Zu Viert in Südafrika - Nationalparks Nord und Ost

Reisebericht 46 Antworten · 5'741 Aufrufe · gestartet 18. Jan. 2024 von Yoda911
Themenstarter873 Beiträge · seit 201618. Jan. 2024 · #1
Hallo zusammen,
das Forum hatte uns bei uns bei Reise- und Routenplanung und Ideenfindung so viel geholfen, dass wir das gern mit einem eigenen Reisebericht teilweise zurückgeben wollen.

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Vorgeschichte
2017 waren wir unserer Premiere als "Ersttäter" in Namibia. Und es waren für uns alle vier (Sarah 22, Elisabeth 24, Konni 57, Christoph 57) die wohl spannendsten drei Wochen unseres Lebens. 2019 sind wir dann wieder in die Ferne. Und trotz diverser möglicher Ziele in aller Welt hat der Familienrat beschlossen: Wir wollen noch einmal nach Namibia! Aus "Ersttätern" wurden also "Zweittäter".
Und der Reihe folgend sollte es dann 2021 wieder nach Afrika gehen. Diesmal hatten wir uns Südafrika und insbesondere den Kruger-Nationalpark ausgeguckt. Auch wenn wir dem Traum-Reiseziel Namibia damit untreu werden, ist die Ausrichtung des Urlaubs weiter Landschaft, Tiere, Tiere, Tiere. Aus diesem Grund haben wir auch typische Ziel der deutschen Touristen in Südafrika, nämlich Kapstadt und die Gardenroute NICHT im Programm, sondern wollten durch den Nordosten und Osten des Landes von Nationalpark zu Nationalpark fahren. Trotz dieser 'Beschränkung' gab es immer noch mehr Ideen als Urlaubstage. Es wurde eine Route geplant und Vieles vorbereitet.
Und dann kam uns wie vielen anderen Corona in die Quere. Und eine sogenannte "südafrikanische" Corona-Variante, und Quarantäne-Regeln. Nach einigem Hin- und her haben wir uns dann mit Harald von der Reiseagentur African Dreamtraavel besprochen und waren uns einig, dass kaum Chancen bestehen, dass Südafrika Mitte August 2021 KEIN Virusvariantengebiet mehr ist.
Erfreulicherweise hatte Harald die gleiche Idee parat, die wir auch schon unter uns diskutiert hatten und die wohl eine ganze Reihe Südafrikaurlauber nutzten: Mit dem Afrikavirus Befallene fliegen dann eben nach Namibia, denn Namibia war offen, Südafrika nicht, verstehe das wer wolle. Also, entschieden!! Das machen wir auch, wir flogen 2021 zum dritten Mal nach Namibia!
Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Südafrika wartete auf 2023.
Und um DIE Reise geht es nach der Vorgeschichte ab jetzt:
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zuletzt bearbeitet 01. Feb. 2024
Themenstarter873 Beiträge · seit 201618. Jan. 2024 · #2
Planung
Die Routenplanung ist natürlich bei einer Rundreise nicht nur das A und O, sondern auch der Teil, der schon einmal viel Vorfreude weckt und Spaß macht. Neben den eigenen Erfahrungen war das Forum hier für uns erneut eine unersetzliche Informationsquelle.
Wir hatten bei unseren Namibia-Urlauben einen recht guten Weg gefunden zwischen dem So-Viel-Wie-Möglich-Sehen-Wollen und dem Nur-Schnell-Dran-Vorbei-und-Weiter. Außerdem hat es sich bewährt, nicht jeden Tag die Koffer zu packen, sondern möglichst oft einen zusätzlichen zweiten Tag für den Sonnenaufgang oder -untergang Zeit zu haben.
Wir haben dann versucht, eine möglichst passende Route mit den folgenden Vorgaben zusammenzustellen:
1. Tiere, Tiere, Tiere
2. Landschaft
3. möglichst keine 1-Tages-Stops, damit weniger 'Fahrtage'
4. viele günstige Unterkünfte in staatlichen Nationalparks
Südafrika ist nun aber eindeutig ein Land, das man in drei Wochen auch beim besten Willen nicht komplett erkunden kann. Mit der spannenden Seite "the true size" kann man einfach die Größen von Staaten miteinander vergleichen:
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Die erste Planung ergab dann folgende grobe Route:
  • Flug nach Johannesburg
  • Pilanesberg National Park
  • Madikwe Private Game Reserve
  • Marakele National Park
  • Mapungubwe National Park
  • Kruger National Park Nord
  • Balule Private Nature Reserve
  • Graskop, Panorama Route
  • Kruger National Park Süd
  • Rückflug ab Johannesburg

  • Route-in-SA.jpg


    Unsere geplante Route erstreckt sich damit also `nur` auf ein Gebiet etwa halb so groß wie Deutschland im Nordosten Südafrikas mit dem Schwerpunkt Kruger Nationalpark. Mehr ist bei unseren Prioritäten in drei Wochen sinnvoll kaum drin.
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    zuletzt bearbeitet 19. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201618. Jan. 2024 · #3
    Planung im Detail - Route und Unterkünfte
    Nun ging es in die Detailplanung: Wie viele Tage in welchem Park? Wie lang die einzelnen Etappen? Welche Unterkünfte?
    Randbedingungen sind möglichst keine Etappe über 400 Kilometer / 4 h Fahrt und keine zwei langen Fahrtage hintereinander. Wenn man die vielen Reiseberichte und Beschreibungen der einzelnen Unterkünfte eine Zeitlang mitgelesen oder gesichtet hat, ist es gut möglich, sich eine Route selbst zusammenzubauen. Die fertigen Rundreiserouten der verschiedensten Reiseanbieter versuchen nach unserer Beobachtung durchweg, viel zu viel in zu wenige Tage hineinzupacken.
    Eine Unsicherheit sind der erste und letzte Tag, da wir zu Beginn der Planung etwa ein Jahr vorher noch kleine Flüge buchen können und daher dort einen 'Puffer' für Variationen brauchten.

    Nachtflug Frankfurt – Johannesburg
    2 ÜN Pilanesberg NP (Manyane Resort)
    2 ÜN Madikwe GR (Thakadu River Camp)
    2 ÜN Marakele NP (Tlopi Tented Camp, SanPark)
    2 ÜN Mapungubwe NP (Leokwe Restcamp, SanPark)
    2 ÜN Kruger NP (Punda Maria Restcamp, SanPark)
    2 ÜN Kruger NP (Mopani Rest Camp, San Park)
    2 ÜN Greater Kruger (Baluleni Lodge)
    2 ÜN Kruger NP (Talamati Bushveld Camp, SanPark)
    3 ÜN Panorama Route (Rustique Guesthouse, Graskop)
    2 ÜN Kruger NP (Lower Sabie Restcamp, SanPark)
    2 ÜN Kruger NP (Biyamiti Bushveld Camp, SanPark)
    1 ÜN (??)
    Nachtflug Johannesberg - Frankfurt


    Route-Detail.jpg


    Mit diesem Plan sind wir dann an African Dreamtravel herangetreten. Wir hatten gute Erfahrungen damit gemacht, das einzelne Anfragen, Nachfragen, Buchen, Stornieren, Überweisen der Unterkünfte an eine regionale Agentur zu delegieren. Die Veranstalter leben in der Regel von der Provision seitens der Unterkünfte, so dass der Endpreis für uns gegenüber dem Selbstbuchen ähnlich bleibt, wir aber die Sicherheit und Bequemlichkeit eines örtlichen 'Kümmerers' haben.
    Geändert werden musste nur die erste Unterkunft am Pilanesberg NP, da das Manyane Resort zum Zeitpunkt der Planung Corona-bedingt noch nicht wieder geöffnet hatte. Wir sind dann auf die Kwa Maritane Lodge ausgewichen.
    Im November war damit dieser Teil der Planung weitgehend abgeschlossen.

    Planung im Detail - Auto
    In 2017 für Namibia waren wir unsicher, welchen Mietwagentyp wir sinnvollerweise wählen sollten und haben uns letztlich für einen 4x4 SUV entschieden, da über 3/4 des namibischen Straßennetzes NICHT asphaltiert sind und wir uns von dem hohen Radstand und der hohen Sitzposition ein besseres Fahrgefühl versprachen.
    DAS Brot-und-Butter-Fahrzeug aus dieser Kategorie ist in Namibia eindeutig der Toyota Hilux Doublecab 2,5 l Diesel 4x4, also ein Toyota-Geländewagen mit Doppelkabine (zwei Sitzreihen, vier Türen) und geschlossenem Canopy auf der Ladefläche.

    Aber ist das auch das Richtige für Südafrika? Der Anteil der asphaltierten Straßen ist deutlich höher, in vielen Reiseberichten lesen wir von ganz 'normalen' PKWs, mit denen z.B. auch der Kruger Nationalpark befahren wird. Nun haben wir vor, auch einige weniger besuchte und weniger erschlossene Parks anzufahren und zudem haben wir uns sehr an die für Tiersichtungen optimale Sitzposition, den riesigen Kofferraum und die Sicherheit gewöhnt, die der Allradantrieb in Kombination mit der großen Bodenfreiheit vermittelt. Also - never change a running system - wir haben in den finanziell etwas sauren Apfel gebissen auch in Südafrika wieder diese Fahrzeugklasse gewählt und werden hoffentlich auch wieder einen Hilux bekommen.

    SA-Hilux.jpg

    Ein paar Unterschiede zu unseren Mietwagen in Namibia wird es in Südafrika voraussichtlich geben. Unüblich sind ein Doppeltank (es gibt genügend Tankstellen), ein doppelter Ersatzreifen (es gibt genügend Werkstätten und weniger Schotterpisten) und der Aufbau ist keine geschlossene 'Blechkiste', sondern er wird sehr wahrscheinlich Fenster haben. Das sieht zwar chic aus, ist aber für Langfinger leider eine bessere Einladung. Und ob es staubdichter ist, werden wir sehen ...

    Planung im Detail - Flüge
    Wie bei den anderen Afrika-Urlauben hatten wir als auch diesmal ERST Unterkünfte und Auto festgemacht und DANN erst nach den Flügen geschaut. Immer noch eine etwas beunruhigende Reihenfolge. Aber die gewünschten / guten Unterkünfte sind nun mal schon ein Jahr vorher buchbar, Flüge gibt es da meist noch gar nicht.
    Die verschiedenen Varianten mit Stops in Istanbul, Addis Abeba, Windhoek, Paris, London Heathrow, Zürich etc. habe ich dann eine Zeitlang beobachtet. Aber leider gehen die eher rauf als runter. Also haben wir Ende März gemeinsam die Entscheidung getroffen, in den sauren Apfel gebissen und doch die (einzigen) Nonstop-Flüge mit der Lufthansa Frankfurt - Johannesburg - Frankfurt gebucht. Besonders ärgerlich: die Gepäckstücke á 23 kg sind in den Preisvergleichen nicht mehr enthalten gewesen, sondern kommen noch oben drauf.

    Am 7. September geht es per Nachtflug nach Johannesburg, am 2. Oktober also 25 Tage später zurück nach Frankfurt. Jetzt gibt es aber absolut kein Zurück mehr. Das Geld ist ausgegeben!
    Und jetzt heißt es - nur (!?) - noch sechs Monate warten!
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    zuletzt bearbeitet 19. Jan. 2024
    1'823 Beiträge · seit 201618. Jan. 2024 · #4
    Hallo Yoda,
    da werde ich gern mitlesen.
    Meine Besuche im Pilanesberg und in Madikwe liegen einige Jahre zurück. Im Kruger waren wir ein paar Tage nach euch. Habt ihr die ergiebigen Regenfälle dort miterlebt?

    Herzlich
    Sascha
    Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201618. Jan. 2024 · #5
    H.Badger schrieb:Hallo Yoda,
    da werde ich gern mitlesen.
    (...) Habt ihr die ergiebigen Regenfälle dort miterlebt?
    Nur ein wenig. Wir hatten einen - für uns überraschenden - Regentag in Graskop an der Panorama-Route und dann einen nassen Vormittag im Kruger. War aber alles im Rahmen, keine Überschwemmungen, Straßensperrungen o.ä.
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    Themenstarter873 Beiträge · seit 201618. Jan. 2024 · #6
    0. Tag (7. September) Flug, Auto, Einkauf etc.

    Dass uns die Lufthansa anmailt und eine Änderung der Flugreservierungen mitteilt, sind wir aus dem Jahr 2021 leidlich gewohnt. Aber da war aufgrund der Corona-Probleme alles 'unter Vorbehalt' und mit kostenfreiem Umbuchen gebucht und wir darum Unsicherheit gewohnt.
    Als wir dann aber 10 Tage vor dem Abflug auch in diesem Jahr wieder eine unerwartete Mailnachricht von der Lufthansa erhalten, war das dann aber ein Schreck in der Morgenstunde: "Ihr Reiseplan hat sich geändert! Wir mussten unsere Flugpläne anpassen. Davon ist auch Ihre Reservierung betroffen. Bitte prüfen Sie Ihren neuen Plan und wählen Sie eine der Optionen: Änderung annehmen / Alternative Flüge finden." Nein!! Was ist denn da los?! Irgendwie sehen die neuen Reiseinfos aber genauso aus wie die alten? Nach etwas genauerem Vergleich wird klar: Der Hinflug startet identisch, dauert aber eine Stunde länger. Ankunft ist nun erst um 9:50 Ortszeit - 70 Minuten später als vorher angegeben. Der Rückflug ist unverändert.
    Es wird zwar kein Grund angegeben, wir vermuten aber, dass der Luftraum über dem Niger derzeit von Flugzeugen aus der EU umflogen wird. Mit SO einer kleinen Änderung kommen wir klar. Wir verlieren eine Stunde am Ankunftstag, der hat aber genug Luft in der Planung. Also: Änderung annehmen!

    Reiseunterlagen
    (Etwas knappe) vier Tage vor Abflug erhalten war dann den dicken Briefumschlag von African Dreamtravel u.a. mit einer praktische Stoffmappe mit einem gebundenen DIN-A4-Heft mit Darstellung aller einzelnen Etappen (Zeit, Kilometer, Routenhinweise etc.) und Unterkünften der kompletten Sammlung der Voucher für den Mietwagen und die einzelnen Unterkünfte, einer Landkarte und ein paar Touristen-Informations-Hefte.
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    Als Geschenk-Zugabe gab es für jeden von uns ein Bandana (Multifunktionstuch) mit einer Anleitung zur Trageweise. Am besten gefallen hat die "Bankräubervariante" Nr. 3, die wir wohl lieber nicht im Flughafen ausprobieren sollten.
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    Apropos Flughafen. Es verlief alles planmäßig. Und zwar nach dem ursprünglichen Plan! Keine 70 Minuten Umweg um Niger herum, sondern eine Landung pünktlich um 8:30 Uhr. Super!

    Die Maschine war zu 2/3 gefüllt, so dass man teilweise auch den Nachbarsitz für die ausgestreckten Beine nutzen konnte. Wir hatten sechs Plätze für Vier!
    Danach: Koffer (alle da!), Sicherheits-Check (alle durften einreisen!) und dann hat uns Andronica Campher (super Name) von unserer Reiseagentur in Empfang genommen und bei den nächsten Schritten ein bisschen unterstützt: Telefonkarte (Konni hat nun eine südafrikanische SIM-Karte und Nummer) und Geldautomat (nur Bares ist Wahres).
    Nächster Schritt: die Mietwagenübernahme bei EuropCar Johannesburg.
    Bekommen haben wir wie erwartet einen fast neuen Pickup Toyota Hilux mit 6.500 Kilometern auf dem Tacho, Automatik statt Schaltung, alles einwandfrei. Uns wäre nur ein Aufbau ohne Fenster lieber gewesen, um das Gepäck nicht ständig für jeden sichtbar zu haben. Es gibt hier allerdings anscheinend nur die Fensterversion.
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    Anders als in Namibia, ist Südafrika deutlich dichter besiedelt, was wir direkt nach der Ausfahrt aus dem riesigen Parkhaus auf den ersten Kilometern nach dem Flughafen Johannesburg sehen. Es geht im Grundsatz vom Flughafen auf der ersten Etappe über die R21 nach Norden erst einmal gleich raus aus dem inneren Bereich von Johannesburg.
    Das Linksfahren erweist sich schnell als weitgehend unproblematisch, viele Abbiegevorgänge oder Kreisel sind allerdings auch nicht zu absolvieren. Nach wenigen Kilometern, bevor wir von der gut ausgebauten Regionalstraße auf die Autobahn biegen, ist schon der erste Stopp vorgesehen. Wir steuern das (mittel)große Shopping Center bei Irene Village, einem wohlhabenden Vorort zwischen Johannesburg und Pretoria direkt an der Ausfahrt an. Die Mall bietet einen großen bewachten Parkplatz, einen großen Pick&Pay-Markt sowie diverse kleiner Läden Restaurants, darunter auch Filialen der verschiedene Fast-Food-Ketten.
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    Angefangen haben wir dann mit einem Frühstück bei Mugg&Bean, die Verpflegung im Flugzeug war nur sehr mäßig gewesen. Unsere Empfehlung: Sechs verschiedene Mini-Burger zum Teilen für alle.
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    Der Großeinkauf im Pick&Pay (nicht zu riesig, nicht zu klein sogar mit einer deutschen Brot-Ecke) hat dann die komplette Einkaufsliste eingebracht, die problemlos im riesigen Kofferraum verschwand.
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    Vier Stunden nach der Landung geht es dann endgültig 'auf die Piste', die hier aber erst einmal eine gut ausgebaute Autobahn sein soll. Tatsächlich sind wir dann durch zweimaliges falsches Abbiegen leider erst einmal eine fast Stunde quer durch Pretoria mehr oder weniger direkt nach Nordwesten gekreuzt, das Navi hatte die kürzeste, nicht die schnellste Strecke angezeigt. Irgendwann zeigte sich dann zum Glück doch ein Autobahnschild und wir waren nach Norden aus dem dicht besiedelten Stadtgebiet raus.
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    zuletzt bearbeitet 19. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201619. Jan. 2024 · #7
    1. Tag (8. September '23) Pilanesberg NP, Kwa Maritane Lodge

    Die knapp 200 Kilometer von Johannesburg zum Pilanesberg National Park sind zügig zu fahren und auch für den ersten Tag problemlos zu bewältigen. Aus Johannesburg raus wird der Verkehr schnell weniger.
    Der Pilanesberg NP umfasst mehr oder weniger das Gebiet eines Millionen Jahre alten Vulkans von gut 25 Kilometer Durchmesser. Die heutige Hügellandschaft unterscheidet sich deutlich von dem umliegenden Flachland. Heute ist er durch einige Lodges und Camps touristisch erschlossen. Die meisten Besucher kommen dabei als Safari-Tagesausflug aus dem angrenzenden riesigen Vergnügungspark Sun City (dem "Las Vegas Südafrikas"). Dennoch ist der Park wenn überhaupt nur an Ferienwochenenden stark besucht.

    Unsere Unterkunft ist die Kwa Maritane Bush Lodge im Südosten des Parks. Die Lodge ist nicht ganz unser übliches 'Beute-Schema' bei Unterkünften - zu groß und wahrscheinlich auch eher zu edel. Wir hatten aber - wie berichtet - hier einen Wechsel in der Planung einbauen müssen und diese Lodge ist das "best of" der verschiedenen Alternativen. Ein großer Vorteil: Wir brauchen an den ersten beiden Tagen doch noch keine Selbstverpflegung zu organisieren, sondern haben Frühstück und Abendessen inklusive. Außerdem ist im Preis je Tag ein Game-Drive enthalten.

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    Der erste Eindruck: tolle aber große Lodge, schöne Zimmer und als Zugabe ein paar Zebras auf dem ersten Kilometer zwischen Parkeingang und Lodge sowie beim Bick vom Zimmerbalkon ein Affe im Garten. Zum Abendessen ging es das sehr große, aber architektonisch gelungenen Restaurant mit einer Terrasse mit Landschaftsblick entlang des gesamten Gebäudes. Das Buffet war außerordentlich vielseitig und hochwertig u. a. mit frischem Fisch vom Grill und Roastbeef vom Stück.
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    Auf den Zimmern gibt es einen TV-Kanal, der ständig live die Webcam des Lodge-eigenen Wasserlochs zeigt. Und dort entdeckten wir dann, dass gerade Nashörner zum Trinken kamen. Über einen langen unterirdischen Verbindungsgang kommt man direkt vom Restaurant zum sog. "Hide", dem versteckten Aussichtspunkt auf Bodenhöhe unmittelbar vor dem Wasserloch. Die Rhinos, u.a. Mutter und Kind, haben sich dann längere Zeit dort aufgehalten und für die – bei Nachtscheinwerferlicht schwierigen – Fotos posiert.

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    Ein gelungener Abschluss für den ersten Tag in Südafrika.
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    zuletzt bearbeitet 19. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201619. Jan. 2024 · #8
    2. Tag (9. September '23) Pilanesberg NP, Kwa Maritane Lodge

    Heute gibt es nach dem Frühstück kein Packen, sondern es heißt einfach Losfahren. Unsere Unterkunft liegt im Südosten Rand des Parks, so dass wir mit der Sonne im Rücken Richtung Parkmitte aufbrechen. Der Tag begann dann aber erst einmal recht lahm, d.h. auf der relativ schlechten nur langsam zu fahrenden Strecke zeigten sich erst einmal nur ein paar Zebras, Impalas, ein recht imposanten Kudu-Bulle und ein paar Vögel. (Klingt gar nicht sooo schlecht. Sind wir evtl. etwas verwöhnt?).

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    Aber dann wurde es interessanter: erst einmal diverse Giraffen und dann direkt neben der Straße eine faule Nashorn-Mutter mit einem super aktiven Nashorn-Teenie, der eifrig um sie herumtollte. Zuschauen und Fotografieren (wir waren das einzige Auto weit und breit) machten richtig Spaß.

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    Nach diesem Highlight sind wir einen weiten Bogen zurück in der Lodge.
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    Als Erstes haben wir dann direkt die Wasserloch-Hide-Webcam gecheckt und siehe da: Elefanten am Hide. Nichts wie hin, wir sitzen in Ruhe auf der Bank, schauen aus dem offenen ‚Fenster‘ und die Elefantenfamilie liefert das Programm.

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    Um 16:00 Uhr startet dann die im Preis enthaltene organisierte Safari-Fahrt. Eine ereignislose Anfahrt, und dann noch einmal Giraffen und Impalas, ein Sekretär, ein Schakal. mehrere Nashörner mit Kleinem.

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    Und als Highlight zum Abschluss noch ein großer männlicher Löwe direkt neben der Straße! Zugegebenermaßen war allerdings der Löwe nicht gerade ein Exklusiverlebnis. Da die einzelnen Game-Drive-Fahrer untereinander in Funkkontakt stehen, sammelten sich bei dem Löwen letztlich acht Fahrzeugen, an denen er dann aber völlig entspannt in vier Meter Abstand gemächlich entlangschlenderte.

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    Die Abendfahrt wurde dann zur Nachtfahrt (ab 19:00 Uhr ist es finster) und endete nach einer Stunde rumpliger Fahrt an einem großen Boma im Busch. Afrikanische Musik von einer sehr engagierten und stimmungsvollen Band, dazu ein großes Feuer und ein riesiges vielseitiges Grillbuffet runden den Tag ab.

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    Zwei Stunden später und nach kurzer Fahrt zurück zur Lodge haben wir den Abend dann möglichst schnell beendet. Duschen, Packen und ab in die Federn, da wir frühmorgens um 6 zur nächsten Fahrt starten wollen.
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    zuletzt bearbeitet 19. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201619. Jan. 2024 · #10
    3. Tag (10. September '23) aha Thakadu River Camp, Madikwe Games Reserve
    Den Morgen des dritten Tages starteten wir mit einem weiteren organisierten Gamedrive durch den Pilanesberg Nationalpark. Zu sehen gibt es die inzwischen schon 'üblichen Verdächtigen' wie Giraffen, Affen, Kudus und erfreulicherweise sogar wieder mehrere Nashörner, allerdings aus größerer Entfernung als gestern.
    Nach der Rückkehr zur Lodge haben wir noch in Ruhe gefrühstückt, dann die bereits gepackten Koffer eingeladen. Für uns hieß es erstmals 'Urlaubs-Packen'. Wir haben es uns angewöhnt, möglichst nicht in jeder Unterkunft das komplette Gepäck aus- und wieder einräumen zu müssen, sondern jeweils für die nächsten ein bis drei Tage eine kleinere leichte Tasche zusammenzusuchen und die großen Koffer dann auf der Ladefläche im Wagen zu lassen. In der Regel steht das Auto ja sowieso in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Unterkunft.

    Nach der gelungenen Einstimmung in der vergleichsweise riesigen Kwa Maritane Lodge erwartet und heute das absolute Kontrastprogramm. Es geht ins keine 150 Kilometer entfernte Madikwe Game Reserve. Wie in Private Game Reserves meist üblich, darf man in Madikwe nur mit offiziellen Gamedrive-Fahrzeugen unterwegs sein. Diner und täglich zwei Fahrten jeweils morgens und am späten Nachmittag sind inbegriffen. Die Thakadu Lodge bewegt sich preislich am unteren Ende der PGR-Unterkünfte aber am oberen unseres Budgets. Sie liegt im Flusswald des Marico Rivers am südöstlichen Rand des Parks, hat nur 12 geräumige und stilvoll eingerichtete Safari-Zelte mit Blick über den Fluss und einen Gemeinschaftsbereich mit einer offene Lounge, dem Essbereich ("Lapa"), einer Bar und einem Außenpool.

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    Die letzten Kilometer der Anfahrtstrecke bestand aus einer etwas chaotisch organisierten Baustelle, der auch die kurze Anfahrtstrecke zur Lodge zum Opfer gefallen ist. Die Alternativ-Anfahrt führte uns dann und damit eine längeres Stück mit dem eigenen Wagen durch den Park, den wir sonst als Selfdrive nicht hätten befahren dürfen.

    Die Ankunft hätte sich nicht spektakulärer gestalten können. Etwa 300 Meter vor der Lodge mussten wir kräftig in die Eisen steigen: Gegenverkehr!! Eine Herde von etwa 15 Elefanten kam uns gerade den Weg von dem Teich unterhalb der Lodge entgegen. Sie waren alle nass, hatten also wohl getrunken und gebadet und marschierten gemächlich auf uns zu.

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    Nachdem wir ein paar Meter zurückgesetzt hatten, bog die Gruppe zur Seite ab und posierte für diverse Fotos. Erst danach wagten wir uns langsam in ca. 15 Meter Abstand hinter der Gruppe entlang Richtung Lodge.

    Dort wurden wir mit warmen feuchten Handtüchern, einem Begrüßungsdrink und dann einem kleinen Mittagsimbiss empfan-gen, während unsere Taschen zu unseren beiden Zeltbungalows gebracht wurden. Diese Luxus-Elemente sind wir absolut nicht gewohnt.

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    Eine gute Stunde später startete dann schon der Nachmittags-Game-Drive in das Gelände des Madikwe Game Reserves. Ob es Glück, war, die Erfahrung unseres Fahrers oder die guten Funkkontakte der Fahrer untereinander, die Sichtungen waren jedenfalls toll.

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    Bei bestem Nachmittagslicht steuerten wir gegen Ende der Tour als Highlight eine Gruppe von sechs Löwen an, die es sich im Schatten unter einem großen Baum gemütlich gemacht. Zu finden waren sie einfach, da die Gruppe hier hier am Vortag eine junge Giraffe erbeutet hatte und heute anscheinend weiter daran gefressen hatte und nun satt und müde Pause machte. Durch die Funkverbindung der verschiedenen Gamedrive-Fahrer wurden wir mehr oder weniger geordnet zu der Gruppe gefahren. Es stehen nach den internen Regeln aber immer nur zwei Fahrzeuge bei einer solchen Raubkatzengruppe. Für uns jedenfalls ein tolles Erlebnis mit herrlichen Fotomöglichkeiten, auch wenn das 'Jagderlebnis', Tiere selbst 'entdeckt' zu haben, so natürlich geringer ist.
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    Auf dem Rückweg gab es dann noch eine unerwartete Begegnung, eine kleine Gruppe von drei Hyänen kamen gerade aus einem Bau hervor - möglicherweise in Vorbereitung einer abendlichen Jagd.

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    Die 'normalen' Tiere kommen bei solchen Sichtungen meist zu kurz:
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    Nach Rückkehr schon wieder die Handtücher (seeehr angenehm gegen den Staub und die trockene Luft) und dann ging es direkt zum Abendessen. Das Niveau auch hier: 1 mit Sternchen. Besonders das gegrillte Rinderfilet war sensationell.
    Und dann: ab ins Bett, morgen um 5:30 Uhr ist Wecken, um 6 geht es wieder zur nächsten Fahrt los.
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    zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2024
    547 Beiträge · seit 201219. Jan. 2024 · #11
    Hallo Yoda,

    herzlichen Dank für deinen Bericht und die schönen Bilder! Da bin ich gerne dabei! Ich bin gespannt auf eure Eindrücke und Erlebnisse im Marakele und Mapungubwe! Diese Parks haben wir vor ein paar Jahren auch besucht!

    Lieber Gruss, Sue
    2025 Reisebericht Johannesburg bis Maun: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/306515-in-5-wo-von-joburg-nach-maun-im-aug-sept-25.html?start=0 2023 Reisebericht Johannesburg bis Kapstadt: https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/304305-in-42-tagen-von-joburg-nach-kapstadt-okt-nov-23.html 2022 Reisebericht Westküste bis Etosha: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/302652-kapstadt-etosha-retour-bitte.html 2017 Reisebericht Richtersveld: https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/294971-richtersveld-richtersveld.html
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201622. Jan. 2024 · #12
    4. Tag (11. September '23) aha Thakadu River Camp, Madikwe Games Reserve

    Der zweite Tag im Madikwe Game Reserve ist ein kompletter 'Verwöhntag' mit zwei geplanten Gamedrives vormittags und nachmittags. Die Erwartungen sind entsprechend groß. Die erste Abfahrt startet vor Sonnenaufgang um 6 Uhr früh, die zweite am Nachmittag um 16:00 Uhr.
    Der Morning-Drive führte uns durch einen bisher unbekannten, relativ tierreichen Teil des Reserves.


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    Der beste Tagespunkt bisher lag allerdings zwischen den beiden Gamedrives. Die Lodge verfügt über einen kleinen Pool an der Terrasse. Die Erfrischung war ja schon schön genug, aber als sich dann langsam ein Elefant mit einem Jungtier immer weiter näherten und direkt aus dem Pool beobachtet werden konnte, war sensationell, Schwimmen mit Blick auf Elefanten! Es kam übrigens auch ein Affe an den Pool um ein anscheinend erbeutetes Stück Brot einzuweichen.

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    Bei Nachmittags-Gamedrive sind noch einmal zu der Löwen-Sichtungstelle vom Nachmittag zuvor gefahren, dort waren aber die Mädels inzwischen aufgebrochen - wahrscheinlich zum Trinken. Dafür hatte das Rudel ein neues Opfer, eine kleine Giraffe geschlagen. Das vollgefressene Männchen lag direkt neben den Resten und rollte sich fotogen auf den Rücken. Der Bruder lag unter dem Busch nebenan. (Fotos hatte ich fälschlicherweise schon gestern eingefügt).

    Aber auch die weiteren Sichtungen des Tages konnten sich sehen lassen. Schon wieder viele Elefanten, dazu Zebras, Giraffen, diverse Antilopen, schon wieder zwei kleine Nashorn-Familien und zum Abschluss dann ein großer Elefantenbulle direkt vor dem rotgelb leuchtenden Sonnenuntergang.

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    zuletzt bearbeitet 22. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201622. Jan. 2024 · #13
    5. Tag (12.09.2023) morgens noch: aha Thakadu River CampMadikwe Game Reserve
    Der nächste Tag startete mit einem Morgen-Gamedrive im Madikwe Park. Wie am Abend vorher angekündigt starten wir bei 7 Grad - die klare Nacht hatte alles seeeehr ausgekühlt - in unseren letzten und durch den eisigen Fahrtwind sehr kalten Gamedrive bei Madikwe. Auf die Frage in welche Richtung des Parks wir heute fahren, antwortet unser Guide: We try the Cheetahs again. Er hatte schon am Vorabend versucht, eine Gepardenfamilie zu entdecken, diese war dann allerdings in ein unzugängliches Gebiet des Parks verschwunden. Heute morgen sind nach den ersten Funkkontakten insgesamt nur vier der maximal fast 30 Gamedrives aus den diversen Lodges unterwegs. Damit sind wir fast sicher 'allein', es gibt aber auch weniger suchende Augen in der Landschaft und Ohren im Funkverkehr.

    Die Erfahrung unseres Fahrers zahlte sich aus! Er vermutete die Geparden vom Vortag in einer Fläche, die an ein etwas besser einsehbares weniger bewachsenes Gebiet grenzt. Wenn sie dort hinkommen, ist die Chance gut, sie zu entdecken. Und es klappte!!
    Wir haben erst von weitem und dann immer näher tatsächlich eine Gepardin mit ihren drei 6 Monate alten Cubs gefunden. Eine unglaubliche Sichtung bei der wir den Vier (als einziges Fahrzeug) eine halbe Stunde beim Rumtollen und Posen für die Bilder zugucken konnten. Bei sehr gutem Morgenlicht, vor dem roten Kalaharisand als Hintergrund konnten wir Beobachten und Fotografieren.

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    Das Frieren hat sich also absolut gelohnt. Nach der Rückkehr gibt es noch ein leckeres Frühstück, das Gepäck wird uns ans Auto gebracht und auf geht's zum nächsten Ziel.


    5. Tag (12.09.2023) Tlopi Tented Camp, Marakele National Park
    Nach der Luxus-Unterkunft im Madikwe Game Reserve fahren wir heute weiter nach Osten in Richtung Marakele Nationalparks. Die Strecke ist mit 180 Kilometern überschaubar. Über die konkrete Route waren wir etwas unsicher, also ob wir die weitere Strecke südlich um den Pilanesberg Nationalpark herum oder die kürzere Direktstrecke mit einem größeren nicht-asphaltierten Schotterstraßen-Anteil wählen sollten. Letztlich haben wir die kürzere Strecke gewählt, die sich dann erfreulich gut fahren ließ. Nach gerade einmal zwei Stunden erreichten wir die Regionalhauptstadt Thabazimbi.
    Der Marakele NP ist der erste 'echte' staatliche Nationalpark auf unserer Route, wird also von der staatlichen Einrichtung 'SanParks' betrieben und verwaltet. Der Park ist relativ wenig erschlossen. Das Wegenetz im Park besteht hauptsächlich aus Sand- und Schotterpisten. Ein Restaurant oder eine Tankstelle sucht man im Park vergeblich, an der Rezeption gibt es für Notfälle etwas Feuerholz. Die beiden im Park gelegenen Camps sind ausschließlich für Selbstversorger ausgestattet. Für uns heißt das, dass wir Thabazimbi nutzen, um zu halten und uns für die nächsten beiden Tage im Park zu versorgen und zu tanken. Beides ging problemlos.
    Von Thabazimbi geht es die letzten Kilometer weiter zur Rezeption am Parkeingang. Erstmals zeigen wir unsere bereits von Deutschland aus gekaufte 'Wild-Card' vor, die den Eintritt (park fee) für alle staatlichen Parks einschließt.

    Untergebracht sind wir hier im wunderschönen Tlopi Tented Camp. Das Tlopi Camp liegt an einem kleinen Stausee (Apiesriverpoort) des gleichnamigen Flusses und besteht aus nur zehn Safari-Zelten, die aufgereiht mit je einer eigenen Panorama-Veranda und Blick auf den Damm, den Stausee und die gegenüberliegenden Berge liegen. Die Fahrt von 17 Kilometern durch den Park vom Gate zum Camp auf dem sog. Ndlofu Drive war bereits ein kleiner Self-Gamedrive.

    Als wir das Camp erreichen, beziehen wir dort für die nächsten beiden Tage die nebeneinander liegenden Zelte 8 Kormorant und 9 Barbet. Die Aussicht von der Terrasse auf den See und die Berge im Hintergrund ist genial und der Abend wird zum Birden von der Terrasse genutzt. Da der heftige Wind sich immer noch nicht gelegt hat, haben wir uns gegen eine abendliche Rundtour entschieden und haben das erste Mal den an der Terrasse fest installierten Grill angeworfen und dann windgeschützt in dem kleinen Küchenzelt mit einem Esstisch für vier gegessen. Um neun ging es in die Betten und in eine unruhige Nacht, da der noch weiter auffrischende Wind die Zeltwände heftig zum Schlagen bringt.

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    zuletzt bearbeitet 24. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201622. Jan. 2024 · #14
    6. Tag (13.09.2023) Tlopi Tented Camp, Marakele National Park

    Den zweiten Tag im Marakele Park lassen wir ruhig angehen: Wir wollen heute nur den Park erkunden und werden uns abends wieder auf der eigenen Terrasse selbst versorgen. Die schöne Landschaft ist garantiert, wir hoffen, dass auch einige Tiere 'vorbeischauen'.
    Um halb acht machen wir uns also verhältnismäßig spät auf einen kleinen Morning Gamedrive auf. Da es im Park selbst nur wenige Straßen gibt, die man als Selbstfahrer befahren darf haben wir uns für den Mbidi Drive entscheiden, eine kleine 15 Kilometerrunde. Wie auch am Abend zuvor fällt uns hier auf, dass es keine Antilopen zu sehen gibt und die Tierdichte insge-samt sehr gering ist. Dafür fahren wir durch eine wunderschöne Landschaft mit weiten offenen Flächen, auf denen wir später sehr weit weg mehrere Nashorngrüppchen beobachten können. Einen Mutter-Kind-Trupp nähern wir uns später bis auf ca. 50 Meter Entfernung und beobachten sie eine Weile lang. Anschließend sind wir auf eine Elefantenherde getroffen, die uns deutlich zu verstehen gegeben hat, dass sie uns nicht in ihrer Nähe wissen will. Die Matriarchin und eine jüngere Elefantenkuh verfolgen uns mit aufgestellten Ohren die Straße entlang, bis wir den für sie nötigen Sicherheitsabstand wiederhergestellt haben. Elefanten kennen wir entspannter.

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    Bevor wir zurück zu unseren Zelten gefahren sind haben wir noch einen Abstecher zum Bird-Hide in der kleineren vorderen Parkhälfte gemacht, welcher allerdings neben ein paar Affen und Tauben nichts zu bieten hatte.
    Den Mittag haben wir auf der Terrasse oder lesend im Zelt verbracht, um dem wirklich kalten Wind zu entkommen und die etwas durchgekämpfte Nacht wieder aufzuholen.
    Um drei Uhr haben wir uns entscheiden noch zum Lenong Viewpoint zu fahren, von dem aus man die zweitgrößte Cap Vulture (Kapgeier) Kolonie Südafrikas sehen können soll. Die Landschaft ist weiterhin umwerfend schön und die Anzahl der Nashörner beachtlich, auch wenn diese weiter nur aus großer Ferne zu sehen sind. Auf dem Weg zur Bergspitze, an der die Kolonie liegen soll, konnten wir drei Geier in großer Höhe gleiten sehen und waren demnach optimistisch. Nach einem sehr steilen Straßenstück, auf dem man lieber keinem Gegenverkehr begegnen möchte, erreichen wir die Bergspitze mit kleinem Picknickplatz und Infoschild. Auch nach längerer Suche fanden sich dann enttäuschenderweise keine sitzenden oder fliegenden Geier. Also ging es am Ende wieder bergab und zurück zu unseren Zelten.

    Aus den Fehlern des Vorabends gelernt konnten wir schneller und leckerer Grillen und da der Wind langsam nachließ, auch deutlich besser schlafen.

    Fazit Marakele: Tlopi ist ein sensationell schönes und schön gelegenes Camp. Es lohnt allein deswegen ein Stopp, wenn die Route auch nur in der Nähe vorbeiführt. Die Landschaft ist beeindruckend und einmalig. Bei der Tierdichte und -anzahl waren wir etwas enttäuscht. Möglicherweise haben sich aber auch die Antilopen, Zebras etc. vor der 2-Tage-Kältefront ins dichtere Unterholz verzogen und waren darum für uns nicht sichtbar. Völlig unfassbar war die Anzahl der Nashörner, die wir in den ersten Tagen gesehen haben. Im Pilanesberg NP waren es schon ein gutes Dutzend gewesen. In Madikwe etwa noch einmal so viel. Aber im Marakele kamen wir insgesamt auf deutlich über 30 (!) Tiere. Meist sehr weit weg z.B. auf dem der Straße gegenüberliegenden Hang, in Gruppen von zwei bis fünf Tieren. Damit haben wir in vier Tagen Südafrika mehr Nashörner gesehen, als in 9 Wochen Namibia zusammen.
    Ohne spoilern zu wollen: Die Nashorndichte ging danach rapide zurück. in den weiteren fast 20 Tagen gab es nicht einmal ein Dutzend, dafür haben dann die anderen grauen Dickhäuter übernommen: Elefanten, Elefanten täglich, Elefanten stündlich, Elefanten überall.
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    zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201622. Jan. 2024 · #15
    7. Tag (14.09.2023) Leokwe Restcamp, Mapungubwe National Park

    Die zwei Tage im Marakele NP vergingen wie im Flug. Die heutige längste Tagesetappe zum Mapungubwe NP war uns in der Planung etwas unklar. Empfohlen wurde auch im Forum mehrfach die mit fast 550 Kilometern längste Variante weit östlich über die A1 bis Polokwane oder sogar bis Musina. Von der deutliche kürzeren nordwestlichen Variante über Lephalale und Alldays wurde uns mehrfach deutlich abgeraten, da dort die Straßenverhältnisse absolut katastrophal sein sollen. Wir haben dann noch vor Ort mehrere Meinungen eingeholt. Überzeugt haben letztlich die Jungs vom Nationalpark-Service am Parkausgang. Sie fanden die Frage fast schon lustig: "No, the A1 is wrong . Go straight on. You have a big car. That ist no problem."
    Also der direkte Weg. Und die Wahl war absolut richtig. Wir sind letztlich statt 550 nur 345 Kilometer gefahren, davon waren nur 50 schlechte Straße mit völlig kaputtem Asphalt. Zwischen den Potholes fährt sich schlechter als auf einer Schotterpiste, so dass man teilweise sogar besser völlig neben der Straße fuhr. Aber der große Toyota Hilux schluckt viel weg, die Straße war weitegehend leer und die Fahrt war kaum schlechter, als viele Pisten, die wir in Namibia kennengelernt hatten.
    Etwa 60 Kilometer vor dem Park liegt der letzte Ort: Alldays. Wir absolvierten noch einen kurzen Einkauf im Spar-Supermarkt und haben erneut aufgetankt. Dann ging es in den Park.

    Der Mapungubwe Nationalpark liegt genau am Dreiländereck von Südafrika, Botswana und Simbabwe und am Zufluss der Flüsse Limpopo und Shashe. Bekannt ist der Park zudem für die riesigen, teilweise 2.000 Jahre alten Baobabs (Affenbrotbäume). Ein interessanter Funfact zu den Baobabs: Die Blüten werden nicht von Insekten oder Vögeln, sondern von Fledermäusen bestäubt!

    Eins sind wir ja schon fast gewohnt: Auf dem Weg zum Camp mussten wir dann erst einmal eine große Elefantenherde nur 2 Kilometer vor dem Campeingang abwarten, die genau unsere Straße für ihre Wanderung nutzten.

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    Untergebracht sind wir im Leokwe Camp im Osten des zweigeteilten Nationalparks, das aus tollen strohgedeckten Rundhütten (Rondavels) besteht, die zwischen riesigen Sandsteinformationen verteilt liegen. Auch das Leokwe Camp ist ausschließlich auf Selbstversorger ausgerichtet.

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    Am Nachmittag sind wir dann noch zu einem Drive in der Umgebung aufgebrochen und haben - wie sollte es anders sein, natürlich wieder viele Elefanten, aber auch jede Menge andere Tiere gesehen. Die Landschaft mit den großen runden und roten Granitfelsen erinnert etwas an die Arizona oder die USA, allerdings nur solange keine Giraffen oder Elefanten stehen davor. Immer wieder beeindrucken die relativ häufigen riesigen Baobab-Bäume, die meist einzeln in der Landschaft stehen.

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    zuletzt bearbeitet 22. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201622. Jan. 2024 · #16
    Der Mapungubwe Park hat uns verwöhnt. Das Wetter war wieder wärmer geworden, die Tiere kommen anscheinend wieder aus den schützendem Gebüsch und posieren für die Fotoapparate. Auf der großen Runde durch den östlichen Teil des Parks kommt man auch zum Confluence View Point. Dort sieht man den Zusammenfluss des Limpopo aus Botswana links und des Shashe aus Zimbabwe rechts, aktuell allerdings beide fast trocken. Angetan haben es uns die im Park an verschiedenen Stellen recht häufigen riesigen und uralten Baobab-Bäume, die leider deutlich unter der Elefanten-Überpopulation leiden. Teilweise werden sie inzwischen durch ein Drahtgeflecht vor den Dickhäutern geschützt.


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    Zur Mittagspause waren wir wieder im Camp. Das Rondavel-Häuschen ist der Hit. Eine super Aufteilung mit zwei Schlafzimmer rechts und links vom Wohn- und Küchenbereich und eine riesige Terrasse mit tollem Blick auf die umgebenden Felsen und die dort vorbeiziehenden Tiere.
    Ein besonderes Highlight ist der zwischen Felsen eingebaute kleine Naturpool zwei Häuschen weiter. Hier hatten wir im Netz schon Bilder gesehen, wie Elefanten von unten an den Pool herankommen und völlig ungestört durch badende Gäste aus dem Pool trinken. Gebadet haben wir zwischendurch in dem Pool, aber Elefanten waren leider keine gleichzeitig da.


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    Den Nachmittag nutzten wir dann zu einer Fahrt in den westlichen Teil des Parks. Nach ca. 30 Minuten auf einer Landstraße außerhalb des Parks, fahren wir durch das dortige Tor in den Park hinein und fahren eine Runde erst am Limpopo entlang und dann zum Maloutswa-Hide. Der Hide besteht aus einem längeren sichtgeschützten Gang zu einem größeren aufgeständerten Beobachtungshaus über einem Wasserloch. Wir saßen eine ganze Zeit dort und beobachteten die diversen Tiere (Zebras, Impala und natürlich auch wieder eine größere Elefantengruppe, die unmittelbar an den Hide herankamen.

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    Zurück im Bungalow wird wieder gegrillt, es bleibt den ganzen Abend schön mild. Von der Terrasse haben wir eine tollen Blick auf die teilweise beleuchteten Felsen und den wunderbaren Nachthimmel.
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    zuletzt bearbeitet 22. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Jan. 2024 · #17
    9. Tag (16.09.2023) Punda Maria Restcamp, Kruger National Park

    Heute geht es weiter in den Kruger Nationalpark, eindeutig das Kernstück unserer Reise. Wir werden aufgeteilt auf drei Main-Camps und zwei Bushveld-Camps insgesamt zehn Tage im Park verbringen - unterbrochen durch eine dreitägigen Abstecher zur nahegelegen Panorama-Route bei Graskop. Hinzu kommen noch zwei weitere Tage im privaten Balule Game Reserve, das an den Kruger angrenzt und zur Greater Kruger Region zählt.

    Um den nördlichsten Eingang des Parks zu erreichen, geht es aber zuerst einmal fast 250 Kilometer nach Osten auf der R 572, der R 508 und der R 525 zum Pafuri Gate, gefolgt von etwa 50 Kilometern im Park bis zum Punda Maria Restcamp. Das Camp ist aus einer 1919 für Ranger errichteten Station hervorgegangen. Als nördlichstes Camp im Kruger Nationalpark ist es ein guter Ausgangspunkt zur Erkundung der ganzen Region.

    Wir kommen um 12 am Park-Gate an, erledigen die Formalitäten (Autokennzeichen, Namen etc.) in der Information und los geht‘s. Eine abwechslungsreiche Landschaft mit vergleichsweise wenig Tieren prägt die erste Stunde. Ein Elefanten-Road-Block war das erste Tier größer als ein Impala.

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    nach zwei Drittel der Strecke: Große graue Steine vorne rechts! Nein, falsch: Das sind Elefanten! Viele Elefanten! Sehr viele Elefanten! Da kommen wir doch noch näher ran, wenn wir rechts in die kleine Stichstraße biegen und dann ans Wasserloch fahren (das laut Schild Klopperfontein Dam genannt wird) ?.
    Und dann am Viewpoint des Dams: Nicht viele, nicht sehr viele, sondern unfassbar viele Elefanten, vermutlich auch der extremen Hitze von 43 Grad geschuldet. Insgesamt zählen und beobachten wir innerhalb der nächsten Dreiviertelstunde über 80 Tiere, ohne das Auto zu bewegen! Immer neue Gruppen kommen aus verschiedenen Richtungen ans Wasser und gehen genauso wieder. Ein unfassbares Schauspiel einschließlich kämpfender, schwimmender, tauchender, schlammwerfender etc. Tiere. Plus ein Riesenschreck, als ein großer Elefantenbulle unmittelbar von hinten an unserem Auto entlang zum Schwimmen kam, während wir alle nach vorn schauten.

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    Allein für diese dreiviertel Stunde haben sich drei Wochen Urlaub schon gelohnt, Gänsehaut!

    Als wir uns endlich losreißen und zum Camp weiterfahren, schauen wir aus Neugier beim Camp-eigenen Hide vorbei. Ob das eine gute Idee war? Auf jeden Fall kostete uns diese Idee noch eine weitere Stunde, denn es war schon wieder alles voller Elefanten (und diverse andere Tiere wie Zebras, Wasserbüffel, Kudus etc.). Noch einmal über dreißig Tiere unmittelbar wenige Meter vor uns am Wasserloch. Und dann entdeckt ein Elefant einen Wasserschlauch als Spielzeug mit dem dann mehrere Tiere herumhantieren! Man kann an dem Schlauch ziehen, sich damit direkt in den Rüssel oder den Mund spritzen, sich draufstellen und damit den zeitweise Schlauch versiegen lassen, andere Elefanten damit anspritzen ect. etc. Unbezahlbar lustig!

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    Heute war also wieder einmal eindeutig ein Elefantentag!
    Im Camp haben wir keins der 'Reihen-Bungalows' oder Gästezelte, sondern das Russel Guest Cottage gebucht. Das etwas vor dem eigentlichen Camp erhöht liegende Cottage ist ein renovierter Umbau des ersten Gästehauses der Ranger aus den 20er Jahren und verfügt über zwei Zweibettzimmer mit Bad, eine voll ausgestattete Küche, eine Aufenthalts- und Essraum sowie eine große Außenveranda mit Grillbereich. Eine gute Wahl.
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    Wie schon eingeübt, beenden wir den 1A-Tag mit Grillen von Antilopensteaks und südafrikanischen Würstchen (Boerewors).
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    zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Jan. 2024 · #18
    10. Tag (17.09.2023) Punda Maria Restcamp, Kruger National Park

    Nach dem heißen Vortag waren es heute überraschend wolkig und kühler. Wir starteten um sechs Uhr früh und fuhren ein Stück zurück nach Norden, um dann bis in den äußersten Zipfel Südafrikas, an der Grenze zu Mosambik und Simbabwe, auf die beiden Grenzflüsse, Luvuvhu und Limpopo, zu blicken. Diese Gegend wird von früher her auch Crooks Corner (Banditen Ecke) genannt. Von hier aus ging es für uns immer am Flussbett entlang in Richtung Westen (also mit der nicht vorhandenen Sonne im Rücken). Die Landschaft präsentiert sich hier wieder ganz anders: ungewöhnlich hohe und verschiedene Bäume säumen das Flussufer.

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    Frühstück gab’s am Parfuri Picknick Spot, wo wir mit dem dortigen Ranger ins Gespräch kamen. Er lebt neben dem Picknickplatz und ist neben der Instandhaltung des Platzes der Vogelspezialist der Gegend, für alle vorbeikommenden Birder. Neben seinen Geschichten zu den Überflutungen der Regionen (vor allem 2013) zeigte er uns noch ein paar Vögel in den angrenzenden Bäumen und beantwortet jede Frage zum Wildlife. Ein super Gesprächspartner.

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    Der Rückweg ins Camp verlief dann relativ ereignislos. Für den Nachmittag hatten wir uns nur noch eine 25 km lange Runde Rund ums Punda Maria Camp vorgenommen. Es war eine landschaftlich sehr schöne Runde mit einer ganzen Reihe diverser Tiersichtungen (diesmal fast keine Elefanten, fast!) Und auf den letzten Kilometern zeigte sich sogar wieder die Sonne.

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    Besonders Spaß gemacht haben uns die Elvis-Presley-Hühner, die wir direkt am Zaun des Camps beim Zurückkommen getroffen haben. Die heißen natürlich anders (ich recherchiere noch mal den Namen*), aber bei uns heißen Sie nun mal nach dem Rock'n'Roller.

    *Crested Guineafowl (Dank an brisen)

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    zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2024
    Themenstarter873 Beiträge · seit 201625. Jan. 2024 · #19
    11. Tag (18.09.2023) Mopani Rest Camp, Kruger National Park
    Der erste Unterkunftswechsel innerhalb des Kruger NP führt uns heute über 180 Kilometer nach Süden ins - immer noch im Norden des Kruger NP liegende - Mopani Camp. Bei einer üblichen Geschwindigkeit von unter 50 km/h werden wir also ohne Stopps mindestens vier Stunden 'auf Pad' sein. Sarah wünscht sich morgens nach den vielen Elefantentagen mal einen "Katzentag". Als wenn es so einfach wäre?! Mal sehen.

    Los ging es heute bei wolkigem Himmel Richtung Süden. Wir versuchten auf dem Weg die Asphaltstraße zu vermeiden, auch wenn diese der einfache und direkte Weg gewesen wäre. Zuerst fuhren wir ein Stück westlich der Hauptstraße auf Gravel neben dem trockenen Flussbett entlang. Nette Landschaft, eher mäßige Tiersichtungen, aber immerhin einige Zebras, Impalas und einzelne andere Antilopen. Dann begegneten wir jedoch einer größeren Herde Elefanten, die im Flussbett einige Schlammpfützen ausnutzten. Dabei auch einige sehr kleine Elefanten. Wir können uns an den Dickhäutern einfach nicht stattsehen. Als wir eigentlich schon im Aufbruch waren stellten wir fest, dass direkt neben der Straße auf unserer anderen Seite ein weiterer großer Elefantenbulle stand und wartete, dass wir ihm Platz machten. Ein mächtiger Schreck für uns und unser ‚Huch’ wohl auch für ihn.

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    Weiter ging es dann ein kurzes Stück auf Asphalt und dann auf die Ostseite der Hauptstraße. Auch hier folgten wir wieder einem Flusslauf mit kleineren oder größeren Abzweigungen oder Schleifen direkt zum Flussrufer und begegneten wieder verschiedenen Antilopen (Wasserböcke, Zebras, Impalas und Kudus) auch Elefanten fehlten auf dem Weg nicht.
    Kurz ärgerten wir uns, weil wir eine Abzweigung zu einem Unterstand (Hide) verpasst hatten, wo eigentlich ein Fahrerwechsel geplant war. Allerdings folgte einige Kilometer weiter ein Aussichtspunkt bei dem wir dann stattdessen halten wollten. Als wir in diese kleine Stichstraße einbogen sahen wir ein geparktes Auto mit einem nach oben ragenden Teleobjektiv aus dem Fenster: Motiv waren zwei tolle Schreiseeadler, nur leider immer noch kein Sonnen-Foto-Licht.

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    Das andere Fahrzeug war längst weg. Bevor wir dann nach Süden hinterher fahren, noch einmal ein ausführlicher Blick in alle Richtungen und dann ein Ruf von Elisabeth "Da bewegt sich was. Das sind nicht nur Fesen da unten im Flussbett!". Fernglas und Teleobjektive raus: Die Felsen haben Ohren. Mehrere Ohren, Ein paar Löwen. Ein paar mehr Löwen. Ein Rudel von insgesamt 11 Löwen! Das Rudel hatte sich anscheinend die wärmenden Steine mit gutem Blick über das Flussbett als Lager gewählt und wurde gerade langsam wach. Ein Kopf hoch, ein paar Schritte, eine Begrüßung des Nachbarn und wieder ablegen oder setzen. Aber es kam mehr und mehr Bewegung in die Gruppe. Inzwischen hatten wir die Rudelgröße auf 15 Tiere korrigiert, die langsam einzeln aufstanden, durch das Flussbett wanderten und in mehreren gemütlichen Etappen das gegenüberliegende Flussufer ansteuerten. Trotz der recht großen Entfernung ein tolles Schauspiel und Erlebnis, dass wir die ganze Zeit nur für uns hatten. Weitere Autos Fehlanzeige.

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    Das Flussbett und weit hinten die Felsen in der Mitte.

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    So sah es mit Telobjektiv aus.

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    langsam aufwachen
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    langsam aufstehen
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    langsam verteilen

    Irgendwann mussten wir dann weiter. Mehr Action wollten die Löwen anscheinend auch nicht bieten. Auf der weiteren Strecke gab es wieder mehere Antilopen-, Gnu - und Büffelgruppen zu sehen, eine weitere Elefantenherde am anderen Flussufer und mehrere Greifvögel, darunter ein Bateleur und unterschiedliche Geier-Sorten. Von dem Stück haben wir kaum Fotos, wir sind anscheinend schon etwas verwöhnt und warten immer auf die perfekte Sonneneinstrahlung, die sich heute schwertat.

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    Spannend war die Sichtung eines beachtlich großen Warans vor ins auf der Straße. Als wir näher kamen hatte das ca. 1,5 m lange Tier gerade einen kleine baum bestiegen:

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    Kurz vor unserem Ziel kamen wir noch an ein Wasserloch, bei dem wir schon wieder eine Gruppe Elefanten bewundern konnten, die mit ihren Rüsseln aus dem Wasserreservoir tranken und nicht aus der vorbereiteten Rinne.

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    Ein Auto hielt neben uns und ein südafrikanisches Pärchen sprach uns an und erklärt in etwa 5 Kilometern Entfernung würden ein Dutzend Löwen direkt an der Straße liegen, wenn man einer kleinen Parallelstraße zur Hauptstraße folgen würde. Also nichts wie los. Tatsächlich sahen wir nach 5 Kilometern auf der Straße bereits drei Autos stehen, die ein mit 11 Tieren wieder beachtlich großes Rudel in einem kleinen Bereich zwischen der Sandpiste und einer Feuerschneise, so dass man sie sogar von zwei Seiten bewundern konnten. Sie alle lagen faul in kleineren Gruppen zusammen, kuschelten miteinander und wirkten ansonsten satt und zufrieden. Teilweise waren wir keine zwei Meter von diesen beeindruckenden Tieren entfernt.

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    Nur schwer konnten wir uns von diesem Anblick nach ca. einer Dreiviertelstunde loseisen. Nun aber los zum Einchecken im Camp:
    Das Mopani Camp ist das jüngste (aber immerhin auch von 1992) der großen Kruger-Camps und ist gut ausgestattet mit Shop, Tankstelle, Pool und Restaurant und liegt wunderschön direkt am Pioneer Dam, der einen recht großen See aufgestaut hat und damit in der Trockenzeit zum beliebten Anziehungspunkt für die Tiere der Umgebung wird. Mopani heißt angeblich Schmetterling und verweist auf die Form der Blätter des gleichnamigen Baums, der hier zahlreich in der Umgebung wächst.
    Unser guest cottages (FF6V) für die nächsten beiden Tage ist reetgedeckt, bietet Platz für 6 Personen (zwei Schlafzimmer und einen Wohnraum mit Couch), einer großen Terrasse mit Grill und macht dem V (für view auf den See) alle Ehre. Wir haben uns super wohl gefühlt.
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    zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2024
    407 Beiträge · seit 201525. Jan. 2024 · #20
    Dem Elvis könnt ihr auch crested guineafowl sagen. 😎

    Dieses Foto finde ich toll mit den vier verschiedenen Säugetieren und den Oxpeckers auf dem Büffel.
    Yoda911 schrieb:
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    Ich begleite euch gerne weiter.
    lG brisen SA: 2013 mit Tristan da Cunha und St. Helena, 2014, 2015, 2018, 2022 http://meine.flugstatistik.de/brisen01 https://mtp.travel/users/38408/checklists/locations/map/visited_remaining
    zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2024