H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201623. Nov. 2021 ·
Fortsetzung
Um 16.30 Uhr soll der heutige Sunset-Drive starten. Die Betonung liegt hier auf „soll.“ Denn als wir und einige andere nebst Guide pünktlich vor Ort sind, lässt eine kurzfristig dazugebuchte Reisegruppe auf sich warten. Die Herrschaften befinden sich zur geplanten Abfahrtszeit nicht mal im Camp… 😵 Trotzdem wird Rücksicht auf die noch Abwesenden genommen und wir sitzen im Truck herum, während es immer später wird und die Ungeduld im Angesicht der limitierten Tageslichtdauer steigt. 😣 Nach einer Viertelstunde kommt die Gruppe endlich an. Deren recht unfreundliche Reiseleiterin will aber erstmal mit ihren Schützlingen im Camp einchecken – also warten wir weiter. 😠 Als dann auch noch im Raum steht, dass die Gruppe zuerst ihre Unterkünfte beziehen will, interveniert meine Frau erfolgreich… 😗 Und so starten wir etwas verärgert auf die Ausfahrt – Tageslicht wird heute Mangelware sein… Der uns begleitende Guide ist der Head-Guide Sataras – ein überaus erfahrener und kenntnisreicher Mann. An den Honeymoon-Lions – die noch genau an Ort und Stelle liegen – fahren wir einfach vorbei. Löwen sehe man hier eh überall, sagt er… 🤪 Dafür halten wir lange an einem alten Leadwood und lauschen durchaus interessanten Erläuterungen, während das Licht immer schöner wird. In solchen Situationen merke ich, dass Geduld keine meine Haupttugenden ist. 😗 Als nächste Sichtung steht ein naher Giraffenbulle bereit.
Unser Guide möchte uns das Hinterland zeigen und abseits der Touristenrouten fahren. Das freut uns, sehen wir doch so einen Teil der Gegend, der uns sonst verschlossen bliebe. Kurz hinter dem Hyänenbau an der H6 biegen wir also ab und befahren verschiedene Wirtschaftswege des Parks. Natürlich nicht, bevor wir den anwesenden Hyänenkindern unsere Aufmerksamkeit geschenkt haben.
Wir sind hier in gutem Gepardengebiet – leider zeigt sich keine der Katzen auf dieser Ausfahrt. Dafür sehen wir bald ein Gnu – eigentlich nicht spektakulär. Jedoch entsteht hier eines meiner Lieblingsfotos dieser Reise.
Es folgen Steinböckchen und weitere Giraffen.
Bald sehen wir Strauße. Mitglieder der Zu-spät-Kommer-Reisegruppe bestehen hier auf einem längeren Stopp – das Licht wird immer schwächer. Ich wäre gern weitergefahren.
Wir erleben einen schönen Sonnenuntergang.
Im letzten Licht des Tages begegnet uns dann ein B.N. ohne Hörner.
Während der letzten Zeit (also auf jeden Fall nach unserem letzten Besuch im Oktober 2018) hat im Kruger zur Bekämpfung der Wilderei eine breit angelegte Enthornungsaktion stattgefunden. Die wenigsten der N.H., die wir auf dieser Reise noch sehen werden, tragen mehr als Stumpen. Das ist ein trauriger Anblick und es ist verdammt schade, dass es nötig zu sein scheint, die Tiere zu ihrem Schutz zu verstümmeln. Unser Guide ist unschlüssig, ob die teure und aufwändige Aktion wirklich wirkungsvoll ist – einige Tage später hören wir von einem Beleg für seinen Zweifel: Ein B.N. ist auf der Crocodile River Road gewildert worden – es war eines der enthornten Tiere. 🤢 Wir halten ganz fest die Daumen, dass dieses Beispiel nicht repräsentativ für den Erfolg der breitangelegten Enthornung ist.
Ein naher Wahlbergsadler reißt uns aus der Grübelei.
Nach kurzer Zeit wird es ganz dunkel und der Nightdrive-Teil der Ausfahrt beginnt. Gern wäre ich noch länger bei Sonnenlicht unterwegs gewesen… Ein Hoch auf die Pünktlichkeit. 😈
Als Entschädigung sichten wir aber bald einen Vogel, über den wir uns wahnsinnig freuen: Eine Welwitschnachtschwalbe (Mozambique Nightjar) sitzt auf unserer Pad. Lange habe ich mir gewünscht eine Nightjar zu sehen – bisher konnten wir stets nur ihr charakteristisches Schnarren hören. Ein echtes Highlight der Fahrt!
Wenig später begegnen wir zwei afrikanischen Wildkatzen im hohen Gras. Eine von beiden zieht sich bald zurück, die andere lässt sich aber zum Glück ausgiebig bestaunen. Ein zweiter Höhepunkt der Fahrt.
Zurück auf der Teerstraße in der Nähe des Sweni kommt es dann noch zur Begegnung mit dem gesamten Sweni-Pride. Als die Scheinwerfer des Gamedrive-Trucks die Brücke über den Fluss beleuchten, können wir es gar nicht glauben: 16 Löwen lagern auf der Straße! 🤩 Bald stehen wir inmitten des Rudels und haben für schöne Überblicksaufnahmen die falschen Brennweiten dabei… Es ist aber auch so total aufregend und beeindruckend, so viele Raubkatzen unterschiedlicher Größenordnung so nah um sich zu haben – jede von ihnen kann man unmöglich die ganze Zeit über im Auge behalten und so hoffen wir, dass hier alles entspannt bleibt und sich alle im Fahrzeug angemessen verhalten.
Kurz vor Satara entdecken wir dann noch eine Ginsterkatze, die den schönen Drive für uns abrundet.
Nun sind wir wirklich ziemlich müde und besorgen uns noch schnell einige Pizzen im Camprestaurant, das gerade noch geöffnet hat. Wir stapfen durch die Dunkelheit des Camps und begegnen im Schein unserer Lampe dem letzten Aufreger dieses Tages: Eine große Walzenspinne kreuzt unseren Weg. Ein prägendes Erlebnis vor allem für die Kinder, die sich nicht uneingeschränkt über diese Erstsichtung freuen mögen… 😗
Zum Ausgang des intensiven Tages essen wir schließlich aber gemütlich zuerst auf der Terrasse und dann, als die Kinder weiteren Spinnenbesuch befürchten, im Inneren unserer Hütte.
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201628. Nov. 2021 ·
5. Kapitel: Der frühe Vogel… und der ganz späte auch.
Heute stehen wir gemeinsam um 5 Uhr auf. Da das den Kindern immer etwas schwerfällt, haben wir den Kofferraum unseres Busses für sie mit Kissen und Decken vorbereitet. So können sie, während wir mit geringer Geschwindigkeit durch den Park kurven, noch etwas schlummern. Sie freuen sich enorm über diese gemütliche Behausung. So machen ihnen frühe Gamedrives gleich doppelt so viel Spaß. 🙂
Da wir während der gestrigen Abendausfahrt das gesamte Sweni-Rudel an der Brücke über den gleichnamigen Fluss gesehen haben, wollen wir heute die ersten Sonnenstrahlen nutzen, um nachzusehen, ob die Löwen noch an Ort und Stelle sind. Als wir in die Nähe kommen, sind wir erstmal enttäuscht – hier steht kein Auto und daher werden hier wohl auch keine Löwen mehr sein… 😵
Aber weit gefehlt: Kurz hinter der Brücke sehen wir das gesamte Rudel lagern. Zum Glück dösen die Katzen allesamt auf der richtigen Straßenseite und so können wir das Treiben im schönsten Morgenlicht genießen. Mehr können wir von einem Tag im Kruger kaum erwarten. 🤩
Vor allem der Nachwuchs sorgt immer wieder für Bewegung, während ein prächtiger Löwenkater eher durch seine Majestät zu beeindrucken weiß.
Die Kleinen kuscheln mit den Löwinnen, werden im hohen Gras gesäugt – hier herrscht pure Familienidylle.
Bis ein Gnu in Sichtweite gerät. Die Löwinnen verwandeln sich – wo vordem Entspannung herrschte, ist jetzt Anspannung zu sehen. Drei Löwinnen begeben sich in Richtung der potenziellen Beute – vorsichtig und zielstrebig. Der Rest des Rudels blickt konzentriert hinterher.
Als die Löwinnen sich immer näher anschleichen, geht unser Puls in die Höhe. Immer wieder legen sich die Katzen in Deckung und schleichen dann weiter.
Bis das Gnu sie letztendlich dann doch entdeckt und zögerlich das Weite sucht. Die drei Jägerinnen setzen zu keinem Sprint an, sondern geben schnell auf. Etwas bedröppelt kehren sie zu ihrem Rudel zurück. Einerseits finden wir es schade, dass die Jagd so ausgegangen ist, auf der anderen Seite ist es aber auch ganz gut so, dass das Gnu noch unter den Lebenden weilt – die Kinder waren während der Jagd nämlich klar im „Team Gnu“. 😉
Als sich das Rudel in den Schatten der Palmwedel zurückzieht, fahren wir weiter und verlassen eine der für uns schönsten Löwenbegegnungen der vergangenen Reisen. 🙂
Einmal mehr schauen wir am Hyänenbau vorbei und begegnen dort einer adulten Tüpfelhyäne und einem Jungtier. Immer wieder schöne Beobachtungen.
Der weitere Drive verläuft dann eher ruhig. Wir fahren noch ein wenig nach Norden und sehen Strauße, Zebras und Kudus, die sich bereits in den Schatten verzogen haben.
Als die Hitze wieder die 40 Grad Marke knackt und das Licht immer greller wird, sind wir zurück in Satara. Wieder ist eine lange Siesta angesagt. Der Pool ruft die Kinder. Der Schatten ruft mich. 😉
Der Nachmittag folgt dann in einem gesonderten Kapitel.
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201630. Nov. 2021 ·
Fortsetzung
Als wir unseren Nachmittagsdrive starten, ist es bereits kurz vor 16 Uhr – es bleiben uns also rund zwei Stunden, bis die Camptore schließen. Wir fahren noch einmal die Straße gen Orpen Gate, da dort auch heute wieder Wildhundmarker auf dem Sightingboard gesetzt worden sind. Leider werden wir die Tiere nicht finden. Schade. Stattdessen kommen wir an Elefanten vorbei – auch schön, aber im Kruger derzeit wirklich an jeder Ecke anzutreffen.
Hornraben und paarungsbereite Wasserböcke säumen unseren Weg, der uns bis zum Aussichtspunkt Bobbejaanskrans führt.
Dort steigen die Eltern aus und wollen die Aussicht genießen – die Kinder wollen im Auto bleiben, sie sind gerade mit einem Hörbuch beschäftigt. Bei der Aktion unterläuft uns ein blöder Anfängerfehler, denn wir lassen das Fenster auf der Fahrerseite offen… 😣 Kaum stehen wir nichts ahnend am Rand des Felsens und blicken in das Flussbett, schon erschallen panische Schreie aus dem Inneren unseres Wagens. Wir stürzen zurück und müssen feststellen, dass ein hungriges Meerkatzenmännchen durch das Fenster eingestiegen ist und nun im Innenraum panisch herumfegt, da kein Ausgang mehr zu finden ist. Mittendrin unsere Töchter… 🙁 Wir schreien und machen die Situation dadurch nicht besser – bis wir schließlich alle Türen aufreißen, um dem Affen die Flucht zu ermöglichen. Zum Glück ist alles gut gegangen – nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn das Tier in seiner Panik zugebissen hätte. Wir verbringen einige Zeit damit, unsere große Tochter zu trösten und aufzufangen. Die Kleine verbrachte den Zwischenfall im Kofferraumbett – sie hat zum Glück gar nicht wirklich etwas mitbekommen. Aber die Große muss sich nachvollziehbarerweise erstmal beruhigen und auch unser Puls muss sich langsam normalisieren. Lektion 1: Auch wenn keine Tiere zu sehen sind, heißt das nicht, dass keine da sind… Lektion 2: Auch außerhalb der Camps sind Affen im Kruger auf Nahrung in Autos konditioniert. Lektion 3: Auch nach zwölf Afrikareisen sind wir nicht vor Dummheiten gefeit. 😵
Wir treten zerknirscht und gleichsam unendlich erleichtert die Rückfahrt an und sehen auch jetzt wenig Wild. Ein Tawny Eagle sitzt wie am Vortag auf seiner Warte. Eine Riesentrappe balzt extrem beeindruckend. Schließlich freuen wir uns noch über ein paar Giraffen und einen Milchuhu. Eulensichtungen sind immer etwas Besonderes für uns.
Als das Licht bereits weg ist, kommen wir noch an einer Büffelherde vorbei und fahren bald ins Camp ein – etwas enttäuscht von der Ausbeute des Nachmittags, aber froh darüber, dass alle Insassen noch gesund sind…
Als wir an der Hütte ankommen, fällt mir auf unserem Grill eine seltsame Form auf. Das wird wohl nicht etwa…? Doch: Es ist eine African Scops Owl, die dort auf Beute lauert. Bisher kannte ich die nur schlafend hoch in einem Baum! Die Kamera wird gezückt und vorsichtig – Schritt für Schritt – nähere ich mich dem Grill. Die kleine Eule lässt sich zum Glück nicht stören. Und so kann ich sie bei einsetzender Dunkelheit bei ihrem erfolgreichen Beutezug beobachten. 🤩
Als das Licht schließlich ganz weg ist, hilft mir unsere Große mit der Taschenlampe aus. Und so haben wir am Ende des Tages dann doch noch unser Sichtungshighlight, das fast noch besser ist als Löwen und Co. 🙂
Guten Abend, Sascha, Neidischsein gehört bestimmt nicht zu meinen wichtigste. Charaktereigenschaften - ABER: Die Scops Owl läßt mich quittegelb anlaufen……seufz! Bisher haben wir sie immer nur gehört…. Viele Grüße Friederike
Champagner8’814 Beiträge · seit 201001. Dez. 2021 ·
Guten Abend Sascha,
ich hinke hier im Forum etwas hinterher, hab mich doch tatsächlich letzten Freitag zum Wochenende hin abgeschossen, aber leider nicht mit Alkohol, sondern mit einer Boosterimpfung 🤩 🤪 🤢 . Dazu dann noch der plötzliche Wetterumschwung und schon war ich für ein paar Tage etwas matschig.
Beim Anblick der Scops Owl bin ich aber ganz schnell wieder hellwach geworden 😮 - euer Erlebnis mit ihr finde ich sensationell! Ich kenne sie auch nur im Baum sitzend oder eben rufend. Aber in Aktion - das ist nochmal eine ganz andere Nummer! Glückwunsch!
Aber auch eure sonstigen Sichtungen sind nicht von schlechten Eltern, vor allem die vielen Tierkinder (haha, tolles Wortspiel 😛 ). Die sind bestimmt der Bonus dafür, dass Ihr selber mit kleinen Kindern reist! 🙂
Sehr erstaunt bin ich auch über die tollen Löwenfotos, so mitten im Grünen! Wenn ich KNP denke/lese/höre, dann sehe ich vor meinem inneren Auge immer Katzen auf Asphalt. Geht also offensichtlich auch anders.... 😎
Danke für die schönen Eindrücke aus einer Gegend, die wir eigentlich dieses Jahr bereist hätten, dann auf nächstes Jahr verschoben und nun wegen einer totalen Planungsänderung komplett aus der Tour geschmissen haben. Der KNP und ich, das soll einfach nichts werden..... 😗
Aber dafür gibts ja dich 😎 !
Liebe Grüße von Bele
P.S. Deine deutschen Eulen kenne ich, nicht persönlich, aber..... 😎
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201602. Dez. 2021 ·
Liebe Bele, schön, dass du geboostert und jetzt auch wieder ganz auf dem Damm bist! Die Scops Owl war eines der I-Tüpfelchen dieser Reise. Satara ist ein ganz guter Ort, um diese Eulen zu sehen, da sie hier seit Jahren nisten. Früher sogar regelmäßig im Baum direkt neben der Rezeption. Und eine so putzmuntere Eule zu beobachten, war echt ein schönes Erlebnis.
Zum Glück ist nicht der ganze Nationalpark geteert und so finden doch die meisten Beobachtungen jenseits der grauen Bänder statt - wenngleich auch das Auto manchmal auf Teer steht. Teilweise freut man sich aber auch über Straßensichtungen, weil der Busch in vielen Teilen des Parks so dicht ist, dass das Entdecken von Tieren nicht immer ganz einfach ist - von guten Fotos ganz zu schweigen. Der nächste Tag der Reise führt uns durch solches Gebiet... 😏 Dass es im Park an vielen Ecken schon leicht grün war, hat uns auch gefreut - in den letzten Besuchsjahren (und vor allem 2016!) war im Oktober noch viel mehr Dürre angesagt.
Der KNP ist auf jeden Fall (mindestens!) einen Besuch wert - auch wenn das Wildniserlebnis in Botswana abseits der Chobe-Riverfront sicherlich ein anderes ist.
Ach ja: Wie nett, dass du einige der Uhus kennst. 🙂 Andere wohnen in Eifel (Waldkäuze) und Taunus. Oder hast du dort auch deine Kontakte? 😉
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201602. Dez. 2021 ·
Kapitel 6: Dichter Busch
Der heutige Tag beginnt erneut bei strahlendem Sonnenschein und sich damit ankündigender Backofenhitze. Eine kurze Morgenausfahrt gen S100 bleibt leider recht unergiebig: einige Elefantensichtungen, Büffel, Giraffen, Hornraben.
Etwas enttäuscht mit der Ausbeute des Morgens kehre ich ins Camp zurück. Dort heißt es nach einem gemütlichen und guten Frühstück bei Tindlovu Abschied nehmen von Satara. Wir machen Erinnerungsfotos mit einer total netten Kellnerin, die uns in den letzten Tagen umsorgt hat und die Kinder posieren noch ein wenig am Zaun vor einem nahen Elefantenbullen. Und das wars dann für dieses Mal mit Satara – trotz der Größe des Camps ist ein Aufenthalt auch in Zukunft für uns Pflicht, wenn wir im Kruger sind.
Heute geht es weiter gen Talamati Bushveld Camp, dem einzigen Neuzugang auf unserer Unterkunftsliste – entsprechend gespannt sind wir. Die Fahrt dorthin entpuppt sich aber leider als ziemlich eintönig. An der Nsemani-Wasserstelle sehen wir sehr viele Elefanten – leider in bestem Gegenlicht.
Und dann… Biegt man auf die Dirtroad, die uns gen Süden führen soll, so ist man recht schnell von dichtem und überaus trockenem Busch umschlossen. Und so rumpeln und rumpeln wir vorwärts und haben bis wir Talamati erreichen, keine nennenswerten Sichtungen – nicht einmal an den zwei Wasserstellen, die an der Strecke liegen. Das ist schon etwas frustrierend… 😵
Nähert man sich dem Camp, lichtet sich der Busch glücklicherweise. Talamati liegt angrenzend an eine große Lichtung auf der sich eine kleine Wasserstelle befindet, die man vom Campzaun und von zwei erhöhten Hides aus gut einsehen kann. Das Camp besteht aus rund einem Dutzend Hütten, die in einem großen Bogen um einen Teil der Lichtung angeordnet sind. Hier herrscht Ruhe – wenn nicht gerade eine feiernde südafrikanische Männerhorde hier Einzug hält und zwei Hütten zur Partylocation umfunktioniert… Warum nur??? 😈
Wir buchen einen Nightdrive, um auch diesem Treiben zu entkommen. Und auch, weil wir wissen, dass in den kleinen Camps die Ausfahrten in einem normalen Landcruiser-Gamedrive-Fahrzeug stattfinden.
Unsere Hütte ist geräumig und bietet ein Eltern- und ein Kinderzimmer nebst einem kleinen Wohn- und Esszimmer. Alles prima.
Zum Glück hört man die Party-Herren dann doch nicht so laut, wie wir befürchtet hatten und so können wir einen schönen Tagesausklang im Hide verbringen. Vor allem sind es zwei stattliche Elefantenbullen, die uns den frühen Abend versüßen.
Als die Sonne untergegangen ist, stellen wir fest, dass das Wasserloch beleuchtet wird. Das haben wir hier gar nicht erwartet. Und so können wir zu unserer Freude alsbald auf dem letzten Drücker noch unsere tägliche Löwendosis genießen: Drei Löwinnen und ein Kater nähern sich und lagern unweit der Wasserstelle.
Als wir um 20 Uhr zum Nightdrive aufbrechen, stellen wir zu unserer Freude fest, dass es eine Privatfahrt werden wird. Das steigert die Vorfreude erheblich. Zuerst halten wir bei den nahen Löwen, die man vom Auto aus noch einmal etwas besser beobachten kann.
Die weitere Fahrt zeigt uns einmal mehr Büffel und Elefanten, auf deren Ablichtung im Kunstlicht wir konsequent verzichten. Lohnenswert wird die Ausfahrt durch ein beeindruckendes Bienennest in einem nahen Baum, das sowohl optisch als auch akustisch fasziniert.
Außerdem sehen wir heute unser einziges flapped necked Chamäleon dieser Reise.
Und (Trommelwirbel!) eine Erstsichtung für uns: Eine weibliche Boomslang.
Auch ein Civet lässt sich wieder sehen – es ist immer wieder schön, wie zuverlässig unsere Nachtausfahrten Sichtungen dieser tollen Tiere liefern.
Immer wieder kreuzen Buschhasen unseren Weg.
Und schließlich – kurz Rückkehr ins Camp – entdecke ich noch einen Milchuhu.
Die Nachtausfahrt im Familienkreis versöhnt uns schlussendlich mit diesem doch eher mäßigen Safaritag. 🙂
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201605. Dez. 2021 ·
7. Kapitel: Ab in den Süden
Den heutigen Morgen gehen wir in Talamati sehr ruhig an – das Camp ist zu schön und die Umgebung zu verbuscht, um Lust auf eine Morgenausfahrt zu haben. Also lassen wir die Kinder ausschlafen und verbringen die ersten Tagesstunden im Hide und auf Spaziergängen durch das Camp. Das ist eine schöne Abwechslung zu unserer gängigen Morgenroutine. Die Löwen von gestern Abend sind aus unserem Blickfeld verschwunden, aber sie sind noch recht nah: Immer wieder hört man ein grunzendes Brüllen. Zu sehen bekommen wir stattdessen einige Vertreter der ansässigen Vogelwelt: z.B. Wiedehopf und Wollhalsstorch.
Auf einem Spaziergang entlang des Campzauns, der am Rand eines Trockenflussbetts verläuft, kommen uns u.a. Rotschnabeltoko, Arrow-marked Babbler (Danke, Matthias!) , Meerkatzen und Ducker vor die Kamera. Hier ist es wirklich schön.
In den späten Morgenstunden verlassen wir schließlich mit gepackten Koffern Talamati: Heute führt uns unser Weg gen Lower Sabie, wo wir die kommenden zwei Nächte verbringen werden. Keine Ahnung, ob wir Talamati nochmal besuchen werden. Das Camp selbst gefällt uns gut, seine wirklich dicht bebuschte Umgebung weit weniger.
Gen Osten geht es in Richtung Teerstraße. Auch hier führt der Weg wieder durch dichten Trockenbusch. Sichtungen: Fehlanzeige. 🙁
Als wir uns der Nord-Süd-Achse näher und sich der Busch langsam lichtet, kommt uns immerhin ein Elefantenbulle entgegen.
Der Dickhäuter gibt den Startschuss für eine rundum gelungene Gamedrive-Transferfahrt. Bald können wir links von der Straße zwei Löwinnen entdecken, die sich bereits von den Aktivitäten der Nacht ausruhen. Wie gewohnt, werden uns hier müde Blicke zugeworfen.
Nach einem Abstecher beim südlichsten Baobab des Parks queren einige Elefanten die Fahrbahn – über ein noch ganz frisches Neumitglied der Herde freuen wir uns besonders.
Und dann geht es Schlag auf Schlag: Wenige Kilometer weiter südlich rasten zwei Leoparden jenseits des Flussbetts, an dem die Straße entlangführt. Wegen der schon recht großen Tageshitze haben sich die Katzen bereits in den Schatten zurückgezogen und die Wärme und doch recht große Entfernung verhindern leider auch wirklich schöne Fotos. Aber hey: Zwei Leoparden auf einen Streich. Wir sind zufrieden. 🙂
Als die Hitze in unserem stehenden Bus zu groß wird, fahren wir weiter, um wenige Kilometer entfernt erneut anzuhalten. Zwei Löwenkater liegen hier direkt neben der Straße an einem Gnuriss, für den sie sich aber derzeit gar nicht interessieren – zu sehr sind sie mit Temperaturregulation beschäftigt.
Wir verbringen eine Weile mit den zwei hechelnden Mähnenträgern, um dann nochmal schnell bei dem Leopardenpärchen vorbeizuschauen. Dieses hat sich ein wenig weiterbewegt und lagert nun im Schatten eines großen Baums. Aber unser erneuter Besuch lohnt sich: Bald steht der Kater auf und nähert sich seiner Partnerin und wir werden nach 2016 zum zweiten Mal Zeuge einer Leopardenpaarung im Kruger. 🤩
Bald erreichen wir Tshokwane und machen eine längere Rast. Es ist bereits Mittag und die Hitze wieder nahezu unerträglich. Eine schöne Baumagame findet den Weg auf unseren Speicherchip.
Weiter geht’s zum Orpen Damm. Hier genießen wir die Aussicht auf Wasserböcke und entdecken einen nahen Felsenwaran.
Dann begegnet uns länger nichts Besonderes mehr – das Licht ist bereits sehr grell und so werden Giraffen, Kudus, Elefanten und Co nicht mehr fotografiert. Eine Ausnahme machen wir bei einigen nahen Büffeln am Sabie und einem Weißstirnspint.
Bald darauf erreichen wir Lower Sabie und sind mit dem Vormittag rundum zufrieden.
Flash20101’425 Beiträge · seit 201506. Dez. 2021 ·
Guten Morgen Sascha,
na, da habt ihr aber in kürzester Zeit ordentlich abgeräumt 🤩
Aber auf eins bin ich sehr neidisch - die Boomslang! Wir hatten mal eine überfahrene männliche im Etosha. Ich hatte eigentlich gehofft, in Kenia dank Guide mal irgendwo eine Schlange zu finden, aber leider blieb es bei der Haut.
Und die kleine Eule im Kapitel vorher ist allerliebst!
fotomatte2’542 Beiträge · seit 200906. Dez. 2021 ·
Hallo Sascha,
bei dir traue ich mich mal wieder zu einer Korrektur, denn ich glaube, du bist wirklich an der Tierwelt (und der exakten Bestimmung) interessiert.Das ist ja nicht bei allen hier so, mancher löscht seinen Bericht aus Wut über Fehlerberichtigungen. 🤢
Den hier "Hartlaub`s Barbler" würde ich als eindeutigen Arrow-marked Babbler sehen, ich meine auch, den Hartlaub´s B. gibt es gar nicht in Südafrika.
Besonders schön finde ich die Zibetkatze, die habe ich erst einmal sehen können, leider ohne die Chance auf ein Foto. Und dann die Zwergohreule, da geht mir´s Herz auf.
Eulenmuckel2’128 Beiträge · seit 200606. Dez. 2021 ·
Lieber Sascha,
nun will ich mich auch mal zu Wort melden. Es freut uns sehr, dass ihr es nach der langen und ungewissen Zwangspause geschafft habt, wieder nach Afrika zu kommen. Wir wissen, wie sich das anfühlt, auch wenn wir nicht ganz so viele Reisen stornieren mussten wie ihr.
Ich finde eure Ausbeute sehr beachtlich: gleich am ersten Abend eine Hyäne auf dem Weg zum Camp, dazu Wildhunde, mehrere Leoparden und viele weitere Hyänen. Mit Löwensichtungen wart ihr im Grunde jeden Tag gesegnet, oft auch mehrfach. Wir waren erst zweimal im Krüger, vor einigen Jahren und jeweils nur für wenige Nächte, aber an eine solche Raubkatzen-Dichte kann ich mich nicht erinnern.
Besonders gut gefallen mir deine Bilder von der Gepardenfamilie im Morgenlicht. Da war der Beleuchter auch schon früh auf den Beinen.
Ja, und dann der Neid-Jar. 😉 So einen würde ich auch gerne mal wieder sehen.
Zum Glück ist die Geschichte mit dem Affen im Auto gut ausgegangen.
Und nun zu den Eulen: Die Scops Owl ist wirklich toll. Man hört sie ja fast an jedem Abend, aber zu sehen bekommt man sie nur selten. Und dann auch noch mit Beute – noch so ein Neid-Vogel. Die deutschen Uhus kommen mir auch sehr bekannt vor. 😉 Bei uns hängen zwei davon seit ein paar Tagen im Wohnzimmer – also natürlich nur als Foto. Die Käuze würden wir auch gerne mal sehen.
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201607. Dez. 2021 ·
Guten Tag miteinander!
@ Laura Nachdem wir erst sichtungslos durch den dichten Busch gefahren sind, war diese Dichte für uns tatsächlich verblüffend und natürlich sehr willkommen. Viele Schlangen haben es bisher auch noch nicht auf unsere Sichtungsliste geschafft. Auf drei Afrika-Touren hintereinander haben wir vor Jahren Felsenpythons gesehen: Im Chobe, im Kruger und im Queen Elizabeth NP in Uganda. Damals dachten wir, das sei wohl ganz alltäglich. Seit 2013 haben wir dann keine einzige mehr erblicken können... 😉 Und an unsere einzige Begegnung mit einer Black Mamba in einem Hide im Pilanesberg NP denke ich mit eher gemischten Gefühlen zurück...
@ Matthias Korrekturen sind immer herzlich willkommen. Ich lerne gerne dazu. Und ich muss zugeben, dass ich den Babbler gar nicht mehr nachgeschlagen habe, sondern einfach auf Basis unserer 2019er Caprivi-Tour Hartlaub's geschrieben habe... Da war ich etwas faul. Zibetkatzen finde ich auch immer wieder schön. So richtig fotokooperativ erleben wir die Tiere erst seit 2018 - vorher haben wir auch stets nur Schemen festhalten können. Bei der nächsten, die uns über den Weg laufen wird, hats dann auch wieder nicht für ein Foto gereicht... 😉
@ Uwe Schön, dass auch ihr hier mitlest! Ja, das Warten und Aufschieben war tatsächlich etwas zermürbend. Und so planen wir etwas bang schon wieder in die Zukunft - im besten Wissen, dass es auch dann mal wieder nicht klappen könnte... Mit den Raubtiersichtungen sind wir wirklich sehr glücklich. Wir haben auch schon einen Krugeraufenthalt gehabt, bei dem man innerhalb einer Woche von Nord nach Süd die Löwensichtungen an einer Hand abzählen konnte, nur ein verbuschter Leopard auftauchte und Geparden und Wildhunde sich gar nicht sehen ließen. Während der letzten drei Besuche hat sich das verändert, das Glück war uns hier hold.
Über die Nachtvögel freue ich mich immer ganz besonders - es ist in afrikanischen Nationalparks meiner Erfahrung nach so viel einfacher eine Eule zu finden als in einem deutschen Wald. Umso mehr freut man sich dann aber natürlich über heimische Sichtungen, wie die "unserer" Uhus. Schön, dass sie bei euch eine bleibende Wohnzimmer-Erinnerung hinterlassen haben. Ich freue mich schon auf die nächste Brutsaison. 🙂
Champagner8’814 Beiträge · seit 201007. Dez. 2021 ·
H.Badger schrieb: Der KNP ist auf jeden Fall (mindestens!) einen Besuch wert - auch wenn das Wildniserlebnis in Botswana abseits der Chobe-Riverfront sicherlich ein anderes ist.
Schaunmermal, irgendwann wird es vielleicht klappen.... 😐
Ach ja: Wie nett, dass du einige der Uhus kennst. 🙂 Andere wohnen in Eifel (Waldkäuze) und Taunus. Oder hast du dort auch deine Kontakte? 😉
Nein, zumindest keine Eulenkontakte 😄 ! Ich meinte tatsächlich nur die "altbekannten" Uhus 😎 !
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201608. Dez. 2021 ·
Fortsetzung
In Lower Sabie beziehen wir für die kommenden zwei Nächte wieder eine Vierer-Hut. Im Vergleich zu der Hütte, die wir am Beginn der Reise bewohnt haben, ist diese in einem besseren Zustand. Natürlich auch sehr einfach und rustikal, aber weit weniger gammelig. 😉 Wir verbringen den frühen Nachmittag einmal mehr rund um Pool und Wiesen des Camps. Nach der langen Fahrt am Vormittag haben die Kinder einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Da dieser auch am späteren Nachmittag noch nicht gestillt ist, darf ich allein auf eine kleine Nachmittagsrunde fahren. Die Ausfahrt führt mich einfach am Sabie entlang gen Westen und zurück. Das Licht ist bereits schön und so freue ich mich über Elefanten im grünen Flussbett. Auch Büffel lassen sich in großer Stückzahl beobachten, sind aber im dichten Bewuchs in und um den Sabie wenig fotogen.
Auch Kudus lassen sich sehen. Hier eines meiner liebsten Portraits dieser Reise.
Ein erster Höhepunkt der Fahrt sind zwei Milchuhus in einem Baum nahe der Straße. Während eine der Eulen stets von Astwerk verdeckt ist oder im Schatten sitzt, lässt sich die andere im schönen Spätnachmittagslicht fast unverstellt beobachten.
Und etwas später ist es erneut so weit: Löwen. Fünf Tiere kann ich im Flussbett beobachten – leider ziemlich weit weg und daher bleibe ich nicht lange.
Am uns gut bekannten Hyänenbau lagert ein bereits geflecktes Jungtier – von den ganz kleinen Tüpfelhyänen ist leider nichts zu sehen. Dafür nähert sich bald ein erwachsenes Exemplar.
Ich fahre zurück gen Lower Sabie und komme nicht weit: Erneut Löwen im Flussbett. Sichtung Nr. 4 an diesem Tag. 🙂 Diese zwei Exemplare lagern weit näher an der Straße, leider wird aber die Zeit knapp – bald werden die Tore schließen und so kann ich nur wenige Minuten mit den Löwen verbringen.
Gegen 18 Uhr kehre ich ins Camp zurück. Wieder essen wir bei Mugg and Bean zu Abend und ich buche noch schnell einen Morning Drive, der bereits um 4.30 Uhr beginnen wird – weder meine Frau noch die Kinder haben das Verlangen, mich zu begleiten. Als es bereits dunkel ist, kommt ein stetiger, starker Wind auf – genau so, wie wir es am ersten Abend in Crocodile Bridge erlebt haben. Wir wissen, was das bedeutet: Wetterumschwung – morgen wird es grau und kalt. Ob das die Sichtungen einschränken wird? Lassen wir uns überraschen.
Old Women1’553 Beiträge · seit 201308. Dez. 2021 ·
Hallo Sascha, ihr habt ja wirklich ein großes Sichtungsglück gehabt, das ist im Krüger nicht immer so. Wir haben dort auch schon einmal Durststrecken erleben müssen, aber so ist das ja, und das weiß man vorher und ist dann nicht ganz so enttäuscht. Deiner Frau muss ich wieder einmal ein großes Lob aussprechen. Die steckt ganz schön zurück und hütet "daheim" den Nachwuchs, so dass du dann freie Bahn hast. Auf den nächsten Morning Drive bin ich gespannt, eurem Sichtungsglück hat der Wetterumschwung bestimmt nichts anhaben können. Viele Dank für deine Mühe, Sascha Herzliche Grüße Beate
wenn man deinem Bericht so verfolgt, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, im Kruger liegen die Löwen buchstäblich an jeder Ecke 🤩 . Beate hat das ja in ihrem Kommentar gerade gerückt. Wäre auch zu schön gewesen 😉 Ich freue mich für euch, dass ihr so viele schöne Sichtungen genießen konntet (ich liebe auch Eulen und Uhus) und ich bewundere euch wieder einmal dafür wie ihr es im Team schafft, eure Reisen so kindgerecht und dennoch spannend zu gestalten.
Liebe Grüße Kordula 🙂
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201610. Dez. 2021 ·
Guten Morgen miteinander!
@Oldwomen Liebe Beate, schön, dass du dich zu Wort meldest. Mit unseren Sichtungen sind wir tatsächlich sehr zufrieden - auch wenn Reiseberichte ja schon immer etwas darüber hinweg täuschen, wie viel sichtungsfreie Zeit zwischen den einzelnen Fotos liegt. Auch in diesem Jahr war das natürlich bei uns so - auch der Kruger ist schließlich kein Zoo. Ich spreche meiner Frau auch ein großes Lob aus und bin immer wieder dankbar, dass ich ein paar Extrarunden drehen darf. 🙂
@ Dandelion Liebe Kordula, Löwen waren tatsächlich das Leitmotiv dieser Tour - es könnte schlechtere geben... 😉 Kindgerecht waren vor allem die Auszeiten in den Camps, die die Kinder lieben. Auch wenn Hütten und Pools einfach sind - für die Kinder ist es ein Paradies. Die Gamedrives versuchen wir seit eh und je durch "Auslauf" im Bus kindgerechter zu gestalten. Aber man muss sich hier nichts vormachen: Es ist trotzdem viel Autozeit, die der Nachwuchs aber meist frohgemut meistert - auch mit Hilfe von (Hör-)Büchern. 😵 Für dich als Eulenliebhaberin hier noch ein Waldkauz, den ich vor etwa einer Stunde beobachten konnte.
H.BadgerThemenstarter1’894 Beiträge · seit 201612. Dez. 2021 ·
8. Kapitel: Grau in Grau um Lower Sabie
Vor 4 Uhr aus dem Bett zu kommen, ist schon etwas brutal. 😵 Die Müdigkeit in den Knochen schlurfe ich zum ablution block für eine kurze und erfrischende Morgenprozedur. Danach erscheint mir die Idee, heute Morgen so früh aufzubrechen wieder etwas besser. Es ist kalt und windig. Dichte Wolkenschichten bedecken den Himmel vollständig – kein Stern ist zu sehen. In absoluter Dunkelheit tapse ich zum Treffpunkt der Gamedrives auf dem Hauptparkplatz Lower Sabies. Es sind schon einige Leute hier, aber es bleibt eine kleine Gruppe, so dass ich eine ganze Sitzreihe für mich und mein Zubehör haben werde.
Als wir um 4.30 Uhr im Scheinwerferlicht losrumpeln, bleibt die Fahrt bis zum vermuteten Sonnenaufgang (die Sonne selbst werden wir heute nicht sehen) erstmal sichtungsfrei. Wir fahren bis zum Sunset Dam und drehen dann, um in Richtung Duke Wasserloch zu fahren. Es ist kalt und windig auf dem offenen LKW. Regen bleibt zwar aus, aber auch so habe ich schon gemütlichere Fahrten erlebt. Auf dem Weg dorthin kommt es zur ersten erinnerungswürdigen Sichtung: Natürlich ein Löwe. 😛 Dieser Kater ist noch sehr aktiv und wir begegnen ihn bei seiner sehr zielgerichteten Wanderung durch den dichten Busch. Für wenige Momente bleibt er neben dem Fahrzeug stehen und unsere Blicke treffen sich. Alsbald zieht setzt er aber seinen Weg durch den dichten Busch, der die S 137 an ihrem Anfang umgibt, fort.
Wenige Minuten später erreichen wir das Wasserloch Duke. Und siehe da: Auch hier begegnen wir Löwen. Zwei junge Kater liegen auf der Freifläche in der Nähe der Wasserstelle und ruhen sich von den Aktivitäten der Nacht aus. Vor allem einer der beiden Kater, der mit deutlichen Narben im Gesicht ausgestattet ist, wirft uns dabei grummelige Blicke zu, die ich nicht so schnell vergessen werde. Ein echtes Charaktergesicht.
Nachdem wir uns einige Zeit bei den Löwen aufgehalten haben, setzen wir die Fahrt durch das Grau in Grau des heutigen Morgens fort. Wir fahren von Duke aus nach Osten, um dann die S28 nach Norden zu nehmen. Und auch hier haben wir wieder Glück. Einige Impalas stehen wie angewurzelt herum und blicken allesamt in die gleiche Richtung – ein gutes Zeichen dafür, dass hier Raubtiere in der Nähe sind. Und tatsächlich: Nach und nach nähert sich uns ein Hyänenclan von sieben Tieren im Gänsemarsch. Leider halten die Tiere einen großen Abstand zwischeneinander, so dass ich die Tüpfelhyänen nur jeweils einzeln fotografieren kann. Die Sichtung ist aber trotzdem ganz wunderbar und ich freue mich einmal mehr über so viele nahe Hyänen unterschiedlichen Alters.
Bald darauf sind wir zurück in Lower Sabie und mein Sichtungssoll des Tages ist um 7.30 Uhr eigentlich schon erfüllt. 🙂 Aber jetzt ist Familiensafarizeit: Ich hole meine drei Damen in der Hütte ab und schnell sitzen wir gemeinsam in unserem Kleinbus: Die noch frühe Tageszeit will schließlich ausgenutzt werden und jetzt sollen auch die anderen drei (hoffentlich) noch schöne Sichtungen haben.