fotomatteThemenstarter2’524 Beiträge · seit 200913. Sept. 2017 ·
Liebe Bele,
damit habe ich nicht gemeint, dass evtl. die Vögel vermehrt links anzutreffen waren, sondern dass ich ja gefahren bin. Dazu braucht man, mehr oder weniger, auch mal eine oder auch beide Hände, die einem dann zum Fotografieren, oder nur schon zum Kamera-hochfahren-und-einstellen fehlen. Während ich also fahre und möglichst versuche, dem Objekt der Begierde vorsichtig näher zu kommen, ohne dass es vorzeitig entfleucht, hast du schon die Kamera fertig gemacht und hast direkt bei Stillstand losschiessen können, während ich dann erst mit der Technik kämpfen musste. 🙄 Verstoosch. So hann i gmoint. 😊 Richtig ist aber, dass ich oft erstmal mit dem Fernglas spekuliert habe, was wir denn da vor uns haben, während du direkt das Feuer eröffnet hast. Ich fotografiere zwar gerne, aber im Zweifel bevorzuge ich eine gute Beobachtung, zumal, wenn ich noch nicht mal sicher weiss, um wen es denn geht. Will sagen, die Qualität einer Beobachtung ist mir schon wichtig.
Champagner8’791 Beiträge · seit 201013. Sept. 2017 ·
fotomatte schrieb:Liebe Bele, damit habe ich nicht gemeint, dass evtl. die Vögel vermehrt links anzutreffen waren, sondern dass ich ja gefahren bin. Dazu braucht man, mehr oder weniger, auch mal eine oder auch beide Hände, die einem dann zum Fotografieren, oder nur schon zum Kamera-hochfahren-und-einstellen fehlen. Während ich also fahre und möglichst versuche, dem Objekt der Begierde vorsichtig näher zu kommen, ohne dass es vorzeitig entfleucht, hast du schon die Kamera fertig gemacht und hast direkt bei Stillstand losschiessen können, während ich dann erst mit der Technik kämpfen musste. 🙄 Verstoosch. So hann i gmoint. 😊 Richtig ist aber, dass ich oft erstmal mit dem Fernglas spekuliert habe, was wir denn da vor uns haben, während du direkt das Feuer eröffnet hast. Ich fotografiere zwar gerne, aber im Zweifel bevorzuge ich eine gute Beobachtung, zumal, wenn ich noch nicht mal sicher weiss, um wen es denn geht. Will sagen, die Qualität einer Beobachtung ist mir schon wichtig. Liebe Grüsse, Matte
Au fein 😄 - lass uns ein bisschen streiten....oder sagen wir lieber diskutieren, das klingt zivilisierter 😎 . Du weißt ja: zwei Besserwisser in einem Fahrzeug => gaaaaanz gefääährlich 😄 !
Da ich ja weder wusste wo noch wann noch ob du überhaupt anhälst, war mein einzig(st)er Vorteil, dass ich die Kamera schon anschalten konnte. Vögel aus dem fahrenden Auto raus fotografieren geht gar nicht, also musste ich warten, bis das Fahrzeug steht, um erstmal das Viech zu finden und dann zu fokusieren.... genau wie du (wenn du fotografiert hättest 😛 ).
Ich glaube der Unterschied im Fotografierverhalten von uns beiden liegt eher darin begründet:
Ich fotografiere zwar gerne, aber im Zweifel bevorzuge ich eine gute Beobachtung, zumal, wenn ich noch nicht mal sicher weiss, um wen es denn geht.
Wenn ich das lese muss ich schon wieder lachen - ich kann mich an sooo viele Momente erinnern, wo du als Hardcore-Birder längere Gespräche mit dem Vogel geführt hast, wer er denn nun sei, woher er kommt und wohin er will..... 🤪 Mir ist in so einem Moment, wo es auf Zeit ankommt, piepegal, wen ich fotografiere, denn um wen es sich handelt finde ich anschließend dann mehr oder weniger schnell (und/oder mit Hilfe von dir oder anderen) an Hand des Fotos raus.... 😛 Birding light halt..... 😎 mir fehlt da völlig der ernsthafte oder gar wissenschaftliche Ansatz!
Trotzdem habe ich natürlich immer noch ein schlechtes Gewissen 🤢 , weil du alles gefahren bist - aber eigentlich mehr wegen der Anstrengung.... viel Spaß mit mir am Steuer bei Game Drives hättest du eh nicht gehabt, da wäre dir vermutlich die eine oder andere Sichtung verwehrt geblieben, weil ich kurz davor im Sand oder im Matsch stecken geblieben wäre bzw. nie im Leben so schnell und zielsicher rückwärts gefahren wäre wie du 🤩
KarstenB2’401 Beiträge · seit 201113. Sept. 2017 ·
Danke, liebe Bele, aber momentan ist mir gar nicht langweilig. Ich guck BVB (und kaum hast Du mich abgelenkt, haben die Gunners 2 Großchancen 😈 ) mit dem einen Auge, mit dem anderen lese ich, was Du so schreibst, und mit den restlichen kontrolliere ich Véros Packbemühungen - morgen geht's zurück nach HH (Parsifalpremiere 😎 !) LG aus Puerto, Karsten
fotomatteThemenstarter2’524 Beiträge · seit 200914. Sept. 2017 ·
Mittwoch, 02. August : Ein langer Fahrtag bis nach Hoada
Die Nacht war lang, rund elf Stunden habe ich wunderbar im Schlafsack eingemummelt zugebracht. Ein paar Mal bin ich aufgewacht, habe durch das Moskitonetz nach den Sternen geschielt. Dabei habe ich neben dem schon erwähnten Perlkauz auch eine Schleiereule sowie eine Weissgesichtsohreule rufen gehört. Normalerweise stehe ich mit dem ersten Licht auf, aber heute Morgen warte ich bis kurz vor Sonnenaufgang, denn es ist deutlich frischer als gestern Morgen, es hat sicher nur knapp vier Grad. Das Wasserkochen auf unserem Gasherd dauert ziemlich lange, offensichtlich hat die Gasflasche kaum noch Druck, und so reaktiviere ich die Glut. So kann man auch gleich noch paar Weckle aufbacken. Mit einem Heissgetränk stellen wir uns ins Flussbett, wo die Sonne schon hinscheint, und geniessen die ersten wärmenden Strahlen.
Überall erwacht das Leben im Busch, lautstark melden sich die Hühner zurück, dazu gackeln die Tokos, und die Mahalis sind auch on duty. Nach einem noch recht unorganisierten Frühstück, das wir dauernd unterbrechen müssen, weil permanent irgendwelche Vögel zu entdecken sind, packen wir zusammen. Während ich die Endkontrolle des Platzes abnehme, singt plötzlich der Perlkauz direkt zwei Bäume weiter. Bele war schon reisefertig und steigt nochmals aus, und wir pirschen den kleinen Kerl an. Er sitzt ganz oben in der wärmenden Morgensonne, argwöhnisch von einigen Mahaliwebern beäugt.
Dann aber verlassen wir den schön gelegenen River Camp und fahren zurück zu Bruno, der sich eine spöttische Bemerkung nicht verkneifen kann, denn unsere eigentlich avisierte Abfahrtszeit ist schon eine Weile überschritten. Wir bezahlen, und dann geht es zurück auf die B 1 das kurze Stück bis nach Okahandja. Dort kaufe ich bei Closwa Biltong ebensolches ein, und den Doppeltank machen wir auch gleich voll.
Pünktlich zur Mittagszeit sind wir in Otjiwarongo, und im hiesigen Superspar kaufen wir den ganzen Rest ein, was wir entweder vergessen haben, oder wir gestern nicht gefunden hatten. Nun steuern wir noch den Cymot an, um die Gasflasche aufzufüllen, was einige Zeit braucht.
Endlich können wir unsere Fahrt fortsetzen, und relativ schnörkellos cruisen wir auf der Teerpad über Outjo nach Kamanjab. Wild ist selten zu sehen, einzig Warzenschweine, meistens Bachen mit Frischlingen, stehen öfters am Rand und wühlen nach Fraß. Einmal sehen wir zwei Schwarzbrust-Schlangenadler, die je auf einem Masten aufgeblockt haben. Sonst sind selten einmal Greife in der Luft auszumachen.
In Kamanjab überlegen wir kurz, ob wir schon wieder tanken sollen, aber die Sonne neigt sich schon dem Horizont zu, wir haben noch etwa eine knappe Stunde Gravel vor uns, und die Muckels warten auch schon auf uns. Ach was, wir fahren zu und gedenken dann morgen in Palmwag den Tank zu füllen.
Kurz vor Sonnenuntergang schaffen wir es nach Hoada auf die schön gelegene Campsite der Grootberg Lodge. Wir sind auf der Nr. 2 gebucht, einer von den drei ursprünglichen Sites, mit denen das Camp gestartet ist. Mittlerweile gibt es acht Sites und ich glaube drei Chalets.
Wir freuen uns riesig, dass wir endlich komplett sind, und trinken erst mal ein kaltes Savanna miteinander. Dabei lassen wir uns von Ruth und Uwe erzählen, was sie denn schon Alles erlebt haben in den vergangenen knapp drei Wochen.
Während wir Spätankömmlinge unsere Schlafstätten herrichten, startet Uwe schon das Feuer und Ruth bereitet das Abendessen vor. Zu einem gemischten Salat probieren wir gleich mal unsere Fleischpakete. Da die Portionen eher für Einheimische gerechnet sind, landen nur drei Steaks für uns vier Leutle auf dem Grill.
Zwischendurch gehen wir, so lange noch etwas Licht ist, duschen, dann können wir uns dem ersten gemeinsamen Abendmahl widmen. Dazu mixe ich einen ersten Gin-Tonic, das soll von nun an eine schöne Regel werden. Passend zur gelösten Stimmung fliegt eine Schleiereule durch die Szene, und einige Bell-Geckos geben laut. Später unterhält uns noch ein Ziegenmelker mit seinem schnurrenden Gesang.
Da uns die Gegend mit den Riesenmurmeln inspiriert, versuchen wir uns vor dem Zubettgehen noch an ein paar Langzeitbelichtungen, aber eigentlich ist der Dreiviertel-Mond zu hell. Ich bin sehr gespannt auf Uwe´s Startrails.
Deutlich später als gestern, so gegen 22.30 Uhr verkriechen wir uns in unsere jeweiligen Schlafstätten.
Champagner8’791 Beiträge · seit 201014. Sept. 2017 ·
fotomatte schrieb: Dazu mixe ich einen ersten Gin-Tonic, das soll von nun an eine schöne Regel werden. Matthias
Ahhhh, Matthias - das wäre jetzt genau das, was ich brauche (komme eben aus der Schule 🤢 ) ! Ja, das war wirklich eines unserer schönsten Rituale und es fehlt mir sehr! - Matte hat das mit dem Gin Tonic auch echt drauf!! 🙂
Eulenmuckel2’116 Beiträge · seit 200614. Sept. 2017 ·
Lieber Matthias,
vielen Dank für den Zeitsprung. Hier regnet es gerade in Strömen, und ich möchte sofort wieder mit euch auf der schönen Hoada-Campsite sitzen. Gegen einen leckeren Gin-Tonic mit einem Stück Eland vom Grill wäre sicherlich nichts einzuwenden. 😉
fotomatteThemenstarter2’524 Beiträge · seit 200917. Sept. 2017 ·
Donnerstag 03. August : Otjitheka 4x4 Trail :
Die Nacht war sehr angenehm und deutlich milder als die Vorige, und so stehe ich mit dem ersten Licht auf und klettere etwas in den Felsen oberhalb unserer Site rum, um einen netten Spot für den Sonnenaufgang zu finden.
Während des Frühstücks besprechen wir den Plan für den Tag, und da wir gestern Abend schon fest gestellt haben, dass wir gar nicht nach Palmwag kommen werden, wie es ursprünglich mal angedacht war ( und auch auf der gezeigten Tourmap so dargestellt war ), müssen wir uns wegen des Tankens etwas überlegen. Eine Option wäre, dass wir uns trennen, kaum dass wir uns gefunden haben, wir von der Südfraktion auf den 4x4-Trail verzichten und doch über Palmwag fahren, um uns dann irgendwo im Verlauf der C 43 wieder zu treffen. Die andere Möglichkeit wäre herauszufinden, ob es in Sesfontein, wo die nächste Nacht angedacht ist, auch sicher Diesel gibt, denn das scheint öfters mal ein Problem zu sein. Ich finde die Telefon-Nummer der Lodge in meinem Reiseführer und rufe an. Die Verbindung ist mehr als schlecht, aber als Quintessenz des Gesprächs meine ich sicher vernommen zu haben. dass erst gestern Diesel geliefert worden ist. Wir sollten also keine diesbezüglichen Probleme erfahren.
Wir packen zusammen, und es ist schon 9.00 Uhr durch, als wir die schöne Campsite verlassen, um zunächst ein kurzes Stück zurück Richtung Kamanjab bis ins nächste Dorf zu fahren. Ab hier verlassen wir uns voll aufs Navi, denn der Trail ist nicht ausgeschildert.
Bald schon kommen wir an ein Vet Fence Gate, das hätte jeder innerdeutschen Grenzstation problemlos Konkurrenz machen können. Dabei ist die Pad schon jetzt nur eine staubige, schottrige einfache Fahrspur. Viel Verkehr jedenfalls kann es hier nicht geben.
Bald nach dem Gate wird die Spur wilder, es geht über Stock und Stein.
Die Landschaft aber begeistert mich. Bald schon kommen wir über eine Kuppe, und linkerhand stehen viele Makalani-Palmen an einem wasserführenden Bachlauf. Wir hören Papageien quietschen, und zahllose Schwalben und dreierlei Arten Segler düsen hier übers Wasser. Also aussteigen, Fotostopp.
Der schöne Yellow Pansy will seine attraktive Flügeloberseite nicht zeigen, es ist schon zu warm und er klappt sofort, kaum dass er gelandet ist, die Flügel zusammen.
Wie eine Oase liegt der kleine Bach inmitten der sonst trockenen Berglandschaft.
Selten habe ich so viele Rosenköpfchen gesehen wie im Verlauf dieses Tages, die Palmen waren voll davon.
Nur schwer können wir uns hier losreissen, aber wir sind noch nicht weit gefahren, wir haben noch einiges an Wegstrecke vor uns, und eigentlich würden wir gerne so zur Mittagszeit in unserem nächsten Camp ankommen. "Mittags an der Campsite.", das wird ab sofort zum running gag. Selten genug haben wir es hinbekommen. Heute schon gar nicht, das wird uns schnell klar.
Die Spur folgt in etwa dem Bach, diesen immer wieder kreuzend.
Landschaftlich ist dieses Stück absolut grandios, auch wenn die Piste einiges an Aufmerksamkeit verlangt. Kurz nachdem uns ein mit Arbeitern ( woher, wohin? ) voll beladener Bakkie entgegen gekommen ist, zeigt uns die Piste zum ersten Mal die Zähne.
Während wir uns im nachfolgenden Wagen diesem Dreibandregenpfeifer widmen, fährt Uwe sich fest. Er sitzt mit dem Federbein auf einem runden Felsen auf.
Wir bocken den Wagen auf, unterlegen das Hinterrad mit Steinen und sichern den Wagen zusätzlich, dass er ja nicht rückwärts rollt. Die Befreiung gelingt auf Anhieb, kostet aber halt etwas Zeit.
Immer öfter folgen jetzt, nachdem wir das Bachbett endgültig verlassen haben, ruppige Passagen, die sich nicht auf Anhieb erschliessen, wie sie am Besten zu fahren sind. Also steigen wir aus, palavern, schleppen Steine und betätigen uns als Strassenbauer. Wir wollen ja unsere fahrbaren Untersätze nicht unnötig strapazieren. Klappt alles auch wunderbar ( auf den Fotos sieht das alles sowieso unspektakulär aus ), kostet aber halt weitere Zeit. Mittags auf der Campsite, hah, bekommt erstmals einen Beigeschmack.
Aber die Szenerie! Wir sind angetan von der rauen Gebirgslandschaft.
Und dann, endlich, das erste Großwild für uns. Giraffen, die im Zeitlupentempo über den Berghang wechseln und hier und da ein paar Blätter zupfen.
Es ist nun schon Mittag durch, und wir realisieren, dass wir schwerlich unser angepeiltes Ziel Sesfontein heute noch werden erreichen können. Die Strecke ist aber zu interessant, um hier einfach möglichst schnell durch zu kommen.
Der zweite Teil des Otjitheka-Trails folgt in Bälde, bis dahin.
Champagner8’791 Beiträge · seit 201017. Sept. 2017 ·
fotomatte schrieb: IN ARBEIT
Ich weiß, ich weiß - das Kapitel ist noch in Arbeit, aber ich kann nicht warten 😈 :
WOOOOO bitteschön hast du diese vielen freisitzenden Rosenköpfchen gesehen? Ich dachte, wir waren zusammen unterwegs? 🤩 Wieso haben die sich vor dir nicht versteckt wie vor mir? Betrug 😠
Gute Nacht wünscht eine stinksaure* Bele
*stinksauer natürlich auf die Papageien, die Verräter - nicht auf dich 😉
Old Women1’545 Beiträge · seit 201318. Sept. 2017 ·
Hallo Matthias,
oh Matthias, du zeigst so schöne Fotos von dieser grandiosen Landschaft und von seinen Bewohnern. Besonders das Foto vom "Yellow Pansy" gefällt mir ausnehmend gut. Er passt sich einfach perfekt der Landschaft an und scheint auch wohl nicht sonderlich groß zu sein. Danke dir fürs Teilen.
Reisemaus1’007 Beiträge · seit 200818. Sept. 2017 ·
Hallo Mathias,
Nachdem Bele schon vorgefahren ist, reise ich gerne mit Dir hinterher. Und es ist gar nicht langweilig, denn Du zeigst und beschreibst wieder andere Details. Jetzt habe ich zum Beispiel erst geschnallt, dass Ihr auf der Campsite der Grootberg Lodge wart. Sehr interessant!! 😉 Ihr habt wahrscheinlich zu viel eingekauft, deshalb war dann zum Schluss noch so viel für uns übrig. Danke übrigens nochmals dafür 😘 Liebe Grüße von Doro
fotomatteThemenstarter2’524 Beiträge · seit 200919. Sept. 2017 ·
Sodele,
bevor es den nächsten Teil gibt, möchte ich gschwind "dankie" sagen.
@ meine liebschte Beifahrerin Mabele : Ja, wir waren zusammen unterwegs, das ist soweit korrekt. Die Papageien waren eine ganze Weile so gesessen, ich habe jedenfalls ca. zwanzig Fotos von der Truppe in wechselnden Konstellationen. Wo du deine Linse hingehalten hast? Keine Ahnung. 😗 🙄
@ Beate : Der Yellow Pansy dürfte etwa genau so gross wie ein Kleiner Fuchs sein. Tatsächlich war es nicht leicht, ihn zu finden, sobald er sass, denn die Tarnung ist perfekt. Es freut mich sehr, wenn dir die Fotos gefallen.
@ Doro : Schön, dass du dich meldest. Demnach seid ihr gesund wieder zurück aus Sambia. Ja, wir haben definitiv zu viel eingekauft, das war mir eigentlich schon im Laden klar. Aber besser zu viel dabei als hungern müssen. Hoffentlich konntet ihr was davon gebrauchen.
fotomatteThemenstarter2’524 Beiträge · seit 200919. Sept. 2017 ·
weiter auf dem Otjitheka-Trail :
Die Spur geht weiter bergauf, bergab, die Landschaft ist äusserst abwechslungsreich, aber richtig voran kommen wir nicht. Es zieht sich.
Hin und wieder stehen ein paar Giraffen dekorativ im Gelände verteilt, weiteres Wild aber sehen wir zunächst nicht. Keine Oryx, keine Springböcke.
An einer netten Stelle im Trockenflussbett halten wir und machen eine Mittagspause. Dazu klappen wir erstmals, und auch letztmalig, unsere Markise aus, denn Schatten ist sonst Mangelware. Es ist mächtig warm geworden, hier im nördlichen Namibia scheinen wir temperaturmässig ganz gut weg zu kommen, von Winter keine Spur.
Immer wieder passieren wir solche Staubwannen, wo sich Bergzebras gewälzt haben.
Mittlerweile steht die Sonne tiefer, das Licht wird immer besser, und so müssen wir einfach regelmässig halten, um Fotos zu machen.
Bald zeigt uns das Navi an, dass wir ein Trockenflussbett kreuzen sollen,hier gibt es aber nirgends eine Pad. Also folgen wir unserer Spur und fahren laut Karte durch "weisses Gebiet". Die grobe Richtung aber stimmt, immer nach Westen, irgendwann sollten wir wieder auf die C 43 kommen, die uns weiter nach Sesfontein führen wird.
In dieser in diversen Brauntönen gehaltenen Landschaft macht sich das Muckelsche Vehikel recht fotogen.
Viel kann es hier nicht geregnet haben in der letzten Saison, es gibt nahezu kein Gras.
Endlich zeigt das Navi die Gravelpad voraus an, von nun an sollten wir etwas flotter rollen können.
Ein Stopp für eine im schönsten Abendlicht stolzierende Ludwigstrappe geht sich aber natürlich aus.
Wir kommen nach Khowarib, die Sonne ist kurz vorm Untergehen, und wir sind uns alle einig, hier ist für heute Schluß. Wir steuern direkt eine ausgewiesene Community-Campsite an. Zunächst wirkt sie verlassen, aber dann kommt der Keeper angerannt, er hat wohl nicht mehr damit gerechnet, dass heute noch Gäste auftauchen. Er freut sich sichtlich über die unerwartete Kundschaft, zeigt uns die Ablutions und feuert gleich den Donkey an. Wir stellen die Autos ab und gehen zum Sundowner runter an den Hoanib.
Und dann ist die Sonne auch weg. Gerade eben so geschafft, puuh.
Wir richten uns ein, ich stelle mein Zelt abseits auf, wo ich einen freien Blick auf den Himmel haben werde. Während wir das Abendessen vorbereiten, gehen Muckels und ich noch duschen, was nicht ganz einfach ist. Das Wasser ist brüllheiss, aber es ist relativ wenig Druck da, und so funktioniert das Beimischen von kaltem Wasser nicht so ganz richtig. Bele verzichtet daraufhin auf diese Erfahrung. Dazu kommt, dass die LED-Beleuchtung einen Hau hat und flackert wie in einer Disco. Als ich raus komme, fühlt es sich an, als hätte ich schon einen Drink intus. Ha, gutes Stichwort. Es gibt erst mal eine Runde Gin-Tonic. Dann grillen wir wieder ein ansprechendes Assortment an Steaks. Die ganze Zeit schon singt im Tal eine African Scops Owl. Die habe ich zwar schonmal gehört, aber noch nie gesehen. Als sie dann ganz in der Nähe singt, gibt es kein Halten, und wir ziehen mit Lampen und Kameras bewaffnet los, um die winzige Eule zu finden. Das funzt erstaunlich gut, und der Sänger ist auch nicht sonderlich scheu und lässt uns auf günstige Entfernung ran.
Zunächst sitzt sie noch relativ hoch über uns, so müssen wir praktisch senkrecht hoch fotografieren. Aber dankenswerterweise setzt sie sich ein paar Mal um, sodass wir verschiedene Positionen ausprobieren können.
Hier sitzt sie schon deutlich niedriger und im Profil, aber noch stört ein Ästle.
Ich habe knapp hundert Fotos von der Kleineule gemacht, ich bin selig. Sie stand bis dato ganz oben auf meiner "Most-wanted-Liste".
Im Anschluss sitzen wir noch eine Weile am Feuer, trinken einen Wein und lassen den spannenden Tag Revue passieren. Die Eule übrigens hat fast die ganze Nacht durchgesungen, was hier, vor der Felswand in der Hoanibschlucht, schön hallt. Ein herrliches Konzert.
Eulenmuckel2’116 Beiträge · seit 200619. Sept. 2017 ·
Hallo Matthias,
vielen Dank für die schönen Erinnerungen. Auch wenn wir für den Otjitheka-Trail deutlich länger gebraucht haben als geplant, war es toll, dort unterwegs zu sein. Und die spontane Entscheidung für das erste Community-Camp bei Khowarib war ja ebenfalls richtig. So konnte dir schon relativ früh während der Reise dein erster Birding-Wunsch erfüllt werden. 😉
Champagner8’791 Beiträge · seit 201019. Sept. 2017 ·
Eulenmuckel schrieb: . So konnte dir schon relativ früh während der Reise dein erster Birding-Wunsch erfüllt werden. 😉 Liebe Grüße Uwe
Und wir kamen so zu dem Muckelschen "Bisschen-viel-Drumrum"-running-gag 😄 ! Wisst Ihr noch? Ich musste eben bei Mattes letztem Eulenbild deshalb laut lachen 🤪 !
Danke Matthias, dass du uns endlich nach Khowarib geführt hast, wir standen jetzt zwei Tage lang auf dem steinigen Trail rum - und das bei dieser Hitze 😗 !
da seid Ihr ja durch eine phänomenale Landschaft durchgekommen, aber alleine wollte ich das nicht fahren.
Dein Auge und Gehör ist echt klasse, kannst Du einem "hoffnungslosen" Fall mal einen Birder-Anfängerkurs geben ? Auch beim EcoTraining habe ich mich immerwieder gefragt was unsere Guides sehen und vor allem auch hören, da könntest Du sicherlich mithalten. Großes Kino was Du uns da bietest 😮
Muss mich "leider" demnächst ausklinken und kann die Fortsetzung erst nach unserem Botswanatrip lesen. Bis dahin fleißig weiterschreiben,
Freu mich aber auch auf die Liveerzählungen in Büsnau.
Champagner8’791 Beiträge · seit 201020. Sept. 2017 ·
Sodele, jetzt hab ich mir deine Fotos mal genauer angeschaut
fotomatte schrieb: Immer wieder passieren wir solche Staubwannen, wo sich Bergzebras gewälzt haben.
und endlich kapiert, was du damals so intensiv betrachtet und fotografiert hast, das war mir weder vor Ort klar noch als ich mein Foto (flüchtig) betrachtet habe 🤩 (ich war ja faul im Auto sitzen geblieben und dachte, es geht nur um Landschaft) :
Aha, und woher weißt du, was das ist? Ich sehe weder Zebrastreifen im Sand, geschweige denn echte Bergzebras in der Nähe... 😐 ! (Okay, die Spuren werden es wohl sein....)
fotomatteThemenstarter2’524 Beiträge · seit 200921. Sept. 2017 ·
Hallo mal wieder,
@ Bele : Nun, das habe ich schon öfter beobachten können, dass sich Zebras ( Berg- wie auch Flächenzebras ) gerne im Staub wälzen. Sind halt auch nur Pferde. 😄 Antilopen dagegen habe ich noch nie beim Staubbad gesehen. Wegen dem "bissle-viel-drumrum" steh ich jetzt aufm Schlauch. Ist dir die Eule zu klein, oder wie? Hääh? 🙄 😕
@ Tom : Na, allzeit gute Pad in Botswana. Birderanfängerkurse mache ich im Übrigen jedes Frühjahr für "meine" NABU-Gruppe. Wegen des guten Gehörs wird noch manches zu schreiben sein, denn die mit dem wirklich guten Ohr ist mal ohne Zweifel Ruth. 😘 Ihr verdanke ich meine zweite "Most-wanted-Species" von der imaginären Liste. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich freu mich auf´s Treffen in Büsnau.
@ Uwe : Der Otjitheka-Trail war landschaftlich ganz grosses Kino, ich bin echt froh, dass wir den nicht dran gegeben haben wegen des Tankens, das hätte mich schon geärgert. Und das Camp in Khowarib hat mir gut gefallen, das war nicht nur eine Notlösung.
Champagner8’791 Beiträge · seit 201021. Sept. 2017 ·
fotomatte schrieb: Wegen dem "bissle-viel-drumrum" steh ich jetzt aufm Schlauch. Ist dir die Eule zu klein, oder wie? Hääh? 🙄 😕
Bubb, des ging jetzt überhaupt ned gegen dein Foddo! 😘 Es hat mich nur so sehr an lustige Zeiten erinnert, weißt du nicht mehr? Ruths Reaktion auf Uwes Fotos?? 😄 Notfalls hol ich dich per PM vom Schlauch runter, musst nur Bescheid geben!
fotomatteThemenstarter2’524 Beiträge · seit 200926. Sept. 2017 ·
Freitag 04. August : Abwärts durchs Hoanib-Rivier
Eine komische Nacht war das, denn es ist nach Sonnenuntergang immer wärmer geworden. Durch die Khowaribschlucht bläst ein warmer Föhnwind aus Osten, das Thermometer klettert auf 27 Grad.
Wir frühstücken gemütlich, dann packen wir zusammen und verlassen das Camp. Der Caretaker winkt uns nach. Gleich nach dem Camp queren wir den Hoanib.
Bald erreichen wir den Abdreh zu den Ongongo Hot Springs, die wollen wir uns ansehen. Eine ziemlich ruppige Piste führt fünf, sechs Kilometer in die Berge. Rechts und links stehen einige windschiefe Hütten, aus denen sofort, sobald sie die Motoren hören, Kinder angerannt kommen und bettelnd die Hände aufhalten. Einige rufen "Sweets, sweets" dazu.
Ein paar Vögel finden wir während der Anfahrt, wie diesen Wiedehopf. Leider war ich noch nie schnell genug, um ihn mit aufgestellter Haube zu erwischen.
Leider nur ein Beweisbild, aber anhand dessen konnte ich ihn nun auch auf die Liste setzen: der Brubruwürger.
Sabota-Lerche
Bei den Hot Springs parken wir unsere Autos im Schatten, bezahlen die Day-use-fee von, ich meine, fünfzig Nam$ und schlendern dann zu dem nett gelegenen Pool, der von einem kleinen Wasserfall gespeist wird. Das Wasser ist glasklar.
Zunächst sitzen wir am Ufer und lassen die Füsse ins Wasser baumeln, aber das reicht mir bald nicht mehr. Ich muss da rein. Ich hole meine Badehose, und dann schwimme ich zu dem Wasserfall und lasse mir von dem Wasserstrahl den Rücken massieren. Das tut gut, und Ruth und Uwe finden nun auch Gefallen an der Idee. Sie kommen ebenfalls ins Wasser. Rechts vom Wasserfall gibt es einen Überhang, wenn man da hindurch schwimmt, öffnet sich eine Höhle, und im Halbdunkel sehe ich einige Fledermäuse an der Decke hängen, während weitere niedrige Jagdflüge nach Insekten durchführen. Eine Kröte sitzt am Ufer.
Aus dem Boden steigt tatsächlich warmes Wasser auf. Nachdem ich gut eingeweicht bin, widme ich mich noch der Insektenwelt, denn hier fliegen einige Libellen rum.
Feuerlibelle
Sieht aus wie eine Azurjungfer.
Dann, endlich, reissen wir uns los, denn es ist schon Mittag durch, und wir wollen ja noch ein ganzes Stück fahren heute. Ursprünglich war mal Puros als Ziel geplant. Wir rumpeln die Strecke zurück und fahren das Stück bis Sesfontein. Hier fahren wir die Tanke an und füllen problemlos unsere diversen Haupt- und Nebentanks, sogar das Muckelsche Mobil lässt sich bereitwillig volllaufen. Nachdem also dieses Problem gelöst ist, fahren wir aus dem Ort raus, um schon bald in das breite Hoanibtal abzubiegen.
Hier lassen wir erst mal Dampf ab, wir reduzieren den Druck in den Reifen auf 1,5 bar, denn ab sofort ist Sandschwimmen angesagt.
Auf den ersten Kilometern lasse ich Uwe voraus fahren, auch ohne Funkgeräte ist trotzdem klar, wo er sich befindet, denn der extrem feine Bull-dust steigt senkrecht in die Höhe.
Schon bald sind unsere Vehikel fein gepudert.
Der Hoanib hat sich hier ein breites Bett zwischen die Berge gegraben.
Immer wieder müssen wir anhalten, um Fotos zu machen, die Landschaft weiss uns zu begeistern.
Wir erreichen den Control Point, hier müssen wir einen Obulus entrichten. Zwei südafrikanische Paare kommen uns entgegen, ganz standesgemäß mit Campinghängern und erzählen uns von einer Herde Wüstenelefanten in vier, fünf Kilometern Entfernung.
Ob wir die Elis gefunden haben, gibt es im nächsten Teil zu lesen.
fotomatte schrieb: @ Bele : Nun, das habe ich schon öfter beobachten können, dass sich Zebras ( Berg- wie auch Flächenzebras ) gerne im Staub wälzen. Sind halt auch nur Pferde. 😄 Antilopen dagegen habe ich noch nie beim Staubbad gesehen.
Hallo Matthias,
hier der Beweis, dass sich sogar Bele's "Lieblingstiere" ab und zu mal ein Staubbad gönnen... 😄
Aber anhand der Hufspuren kann man die Zebras ja gut identifizieren.
Vielen Dank an dieser Stelle für den schönen Bericht und die tollen Bilder eurer Tour! 🙂