EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200603. Dez. 2020 ·
Als wir uns endlich losreißen konnten, liefen wir zum Haus hinunter und stellten fest, dass die beiden anderen schon vor uns zur Mine spaziert waren. Trotzdem erhielten wir eine kurze Führung von Ines. Marius‘ Vater hatte Anfang der 80er Jahre hier nach Kupfer gesucht, und später wurden die Dioptas-Kristalle gefunden. Überall schimmerte es türkis, und es lagen einige Steinchen herum.
Wir liefen einige Meter in einen alten Stollen hinein, in dem es bereits nach ein paar Schritten stark nach Guano roch. Hier hingen zahllose Fledermäuse unter der Decke. Als wir uns näherten und ein wenig mit der Taschenlampe leuchteten, flogen sie auf und flatterten an uns vorbei. Dabei hörten wir das Flügelschlagen und spürten den Lufthauch, wenn eine Fledermaus vorbeiflog. Um sie nicht weiter zu stören, verließen wir den kurzen Tunnel bald wieder.
Es war ein tolles Erlebnis und erinnerte uns an unseren Besuch der Arnhem-Höhle vor 14 Jahren. Ein wenig liefen wir noch alleine herum, und Ruth suchte nach kleinen Steinen mit Dioptas-Kristallen.
Zurück am Haus sahen wir noch ein paar Rosenköpfchen-Papageien.
Außerdem warteten ca. zwei Dutzend Monteiro-Tokos darauf, mit Milipap gefüttert zu werden. Sie hockten bereits ungeduldig auf dem Holzgeländer der Terrasse, um sich bald darauf auf die Futterteller zu stürzen.
Beim Auto duschten wir mit der eingebauten Dusche, da der Donkey-Behälter kein Wasser hatte. Anschließend liefen wir neben unserem Stellplatz auf den Hügel und stiegen über eine Leiter auf eine kleine Aussichtsplattform, von der wir einen weiten Ausblick in alle Richtungen und auf die untergehende Sonne hatten. Hier oben wehte ein kräftiger Wind, und es wurde langsam frischer.
Als die Sonne schließlich ganz verschwunden war, machten wir uns an das Hinabsteigen, was bei Ruth auf Grund der steilen Leiter, des Windes und der insgesamt sehr wackeligen Konstruktion zu einer kleinen Panikattacke führte. Die Challenge war aber schnell bestanden, und wir kamen wohlbehalten wieder bei unserem Auto an.
Mohrenmeise
Gegen halb acht liefen wir erneut zum Haus, wo die hier in der Umgebung lebenden Stachelschweine gefüttert wurden, ebenfalls mit Milipap. Insgesamt waren es vielleicht sechs verschiedene Tiere, die sich schmatzend über die Mahlzeit hermachten. Dabei drängten sie sich gegenseitig ab und verteidigten ihr Futter, indem sie sich mit dem stacheligen Hinterteil zu den Artgenossen drehten. Es ist immer wieder spannend, diese besonderen Tiere zu beobachten, obwohl dieses Event mit einer Überraschungssichtung kaum mithalten kann. Wir hockten uns auf den Boden und verhielten uns ruhig. Manchmal liefen die Tiere unmittelbar an uns vorbei. Wir konnten ihr Grunzen und Schmatzen hören und leider auch wahrnehmen, dass sie nicht besonders gut riechen.
Bei Dunkelheit liefen wir zurück zum Auto. Inzwischen waren zwei weitere Campsites belegt worden. Wir machten uns den Rest Nudeln mit Soße von gestern heiß und freuten uns darüber, dass es nicht mehr so heiß war.
Ich reise, hartnäckig wie ich sein kann, immer noch begeistert mit!!! (wenn ich aus dem sonnigen Südwesten unseres schönen Landes wäre, würde ich jetzt wahrscheinlich irgendwas von einem "Zaunpfosten" schreiben....!) Sehr schön die Bilder vor und beim Sonnenuntergang...und... die Dioptasmine würde mich auch sehr interessieren...danke für den Tip!...habe ich für unsere nächste Reise in diese Gegend abgespeichert!
Liebe Grüsse, busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Hallo ihr 2, jetzt muss ich mich auch mal wieder melden. Während wir ja vor zwei Jahren auf die Kunene River Lodge hochwasserbedingt verzichten mussten, hatten wir Camp Aussicht in vollen Zügen genossen und werden gerne an die schöne und rolli-abenteuerliche Zeit dort erinnert. Wie sich doch die Bilder gleichen ... 🙂 >klick< fff Krass aber der Unterschied zum grünen Camp Aussicht im April 2018. Im Abraum hatte ich damals übrigens auch nach ein paar Dioptas-Überresten gesucht 🙂 . Danke fürs "Mitnehmen" 😉 .
Liebe Eulenmuckels, seit langem bin ich stiller Leser eurer wundervollen Reiseberichte und möchte mich nun für die lebhaften Erzählungen und fantastischen Bilder bedanken. Für diese genussvollen Momente lasse ich jedes Buch liegen. 🙂 Seit sieben Jahren bereise ich das südliche und östliche Afrika, doch erst 2019 haben wir als Familie zum ersten Mal Namibia mit 2 Dachzelten kennengelernt. Ich war völlig begeistert und kaum Zuhause schon wieder voller Sehnsucht. Vielen Dank, dass ich an euren Erlebnissen teilhaben darf.
Liebe Grüße Klaudia
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200607. Feb. 2021 ·
@busko: Danke für deine Hartnäckigkeit. Bei unserem Bericht braucht man als Mitfahrer wirklich sehr viel Ausdauer. Aber das Ende ist nun nicht mehr weit. Wir hatten Camp Aussicht so viele Jahre auf dem Zettel und können sagen, dass sich ein Besuch unbedingt lohnt. Der Name passt.
@Stefan: Das Grün aus dem April ist mit dem trockenen Ambiente aus dem August nicht zu vergleichen. Ich habe euren Bericht aus 2018 nachgelesen und bin beeindruckt von der Qualität deiner Bilder von den Fledermäusen. Die sind uns nicht so gut gelungen.
@Klaudia: Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Darüber haben wir uns sehr gefreut.
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200607. Feb. 2021 ·
Tag 37 – 18. August 2019 – Letztes Camp
Camp Aussicht – Daureb Isib Campsite, Uis
Der Morgen in Camp Aussicht war genauso entspannt wie der Abend. Wir frühstückten, bevor die Sonne über den Berg kroch. Dazu kamen bereits die ersten Vögel an die Tränke. Zum Sonnenaufgang liefen wir nochmal zum Aussichtspunkt auf den Berg und genossen den Rundumblick, auch wenn Ruth der Aufstieg über die Leiter noch immer nicht geheuer war.
Danach packten wir ohne Eile unsere Sachen zusammen und erledigten den Abwasch. Immer mehr Vögel kamen zu unserer Campsite, setzten sich in die umliegenden Büsche und nippten ein paar Schlucke aus unserer Wasserschale. Außer den Arten von gestern war auch noch ein Rosenpapagei dabei.
Monteirotoko
Rotschulter-Glanzstar
Kapturteltaube
Maskenbülbül
Graulärmvogel
Ruth konnte sich gar nicht losreißen, und so verzögerte sich die Abfahrt mal wieder ein wenig. Auf dem Weg hinunter zum Haus kam uns Ines bereits entgegen. Sie machte ihren morgendlichen Spaziergang mit dem zahmen Springbock. Wir bezahlten unsere Übernachtungsgebühr von 300 Dollar und verabschiedeten uns. Camp Aussicht hat uns sehr gut gefallen, insbesondere aufgrund der vielen Vögel an der Campsite. Zur C-Straße nahmen wir die südliche Zufahrt, die etwas weniger steil war. Wir rumpelten zwischen Mopanebüschen hindurch und kamen gut voran. Nun mussten wir einige Kilometer machen. Zunächst ging es nach Süden Richtung Sesfontein. Dieser Teil der Strecke gefiel uns sehr, denn der Weg führte durch die Berge.
Neben der Straße sahen wir ein paar Zebras. Wir ließen Sesfontein rechts liegen und fuhren nun weiter nach Palmwag.
Je weiter wir nach Süden kamen, desto stärker nahm der Verkehr zu. Viele weiße Pickups mit Dachzelten kamen entgegen oder überholten uns. Diese Leute beneideten wir, denn sie hatten ihren Urlaub noch vor sich. Beim Vet-Gate kontrollierte ein Beamter unseren Kühlschrank und die Seitenfächer am Aufbau, und ein Polizist sprach Uwe auf seine Sonnenbrille an. Da hatte er aber genau hingesehen, denn irgendwo stand ganz klein ein Schriftzug „Police“. Er hatte wohl einen Kollegen vermutet und wurde leider enttäuscht. Währenddessen kaufte Ruth noch ein allerletztes Himbakettchen für das Handgelenk. Hinter Bergsig bogen wir nach Osten auf die C39 ab. Nach einigen Kilometern hielten wir mitten im Nirgendwo am Straßenrand bzw. etwas entfernt davon und machten Mittagspause. Da die Sonne heiß brannte, fuhren wir das Schattendach aus und setzten uns mit Käse, Oliven und Leberwurstbroten darunter.
Es war absolut still. Selbst für Vögel war es heute wohl zu heiß, und wir bekamen keinen Besuch. Doch immer, wenn man denkt, dass weit und breit niemand ist, wird man überrascht, wenn plötzlich doch noch jemand daherkommt. Wir waren etliche Kilometer gefahren, hatten keine menschliche Behausung, geschweige denn ein Dorf gesehen und saßen noch gar nicht lange am Straßenrand, als sich ein Mann mit seinen fünf Hunden näherte. Wir hätten ihn gerne zum Essen eingeladen, er drehte aber ein Stück von uns entfernt ab und wanderte weiter in die Steinwüste.
Wir fuhren über die C39 weiter nach Südosten.
Die vermeintlich letzten 100 Kilometer vergingen ebenfalls schnell. Wir bogen auf die D2612 Richtung Twyfelfontein ab. Beim Loch im Fels stoppten wir kurz,
bevor wir auf frisch gegradeter Pad weiter bis zum Madisa Camp fuhren.
Bei der Zufahrt erinnerte es uns noch sehr an Hoada, aber als wir die Rezeption erreichten, blieb uns der Mund offen stehen: Leute, wohin man schaute. Es war wie auf dem Rummel. Im Pool, an der Bar bei den Overlander-Bussen, überall tummelten sich Leute aller Altersstufen. Fröhlich plaudernd liefen sie im Bikini und Badeshorts mit Musik unter dem Arm, hippen Spiegel-Sonnenbrillen und Getränken in Grüppchen herum. Nach den ruhigen Tagen im Kaokoveld war es uns viel zu trubelig. Schnell war uns klar, dass wir unseren letzten Campingabend hier nicht verbringen wollten. Daher erklärten wir dem Herrn hinter dem Tresen unsere Lage und gaben die reservierte Campsite frei. Zum Glück mussten wir nichts dafür bezahlen. Nun wurde es ein wenig stressig, denn eine Alternative musste her, und uns blieb nicht mehr viel Zeit, bevor es dunkel wurde. Kurz überlegten wir, einfach direkt bis Windhoek durchzufahren und im Casa Piccolo nachzufragen, ob wir bereits eine Nacht früher ein Zimmer bekommen könnten. Doch das hätte bedeutet, noch mindestens anderthalb Stunden im Dunkeln zu fahren. Ohne triftigen Grund wollten wir über diese Möglichkeit nicht weiter nachdenken. Karibib war ebenfalls nur wenig verlockend. Wir erinnerten uns an einen Campingplatz in Uis, der zu dem sehr netten kleinen Café „Cactus and Coffee“ gehörte. Vor drei Jahren hatten wir dort Pause gemacht und uns die Campsite angesehen, die damals noch im Bau war. Irgendwo im Hinterkopf schlummerte noch eine Geschichte aus dem Forum, dass man sich in Uis nicht sonderlich wohl gefühlt habe, und da war doch mal was mit einem nächtlichen Überfall … oder hatten wir das falsch in Erinnerung? In Ermangelung weiterer Einfälle beschlossen wir, der Campsite des Cafés einen Besuch abzustatten und uns ein eigenes Bild zu machen.
Also ging es weiter auf der C35 nach Süden bis Uis. Zum Glück fanden wir die Campsite schnell, und ein Wachmann zeigte uns einen freien Stellplatz. Fast alle anderen Sites waren bereits belegt. Wir beschlossen auf unser Bauchgefühl zu hören. Hier kam uns nichts seltsam vor, wir waren nicht die einzigen und trotzdem nicht auf dem Rummel. Außerdem gab es ja auch noch Security. Der Platz war zwar überschaubar, aber schön angelegt, mit eigener Dusche und Toilette, Strom und Licht. Es gab ein Schattendach, unter das wir mit dem Aufstelldach unseres Autos nicht ganz passten.
Wir sahen uns ein wenig um. Auch hier gab es wieder einige Vögel zu entdecken.
Schwalbenschwanzspint
Rotstirn-Bartvogel
Rotbrust-Glanzköpfchen
Nach der langen Fahrt tat es gut, sich ein wenig die Füße zu vertreten. Daher sahen wir uns das Gelände ganz genau an und liefen ein Stück durch den Garten mit seinen vielen Sukkulenten und Kakteen.
Zum Abendessen machten wir Pizza. Unsere Vorräte waren dieses Mal recht gut kalkuliert. Es wird nicht viel übrig bleiben und zum Glück auch nichts zu entsorgen sein. In der Dusche leistete uns ein kleiner Gecko Gesellschaft.
Mit viel Glut und noch mehr Geduld gelangen die beiden Pizzen wieder sehr gut.
Wir waren pappsatt und müde, als wir noch spülten, den Potjie auskochten und schon ein paar Sachen für morgen früh sortierten. Wir wollten mit Sonnenaufgang nach Windhoek aufbrechen. Besonders freuten wir uns noch über die Bellgeckos, die uns bereits heute aus Namibia verabschiedeten. Bevor der Mond aufging, konnten wir noch einen wunderschönen Sternenhimmel betrachten.
Champagner8’801 Beiträge · seit 201007. Feb. 2021 ·
Das ist jetzt ein bisschen surreal 🤩 : eben bin ich am Anfang unserer gemeinsamen Reise mit euch in Palmwag losgefahren (wie schon gestern am Telefon erzählt, schwelge ich ja momentan massiv in diversen Erinnerungen...) und schwupps taucht hier ein neues Kapitel auf!
Es gibt also doch noch schöne Überraschungen 🙂 - danke dafür 😘 ! Zumal das ja jetzt auch noch so richtig interessant ist, weil ich nicht dabei war!
fotomatte2’530 Beiträge · seit 200907. Feb. 2021 ·
Hallo Ruth und Uwe,
wie schön, nun doch noch den Rest der Reise seit unserer Trennung am Kunene zu sehen. Ich wusste gar nicht mehr, dass ihr in Uis übernachtet habt. Das Cactus-Café habe ich schon mehrfach besucht, war immer sehr schön da. Und sehr schmackhaft.
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200604. Juni 2021 ·
Hallo zusammen,
bitte schaut nicht auf das Datum des letzten Beitrags. Nicht! Offensichtlich haben wir eine größere Pause gemacht. Aber da ja nur noch der letzte Tag unserer Reise fehlt und man Reiseberichte nicht ohne Abschluss stehen lässt, folgt nun das unausweichliche Ende unserer Tour in 2019.
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200604. Juni 2021 ·
Tag 38 – 19. August 2019 – Letzter Tag
Daureb Isib Campsite, Uis – Casa Piccolo, Windhoek
Wir standen um sechs Uhr auf, als es noch dunkel war und alle anderen Camper schliefen. Daher bemühten wir uns, beim Packen besonders leise zu sein. Unser restliches Holz und die Kohle ließen wir zurück, luden alles andere in den Wagen und frühstückten schnell. Die Schlafsäcke stopften wir bereits in ihre Hüllen, damit wir das Zelt später nicht mehr aufklappen müssen.
Kurz nach sieben machten wir uns auf den Weg durch das verschlafene Uis. Die Campsite war für uns ideal gewesen. Kurz nach der Ortschaft hielten wir nochmal kurz und füllten etwas Luft in die Reifen. Dann ging es auf einer leeren Straße nach Osten Richtung Omaruru. Erst kurz vor der Stadt kamen uns die ersten anderen Autos entgegen. Ein paar Kudus standen am Straßenrand.
Bei Omaruru wechselten wir auf die Teerstraße, fuhren bis Karibib und von dort auf der B1 bis Windhoek. Die Baustelle nördlich der Stadt geht voran, und so erreichten wir unsere Autovermietung noch vor Mittag, holten unsere Reisetaschen und fuhren zur Pension. Da unser Zimmer noch nicht bereit war, breiteten wir unser Hab und Gut im sonst leeren Hof aus und fingen an, unsere Ausrüstungskiste zu packen. Sie wurde wieder randvoll, und von ein paar Dingen, die wir kaum benutzt hatten, mussten wir uns auch trennen.
Als wir in unser Zimmer durften, parkten wir dort das restliche Gepäck und fuhren mit dem Auto und der Kiste in die Stadt. Wir hatten uns beeilt, damit wir noch in Ruhe etwas im Craft Cafe essen konnten. Als wir in der Innenstadt um die letzte Ecke bogen, kamen von rechts unsere Freunde Guido und Ilona gefahren. Was für ein Zufall! Die beiden waren zur gleichen Zeit wie wir im Kaokoveld unterwegs gewesen, und wir hatten eigentlich gehofft, ihnen dort irgendwo zu begegnen. Das war natürlich sehr naiv gewesen, denn schließlich ist das Kaokoveld ziemlich weitläufig. Aber im kleinen Windhoek standen die Chancen nun so gut, dass wir uns zufällig über den Weg fuhren. 😉 Auf dem Parkplatz des Craft Cafes begrüßten wir uns und tauschten die wichtigsten Neuigkeiten aus. Die beiden hatten leider nicht viel Zeit, und so vertagten wir unser Treffen auf zu Hause. Im Cafe auf dem Balkon aßen wir verschiedene Quiches und entspannten uns ein wenig. Anschließend drehten wir eine kleine Runde durch die Souvenirstände, hatten aber keine große Lust, noch etwas zu kaufen. Daher fuhren wir schon früh zu Savanna und gaben unser Auto zurück. Abgesehen von der abgebrochenen Markise und der anfänglichen Probleme mit dem Heckschloss hatte unser Auto mal wieder keine Pannen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit dem Landcruiser unterwegs zu sein. Marc brachte uns noch zurück zur Pension und erzählte uns von anderen Kunden, die einen Totalschaden verursacht und sich nach ihrem Krankenhausaufenthalt heimlich aus dem Staub gemacht hatten. Das komplette Gepäck inklusive der Pässe und Kameras war noch bei Savanna. Die kriminellen Touristen hatten sich wohl schnell Ersatzpapiere besorgt und waren nach Hause geflogen, als ihnen klar wurde, dass sie den Schaden grob fahrlässig verursacht hatten und daher selbst bezahlen müssten. Im Zimmer packten wir unsere Taschen. Da wir deutlich mehr Dinge mit nach Namibia gebracht hatten, als wir mit zurück nahmen, passten alle Sachen in die beiden großen Reisetaschen. Dann saßen wir ein wenig in der Nachmittagssonne im Garten und ruhten uns aus. Wie immer ließen wir uns abends zu Joe’s Beerhouse bringen und aßen ein letztes leckeres Game-Filet. Mit einem warmen Brownie für Uwe und einem Cocktail für Ruth schlossen wir den schönen Abend ab.
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200604. Juni 2021 ·
Tag 39 – 20. August 2019 – Heimreise
In aller Herrgottsfrühe standen wir auf, nämlich um kurz nach vier Uhr. Da wir uns im Kopf noch ziemlich matschig fühlten, sprangen wir unter die Dusche, damit wenigstens das Körpergefühl etwas frischer wurde. Unsere Taschen trugen wir zur Rezeption, um mit den Rollen auf dem Steinweg die anderen Gäste nicht zu wecken. Der Fahrer von Savanna war überpünktlich, so dass wir um fünf Uhr bereits die Stadtgrenze passierten. Erstaunlicherweise waren schon einige andere Autos unterwegs, aber wir kamen schnell zum Flughafen. Am Check-In gab es noch keine Schlange, und so wurden wir das Gepäck sofort los, erledigten alle sonstigen Formalitäten und nahmen in der Oshoto-Lounge Platz. Dort gab es neue, bequeme Sessel und frischen Kaffee. Der Nachtflug aus Frankfurt, auf den wir warteten, hatte eine Stunde Verspätung. Daher verzögerte sich unser Abflug auf neun Uhr. Wir nahmen es aber gelassen, weil wir gemütlich sitzen konnten und gut versorgt waren. Uwe nutzte die Zeit, um schon ein paar Fotos der Reise zu sichten. Kurz nach neun erfolgte der Aufruf zum Boarding, und gegen halb zehn hoben wir ab. Der Tagflug zog sich endlos dahin. Wir erhielten Frühstück und am frühen Nachmittag ein Mittagessen. Uwe schaute weitere Fotos an und freute sich bereits über die Ausbeute. Gegen 19.00 Uhr landeten wir und holten unser Gepäck. Auch wenn es nur zwei Taschen waren, war es anstrengend, die schweren Dinger durch den Flughafen zu rollen. Auf den nächsten ICE nach Siegburg mussten wir nicht lange warten, und auch die Bahnfahrt bekamen wir noch rum. Ruths Vater stand bereit und holte uns ab. Damals war die Welt noch in Ordnung, und wir waren fest davon überzeugt, im folgenden Jahr zum achzehnten Mal in Folge nach Namibia zu fliegen.
Nun ist auch der Bericht dieser unserer letzten Namibia-Reise aus 2019 zu Ende. Auch wenn wir uns sonst schon recht viel Zeit mit unseren Reiseberichten lassen – so lange wie dieser hat sich noch keiner gezogen. Das lag sicherlich auch daran, dass uns in 2020 keine weitere Reise zum Abschluss unserer bislang letzten Tour getrieben hätte. Wir hoffen sehr, dass dies bald wieder anders wird. Außerdem fehlte trotz der schönen Erinnerungen oft die Motivation, sich mit Namibia zu beschäftigen, und es wurde uns schnell ein wenig wehmütig. Der Alternativsommerurlaub von 2020 nach Österreich war nett. Wenn es dort auch den leckersten Kaiserschmarrn, tolle Wanderrouten und fantastische Aussichten gab, hat’s halt doch so wenige Elefanten. Wieder einmal haben wir gemerkt, dass wir sehr festgefahren sind und sich keine richtige Alternative finden lässt. Die Reise 2019 hatte ihren Schwerpunkt im Kaokoveld, und an die Tage dort denken wir auch als erstes, wenn wir uns an diese Tour erinnern. Auch wenn wir die Woche im KTP sehr genossen haben und dort bei unserem neunten Besuch endlich einen Karakal entdecken konnten, sind uns die Eindrücke zwischen Palmwag und Kunene besonders im Gedächtnis geblieben. Mit unseren Freunden Bele und Matthias hatten wir ideale Reisepartner und vor allem wieder sehr viel Spaß. Vielen Dank für eure Begleitung. Sehr gefreut haben wir uns über die kunstvollen Steinmännchen, die sog. „Lone Men“, die einsam, einzigartig und eindrucksvoll die Weiten des Kaokovelds bevölkern. Es gibt mittlerweile mehrere Dutzend von ihnen, und ein paar von ihnen haben sich uns gezeigt:
Natürlich haben wir auch nachts wieder zahlreiche Fotos gemacht, von denen hier ein paar tausend zu sehen sind:
es ist immer schön mit Euch zu reisen, auch wenn ich mich an den Beginn Eurer Reise kaum mehr erinnern kann. 😉
Geht es denn für Euch dieses Jahr zumindest nach Namibia?
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Champagner8’801 Beiträge · seit 201005. Juni 2021 ·
Na das ging jetzt aber schnell 😄 - ne echt, der letzte Wink mit dem Zaunpfahl ist gerade ne starke Woche her 😎 !
Diese Reise kommt einem heute wie aus einem anderen Leben vor - wer hätte gedacht, dass so eine Flugverschiebung, die uns damals doch ziemlich beschäftigt hat, heute das kleinste Problem wäre.... 😕 .
Eulenmuckel schrieb: Mit unseren Freunden Bele und Matthias hatten wir ideale Reisepartner und vor allem wieder sehr viel Spaß. Vielen Dank für eure Begleitung.
Vielen Dank, dass es 2019 ein zweites Mal nach 2017 wieder so eine tolle Reise geworden ist - nicht zuletzt wegen Uwes toller Planung und Ruths unendlicher Energie, die einen unweigerlich mitreißt! Filmen macht übrigens mit niemanden so viel Spaß wie mit dir, Ruth 😘 😎 . Mit euch und natürlich meinem besten Driverguide ever (mit dem ich morgen übrigens den Halsbandschnäpper jagen gehe hier bei mir in der Region 😉 ) habe ich so viele Abenteuer und fantastische Landschaften erleben dürfen - ich kann einfach nur dankbar und ein bisschen demütig sein! 😘 😘 😘 (für jeden von euch ein coronaconformes Cüsschen 🤪 ).
Jetzt drücke ich euch die Daumen, dass es mit eurer(euren) diesjährigen Reise(n) klappt - ich freue mich schon auf unser angedachtes Treffen danach, bzw. dazwischen! Und vielleicht können wir dann nächstes Jahr unseren Plan für dieses Jahr verwirklichen - die Hoffnung stirbt zuletzt!
Liebe Grüße von Bele
P.S. Ich MUSS jetzt einfach nochmal dieses Foto von eurer Seite 1 herholen 🙂
Liebe Eulenmuckels, Friederike war kurz davor, ein paar Tränen zu zerdrücken, als wir nun das Ende Eurer 2019er Reise gelesen hatten. Wie hat die Welt sich verändert…. Heute Nachmittag im Kaiserstuhl konnten wir längere Zeit Bienenfresser beobachten und wir fragten uns unwillkürlich, ob wir ihnen wohl jemals wieder im südlichen Afrika begegnen werden. Auch Euer „Angebot“ von Campsites in der Centralkalahari hat uns etwas bestürzt….kein Afrika in 2021?? Bleibt gesund und optimistisch und dem Forum - obwohl es manchmal schwer fällt 😉 😉 , gewogen und erfreut uns weiterhin mit inspirierenden Berichten! Dankbare Grüße CuFs
fotomatte2’530 Beiträge · seit 200905. Juni 2021 ·
Ihr Lieben,
ich sitze hier im Hühnerponcho und habe den Startrail-Film zum dritten Mal hintereinander angeschaut. Und anders als bei Friederike ist es nicht beim "kurz davor" geblieben. 😵
Ihr habt mich voll auf der Sentimenti-Schiene erwischt.
Aber gleich drauf musste ich schon wieder fett grinsen, denn Bele hat DAS Foto der Reise nochmal hochgeholt. Was haben wir gelacht.
Also, ganz lieben Dank für den endlich abgeschlossenen Bericht, Matthias
Auch ich möchte mich ganz herzlich für den spannenden Reisebericht und die wunderschönen Bilder bedanken!! Da ich auch sehr fasziniert bin von den Steinmännchen, hoffe ich doch sehr im November dieses Jahres auf unserer verschobenen Reise an die Skelettküste und durchs Kaokoveld ein paar dieser Kunstwerke zu entdecken.
Eulenmuckel schrieb: Außerdem fehlte trotz der schönen Erinnerungen oft die Motivation, sich mit Namibia zu beschäftigen, und es wurde uns schnell ein wenig wehmütig.
Liebe Eulenmuckels,
mit diesem Satz sprecht ihr mir aus der Seele... Mich machen allein die Bilder und Posts in den sozialen Netzwerken oft schon so traurig und wehmütig, dass ich ganz lange Zeit hier im Forum überhaupt gar nicht erst reinschauen konnte...
Umso mehr Respekt habe ich, dass ihr den Bericht über eure wundervolle Reise noch fertiggestellt habt! Vielen Dank für die - wie immer - tollen Bilder und unterhaltsame Berichterstattung! 😘 Der Nachthimmel-Film ist noch mal ein ganz besonderes Highlight, der uns wohl allen sehr zu Herzen geht... 😊
Hoffen wir, dass bald wieder viele schöne Reisen ins südliche Afrika möglich sein werden!
ich muss mich einfach nochmal melden, denn in eurem, vorliegenden Bericht stimmt schon wieder mal alles! Die Bilder sind traumhaft, der Text gekonnt, einfach zu lesen, hilfreich und das Gegenteil von langweilig! Ja.....es stimmt einfach alles!
Ich schließe mich den Bedenken von Friederike (CuF) an, denn eure relativ lange Abstinenz und die Abgabe der Plätze im CKGR stimmen schon bedenklich. Ich hoffe ihr bleibt dem Subkontinent und dem Forum treu, denn eure Beiträge in Form von Berichten sowie auch sonst sind immer gut durchdacht, ausgewogen und ein echtes Highlight!
@Eulenmuckel, Champagner & Fotomatte; Die "Two lone men, two lone women and a lone "it"" gefallen mir außerordentlich gut! Ich denke Ruth hat die genaue Sitzstellung des "lone it" am besten getroffen!
Nochmal "Dankeschön", liebe Grüße und ich freue mich bereits auf den nächsten Bericht! busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
EulenmuckelThemenstarter2’124 Beiträge · seit 200606. Juni 2021 ·
@Doro: Vielen Dank. Wir wünschen euch eine tolle Namibia-Reise im Herbst.
@Gabi: Dass der Anfang unserer Tour bei niemandem mehr im Gedächtnis ist (außer bei uns), ist nicht weiter verwunderlich. Wenn nichts dazwischen kommt, werden wir in den Sommerferien nach Namibia fliegen.
@Bele: Es war wirklich eine tolle Reise. Und abgesehen von uns vieren hatte sicherlich die wunderschöne Landschaft den Hauptanteil daran. Das ganze so entspannt mit euch gemeinsam zu erleben – so kann man sich das nur wünschen. Herzlichen Dank! Und Glückwunsch zum Schnappen des Schnäppers!
@CuFs: Bestimmt werdet ihr nochmal Bienenfresser in Afrika sehen. Und keine Sorge: Wir bleiben dem Forum gewogen und werden hoffentlich auch bald wieder nach Namibia fliegen. Nur Abstecher in die Nachbarländer haben wir erstmal ausgeklammert.
@Matthias: Mach dir nichts draus. Bei so langem Afrika-Entzug kann man durchaus mal sentimental werden. Das geht uns genauso. Wir drücken die Daumen, dass auch deine Durststrecke hoffentlich bald ein Ende hat.
@Regina: Ein paar der Lone Men habt ihr ja bereits selbst gesehen. Und bestimmt findet ihr auch noch weitere.
@Nadja: Für mich war es nie eine Frage, ob wir den Bericht beenden, lediglich wann. Auch wenn die Reise schon bald zwei Jahre her ist, fühlt sie sich erst jetzt ganz abgeschlossen an. Wir wünschen auch euch, dass ihr eure Sehnsucht bald wieder stillen könnt.
@busko: Vielen Dank für die schöne Rückmeldung. Und auch ihr müsst euch keine Sorgen machen. Wir werden weder Namibia noch dem Forum den Rücken kehren. Ganz im Gegenteil. Afrika ist immer zentraler Bestandteil unserer Reisepläne.