Noch am 29. Oktober: unser erster Abend im Kasanka NP:Wir stehen auf der Wiese am Musola River, einem kleinen Zufluss zum Kasanka River. Um uns herum kokeln weite Schilfflächen vor sich hin, die ganze Gegend liegt unter einer beißenden Rauchglocke.
Immer wieder lodern die Flammen auf, und es wirkt schon reichlich skurril, wenn ein Mitarbeiter des Parks mit einem Eimer einzelne Flammennester zu löschen versucht, wahrlich eine Geste der Hilflosigkeit.
Das mindert aber das absolut beeindruckende Schauspiel, das sich alsbald über unseren Köpfen abspielt, in keinster Weise.
30. Oktober: Kasanka NPWährend des morgendlichen Spaziergangs durch die Wiesen entlang des Kasanka Rivers gelingt neben den noch nie vorher gesehenen Böhm´s Bee-Eaters eine weitere Neusichtung: ein Yellow-bellied Sunbird. Beide Arten gibt es in den Ecken, wo wir uns bislang im südlichen Afrika so rumgetrieben haben, nicht.
Hier muss ich bislang passen, ich kann nur einen Webervogel vermuten. Er saß aber auch wirklich weit weg.
Unsere Truppe am Ende des Spaziergangs, Otti muss mal wieder als letzter Mann herhalten.
Nachdem wir wieder zurück im Camp waren, habe ich zusammen mit Nick und Bev den direkt bei unserer Campsite Nr. 3 befindlichen Vivien´s Hide erklommen, der wunderschön unter riesigen Red Mahogany-Bäumen thront und einen weiten Ausblick über die Schilfflächen bietet. Dabei können wir längere Zeit diesen mir unbekannten Greif beobachten, der zweimal erfolgreich Beute auf der Wiese macht, in diesem Fall fängt er einen Frosch, den er dann direkt im Baum neben uns verspeist.
Bev bestimmt den Vogel anhand einer App als Lizard Buzzard, was eine weitere Erstsichtung für mich bedeutet. Läuft.
Den kennt man natürlich auch weiter südlich, ein Heuglin´s oder White-browed Robin-Chat
Bev macht mich auf zwei kreisende Großgreife aufmerksam, einer davon ist ein junger African Fish Eagle ( Bele hat ihn ja gezeigt ), während mir der zweite Vogel interessanter scheint. Er ist riesig, und spontan habe ich keine Idee, was das sein könnte. Später im Camp bestimme ich ihn nach Andrew´s Guide als einen African Crowned Eagle, also ein Kronenadler. Ebenfalls ein Neuer auf der nicht vorhandenen Liste.
Einen weiteren Vogel habe ich mangels Fotos nicht exakt bestimmen können, es war entweder ein Brimstone oder ein Weibchen vom Black-faced Canary.
Nachts wache ich von dem beißenden Qualm auf, der direkt in mein Zelt zu ziehen scheint. Wahrscheinlich hat der Wind gedreht und ich liege genau im Rauch unseres Campfeuers, so mutmaße ich. Also stehe ich auf und will das glimmende Feuer löschen. Dabei bemerke ich, dass mit den etwas kühleren Nachttemperaturen der Qualm der Buschbrände herunter gedrückt wird. Ich kann also hier nichts ändern, gehe zurück in mein Zelt und lege mir trotz immer noch tropischer Temperaturen mein Kissen übers Gesicht.
31. Oktober: Abschied vom Kasanka NP und lange Fahrt bis zur Fika Lodge:Nachdem die Frühaufsteher abgefahren sind, kann ich sowieso nicht mehr schlafen und ich ziehe mich an und besteige nochmals den Hide. Nick und Bev sind auch schon da und haben im ersten Licht eine White-tailed Mongoose gesehen. Die habe ich leider verpasst. ( Soviel zu Bele´s Vermutung, die beiden Engländer hätten es nicht so mit dem Frühaufstehen 😗 )
Die Sitatungas sind natürlich da, ebenso die Coucals und die Jacanas. Plötzlich umschwirren mich zwei schwarz-weiße Kleinvögel, die ich als Black-throated Wattle-Eyes bestimmen kann. Leider sind sie viel zu schnell für mich.
Dann steige ich vom Hide und gehe nochmals ein paar Schritte in den fantastischen Wald mit den großen Mahagonibäumen und finde nochmals eine weitere neue Vogelart, zwei kleine Red-throated Twinspots. Auch hier gelingt mir leider kein Beleg.
Nach dem Frühstück brechen wir die Zelte ab. Die Wartezeit, bis alles an seinem Platz verstaut ist, vertrödele ich bei den Vögeln, die direkt im Camp zu finden sind.
Da er so schön im Licht sitzt, gibt es ein Foto vom Dark-capped Bulbul.
Der Altvogel von den White-fronted Bee-Eaters hat ein größeres Insekt gefangen, das er nun mehrmals in die Luft wirft, bis es endlich richtig im Schnabel gelandet ist, um es an den Jungvogel, der bislang recht uninteressiert der Sache beiwohnt, zu verfüttern.
Dann aber erwacht er blitzartig und verschlingt den großen Happen auf einen Rutsch.
Der letzte fotografierte Vogel dieser Tour ist ein Spectacled Weaver Männchen, der eifrig Halme herbeiträgt und kunstvoll in sein neues Nest einflicht.
Nun bleibt nur noch die zwei letzten besonderen Sichtungen zu erwähnen, leider habe ich auch davon keine Fotos. In der Fika Lodge turnten zwei Trumpeter Hornbills in den Bäumen rum, leider waren sie sehr scheu. Und während der Lunchpause am letzten Tag zeigte sich noch ein Broad-billed Roller.
Das soll es dann gewesen sein.
Bleibt mir nur noch, mich ganz herzlich bei Bele zu bedanken, schließlich hat sie diese Tour ausfindig gemacht. Es war unsere sechste Tour zusammen, und die siebte ist schon in Sichtweite.
Natürlich bedanke ich mich bei Andrew, der uns so souverän durchs Land geschaukelt hat und immer eine Lösung wusste, wenn mal vom Reiseplan abgewichen werden musste.
Danke, Andrew
Und natürlich auch ein dickes Danke an unsere tolle Köchin Monica und unseren "last man" Otti.
Und auch bei den restlichen Reiseteilnehmern bedanke ich mich für den harmonischen Verlauf, das ist ja nicht ganz selbstverständlich, wie wir selbst eindrucksvoll bei der von Bele erwähnten Truppe erleben konnten.
Besonders habe ich mich über die Begleitung von Bev und Nick bei den angebotenen Walks gefreut, wir haben keinen ausgelassen, und ich habe mich sehr gerne mit ihnen unterhalten.
Viele Grüße, Matthias