1 Monat "Hakuna Matata" – Namibia & Botswana

Reisebericht 93 Antworten · 27,6k Aufrufe · gestartet 28. Jan. 2017 von Leo-Löwe
Themenstarter70 Beiträge · seit 201528. Jan. 2017 · #1
Jambo! 🙂

Ich möchte sehr gerne in den nächsten Wochen unsere wunderschönen Erlebnisse unserer ersten Afrika-Reise mit euch teilen teilen, die wir während unserer einmonatigen Roof Top Camper Tour letzten September/ Oktober in Namibia und Botswana (mit einem kurzen Abstecher nach Sambia und Simbabwe) machen durften. Einerseits möchte ich so selbst nochmals alles Revue passieren lassen, andererseits würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn euch meine Fotos und Videos gefallen. 😊

Unsere vielleicht etwas ambitioniert klingende Route, die sich aber für uns Reiseerprobte wie erhofft vor Ort als völlig problemlos und für uns "perfekt" entpuppte, ging wie folgt:

Windhuk -> Red Dunes -> Mesosaurus-> Fish River Canyon -> Lüderitz -> Sossusvlei -> Swakopmund -> Ameib -> Spitzkoppe -> Etosha NP -> Rundu -> Kasane -> Victoria Falls -> Chobe NP -> Moremi NP -> Maun.



Wer es genau wissen will: In diesem Monat waren wir 5.526 km in 120 h Fahrzeit unterwegs und verbrauchten 610 Liter Diesel 😛

Da sich diese Kilometer und Stunden zu einem schönen Teil auf Pirschfahrten und ansonsten überwiegend auf wunderbar abwechslungsreichen größtenteils sehr gut befahrbare Pisten mit zahllosen Straßenrand-Tiersichtungen abspielten, gab es eigentlich keinen Moment der Eintönigkeit. 🤪

Wir waren zu viert in einem Double Roof Top Camper von AVIS unterwegs und haben bis auf wenige Ausnahmen in den Städten die größtenteils hervorragenden Campingplätze genossen. Alles war separat selbst organisiert. Erstaunlicherweise gab es keine größeren oder unlösbaren Schwierigkeiten, alles hat im Prinzip super funktioniert. Bei der Routenplanung war dieses Forum eine wirklich unschätzbare Hilfe. Vielen Dank und weiter so!!! 🙂

Hier ist ein "Trailer" unserer Reise. 😎
https://youtu.be/mjUPjyv_UCg

Hier gibt es den Reisebericht ohne Zwischen-Kommentare:
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291594-1-monat-hakuna-matata-namibia-botswana.html?rb=1&template=simple

Ganz liebe Grüße und wir lesen uns! 😁
Leo
Liebe Grüße, Leo
zuletzt bearbeitet 03. März 2017
1'543 Beiträge · seit 201328. Jan. 2017 · #2
Hallo Leo,

Eine Interessierte hast du schon mal. Besonders der Teil, der euch durch Botswana geführt hat, interessiert mich , da wir diese Ecke für Mai 2018 anvisieren.
Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
761 Beiträge · seit 201029. Jan. 2017 · #4
Hallo,

der Trailer macht Lust auf mehr, Leo! 🙂

LG Doro
~ Africa is a feeling ~
4'382 Beiträge · seit 201529. Jan. 2017 · #7
Hallo Leo, das Appetithäppchen war schon mal ganz gut!
Gruß
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter70 Beiträge · seit 201529. Jan. 2017 · #8
Ich freue mich über das Interesse und dass euch der Trailer gefallen hat. 🙂

Ich verlinke dann im Ausgangspost die einzelnen Tage. Oder gibt es so eine Funktion automatisch über die Checkbox "Dieser Beitrag ist Teil eines Reiseberichts", die ich unten sehe? 😏
Old Women schrieb:Besonders der Teil, der euch durch Botswana geführt hat, interessiert mich , da wir diese Ecke für Mai 2018 anvisieren.
Es ist bei dir natürlich eine völlig andere Reisezeit, wir waren ja ganz am Ende der Trockenzeit. Chobe NP und Moremi NP sind auf jeden Fall wunderschön, du hast jeden Grund zur Vorfreude. Bis ich in meinem Bericht dazu komme, dauert es aber leider noch eine ganze Weile... 😄
Daxiang schrieb:Eine Szene im Film erinnert mich sehr an unseren Aufenthalt am Wasserloch Ozonjuitji M´Bari
Wart ihr zufällig auch am 30.09. dort?
Na so ein Zufall aber auch: Genau! Selbes Wasserloch, selber Tag. 🙄 😁
Ein unglaublicher Anblick, diese zahllosen Antilopen und Zebras, während inmitten dieser am Wasserloch die Löwen schlummerten. 🙂
marimari schrieb:Was hat eine Swahili - Begrüssung/-Ansage mit Nam/Bots zu tun?
Vielleicht löst sich dies ja noch auf? Bin gespannt.
🙄 ??
Das wird sich nicht weiter auflösen, ich hielt sie für passender als "Hi" (was in Afrikaans sogar richtig wäre). Es war keine böse Absicht. Wäre oshivambo "Wa aluka!" richtig? Was würdest du als typischste namibische oder botswanische Begrüßung verwenden? Dann editiere ich es sehr gerne. 😊
Mischa schrieb:Das ist ja fast die Tour, die wir in 6 Wochen machen werden 🤩 🤩 🤩
Cool, da freue ich mich für dich. Ganz fertig werde ich aber wahrscheinlich bis dahin nicht, wenn du also vor deinem Urlaub eine konkrete Frage hast, gerne her damit. 😄

Liebe Grüße,
Leo
Liebe Grüße, Leo
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2017
Themenstarter70 Beiträge · seit 201529. Jan. 2017 · #10
Yoda911 schrieb:Hallo,
mit welchem Tool hast Du denn die Karte gebastelt? Sieht gut aus, ich suche auch noch so was, das man problemlos (copyright?!) verwenden darf.
Danke für das Kompliment. Das ist leider nicht mit einem Tool gemacht, sondern von mir per Hand mit Illustrator und Photoshop (die Pfade sind aus einer freien SVG-Afrikakarte). 🙂
Liebe Grüße, Leo
2'240 Beiträge · seit 201129. Jan. 2017 · #11
Leo-Löwe schrieb:

Das wird sich nicht weiter auflösen, ich hielt sie für passender als "Hi" (was in Afrikaans sogar richtig wäre). Es war keine böse Absicht. Wäre oshivambo "Wa aluka!" richtig? Was würdest du als typischste namibische oder botswanische Begrüßung verwenden? Dann editiere ich es sehr gerne. 😊

..keine Ahnung spreche kein Setswana und müsste selber googeln. Klar verstehe Deine Grundidee, ich fahre morgen auch nach D und sag mal allen Selamat Pagi, Sawadee Kha oder iyi günler finde ich gerade auch passend.
Gruss Mari 😘
Nächste Reiseziele: ab Mai 2025:Zentralasien https://www.polarsteps.com/marimariontour https://www.instagram.com/marimari_on_tour/
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2017
5'049 Beiträge · seit 201429. Jan. 2017 · #12
Na so ein Zufall aber auch: Genau! Selbes Wasserloch, selber Tag. 🙄 😁
Ein unglaublicher Anblick, diese zahllosen Antilopen und Zebras, während inmitten dieser am Wasserloch die Löwen schlummerten. 🙂
Hi Leo,

da bin ich ja mal gespannt, wo sich unsere Wege vielleicht noch gekreuzt haben.

LG Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html
1'624 Beiträge · seit 201529. Jan. 2017 · #13
Hallo Leo
jetzt quetsche ich mich auch noch rein in den Wagen, bei den vielen Löwen ist es mir auf dem Dach zu unsicher.
Das Kurzvideo hat mir schon mal gut gefallen.
Viele Grüße
Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
423 Beiträge · seit 201329. Jan. 2017 · #14
Super schönes Video! Freue mich auf den Reisebericht und mehr Fotos!
Regina
Reiseberichte: 2015 - von Kapstadt nach Windhoek durch den KTP 2017 - der Leopard kommt nur am Sonntag... 2019 - Namibia Nov.2019 - auf der Suche der Lone Men 2021 - vom Winde verweht - Skeleton Coast Campingtour
1'425 Beiträge · seit 201530. Jan. 2017 · #15
Hallo Leo,

ich fahre auch gerne mit 🙂 du kannst unter jedem Beitrag ein Häkchen machen, dass der jeweilige Beitrag zum Reisebericht gehört.
Das Video macht Lust auf mehr!

Liebe Grüße
Laura
I will always have a bit of namibian sand in my shoes! Linksammlung zu den letzten Reiseberichten und Filmen Aktuell: Reisebericht Kenia 2024
25 Beiträge · seit 201630. Jan. 2017 · #16
Hallo Leo!
Ein echt cooles Video hast du da gemacht! Welche Kamera hast du dazu verwendet?
Bin schon auf deinen weiteren Bericht gespannt!!
LG Patrick
Themenstarter70 Beiträge · seit 201531. Jan. 2017 · #17
Danke euch allen. 🙂

Falls sich jemand wundert, warum das Video mobil nicht aufrufbar ist: Ich wurde gerade informiert, dass der Musikrechteinhaber mein Video mobil hat sperren lassen und Werbung davor schaltet. Dafür kann ich nichts. Aber schön, dass ich es mir nicht komplett gesperrt wurde. Hoffe, bei meinen zukünftigen Videos habe ich genausoviel Glück. 😄
hopa85 schrieb:Ein echt cooles Video hast du da gemacht! Welche Kamera hast du dazu verwendet?
Fast alle Fotos und Videos habe ich mit meiner Sony Alpha 6000 mit den beiden günstigen Kit-Zoom-Objektiven gemacht (der Rest ist von einer günstigen Reise-Zoom-Kamera). Geschnitten habe ich alle Videos mit Premiere. 😁
Liebe Grüße, Leo
zuletzt bearbeitet 31. Jan. 2017
Themenstarter70 Beiträge · seit 201531. Jan. 2017 · #18
Tag 1: Windhuk

„Oh Du, mein Windhuk:
Trotz Hauptstadt hast Du für uns
Nicht viel zu bieten.“


Gibt es etwas Schöneres, als an „Tag 0“ mit einem großen Rucksack voller Klamotten, Survival-Tools und Safari-Ausrüstung in die Arbeit zu gehen, in der Gewissheit, nach Feierabend zum Flughafen zu fahren und einen unvergleichlich tollen Urlaub vor sich zu haben, die neidischen Kollegenblicke genießend?

Alles läuft nach Plan: Um 21 Uhr hebt unsere doch komfortabler als erwartete South-African-Maschine ab, nach dem typisch unruhigen kurzen Flugzeugschlaf und absolut turbulenzfreiem Flug landet sie morgens sanft in Johannesburg und nur wenige Stunden später werden wir wenig erholt um 12 Uhr in Windhuk abgesetzt.



Nach einer bangen halben Stunde am Gepäckband und langwierigem Einreiseprozedere werden wir perfekt organisiert von unserer AVIS-Mitarbeiterin in Empfang genommen und durch die herrlich warme trockene namibische Landschaft vorbei an einigen Pavianen und Antilopen am Straßenrand zur etwas außerhalb liegenden AVIS-Station gefahren.



Anderthalb Stunden Einweisung durch vier sehr nette und sympathische Namibier später nehmen wir mit einem guten Gefühl unseren Ford Ranger Double Cab entgegeben, in der stillen Hoffnung, in den nächsten Wochen alle im Post-Flugzeug-Delirium erhaltenen Instruktionen auch in die Praxis umsetzen zu können bzw. diverse Notfallausrüstung möglichst nicht zu benötigen. Was wir nicht alles haben und wie durchdacht das doch alles eingebaut ist: Geschirr, Töpfe, Besteck, klappbarer Schneidetisch, Klapptisch, Klappstühle, Klappzelte, Bettwäsche, Vordach, Reifen-Kompressor, Wagenheber, Ballon-Wagenheber, 80l-Wassertank mit –hahn, Dusche, Reperaturkit, Kühlschrank, Abschleppvorrichtung, zwei 80l-Dieseltanks, zwei Autobatterien undundund... Ein Meisterwerk des Offroad-Campings!

Dank vorheriger Geländewagen- und Linksverkehr-Erfahrungen kommen wir um 16 Uhr wohlbehalten an unserer Pension an. Nach einem ersten Rock Shandy und kurzer Regeneration spazieren wir ein wenig im Stadtzentrum herum, da aber offenbar alle Bordsteine schon hochgeklappt sind, gehen wir nach kurzer Besichtigung von Christuskirche und Alter Feste direkt lecker essen und fallen in stiller Vorfreude auf die kommenden abenteuerlichen Tage todmüde um 21 Uhr ins Bett.

Liebe Grüße, Leo
705 Beiträge · seit 201401. Feb. 2017 · #19
Leo-Löwe schrieb:Ich möchte sehr gerne in den nächsten Wochen unsere wunderschönen Erlebnisse unserer ersten Afrika-Reise mit euch teilen teilen, die wir während unserer einmonatigen Roof Top Camper Tour letzten September/ Oktober in Namibia und Botswana (mit einem kurzen Abstecher nach Sambia und Simbabwe) machen durften.
Ich bin gespannt auf den Bericht. Eventuell haben wir uns teilweise knapp verpasst. Wann seid ihr geflogen?
Der Titel ist lustig, den bei unserem Vic-Fall Ausflug sagte unser Sohn plötzlich "Hakuna Matata" weil er es auf einem Werbeschild las. Der Fahrer war total überrascht, warum Simon das Wort kennt 😉
Leo-Löwe schrieb:Einerseits möchte ich so selbst nochmals alles Revue passieren lassen, andererseits würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn euch meine Fotos und Videos gefallen. 😊
Beim Schreiben meines Bericht merkte ich, wie viel Spass macht die Reise nochmals Revue passieren lassen.

Felix
wohl Ende 28 wieder 5-6 Wochen Botswana (Khutse+KTP)+ Süd-Namibia Nov- 25-Jan 26 3W Botswana (KTP, Moremi, Nxai+Makgadikgadi Pans NP), + 3W Namibia Nov/Dec 2021 KTP-Kaa-Mabua-KD2 (Bericht) April 2019 KTP + Südliches Namibia / Reisebericht KTP und Süd-Namibia / Blog Sept/Oct 16 Etosha-Caprivi-Chobe-Moremi-CKGR / Reisebericht / Blog
Themenstarter70 Beiträge · seit 201501. Feb. 2017 · #20
Tag 2: Windhuk -> Red Dune Camp, 412 km

„Dornstrauchsavanne.
Endlos weit nur Totes Land.
Doch dort: ein Zebra.“


Nach langem, schwerem, traumlosen Schlaf stehen wir um 8 Uhr auf, frühstücken ausführlich und beladen konzentriert unseren Camper. Gut, dass wir alle nur eine kleine Tasche dabeihaben, und gut, dass wir als ehemalige Tetris- und Tangram-Fans unsere Ausrüstung platzausnutzend zu verstauen wissen. Viel Platz nehmen jedoch die Säcke mit Bettdecken und Kopfkissen weg, wir haben allerdings die Hoffnung, diese nach der ersten Zeltnacht im Zelt mit einklappen zu können. Nachdem wir in einem nahegelegenen Supermarkt ausführlich die ersten Vorräte eingekauft haben, starten wir um 11 Uhr endlich in die Natur.

Da wir doch etwas später als gedacht loskommen und die ersten Kilometer durch die Kalahari lieber gemütlich einfahren und uns an das noch ungewohnte Auto gewöhnen wollen, fahren wir bis Mariental über den geteerten „Highway“, der sich als überraschend schön herausstellt: Begraste und bestrauchte Dünen, viele idyllische Rastplätze mit Akazienschatten und Bank, hin und wieder vereinzelte riesige Webervogelnester und ein krasser Kontrast zwischen moderner Teerstraße und öder Dornstrauchsavanne lassen keine Langeweile aufkommen. Dabei kreuzen wir zum ersten Mal den Wendekreis des Steinbocks.



Ab Mariental fahren wir abseits des „Touri-Highways“ über Kies- und Staubpisten, was sich auch im Verkehr widerspiegelt: einheimisch aussehende Lieferwägen, auf der Ladefläche mit Menschen besetzte Pick-Ups und Eselkarren. Hin und wiederlockert eine mit windbetriebenen Wasserpumpen ausgestattete Farm den Straßenrand auf.



Vorbei an vielen Schaf-, Ziegen- und Riderherden, gigantischen Siedelwebernestern an Bäumen, Strom- und Telefonmasten und –kabeln und einigen scheuen Böckchen und Klippschliefern entdecken wir plötzlich während der Bewunderung eines riesigen Siedelwebernests vor einem Gedenkstein hunderte Meter entfernt ganz oben auf einem weit entfernten Berg ein wachsames Hartmann-Bergzebra – ein seltener Anblick, unglaublich, unerwartet und wunderschön!



Überwältigt von der einzigartigen Natur kommen wir um 17 Uhr an der „Rezeption“ des Red Dune Camp an, unterhalten uns kurz sehr einseitig mit einer „Hello“ krächzenden 25jährigen blauen Ara-Dame und wundern uns etwas über die fehlenden versprochenen namensgebenden Roten Dünen. Die Vorreservierung hat geklappt und die nette Besitzerin schickt uns mit der gut gemeinten Warnung „Don’t get stuck or we have to take you out!“ mit auf 1.5 Bar reduziertem Reifendruck im 4H-Modus eine 3 km lange Tiefsandpiste bergauf. Fraser-Island-erfahren meistern wir diese erste Offroad-Prüfung problemlos und wir fahren zu unserem Camp, mitten in den erwähnten Dünen, durch ein halb im Sand vergrabenes Schild und diverse Holz-Aufbauten unschwer zu erkennen.



Das Camp ist menschenleer und die exponierte Lage einmalig: An einer Kante inmitten schwach bewachsener Sanddünen, rot wie im Bilderbuch, mit traumhafter Aussicht über die Talebene zeigt sich, wie die Kalahari von der einstigen Sandwüste über Jahrhunderte durch Akazien, Sträucher und Gräser fixiert und bewachsen zur heutigen Dornstrauchsavanne wurde.



Ohne größere Probleme bauen wir innerhalb weniger Minuten die beiden Dachzelte auf und müssen hier bereits erstmals unser Improvisationsgeschick unter Beweis stellen: Ein Reißverschlussreiter löst sich durch eine geplatzte Naht von seinem Reißverschluss, welcher sich aber durch Fingerspitzengefühl wieder auffädeln und durch eine Sicherheitsnadel für die Zukunft fixieren lässt. Bei angenehmer Restwärme genießen wir einen tollen Sonnenuntergang, machen im Dämmerlicht Feuer und grillen bei zunehmender Dunkelheit an der beinahe luxuriös ausgestatteten Feuerstelle.



Warm eingepackt genießen wir kurz einen atemberaubenden Sternenhimmel, bevor der frühe Mondaufgang die Szenerie in ein gespenstig-blaues Licht taucht.

Am Lagerfeuer genießen wir die Einsamkeit, lassen unseren ersten tollen Afrika-Tag mit durchaus solidem einheimischem Bier ausklingen und ziehen uns schließlich um 22 Uhr in unsere Zelte zurück. Mit warmer Ski-Unterwäsche schlafen wir in der nächtlichen Wüstenkälte unter der Doppel-Bettdecke bei umgebender Totenstille und Temperaturn um den Gefrierpunkt etwas unruhig aber erholsam – das Zelt ist wirklich groß und komfortabel, einzig die Füße der Partnerin dürften etwas wärmer sein...

Liebe Grüße, Leo
zuletzt bearbeitet 09. Feb. 2017