Kapitel 14: Donnerstag, 15. August 2013
Halali – NamutoniTeil 1 Der Morgen nach dem Sturm bzw. – in unserem Fall – nach dem Feuer begrüßte uns idyllisch wie an den Tagen zuvor. Wären die Bilder von vorherigen Abend nicht sowohl in unseren Köpfen als auch auf der Speicherkarte abgespeichert gewesen – ich glaube, wir hätten selbst nicht so ganz daran glauben können. Völlige Windstille, kein Rauch – weder zu sehen, noch zu schmecken, kein orangener Feuerschimmer in der Dämmerung: Nichts! 🙄
Puh – das schien ja noch einmal gut gegangen zu sein 🙂 ! Mit Sonnenaufgang fuhren Christian und ich wieder einmal in den Park: Wir wollten doch unsere Homob-Löwen noch einmal wach erleben … zumindest hofften wir darauf 😉 ! Etwas angespannt fuhren wir durch Halali-Tor, aber rechterhand, wo es am vorherigen Tag gebrannt hatte, lag nur verkohlte Erde. Kein Feuer, kein Rauch - weit und breit! Ufff….

Da konnten wir unsere Pirschfahrt gleich entspannter beginnen! Zuerst mit ein paar Zebras, die auf den Ebenen an der Pfanne standen und grasten…

... und noch eins...
Wir beschlossen die Wasserlöcher Salvadora und Sueda vorerst rechts liegen zu lassen und auf der Hauptstraße weiter zu fahren: Wir wollten ja möglichst früh in Homob sein! 😗
Letzteres klappte nicht so wirklich 😎 … weil ja, weil … als wir so tuckelten, mir plötzlich das da in der Ebene neben uns auffiel. 🤩

Da lag ein Löwe … auf einem Riß … und um ihn herum ungefähr 12 Schakale (so viele haben wir zumindest gezählt) und 6 Hyänen)… 🤩
Der Löwe wurde kurzerhand Kurt getauft! 😗 … jedenfalls Kurt war sein Starrummel am frühen Morgen mit 2 Menschen, 1 Ranger, einer Meute Hyänen und noch mehr Schakalen sichtlich Schnurz 😄 … die Schakale liefen teilweise keinen halben Meter vor ihm auf und ab 🙄 … keine Reaktion, Kurt war da ganz cool 😎 ! … Nur einmal wandte er sich uns kurz zu ….
… dann wurde wieder ausdauernd auf einem Knochen herumgekaut, während ringsherum Schakale wie Hyänen geduldig hofften, dass irgendwann doch noch etwas für sie abfallen könnte.
Okay manche mehr …

… manche weniger geduldig…

... und wieder andere recht lautstark 😄 ...

Zugegebenermaßen … Kurt sorgte nach der ersten Freude nicht wirklich für morgenfüllende Spannung, als er das Hinterteil und zugewandt froh und munter auf seinem Springbock herumkaute. 😗

Wir fanden, er signalisierte deutlich, dass er sich soviel Zeit nehmen würde, wie er bräuchte und dass er sich auf keinen Fall von irgendwem in irgendeiner Form stören lassen würde! Wir beschlossen also mal kurz weiter nach Homob zu fahren um dann später noch einmal vorbei zu gucken!

Gesagt getan und wieder nicht weit gekommen! 😗 Gut zwei Kilometer hinter Kurt standen nämlich zwei Elefantenbullen rechts direkt neben der Straße im Gestrüpp und futterten. Die wollten natürlich betrachtet werden 🙂 …

Und als wir da so stehen und Elefantengucken … bemerken wir aus den Augenwinkeln dass links neben uns irgendwas wedelte 🙄 … Kopf gewendet: Stand nicht glatt direkt neben uns am linken Straßenrand ein dritter Elefantenbulle und guckt uns Ohren wedelnd an? 😵
An dieser Stelle ist uns beiden ein bisschen das Herz in die Hose gerutscht 😵 … hätte das "Kerlchen" beschlossen Anlauf aufs Auto zu nehmen, ich glaube nicht dass wir dem noch entkommen wären 😕 . Aber Mr. Elefant wollte scheinbar nur Aufmerksamkeit – denn als wir ihm diese nun schenkten, schlenderte er gemütlich direkt vor unserem Auto zu seinen zwei Kumpels (der schwarze Rand auf dem Foto ist übrigens die Autotür 😗 … für ein „nur Elo-Foto“ war der Dickhäuter in diesem Moment "etwas" zu nah am Auto…)
Also weiter nach Homob: Dort gähnende Leere! Auch okay … dann eben zurück zu Kurt, vielleicht war der ja zwischenzeitlich mit seinem Frühstück fertig 😗 . Eher so nebenbei fiel uns auf, dass mittlerweile ein kräftiger Wind aufgekommen war, wir dachten uns aber nichts dabei…
Ungefähr 25 Minuten nachdem wir Kurt samt seiner tierischen Zuschauer verlassen hatten, standen wir wieder an unserer alten Stelle am Straßenrand, nur ein Overlander mit uns.
An der Kurt-Front: Alles unverändert! Nur die Schakale wurden langsam etwas verzweifelt – die hatten wohl Frühstücks-Kohldampf… 😄
…Konferenz der Schakale: „Du – Heinz! Geh doch mal hin zum Dicken und sag ihm, dass er uns auch noch etwas über lassen soll!“ – „Ach komm, Annette – das kannste dem Ollen schon selber sagen!“ 😄

Gesagt, getan! (behaupte noch einer, Schakale wären nicht mutig!!! 🙄 )
Was auch immer zwischen Kurt, Heinz und Annette ausgetauscht wurde, Löwe Kurt schien endlich satt zu sein und erhob sich und 12 Schakale und 6 Hyänen stürzten sich auf die Überreste… 🤩

Yam, das war lecker gewesen!

… erstaunlicherweise waren auch hier die Schakale wieder an vorderster Front...

... die Hyänen gingen erst an den Riss, nachdem der Löwe einige Meter entfernt war…

Aber dann gab es großes Hyänen-Gruppengewusel und die Mäuler wurden voll geladen… so voll, dass teilweise Knochen wieder herausfielen, die sofort von vorwitzigen Schakalen eingesammelt wurden 😗

… was den Hyänen verständlicherweise gar nicht gefiel 😄 …
Dumm nur wenn einem bei der Verfolgungsjagd dann auch noch die restlichen Knochen aus dem Maul fallen 😗 (und sofort vom nächsten Schakal eingesammelt werden… 😄 ) …

Derweil stand Kurt löwiglich über allem (gut, der war ja auch satt gefuttert 🙂 )

Die ein oder andere Hyäne war dann aber doch etwas erfolgreich … der hier hatte zumindest das Gehörn des Springbocks erbeutet… 🙂

Hab ich schön erwähnt, dass ich Hyänen mag 🙂 … guckt mal, wie niedlich die doch eigentlich drein gucken können! 🙂
Irgendwann hatte sich die Schakal-Hyänen-Meute aufgelöst, Kurt war auch in der Ebene verschwunden und wir machten uns auf in Richtung Namutoni…
Das obligatorische Giraffen-Foto 🙂

Tja und auf Höhe Abzweigung nach Namutoni dann der Schock 🙄 : Der aufkommende Wind hatte das Feuer neu entflammt 😵 – und dieses Mal viel schlimmer als noch am Tag zuvor 😐 . Ungefähr 20 Kilometer brannte es mal mehr, mal weniger nah auf der rechten – Halali zugewandten Seite der Straße…

Den Tieren sah man an, dass sie das Ganze nicht wirklich verstanden 😕 …

Für etwa 5 Kilometer brannte es sogar auf beiden Seiten der Straße ... 😕
Diese Impalas waren förmlich fest“gefroren“ und starrten nur in Richtung Feuer…

Unglaublich war auch mit was für einer Geschwindigkeit sich die Flammen durchs Gras fraßen … ich hab selten etwas so unheimliches gesehen, muss ich zugeben… 🙁

Am Lookout konnte man gut die „frische“ Rauchwolke sehen… und dank des Windes, der in Richtung Pfanne blies, konnte man das Ganze auch recht gut riechen 😵 …Wir waren zu diesem Zeitpunkt wirklich froh, nicht noch eine Nacht in Halali verbringen zu müssen und nun nach Namutoni weiter fahren zu können!
Weiter geht’s dann im nächsten Teil!
Liebe Grüße
Steffi