22. August 2023 - Von der Nxai Pan zur Kudiakam Pan/Baines Baobabs - Teil 2
Ein magischer Abend
Ein magischer Abend
Diese Übernachtung bei den Baines Baobabs hatte etwas mehr Vorarbeit als die meisten anderen Campsites erfordert. Seit 2018, als ich mit Rennade auf unserer Bushwaystour dort am Morgen auf der Rückfahrt von der Nxai Pan nach Maun eine kurze Zeit verbracht haben, lässt mich der Wunsch nicht los, hier einmal zu übernachten. Ich war damals geflasht von dieser riesigen Salzpfanne und wollte einmal mehr Zeit mit und auf ihr verbringen. In unsere Selbstfahrertouren hat es nie reingepasst, also muss ich es jetzt einfach passend machen. Heiko findet die Idee theoretisch gut, statt auf einer HATAB-Campsite, die nicht direkt bei der Kudiakam-Pan liegt, zu übernachten, einmal auf einen Platz von Xomae auszuweichen. Nicola im Office kümmert sich dann um die Umsetzung.


Wie Ihr seht, wurde die Tour nicht nur mit Heiko und Nicola abgestimmt, sondern auch DT wurde an manchen Stellen nach seiner Meinung gefragt, mal von mir, mal vom Office, mal wurde er selber aktiv.
Wir biegen natürlich links ab (weil von oben kommend, das Foto habe ich nach dem Abbiegen gemacht).
Nach ein bisschen Gerumpel durch Tiefsand und ein paar entgegenkommenden Fahrzeuge, die denken, dass wir mit unserem Riesenauto+Anhänger leichter ausweichen können als sie mit ihren kleinen 4x4s 😛 😈 , erreichen wir den oberen Teil der Salzpfanne.
Wir machen uns weiter auf den Weg zu den Bäumen und unserer Campsite. Wir beschließen, dass da hinten irgendwo das Meer ist und wir uns schon auf den Sprung ins kühle Nass freuen.
Im South Camp hatte man Diteko erklärt, dass er zur #1 nach links abbiegen und an der Pfanne entlang fahren müsse. Hmmm, das finde ich seltsam, schließlich habe ich mich mit Hilfe einiger Fomis (danke an dieser Stelle an diejenigen, ich hab’s gerade nicht mehr im Kopf, wer es alles war, den/die ich mit meinen Fragen genervt habe 😘 ) und auch der Karte bewusst die #1 ausgesucht, weil man von ihr auf die Baobabs blickt und man von diesen auch schnell auf den Platz auf einer Spur direkt rüber fahren/laufen kann.
Aber egal, ich habe im Laufe meiner diversen Touren mit Diteko gelernt, dass es Momente gibt, wo man mit ihm keine Diskussion beginnt oder ihm gar widerspricht 😗 . Ich äußere zwar ganz dezent meine Zweifel, lasse aber die Möglichkeit offen, dass die Xomae-Mitarbeiterin recht hat und vielleicht ja die Plätze neue Nummern bekommen haben 😎 . Völlig tiefenentspannt (vor ein paar Jahren hätte ich jetzt bereits zu nörgeln begonnen… 😕 ) genieße ich einfach die lange Fahrt an der Pfanne entlang, wo wir die beiden Campsites #2 und #3 entdecken und schlussendlich nur noch die Möglichkeit offenbleibt, quer über die Pfanne auf der bereits vorhandenen Spur zu der aus meiner Sicht richtigen Stelle zu fahren, wo sich dann auch tatsächlich (Überraschung 😄 ) der gewünschte und gebuchte Platz befindet.
Heureka – wir freuen uns alle über die schöne Lage – und dann kommt der zähe Teil des Tages. In der prallen Mittagshitze bauen wir unsere Zelte auf. Platz gibt es eigentlich genug, Birgitta kann sich aber nicht so richtig entscheiden, wo es ihr am besten gefällt, und zieht ein oder zweimal um (Elke übrigens auch, weil sie nach dem Aufbau festgestellt hat, dass sie eine Hanglage gewählt hat 🤪 ). Danach ist Birgitta völlig platt. Mir geht es ohne Umzug auch nicht viel besser, diese Zelte sind schwer und wollen erstmal an ihren Platz geschleppt werden. Zudem erweisen sie sich manchmal auch als ziemlich widerborstig. Und da meine Armspannweite eher der einer Meise als einer Riesentrappe entspricht, verliere ich gerne mal die Kontrolle über die bereits zusammengesteckten Zeltstangen und muss frustriert mit ansehen, wie sie wie ein Mikado-Haufen wieder in sich zusammenfallen. Von den Haken, mit denen man die Zeltwände an den Stahlstangen befestigt, will ich gar nicht reden, die führen sowieso ein Eigenleben. Oft helfen wir uns gegenseitig, aber heute wurschtelt Birgitta alleine vor sich hin. Wenn das Zelt steht, muss man noch seine Tasche, seinen Schlafsack und seine Matten heranschleppen. Wenn man wie Birgitta sich einen Platz in Alleinlage, irgendwo im dichten Gras ausgesucht hat, kann das eine Herausforderung werden. Mein Platz ist etwas tiefer gelegt, so dass ich mit meinem Krempel beinahe das Übergewicht bekomme, als ich über eine Wurzel stolpere. Warum haben wir gleich nochmal keinen Lodgeurlaub gebucht? 🙄
Links wohnt Simone, in der Mitte ich und rechts Birgitta!
Als wir dann alle am Tisch sitzen, besprechen wir mit Diteko, der uns natürlich einen Gamedrive am Nachmittag anbietet, dass wir lieber im Camp bleiben und in Ruhe duschen wollen und dann den Plan haben, gegen Abend zu Fuß zu den Baobas zu gehen (man ist eh viel zu wenig zu Fuß unterwegs bei solchen Reisen). Diese Idee findet bei Diteko Anklang und so können wir mal in Ruhe ein bisschen rumhängen, Kaffeetrinken, Orangen essen, die KD uns hinstellt und einfach mal faul sein. Ist zwar bei der Hitze nur bedingt gemütlich und auch nur mit Schattendach möglich, aber es gibt schlimmere Schicksale.
Nebenher beobachten wir, was bei den Bäumen so abgeht. Dazu muss man sagen, dass wir uns – schon allein deshalb, weil wir kurz vorher von ganz unangenehmen Erfahrungen bei Kubu Island erfahren hatten – die schrecklichsten Szenarien ausgedacht haben. Die Campsite ist hässlich (stimmt zum Glück schon mal nicht, im Gegenteil), es herrscht den ganzen Nachmittag Betrieb auf der Pfanne, Autos, Fußgänger, Quads…. Stimmt zum Glück auch nicht, nur zwei Autos oder so stehen mal drüber bei den Bäumen. Für den Abend haben wir eine Gruppe von Südafrikanern vor Augen, die mitten auf der Pfanne Tische aufbauen und lautstark und feuchtfröhlich den Sonnenuntergang feiern. Wir haben zwar einen Plan, was wir mit denen machen würden, und der wurde auch in unserem Chat gut ausgearbeitet, aber er bleibt unter uns, da politisch nicht ganz korrekt.
Und was passiert tatsächlich? Wir sind ganz alleine, nur wir 10, auf dieser riesigen Kudiakam Pan. Kein fremdes Auto, keine Geräusche, die nicht von der Natur produziert werden, nichts. Einfach ganz viel NICHTS! Und dazu dieses Licht!
Wir machen uns (außer Birgitta, die leider noch nicht ganz erholt ist) und KD, der das Camp bewacht, sowie DT, der später zu uns stoßen will, wenn es dunkel wird, auf den Weg über diese Unendlichkeit zu den Bäumen, die ihre bizarren Arme in den Himmel strecken.
Hier ein Foto von uns Sieben, das Birgittta gemacht hat:

Danke Tanja (oder Uwe?) für dieses Foto:
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Wir sind wahre Glückskinder. Niemals hätte ich mir das zu erträumen gewagt. Wir ganz alleine hier! Kein Schwachkopf, der sein Messer zückt, um seinen Namen in die Rinde zu schnitzen! Niemand der Lärm macht. Nur wir! Und damit beginnt – zumindest für mich – ein unbeschreiblicher Abend, den ich sicher niemals vergessen werde. Ich habe ein Gefühl von „Mir gehört die Welt“ und gleichzeitig „Ich werde ganz demütig bei so viel Schönheit“. Erklären lässt sich das schlecht, auch nicht mit Fotos.
Trotzdem haben wir natürlich viele gemacht, zu sagen gibt es dazu nicht viel (war ja jetzt auch genug Text).


Was für ein magischer Abend!
Glücklich verbringen wir den Rest davon im Camp mit einem leckeren Abendessen und ein bisschen Bush-TV am Campfire.








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