#safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»

Reisebericht 260 Antworten · 55,8k Aufrufe · gestartet 30. März 2018 von kalachee
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200615. Apr. 2018 ·
Hallo Markus
Dillinger schrieb:Hallo Sam,

danke für den tollen Bericht. Das Nacht-Foto von eurem Übernachtungsplatz am Mirabib ist der Hammer. In mir steigt die Vorfreude, im Juni werde ich dort auch nächtigen und den überhängende Felsen suchen. Hoffe Ihr habt das Plumsklo sauber hinterlassen. 😉

Gruß Markus
😄 Na klar haben wir! Ich weiss allerdings nicht, wie oft da ein Camp Warden vorbei kommt, um nach dem Rechten zu sehen. Es ist dann doch ziemlich abgelegen. Also nicht zu hohe Erwartungen haben - aber es war alles sauber und ganz okay gepflegt. Doch es zählt an solchen Orten ja hauptsächlich das Erlebnis und das ist auf Mirabib wirklich einmalig.

Tipp: die von uns gewählte Campsite mit dem Felsüberhang war wirklich sehr, sehr schön! Die erwähnte Nachbars-Site hat - sie befindet sich auf meinem Nacht-Foto sozusagen im Rücken der Kamera-Position, auf der südlichen Seite des Felsens - so etwas wie eine kleine Höhle mit Feuerstelle und viel Schatten. Wenn man am Mittag oder Nachmittag dort ankommt, wird man da ganz froh drum sein, denn die meisten Campsites haben wirklich fast keinen Schatten. «Unser» Stellplatz hatte ab dem späteren Nachmittag auch keinen Schatten mehr.

In jedem Fall könnt ihr euch freuen, mir hat es wirklich sehr gut gefallen dort draussen!

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200615. Apr. 2018 ·
Hallo Stefanie @Zugvogel

Vielen Dank für deine netten Worte und dein Lob! Schön, liest du auch mit und dass ich ein paar nette Erinnerungen wecken konnte. 🙂

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
774 Beiträge · seit 200715. Apr. 2018 ·
Hallo Sam,

auch ich habe Dein letztes Kapitel aufmerksam verfolgt.... 🤩
Wir haben im Mai am Ende unserer Tour auch eine Nacht auf Mirabib geplant bevor wir nach Swakop und dann zum Abschluss nach Kobo Kobo fahren. Ich werde nach der Site mit Schatten Ausschau halten - wir werden relativ früh am Mittag 😎 dort eintrudeln.
Dein Bericht steigert meine Vorfreude ungemein und ich reise gerne mit Euch. Zumal die kulinarischen Highlights auch nicht zu kurz kommen 😗
Vielen Dank für die schönen Fotos und den lebendigen Bericht

Liebe Grüße von der Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
1’181 Beiträge · seit 201715. Apr. 2018 ·
Hi Sam.

Die Wüstenpferde haben wir zwischen Mirabib und Gobabeb auch gesehen. Lasst euch nix einreden, von wegen domestizierte Tiere... das sind Wüstenpferde (zumindest in unserem Herzen) :


Mirabib sind wir nur vorbeigefahren, das könnte/sollte auf der erweiterten Liste stehen.

Gruß,
Robin
Unsere Reisen: Uganda 2026 | Im grünen Herzen Afrikas ||| NAMIBIA 2024 | Wolkenlos Glücklich im Kaokoveld ||| KTP & MOREMI 2022 | Erstmal sitzen! ||| BOTSWANA 2021 | Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! ||| KRÜGER 2020 | Im hohen Gras, gibt's keine Katzen?! ||| BOTSWANA 2018 | ABER, irgendwas ist ja immer! ||| NAMIBIA 2017 | Been there. Done it! Got it?
1’796 Beiträge · seit 201415. Apr. 2018 ·
Hallo Sam,

von mir mal ein ganz großes "Zwischendurch-Danke" für den großartig bebilderten und geschriebenen Bericht!

Schade, dass Du nicht schon früher das Reiseberichtschreiben im Forum begonnen hast 😎

Grandios!

Vielen Dank!
Sabine
Kaoko BA Light //"Nix als Wüste" // Botswana Bush Adventure Light // Von Wilderness zum Addo NP // Karibuni Tansania // ... und das Beste kommt zum Schluss! // Ein 80ster Geburtstag // Neulinge auf Tour
2’265 Beiträge · seit 201116. Apr. 2018 ·
Hallo Sam,

ein Zwischendank für den sehr schönen, informativen und super bebilderten Bericht.

Begeisterte Grüße
Guggu
Reiseberich Namibia August 2012: Tagebuchaufzeichnungen einer Wikingerin in Namibia Reisebericht Namibia/Botsuana August 2013: Frau HIRN on the floodplains Reisebericht Namibia 2015:A trip down Memory Lane NAM/BOT 2017 :So weit! So gut! Kenia/Masai Mara 2019 :Der Kreis schliesst sich
2’530 Beiträge · seit 200917. Apr. 2018 ·
Hallo Sam,

du hast geschrieben: "Ausblick vom Mirabib-Felsen etwas oberhalb unserer Campsite. Was ich sehr schade finde, sind die der Sandpiste entlang zur Abgrenzung oder was auch immer aneinandergehäuften Steine. Das stört die Aussicht und macht die Fotos irgendwie ziemlich zur Sau."

Leider sind diese Abgrenzungen tatsächlich dringend nötig, denn leider vertreiben sich einige "Wüstenfans" die Zeit, indem sie ihren Bakkie durch diese grandiose Landschaft peitschen und überall ihre Fahrspuren zurück lassen. Das sieht dann auf den Fotos noch blöder aus, vor allem aber stört es das empfindliche Ökosystem.

Und ich schliesse mich Sabine an, du hättest ruhig schon über eure vorherigen Reisen berichten können. Sehr kurzweilig hier. 😎

Liebe Grüße,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200628. Apr. 2018 ·
Hallo ihr Lieben alle

Herzlichen Dank für all eure Rückmeldungen und netten Kommentare! Wie schnell die Zeit immer vergeht... Hatte ein bisschen viel um die Ohren und ehe man sich versieht, sind schon fast wieder zwei Wochen rum. Nun aber geht es hoffentlich wieder etwas flotter voran, schliesslich habe wir ja eigentlich erst angefangen und es gibt noch viel zu erzählen!
fotomatte schrieb:
Leider sind diese Abgrenzungen tatsächlich dringend nötig, denn leider vertreiben sich einige "Wüstenfans" die Zeit, indem sie ihren Bakkie durch diese grandiose Landschaft peitschen und überall ihre Fahrspuren zurück lassen. Das sieht dann auf den Fotos noch blöder aus, vor allem aber stört es das empfindliche Ökosystem.
Das ist natürlich klar und vor diesem Hintergrund habe ich natürlich auch nichts gegen diese Schutzwälle! Scheint ja nicht anders zu funktionieren. Schade darum. 🙄

So, gleich gibt es noch ein Kapitelchen.

Liebe Grüsse an alle treuen Mitreisenden
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200628. Apr. 2018 ·
Kapitel 5
Die rote Namib


Donnerstag, 18. Januar 2018
Mirabib - NamibRand Family Hideout

Ach, eigentlich geht es uns einfach nur gut hier. Was ist das für ein Leben, wenn man in solch einer Umgebung aufstehen und mit einem Becher heissen Kaffee in der Hand den Blick über so eine Landschaft schweifen lassen darf. Jetzt sind wir ein paar Tage hier und völlig an- und runtergekommen. Der Alltag zuhause ist weit weg, die Smartphones aus- und der Entspannungsmodus definitiv eingeschaltet.

Und wir haben auch schon das afrikanische Tempo in all unseren Bewegungen und Abläufen angenommen. Es wird ja auch schnell heiss, da mag man einfach gar nicht schnell machen. Trotzdem sind wir nach dem Frühstück rasch wieder parat für die Weiterfahrt.

1914C283-1D32-4C79-B541-EED5EC93D699.jpeg

Ein letzter Blick zurück zum Mirabib-Felsen. Hierher würden wir jederzeit wieder kommen - ein wahrhaftig spezieller und wunderschöner Ort.

Wir fahren gen Nordosten und bis wir zurück auf die C14 kommen, rüttelt und schüttelt es uns noch ziemlich durch.

86C470C6-4996-4533-9A08-2B85A2CEA639.jpeg


Dann geht es auf und ab, links und rechts durch das Gebiet des Kuiseb Canyon, eine schroffe Landschaft wie auf dem Mond, aber unten im Trockenflussbett doch mit einigen Kameldornbäumen und Akazien. Danach öffnet sich die Landschaft wieder, links von uns kommen die ersten Erhebungen des Naukluft-Gebirges ins Blickfeld. Auch nimmt der Verkehr zu, wenn man das so sagen kann, aber man merkt, dass es in Richtung eines der absoluten Touristen-Hotspots, dem Sossusvlei, geht. In Solitaire machen wir Mittagspause und genehmigen uns einen Burger. Aus dem einst so legendären, kleinen Tankstellenshop mit angeschlossener Bäckerei ist eine echte Touristenfalle geworden, es gibt jetzt schon zwei Cafés. Selbst jetzt in der vermeintlichen Nebensaison ist mächtig was los, viele weisse Touri-Autos stehen auf dem Parkplatz.

8014EEA0-5A24-4A36-9278-51160958D4DF.jpeg

Autowrack, Kakteen und weite Wüstenlandschaft bei der legendären Solitaire-Tankstelle. Ein ziemlich ausgelutschtes Fotomotiv, aber es hat eben doch was. Als ich das Foto fertig habe, kommt Beenie angefahren und gabelt mich für die Weiterreise auf. Neben uns hält ein anderes Touristen-Auto mit zwei Damen und lachend machen sie mit ihrem Smartphone ein Foto von uns bzw unserem Auto - wohl wegen des Aufklebers auf der Seite von unserem Wagen. Ob sie uns erkannt haben und auch hier im Forum unterwegs sind?

Weiter geht es bis Sesriem, wo wir nochmals eine Pause einlegen. Nachtanken und Reparaturen an unserer Ausrüstung wären angesagt: unser Campingtisch hat ein gebrochenes Scharnier und die rückseitige Klappe am Canopy rüttelt sich auf den Pisten immer wieder auf. Am Tisch lässt sich nichts machen, wir müssen für die nächsten fünf Wochen wohl mit einem kapputten ebensolchen auskommen. Die Klappe kann der Tankwart vermeintlich reparieren, aber schon nach wenigen Kilometern ist auch diese wieder auf. Nun gut, wo Problem?

Dann nehmen wir den letzten Abschnitt unter die Räder. Je südlicher wir kommen, desto spürbar heisser wird es. Steigen wir für Fotos mal kurz aus dem klimatisierten Auto, schlägt einem eine Ofenhitze entgegen und es weht ein heftiger, föhnheisser Wüstenwid.

DBD2F3E7-382E-4689-BCD5-CE5B86660A40.jpeg

Unterwegs in der Namib zwischen Sesriem und dem NamibRand Nature Reserve.

Die Farbe des Bodens ändert sich auch merklich, der Sand hier am Rande der Namib wird rot und röter, einzelne Sanddünen schmiegen sich an schwarze Steinhügel. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, wir können kaum aufhören mit Staunen. Wir gelangen nun in das Gebiet des NamibRand Naturreservats, rund 200’000ha gross und aus einem Zusammenschluss von 16 ehemaligen Farmen entstanden, die sich einem nachhaltigen, sanften Öko-Tourismus verschrieben haben. Unser Ziel ist das NamibRand Family Hideout. Von der Strasse ab geht es noch 16km auf einer schmalen Sandpiste bis zum Farmhaus, wo wir schon erwartet werden. Es wird uns ein Walkietalkie mitgegeben und schon können wir bis zu unserer gebuchten Campsite “Orion” weiterfahren. Als wir dort ankommen, können wir uns kaum halten vor Begeisterung. Mann, ist das schön hier! In einem Dünental, bewachsen mit einigen weit auseinander stehenden Bäumen, wurde eine wunderschön eingerichtete Campsite gebaut mit Schattendach und einem Häuschen aus Holz und Zeltplachen, wo sich Dusche, WC und aussen ein Spültrog befinden. Solarbetriebenes Licht gibt es und einen Sonnenkollektor für das Warmwasser. Direkt vor der Campsite ein kleines Wasserloch, wo wir abends auch prompt Besuch von einer Oryx bekommen.

03BE3444-0E04-4775-89A5-D603F6FA4C9F.jpeg


671CB3EE-4164-45A4-B3D3-7286DABEA7E0.jpeg


D3832938-66AC-4373-8DEF-E10952852A0A.jpeg

Die Campsite «Orion» vom NamibRand Family Hideout. Nicht ganz billig, dafür unvergleichlich schön und abgelegen in der puren Natur draussen.

Ein zauberhafter Sonnenuntergang spielt sich ab, während wir das Abendessen vorbereiten (der Vollständigkeit halber: Ribeye Steaks in einer Ingwer-Knoblauch Marinade in der Alufolie gegrillt, in ebensolcher gebratene Kartoffeln mit Zwiebeln, Knoblauch und Rosmarin sowie je einem Maiskolben mit Peri-Peri Extrahot einbalsamiert). Geschafft vom langen Fahrtag begeben wir uns zum Lesen in unsere Zelte. Aber wie immer an den letzten Abenden komme ich nicht weit mit meinem Buch, schon nach knapp einer Seite werden die Lider schwer und ich schlafe schnell ganz friedlich ein.


Tageskilometer: 356km
Gesamtreisezeit: 8h 10min
Tageshöchsttemperatur: 41° C
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200603. Mai 2018 ·
Freitag, 19. Januar 2018
NamibRand Family Hideout

Erst kurz vor acht Uhr erwache ich heute. Die tiefstehende Morgensonne leuchtet den roten Sand aus, dekorative Wölkchen zieren den blauen afrikanischen XXL-Himmel und am Wasserloch vor dem Campingplatz kommen Namaqua Sandgrouse in Scharen zum Trinken. Wir sitzen im Schatten, trinken Kaffee und schauen den Oryx zu, die nach und nach auftauchen, um sich ebenfalls den morgendlichen Schluck zu genehmigen. Es ist so friedlich hier und wir haben einen ganz entspannten, ruhigen Ausruhtag vor uns.

DSC_9063.jpg

Oryx vor roten Namib-Sanddünen - direkt vor unserem Campingplatz, fotografiert von meinem Campingstuhl aus.

DSC_9044.jpg

Das Bild ist zwar vom Abend vorher, zeigt aber wunderbar die herrliche Stimmung im Dünental, wo sich unsere Campsite befindet.

Die Sonne steigt schnell und mit ihr die Temperatur; war es am frühen Morgen schon gut 27° C, steht das Quecksilber gegen 11 Uhr bei bereits 39° C im Schatten! Und diesem folgen auch wir, indem wir ständig unsere Position entsprechend verschieben. Da ja unser Campingtisch hinüber ist, improvisieren wir und legen diesen auf der defekten Seite ohne ausgeklappte Tischbeine auf die Heckklappe des Bakkies. Und da dort, wo unser Auto steht, erst gegen Mittag Schatten ist, warten wir solange mit dem Frühstück. Man muss sich halt zu helfen wissen. Wo Problem?

Ein erstes Mal spanne ich auch meine Hängematte auf und verbringe dort drin einige Zeit mit Lesen. Dazwischen schweift der Blick immer wieder in die Landschaft und wir müssen einander wiederholt versichern, wie unglaublich schön das hier ist und dieser Platz definitiv ganz weit oben auf der Liste der schönsten Campsites, auf denen wir je waren, kommt.

DSC_9064.jpg

Blick über das weitläufige Tal in Richtung Westen. Ein Traum von einer Landschaft.

Gegen halb fünf machen wir uns dann auf die 4x4-Rundfahrt, für die wir im voraus das entsprechende Permit gebucht haben. Damit darf man eigenständig eine Runde über das weitläufige Gelände auf einer Sandpiste fahren. Wir sind einfach nur hin und weg. Über jede Düne oder Kuppe, über die man fährt, öffnet sich eine neue, grandiose Landschaft mit gelb leuchtendem Gras, knallrotem Wüstensand, graublaue Berge am Horizont und einem knallblauen, offenen Himmel.

DSC_9090-2.jpg


DSC_9088.jpg


DSC_9103.jpg


DSC_9082.jpg

Fabelhafte Landschaften und zwei zufriedene Safaribrüder auf dem 4x4-Drive über das Gelände des NamibRand Nature Reserve.

Bei YouTube ansehen ↗

Boahs und Ooohs machen die Runde und wir sehen Oryx am Laufmeter, ein paar Bergzebras und Springböcke. Gut zwei Stunden kurven wir so durch die Gegend und mir gehen langsam die Superlativen aus, das zu beschreiben. Einmalig ist das, wirklich einmalig. Es hat so eine erhabene, überwältigende Ruhe, das muss man einfach erlebt haben.

Und es ist heiss heute. Sehr heiss, sogar. Aber immer am Nachmittag kommt von Westen her ein teilweise starker Wind auf, so dass man die Hitze nicht ganz so sehr wahrnimmt. Erstaunlich ist aber die Regelmässigkeit, mit der dieser Wind jeden Nachmittag kommt und spätestens nach Einbruch der Dunkelheit wieder weg ist. Das haben wir bis jetzt ausnahmslos jeden Tag so erlebt.

DSC_9074.jpg

Nachmittags um 15 Uhr hat es 43° C, zwei Stunden später sollte das Thermometer gar noch um drei Grad höher klettern.

Zurück im Camp fangen wir bald an, uns um das Abendessen zu kümmern. Heute wandert auf den Grill: ein wiederum fantastisches Sirloin Steak und ein in Alufolie auf der Glut gebackener Butternut-Kürbis. Dazu machen wir in Butter glasierte grüne Bohnen und Weisskohl.

Ein wenig Abseits vom Campingplatz in den Dünen hatte ich vor Einbruch der Dunkelheit Stativ und Kamera aufgestellt, um wieder etwas Sternenfotos zu machen. Nach dem Essen spazieren wir mit unseren Lampen dahin, machen die Bilder und liegen dann einfach noch ein paar Minuten in den Sand und starren in diesen grandiosen, riesigen, von Lichtverschmutzung völlig befreiten Blinkehimmel. So etwas kann man wirklich nur hier erleben.

DSC_9121.jpg



Tageskilometer: 46km
Tageshöchsttemperatur: 46° C
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
1’425 Beiträge · seit 201503. Mai 2018 ·
Lieber Sam und Beenie,

durch eure phantastischen Schilderungen und Bilder gerät man richtig ins Träumen! Danke dafür!
Heute in vier Wochen geht's dann bei uns auch endlich wieder los.

LG
Laura
I will always have a bit of namibian sand in my shoes! Linksammlung zu den letzten Reiseberichten und Filmen Aktuell: Reisebericht Kenia 2024
5’490 Beiträge · seit 200903. Mai 2018 ·
Hallo Sam,

wir werden Ende Dezember für zwei Nächte im NamibRand Family Hideout übernachten und nach Deinem Bericht und den Fotos ist die Vorfreude noch größer geworden.

Ein wenig verwirrt bin ich von der Sache mit dem Permit für Selbstfahrer. Davon hatte ich bislang noch nichts mitbekommen, und bin davon ausgegangen, dass man dort automatisch auch die Selbstfahrerrunde fahren darf, wenn man auf der Campsite übernachtet. Daraus ergeben sich jetzt für mich einige Fragen, bei denen Du mir vielleicht helfen kannst.
Muss man das Permit im voraus beantragen, oder kann man das auch noch, wenn man vor Ort eincheckt? Kostet das Permit noch extra, oder ist es im nicht gerade günstigen Übernachtungspreis bereits enthalten?

Ich freue mich auf die weiteren Berichte von Dir, denn aufgrund Deiner Vorankündigungen weiß ich, dass es noch einige Überschneidungen mit unserer über den Jahreswechsel geplanten Tour geben wird.

Alles Gute
Thomas
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
1’527 Beiträge · seit 201103. Mai 2018 ·
Hallo Thomas,

darf ich antworten......das Permit kostet extra.....kann vor Ort (ungern) organisiert werden....

Mandy Brückner (ältere Dame in Windhoek) traut eventuell ihrem sehr hilfsbereiten Personal nicht ganz.....

letztendlich geht es ums Geld.... 😄 😄 😄 😄

lg.....BMW
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2018
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200603. Mai 2018 ·
Liebe Laura
Flash2010 schrieb:Lieber Sam und Beenie,

durch eure phantastischen Schilderungen und Bilder gerät man richtig ins Träumen! Danke dafür!
Heute in vier Wochen geht's dann bei uns auch endlich wieder los.

LG
Laura
Vielen Dank für deine netten Worte! Es ist ja wie gesagt das erste Mal, dass ich einen Reisebericht in dieser Form mache. Das ist ganz wunderbar und ich habe viel Freude daran und noch viel mehr ob den vielen positiven Rückmeldungen von euch hier und aus meinem privaten Umfeld. Aber einen kleinen Nachteil hat es, wenn man den Reisebericht so «zerstückelt» in vielen einzelnen Etappen berichtet: es weckt ständig das Reisefieber und Sehnsucht nach Afrika…

Dann ist es für euch ja schon sehr absehbar! Wünsche euch jedenfalls schon jetzt gute Vorbereitung und viel Vorfreude! 🙂 Bei mir/ uns dauert es leider noch, die nächste Reise ist "erst" für 2020 angedacht.


Lieber Thomas
Topobär schrieb:Hallo Sam,

wir werden Ende Dezember für zwei Nächte im NamibRand Family Hideout übernachten und nach Deinem Bericht und den Fotos ist die Vorfreude noch größer geworden.

Ein wenig verwirrt bin ich von der Sache mit dem Permit für Selbstfahrer. Davon hatte ich bislang noch nichts mitbekommen, und bin davon ausgegangen, dass man dort automatisch auch die Selbstfahrerrunde fahren darf, wenn man auf der Campsite übernachtet. Daraus ergeben sich jetzt für mich einige Fragen, bei denen Du mir vielleicht helfen kannst.
Muss man das Permit im voraus beantragen, oder kann man das auch noch, wenn man vor Ort eincheckt? Kostet das Permit noch extra, oder ist es im nicht gerade günstigen Übernachtungspreis bereits enthalten?

Ich freue mich auf die weiteren Berichte von Dir, denn aufgrund Deiner Vorankündigungen weiß ich, dass es noch einige Überschneidungen mit unserer über den Jahreswechsel geplanten Tour geben wird.

Alles Gute
Thomas
Vielen Dank für! Es freut mich sehr, dass du auch dabei bist – habe deine Reiseberichte auch immer sehr gerne gelesen.

Also, ich habe rasch die Rechnung vom Family Hideout rausgekramt. Wir haben bezahlt:

1x 4 X 4 self-drive permit per own vehicle non-SADC: NAD 500.00
2x NamibRand Nature Reserve Park Fee pppnight: NAD 180.00
2x Non-SADC residents Camping Fees pppnight: NAD 300.00

Es ist also wirklich nicht inklusive und so günstig nun auch wieder nicht. Aber wir haben es gerne bezahlt, denn es lohnt sich in jedem Fall. Die Strecke ist echt cool und für dich als alten Hasen sicher keine Herausforderung. Aber die Landschaft ist einfach eine Wucht. Das self-drive Permit kann man, wie BMW schreibt, bestimmt auch vor Ort beziehen. Frau Brückner war nicht da und wir wurden von einer sehr netten Dame betreut, die dort auf der Farm arbeitet. Jedenfalls könnt ihr euch wirklich auf den Aufenthalt freuen!

Danke auch dir, @BMW, für den Input.

Und allen anderen stillen Mitlesern und Danke-Button-Drückern ebenfalls ein herzliches Dankeschön! Sollte schon bald wieder weitergehen.

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
105 Beiträge · seit 201603. Mai 2018 ·
Hallo Sam,

ich habe gerade deinen Reisebericht am Stück gelesen, vielen Dank für die Mühe die du dir machst, deine lockere Art zu schreiben und die wunderschönen Bilder. Das weckt Vorfreude auf die nächste Reise im Herbst, obwohl ich gerade erst aus Marokko zurück bin.

Viele Grüße Cora
Reisen: Marokko 2006-2024 18 mal, Jordanien 2015, Namibia 2016, Nam-Bot-Sim 2017, Malawi-Sambia 2018, Tansania 2019, Uganda 2020, Oman 2022, Südafrika 2023, Madagascar 2023, Kenia 2024, Kambodscha 2025, Usbekistan 2025
5’490 Beiträge · seit 200904. Mai 2018 ·
Hallo Sam,

habe jetzt bei unserer Buchungsagentur angefragt und die Info erhalten, dass in unserer Campbuchung das 4x4 Permit bereits enthalten ist. Naja schauen wir mal, wie das vor Ort klappt. Deshalb aber mal eine Frage vorweg. Habt Ihr vor Ort eine Karte erhalten, aus der Ihr ersehen konntet, wo Ihr lang fahren dürft. Oder wie habt Ihr Euch orientiert?

Alles Gute
Thomas
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200604. Mai 2018 ·
Hallo Cora
Cora schrieb:
ich habe gerade deinen Reisebericht am Stück gelesen, vielen Dank für die Mühe die du dir machst, deine lockere Art zu schreiben und die wunderschönen Bilder. Das weckt Vorfreude auf die nächste Reise im Herbst, obwohl ich gerade erst aus Marokko zurück bin.
Vielen lieben Dank! Das freut mich sehr. 🙂

Und Vorfreude darf man meiner Meinung nach immer haben, auch wenn man erst gerade aus Marokko zurück gekommen ist. 😛 Marokko gefällt mir auch sehr, da war ich bisher zwei Mal (und jeweils nur recht kurz) - das würde ich mir gerne mal noch etwas genauer anschauen. Aber ja, das gilt eigentlich für fast jedes Land in Afrika...

Hey Thomas
Topobär schrieb:
habe jetzt bei unserer Buchungsagentur angefragt und die Info erhalten, dass in unserer Campbuchung das 4x4 Permit bereits enthalten ist. Naja schauen wir mal, wie das vor Ort klappt. Deshalb aber mal eine Frage vorweg. Habt Ihr vor Ort eine Karte erhalten, aus der Ihr ersehen konntet, wo Ihr lang fahren dürft. Oder wie habt Ihr Euch orientiert?
Dann nehme ich schon an, dass das so sein wird mit dem Permit. Klappt bestimmt!

Es gibt eine von Hand gezeichnete Karte, die im Ablution-Block neben dem Gästebuch aufliegt (sonst gibt dir die Mitarbeiterin von der Farm eine) und die man dann zum 4x4-Drive mitnehmen kann. Die Orientierung ist sehr einfach, denn man kann sich fast nicht verfahren, der Trail ist auch ausgeschildert. Es gibt einige Abzweigungen, die man nicht nehmen darf, das ist dann aber auch entsprechend gekennzeichnet mit kleinen Holzschildern. Somit kann man praktisch nur die ganze Runde machen und sich dabei also wirklich nicht verfahren. 🙂

Bis dann!

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
57 Beiträge · seit 201804. Mai 2018 ·
Hallo Sam
Ich hab mich auch noch schnell reingequetscht...
A 350 und dann noch den Dreamliner.. besser gehts nicht!!


Muss schell weiterlesen
Liebe Grüsse Esther

Und jetzt eine knappe Stunde später... Wie obergenial sind denn die Bilder!!!!!! Da kann ja nicht NUR an der Landschaft liegen... Chapeau..
und erst eure Leckereien - ganz sicher, dass ihr keine Sterneköche inkognito seid???
Freue mich auf die Fortsetzung
zuletzt bearbeitet 04. Mai 2018
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200605. Mai 2018 ·
Hallo Esther
Esthi71 schrieb:Hallo Sam
Ich hab mich auch noch schnell reingequetscht...
A 350 und dann noch den Dreamliner.. besser gehts nicht!!


Muss schell weiterlesen
Liebe Grüsse Esther

Und jetzt eine knappe Stunde später... Wie obergenial sind denn die Bilder!!!!!! Da kann ja nicht NUR an der Landschaft liegen... Chapeau..
und erst eure Leckereien - ganz sicher, dass ihr keine Sterneköche inkognito seid???
Freue mich auf die Fortsetzung
Uiuiui... Vielen Dank für das grosse Lob! Da fühlt man sich ja ganz geschmeichelt. Mercivielmal. 🙂 Meinen Bruder wird auch das Kompliment über die Küche freuen. Er ist wie im Intro beschrieben vor allem für Feuersachen und damit auch Grillgut zuständig und hat immer super Ideen für leckere Marinaden. Sterneköche sind wir ganz sicher nicht, da braucht es natürlich noch ein bisschen was dazu. Unser anderer Bruder ist Koch und von ihm haben wir schon viele gute Tipps mit auf den Weg bekommen. Zudem haben wir natürlich über die Jahre auch etwas an Erfahrung gesammelt, wissen, was uns schmeckt und wir lieben es einfach wirklich sehr, da draussen in der Natur zu sein und in der Buschküche zu werkeln. 😎

Geht gleich weiter mit dem nächsten Kapitel.

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
Themenstarter1’061 Beiträge · seit 200605. Mai 2018 ·
Kapitel 6
Das Zeltstangenmassaker


Samstag, 20. Januar 2018
NamibRand Family Hideout - Koiimasis Ranch

Das feste Ritual auf unseren Reisen; wer zuerst aufsteht, macht den Kaffee - mit oberster Priorität und vor allem anderen - wird auch dieses Mal eisern durchgeführt. Dann setzt du dich mit der Tasse mit dem wohlriechenden Brühgetränk in den Campingstuhl, schaust in die Natur hinaus und bist einfach nur zufrieden.

376174A6-3B36-4016-AA0C-B0F4C01C5347.jpeg

Ein schöner Morgen draussen in der Wüste? Bittesehr.

Heute nehmen wir es gemütlich, frühstücken irgendwann und machen uns dann an den Abbau unseres Lagers. Der erfahrene Camper weiss: beim Zusammenräumen des (Boden-) Zelts immer vorsichtig anheben und unter den Zeltboden schauen. Skorpione verkriechen sich gerne dort drunter. Und siehe da; auch heute wieder einmal hat sich einer seinen Schlafensplatz unter meinem Zelt ausgesucht. Also immer schön dran denken!

0488BC7C-B07C-4D65-B4FB-220953B32890.jpeg

Ein stattliches Exemplar von einem Skorpion, der es sich da unter meinem Zelt gemütlich gemacht hat. Wenn man sie "aufdeckt", verkriechen sie sich so schnell als möglich in ein Versteck. Dieser hier sucht sich eine unserer Plasticboxen neben unserem Frühstückstisch aus und als wir diese nachher anheben, bin ich schon bereit für das Foto.

B94E91B0-3DA2-42E8-9C05-D33CA3A36E29.jpeg

Nun zischt der Skorpion schnell zum nahen Kameldornbaum, was aber von dieser schönen Echse sofort bemerkt wird. So etwas haben wir noch nie gesehen; die Echse kennt gar nichts und attackiert den Skorpion blitzartig. Dieser sticht nicht einmal zu und verzieht sich so schnell er kann in einem Rindenloch.

Kurz vor Elf sind wir Abfahrbereit und so begeben wir uns wieder auf Pad. Es geht weiter gen Süden, der Tag ist schön und die Laune gut. Auf etwa der Hälfte der Strecke liegt Betta, ein winzig kleiner Ort mit ein paar Farmhäuser, einer Tankstelle und einem wirklich kleinen Minishop. Dort halten wir kurz an und stocken unsere Wasservorräte auf. Dann geht es aber gleich weiter und wir biegen auf die D707 ein, oft als die schönste Strasse Namibias bezeichnet.

F7198CCD-0B6F-4ABF-A43E-E06CBEBBD25D.jpeg

An der D707 in den Tirasbergen.

Und ja, es ist mit Sicherheit eine der schönsten Strecken hier. Rote Sanddünen schmiegen sich an aus der ferne Schwarz schimmernde Berge, riesige Ebenen erstrecken sich über anscheinend endlose Weiten mit einsam dastehenden Akazien drauf. Die Hitze flimmert und manches Mal wirkt es aus der Distanz, als liege ein flacher See dort.


60C49C42-79D0-4CBA-96DE-C96783F210D9.jpeg

Nach einer Weile erreichen wir das Farmtor zur Koiimasis Ranch, unserem heutigen Tagesziel.

Die Farm ist so riesengross, dass alleine die Zufahrt zum Farmhaus und Campsite 20km lang ist. Für uns einfach unvorstellbare Grössenverhältnisse. Aber kein Wunder, bei solch spärlichem Bewuchs braucht das Vieh natürlich viel mehr Weidefläche und dementsprechend riesig sind die Farmen auch hier in Namibia. Man stellt sich vor, wie das damals gewesen sein muss, als die weissen Siedler sich dieses Land genommen und hier Farmen aufgebaut haben. Und heute verdienen sie sich mit dem Gästebetrieb natürlich etwas dazu, es gibt auch eine Lodge hier.

CCFB7C5C-F260-4DC5-A685-0F0E95637468.jpeg

Auf dem Farmgelände der Koiimasis Ranch.

Wir fangen an, uns einzurichten, spannen dann aber doch erstmal die Hängematten auf und machen ein wenig Pause. Als der Schatten der Berge unsere Campsite erreicht, baue ich mein Bodenzelt auf. Beziehungsweise will es aufbauen. Schock! Es fehlen zwei Zeltstangen…

So sehr ich mich beim Zeltabbau auf die Skorpione geachtet habe, so wenig habe ich selbiges in Bezug auf diese beiden Stangen gemacht. Es ist nämlich so: das von unserem Autovermieter geliehene Bodenzelt hat ein Stangensystem aus Metall, die man zusammensteckt und dann wie ein Gerüst über vier Ecken spannt. Und diese Stangen sind alle mit einer Schnur verbunden, so dass beim Auseinanderstecken keine verloren gehen kann. Aber zwei davon waren uns lose mitgegeben worden und anstatt dass wir diese einmal selber mit einer Schnur wieder an den restlichen angebunden hätten, habe ich diese jeweils einfach so wieder mit eingepackt. Und ich sag beim Zusammenräumen auf der Family Hideout Campsite noch so: «Hmmm, wo sind denn jetzt die anderen zwei Stangen? Na, dann werde ich sie wohl schon mit den anderen zusammen in die Zelttasche gepackt haben». So kann man sich täuschen.

Nun also stehen wir, also vor allem ich, ziemlich dumm da. Und ich werde für einen Moment echt wirklich sauer. Also so richtig angepisst. Mann, was kann ich mich darüber ärgern! Das führt dann auch dazu, dass mein Bruderherz mir «befiehlt», sofort in meine Laufklamotten zu steigen und eine Runde zu drehen. Das mache ich dann auch tatsächlich und kann mich dabei bestens wieder abreagieren. Da schon nach 17 Uhr ist, ist auch keiner mehr am Farmhaus/ Reception erreichbar, wo wir allenfalls nach Hilfe für unser Zeltstangenproblem hätten fragen können.

2CB5840E-F7B8-44FE-A30F-18202F638723.jpeg

Auf den Felsen direkt um unsere Campsite (Nr 3 haben wir uns übrigens ausgesucht; diese hat auch tagsüber etwas schatten und für Hängematten-Liebhaber bieten sich gute Möglichkeiten zum Aufspannen) wuseln auch ständig Rock Dassies herum. Wie es scheint, werden sie von «netten» Touristen auch immer mal wieder angefüttert, anders können wir uns jedenfalls nicht erklären, dass sie fast jegliche Scheu vor uns verloren haben.

8C1ED36D-C39C-40B3-8643-0872BB7528F3.jpeg

Denn das erlaubt mir dann auch eine solche Portraitaufnahme aus ein paar wenigen Metern Entfernung.

Es ist nebenbei bemerkt aber auch eine wunderbare Laufrunde, denn es gibt über das Farmgelände einen schönen Rundwanderweg. Im schönsten Abendlicht ballere ich da also so durch die Gegend und scheuche dabei noch einen armen Steinbock auf, der in Panik vor mir davongaloppiert sowie eine grössere Herde Springböcke, die ebenfalls das Weite suchen.

Zurück auf der Campsite verschieben wir die Beratschlagung auf Morgen und widmen uns dann gescheiter wieder angenehmerem zu, nämlich dem Abendmahl. Wir haben noch einen Resten an Bolognese über und machen die mit Penne zusammen warm. Dazu einen Gurkensalat und in Butter gedünstete Karotten. Das schmeckt dann auch sehr gut und mit vollem Bauch und meiner Bettdecke lege ich mich in die Hängematte - aufgrund des Zeltstangendramas für heute auch meine Ruhestätte.


Tageskilometer: 157km
Gesamtreisezeit: 3h
Tageshöchsttemperatur: 36° C
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»