicht so gut auskennen wie mit Vögeln) verborgen und wurde auch sogleich angefeuert. Während Uwe den Pizzateig knetete und Karin duschen ging, taperte Ruth noch ein wenig in der Gegend herum. Dabei trat sie in einen langen Akaziendorn, der unter dem Sand verborgen war und spielend leicht ihren Croc durchbohrte. Na großartig! Da hat sie nun schon mal Schuhe an und dann das. Ihre Laune wurde auch nicht unbedingt besser, als sie danach duschen ging und das Wasser immer noch kalt aus der Leitung tropfte. Hatte sie falsch spekuliert, denn aus der Tatsache, dass Karin nicht über kaltes Wasser jammerte, war keinesfalls zu schließen, dass die Dusche angenehm warm war. Muss man entweder tapfer oder geduldig sein (denn Uwe spülte sich später mit herrlich heißem Wasser den Staub vom Körper). War sie beides nicht. Dumm gelaufen! Beim Abendessen kehrte die gute Laune aber schnell zurück, denn die Pizza war uns ganz hervorragend gelungen und schmeckte sehr lecker.