Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201613. Sept. 2019 · #1
Hallo zusammen, schon wieder ein Reisebericht. Diesmal eine Zweittäter-Tour. 2017 waren wir als Ersttäter in Namibia und haben uns mit dem Afrika-Virus angesteckt. Das Forum hat uns bei beiden Reisen wahnsinnig genutzt, so dass wir mit dem Bericht ein bisschen Input zurückgeben wollen. Bei unserer Reise hatten wir uns an der Ersttäter-Route als Empfehlung orientiert, die sich hier im Forum aus langjähriger Erfahrung herauskristallisiert hat und sich auch für uns als nahezu ideal herausgestellt hatte. Wir wollten nun Vieles noch einmal erleben, neue Ziele aufnehmen und darum schweren Herzens auch Einiges weglassen. Denn wie immer gab es mehr Ideen als Urlaubstage.
Wir, das sind Sarah (18), Elisabeth (21), Konni und Christoph (beide 53):
Reisezeit Unterwegs waren wir gut drei Wochen im Juli und August 2019. Es mussten (leider) die deutschen Sommerferien sein. Dadurch gab es leider Hochsaison-Preise, aber nie das Gefühl, es sei 'voll'. Das Wetter ist im Juli / August für uns fast ideal. Der namibische Winter präsentierte sich tagsüber zwischen 20 und 28 Grad und absolut niederschlags- und fast wolkenfrei. (Ausnahme die tollen drei Stunden Nebel bei Namib's Valley), nachts kühlte es sich auf teilweise empfindliche 2 bis 14 Grad ab, die aber mit der richtigen Bettdecke kein Problem darstellten.
Routenplanung Wir hatten 2017 einen recht guten Weg gefunden zwischen dem So-Viel-Wie-Möglich-Sehen-Wollen und dem Nur-Schnell-Dran-Vorbei-und-Weiter. Außerdem hat es sich bewährt, nicht jeden Tag die Koffer zu packen, sondern lieber oft einen zusätzlichen zweiten Tag für den Sonnenaufgang oder -untergang Zeit zu haben. Grob: Gestrichen (rot) aus der 2017er-Route wird das Meer (also Lüderitz, Walvisbay und Swakopmund) sowie die Sanddünen der Namibwüste im Sossuvlei. Hauptgrund hierfür ist, dass als neues Ziel der KTP, der Kgalagadi-Transfrontier-Park mit mehreren Tagen und Unterkünften hinzukommen soll. Neu aufgenommen (grün) in die Strecke ist auch die Spitzkoppe und der westliche Teil des Etosha-Nationalparks. Erhalten bleiben Windhoek als Start- und Endpunkt, die Kalahari, Klein Aus, die Tirasberge und natürlich der zentrale und östliche Etosha-Nationalpark sowie am Ende Mount Etjo. Fertig ist die grobe Routenplanung für 2019: Windhoek - Kalahari - KTP - Klein Aus - Tirasberge - Spitzkoppe - Etosha-Nationalpark - Erongo - Windhoek
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201613. Sept. 2019 · #2
Auto Wir haben wieder einen Toyota Hilux Doublecab 2,5 l Diesel 4x4 bei Safari Car Rental gemietet und waren super zufrieden. Die Firma wirkt sehr gut organisiert (Flughafenshuttle, Formalia, Autoeinweisung und -übergabe, Autorückgabe), die Autos sind gut und vollständig ausgestattet: große gute Stollen-Reifen, Doppeltank, gut gefüllter 'Pannenkoffer' u.a. mit Kompressor, Luftdruckmesser etc., zwei Erstzreifen und (extra bestellt) ein Engel-Kühlschrank.
Flüge Durch viel Beobachten, Warten und Vergleichen haben wir elf Monate vor dem Start auf der englischsprachigen Seite von Air Namibia (und nur dort) One-Way-Flüge von Windhoek nach Frankfurt für nur 225 Euro pro Person gefunden und kurz darauf dann Hinflüge FRA-WDH über ein Reiseportal für knapp 400 Euro. Für Juli/August waren wir damit sehr zufrieden.
Unterkünfte Insgesamt 14 Unterkünfte haben wir uns aus den Erfahrungen 2017, aus Internet-Recherche und Forums-Empfehlungen selbst zusammengesucht. Die komplette Liste haben wir dann der Agentur Magic Vibes übergeben, die die Buchung vor Ort vorgenommen und uns letztlich die fertigen Vouchers zugeschickt hat. Das war für uns bequemer (nur eine Überweisung, keine Verhandlungen mit 14 namibischen Adressen) und erfolgreich (wir haben so auch unsere vier Nächte im KTP bekommen!)
Danach hieß es eigentlich nur noch fast ein Jahr lang warten und von der Vorfreude zehren.
Luigi15411 Beiträge · seit 201913. Sept. 2019 · #3
Hallo Christoph, ich werde euch gerne begleiten, da ich zur gleichen Zeit im teilweise gleichen Bereich (nicht im KTP) unterwegs war... Freue mich auf eure Bilder und Erfahrungen LG Peter
stargazer6 Beiträge · seit 201813. Sept. 2019 · #4
Hallo Christioph!
Da komme ich auch gerne mit! Haben uns ja kurz in Mt. Etjo getroffen, schön, dass ihr trotz der Flugverschiebungen gut nach Hause gekommen seid! Auch uns hat der Afrikavirus gepackt und planendeshalb bereits halb ernsthaft 2021 wieder nach Namibia zu reisen, dann gerne incl. eines Besuches des KTP. Insofern bin ich doppelt gespannt auf eure Erlebnisse.
Viele Grüße, Bernd
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201615. Sept. 2019 · #5
0. Tag (20.07.2019) Hinflug, Mietwagen, Einkaufen
Für uns ging es an einem Samstagabend in Frankfurt los. Zum geplanten Starttermin 20:10 Uhr sind wir losgerollt und dann ..... nix. Wir haben erst mal über eine Stunde auf dem Rollfeld herumgestanden und keinen Start-Slot bekommen. Anscheinend hat Air Namibia hier wohl weniger Priorität als zahlungskräftigere Fluglinien. Um 21:15 Uhr ging's dann wirklich los. Über die (schlechte) AN-Servicequalität haben sich hier ja schon viele beschwert. Die Sitze lassen sich teilweise nicht oder schlecht neigen und in der Maschine waren ca. 1/3 der Monitore ausgefallen. Es gab eine ausführliche Ansage, dass für diese Passagiere ein WIFI eingerichtet worden sei, über das man das Entertainment von AN nutzen kann. Das hat dann auch problemlos funktioniert. Natürlich ist ein Handybildschirm kein gleichwertiger Ersatz für die deutlich größeren Monitore in der Rücksitzwand. Das zweite Problem ist, dass das Streamen der angebotenen Filme auf das Smartphone ziemlich Strom zieht. Wir haben zum Glück immer vernünftige Powerbanks dabei, ohne wäre nach einem Film Ende gewesen. Es gibt allerdings 'nur' das eigentliche Entertainment-System (Film, Audio, Spiele), aber nicht die Tracking-Funktion, mit der man live den Standort auf einer Landkarte sehen kann. Das blöde Frühstück in der Maschine (Rührei Bolognese und Joghurt) hätten wir lieber gegen eine weitere Stunde Schlaf eingetauscht. Gelandet sind wir dann um 7 Uhr, haben also eine Teil der Verspätung aus Frankfurt wieder eingeholt. So konnten wir auf dem Flugfeld schon den ersten afrikanischen Sonnenaufgang sehen.
Nachdem wir die Einreise-Visums-Formalitäten über uns haben ergehen lassen, fanden sich alle vier Koffer unversehrt. Draußen stand dann ein Mitarbeiter mit einem Schild unserer Mietwagenfirma Safari Car Rental und erwartete uns. Er Er hat dann noch 15 min. für die Wechselstube auf uns gewartet und dann ging's zur Mietwagenstation, die auf halben Weg Richtung Windhoek liegt. Die Fahrt mit ein paar Tieren am Wegesrand (Paviane, Strausse), gibt das Gefühl: Afrika - wir sind wieder da!
Übernahme Mietwagen bei Safari Car Rental Gemietet hatten wir wie 2017 einen Toyota Hilux Doublecab 2,4 D mit voller Ausstattung (doppelter Tank, zwei Ersatzreifen, alle Reifen mit großen Geländestollen, Kompressor, Wassertank, Kühlbox und Kühlschrank mit zweitem Akku etc.). Das Fahrzeug hatte 30.000 km auf der Uhr und war ein Automatik. 20127 hatten wir noch einen Schaltwagen bekommen. SCR hat aber wohl nur noch Automatik, da immer mal wieder Touris die Kupplung in Kombination mit dem 4x4 im Sand oder beim Anfahren am Berg verbrannt haben. Auch wenn wir zu Hause nur Schaltwagen fahren, kann man sich an den Komfort der Automatik gewöhnen. Letztlich rollt man sowieso 95% im gleichen Gang dahin.
Nach den kurzen Formalitäten und der noch kürzeren technischen Einweisung (wir kannten ja fast alles von vor zwei Jahren) haben wir unser Gepäck in dem geräumigen Canopy verstaut. Toll ist, dass Safari Car Rental mit der Klein Windhoek Schlachterei (KWS) perfekt zusammenarbeitet. Der Kühlschrank im Hilux war also bereits bei Übernahme gefüllt. Wir hatten bei KWS für die anstehenden Selbstversorger-Tage im KTP einiges an Fleisch - vakuumiert eingeschweißt und eingefroren - bestellt und bezahlt. Wir bekamen also in Top-Qualität Filet von Springbock, Oryx, Eland, Kudu und Zebra, dicke und dünne Boerewors, Biltong, Rauchfleisch und Salami am Stück:
Nach der Wagenübernahme ging es dann zur benachbarten Trans Kalahari Inn Lodge, wo wir erst mal ein günstiges und leckeres Frühstück genossen haben - eine ausgezeichnete Alternative zum Air Nambia-Frühstück.
Frisch gestärkt sind wir dann zum Spar in der Maerua Mall in Windhoek und haben in 4-Mann-Arbeitsteilung die vorbereitete Einkaufsliste abgearbeitet (Küchenrolle, Schwamm, Feuerzeug, Grillanzünder, Gewürz, Kaffee, Süßes, Knabberkram, Softdrinks etc.). Am Sonntag gibt es leider keinen Alkohol, das Savannah oder Bierchen muss also noch ein wenig warten.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201615. Sept. 2019 · #6
1. Tag (21.07.2019) Guestfarm Voigtland Abgesehen von de kurzen Einkaufstrip hatten wir uns in diesem Jahr vorgenommen, Windhoek weitgehend links liegen zu lassen. Da wir zudem auch die asphaltierte und stärker befahrene B1 meiden wollten, hatten wir als erste Unterkunft die Gästefarm Voigtland für eine Nacht gebucht - ein richtig gelungene Wahl. Schon Mittags um 12 standen wir auf dem Gelände der Farm und bekamen auch gleich zwei der nett eingerichteten Zimmer zugewiesen.
Ein paar Minuten später sitzen wir im Garten, legen die Füße hoch. Das Gästehaus ist in einem überraschend stimmigen europäisch-afrikanischen Mix eingerichtet - wie könnte es anders sein bei einem Farmland, auf dem bayerische Kühe neben Giraffen leben. Giraffen ? Ja, richtig. Die Farm hat fünf davon und nachdem wir uns zum ‚Chillen‘ in den Garten gesetzt haben, kamen die aus ihrem 70 ha großen Gelände an die Gartenmauer. Hier gibt es nachmittags regelmäßig Kameldornbaum-Schoten zum Naschen. Das Ganze war besonders für Sarah ein tolles Erlebnis, aber das Ganze vermittelt auch ein bisschen Zoo-Feeling. Wir sind im weiteren Verlauf des Urlaubs noch sehr vielen Giraffen begegnet und die Natur-Sichtungen sind durch keine 'gezähmtes' Tier zu ersetzen, auch wenn man da natürlich nicht ganz so nah rankommt.
Das Erlebnis des ersten Tages auf Voigtland wurde komplettiert durch einen tollen Sundowner, ein super leckeres Essen (wir waren 4 von insgesamt 10 Gäste) und am nächsten Morgen von einem perfekten Frühstück in der Morgensonne mit diversen selbstgemachten Zutaten (Brot, Salami, etc.).
Voigtland ist eine 1A-Empfehlung für einen ersten oder letzten Namibiatag nur 20 Minuten vom Flughafen.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201615. Sept. 2019 · #7
von der Voigtland Guestfarm nach 2. und 3. Tag (22./23.07.2019) Teufelskrallen Tented Lodge, Kalahari
Nach dem Frühstück geht es los Richtung Kalahari. Wir fahren wie geplant nicht die Autobahn B1, sondern direkt vom Gästehaus Voigtland die C23, C15 und C 21 über die erste Gravel- und Sandpisten nach Süden. Die Orte am Weg heißen Dorbabis, Uhlenhorst, Hochanas und Kalkrand - auch hier also ein Mix aus Deutschland und Afrika! Verglichen mit den Erinnerungen an 2017 ist die Landschaft ähnlich abwechslungsreich, aber viiiel trockener. Die Ergebnisse der traurigen 2018/2019er Regenzeit ist deutlich zu erkennen. Trotzdem gibt es so einige interessante Motive am Wegesrand:
Ziel ist die Teufelskrallen Lodge bei Kalkrand, die wir aus dem ersten Urlaub kennen und lieben gelernt haben. Sie liegt am Rande eines 4.000 Hektar großen privaten Naturschutzgebiets auf einer der westlichsten Kalahari-Dünen und besteht aus der zentralen Lodge, dem 'Alten Farmhaus', mit Rezeption, Swimmingpool und Restaurant sowie in 3 km Entfernung über 6 einzeln liegende Hauszelte, bzw. Zelthäuser mit eigenen Aussichtsterrassen. Wir haben die Zelthäuser Nr 3 und Nr. 4 zugeteilt bekommen, die einen tollen Blick über die Ebene bieten, den wir den Nachmittag genießen und mit Fotografieren, Lesen, Blogschreiben etc. verbringen.
Am zweiten Tag nutzten wir den Vormittag zu einem Ausflug ins nahegelegenen Städtchen Marienthal, um u.a. die Alkoholvorräte mit Savannah Dry, südafrikanischem Wein und Windhoek Lager aufzufüllen. Außerdem haben wir hier noch einen Geocache gesucht und gefunden.
Am Nachmittag haben wir uns für einen sogenannten Sundowner Drive angemeldet. Die Teufelskrallen Lodge arbeitet mit der benachbarten Kalahari Red Dunes Lodge zusammen, auf deren Gelände die drei- bis vierstündige Fahrt im offenen Safari-Fahrzeug stattfindet. Auf der Rückfahrt von Marienthal hatten wir schon gemerkt, dass der Toyota Hilux relativ windanfällig zu sein scheint. Bei der äußeren Form eigentlich kein Wunder, aber bei dem Autogewicht doch unerwartet. Als dann zusätzlich starke Sandböen über die Straße fegen, wird klar, dass nicht das Auto verantwortlich ist, sondern dass sich hier ein ausgewachsener Sandsturm entwickelt. Der Sundowner-Drive auf der Red Dunes Lodge sollte um 16:00 Uhr starten.Wir sind schon etwas früher die acht Kilometer zur Partner-Lodge herübergefahren, um uns auch dort ein bisschen umzuschauen. Die Lodge ist mit 12 Chalets, einem größeren Haupthaus und einem ausgelagerten Camp mit zwei weiteren Häuschen etwas größer als die Teufelskrallen-Lodge, strahlt aber auch eine luxuriöse und exklusive Atmosphäre aus. Hier könnte man sich auch wohlfühlen. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Rezeption hatten wir dann teilweise nur noch 30 Meter Sandsturm-Sicht. Und der Guide am Eingang bestätigt die Befürchtung: Eine Sichtungsfahrt macht heute nicht nur keinen Spaß, man wird auch kaum etwas sehen. Schade, aber verständlich.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201615. Sept. 2019 · #8
von der Teufelskrallen Tented Lodge nach 4. Tag (24.07.2019) KTP - Kalahari Tented Camp
Heute geht's (endlich) in den den Kgalagadi Transfrontier Park, kurz KTP. Vor uns stehen nun 4 Übernachtungen in drei verschiedenen Camps im Park. Alle drei liegen im südafrikanischen Teil des Park, so dass dort auch die südafrikanische Nationalpark-Verwaltung zuständig ist. Aber zuerst haben wir noch eine Strecke von über 350 Kilometern durch die westliche Kalahari vor uns. Wir bewegen uns den größten Teil des Tages auf der C15 nach Süden. Nach ca. 300 km Schotterpiste und 4 Stunden Fahrt durch eine relativ abwechslungsreiche Landschaft mit einigen zufälligen Tiersichtungen am Straßenrand erreichen wir die namibisch-südafrikanische Grenzstation Mata-Mata, gleichzeitig eines der drei größeren Camps des Parks.
Angeblich ist die 'Einreise' in den KTP völlig unbürokratische und problemlos. Es waren dann fünf Personen in zwei getrennten Häuschen (Namibia Ausreise / Südafrika Parkverwaltung / Südafrika Polizei) beteiligt und vier Eintragungen in diversen Listen, ein Formular pro Person (das identische, das wir schon im Flughafen ausgefüllt hatten), zwei Stempel pro Pass, die Eintragungen des Autokennzeichens, der vier Reisepassnummern in drei Listen und pro Person zwei Stempel erforderlich. Elisabeth zitiert aus dem Werbeflyer des Parks: "Passports are not required for entry unless departure is planned through a gate in another country." und wir lachten alle einmal herzlich. Danach durften wir dann 'schon' weiter. Der Polizist kam sich übrigens nicht nur sehr wichtig, sondern auch sehr grosszügig vor, weil er unser Auto weder auf Feuerholz noch auf Feuerwaffen durchsucht hat.
Vom Tor haben wir dann noch 4 Kilometer zu dem ersten der Wilderness Camps namens Kalahari Tented Camp. Es besteht aus insgesamt 15 Zelte, die auf Holzterrassen aufgeständert sind. Vier davon sind Family Desert Tents, von denen wir eins reserviert haben. Das Camp ist nicht eingezäunt, d.h. die Tiere kommen insbesondere nachts ungehindert zwischen die Unterkünfte. Gesehen haben wir z.B. ein Bild von einem Löwen, der es sich bei Tageslicht unter der Zeltplattform bequem gemacht hatte, so dass der entsprechende Eingang erst einmal geblockt war. Die Zelthäuser haben Außenwände aus einer Art LKW-Plane und sind nur für Selbstversorger ausgestattet, aber immerhin mit Solarstrom (einige Lampen und ein Kühlschrank, keine Steckdosen) und Gasversorgung (Herd) ausgestattet. Es gibt jeweils ein eigenes Badezimmer mit Dusche und einer tollen Veranda mit Grill und Blick auf ein Wasserloch.
Wir hatten noch Zeit, eine erst Fahrt zu ein paar Wasserlöchern der Umgebung zu machen und freuten uns besonders über eine Wildkatze (leider zu schnell für ein gutes Foto) und eine große Eule (auch keine tollen Fotos), aber auch eine Riesentrappe, und diverse 'übliche Verdächtige (Gnus, Oryx, Springböcke, Giraffen):
Zurück im Häuschen hieß es aber erstmals: Braaien. Braai ist das südafrikanische Grillen. Erst brennt man einen Riesenhaufen Feuerholz ab (im Park gekauft, Einfuhr war bekanntlich verboten) und wenn der dann auf eine Gluthaufen zusammengesackt ist, wird gegrillt. Als ungeduldige Deutsche haben wir einen Sack Briketts und verwenden das Feuerholz nur zum Teil als Anzünder. Direkt vor dem Häuschen sind einige Vögel und Mangusten 'zu Besuch'.
Während des Sonnenuntergangs zeigten sich unten im gut zu überblickenden Tal plötzlich eine paar Giraffen. Es war schon recht duster, aber das von der Kamera extrem aufgehellte Beweisfoto zeigt, dass aus dem Paar immer mehr wurden.
Insgesamt 18 (!) Giraffen kamen in einer halben Stunde vorbei und vertrieben uns die Zeit, bis der Grill einsatzbereit war. Unser erster Grillabend wird mit herrlich zartem Oryx-Filet bestritten. Wir sitzen zum Essen allerdings bereits in unserem Küchen-Anbau, draußen wird es zu frisch.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201615. Sept. 2019 · #9
vom KTP Kalahari Tented Camp nach 5. Tag (25.07.2019) KTP - Nossob Camp
Die Zelthäuschen im Kalahari Tented Camp sind mehr Zelt als Haus, also nicht wirklich wäremeisolierend, wie wir schon beim Einschlafen feststellen. Die morgendliche Wäsche wurde daher auf das Nötigste reduziert . Das im Schatten stehende Auto zeigt beim Packen um 8 Uhr noch 4 Grad, da war die Sonne schon seit fast einer Stunde aufgegangen. Heute also der erste vollständige Tag im KTP! Leider müssen wir allerdings nach einer Nacht das Kalahari Tented Camp schon wieder verlassen. Das heutige Ziel ist das Nossob Camp. Fahrstrecke: einmal das komplette Tal des Auob 120 km nach Süden bis an die südafrikanische Grenze nach Twee Rivieren und dann das Nossob Tal wieder nach Norden 160 km bis zum Nossob Camp. Letztlich fahren wir damit einmal fast komplett die Hauptroute durch den Park. Die Landschaft, einschließlich der Strassen, besteht weitgehend aus den roten Kalahari-Sanddünen bzw. dem Sandboden der Täler, so dass es hier sehr sinnvoll ist, den Luftdruck in den Reifen deutlich abzusenken. Empfohlen werden 1,5 bis 1,8 Bar. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist 50 km/h, die tatsächliche oft deutlich niedriger. Und auf der Strecke gibt es eine Menge zu sehen. Die Landschaft ist leider tatsächlich sehr trocken und variiert in den Farben recht wenig, dafür sind wir mit den Tiersichtungen sehr zufrieden. Weitere große Giraffengruppen, zahlreich die üblichen Verdächtigen von jeder Fahrt (Oryx, Springbock, Gnu), einige Schakale etc.
Höhepunkt war sicher der ausgewachsene Gepard, der etwa eine Viertelstunde für uns gut sichtbar parallel zur Strasse entlanglief. Ein wunderschönes elegantes Tier.
Im Nossob Camp haben wir zwei Nächte ergattern können. Das Nossob Camp ist kein Wilderness Camp, d.h. hier sind nicht nur die einzelnen Häuschen, sondern das komplette Camp mit seinen Bungalows und einem Campingplatz umzäunt. Es gibt einen kleinen Laden und eine ebenso kleine Tankstelle. Unser Bungalowtyp wird etwas hochtrabend River Front Chalet genannt und ist wieder für vier Personen ausgelegt. Ein äußerlich wenig ansprechender Steinbau, von innen aber sehr gelungen gestaltet. Ein großes reetgedecktes Dach über dem Wohnraum und der riesigen Terrasse, zwei Schlaf- und zwei Badezimmer und ein Schattenparkplatz vor dem Haus.
Nach unser Ankunft haben wir erst einmal alle Fenster und Türen aufgesperrt. Das Haus ist von der letzten Nacht drinnen viel kälter als draußen. Heute können wir auch abends problemlos auf der geschützten Terrasse mit einem in die Wand eingelassener Außengrill essen. Der Familienrat hat übrigens beschlossen, dass es Springbock-Filet gibt. Super lecker und steht dem Oryx von gestern in Nichts nach.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201615. Sept. 2019 · #10
6. Tag (26.07.2019) KTP - Nossob Camp Wenige Kilometer vor Nossob entdecken wir plötzlich im Tal eine Gruppe irgendwas - was sind das für Hunde, Katzen irgendwas? Zum Glück kommt die kleine Gruppe von fünf Tieren langsam näher und dann erkennen wir, dass es Löffelhunde sind. Leider immer noch ca. 50 Meter von der Strasse, aber recht gut zu sehen. Immer wieder bleibt einer stehen, gräbt und sucht. Nach einer Viertelstunde verschwinden die fünf hinter einer kleinen Anhöhe. DAS war eine unerwartete und tolle Sichtung, auch wenn die Fotos wegen der Entfernung zu wünschen übrig lassen:
Eine besondere Zugabe ist, dass unser Häuschen das erste in der Reihe direkt neben dem sichtgeschützten Aussichtspunkt ('Hide') auf das hiesige Wasserloch ist. Während alle anderen Gäste dort hinkommen müssen, haben wir den gleichen Blick direkt von unserer Terrasse. Es gibt erst Vogelbesuch und beim Abendessen Schakalbesuch - nicht nur am Wasserloch sondern sogar direkt vor dem Elektrozaun, der unsere Terrasse von der 'Wildnis' trennt.
Unser vollständiger 'Nossob-Tag' führte uns vor allem das Nossob-Tal weiter nach Norden und am späten Nachmittag dann auch noch einmal ein bisschen nach Süden aus dem Camp heraus. Insgesamt sind wir etwa 50 km und sechs Wasserlöcher hin- und wieder zurückgefahren. Für einen Erstbesucher wären die einzelnen Tiere oder kleinen Gruppen von Oryx, Gnu, Springbock, Schakale und diversen Vögeln ein spannender Tag gewesen. Wir waren letztlich ein bisschen enttäuscht, da auch die Landschaft kaum Neuigkeiten zu bieten hatte.
Als wir dann abends beim Grillen von den Schakalen beinahe belagert wurden, haben wir uns gegenseitig klargemacht, dass auch Sonnenauf- und -untergang, die gesehenen Tiere und die Landschaft eigentlich einen tollen Urlaubstag gebildet haben. Anscheinend sind die Ansprüche schon gestiegen. Gegrillt haben wir übrigens lecker gewürzte Boerewurst in zwei Varianten und Kartoffeln aus Alufolie.
Zum Abschluss gibt es einen Milchstrassen-Fotoversuch:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201615. Sept. 2019 · #11
vom KTP Nossob Camp nach 7. Tag (27.07.2019) KTP - Urikaruus Wilderness Camp
Heute geht es schon wieder in umgekehrter Richtung wieder durch den KTP zurück, davon auch ein ganzes Stück auf der gleichen Route wie vorgestern. Und der Tag war ein klarer Beweis für die Glücks- und Pechfragen der Tiersichtungen: Es gab gleich am ersten Wasserloch morgens eine braune Hyäne super nah zu sehen und zu fotografieren.
30 Minuten später ein kleiner Autostau von fünf Fahrzeugen bei einem Löwenpaar direkt neben der Straße. und noch einmal eine Stunde später ein weitere Löwe direkt neben einem toten Eland, den er wohl am Vortag erbeutet haben musste.
An Nachmittag und Abend ging es 'ungebremst' weiter: zwei Honigdachse (leider nur kurz und kaum fotografiert), vor der Terrasse zwei Kapfüchse und am beleuchteten Wasserloch noch eine weitere Hyäne. Die Ausbeute reichte locker für den schwächeren Vortag mit!
Auch die Unterkunft ist unser KTP-Höhepunkt, das Wilderness Camp namens Urikaruus mit nur 4 Riverside Cabins, von denen wir zwei belegen! Riverside ist hier klar ein Euphemismus, zu 99% der Zeit gibt's hier keinen Fluss weit und breit. Die Trockenflüsse Auob und Nossob sind allerdings durch die natürliche unterirdische Wasserversorgung und teilweise künstlich angelegten Wasserlöcher trotzdem in den heißen Sommermonaten oft die einzigen Gebiete, in denen sich Bäume und damit Schatten, Schutz und Nahrung halten - der entscheidende Grund, warum hier die Tierdichte zur Beobachtung besonders gut ist. Das Camp Urikaruus ist wie das Kalahari Tented Camp auf Pfählen aufgeständert, die Cabins sind hier aber zusätzlich mit einem ebenfalls hochgelegten Laufsteg miteinander verbunden, so dass wir uns gegenseitig besuchen können, ohne 'in die freie Wildbahn' treten zu müssen. Das Auto stellt man direkt unter das eigene Zelthaus, über eine Treppe erreicht man erst einen Küchenraum mit Esstisch und einem Grill auf Veranda und dann weitere Stufen hinauf Schlaf- und Badezimmer mit einem weiteren Balkon. Kameldornbäume bieten teilweise Schatten auf der Veranda.
Die Bungalows haben als Hausvogel eine ziemlich frechen Toko (Yellow Hornbill = Flying Banana), der uns aber eine Menge Spaß bereitet. Nur sein Angebot, auch noch freiwillig auf den (noch kalten) Grill zu hüpfen, haben wir dann dankend abgelehnt. Es ist unsere letzter Selbstversorger-Abend, da müssen möglichst alle Grillvorräte aufgebraucht werden:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201616. Sept. 2019 · #12
vom KTP Urikaruus Wilderness Camp nach 8. Tag (28.07.2019) Kalahari Game Lodge Der letzte Tag im KTP steht leider schon an, von der Strecke sehr überschaubar, da wir nur zur Grenze bei Mata Mata wieder auf namibischen Boden zurück müssen und dann wenige Kilometer außerhalb des Parks für zwei Tage in einer Lodge unterkommen werden. Wir steigen also wieder vom Selbstversorger zur Halbpension auf - weniger 'Arbeit', aber auch weniger Erlebnis-Charakter.
Den halben Tag können wir als also noch einmal für weitere Game-Drives im Auob-Tal nutzen. Wir bleiben öfter an einem Wasserloch stehen und schauen einfach dem normalen Treiben von Oryx, Strauss, Gnu oder Springbock zu. Ein Highlight ist dabei ein Caracal, den wir aus großer Ferne auf der anderern Seite des Tals sehen. Leider hat er keine ordentliche Modelausbildung und verschwindet schnell. Er sollte sich mal ein beispiel an den gefiederten Models nehmen:
Unterwegs erleben wir, dass es keine gute Idee ist, mit einem 2x4 Dacia Duster die teilweise doch recht tiefen Sandpisten zu befahren. Es war allerdings schon genug Hilfe vor Ort.
Um 13:30 Uhr erreichen wir den Grenzübergang Mata Mata und reisen formal wieder von Südafrika nach Namibia ein. Über die Stempel-, Listen- und Formular-Orgie haben wir ja schon berichtet. Es war mindestens genau so herrlich. Das Neueste: Wir mussten nun die 3 (!) nächsten Unterkünfte in alle vier Formulare (schon wieder das Selbe wie im Flughafen und wie vor vier Tagen) eintragen. Den neben uns stehenden Südafrikanern ging es allerdings noch schlechter. Sie sollten sechs Unterkünfte benennen, da sie deutlich länger bleiben als wir. Der Sinn dieser Anweisung erschließt sich niemandem. Als dann alle Formalitäten abgeschlossen sind, stellt die Beamtin fest, dass ihr Kollege von der Polizei wohl gerade Mittagspause macht. Ihre 'unbürokratische' Idee: "Machen Sie sich selbst den Schlagbaum hoch und fahren sie durch!"
Nur 12 Kilometer die Straße entlang kommt auf der rechten Seite schon die Einfahrt zur Kalahari Game Lodge.
Die Lodge verfügt neben dem Haupthaus mit Restaurant und Pool über nur acht Chalets sowie einen angegliederten Campingplatz. Nach den Selbstversorger-Zelthäusern kehren wir hier wieder in den Luxus der Lodge-Infrastruktur zurück, was sich schon an der Begrüßung zeigt. Es gibt eine Eistee für jeden, bevor wir unserer Bungalows zugewiesen bekommen. Herrlich gelegen mit - wie sollte es anders sein - wieder einmal einem Blick auf ein Wasserloch, an dem sich gerade eine Herde Gnus aufhält. Um das Häuschen selbst wuseln Erdhörnchen und am Nachbarbaum stehen Springböcke. Nachdem wir uns frisch gemacht haben, nutzen wir die Lounge mit WLAN-Verbindung, um wieder mit der Welt in Kontakt zu treten.
Das Ganze ist schon ein wenig exklusiv gestaltet, für unsere Verhältnisse etwas 'drüber', aber sehr nettes Personal, geschmackvoll eingerichtet und natürlich eine tolle Umgebung. Abends gibt es Biltong-Suppe, Oryxsteak und Schokokuchen bei Kerzenlicht. Hier fällt öfter mal der Strom aus (wir befinden uns im äußersten Zipfel des schwachen namibischen Stromnetzes). Dann wird auf einen Generator gewechselt, dazwischen reichen auch Kerzen.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200916. Sept. 2019 · #13
Hallo Christoph,
den Eistee zur Begrüßung gibt es auf der Kalahari Gamelodge auch für Camper. Uns hat es dort sehr gut gefallen, da es nicht so elitär zuging, sondern alle Gäste gleich behandelt wurden. Unabhängig ob Camper oder Lodge-Gast.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201616. Sept. 2019 · #14
vom KTP Urikaruus Wilderness Camp nach 9. Tag (29.07.2019) Kalahari Game Lodge
Die Kalahari Game Lodge trägt nicht umsonst einen Löwen in ihrem Logo. Auf ihrem ca. 40.000 Hektar großen Gelände leben u.a. mehrere 'Familien' der Kalahari-Löwen, die in einem eigenen Projekt besonders geschützt werden. Kalahari-Löwen fallen bei den älteren Männchen durch die besonders dunkle Mähne auf. Da hier einige der Tiere mit Sendern ausgestattet sind, ist es nahezu garantiert, dass man bei den angebotenen Fahrten die Löwen auch entdecken wird. Für uns war das eigentlich als Absicherung gedacht, sollte es mit der Löwensichtung im KTP nicht geklappt haben. Inzwischen haben wir im Park ja schon drei Exemplare gesehen. Wir haben dennoch den Game-Drive gebucht und hoffen auf gute Bilder am Nachmittag. 14:00 Uhr sollte es zur Lion Tracking Tour starten, gemeinsam mit einer 6-köpfigen deutschen Gruppe war der Safari-Toyota-Landcruiser voll belegt. Mit Leon, dem gut gelaunten Fahrer aus Südafrika ging's dann erst mal eine Stunde durch das Gebiet der Lodge, bevor dieser unvermittelt von der Piste ins unwegsame Gelände abbog, stehenblieb und verkündete: "Beine vertreten und Getränke-Pause".
Die Überraschung kam danach: "Und übrigens, da drüben sind die Löwen." Ein Hügel weiter in ca. 50m Entfernung lagen tatsächlich insgesamt fünf Weibchen im Schatten von Büschen und Bäumen. Alle zückten erst die Ferngläser, dann die Teleobjektive und versuchten mäßig gelungene Löwenbilder einzufangen. Soll's das gewesen sein? Natürlich nicht! Leon erklärte, dass er den Standort der Gruppe bereits vom Vortag kannte. Er fährt entweder diese oder die andere größere Löwenfamilie auf dem Gelände der Lodge täglich an und diese haben sich offensichtlich daran gewöhnt. Durch den ersten Stop in einiger Entfernung können die Tiere uns sehen und - viel wichtiger - hören und riechen und bleiben entspannt. Trotzdem gab es einige Verhaltenshinweise ("keine Hand über die Autokante, kein Rufen oder direktes Zeigen auf eines der Tiere, dafür aber gern weiter normal unterhalten und jederzeit die Tiere im Auge behalten"). Was dann kam, war sensationell. Wir stiegen wieder in den Wagen und fuhren stückweise langsam bis auf wenige Meter (gefühlt Zentimeter) an die Tiere heran. Es waren acht, davon ein Männchen. Und wir blieben insgesamt 2 Stunden in unmittelbarer Nähe der Gruppe zum Staunen und Fotografieren. Das Licht wurde durch die untergehende Sonne immer besser und es boten sich ständig neue Perspektiven, Mienen, Details und Kombinationen der faszinierenden Tiere auf beiden Seiten des Wagens.
Zum Abschluss hatten sich drei der fünf Löwinnen auf dem Hügelkamm vor uns im Sonnenuntergangslicht versammelt. Dann noch ein wehmütiger Blick zurück (die Löwinnen über Sarah's Kappe im Hintergrund) - unvergesslich.
Eine Stunde Rückfahrt mit weiteren Sonnenuntergangsbildern und einer super lustigen Truppe später waren wir wieder an der Lodge zum Abendessen. Es gab einen Gemüse-Quiche, Springbock mit Kartoffeln und eine Kuchenstückchen mit warmer Vanillesauce.
Martina56573 Beiträge · seit 201416. Sept. 2019 · #15
Hallo Christoph, Gerade habe ich deinen Bericht entdeckt. Nun bin ich euch schnell nachgereist und gerne ab sofort dabei. Interessante Route, die ihr euch ausgesucht habt. GLG und Danke fürs Berichten. Martina
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201616. Sept. 2019 · #16
Hallo,
da bin ich doch gespannt, ob Ihr am nächsten Tag beim Löwentracking wart und Löwen gesehen habt. KTP und Kalahari Game Lodge wecken Erinnerungen, Eure Sichtungen im KTP waren jedoch wesentlich besser. Herzlichen Glückwunsch zu den tollen Unterkünften im KTP, bei 4 Personen ist das gar nicht so einfach diese zu ergattern.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Daxiang5'050 Beiträge · seit 201417. Sept. 2019 · #17
Hallo Christoph,
ich bin auch noch schnell zugestiegen - eine Tour durch meine zwei Lieblingsparks kann ich mir doch nicht entgehen lassen! Im KTP habt ihr ja schon ganz schön abgesahnt und dann auch noch mit einem Caracal als Highlight. Jetzt bin ich ganz gespannt wie es weiter geht und was euch in Etosha so alles vor die Linse kam.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201617. Sept. 2019 · #18
von der Kalahari Game Lodge nach 10. Tag (30.07.2019) Klein Aus Vista - Eagle's Nest Die Fahrt von der Kalahari Game Lodge Grenzübergang ganz im Osten Namibias bis Klein Aus weit im Westen ist mit über 450 Kilometer die längste Einzelstrecke unseres Urlaubs. Die erste Hälfte führt uns noch durch das 'Dünenmeer' der Kalahari. Spaß macht das Stück, in dem es quer zu den Wellenkämmen der Dünen, also in einer beständigen ruhigen Achterbahnfahrt rauf und runter, rauf und runter geht. Ansonsten ist die Strecke aber recht langweilig.
Ab Keetmanshoop steigt dann die Durchschnittsgeschwindigkeit erheblich, denn wir haben nun die B4, eine der wenigen asphaltierten Hauptverbindungsstraßen unter den Rädern. Für die 450 km sind wir dann letztlich inkl. Tanken und einem kleinen Einkauf fünf Stunden unterwegs und kommen um 14 Uhr nachmittags in Klein-Aus Vista an.
Zur Unterkunft Klein-Aus Vista zählen neben der Desert Horse Lodge insgesamt acht phantastisch gelegene "Klein-Aus Vista Eagle's Nest"-Naturstein-Chalets. Die Häuschen, jedes ein Unikat für sich, liegen einige Kilometer von der Lodge entfernt, weit verteilt entlang einer Felsformation mit einem tollen Blick in die Ebene von der jeweiligen Veranda. Jedes einzelne Chalet ist an und in die riesigen Felskugeln hineingebaut, so dass der Naturstein ein oder zwei Wände ersetzt. Wir waren 2017 im 'Mountain View' untergebracht, das seinem Namen alle Ehre machte. Diesmal heißen unsere Bungalows 'Boulder Nord' und 'Boulder Süd'. Beide sind links und rechts an einen riesigen Stein angebaut und mit einem Gemeinschaftswohn- und Küchenraum verbunden.
Unsere beiden 'Adlernester' vermitteln einem den Eindruck völliger Einsamkeit und Abgeschiedenheit in einer faszinierenden Natur. Der Blick über die Ebene und die Berge am Horizont ändert sich von morgens bis abends in Farbe und Licht. Man könnte hier einfach vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sitzen und zuschauen - Entschleunigung pur.
Wir haben uns dann aber doch nach Sonnenuntergang gegen 19 Uhr aufgerafft und sind Richtung Haupthaus zum Diner gefahren. Ein leckeres Buffet (Highlight Zebrasteak und ein großes Salatbuffet) und ein gemütlicher Loungeraum mit WLAN haben uns hergelockt. Das Ganze ist optisch recht nett hergerichtet, durch die Anzahl der Gäste aber für uns deutlich zu groß.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201617. Sept. 2019 · #19
vom Eagle's Nest nur ein 11. Tag (31.07.2019) Ausflug nach Garub Heute ging es vom Eagle's Nest zu den Wildpferden von Garub. Wir hatten uns am Abend in der Lodge mit Piet, dem Chef, 'drüber unterhalten. Der Bestand der Tiere ist in vier Jahren dramatisch von über 200 auf derzeit 73 zurückgegangen. Die Dürre hat trotz Zufütterung mit Heu dazu geführt, dass sei Jahren keine Fohlen mehr durchkommen, andererseits aber Hyänen die schwachen und alten Tiere erheblich dezimiert haben. Auch wenn die Hyänen jetzt geschossen bzw. vertrieben wurden, ist die Zukunft des Wildpferdbestandes keineswegs sicher. Vier Wochen zuvor hatte es überraschend 25-30 mm Regen gegeben, der immerhin winzige Grasbüschelchen in der Ebene sprießen lässt, so dass derzeit nicht mehr zugefüttert werden muss. An der Aussichtsstelle angekommen (selten so eine übles Stück Weg gefahren!) sehen wir bereits mehrer Pferde links und rechts stehen. Es wirkt, als ob sie hier teilweise von Touristen (verbotenerweise) gefüttert werden. Wir haben uns dann in den schattigen Ausguck gesetzt und etwas Warten hat sich gelohnt, da mehrer Gruppen von Pferden aus den entfernten Hügeln zum Wasserloch kamen. Für unsere 'unfachmännischen' Augen sahen die Pferde weniger abgemagert aus, als in einigen Youtube-Videos der letzten Jahre. Sie hatten sogar genug Energie, um zwischendurch in Trab oder Galopp spielerisch miteinander zu konkurrieren bzw. zu 'spielen'. Alles in allem haben wir 46 Tiere gezählt, bei einer Population von 73 insgesamt eine tolle 'Sichtungs-Quote'.
Im Anschluss haben wir noch gegenüber am alten verlassen Bahnhofshäuschen 'Garub' gehalten. Wenn es das nicht gäbe, müsste es das Tourismusministerium eigentlich hinstellen, so fotogen ist das.
Der Nachmittag verging auf der Terrasse mit Faulenzen und Landschaftbestaunen, bevor wir abends das umfangreiche Grill-Paket 'vernichtet' haben, das wir uns samt Feuerholz statt des Diners in der Lodge mitgeben lassen haben. Auch wenn uns gestern das Buffet durchaus gefallen hat, das Grillen auf der Bungalowterasse vor DEM Ausblick ist eindeutig besser! Vom späten Nachmittag bis nach Einbruch der Dunkelheit haben wir parallel zum Grillen abwechselnd das Feuer, den Horizont und den Sternenhimmel bewundert.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201617. Sept. 2019 · #20
vom Klein Aus Vista Eagle's Nest nach 12./13. Tag (01./02.08.2019) Namtib Desert Lodge Guestfarm
Die nächste relativ kurze Etappe führte uns in die Namtib Desert Lodge in den Tiras-Bergen, eine der weit verstreut liegenden Farmen entlang der D707, die häufiger als besonders attraktive "Traumstrasse" angepriesen wird. Die Anreise durchs Wüsten-Nichts ist tatsächlich einmalig. Nach 50 km Nichts auf der relativ breiten C13 folgen 55 km Nichts auf der D707 (etwa eine Stunde mit keinem einzigen anderen Auto) und dann ging es noch 12 (!) km eine einspurige Piste bis an den Fuß der Tirasberge zu einer kleinen Oase. Auch hier müssen wir im Vergleich zu 2017 feststellen, wie trocken und graslos die ganze Landschaft sich präsentiert. Der Anblick ist weiter toll, aber beim Gedanken an die hier lebenden Menschen und Tier auch ein bisschen deprimierend.
Die Namtib Desert Lodge besteht aus nur fünf Bungalows, einem Familienchalet und zwei Einzelzimmern. Mehr als 16 Gäste können sich also abends beim gemeinsamen Essen mit den Lodgebesitzern, Linn und Thorsten Theile, nicht treffen. Die beiden versuchen, die 16.400 Hektar große Privatfarm nach den Prinzipien eines UNESCO-Biosphärenreservats zu führen und zu bewirtschaften (darum der etwas hochtrabende Name 'Namtib Biosphere Reserve'). Es geht darum, den Schutz der Artenvielfalt von Flora und Fauna zu erhalten und mit einer nachhaltigen Nutzung zu kombinieren. Auf jeden Fall ein nachahmenswerter Ansatz. Besonders angetan haben es uns der gemütliche Terrassen-Lounge-Bereich und das Hausschwein.
Vor zwei Jahren hatten wir uns auf dieser eigentlich unspektakulären Farm mit Familienanschluss so herrlich wohl gefühlt, dass wir unbedingt noch einmal her wollten und wieder zwei Nächte ergattert haben. Nach dem herzlichen Empfang durch Linn (Thorsten ist zur regelmäßigen zweitägigen Einkaufs- und Behördengang-Tour in Windhoek) beziehen wir die Häuschen 3 (Ameise) und 4 (Schildkröte) und nutzen den Nachmittag zum Lesen, Fotografieren auf dem Gelände der Lodge und dann zum traditionellen Sundowner von der eigens eingerichteten Sundowner-Terrasse.
Abends gibt es Oryx-Steak von der Farm mit Reis, Gesellschaft leisten uns neben Linn und ihren Eltern ein deutsches Pärchen und eine vierköpfige holländische Familie. Der Abend vergeht wie im Flug. Beim für unserer Verhältnisse hier späten Ende um 21:30 Uhr wölbt sich wieder einmal eine einmalige Milchstrassenansicht über uns.
Wenn wir richtig gerechnet haben, sind wir schon in der zweiten Hälfte des Urlaubs angekommen - unglaublich ! 😮 🙁
Der komplette Tag in der Namtib Desert Lodge sollte dem Genießen dienen, d.h. wir hatten eigentlich gar keine konkreten Pläne. Praktisch haben wir erst einmal ein gutes Frühstück mit frischem Brot aus eigener Herstellung genossen und dann den Tag mit einer kleinen Wanderung entlang des Botanical Trails (leider auch nur noch Trail und kaum noch Botanical), einem Ausflug zum Campingelände der Lodge, mit Foto-Sichern und -Sortieren, Blog schreiben, Lesen etc. verbracht. Dabei gibt es noch einige Vögel zu beobachten. Da es in der Wüste keine Zikaden gibt, fehlt diese im Mittelmeerraum übliche Dauer-Geräuschkulisse und das Vogelgezwitscher ist oft das einzige Geräusch überhaupt. Abends und nachts herrscht dann völlige Stille - ein ganz ungewohnter Eindruck.