30. & 31. November 2021 - Rückflug in die QuarantäneMaun - Johannesburg - Frankfurt - KölnWir packen am Morgen den letzten Kram zusammen und besprechen mit dem Franzosen noch die letzten Details zu seiner Reise. Wir vererben ihm den ganzen Kram, den wir gekauft hatten und nicht mehr brauchen, wie die Trittleiter, die Lederhandschuhe, unbenutzte Spülschwämme und den Eimer (= Waschmaschine).
Nach dem Frühstück haben wir noch Zeit. Ich spreche Patrick auf das Tierheim Maun an, das gar nicht so weit vom Hotel entfernt ist. Mittlerweile ist es Tradition bei uns, dass wir im Urlaub Spenden fürs lokale Tierheim kaufen. Es stellt sich heraus, dass seine Tochter das Tierheim leitet. Spenden können wir also direkt ihm geben, er gibt das an seine Tochter weiter. Er telefoniert auch sofort mit ihr und fragt, was sie am dringendsten brauchen. Wir erfahren, dass sie fürchten, dass es von nun an wieder mit Kastrationen schwierig wird, da sie dafür mit Tierärzten aus Europa arbeiten, die regelmäßig kommen. Aber durch Omikron werden die wohl erst mal wieder ausbleiben. 🙁
Also ab zu Spar und Futter gekauft.
IMG_3661 by
Nadine, auf Flickr
Ganz schön teuer das Tierfutter hier! Das steht deutschen Preisen fast in nichts nach. 😵 Anschließend tanken wir Hermine. Die 2 Ersatzkanister auf dem Dach können wir natürlich nicht voll zurückgeben, da sie ein Leck haben. Anschließend noch ein paar Souvenirs kaufen. Dann zurück zum Waterfront, Spenden abgegeben, die restlichen Pula auch noch als Spende in einen Umschlag gepackt. Dann gehen wir noch eine Runde an den Pool und kraulen Marley. Der kommt übrigens auch aus dem Tierheim.
Neueste Fotos anzeigen(1) by
Nadine, auf Flickr
Um kurz nach 11 Uhr machen wir uns mit den Franzosen im Gepäck auf zu Bushlore. Wir geben einen Wagen zurück, er holt seinen ab. Wir checken neidisch sein Gefährt ab. Landcruiser Bushcamper! Ach so ein Bushcamper wäre eine feine Sache gewesen! 😄 Falls es jemals ein nächstes Mal geben sollte (bitte nicht!), ist das unserer! Dann aber als Doppelkabine. Einzelkabine geht gar nicht für uns.
IMG_3662 by
Nadine, auf Flickr
IMG_3665 by
Nadine, auf Flickr
IMG_3666 by
Nadine, auf Flickr
IMG_3667 by
Nadine, auf Flickr
IMG_3668 by
Nadine, auf Flickr
IMG_3669 by
Nadine, auf Flickr
Der Innen”raum”
IMG_3670 by
Nadine, auf Flickr
Die Rückgabe geht recht schnell, vermutlich auch, weil wir das rundum Sorglos-Versicherungspaket ohne Selbstbeteiligung haben. Der Wagen wird nicht auf Schäden, Beulen oder ähnliches untersucht. Wir sagen wegen der kaputten Ersatzkanister Bescheid. Ansonsten war der Wagen eine Bank!
Vom Franzosen verabschieden wir uns (er ruft uns ein fröhliches “Bye, bye, my German tourist office!” zu 😄 ) und KB fährt uns zum Flughafen. Er wundert sich über den Franzosen. Ob der denn wirklich ganz alleine in den Moremi fahren will? Wir hatten ihn ja gewarnt … wenige Leute, kein Handyempfang. Wenn er stecken bleibt, muss er zusehen, wie er klarkommt. Ich sage auch KB noch mal, dass er ihm bitte das Satellitentelefon aufschwatzen soll. Wir hoffen, dass alles gut gegangen ist und er Spaß hatte.
KB lacht, als wir ihm erzählen, dass wir in Kasane das Porta Potty abgestoßen haben. Auch bei unserer Pan-Geschichte lacht er. “Good job” quittiert er uns, als er hörte, dass wir uns alleine befreien konnten. Ja, darüber werden wir noch lange sprechen. 🙄
Als wir am Flughafen sind, schauen wir Hermine wehmütig hinterher, als KB mit ihr davonfährt.
Neueste Fotos anzeigen by
Nadine, auf Flickr
Irgendwie war es auch schön mit ihr. Martin hat übrigens ganz entsetzt reagiert, als ich die Hermine-Figur aus dem Auto einpacken und mitnehmen wollte. 😐 “Das kannst du nicht machen, die gehört zum Auto! Das ist ganz schlecht fürs Karma!” Gut, also hab ich sie wieder in die Tasche gelegt, in der wir sie gefunden hatten.
Am Flughafen gehen wir zum Diagnofirm-Schalter und bekommen vom netten Herrn dort unser Testergebnis ausgedruckt. Alles völlig unbürokratisch und schnell.
Wir checken bei Airlink ein. Unser Gepäck wird durchgelabelt, aber die Boardkarte bekommen wir erwartungsgemäß nicht für den Frankfurt-Flug. Hier wird auch kein PCR-Test oder sonst irgendwas überprüft.
Für die Ausreise muss man ein Formular ausfüllen und beim Beamten abgeben. Wir bereuen bitter, dass wir sofort zum Gate durchgehen, denn dort ist nichts. Ich wiederhole: absolut GAR NICHTS! 🙄 Es gibt einen Getränkeautomaten, der aber nicht funktioniert, einen Wasserspender, für den es aber keine Becher gibt. Nichts zu essen, keine Shops, nichts! Die Verpackung eines Energy Balls öffnet ungeahnte Möglichkeiten. 🤪 Den finde ich im Rucksack, der nun 3 Wochen in der Gegend herum transportiert wurde. Ich hatte wie ein Eichhörnchen überall Notsnacks verteilt für schlechte Zeiten. Ist ein bisschen so wie früher, als man nach Wochen ein altes Wurstbrot im Turnbeutel gefunden hat. Den Snack konnte ich nun gut gebrauchen. Dieser Energy Ball war einer kleinen Papp-Schale. Da Not ja erfinderisch macht (und wir wegen der Sicherheitskontrolle natürlich nichts zu trinken dabei hatten) laufen wir immer wieder mit unserer kleinen Pappschale zum Wasserspender. Neidisch blicken die Leute auf uns. Wir waren kurz davor, das Ding zu vermieten.
Ca. 15 Minuten vor unserer offiziellen Abflugzeit kommt die Maschine aus Johannesburg rein, die uns auch wieder zurückbringen wird. Ach, wie neidisch ich immer auf die Ankömmlinge schaue … Muss das eigentlich sein, dass man die Leute sehen kann?! Gut, den Schnelltest draußen in Bruthitze brauche ich nicht mehr, aber wenn ich abwäge zwischen 14 Tage Quarantäne im regnerischen grauen Deutschland und noch mal einer Runde hier, weiß ich, wie ich mich entscheiden würde.
IMG_3674 by
Nadine, auf Flickr
Der Flug war wieder ruckelig, aber kein Vergleich zum Hinflug. Zum Glück bekommen wir wieder was zu Essen, der Energy Ball war doch schnell verflogen und wir ahnten schon, dass uns in Johannesburg nichts Gutes blüht (ich sollte Recht behalten). Das Essen bei Airlink ist wirklich lecker!
IMG_3679 by
Nadine, auf Flickr
IMG_3685 by
Nadine, auf Flickr
In Johannesburg landen wir pünktlich und am Transit-Schalter wollen wir “mal eben” die Boardkarte für den Weiterflug nach FRA holen. Was geht denn bitte hier ab? 😐
IMG_3693 by
Nadine, auf Flickr
Es ging und ging einfach nicht voran … Sämtliche Unterlagen wurden wohl gewissenhaft geprüft, aber das fraß nicht die Zeit. Das eigentliche Problem war wohl, dass viele Leute nichts von der ganzen Variantengeschichte mitbekommen hatten bzw. dass sie die Einreise bzw. Tansitanforderungen nicht kannten. 😕 Viele mussten noch die Einreiseanmeldung ausfüllen oder hatten keinen Test gemacht. Oder der Test war zu alt usw. usw. Es dauerte wirklich alles ewig. Wir brauchen fast 1 ½ Stunden bis wir vorne ankommen. Unsere Boardkarten haben wir 2 Minuten später. Andere rennen hektisch zum Testcenter, um doch noch irgendwie mitzukommen. Der Flieger wird wohl voll werden. Die meisten anderen Verbindungen werden auf dem Monitor mit “canceled” angezeigt.
IMG_3694 by
Nadine, auf Flickr
Also auf zum Gate und zu den Souvenirshops! Die Shops waren größtenteils geöffnet. Das konnte man von den Restaurants leider nicht sagen. Bis auf ein paar Snack-Bars gab es keine Möglichkeit, etwas zu essen. 🙄 Alle Restaurants waren geschlossen! Kann ich nicht so ganz verstehen, denn es waren doch überraschend viele Leute hier unterwegs. Daher gab’s nun gezwungenermaßen Fertig-Sandwich und Bananenchips. Wenige Minuten später war hier alles ausverkauft und die Leute konnten nur noch weggeschickt werden.
Beim Shoppen sind wir erfolgreicher. Um die Quarantäne möglichst hübsch zu gestalten, decken wir uns mit Fynbos Gin und Amarula mit äthiopischem Kaffee ein. Beides sehr lecker!
IMG_3702 by
Nadine, auf Flickr
Obwohl offiziell noch nicht mal die Boardingzeit begonnen hat, wird schon geboarded, als wir am Gate ankommen. Meine Güte, was sind das viele Leute hier! 🙄 Die Maschine wird rappelvoll. Hauptsächlich Amerikaner und Europäer, relativ wenige deutschsprechende Passagiere. Wir haben uns zum Glück schon vor einer Ewigkeit einen 2er Platz ganz hinten reserviert. Das ist vermutlich der beste Platz, den wir in der rappelvollen Eco haben konnten. Kurzer Schwatz mit der netten Flugbegleiterin ergibt: Jau, wir sind komplett ausgebucht. Dadurch, dass viele Airlines vorerst ihre Verbindungen eingestellt haben, weichen nun alle auf LH aus. Die Lust auf diesen Flug steht allen Flugbegleitern ins Gesicht geschrieben (also in das, was man trotz Maske noch sehen kann), aber man muss sagen, dass alle total freundlich sind. Keine schlechte Laune beim Personal spürbar.
Die 747 ächzt schwer unter dem Gewicht beim Start. Kennt ihr diesen kurzen Moment, in dem man denkt “Das war’s jetzt, das Ding wird wie ein Stein wieder auf den Boden fallen”, und dann klappt es doch irgendwie. Wenn auch mit ordentlich Geschepper und Geklapper. Die 747 hat eben auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel.
Abendessen ist solala. Beim Getränkedurchgang fragt die Flugbegleiterin, ob sie mir “noch was Gutes tun kann”. Sicher doch! Einen Baileys hätte ich gerne! 😎 Früher war es ja normal, dass man auch in der Eco einen Absacker bekam. Heute leider nicht mehr.
“Das gibt’s leider in der Eco nicht mehr”. 🙄
Betretenes Schweigen.
“Oh.”
“Aber warten sie mal, ich hol was in der Business. Aber sagen Sie das bloß niemandem!” 🤪
Ich schätze, es ist jetzt mittlerweile verjährt, daher erzähle ich es mal.
Als die Maschine schon abgedunkelt war und die meisten schlummern, kommt sie mit einem prall gefüllten Baileys-Glas mit Eis zurück. Toll! Es bleibt zumindest für die Dauer dieses Flugs unser schmutziges kleines Geheimnis.
Wir schlafen ein paar Stündchen (Bailey’s sei dank) und landen pünktlich in Frankfurt. Unser Flieger muss für die deutschen Behörden vollkommen überraschend einfach so vom Himmel gefallen sein. 🤪 Denn: an den Finger dürfen wir nicht. Wegen Omikron und so (verstehen wir zwar nicht, macht aber nix). Wir müssen nun erst mal auf Anweisungen der deutschen Sicherheitsbehörden warten, so der Kapitän. Da stehen wir nun also so rum, irgendwo auf dem Acker auf einer Außenposition. Quälende Minuten vergehen. Nächste Durchsage (sinngemäß): “Die deutschen Gesundheitsbehörden arbeiten um diese Uhrzeit leider noch nicht, es wird noch ein bisschen dauern”. Wenn’s nicht so traurig wäre, hätte man fast lachen müssen. Es wird gewitzelt, “gut, dass wir nicht Freitagnachmittags gelandet sind, hö, hö!” Es wird vermutet, dass nun “Faxe geschickt werden müssen!” Ok, ich gebe zu, den Senf haben wir von uns gegeben. Allerdings sehen wir auch in einigen anderen Reihen fassungsloses Kopfschütteln.
Irgendwann die erlösende Nachricht: die Gesundheitsbehörde hat sich gemeldet. Es werden “speziell präparierte Busse” geschickt (das haben die wirklich so gesagt!), mit denen muss dann das Aussteigen erfolgen. Zuerst First und Business, dann Premium, dann Eco nach Reihen von vorne nach hinten. Wir saßen ganz hinten, herzlichen Glückwunsch. Von diesen “speziell präparierten Bussen” gab es sage und schreibe zwei. Ich wiederhole: ZWEI! Wir saßen also noch eine ganze Weile im Flugzeug und unterhielten uns mit der Flugbegleiterin. Nach 1 ½ Wartezeit ist es soweit und wir dürfen endlich raus aus der Kiste. Eine gefühlte Ewigkeit jückeln wir über das Flughafengelände. Dann dürfen wir erst mal nicht ins Terminal, denn dort seien gerade zu viele Menschen auf einmal. Ach und dass wir hier zusammengepfercht im Bus nebeneinander stehen, ist total Wurscht. 🤪 Aber darauf kommt’s jetzt auch nicht mehr an - im Gegenteil wir genießen die letzten Minuten in Freiheit für die nächsten 14 Tage!
Im Terminal kontrolliert ein Polizist der Bundespolizei recht rudimentär und lustlos den PCR-Test und die Einreiseanmeldung. Bei der Grenzkontrolle werde wir im Prinzip nicht mehr vorstellig, denn man kann wieder die automatisierte Passkontrolle nutzen als EU-Bürger. Seltsam, die ausgerechnet bei Maschinen aus Variantengebieten wieder zu nutzen, wo sie die 1 ½ Jahre davor abgeschaltet waren. Die Koffer lagen natürlich schon rum. Übrigens wurde nirgendwo Fieber gemessen, ein Test mit uns gemacht oder auf die Quarantänepflicht hingewiesen. Interessant! Zum Glück hatten wir das Auto am Flughafen stehen, müssen also keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Dank der günstigen Parkpreise derzeit am Flughafen, hätte man für das Geld fast kein Bahnticket bekommen. Glück im Unglück.
2 Stunden später sind wir zuhause. Der Kühlschrank ist dank des Einkaufs der Familie für die ersten Tage gefüllt. Für die restliche Zeit greifen wir auf Lieferdienste von Supermärkten zurück, was wunderbar funktioniert. Leider müssen wir nun auch unsere Boosterung verschieben, außerdem einen Arzttermin, auf den ich ein halbes Jahr warten musste … Das ist aber auch das einzig wirklich Ärgerliche gewesen. Das Kölner Gesundheitsamt ruft mehrere Male an und erkundigt sich, ob wir noch in Quarantäne sind (lustige Frage übrigens) und ob es uns gut geht. Nach 3 Tagen kommt jemand zu uns und macht einen PCR-Test mit uns (negativ) und misst den Sauerstoffanteil im Blut. Einen Abschlusstest gibt es nicht, wir sollen uns selbst am 15 Tag aus der Quarantäne entlassen. Wir machen zur Sicherheit einen Schnelltest zuhause, negativ. Auch Symptome haben wir nicht. Somit ist der Spuk auch irgendwann beendet. Netterweise kümmern sich die Nachbarn um den Müll, den wir vor die Tür stellen, ebenso findet sich jemand, der uns die Post regelmäßig vor die Tür legt.
Fazit des Tages: Schwerer Abschied von Hermine, etwas chaotische Rückreise und unterhaltsamer Empfang der deutschen Behörden. Der Urlaub ist sowas von vorbei!