Reisebericht: Mit Fahrrad, Bus und Zug durch Kuba

Reisebericht 121 Antworten · 17,4k Aufrufe · gestartet 29. Juli 2020 von Gu-ko
751 Beiträge · seit 201128. Sept. 2020 · #101
Und das wars mit meinem Reisebericht, der wieder mal länger wurde als geplant.
... aber kein bisschen "zu lang", hätte von mir aus noch ewig weitergehenen können.

Mein voller Respekt für deine Art zu reisen, deine Fähigkeit mit der Bevölkerung Kontakt zu knüpfen und das Ganze so interessant zu dokumentieren. Es war sehr spannend mitzulesen und die photographischen Eindrücke sind unglaublich gut!
Ich weiß jetzt nicht, ob ich den "Schicksals- Hut" an sich übersehen habe oder gab es gar kein Foto von ihm?
Auf jeden Fall ein herzliches Dankeschön für das Teilen deiner Erlebnisse, hat Spaß gemacht!
Beste Grüße,
Nette

und P.S. wenn du noch Zeit aufbringen kannst, ich würde dich sowohl nach Westkuba als auch in andere Teile der Welt virtuell begleiten...
Gast28. Sept. 2020 · #102
Nochmals Danke Gu-ko für Bericht und Gratisreise nach Kuba, von dir erfährt man immer was über das Gastland, so was kann man nicht hoch genug schätzen.
Und ich habe auch noch eine Frage an dich als Kenner des Landes, und zwar anschließend zu deiner Schilderung des desolaten Gesundheitssystems in Kuba, anlässlich der Wundversorgung nach deinem Unfall.
Der Export medizinischer Dienstleistungen an „bedürftige und unterversorgte “ Staaten und/oder nach Katastrophen ist ja ein, wenn nicht der, Devisenbringer in Kuba. Das bringt laut Berichten 11 Milliarden US$ jährlich, mehr als der Export von Zucker, Rum und Tabak. Diese Leistungen und die kubanischen Leister sollen in armen Ländern ein hohes Prestige haben, weil Letztere große Erfahrung und eigene Techniken in „low-tech“- Medizin haben. Auch jetzt, durch die Corona-Pandemie ist gerade wieder Hochkonjunktur dafür.
Das sind Government to Government-Geschäfte, das medizinische Personal erhält ein Taschengeld, sonst nichts. Es wurde immer wieder berichtet, dass Ärzte und Pflegepersonal dafür praktisch zwangsrekrutiert werden, sich dem also nicht entziehen können, ist quasi wie Einberufung zum Militär. Das Argument ist, dass das eine angemessene Gegenleistung für die Ausbildung ist, die der Staat, die Gemeinschaft, ja bezahlt hat
Könntest du dazu noch etwas sagen und das bestätigen? Vielleicht passt’s ein Mal. 🙂
Grüße, Werner
PS. Ab 1995 hat auch Südafrika viele kubanische Ärzte für die Versorgung der unter der Apartheid unterversorgten schwarzen Bevölkerung derart „eingekauft“. Ich erinnere mich an ein Ereignis einige Jahre später, als ein kubanischer Arzt gegen seine (unbefristete) Leitungsverpflichtung aufbegehrt hat und in die Öffentlichkeit gegangen ist. Er lebte mittlerweile in einer Partnerschaft mit einer Südafrikanerin, mit gemeinsamen Kindern, wollte heiraten und verlangte Entlassung aus der „Leibeigenschaft“ und ein seiner Leistung und Position angemessenes Gehalt, um mit seiner Familie ein normales Leben führen zu können. Die Südafrikaner sagten, dass sie darauf keinen Einfluss hätten, weil sein „Dienstverhältnis“ ja mit dem kubanischen Staat bestünde. Wie das ausgegangen ist weiß ich nicht mehr, aber jedenfalls hat der Vorfall dieses System in die Öffentlichkeit gebracht.
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2020
Gast28. Sept. 2020 · #103
Und weil dieses ja ein Afrika-Forum ist, noch ein Hinweis auf Lesestoff betr. südlich afrikanische Zeitgeschichte mit Kuba-Bezug. Vielleicht interessiert es Jemand.
Kuba war ja nach der Revolution bzw. während des kalten Krieges ein prominenter Player im „Dekolonisierungsprozess“, und hat dabei auch zur Verhinderung einer „westlichen“ Machtübernahme in Angola nach Abzug der Portugiesen zugunsten A. Netos und seiner MPLA militärisch interveniert. Das ist ein spannendes Stück afrikanischer Zeitgeschichte, wie Breschnew quasi aus der Zeitung erfuhr, dass sein karibischer Proxy Castro einen Krieg in Afrika begonnen hatte, obwohl er nicht ein Mal ein Flugzeug hatte, das so weit direkt fliegen konnte. Das alles hat auch einen starken Namibia-Bezug (passt daher auch in's Namibiaforum B)) , weil das Motiv für die militärische Intervention Südafrikas ja die Verhinderung einer Operationsbasis für die SWAPO in einem sozialistischen Angola war. Dies alles ist im u. a. Buch sehr gut und lesbar geschildert. Interessant ist auch, dass Führungspersönlichkeiten der SADF dem Autor sehr bereitwillig und genau Auskunft gaben, während Kuba eher zugeknöpft war.
THE CUBAN INTERVENTION IN ANGOLA, 1965–1991
From Che Guevara to Cuito Cuanavale

"In January 1965 Cuba formed an alliance with the Angolan MPLA which evolved into the flagship of its global ‘internationalist’ mission, spawning the military intervention of November 1975 and Cuba’s fifteen-year occupation of Angola. This book examines why a Caribbean country sent nearly half-a-million of its citizens to fight in Angola, and how a short-term intervention escalated into a lengthy war of attrition, culminating in Cuba’s spurious ‘victory’ at Cuito Cuanavale. Drawing on interviews with leading protagonists, first-hand accounts and archive material from Cuba, Angola and South Africa, this book dispels the myths of the Cuban intervention, revealing that Havana’s decision to intervene was not so much an heroic gesture of solidarity, but rather a last-ditch gamble to avert disaster. By exploring the complex interplay between the fighting on the ground, the tortured peace process and the constantly shifting alliances, this book aims to explain how these forces shaped and affected Cuba’s fifteen-year intervention, propelling it towards its controversial conclusion."
Edward George
is the Cape Verde and São Tomé author for the Economist Intelligence Unit (EIU) and is a freelance writer on the politics, economics and history of Latin America and sub-Saharan Africa. This book is based on research carried out for his PhD, which was awarded by the University of Bristol.

Das Buch gibt es noch im on-line Handel, hier gratis als download.
https://www.academia.edu/5244068/GEORGE_The_Cuban_Intervention_in_Angola
zuletzt bearbeitet 28. Sept. 2020
4'382 Beiträge · seit 201528. Sept. 2020 · #104
Hallo Gu-Ko,
Du siehst, welches Interesse Dein Bericht gefunden hat und welche Fragen und Anregungen sich daraus ergeben. Auch dafür herzlichen Dank !
Beste Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
573 Beiträge · seit 201429. Sept. 2020 · #106
Hallo Guko,
Auch von mir nochmals ein herzliches DANKE für diesen super Bericht mit vielen interessanten Einblicken in die Kultur und die Menschen. Ich möchte auch nochmal nach Kuba...
GLG Martina
2020: Februar/März Kuba und mehr https://martinasreisen.blog/ 2019 Mai/Juni: Botswana - Caprivi - Vic Falls hier im Forum https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/297741-slow-motion-runde-um-s-okavango-delta.html 2018 Sizilien, Äolische Inseln, La Reunion und mehr: https://martinasreisen.blog/ 2018 Ost-Sizilien und Liparische Inseln Reisebericht: https://www.umdiewelt.de/mTravelogue.php?t=9215&m=p 2017 Island - Spitzbergen - Nordkap - Norwegen Reisebericht: http://www.umdiewelt.de/Europa/Nordeuropa-oder-Skandinavien/Island/Reisebericht-9019/Kapitel-0.html 2016 Vietnam Reisebericht: https://www.vivien-und-erhard.de/forum/index.php?thread/9522-knapp-3-wochen-vietnam-von-s%C3%BCd-nach-nord-reisebericht/&pageNo=1 2015 Namibia Reisebericht: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/286330-namibia-die-erste-mai-2015-ein-traum.html
Themenstarter275 Beiträge · seit 201430. Sept. 2020 · #107
KarstenB schrieb:Hallo Guko,
auch von mir ein dickes Danke für Deinen plastischen RB einer spannenden Reise. Für mich war natürlich der Unterschied zu meinen Reisen früher besonders interessant. Nicht nur so spektakuläre wie die Existenz privater Zimmervermietungen (das habe ich natürlich durch die Medien mitbekommen), sondern auch die kleinen Veränderungen. Besonders entsetzt war ich über die Abholzung des Parque Céspedes in Bayamo. Ich habe, obwohl inzwischen 31 Jahre her, eine so positive Erinnerung daran, unter den schattigen Bäumen Erholung von der schwül-heißen Luft gefunden zu haben. Unglaublich, was sich die Verantwortlichen gedacht haben?
[...]
LG aus HH,
Karsten
Hallo Karsten,
auch zwischen meinem ersten und meinem letzten Kubabesuch liegen rund 20 Jahre. Daher habe ich Einblick in die Entwicklungen, bzw. Veränderungen der letzten zwei Jahrzehnte bekommen. Es geht zwar langsam voran in Kuba, aber vieles ist deutlich besser geworden.
Das fängt bei der Lebensmittelversorgung an, geht weiter beim Transport, also den ÖPV, bis hin zu den Cuentapropistas, den legalen Kleinunternehmern, die es seit ein paar Jahren gibt. Ich habe auch den Eindruck, dass sich in Kuba eine Art Mittelschicht entwickelt hat, die doch recht gut leben, sei es durch Zuwendungen aus dem Ausland, oder durch eigene Geschäftstätigkeiten.
Bei meinem ersten Besuch im Jahre 2001, gab es in dem Stadtviertel, in dem ich wohnte nur ein einziges Telefon (Telefono Publico) und wenn jemand angerufen wurde, kam ein Bote (Mensajero) ins Haus und teilte dem Angerufenen mit, dass jemand ihn sprechen wollte. Heute haben viele Kubaner Handy und Internet über die Wifi-Parks.
Oder in den kleineren Dörfern oder Stadvierteln gab es im Parque einen Holzkasten mit einem Fernseher drinn, der wurde abends aufgeschlossen und die Leute versammelten sich davor um die abendliche Telenovela anzuschauen. Heute ist ein TV-Gerät fast Standard in kubanischen Häusern.
Inzwischen gibt es auch neue, aus China importierte Züge auf der Strecke Havanna - Santiago/Guantanamo, ich bin die noch nicht gefahren, aber laut Berichten soll es eine deutliche Verbesserung sein. (Wenn auch nicht mehr so romantisch, wie die alten Bummelzüge)
Trotzdem gibt es immer noch viele Menschen, die keinen Zugang Devisen oder größeren Extraeinnahmen haben und die in ziemlicher Armut leben. Auch wenn die Armut in Kuba nicht vergleichbar mit dem lebensbedrohlichen Elend in manchen Teilen Afrikas ist. Es gibt keine ausgedehnten Slums, Zugang zu sauberem Wasser und eine gewisse medizinische Grundversorgung sind gegeben, niemand verhungert in Kuba.
All das ist sehr weit entfernt von "ideal", aber doch besser als nichts.
Grüße
Gu-Ko
Guko Reiseberichte: Reisebericht: Bilder einer Äthiopienreise Reisebericht: Mit Bus, Matatu und Liemba durch Ostafrika Reisebericht: Mit Öffis durch Ostafrika u. Ost-Kongo Reisebericht: Mit-Fahrrad Bus-und Zug durch-Cuba
Themenstarter275 Beiträge · seit 201430. Sept. 2020 · #108
Gabi-Muc schrieb:Hallo Guko,

auch von mir ein herzliches DANKE für den tollen ungewöhnlichen Bericht. Besonders spannend auch die Episode mit Deinem Fahrradunfall. Ich hoffe, dass inzwischen alle Wunden geheilt sind. Wie schon mal geschrieben, wäre diese Reise nichts für mich, dazu bin ich zu unsportlich. Aber auch die einfachen Unterkünften wären nichts für mich. Umso interessanter ist es zumindest virtuell auf so eine Reise zu gehen.

Falls Du noch mehr solcher Erlebnisreisen auf Lager hast, ich bin gerne dabei. Dein Schreibstil gefällt mir auch ausgezeichnet.

LG

Gabi
Gabi Danke! 🙂

Bei den Campismos gebe ich dir recht, die sind meistens sehr einfach. Was die Casas Particulares, oder Casas de Renta angeht, so sind die gar nicht so schlecht. Da die Zimmervermietung staatlich kontrolliert wird, müssen die Vermieter einen gewissen Standard einhalten um die die Lizenz zu bekommen. Jedes Zimmer hat AC, Bad/WC, viele haben TV und einen Kühlschrank. Manchmal fehlt es zwar ein wenig an Privatsphäre, da man quasi bei einer kubanischen Familie wohnt, aber oft hat man auch eine Etage für sich, oder einen eigenen Eingang. Ich mag diese Art der Übernachtung recht gerne, da man immer jemand hat, den man bei Fragen und Problemen kontaktieren kann.

Meine Wunden sind geheilt, das ganze ereignete sich Ende 2018, ein paar Narben werden wohl bleiben. Ich habe Ende 2019 noch eine längerer Radreise in Kuba unternommen, wenn Interesse besteht, könnte ich auch darüber berichten. Ich hatte bislang nur das Gefühl, dass hier im Forum der Interessensschwerpunkt doch eher in Afrika liegt?

Grüße
Gu-Ko
Guko Reiseberichte: Reisebericht: Bilder einer Äthiopienreise Reisebericht: Mit Bus, Matatu und Liemba durch Ostafrika Reisebericht: Mit Öffis durch Ostafrika u. Ost-Kongo Reisebericht: Mit-Fahrrad Bus-und Zug durch-Cuba
zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2020
2'396 Beiträge · seit 201130. Sept. 2020 · #109
Hallo Gu-ko,
Du schreibst:
"Ich habe Ende 2019 noch eine längerer Radreise in Kuba unternommen, wenn Interesse besteht, könnte ich auch darüber berichten. "
Ich melde mich schon mal als Leser an!
LG,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
Gast30. Sept. 2020 · #110
KarstenB schrieb:
Ich melde mich schon mal als Leser an!
... und sind schon 2 🙂
4'382 Beiträge · seit 201530. Sept. 2020 · #111
3
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
2'511 Beiträge · seit 200930. Sept. 2020 · #112
Hallo Gu-ko,

vielen Dank für deinen eindrücklichen Bericht mit vielen sehr ausdrucksstarken Bildern.
Leider kann ich mangels eigener Erfahrung nichts Sinnvolles ergänzen, ausser: die Waggons sind tatsächlich alte "Silberlinge" oder n-Wagen, die in den 60er und 70er-Jahren gebaut wurden und lange Jahre das Rückgrat des deutschen ÖPNVs bildeten.
Die Inneneinrichtung ( Sitzmöbel, Gepäckablagen ) sind noch original erhalten, wenn auch in desolatem Zustand.

Viele Grüße,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
Themenstarter275 Beiträge · seit 201430. Sept. 2020 · #113
picco schrieb:Hoi Guko

Auch von mir ein grosses Dankeschön für diesen wirklich schön bebilderten Bericht!
Auch wenn mir schon beim Lesen der Hintern schmerzt...
Wie kann man nur länger als 60 Minuten ohne Pause Radfahren???
Gibts da irgendeinen Tipp?
Wie heißt es doch so schön, "Alles was nicht tötet härtet ab" 😛 Aber ernsthaft, ich bin auch keine Superprofi und auch nicht mehr der Jüngste. Mein Training besteht darin, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, hin und zurück ca. 30 km. Dass mal was schmerzt kommt schon vor, aber wenn man weiterfährt, hört das auch wieder auf. 😉 Mehr belastet haben mich in Kuba Sonne und Hitze, 35 Grad waren keine Seltenheit.
Guko Reiseberichte: Reisebericht: Bilder einer Äthiopienreise Reisebericht: Mit Bus, Matatu und Liemba durch Ostafrika Reisebericht: Mit Öffis durch Ostafrika u. Ost-Kongo Reisebericht: Mit-Fahrrad Bus-und Zug durch-Cuba
Themenstarter275 Beiträge · seit 201430. Sept. 2020 · #114
speed66 schrieb:
Und das wars mit meinem Reisebericht, der wieder mal länger wurde als geplant.
... aber kein bisschen "zu lang", hätte von mir aus noch ewig weitergehenen können.

Mein voller Respekt für deine Art zu reisen, deine Fähigkeit mit der Bevölkerung Kontakt zu knüpfen und das Ganze so interessant zu dokumentieren. Es war sehr spannend mitzulesen und die photographischen Eindrücke sind unglaublich gut!
Ich weiß jetzt nicht, ob ich den "Schicksals- Hut" an sich übersehen habe oder gab es gar kein Foto von ihm?
Auf jeden Fall ein herzliches Dankeschön für das Teilen deiner Erlebnisse, hat Spaß gemacht!
Beste Grüße,
Nette

und P.S. wenn du noch Zeit aufbringen kannst, ich würde dich sowohl nach Westkuba als auch in andere Teile der Welt virtuell begleiten...
Das freut mich! 🙂

Du hast recht, der Hut sollte auch mal gezeigt werden. Ich habe tatsächlich ein Foto, wo er zu sehen ist. Als Sonnenschutz ganz brauchbar, aber ich sah bestimmt recht lustig damit aus. 😄

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1'014 Beiträge · seit 201630. Sept. 2020 · #115
Ich würde mich auch freuen:

4

Yanjep
2'191 Beiträge · seit 201601. Okt. 2020 · #116
Ich melde mich auch als Leser für den neuen Bericht an.

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
6'369 Beiträge · seit 201101. Okt. 2020 · #117
Hoi GuKo
Gu-ko schrieb:Dass mal was schmerzt kommt schon vor, aber wenn man weiterfährt, hört das auch wieder auf. 😉
Jaja, irgendwann stirbt auch der härteste Hintern ab, dann spürt man ihn sicherlich nicht mehr. 😄 🤩 😄

Hiermit geb ich mich für den neuen Bericht als weiteren Leser zu erkennen....
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
548 Beiträge · seit 201601. Okt. 2020 · #118
Gu-ko schrieb:
Ich habe Ende 2019 noch eine längerer Radreise in Kuba unternommen, wenn Interesse besteht, könnte ich auch darüber berichten. Ich hatte bislang nur das Gefühl, dass hier im Forum der Interessensschwerpunkt doch eher in Afrika liegt?

Grüße
Gu-Ko
Hallo Gu-Ko,

ewig bin ich um diesen Reisebericht herumgeschlichen (zur Zeit fällt es mir schwer Reiseberichte zu lesen), aber letztendlich hat meine Neugier auf eine Reise mit dem Fahrrad und mein Interesse an Kuba das Herumgelschleiche beendet und ich habe es nicht bereut.
Du hast uns einen wunderbaren Einblick in das Land und die Mentalität der Leute dort, gewährt und das Ganze auch noch mit tollen Bildern und einer so schön zu lesenden "Schreibe" gefüllt. Herzlichen Dank dafür!!
Ich warte dann auf die Fortsetzung deiner Reise 2019 und freue mich jetzt schon darauf.

Eine Reise mit dem Fahrrad würde mich inzwischen auch sehr sehr reizen 🙂

viele Grüße
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
zuletzt bearbeitet 01. Okt. 2020
Themenstarter275 Beiträge · seit 201401. Okt. 2020 · #119
loser schrieb:Und ich habe auch noch eine Frage an dich als Kenner des Landes, und zwar anschließend zu deiner Schilderung des desolaten Gesundheitssystems in Kuba, anlässlich der Wundversorgung nach deinem Unfall.
Der Export medizinischer Dienstleistungen an „bedürftige und unterversorgte “ Staaten und/oder nach Katastrophen ist ja ein, wenn nicht der, Devisenbringer in Kuba. Das bringt laut Berichten 11 Milliarden US$ jährlich, mehr als der Export von Zucker, Rum und Tabak. Diese Leistungen und die kubanischen Leister sollen in armen Ländern ein hohes Prestige haben, weil Letztere große Erfahrung und eigene Techniken in „low-tech“- Medizin haben. Auch jetzt, durch die Corona-Pandemie ist gerade wieder Hochkonjunktur dafür.
Das sind Government to Government-Geschäfte, das medizinische Personal erhält ein Taschengeld, sonst nichts. Es wurde immer wieder berichtet, dass Ärzte und Pflegepersonal dafür praktisch zwangsrekrutiert werden, sich dem also nicht entziehen können, ist quasi wie Einberufung zum Militär. Das Argument ist, dass das eine angemessene Gegenleistung für die Ausbildung ist, die der Staat, die Gemeinschaft, ja bezahlt hat
Könntest du dazu noch etwas sagen und das bestätigen? Vielleicht passt’s ein Mal. 🙂
Grüße, Werner


Hallo Werner,
wie du schon schreibst, sind die Auslandsärzte ein Riesengeschäft für den kubanischen Staat. Nach meinen Informationen kassiert der Staat zwischen 3000-5000 USD pro Arzt und Monat im Auslandseinsatz, die Ärzte selber erhalten davon maximal 25% oder weniger.
Ich kann natürlich nicht für alle Ärzte sprechen, aber ich hatte eine Ärztin im Bekanntenkreis, die auf Auslandsmission ging, damals nach Venezuela, und die war wahnsinnig begeistert darüber, nicht nur weil sie während des Einsatzes mehr als das Zehnfache ihres normalen Gehaltes verdiente, sondern auch, weil Ärzte sonst kaum eine Chance auf Auslandsreisen haben. Ärzte unterliegen besonderen Reisebeschränkungen, der Staat will nicht, dass sich seine Devisenbringer ins Ausland absetzen. Deshalb werden sie auf den Auslandseinsätzen auch permanent beobachtet und dürfen sich nicht wirklich frei bewegen. Aber um auf deine Frage zurückzukommen, mein Eindruck ist, dass die meisten Mediziner diese Chance gerne ergreifen und ich denke auch, wenn einer nicht will, dass es auch Wege gibt, dies abzulehnen.
Grundsätzlich finde ich diesen "Medizinexport" nicht schlecht, jedoch sollten die Einnahmen zumindest zum Teil auch wieder in die medizinische Versorgung der eigenen Bevölkerung rückinvestiert werden. Wenn man dann sieht, dass trotz kostenlosem Gesundheitssystem und einer hohen Arztdichte, oft die grundlegendsten Medikamente und Materialien fehlen, oder nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind, kann man verstehen, warum viele Kubaner keine so hohe Meinung von ihrem Gesundheitssystem haben.
Ich habe gerade den aktuellen Fall einer Bekannten, die eine Operation bräuchte, es aber praktisch unmöglich ist, zeitnahe einen Termin zu bekommen. Es gibt wochen- oder monatelange Wartelisten und die einzige Chance bald einen Termin zu bekommen, ist, die Ärzte zu bestechen. Wer das Geld nicht hat, muss warten und das mit allen Konsequenzen. So sieht die Realität für viele Kubaner aus.
Guko Reiseberichte: Reisebericht: Bilder einer Äthiopienreise Reisebericht: Mit Bus, Matatu und Liemba durch Ostafrika Reisebericht: Mit Öffis durch Ostafrika u. Ost-Kongo Reisebericht: Mit-Fahrrad Bus-und Zug durch-Cuba
2'396 Beiträge · seit 201101. Okt. 2020 · #120
Hallo Gu-ko,
Gu-ko schrieb:Wenn man dann sieht, dass trotz kostenlosem Gesundheitssystem und einer hohen Arztdichte, oft die grundlegendsten Medikamente und Materialien fehlen,
Kann das nicht auch an dem Embargo liegen?
LG,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0