Teil 2
Leider verstecken sich die Geparden heute vor uns und wir können sie nicht finden. Aber auch „nur“ das Fahren durch diese schöne Landschaft ist ein Vergnügen, weite Savannen mit den obligatorischen Schirmakazien und dazwischen immer wieder die kleinen Hügel, die aus der Fläche herausstechen (ich verspreche, beim nächsten Mal kümmere ich mich auch ein bisschen um Landschaftsfotos, ist nicht so mein Ding, daher war auf meiner Kamera fast immer ein Teleobjektiv montiert 😗 ).

Ein Thompson-Gazelle mit Nachwuchs (hier kann man sehr genau sehen, wie sich das Hitzeflimmern bei langen Brennweiten auswirkt)
Wir fahren durch die Hügel wieder Richtung Mara. Markus möchte gerne ein Topi auf einem Termitenhügel fotografieren und so halten wir an. Wilson nutzt die Zeit und schaut sich mit dem Fernglas um. Und er sieht auf dem gegenüberliegenden Hügel zwei Löwinnen. Auf die große Entfernung hin können wir beobachten, dass sie in der Mittagshitze versuchen, sich an eine Herde Zebra heranzupirschen (leider zu weit weg für ein Foto). Wilson überlegt kurz und schaut sich um, um den besten Weg zu finden. Hier im Mara Triangle ist das „Off Road Fahren“ in bestimmten Regionen für Katzensichtungen erlaubt. Und so holpern wir über Stock und Stein, queren einen kleinen Wasserlauf und nähern uns der Löwengruppe. Aus einiger Entfernung können wir sie beobachten. Inzwischen sehen wir auch den Rest des Rudels, das zusätzlich zu den zwei Löwinnen noch aus einigen Jungtieren besteht.

Einer der Youngster
Diese machen dann auch das Vorhaben der Erwachsenen zunichte, in dem sie munter, ohne Deckung, auf die Zebras zutollen, die daraufhin die Flucht ergreifen. Und so verzieht sich die komplette Familie erfolglos in das benachbarte Gebüsch in den Schatten.

Kampfadler – Martial Eagle

Mit Beute ...

... so gerade noch erwischt beim Abflug
Wir machen uns nach dieser schönen Sichtung auf den Weg wieder Richtung Fluss und stoppen zwischendrin, um einen schnellen Lunch einzunehmen. Zwischendrin bekam Wilson Nachricht von einem Kollegen, dass sich die Gnus am Mara versammeln. Wir packen schnell alle gemeinsam den Lunch zusammen und machen uns auf den Weg zum Fluss. Dort oben auf der Anhöhe mit Blick auf den „Look Out Crossing Point“ warten wir gemeinsam mit einem anderen Fahrzeug. Auf der anderen Seite wird es am Ufer immer voller und die Gnus drücken immer weiter Richtung Ufer.

Hier kann man mal das steile Ufer am Mara sehen
Leider fährt wieder ein Fahrzeug zu nah heran und die Tiere flüchten panisch. Dann fährt ein Auto auf unserer Seite an uns vorbei runter zum Ufer, was die Gnus erneut am Crossing hinderte (der Autofahrer schien sich nicht zu fragen, warum oben zwei Autos auf der Anhöhe warteten und niemand unten am Fluss stand 😠 ). Die Gnus wanderten alle weiter nach rechts ab. Der Ranger auf unserer Seite fuhr dann zum Auto hinunter und scheuchte den Autofahrer zu uns hoch. Die Gnus waren allerdings inzwischen fast alle weg.
Wir fahren rüber zum nächsten Crossing Point, allerdings waren dort schon einige Gnus über den Fluss gekommen und das Crossing war vorbei. Also entscheiden wir uns, wieder zum „Look Out Crossing Point“ zurückzufahren. Wir warten wieder oben auf der Anhöhe. Das ist etwas, was man während dieser Jahreszeit öfter macht: Warten. 🙂 Denn die Crossings entwickeln sich immer erst und man muss viel Geduld mitbringen.
Wir hoffen, dass sich die Tiere vielleicht doch noch entschließen können. Und unser Warten wird zumindest mit einem Mini-Crossing belohnt. Wir sehen von der Anhöhe das erste Zebra auf unserer Seite das Ufer herauf kommen und fahren zum Fluss hinunter. Zwei Zebramamas haben sich sich mit einem kleineren Fohlen und einem halbwüchsigen Jungtier auf den Weg über den Fluss gemacht, in Begleitung eines Hengstes. Eine Zebramama, die beiden Jungtiere und der Hengst schaffen es auch über den Fluss. Wo ist denn das andere Zebra geblieben?
Und dann sehen wir es, also nicht die Aktion (leider und irgendwie auch zum Glück 😕 ), sondern das traurige Ergebnis.

Krokodil mit Beute

Danke an Christel und Heiner für dieses Bild (von meiner Position im Auto konnte ich das Krokodil leider nicht sehen)
Der Hengst und das halbwüchsige Jungtier laufen wiehernd und rufend am Ufer entlang, leider vergeblich, denn die Stute wird nicht mehr kommen.

Der Hengst ruft ...

... und ruft

Und auch das Fohlen mag das Ufer nicht verlassen
Kurze Zeit später passiert es, noch während wir unten am Ufer stehen. Auf der gegenüber liegenden Seite wird der Druck größer und größer und immer mehr Gnus und Zebras drängen ans Ufer.
Fortsetzung folgt