EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200620. Dez. 2015 ·
Tag 11. Montag, 6. Juli 2015 – Zurück durch die Floodplains
Katoyana Camp, Liuwa Plains – Ngonye Falls
In der Nacht wachten wir mehrfach vom Ruf der Hyänen auf. Es gibt sie also doch irgendwo. Dazwischen mischten sich das markante Flöten der Nachtschwalben und das Trillern einer kleinen African Scops Owl. Der Wecker ging schon früh um sechs, als es noch dunkel war. Da wir abends schon fast alles zusammengepackt hatten, brauchten wir nicht lange, um den Bushcamper einzuklappen und abfahrbereit zu machen. Dann verabschiedeten wir uns von Nyambe und Agrey. Die beiden hatten uns den Aufenthalt so nett gestaltet, dass wir richtig traurig waren, sie nun zu verlassen. Wir versuchten, auf kürzestem Weg nach Süden und zurück nach Kalabo zu gelangen. Nicht immer nahmen wir dafür den gleichen Weg, den wir auf dem Hinweg gekommen waren. Auch heute war es wieder schwer, sich auf den kaum befahrenen Pfaden zurechtzufinden, und wir landeten einige Male in einer Sackgasse.
Wir winkten dem Gnu – es hatte heute sogar ein paar Freunde dabei – und sahen einzelne Oribis, Kronen- und Klunkerkraniche. Ein Sekretär stolzierte durch das hohe Gras, und einige Frankoline flitzten vor uns aufgescheucht aus der Spur. Einmal kreuzte eine Familie Meerkatzen unseren Weg und turnte danach in den Bäumen neben der Pad.
Sekretär
Kronenkranich (Dies ist eines unserer Lieblingsbilder.)
Rotkehlfrankolin
Das letzte Wegstück führte parallel zum Fluss vorbei an einem Dorf durch endlosen Tiefsand.
Auch wenn wir schon nicht mehr glaubten noch anzukommen, erreichten wir schließlich die Fähre über den Luanginga. Während wir darauf warteten, dass der Fährmann zu uns übersetzte, pumpten wir Luft in die Reifen.
Bei der Rückfahrt half Uwe mit, die Fähre am Seil über den Fluss zu ziehen. Das war ganz schön anstrengend, aber Abkühlung verschaffte seine nasse Hose, denn das Wasser lief am Tau hinab und spritzte in alle Richtungen. Von Kalabo ging es zunächst auf Teerstraße und dann auf der Baustellenpiste wieder zur Sambesibrücke. Wir waren schon kurz vor elf Uhr dort, und die Schranke war wie erwartet geschlossen.
Der Schrankenmeister war heute ein wichtiger Mann in Uniform. Er wies Uwe darauf hin, dass die Brücke erst wieder um 12 Uhr befahren werden dürfte. Uwe erwiderte, dass das ja ganz prima wäre und alles in Ordnung sei, wenn er das denn auch tatsächlich um 12 Uhr machen dürfte. Aber der Schrankenwärter hatte Entscheidungsbefugnis. Er meinte, dass er uns vielleicht ganz evtl. auch schon vorher dazwischen quetschen könnte, so dass wir etwas früher passieren könnten. Wo eigentlich genau zwischenquetschen? Es war kein fließender Verkehr auf der Brücke auszumachen, obwohl heute zumindest an dem Abschnitt gearbeitet wurde und ein paar LKWs herumstanden. Eine gute Zeit wäre vielleicht ja schon um 11.45 Uhr, schlug uns der Uniformierte aufmunternd vor, aber Uwe erklärte, dass wir ganz zufrieden seien, wenn wir wie geplant unseren Weg um 12 Uhr fortsetzen könnten. Also parkten wir unser Auto am Straßenrand und sahen uns ein wenig bei den kleinen Verkaufsständen um, die hier aufgebaut waren. Neben Getränken gab es ein paar einfache Süßigkeiten im Angebot. Bei einem Mädchen kaufte Ruth einen gebackenen Krapfen. Der Teigballen war zwar kalt, wurde aber dennoch liebevoll in ein Stück Zeitungspapier gewickelt, nachdem man die Hunde verscheucht hatte, die auf der Zeitung gelegen hatten. Unter erwartungsvollen Blicken der Umherstehenden biss Ruth tapfer in das fettige, nun auch noch durch Druckerschwärze eingefärbte Gebäck, das nach nicht allzu viel schmeckte.
Ruth hatte die Kamera dabei und fragte, ob sie Fotos machen dürfe. So verging die Zeit wie im Fluge, und als uns der Schrankenwärter schließlich die Durchfahrt gestattete, verabschiedete sie sich noch schnell von den neuen sambischen Bekanntschaften, und los ging es. Das war ja heute wirklich einfach.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200620. Dez. 2015 ·
Auf der Strecke bis Mongu fuhren wir sehr langsam an den Lagunen vorbei und versuchten, noch ein paar Wasservögel zu entdecken. Wenn der Brückenbau erst einmal fertiggestellt ist, wird man wohl nicht mehr die Gelegenheit haben, der artenreichen Vogelwelt so nah zu kommen.
Weibliches Schwarzkehlchen
Schwarzkopfreiher
Malachiteisvogel
Graufischer
Als wir einmal am Straßenrand standen, kam von hinten jemand angelaufen. Uwe sah ihn im Rückspiegel, hörte ein Rasseln und sagte nur: „Da kommt jemand.“ Schon stand eine merkwürdige Gestalt neben dem Autofenster. Der Mann hatte eine Wollmaske wie einen zu langen Rollkragenpullover über das Gesicht gezogen, eine Holzmaske oben auf den Kopf geschoben, eine Art Schellenkranz an den Beinen und ein kleines Hackebeil in den Händen. Durch die Maschen seiner Vermummung hindurch schrie er uns etwas zu, fuchtelte mit seinem Beil und beugte sich zu uns ans Auto. Wir verstanden kein Wort und waren mit der Situation ziemlich überfordert. Uwe fragte ihn, was er wolle. Der Vermummte antwortete zwar irgendwas, vermutlich auf Englisch, aber wir verstanden wieder nichts. Er wiederholte seine Aufforderung oder sein Anliegen mehrere Male, aber durch das Wollnetz hindurch konnten und wollten wir auch nicht mit ihm kommunizieren. Selbst Ruth war sprachlos und starrte die unheimliche Erscheinung einfach nur an. So kamen wir auf keinen gemeinsamen Nenner, Uwe sagte noch schnell „Have a nice Day!“, und dann fuhren wir schleunigst davon. Du liebe Güte, was war denn das für eine Begegnung? Was auch immer der eigenartige Vermummte von uns gewollt haben mochte, er muss dringend etwas an seinem Konzept ändern, denn so wird das wohl nicht funktionieren. 😉 In Mongu nahmen wir die Hauptstraße nach Süden über Senanga. Entlang des Weges gab es viel zu entdecken und zu bestaunen. Frauen und Männer strebten mit enormen Gepäckbündeln auf dem Kopf beladen mit unterschiedlichen Waren Richtung Markt, um diese zu verkaufen. Kinder benutzten Betonrinnen als Rutschen, und vollbepackte Autos hielten am Straßenrand, um noch weitere Gäste und Gepäck einzuladen. Wir genossen es sehr, die kleinen Straßenszenen im Vorbeifahren aufzuschnappen.
Überall hing frisch gewaschene Wäsche in allen Farben leuchtend auf Leinen und Zäunen.
Irgendwann war uns die Fahrerei zu viel, und wir machten am Straßenrand eine kleine Pause. Wir aßen Brote mit Kräuterkäse und Möhren. Anschließend fühlten wir uns schon viel besser. Auf dem restlichen Wegstück bis zur Motorfähre über den Sambesi brannten einige Feuer direkt neben der Straße. Drongos und Tokos flogen kreuz und quer zwischen den Flammen, um die vom Feuer aufgescheuchten Insekten zu fangen. Die Fähre war bereits auf dem Weg zu unserer Seite, als wir ankamen.
Mit uns fuhren noch zwei weitere Autos und ein paar Fußgänger auf die andere Seite. Drei kleine Jungs stellten sich ganz nah zu uns und strahlten uns an. Sie kamen immer ein wenig näher gerutscht und berührten uns schließlich „heimlich“ am Arm. Nur noch wenige Kilometer fuhren wir bis zu den Ngonye Falls und bekamen dort ganz in der Nähe einen Campingplatz. Dieser hatte leider keinen Blick auf die Fälle, aber man konnte das Wasser ordentlich rauschen hören. Unter einem Eimer duschten wir mit kaltem Wasser und machten zum Abendessen Wurstsalat.
wird ja auch Zeit, dass es weiter geht 🙂 🙂 🙂 der Kronenkranich ist ein super tolles Bild, Glückwunsch zur Aufnahme, hier stimmt alles: Position, Farbe, Licht, Schärfe sowieso.. echt klasse am meisten hätte mich das hackebeil bei dem Vermummten beunruhigt Günter
na da habt ihr ja Aktion gehabt. Bei nur max. 3 Wochen Reisezeit wie bei uns, wäre ich glaube ich maximal genervt gewesen mit der undurchsichtigen Öffnungszeit der Strecke 🤢 . Die Vogelbilder sind natürlich wieder mal ein Traum!!!! Dass der Kronenkranich zu euren Lieblingsbildern zählt, ist absolut logisch (schick wie der ist im schönsten Licht). Den hätte ich auch gerne mal vor die Linse bekommen.
Freu mich auf die nächsten Etappen und wünsche euch noch ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200621. Dez. 2015 ·
@Bele:
Ich hoffe Ihr seid in den Weihnachtsferien daheim und habt Zeit zum Weiterschreiben???
Ja, wir bleiben in den Weihnachtsferien hier (obwohl wir viel lieber nach Afrika fliegen würden) und schreiben natürlich an unserem Bericht weiter. 😉
Oder ist das allerletzte Menschenfoto der Oberknaller?
Ich denke, das Foto von den Arbeitern ist deutlich interessanter als das von mir. Aber so eine Eimerdusche ist auch immer wieder nett, hat man ja zu Hause nicht. 😉
@Günter:
am meisten hätte mich das hackebeil bei dem Vermummten beunruhigt
Das Hackebeil(chen) hat uns tatsächlich ein bisschen beunruhigt. Aber das Hauptproblem war, dass wir den Burschen nicht verstanden haben. Und da wir auch sein Gesicht nicht sehen konnten, sagte ich zu Ruth: "Der ist mir unheimlich." So blieb uns nichts anderes übrig als weiterzufahren.
@Claudia:
Bei nur max. 3 Wochen Reisezeit wie bei uns, wäre ich glaube ich maximal genervt gewesen mit der undurchsichtigen Öffnungszeit der Strecke
Ein bisschen genervt waren wir natürlich auch. Aber auf dem Rückweg war es schon wesentlich entspannter, und wir sind ja auch schon eine Stunde vor der Öffnungszeit angekommen. Auf das nette Angebot des Schrankenwärters, er könne uns ja schon vorher durchlassen, bin ich nicht eingegangen. Über den Kronenkranich habe ich mich sehr gefreut. Es gibt ja nicht so oft ein Foto, mit dem man selbst 100% zufrieden ist, aber das gehört dazu.
@Carsten:
heute gefällt mir das Bild Nr. 1 mit dem Weg durchs trockene Gras besonders gut
Das mag ich auch, denn es zeigt ziemlich gut die charakteristische Landschaft in den Liuwa Plains.
Und die tollen (Vögel, hier der Kronenkranich 🤩 ), sehr informativen (Strassenaufnahmen) und ausdrucksstarken (Kindergesichter) Bilder !!! 😁 😁 😁 Es macht wahnsinnig viel Spaß dabei zu sein ! 😎 Vielen lieben Dank dafür !!!!! 🙂
wir verfolgen mit Spannung Euren Reisebericht, insbesondere den sambischen Teil davon.
Wir waren Ende Oktober auf Eurer Strecke unterwegs und erleben unsere Reise noch einmal durch andere Augen gesehen mit. Hätten wir gewusst, dass Ihr Euch im Buch vom Katoyana CS verewigt habt, hätten wir etwas genauer hingeschaut. So viel mehr Reisende sind seit Eurer Abwesenheit auch nicht mehr dazu gekommen.
Überhaupt hatten wir das Gefühl, in den Liuwa Plains fast alleine zu sein. Das ist einerseits gut für den Ego-Trip, andererseits ist es schade. Aber die NPs sind m.E. sehr teuer für Selbstfahrer. Vielleicht würde man noch einmal dort hinfahren, wenn es nur die Hälfte kostet. Kafue und Liuwa sind durchaus von Katima oder Kasane erreichbar. Zumal man über die Fähre 2km nördlich der Sioma Falls und die Teerstrasse am östlichen Sambesiufer, die beide in keiner Karte oder T4A stehen, zügig nach Mongu kommen kann.
In diesem Jahr stand das Wetter ordentlich auf dem Kopf. Statt der erwarteten Regenzeit, hatten wir nur endlose Dürre und Rekordtemperaturen. Es gab schon relativ viele Gnus und Zebras. Aber die endlosen Herden waren noch nicht aus Angola angekommen. Von den Zehntausenden Tieren kein Spur. Das ganze Leben schien sich auf das letzte Wasserloch am Kings Pool zu konzentrieren. Dort gab es ordentlich Kronen- und Klunkerkraniche, Sporengänse und Sattelstörche. Die fackelnde Savanne hat uns auch mehrfach den Schlaf geraubt. Brandgeruch um 2 Uhr nachts macht müde Männer munter.
Die Teerstrasse zwischen Mongo und Kalabo ist fast fertig. Ob sie aber auch geöffnet ist, wissen wir nicht. Es gab keine Probleme, die Hilfsbrücke über den Sambesi zu passieren. Dafür prasselten von oben haufenweise Kühlwasser und Funken von Schweissarbeiten auf unser Auto. Insgesamt standen auch viel geschrottete LKWs mit Rahmenbruch und eingedrückten Kabinen herum. Die ganze Baustelle war derart staubig, dass wir unseren Luftfilter ausklopfen mussten.
LG, RB
PS 1: Eure Bilder haben Referenzcharakter, was nicht nur an Eurem 500" Tele liegt
PS 2: Die Menschen in Sambia sind ausgesprochen zuvorkommend und höflich. Diese Freundlichkeit hätte ich gerne mit nach Deutschland genommen.
PS 3: Die Stromabschaltung um 14:00 ist zum Aus-der-Haut-fahren. Es gibt dann weder Geld am ATM, noch Treibstoff. Und den Siff in der "Frischetheke" kann man vergessen. Bei uns hing tatsächlich die komplette Reise davon ab, ob wir noch mal irgendwo auf der Fahrt nach Mongu Geld bekommen. Alles ist abhängig vom Kariba- Staudamm und der hat kaum Wasser.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200622. Dez. 2015 ·
@Ragnarson: Es freut uns sehr, dass du gerne mitfährst und nicht schon wie dein Avatar eingedöst bist. 😉
@CuF: Schön, dass ihr auch dabei seid.
@RB: Leider ist der Ausflug nach Sambia nun schon fast vorbei. Auch wenn wir dieses Mal nicht sehr lange dort waren, hat es uns wieder sehr gut gefallen. Für Tiersichtungen würden wir die Liuwa Plains zu dieser Jahreszeit aber eher nicht empfehlen. Es war mehr das eindrückliche Gesamterlebnis. Dass man das Gefühl hat, in Liuwa alleine zu sein, liegt wohl hauptsächlich daran, dass man dort tatsächlich alleine ist. 😉 Wir halten den Parkeintritt auch für recht hoch. Vielen Dank für eure Eindrücke. Habt ihr nicht Lust, auch einen Reisebericht darüber zu schreiben? Vielleicht treffen wir uns ja kommendes Jahr auch wieder. Würde uns sehr freuen. 😉 Wir können kaum glauben, dass die Straße zwischen Mongu und Kalabo fast fertig ist. Im Juli standen dort doch noch so viele Pfeiler ohne Brücke. Schön, dass ihr die Brücke ohne Schwierigkeiten passieren konntet. Wir hatten alle Schrankenwärter ja auch schon totdiskutiert. 😉
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200622. Dez. 2015 ·
Tag 12. Dienstag, 7. Juli 2015 – Viel Wasser
Ngonye Falls – Caprivi Houseboat Safari Lodge
Bei frischen Temperaturen standen wir kurz nach Sonnenaufgang auf und frühstückten. Die Brötchen, die wir in Mongu gekauft hatten, schmeckten immer noch wunderbar weich bappig. Während Uwe alles einpackte, versuchte Ruth einen Maskenpirol zu erwischen, der laut und eindringlich in den höchsten Bäumen um das Camp herum flötete. Dies gelang ihr aber nicht, und so gab sie schließlich auf, und wir fuhren das kurze Stück bis zum Visitors Center der Ngonye Falls.
Von dort stiegen wir einen kleinen Abhang hinunter und liefen zu Fuß zu einem Aussichtspunkt auf die Wasserfälle. Wir erkannten schon, dass diese aus mehreren Einzelfällen bestehen und sich weitläufig über ein größeres Gebiet erstrecken. Überall flogen Rotkappenschwalben und Graufischer. Besonders freuten wir uns aber über diesen kleinen Kerl, der uns bisher noch nirgendwo aufgefallen war.
Langschnabelsylvietta (Long-Billed Crombec)
Nach einiger Zeit tauchte ein Guide auf und bot uns an, uns weitere Aussichtspunkte zu zeigen, von denen wir die Fälle noch besser überblicken konnten.
Er führte uns über große Steine, um einige Büsche und kleine Wasserläufe hinweg, so dass wir alles aus verschiedenen Richtungen sahen. Unser Führer erwies sich als Glücksfall, da wir sicherlich nicht alle schönen Stellen alleine gefunden hätten.
Die Ngonyefälle, auch Siomafälle, des Sambesi liegen etwa 250 km oberhalb der Victoriafälle in der Westprovinz in Sambia auf 1002 m Höhe. Die Ngonyefälle sind [..] mit 10-25 m Höhe bei weitem nicht so spektakulär wie die Victoriafälle, die durch dieselben geologischen Verwerfungen entstanden sind wie sie. Sie formen über Basaltfelsen jedoch einen fast perfekten Halbkreis, dessen Weite beeindruckt. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Wasser nicht nur über die Felsen stürzt, sondern auch unter ihnen, denn die stecken voller Kavernen. Auf diesen zu stehen, ist ein Gefühl ganz eigener Art, vor allem, das Wasser dort donnern und toben zu hören. Über den Ngonyefällen ist der Sambesi breit und flach, unter ihnen voller Weißwasserschnellen in den in Basalt geschnittenen Schluchten.
(Quelle: Wikipedia)
Tatsächlich waren die Ngonye Falls sehr beeindruckend. Sie bestehen aus sieben, recht großen Einzelfällen. Dazwischen gibt es Stromschnellen und Strudel.
Wir sahen ein paar Fischotter, die sich in diesem unruhigen Wasser offensichtlich wohl fühlten. Es war schon beeindruckend, wie flink und kontrolliert sich die Tiere durch das tosende Wasser manövrierten.
Der kleine Spaziergang war eine wirklich schöne Abwechslung, und ein bisschen Bewegung tat gut. So schauten wir lange auf die verschiedenen Fälle und hatten es nicht sehr eilig, wieder zurückzukommen. Wir sind uns recht sicher, dass die Ngonye Falls ohne die Vic Falls in der Nähe sehr viel populärer wären. Wir waren an diesem Morgen die einzigen Besucher und haben die Fälle ohne Trubel ganz exklusiv genießen können. Trotzdem wären für den Park ein paar Touristen mehr sicherlich von Vorteil. Ein Besuch dort ist unserer Meinung nach auf jeden Fall sehr empfehlenswert, zumal er direkt an der Hauptverbindungsstrecke zwischen Katima Mulilo und Mongu liegt. Zurück am Besucherzentrum bestaunten wir noch ein wenig die dort ausgestellten Tierfelle, -häute und Hörner. Dann machten wir uns auf den Weg nach Süden.
Immer entlang des Sambesi mit tollen Ausblicken über den Fluss und an zahlreichen kleinen Dörfern vorbei gelangten wir an die Grenze nach Namibia.
Dort war im Vergleich zu unserer Einreise vor wenigen Tagen unglaublich viel los. Viele Lastwagen warteten und standen sogar übereinander Schlange. 😉
Auch vor dem Grenzgebäude hatten sich viele Menschen versammelt und warteten in einer langen Reihe, die sich bis nach draußen zog. Ach du je, das konnte ja heiter werden! Brav stellten wir uns schicksalsergeben ans Ende der Schlange. Doch zum Glück holte uns schon bald ein Grenzbeamter ab und brachte uns ins Gebäude zu einem freien Schalter. So ging die Ausreise recht schnell, wenn auch etwas chaotisch, über die Bühne. Völlig ohne Kontrolle füllten wir selbstständig unsere Fahrzeugdaten in ein Buch und verließen die Grenzstation wieder. Wenn wir schon keinen Plan hatten und auch niemand Offizielles da war, den wir hätten fragen können, hatte wohl doch irgendjemand alles im Blick. Wir wurden nämlich wieder zurückgeholt, um die Einreisebescheinigung für den Wagen abzugeben. Auf namibischer Seite war es diesmal auch etwas komplizierter. Wie immer fuhren wir bis zum Grenzgebäude, stellten uns dort an die Schlange und füllten die Formulare aus. Am Schalter wies uns der Beamte darauf hin, dass wir vergessen hatten, bei der Ebola-Kontrolle vorbeizuschauen. Aha! Gut zu wissen. Also mussten wir nochmal nach draußen und zu einem Zelt laufen, in dem per „Laserpistole“ unsere Temperatur gemessen wurde.
Mit der Bescheinigung, kein Ebola zu haben, durften wir dann auch nach Namibia einreisen. In Katima Mulilo steuerten wir das „One River Cafe“ an. Dort gab es WLAN und leckere Burger. Während wir aßen, lud Uwe die neueste Firmware in das Satellitentelefon. Ein lustiger Papagei, der im offenen Bürofenster nebenan saß, sorgte für eine abwechslungsreiche Geräuschkulisse. Sein Repertoire reichte von verschiedenen Telefonklingeltönen, Funkgerät-Sprache über Pfeiftöne zu Tastatur-Geräuschen und Anrufbeantworter-Stimmen. Es war sehr lustig. Wir freuten uns, als das Satellitentelefon wieder funktionierte.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200622. Dez. 2015 ·
Nachdem wir mit Freunden und Verwandten Neuigkeiten ausgetauscht hatten, fuhren wir zum Supermarkt und kauften frisches Brot. Dann ging es zur nahe gelegenen Caprivi Houseboat Safari Lodge, die unter deutscher Leitung steht. Wir bekamen einen Stellplatz, der ein wenig abseits vom Fluss unter Sträuchern gelegen war.
Am Nachmittag nahmen wir an der Sunset-Bootsfahrt teil. Sie führte ein Stück den Sambesi entlang,
und wir sahen zu unserer großen Freude viele Wasservögel.
Afrikanische Binsenralle (African Finfoot)
Hagedasch-Ibis
Weißstirnspint
Purpurreiher
Graureiher
Weißbrustkormoran
Außer uns war noch eine Familie mit zwei Töchtern im Teenageralter an Bord. Sie waren von den vielen Vögeln zwar nicht ebenso begeistert wie wir, aber zum Glück sehr geduldig und spätestens dann zufrieden, als wir noch einige Hippos und erneut ein paar Otter sahen. Der Sonnenuntergang über dem Fluss war toll, und wir schaukelten gemütlich mit einem Sundowner auf den Wellen.
Vor dem Abendessen gingen wir an die Bar und tranken etwas. Eigentlich hatten wir auf ein wenig Unterhaltung gehofft, aber die kleine Gruppe, die den Besitzer offensichtlich gut kannte und sich lautstark auf Deutsch unterhielt, war uns zu anstrengend. Als schließlich eine Kassette aus dem Auto geholt wurde und „Westerland“ von den Ärzten sowie „Aniiita“ aus den Boxen der Bar plärrte und mehrstimmig in einigen Halbtonschritten versetzt mitgesungen wurde, flüchteten wir zurück zu unserem Stellplatz. Dort aßen wir den Rest Wurstsalat und saßen noch ein wenig beim Gezirpe der Grillen auf dem Campingplatz, während an der Bar in Moskau die Gläser an die Wand geworfen wurden.
da haben wir dieses Jahr doch tatsächlich den Start der neuen "Eulenmuckels" Staffel verpasst....
Jetzt sind wir aber wieder auf dem Laufenden und lassen uns bestimmt nicht mehr abhängen 😉
Wir lesen meistens morgens bei einer Tasse Kaffee, und ihr habt uns nun schon wieder einige Male gut in den Tag begleitet. Danke dafür....
Viele Grüße und Frohe Weihnachten
Katja und Christian
Champagner8'708 Beiträge · seit 201023. Dez. 2015 ·
Waahhhhh - eure Vogelbilder sind einfach immer der Knaller - danke!!!
Wobei ich den Sonnenuntergang auch nicht missen möchte.....
Das mit dem nachts schreiben find ich eigentlich gar nicht so schlecht, dann hab ich jetzt jeden Morgen (!!! 😗 ) in den Ferien eine schöne Lektüre zum Kaffee!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200624. Dez. 2015 ·
@Katja und Christian: Wir haben euch auch schon vermisst. Gut, dass ihr nun aufgeholt habt. Wir freuen uns.
@Bele: Vielen Dank. Aber das mit dem JEDEN Morgen wird wahrscheinlich nicht immer klappen. Wir geben uns Mühe.
@Matthias:
Erzählt mir nicht, dass ihr den Turako nicht gesucht hättet.
Erwischt! Du bist Sherlock, richtig? Du glaubst doch nicht im Ernst, dass du bei dieser Lodge einen Turako entdecken und fotografieren kannst, dann noch so unvorsichtig bist, das in deinem Reisebericht zu schreiben, und wir tauchen rein zufällig ebenfalls bei dieser Lodge auf? 😉
Wir wünschen euch allen friedliche und fröhliche Weihnachten. Hier kommen für euch noch ein paar Schutzengelchen aus dem zweiten Schuljahr, die hoffentlich gut auf euch aufpassen, damit eure Abenteuer immer gut ausgehen.