THEMA: Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! | Botswana '21
07 Jan 2022 15:38 #634001
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Trakki schrieb:
Hallo Robin,
eure Reiseberichte sind der Hammer!!! Ich arbeite mich gerade so nach und nach durch. So genial geschrieben, mit unglaublich tollen Fotos. Ich könnte sofort losfahren. Das macht einfach Lust auf Afrika :kiss:
Ganz lieben Dank

Liebe Grüße
Sonja

:blush: Huch, soviel Lob und das du dir auch gerade noch die anderen Reiseberichte durchliest. Danke dir.

Darf ich noch eine Bitte äußern... ich hatte etwas Probleme mit den Verknüpfungen in Flickr, aber noch keine Zeit die Reiseberichte komplett durchzuschauen. Falls du auffällige Fehler gesehen hast, also Bilder die komplett fehlen z.B., gerne eine PN. :)

regsal schrieb:
Hallo Robin
Es ist bei unseren Reisen nach Namibia schon zur Gewohnheit geworden, die erste und die letzte Nacht im Voigtland zu verbringen. Wir lieben diesen Ort und die tollen Gastgeber. Hier kann man richtig ankommen und auch langsam wieder Abschied nehmen..., ;)
Ich reise auch sehr gern mit auf eurer Tour und bin gespannt auf eure Erlebnisse.
Liebe Grüsse
Regina

Hallo Regina, das kann ich gut verstehen und wir sind uns auch sicher, wenn es von der Route her passt, dass wir Voigtland ganz oben auf die Liste schreiben.

felix__w schrieb:
Jetzt bin ich gespannt wie es weiter geht.
Felix

Dann... haue ich mal wieder in die Tasten. Mit dem nächsten Tag tue ich mich etwas schwer... aber dazu gleich mehr.


Gruß,
Robin
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07 Jan 2022 18:25 #634019
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Ein kleiner Garten Eden zum Frühstück

Nach unserem Gamedrive sortieren wir uns erstmal kurz und machen wieder Menschen aus uns. Etwas Zeit bleibt um sich noch umzuschauen. Das Ganze Anwesen ist sehr gepflegt und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.



Wir schlendern durch den Garten und schauen an der Mauer noch mal nach den Giraffen, aber keine ist zu sehen. Das ist eigentlich ganz schön, sie können sich zurückziehen und ihr Gebiet ist groß genug, dass man sie nicht wie im Garten stehen hat. Natürlich wissen sie, wann es "das gute Zeug" gibt und sind dann wohl auch immer an der Mauer anzutreffen.

Essen gibt es auf der überdachten Terasse. Stephan, der Eigentümer, kümmert sich erst Mal um den Aperitif. Mara nimmt einen Aperol, aber da hat der von Kim die Nase vorn, ich bekomme einen Gin Tonic für Männer, auch bekannt als Stephans Todesmische. :pinch: :blink:



Dann verschwindet Stephan in der Küche um das Fleisch vorzubereiten. Wir erwarten eigentlich Simmentaler Rind, denn die züchtet er ja vor Ort. Enttäuscht sind wir dennoch nicht, ganz im Gegenteil. Geräuchertes Eland, fein aufgeschnitten als Carpaccio Variation gibt es vorab. *LECKER!*

Danach gibt es Oryx, auch butterzart und perfekt gegrillt, gefolgt von einem, ich weiß noch recht aufwändigen Desert. Alles in allem sehr gut und die Küche weiß was sie macht. Arnaud sitzt am Tisch neben uns und wir unterhalten uns über die anstehenden Tage und jeweiligen Pläne, bevor wir mit einem letzten Getränk den Tag im Garten ausklingen lassen, in den Sternenhimmel schauen und uns einfach freuen hier zu sein.

Ohne Stativ zur Hand, kann man die Kamera auch einfach mal auf die Wiese legen und straight nach oben fotografieren.



Den nächsten Morgen beginnen wir sehr emsig und geschäftig. Wir räumen alles zusammen und den Wagen komplett um. Welche Kiste passt wohin, in welche Kiste kommt was und wo stehen die Taschen, etc. pp. Dieses Live-Action Tetris Spiel ist meine Spielwiese und da brauche ich immer ein paar Anläufe für eine erste Idee und dann fallen über die nächsten Tage manche Dinge auch ganz von alleine an ihren Platz... im wahrsten Sinne des Wortes. Manches rumpelt auf den PADs so sehr durcheinander am Anfang, dass man sich Abends, wenn man den Wagen öffnet denkt, OK, so packe ich das ab jetzt immer direkt von Anfang an. :laugh:



Danach machen wir uns fertig und gehen dann zum Frühstück. Der Ablauf so herum macht Sinn, denn so haben wir alles fertig und wissen jetzt, wie viel oder wenig Zeit wir uns beim Frühstück lassen können. Unseren PCR Test haben wir in Deutschland so abgestimmt, dass er für beide Grenzübergänge reicht. Heißt aber, dass wir heute recht genau planen müssen und keine unnötige Zeit vertrödeln können. Unser Zeitfenster, so wie geplant, lässt uns mit ca. drei Stunden Luft am Grenzüberquerung ankommen, bevor die 72 Stunden Frist unserer Tests abläuft. Dafür müssen wir so gegen zehn Uhr los in Voigtland.

Auf zum Frühstück auf der Terrasse und hier brummt das Leben. Direkt neben unserem Tisch flattern allerlei Vögel durch die Bäume oder hüpfen über die Mauern. Durch die Wipfel fliegt eine Schar bunter Papageien und als sie anfangen sich immer wieder direkt neben uns in den Baum zu setzen, hole ich doch mal die Vogellinse raus, eine Erstsichtung wie diese kann ich mir nicht entgehen lassen.




Cape Glossy Starling | Rotschulter-Glanzstar



Grey-headed Sparrow | Graukopfsperling



Short-toed Rock Trush | Kurzzehen-Drossel



Speckled Pigeon | Guineataube



Rosy-faced Lovebird | Rosenköpfchen... das sind mit dem Starling quasi 2 nachträgliche Punkte für unser Konto laut der Sichtungsliste. ;)









Auf dem Deck ist ein einzelner Tisch ganz besonders schick rausgeputzt. Zwei Damen kommen etwas später und erleben dort ein Frühstück Spezial, wir glauben als Geburtstagsüberraschung, in Begleitung der Giraffen und mit Fütterung aus der Hand... nur zugucken lassen kann man sie ja nicht.

Kim ist auch wieder dabei, und demonstriert wie man die Schoten richtig serviert. (von dem morgen stammt auch die Zungenserie) Ein Bild ist dabei entstanden, dass ich sehr eindrücklich fand, weil man erst durch die extreme Nähe zu den Tieren mal den Vergleich hat, wie groß so eine Giraffe wirklich ist, wenn ich mir den Giraffenkopf direkt neben ihr so anschaue. :ohmy:

Immer mal wieder hat man ja in Botswana auch mal nähere Begegnungen mit den Tieren, aber solange man im "sicheren" Auto sitzt, habe ich das Gefühl, dass man die Größe nie so 100% richtig wahrnimmt. Zu Fuß, auf einer Campsite oder so wie hier mal im Direktvergleich sieht das gleich ganz anders aus.



Die Fütterung hat einen Zusatznutzen... Antonio schleicht sich zu den Futtertrögen, die Giraffenfreundlich an Masten befestigt sind, solange die gefrässigen Langhälse abgelenkt sind. Wer Flügel hat ist klar im Vorteil und so werden die Palletdiebe kurze Zeit später argwöhnisch beäugt. :blink: :silly:




Mal kurz auf die Uhr schauen... ohja, es ist natürlich schon später geworden und 10:15 Uhr. Noch auschecken, letzten Sachen einpacken und bis wir dann los sind haben wir auch schon 45min vom Puffer verbasselt. Es bleibt also außer dem Versprechen wieder zu kommen ein kurzer Abschied und dann sind wir auch auf der Straße.

Fazit Voigtland
Perfekt gelegen, freundliche Leute, Giraffen zum Ankommen und eine Gegend zum Seele baumeln lassen. Was will man mehr. Saubere Zimmer zum Beispiel... Check. Bis in die letzte Ecke. Irgendwie hat das alles einfach richtig gut gepasst. Klare 5/5 wiederkommen Sterne.



Ein letzter Blick zurück. Als wir fahren verabschieden uns noch Chocolate, Vanilla und Hazelnut. Und auch Bockwurst lässt sich noch blicken. So heißen die vier Farmhunde... :laugh:


Botswana Boarder King singt den Cucumber-Blues

Tanken müssen wir natürlich auch noch, das haben wir gestern vergessen oder hatten wir zu wenig Zeit, ich weiß es nicht. Direkt am Airport, an der B6 gelegen nehmen wir die Puma. Netter Kerl, wir quatschen ein wenig, er prüft einmal alles und auch den Reservekanister lassen wir auffüllen. 2018 haben wir ihn gebraucht. Wir kündigen uns für in 3 Wochen schonmal an, was er mit einem: "Freue mich, ich bin immer hier quittiert". Man sieht sich wieder und wir werden dabei noch so manchen Trick lernen. Aber bis dahin... steht noch eine 3-wöchige Botswana Tour auf dem Programm. ;)

ALSO LOS. Die Fahrt ist alleine schon der Wahnsinn. Wahnsinnig langweilig! :P

Ist ja auch mal schön, wenn nix passiert, schließlich haben wir ein Timing einzuhalten und so könnte ich Bäume oder einen LKW am Rand zeigen, ich beschränke mich mal auf die letzte Hürde, bevor der Urlaub richtig startet.



An der Grenze angekommen, geht es erstmal seinen normalen Gang. Wir melden uns mit allen Formalitäten ab, so kennen wir das. Kurz vor dem Zaun und dieser Freizone zwischen Namibia und Botswana sitzen drei Männer an einem Klapptisch im Schatten, militärische Tarnklamotten an. Einer hebt die Hand zum Gruß und wir grüßen nett zurück.

Als wir keine Anzeichen geben anzuhalten wird er deutlicher. Achso, man soll hier stoppen?! :whistle:

Es werden noch mal die Corona-Unterlagen überprüft und gefragt was man vorhat. Da wir zurückkommen in drei Wochen, wollen sie auch wissen wo wir uns dann testen lassen. Im Endeffekt geht es wohl darum, wie bei den Flügen, bevor ich ins Flugzeug steige zu schauen, ob die Unterlagen in Ordnung sind und ob man mit den Regeln vertraut ist. In so einem netten, zuvorkommenden und unverständlichem Nuscheln vorgertragen, dass man sich mal wieder nur doof vorkommt. An der Grenze kennen wir das schon, irgendwie ist das immer so. :dry:

Egal, spannender wird es rein nach Botswana, aber eigentlich läuft das sehr einfach ab. Direkt am Anfang stehen zwei weiße Container. Da wir davon schon gelesen hatten, wissen wir, dass wir hier unsere PCR Ergebnisse prüfen lassen und einen Test machen müssen. Letzteres müssen wir gar nicht. Wir kriegen einen Stempel und damit ist es erledigt.

Die Immigration läuft wie gewohnt mürrisch und beim Bezahlschalter für die Fahrzeuggebühren dürfen anscheinend nur Leute mit Handtuch im Mund arbeiten. Hin zur Schranke, wir haben keinen Beleg bekommen, dass wir bezahlt haben... also haben wir doch, aber so ein kleinen Papierschnipsel den man auch braucht, den haben wir nicht. Also wieder zum Handtuchmann zurück, Papierschnipsel holen und dann stehen wir wieder vor der Schranke...

"Können wir mal in euren Kofferraum schauen?"

"Klar, Augenblick."

Unsere bisherigen Erfahrungen eigener Natur und demnach, was wir aus vielen, vielen Gesprächen uns zusammen gebaut haben, ist der Grenzübergang nach Botswana völlig willkürlich, nicht planbar und man weiß nie was einen erwartet. :silly:

Spannung ist garantiert. Ein Soldat und eine Frau kommen mit uns zum Kofferraum.

"Habt ihr Obst und Gemüse dabei?"

"Ja, also zum Beispiel Äpfel und..."

"Äpfel!!, das geht leider gar nicht,..." Mara gibt mir die Äpfel an, ich stehe damit in der Hand vor ihr. "...aber ihr könnt kurz zurückfahren und vorne auf dem Parkplatz eure Äpfel essen."

:huh: Ich bin mir nicht sicher ob sie das ernst meint.

"Ich hab hier 18 Äpfel" :laugh:

Nachdem wir uns darauf geeinigt haben, dass weder wir nun jeweils neun Äpfel futtern werden und die beiden auch keine abhaben wollen geht es weiter.

Tomaten? - Das geht nicht! - Gurken? - Das geht nicht! (damit haben wir keine Verteidigung gegen Katzen mehr!) - Butternut? - Oh, Butternut geht. :) ... sehr gut, sage ich ihr. Das ist das einzige Gemüse das irgendwo in den Kisten dort vergraben ist, da sind auch noch Kartoffeln? - Kartoffeln sind auch ok. Glück gehabt

Also mal abgesehen von der Sättigungsbeilage nehmen sie uns so ziemlich alles ab, was wir an Obst und Gemüse dabei haben, solange es keine Konserven sind. Ein kleiner Berg steht mittlerweile auf der Heckklappe. Paprikas, Avocados, Snack-Cucumbers, so kleine gelbe Dinger, dessen Name ich vergessen habe und und und...

"Das schmeißt ihr bitte alles da vorne in der Mülltonne weg, aber alles auspacken und jedes Teil einzeln da rein werfen."

Wir machen einfach nur noch und fragen auch nicht mehr nach, da Sonntag ist und wir nicht einkaufen können, gibt es Abends halt angegrillten Toast als Beilage. :P

Wir setzen uns in den Wagen, fahren ein Stück von der Grenze weg, beide noch etwas konsterniert und verwundert. Schauen uns an und müssen erstmal herzhaft lachen. "Die 18 Äpfel könnt ihr da vorne kurz essen." wird schnell zu einem Running Gag unter uns beiden im Urlaub. :laugh:

Der weitere Weg bis Ghanzi ist an Spannung wieder kaum zu überbieten. Also versuchen wir uns einfach an unserem Setswana und übersetzen die Schilder die wir sehen. ( :( in Namibia sind da Elefanten oder Wildscheine drauf oder so... hier Kühe)



Da müsste so ganz grob übersetzt etwas stehen wie...

Aufgepasst, Tiere

Vorsichtig fahren

Nachts ist besondere Vorsicht angebracht

Frei übersetzt, aber so ca. die setswanische Bedeutung auf Deutsch.



:whistle: :P

Erst kurz nach 17:30 Uhr biegen wir ab von der Hauptstraße und fahren auf die Zufahrt zum Thakadu Bush Camp. Fast da!



Am Hauptgebäude angekommen gehen wir nach hinten wo Stimmen herkommen. Eine Reisegruppe aus ca. zwei Dutzend Leuten ist hier verteilt. Kein Staff in Sicht, aber zwei Gäste bedeuten uns, wir sollten uns einfach ein Getränk aus dem kühlschrank schnappen und was mit ihnen trinken. Ja danke, wir sehen schon, ihr macht das für uns mit.

Ein Mitarbeiter, wie sich rausstellt der Manager Panda löst sich aus der Menschentraube. "Wollt ihr was?"

"Ja einchecken, wir campen heute hier."

"Fahrt einfach nach hinten und sucht euch eine Campsite aus, ich komme gleich nach. Nur die hinteren Ablutions funktionieren."



Soweit so gut, dann also irgendwo dort in der Nähe. Wir kurven etwas über das Gelände und entscheiden uns dann für einen Platz direkt bei den Ablutions, der schön groß ist. Ein Paar aus Südafrika sind die einzig anderen Camper, wir quatschen etwas und da die Sonne schon langsam untergeht bauen wir auf.



Panda kommt dazu, erklärt wie man heißes Wasser bekommt. Dazu dreht man einen Hahn außen auf, dann läuft der Boiler und literweise sprudelt das Wasser nur so aus der Konstruktion. Da hätte man sich die Schilder an den Waschbecken "Please save water" auch schenken können. :silly:

Auf die Frage ob wir etwas brauchen, fragen wir nach Feuerholz. Panda bringt gleich welches vorbei und wir nutzen nach Aufbau und erster Organisation die Ablutions... ein Schock! :sick:

Ich versuche ja grundsätzlich freundlich zu bleiben und ich will auch keinem was Böses, aber was hier geboten wird ist lächerlich, nein das ist das flasche Wort. Es ist eine bodenlose Frechheit und mit Abstand das Schlechteste was wir bisher irgendwo gesehen haben. Es unterbietet noch die öffentliche Toilette auf den Phillipinen, da konnte man wenigstens die Mücken noch mit etwas Mühe zählen.

Die Duschen und Toiletten sind komplett mit Mücken verpestet, kein Wunder, da alles stierend dreckig ist. Die Ablutions sind zweigeteilt und das Paar aus Südafrika nutzt die rechte Seite. Also wissen wir, dass der Zustand nicht von zwei extremen Messis verursacht wurde. Nichtmals gespült sind die Toiletten. Keine Frage, dass es Schweine sind, die das so hinterlassen, aber klar ist damit auch, dass hier niemand putzt. Es ist das erste Mal das Mara nur mit Schlappen duschen geht, ich lasse lieber meine Socken an. :S

Wieder zurück schaue ich nach dem Holz... vergeblich. Es ist dunkel, aber von Panda nichts mehr zu sehen. Da der Wagen aufgebaut ist laufe ich zum Haupthaus zurück. Niemand zu sehen. In der Küche sind zwei Damen, denen ich erkläre, dass Panda uns Feuerholz bringen wollte. Er hat ihnen nicht Bescheid gegeben und ist dann auch verschwunden. Die beiden sind mitten in den Vorbereitungen für die Lodgegäste und ich überrede sie, dass sie mir nur zeigen müssen wo das Holz ist und ich zwei gesunde Hände und Beine habe und mir selber mit der Schubkarre helfen kann. Dankbar nehmen sie das an und verschwinden schnell wieder in der Küche.

Ich lade die Schubkarre so voll es geht und stelle zu spät fest, dass das Rad platt ist und schleift. Nass geschwitzt komme ich wieder am Platz an. Wein auf, Feuer an, Essen machen... und einfach versuchen zu ignorieren. :angry:








Die Nacht werde ich irgendwann wach von einem Stereo "BSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS" um meinen Kopf herum. Ich versuche das zu ignorieren, zu sehr bin ich im Halbschlaf-Delirium, aber es hört nicht auf und hört sich an, als ob jede Sekunde eine Mücke rumschwirrt. Stirnlampe geschnappt... das Zelt ist voller Mücken. :ohmy: :pinch:

Ich wecke Mara und über eine Stunde jagen wir Mücken im Zelt. Das ist echt nicht unser Tag, bzw. Abend/Nacht hier, wobei ich zugeben muss, eine kleine Lücke war beim Zeltaufbau offen geblieben, also auch eigene Schuld, aber dennoch hat man dann im Normalfall nicht Dutzende Mücken im Zelt...

Nach einer geräderter Nacht sieht die Welt zumindest besser aus. Die Mücken sind weg, die Sonne scheint, wir machen Frühstück und ich laufe etwas über den Platz, ein paar Vögeln hinterher und zu den blühenden Dornenbüschen.



White-browed Sparrow-Weaver | Mahaliweber






Crimson-breasted Shrike | Rotbauchwürger



Der Vorteil der gestern vollgeladenen Schubkarre ist, dass wir so auch noch einen kleinen Vorrat im Auto mitnehmen können. Und schon ist die Sortierung wieder anders, unser Technikkoffer passt hochkant genau neben die Kisten, so bleibt Platz vor Kopf und dort wird für den Rest der Reise das Feuerholz untergebracht. :)





Wir fahren los, wollen noch auschecken und das Feuerholz bezahlen. Panda ist wieder nirgends zu sehen, wir zahlen bei den Damen in der Küche die mittlerweile auch sichtlich angefressen sind, dass er sich auch den Morgen über um nix kümmert und nicht zu finden ist. Soviel sei verraten, auf dem Rückweg wird es für uns keine Nacht mehr hier geben. Wir suchen uns lieber etwas anderes, so eine schlecht gepflegte Campsite haben wir noch nie und zum Glück auch danach nicht wieder gesehen.

Fazit Thakadu
Das Fazit sollte wohl klar sein. Allerdings wollen wir einschränken, dass mit einem vernünftigen Verantwortlichen, sauberen Ablutions etc. die Plätze durchaus geeignet für einen rustikalen Zwischenstopp sind. Dann wären es wohl 3/5 Sternen, so werden es für uns 0/5 Sterne, leider. :dry:

Nichts wie weg. Jawohl, Sir! ;)



Es wird noch schnell eingekauft in Gantsi, wir haben ja einiges an Vorräten verloren und im DWNP wollen wir die Nationalparks zahlen. Wir fahren auf den Parkplatz im Touristencenter und werden schon auf dem Parkplatz freundlich abgefangen, ob man uns helfen kann.

"Das DWNP ist hier nicht, fahrt links, der Kurve nach, dann recht, über die zwei Kreuzungen... ach wisst ihr was, fahrt uns einfach nach." :cheer:
Es wird besser, so nett und freundlich haben wir Botswana in Erinnerung.



Im DWNP wundert man sich sehr über unseren Besuch, zahlen können wir hier nix, dass sollen wir direkt an den Gates machen. Auch gut, dann sehen wir zu, dass es wieder auf die Straße geht. Sehr weit fährt man nicht bis zum Abzweig Richtung Tsau Gate, aber was ist das... ein VetFence. :ohmy: :unsure:

Und da ist auch ordentlich was los, öfter fährt man ja einfach durch. Oh nein, jetzt haben wir gerade wieder aufgefüllt und wieder alles nachgekauft. Uns beschleicht ein schlechtes Gefühl. Hoffentlich wird das nicht wieder so eine Nummer wie gestern an der Grenze. Das wir von Süd nach Nord fahren und das eigentlich kein Problem sein sollte realisieren wir gar nicht.

Wir fahren langsam auf den VetFence zu und sehen links ein erlösendes Schild. 30 Meter vor der Kontrollstation geht es rechts ab auf eine Sandpiste in Richtung Tsau Gate. Wir müssen gar nicht mehr durch den Fence. :)

Wir lassen Luft vom Reifen, steuern auf die tiefen Spurrillen im Sand zu und machen uns auf den "bumpy ride" in Richtung Tsau Gate. Endlich kann es losgehen, wir sind wieder auf Safari! :woohoo:



to be continued...


Gruß,
Robin
Letzte Änderung: 07 Jan 2022 18:57 von Blende18.2.
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08 Jan 2022 08:51 #634040
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  • TinuHH am 08 Jan 2022 08:51
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Moin Robin,

uff, da hattet Ihr ja noch das deutlich schlechtere Ende erwischt! Bei uns war es auf Thakatu nicht ganz so dramatisch, und wir fanden es schon - äh - mäßig.

Danke für den spannenden Bericht! Macht wieder echt Laune!

HG
Martin
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08 Jan 2022 10:01 #634046
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  • CuF am 08 Jan 2022 10:01
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Guten Morgen,
wenn die Reise so anfängt, dann kann’s eigentlich nur besser werden.
Das beste an der Campsite ist der Reichswürger, ähm Rotbauchwürger - irres Foto!
Schöne Grüße
Friederike
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09 Jan 2022 12:38 #634125
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Hallo Robin, einen Reisebericht von euch möchte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen! Die Fotos sind genial, dein Schreibstil ebenso, nur die letzte Unterkunft….doch lassen wir das, es wird bestimmt besser. Ich freue mich auf die virtuelle Reise! Liebe Grüsse und schönen Sonntag Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
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09 Jan 2022 17:33 #634150
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  • Blende18.2 am 07 Jan 2022 15:38
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CuF schrieb:
Das beste an der Campsite ist der Reichswürger, ähm Rotbauchwürger - irres Foto!
Schöne Grüße
Friederike

Der saß tatsächlich direkt in der Morgensonne, dass der Bauch so sehr leuchtete. Gefällt mir auch richtig gut. :)

Enilorac65 schrieb:
Ich freue mich auf die virtuelle Reise! Liebe Grüsse und schönen Sonntag Caroline

Hallo Caroline,

schön das du auch wieder dabei bist. Über Thakadu muss man nicht sprechen, deswegen haben wir es auch etwas relativiert im Fazit. Andere werden da ganz andere Erfahrungen gemacht haben.

Und wo du jetzt Platz genommen hast, geht es doch am besten direkt mal weiter...


Gruß,
Robin
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