THEMA: Zwei Warmduscher auf Camping-Reise in Botswana
13 Jan 2022 17:27 #634412
  • Nadine3112
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  • Nadine3112 am 13 Jan 2022 17:27
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Dann will ich mal mit meinem Reisebericht unserer Botswana-Reise starten. Wir? Wir sind zwei absolute Camping-Neulinge, für die es aber immerhin schon die 7. Afrika-Reise ist.

Diese Reise war so ganz anders, als wir erwartet hatten. Zum ersten Mal nach einer Afrika-Reise (oder überhaupt nach irgendeiner Reise) waren wir nicht vollends begeistert. Wir hatten mit allerhand Widrigkeiten zu kämpfen, hatten hier und da Pech, stellten fest, dass wir nicht fürs Campen gemacht sind und lernten am Ende der Reise einen gewissen Omikron kennen, auf dessen Bekanntschaft wir gerne verzichtet hätten und der uns noch 2 zusätzliche Wochen zuhause bescherte. Ist ja nicht so, dass man die letzten 1 ¾ Jahre nicht schon genug in der Bude gehockt hätte. :P
Wer jetzt nicht abgeschreckt ist, dem kann ich auch nicht helfen. :blink:

Was erwartet euch in diesem Reisebericht?
Ein Bericht aus der Sicht totaler Camping-Nulpen, die mit Wetterkapriolen zu kämpfen haben und zum ersten Mal in Botswana unterwegs sind (gut, an der Chobe Riverfront waren wir 2019 schon mal). Gilt auch in unserem Fall “Einmal Camping, immer Camping!”? NEIN, definitiv nicht! Wie man sich den ganzen Dreck und die Arbeit freiwillig antun kann, ist uns ein komplettes Rätsel. :silly: Der meiste Dreck unter meinen Fingernägeln musste herauswachsen. Wir werden Lodges definitiv in Zukunft wieder vorziehen. Wenn diese in Botswana durchgängig bezahlbar gewesen wären, hätten wir sowieso nie einen Camper gemietet.
Vielleicht kann ich mit diesem Reisebericht einigen anderen Orientierung geben, die ebenfalls mit dem Gedanken einer ersten Camping-Reise in Botswana spielen.

Was erwartet euch in diesem Reisebericht nicht?
Wer spektakuläre Tiersichtungen erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Das war unsere 7. Afrika-Reise und ich kann schon mal vorweg nehmen, dass wir auf keiner Reise so wenige Tiere gesehen haben. :huh: Wir hatten in 3 Wochen nicht eine Löwen-Sichtung, nicht eine Hyänen-Sichtung und von Geparden oder ähnlichem wollen wir erst gar nicht anfangen. Zwei für unsere Definition spektakuläre Sichtungen gab es dann doch noch, ansonsten gibt es vor allem Pflanzenfresser und den einen oder anderen Vogel zu sehen. Auch die spektakulären Elefantenbesuche auf Campsites, von denen so viele berichten, können wir nicht bieten. Aber immerhin einen Honigdachs, der den Müll plünderte.

Seid ihr etwa immer noch nicht abgeschreckt? Gut, dann geht’s für den verbliebenen Rest nun los! B)

DSC08893 by Nadine, auf Flickr

Elephant Sands, Kasane by Nadine, auf Flickr

Kubu Island, Botswana by Nadine, auf Flickr

Xakanaxa Region, Moremi Game Reserve, Botswana by Nadine, auf Flickr

Chobe Riverfront, Botswana by Nadine, auf Flickr

Den einen oder anderen kann man vielleicht noch mit Tierbabys locken :lol:

Khwai Region, Moremi Game Reserve, Botswana by Nadine, auf Flickr

Chobe National Park (Savuti), Botswana by Nadine, auf Flickr
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13 Jan 2022 17:32 #634413
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  • Nadine3112 am 13 Jan 2022 17:27
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10. & 11. November 2021 - Ich fress nen Besen, es geht endlich los!

Unfassbar, aber wahr! 2018 das erste Mal mit dem Gedanken gespielt, 2019 konkreter damit befasst, Anfang 2020 gebucht! Die Reise sollte im November 2020 stattfinden. Leider hat Botswana die Grenze nicht rechtzeitig geöffnet, sodass wir Mitte Oktober sehr schweren Herzens auf November 2021 verschoben haben und stattdessen nach Tansania gefahren sind. Bereut haben wir das unterm Strich nicht. In Tansania kam sogar der Gedanke auf, ob Botswana uns denn nach so einer tollen Reise überhaupt noch irgendwas Neues bieten kann. Ich kann mich sogar daran erinnern, dass der böse Satz fiel “kann uns Botswana jetzt überhaupt noch irgendwas bieten?!”. Ich kann schon mal vorweg nehmen, dass der Gedanke im Nachhinein vielleicht gar nicht so abwegig war. :whistle:

Warum überhaupt ein Camper, wo wir doch überhaupt keine Camper sind und von dieser Art des Reisens alles andere als überzeugt sind? Wenn man sich die Lodge-Preise innerhalb der Nationalpark- und Game-Reserve-Grenzen in Botswana anschaut, weiß man schnell, warum. :unsure: Die sind einfach dermaßen außerhalb unseres Budgets, dass wir nicht mal eine Lodge zwischendurch reinstreuen konnten. Lediglich in Maun, Kasane, Nata und am Boteti River konnten wir bezahlbare feste Unterkünfte auftun. Auch in Gweta kann man gut was Bezahlbares finden, aber da haben wir keine Übernachtung eingestreut.

Am 11. November war es also nach der längsten Wartezeit, die wir je auf eine Reise hatten, endlich soweit! Natürlich gab es in den 48 Stunden davor noch einen richtigen Showdown. wie sich das in Coronazeiten eben so gehört. Bei Martin im Büro gab’s einen Coronafall, alle wurden wieder einmal ins Home Office geschickt. Na großartig! Und das so kurz vor unserem PCR-Test. Das war dann der nächste Thriller. Am 9. November waren wir am Flughafen Köln in Centogene. Etwas gewundert hatte ich mich schon, denn der Abstrich erfolgte nur leicht lustlos an der Zunge herumstochernd. Komisch, sonst kam mir doch immer das Frühstück hoch, das ich vor 3 Tagen gegessen hatte. Noch mal nachgefragt: “Äh, DAS war’s jetzt wirklich schon?”, “Ja, ja, das reicht locker!”. Fürn Arsch, liebe Leute. Das Ergebnis sollte innerhalb von 24 Stunden kommen. Am 10. November also nachmittags der große Trommelwirbel. Bei Martin: negativ. Bei mir: “Probe wird noch mal analysiert.” Ähm, wie bitte?! Ich raste aus. :blush:

Eine Stunde später: “Kein Befund möglich.” So perplex war ich selten in meinem Leben. Dazu keinerlei Info, was nun zu tun ist. Also flippe ich erst mal gepflegt aus, gefolgt von einem Heulkrampf. Meine Wut auf den Typen, der die Probe entnommen hat, ist endlos. Schließlich ist nun 16 Uhr und der Flieger geht morgen abend. Nur noch Notstromprogramm. Martin bricht alle Zelte ab, der geplante Last-Minute-Friseurbesuch muss verschoben werden, wir düsen zum Flughafen Düsseldorf (nun, “düsen” ist im dichten Feierabendverkehr zwischen Köln und Düsseldorf so eine Sache) und ich buche panisch übers Internet das 2-Stunden-Angebot am Flughafen Düsseldorf. Als wir dort ankommen, bestehe ich nur noch aus Adrenalin und Wut (so ca 60 zu 40). Zu meiner Überraschung ist die Dame vom Centogene-Schalter nicht nur nett, sondern auch noch kompetent und sieht gleich im System, dass es am Vortag einen verunglückten Versuch ohne Befund gab. Großes Sorry und “da bekommen Sie jetzt natürlich diesen Test gratis!”. Ach so! :laugh: Ich freue mich, wundere mich aber auch darüber, dass das nicht so schon in der Mail kommuniziert wurde. In der Kabine wird die Dame noch flott instruiert, dass es bei mir bereits einen Fehlversuch gab. “Geben Sie jetzt alles! Der Flug geht morgen.” Sie gibt wirklich alles und im Auto kotze ich fast immer noch. Die über eine Stunde lange Fahrt nach Hause zieht sich elendig in die Länge und um 20 Uhr ist das Ergebnis ENDLICH da. Negativ! Hallelujah! Ich glaub, mir sind in meinem ganzen Leben noch nie so viele Steine vom Herzen gefallen. :P

Vor lauter Aufregung schlafe ich in der Nacht trotzdem quasi nicht. Zum Flughafen fahren wir schon am Nachmittag, schließlich wollen wir was von der Lounge haben, wenn wir schon mal Business fliegen. Dank der günstigen Preise parken wir in Frankfurt direkt am Terminal 1, 3 Wochen für 106 €. B)

Beim Check-In wird quasi nichts geprüft. Die Dame wusste überhaupt nicht, was für die Einreise nach Botswana nötig ist und wollte sich wohl auch nicht damit auseinandersetzen. “Wissen Sie, was sie brauchen?”, “Öhm, joa! Denke schon!”, “Na dann guten Flug!”. Seltsam. Das haben wir so auch noch nicht erlebt. :dry:

Die Lounge war ok, netter Blick aufs Startfeld, aber das Essen ist wirklich verbesserungs- und ausbaufähig. Dabei war gar nicht mal so wenig los, es gingen einige Flieger nach Asien.

Beim Boarding war schnell festzustellen, dass die Business voll wird, war sie dann auch. Gemessen an der Anzahl der Menschen, die noch am Gate saßen, würde ich sagen, dass die Eco auch sehr voll war.

Die Hardware ist bei der 747 schon in die Jahre gekommen, das merkt man, allerdings war der Service top (man wurde z. B. mit Namen angesprochen), der Sitz lässt ich komplett flach machen, allerdings war das Essen für mich persönlich qualitativ und vom Geschmack her nicht vom Economy-Essen zu unterscheiden. Das war bei KLM in der Business um Welten besser. Insgesamt konnten wir gut und lange schlafen. Das war auch bitter nötig nach der ganzen Aufregung und wir hatten ja auch noch einen aufregenden Tag vor uns.

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In Johannesburg ging es flott durch den Transit-Check (wo sich niemand für den PCR-Test interessierte, der für den Transit eigentlich nötig ist) und zum Gate für den Flug nach Maun. Der Flug war gut gebucht. Nur einige einzelne Plätze waren noch frei. Der Pilot versprach gleich einen sehr ruckeligen Flug und der ging tatsächlich in die Top 3 der unruhigsten Flüge ein, die wir je erlebt haben. Beim Landeanflug nach Maun ging ordentlich die Luzie ab. :sick:

Die Ankunft war äußerst nervig und langwierig. Wir saßen recht weit hinten in der Maschine (großer Fehler) und bei der Ankunft wurde jeder getestet. Wir wussten natürlich, dass das passieren kann, allerdings hatten andere eher berichtet, dass sie entweder gar nicht oder ihr Flieger nur stichprobenartig getestet wurde. Aus unserem Flieger wurde jeder getestet, was natürlich ewig gedauert hat. Bei guten 35 Grad! Der Test fand draußen statt und am Anfang mussten wir sogar in der Sonne warten (kein Sonnenschutz, keine Kopfbedeckung, nichts zu trinken). Irgendwann sagte uns jemand vom Flughafen, dass wir nach vorne gehen sollten, dort waren einzelne Plätze frei. Da wir das ganze System sowieso überhaupt nicht verstanden oder durchschauten, taten wir das. Erklärt hatte hier auch niemand was. Hier saßen wir dann erst mal ein Weilchen rum und zeigte sich, dass das System so aussah: Die Passagiere, die vorne saßen, kamen vorne als nächste ins Testzelt, die von den Reihen dahinter rücken dann jeweils eine Reihe vor. Aha! Insofern war’s jetzt natürlich seltsam, dass uns der Mann vom Flughafen ganz nach vorne durchgeschickt hat, aber ehe wir uns über die Moral und unsere weitere Vorgehensweise beraten konnten, wurden wir auch schon aufgerufen. Sorry an alle, die wir nun übersprungen haben, aber wir können nur teilweise was dafür! :blush:

Dann Stäbchen in die Nase, man bekommt eine Nummer in die Hand gedrückt. Komisch, dass es bei uns heißt, dass die Schnelltests ab ca. 30 Grad nicht mehr zuverlässig funktionieren und hier braten sie bei lockeren 35 Grad … Na ja, besser nicht weiter drüber nachdenken. :huh: Dann nächste Wartezone, natürlich wieder teilweise in der Sonne. Mittlerweile waren wir komplett durchgeschwitzt und genervt. Nach den üblichen 15 Minuten Wartezeit wurden unsere Nummern aufgerufen, wir durften gehen. Die Koffer lagen natürlich schon in irgendeiner Ecke rum. Immerhin sind sie da!

KB von Bushlore wartete bereits mit Schild auf uns. Der Arme musste vermutlich recht lange auf uns warten. Es geht direkt zu Bushlore.
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13 Jan 2022 17:41 #634414
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Fahrzeugübergabe, oder: Wir treffen Hermine

Gemietet war bei Bushlore eigentlich der Hilcam, also der Toyota Hilux Bushcamper. Warum? Weil wir es möglichst bequem mit wenig Arbeit beim Zeltaufbau haben wollten und definitiv 2 Kabinen haben wollten. Daher war der Landcruiser Bushcamper leider gleich raus für uns.

Leider kam es anders. 2 Tage vor Abflug kontaktierte mich Bushlore. Unser Fahrzeug, das wir Maun übernehmen sollten, hatte einen so schweren Unfall, dass wir es in 2 Tagen nicht übernehmen können. :angry: Einen anderen Hilcam gibt es in Maun leider nicht und/oder es waren alle vermietet. Aber, gute Nachricht, meinten sie, sie hätten den Landcruiser Bushcamper für uns! Eigentlich ein Upgrade, aber für uns leider ein No-go, da er nur eine Kabine hat. Ich sitze auf Game Drives immer hinten, damit ich problemlos zu beiden Seiten fotografieren kann (Martin ist in dieser Hinsicht leider komplett unbrauchbar, seine Talente liegen definitiv beim Fahren und Tiere finden). Tja, nun war guter Rat teuer. Das ungeliebte Dachzelt nehmen oder auf eine Kabine verzichten? Für mich war die Entscheidung schnell klar, auch wenn Martin sich mit dem Dachzelt überhaupt nicht anfreunden wollte. Wir nahmen also wohl oder übel den Landcruiser mit Doppelkabine und Dachzelt. Das Fahrzeug an sich war natürlich spitzenmäßig, viel bessere Fahreigenschaften kann man auf dem Terrain wohl nicht bekommen. Das Dachzelt war genauso ätzend, wie wir uns das vorgestellt hatten. Immer wieder während der kommenden 3 Wochen haben wir gesagt, mit wie viel Bedacht wir uns doch den Hilcam ausgesucht hatten (“Ach, dieser Bushcamper wäre eine feine Sache gewesen!” :laugh: ).

Die Übergabe war jetzt schon eine aufregende Nummer für uns, denn wir hatten noch nie einen Camper. Als Neucamper gleich mit Botswana einzusteigen, kann man mutig nennen. Wir hätten es ja erst mal am Gardasee versuchen können. :P Aber auf die Sardinenbüchsen-Stellplätze dort haben wir so gar keine Lust. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass die Stellplätze in Botswana (bis auf einige Ausnahmen) auf unserer Route auch gar nicht mal so einsam sind, wie wir erwartet hatten. Aber das mag an einer falschen Erwartungshaltung meinerseits gelegen haben. Ich stellte fest, dass der Begriff “einsam” durchaus sehr unterschiedlich interpretiert werden kann. :silly:

KB ist auch mächtig erstaunt, dass wir noch einen Camper hatten und ihm blüht jetzt natürlich, dass das keine Übergabe wird, die in 30 Minuten erledigt ist. Hinzu kommt noch, dass wir allerhand überflüssigen Scheiß gemietet haben, der natürlich auch erklärt werden will. :laugh:

Aber erst mal geht es an die Basics, wie das Aufbauen und Zusammenbauen des Zeltes, Kühlschrank, 4x4, Reifendruck, Kompressor und wie der High Jack benutzt wird. Zum Glück filme ich das alle Themengebiete nach vorheriger Erlaubnis von KB mit. Ich will mich nicht loben, aber das so ziemlich der nützlichste Geistesblitz, den ich auf der gesamten Reise hatte und der uns später noch mächtig den A… retten sollte. :laugh: Dann hatten wir noch ein Satellitentelefon gemietet, das natürlich ganz und gar kein Nippes war, sondern um ein Haar für uns zum Lebensretter hätte werden können. KB demonstriert auch das und macht einen Testanruf - funktioniert!

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Der Highjack:

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Der normale Wagenheber (zum Reifenwechsel möglichst den benutzen, wenn es der Untergrund zulässt, da der Highjack viel zu gefährlich ist):

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(Sorry für die schlechten Fotos an dieser Stelle, aber da ich die ganze Zeit gefilmt habe, muss ich Screenshots aus den Videos machen.)

Dann hatten wir noch 2 Jerrycans mit je 20 l Dieseln dazu gemietet, das ist so ziemlich das Minimum, das man dabei haben sollte. Eigentlich wollten wir schon zu Beginn an 4 haben, aber das wurde von Bushlore abgelehnt, da das Fahrzeug angeblich nur Platz für 2 Jerrycans auf dem Dach hat. Später in Kasane fragten wir trotzdem noch mal 2 Jerrycans an, die wir auch bekamen. Verstaut wurden die dann auf der Ladefläche bzw. im Innenraum des Campers. Wir waren froh, dass wir sie hatten, denn mit nur 2 zusätzlichen Jerry Cans wäre es zwischen Kasane und Maun eine knappe Nummer geworden.

Kommen wir nun zu den überflüssigen Dingen, die wir angemietet haben und zur Erklärung des Reisebericht-Titels. :laugh:

Punkt 1: Inverter. Wir haben nun wirklich viel Technik-Geraffel, aber wir sind mit dem USB-Kabel im Fahrzeug + Laden zwischendurch in den Lodges und einer großen Solar-Powerbar wunderbar klargekommen. Den Inverter haben wir nicht einmal benutzt. War aber auch nicht teuer, daher absolut verschmerzbar.

Punkt 2: Porta Potty, die portable Spültoilette. :laugh: :laugh: :laugh: Was für ein überflüssiger Schund, der eigentlich nur aus psychologischen Gründen für uns als Neucamper nützlich war. Wir stoßen das ungeliebte Teil, das einfach nur Platz frisst, in Kasane bei Bushlore ab. Braucht kein Mensch. Es sei denn vielleicht, man hat das Reizdarmsyndrom. Aber dann sollte man ein anderes Fahrzeug haben oder sich einen Sichtschutz einfallen lassen. Ich weiß gar nicht, wo/wir das Teil hätten benutzen sollen. Das einzige was ich bereue ist, dass wir kein Foto von dem Teil gemacht haben.

Punkt 3 (und nun klärt sich auch der Titel dieses Reiseberichtes auf!): Heated Shower! Jawoll, es gibt sie, die Leute, die sich allen Ernstes eine Heated Shower mieten! :laugh: Ich muss fast Tränen lachen bei dem Gedanken, dass wir glaubten, dass wir bei quasi täglichen 35 Grad eine beheizte Dusche brauchen. Das Brauchwasser ist bei diesen Außentemperaturen natürlich schon automatisch beheizt. Die Warmduscher kommen also auch ohne Heated Shower auf ihre Kosten. Ich hätte es gerne was kühler gehabt. Vielleicht hätten wir eine Cooled Shower mieten sollen. Als KB anfängt, das Teil zu demonstrieren, fange ich an zu lachen. “Honestly, KB, do you think we will need this?” - er denkt wohl, dass es sich um eine Fangfrage handelt, denn es ist ja offensichtlich, dass wir komplette Warmduscher sind. ;) Entsprechend gibt es keine Antwort, sondern lacht nur vielsagend. Martin springt mir in die Bresche: “No, we don’t need this crap. We’ll leave it here”. Der Quatsch wird also gleich da gelassen.

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Bei der Demonstration des Dachzeltes blüht uns schon, dass und das mächtig nerven wird (jup, war dann auch genauso :whistle: ) und währenddessen fällt auf, dass das Zelt schief hängt (“ach was?” :silly: ). Flott wird es abgebaut und ein neues draufmontiert. Ich glaube, das haben die Jungs in kürzerer Zeit erledigt, als wir später den ersten Aufbau erledigt hatten.

Alles in allem sind wir gute 2 Stunden hier und es ist schon 16 Uhr durch, als wir endlich vom Hof fahren. Somit ist die Zeitplanung schon für Tag 1 dahin. Wir fahren auf direktem Weg zum The Waterfront Hotel, wo uns Patrick total nett begrüßt. Die Anlage gefällt uns super und mit Marley wird gleich Freundschaft geschlossen. Mein Gott, wie kann man nur so niedlich sein?! :blush:

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Also wer jetzt nicht laut "ooooooh" seufzt, dem kann ich auch nicht helfen. :laugh:

Das Zimmer gefällt uns super!

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Ach ja, warum heißt der Camper denn nun Hermine? Das ist ganz schnell erklärt. Als wir am nächsten Morgen alles im Camper einräumen, fällt uns eine Hermine-Figur in die Hände! Die ist bei mir als Harry-Potter-Fan natürlich genau richtig. :woohoo:

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Wenn das kein Glück bringt! Na ja, noch glauben wir daran … Allerdings kann sie schon zaubern, das hat sie uns später bewiesen.

Leider rennt uns die Zeit davon, sodass nicht daran zu denken ist, den Pool zu genießen und in Ruhe anzukommen. Wir müssen noch gefühlte 100 Dinge erledigen und morgen geht es schon zur Central Kalahari.
Eine kurze Zusammenfassung der Erledigungen an diesem Nachmittag:
Geldautomat? Check.
Ersteinkaufsversuch bei Spar? Check. Hier bekommen wir allerdings nur weniges von dem, was wir brauchen. :unsure:
Zweiter Ersteinkaufsversuch bei Shoprite? Check. Hier bekommen wir quasi alles. Hier hätten wir gleich hinfahren sollen. B)
Pizza bei Debonnair? Check.

Gegen 19:30 Uhr kommen wir wieder im Waterfront an und sind ziemlich fix und fertig mit der Welt.


Fazit der Anreise: Meinen 1. PCR-Test versemmelt, turbulenter Flug nach Maun, nicht das gewünschte Fahrzeug bekommen, nur die Hälfte von dem geschafft, was wir erledigen wollten. Läuft! TIA! Auf der Haben-Seite können wir vermerken: wir lieben Hermine jetzt schon!
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13 Jan 2022 17:47 #634416
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  • Champagner am 13 Jan 2022 17:47
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:laugh: :laugh: :laugh: Hallo Nadine, obwohl ich ja eure Reise aus gegebenem Anlass quasi live mitverfolgt habe, wusste ich echt nicht, dass Ihr zum ersten Mal als Camper unterwegs wart B) . Irgendwie ist es ja auch ganz beruhigend, dass nicht alle diese Reiseart toll finden, und dann auch noch in Botswana, denn sonst würde man noch viel weniger Erfolg beim Campsites-Buchen haben und manche Locations wären dann wirklich überlaufen (zumindest wenn endlich mal Schluss ist mit C. :angry: ). Allerdings würde mich der November auch nicht so sonderlich reizen.... :whistle:

Auf jeden Fall freue ich mich, dass man hier doch noch deine wirklich tollen Fotos zu sehen bekommen wird - ich hatte Matthias schon davon vorgeschwärmt :) . Bei guten Bildern ist für mich die gezeigte Sichtung eher zweitrangig, meistens liebe ich dann eh die Landschaftsfotos. Tierkinder dürfen aber natürlich gerne sein!

Liebe Grüße von Bele

P.S.: Und nachdem ich jetzt auch in Ruhe gelesen habe, vermute ich, dass dies hier gute Unterhaltung wird :silly: (und ich weiß jetzt auch, warum ich nie ein Dachzelt wollte, vielleicht wäre meine Begeisterung fürs Campen dann auch ganz schnell gestorben :ohmy: ).
Letzte Änderung: 13 Jan 2022 18:26 von Champagner.
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13 Jan 2022 17:55 #634417
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  • Cora am 13 Jan 2022 17:55
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Hallo Nadine,
ich freue mich auf deinen Reisebericht, deine direkte und humorvolle Art zu schreiben find ich super. Ich habe zwar schon an vielen Orten auf der Welt bei unterschiedlichsten Temperaturen und in sehr verschiedenen Komfort-Varianten in Zelten geschlafen, aber ein Dachzeltcamper war noch nie dabei.
Cora
Reisen: Marokko 2006-2021 16 mal, Jordanien 2015, Namibia 2016, Nam-Bot-Sim 2017, Malawi-Sambia 2018, Tansania 2019, Uganda 2020
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13 Jan 2022 18:02 #634418
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Champagner schrieb:
:laugh: :laugh: :laugh: Hallo Nadine, obwohl ich ja eure Reise aus gegebenem Anlass quasi live mitverfolgt habe, wusste ich echt nicht, dass Ihr zum ersten Mal als Camper unterwegs war B) . Irgendwie ist es ja auch ganz beruhigend, dass nicht alle diese Reiseart toll finden, und dann auch noch in Botswana, denn sonst würde man noch viel weniger Erfolg beim Campsites-Buchen haben und manche Locations wären dann wirklich überlaufen (zumindest wenn endlich mal Schluss ist mit C. :angry: ). Allerdings würde mich der November auch nicht so sonderlich reizen.... :whistle:

Auf jeden Fall freue ich mich, dass man hier doch noch deine wirklich tollen Fotos zu sehen bekommen wird - ich hatte Matthias schon davon vorgeschwärmt :) . Bei guten Bildern ist für mich die gezeigte Sichtung eher zweitrangig, meistens liebe ich dann eh die Landschaftsfotos. Tierkinder dürfen aber natürlich gerne sein!

Liebe Grüße von Bele

Hallo Bele! Freut mich, dass du dabei bist! Oh ja, das war das erste Mal - Leben am Limit sag ich dir! :laugh: Vor allem für Martin. Für den war das echt eine richtige Überwindung. Ich bin da etwas hart gesottener, aber stellte fest: richtige Betten sind mir lieber. B)
Ich freu mich auch immer, wenn irgendeiner "meine" Reiseart nicht mag. Einer weniger, der das Ziel überrennt. :lol:

November war leider aus der Not heraus geboren. Wir hatten die Wahl zwischen Mai und November (jobbedingt). :unsure: Also quasi die Wahl zwischen Pest und Cholera. :laugh:

Danke schon mal für das Lob! :blush:
Letzte Änderung: 13 Jan 2022 18:02 von Nadine3112.
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