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Anfang November 2024, als die Tage begannen grau und kurz zu werden 😣 , wurde mir mit Schrecken bewusst, dass ich für 2025 keine Afrika-Reise in Aussicht habe 🙄 (die Idee und spontane Buchung für Botswana im Juni 25 kam ja erst Ende April 25).
Warum auch immer bin ich beim Surfen im Internet über Zambia gestolpert und habe dann gezielt nach einer geführten Campingtour gesucht. Das Angebot war überschaubar, gefunden habe ich nur eine Sache, die ansatzweise vom Verlauf und wegen der vielen Walking-Anteile interessant klang (ohne dass ich wirklich eine Ahnung von Zambia gehabt hätte 😗 ). Den Link habe ich spaßeshalber Matthias (fotomatte) geschickt, der spontan meinte, da könne man drüber nachdenken. Huch 🤩 , soweit war ich selber eigentlich noch gar nicht.
Langer Rede kurzer Sinn: nachdem ich mit ein bisschen Recherche dann auch den Anbieter vor Ort ausfindig gemacht hatte, der laut Heiko von Bushways zu empfehlen sei, haben wir Ende November 2025 2024 (danke Peter!) die Tour inklusive Flüge bei einem deutschen Reiseveranstalter gebucht.
Und seit gestern sind wir wieder zurück von einer sehr interessanten und auch anstrengenden Reise!
Vielleicht hat ja jemand Interesse an unseren Erfahrungen, auch wenn wir nicht als Selbstfahrer unterwegs waren. Da wir an manchen Tagen unterschiedliche Programmpunkte wahrgenommen haben, wird Matthias einige Kapitel übernehmen. Und spontan hat sich eine Teilnehmerin aus unserer Gruppe dankenswerterweise bereit erklärt, ein Kapitel über eine Aktion zu schreiben, an der wir beide nicht teilgenommen haben. Somit wird die Tour zumindest theoretisch lückenlos dokumentiert werden, auch wenn ich sicher mal wieder einiges vergessen und/oder anders in Erinnerung habe 😊 und dann ein bisschen rumfantasieren werde 🤪 , aber da wird Matthias dann sicher einhaken 😗 , so wie ich ihn kenne.
Hier nun der Verlauf (die Walking-Programmpunkte stehen dann in den einzelnen Kapiteln, damit es hier nicht zu unübersichtlich wird):
17. Oktober 2025 : Anreise über Nacht nach Lusaka, von dort mit Proflight nach Mfuwe 18. Oktober 2025: Ankunft in Mfuwe, Transfer zur Campsite im Wildlife Camp / South Luangwa 19. Oktober 2025: Bushcamp am Luangwa 20. Oktober 2025: Campsite im Wildlife Camp / South Luangwa 21. Oktober 2025: Camp am Luangwa zwischen Nsefu Sektor und Chibembe (Private Campsite) 22. Oktober 2025: Camp am Luangwa zwischen Nsefu Sektor und Chibembe (Private Campsite) 23. Oktober 2025: Ituba Campsite /North Luangwa 24. Oktober 2025: Samala Campsite 25. Oktober 2025: Mutinondo Wilderness Campsite 26. Oktober 2025: Mutinondo Wilderness Campsite 27. Oktober 2025: Bangweulu Wetlands /Makanga Campsite (kurzfristiger Ersatz für Nsobe) 28. Oktober 2025: Bangweulu Wetlands /Makanga Campsite (kurzfristiger Ersatz für Nsobe) 29. Oktober 2025: Kasanka NP / Pontoon Campsite #3 30. Oktober 2025: Kasanka NP / Pontoon Campsite #3 31. Oktober 2025: Fika Lodge /Chalet 01. November 2025: Heimflug ab Lusaka
Fotos gibt es gar nicht so viele (die meisten sind schon oben in der Collage 😎 ), denn ich habe weniger als sonst geknipst aus verschiedenen Gründen, die ich dann erläutern werde.
Kurzes Fazit von uns beiden vorab: In Zambia bekommt man nichts geschenkt 🙄 (außer Tsetsefliegenstiche 😛 ), die meisten Sichtungen mussten wir uns (teilweise hart) erarbeiten 😣 !
Liebe Grüße von Bele
Teil 204. Nov. 2025
Anreise 17. und 18. Oktober 2025
Wie gesagt hatten Matthias und ich uns vor unserer Buchung im Dezember nicht sonderlich mit Zambia beschäftigt und schlussendlich haben wir uns auch erst im August mal zusammengesetzt, um anhand der Reisebeschreibungen des deutschen Reisebüros und des Veranstalters vor Ort (Bundu Safari) herauszufinden, wo genau wir eigentlich herumfahren werden.
Wie wir später festgestellt haben, ging es nicht nur uns, sondern auch anderen Teilnehmenden so, dass sich die Beschreibungen teilweise unterschieden haben und nicht immer ganz logisch nachvollziehbar waren wegen falscher Datumsangaben und anderen Fehlern. Aber so ein bisschen passt das ja auch zum Zambian Style … 😎
Was klar war und weshalb wir uns auch für die Tour im Oktober entschieden haben, war die Änderung der Streckenführung, um die Flughunde im Kasanka NP zu sehen, dafür musste an anderen Stellen gekürzt werden.
Ein bisschen vorbereitet und mit einem Basiswissen über unsere Strecke und das Land versehen geht es also am Freitag, den 17. Oktober los. Die lange Anreise (von daheim bis Plochingen mit dem Rennade-Shuttle, dann bis Frankfurt Airport mit der Deutsche Bahn, Flug über Doha nach Lusaka, Weiterflug nach Mfuwe und Transfer zum Wildlife Camp) klappt recht gut. In Flughafen in Doha besuchen wir The Orchard und sind schwer beeindruckt!
Lusaka stellt sich als recht überschaubarer Airport heraus, es gibt 6 Fluggastbrücken („Finger“) und noch zwei weitere Gates. Um mit Proflight Zambia weiterzufliegen, muss man sein Gepäck am Band abholen, einen Sicherheitscheck passieren (zumindest theoretisch, wir werden vorbei gewunken), das Gebäude verlassen und dann ein paar hundert Meter nach links zum Abfertigungsgebäude der Inlandsflüge gehen. Auf dem Weg dorthin ziehe ich an einem ATM Kwachas. Nach dem Check-In dort lernen wir die ersten Teilnehmerinnen unserer Tour kennen, es sind zwei befreundete Frauen aus Dresden und Leipzig, die sich auf einer Reise kennengelernt haben und seitdem immer mal wieder zusammen unterwegs sind. Als wir übers Rollfeld zu unserer kleinen Maschine gehen, will Matthias ein Foto von mir und dem Flugzeug machen. Von hinten fragt uns eine Frau etwa in meinem Alter, ob sie ein Bild von uns beiden machen soll. So lernen wir Mutter und erwachsene Tochter aus Alpirsbach kennen, die schon mehrere Reisen zusammen unternommen und nun auch diese Zambia-Tour gebucht haben. Also sind wir schon 6 Personen aus der Gruppe, die entweder aus 8 oder aus 10 Leuten bestehen soll. Hier sind sich die Angaben des Reisebüros und des Veranstalters vor Ort – wie auch in anderen Punkten - nicht einig! Wir sind aber schon mal froh, vier Menschen kennengelernt zu haben, die auf den ersten Blick ganz gut zu „passen“ scheinen 🙂 !
In Mfuwe gelandet
werden wir von unserem Guide Andrew erwartet. Er schart uns 8 Leute um sich, die zwei bisher Unbekannten sind ein Paar aus London, das sich sofort sehr aufgeschlossen nach unseren Namen erkundigt. Auch sie wirken sehr sympathisch! Uff, wir sind erleichtert, das sieht aus gruppendynamischer Sicht schon mal nicht schlecht aus (natürlich waren wir im Vorfeld sehr gespannt auf die Mitreisenden und waren auch nicht ganz bedenkenfrei, wobei wir uns zur Beruhigung gesagt haben, dass Leute, die so eine Reise buchen, schon ein bisschen ähnlich ticken müssten)!
Auf dem Parkplatz wird unser Gepäck in einen kleineren Landrover verladen, der eher ein Transportfahrzeug zu sein scheint und wir steigen zum ersten Mal in den Landrover ein, der uns zwei Wochen durch Zambia schaukeln wird!
Das Foto habe ich von der Website geklaut:
Das Prinzip ist ähnlich wie bei den Bushwaysfahrzeugen, man lässt die Seitenwand herunter und klettert über die dort angebrachten Einstiegshilfen ins Auto. Allerdings hat jede Reihe eine eigene Klappe und auch noch einen Fensterrahmen, der nach oben geklappt werden muss und in dem bei Bedarf Fensterscheiben befestigt werden können. Jedes Fenster und jede Klappe führt ein Eigenleben und diese acht Teile werden uns dementsprechend mit ihren unterschiedlichen Charakteren und auf ihre jeweils ganz persönliche Art und Weise bis zum Ende der Reise beschäftigen 😗 😣 😈 !
Die Fahrt in der Dunkelheit bis zum Wildlife Camp ist pures Abenteuer 🤩 . Auf den Straßen und Wegen sind unzählige Fahrräder, mehr oder weniger beleuchtet, Krafträder, Autos und Menschen zu Fuß unterwegs. Regeln scheint es keine zu geben, außer dass ständig gehupt wird, um Verkehrsteilnehmer, die kräftemäßig unterlegen sind, zu warnen. Dass wir ohne Personenschäden durchkommen, grenzt für uns sensible Europäer an ein Wunder, scheint vor Ort aber ganz normal zu sein.
Im Camp angekommen, stellt Andrew uns offiziell das Team vor. Otti wird das Begleitfahrzeug (den kleinen Landrover, der auch am Flughafen war) fahren (es gibt keinen Trailer, da zu schwierig für die Tour) und Monica wird uns bekochen.
Da es wie gesagt schon dunkel ist, sehen wir kaum, wo wir sind, essen schnell zu Abend, nutzen die Ablutions und legen uns auf unsere Klappbetten in den bereits aufgestellten Zelten zum Schlafen. Nachts hören wir viele Hippos und auch Löwen – wie schön! Das Ganze wird begleitet von großer Hitze! Wir wussten, dass wir in einer sehr heißen Jahreszeit reisen und aktuell hat es hier tagsüber ca. 40°C. Abends kühlt es kaum ab und so kämpfe ich mich schwitzend durch die Nacht 🙄 😵 , von Erholung keine Spur und mein anreisebedingter Schlafmangel wird auch nicht weniger!
Mal schaun, wie ich damit am nächsten Tag zurechtkommen werde 😐 .
Morgen geht es hier dann mit dem ersten Gamedrive weiter!
Teil 305. Nov. 2025
19. Oktober 2025 – Gamedrive am Morgen (Teil 1)
Gestern Abend war uns das Programm für heute von unserem Fahrer und Guide Andrew erläutert worden: Wake-up-call um 5 Uhr, danach ein bisschen Kaffee/Tee und Rusks und dann ab ins Auto und in den Park. Für den Nachmittag steht der erste Walk an, und zwar mit einem Tagesrucksack zu einem anderen Camp, dafür ist dann noch eine kleine Tasche zu packen mit allem, was wir für eine Übernachtung benötigen. Diese soll dann von einem Auto zu unserem Schlafplatz transportiert werden.
Es wird früh hell (ca. 5 Uhr) und als ich aus meinem Zelt krieche, sehe ich zum ersten Mal, wo ich überhaupt bin:
Das sieht ja ganz nett aus (die Fotos sind allerdings später gemacht, also bitte nicht über das Licht wundern)!
Lange habe ich aber nicht Zeit, die Aussicht zu genießen, denn wir starten wie geplant zu unserem Gamedrive. Dazu müssen wir ein gutes Stück fahren, bis wir dann am Gate
und schlussendlich auf der Brücke über den Luangwa sind.
Wie man sieht, ist das Licht eher diesig, einen klaren Himmel oder gar schönes Licht hatten wir sehr selten auf dieser Reise 😵 . Damit wäre schon mal ein Grund für meine latente Fotografier-Unlust genannt! Trotzdem gibt es natürlich ein paar Bilder, aber nicht weil ich sie so schön fände (und da ich ja nur JPEG knipse, weil ich immer noch zu faul bin, mich mal in Lightroom o.ä. einzufuchsen, kann ich auch nicht viel rumfaken an den Fotos!), sondern weil ich zumindest ein bisschen zeigen möchte, wie es dort so aussieht (daher sind auch oft die Tiere etwas weiter weg, denn wie ein Elefant aussieht, weiß vermutlich jeder, aber eben nicht, wie ein Elefant im South-Luangwa-NP ausschaut) und wer so alles im Park unterwegs ist.
Übrigens merke ich schon nach den ersten paar Metern, dass aus diesem Fahrzeug heraus wesentlich schlechter zu fotografieren ist als bei Bushways. Die Fensteröffnungen sind wesentlich kleiner, und nach vorne raus geht gar nichts, weil die Scheibe nicht heruntergeklappt werden kann. Dass das Dach nicht geöffnet wird, kann man bei der vorherrschenden Wärme ja verstehen, wobei es in der ersten Stunde vielleicht noch Sinn gemacht hätte. Zudem habe ich das Pech, dass ich die meiste Zeit zwei große Kameras (die ich aber natürlich jedem und jeder gönne - ich selber bin ja nur schlicht und ergreifend zu blond für solch kompliziertes Equipement) in der Reihe vor mir habe, und die nehmen natürlich auch nochmal einiges an Sichtmöglichkeit weg, wenn man nach schräg vorne und nicht direkt zur Seite knipsen will. Hier haben wir also schon den nächsten Punkt für meine Fotografier-Unlust! Dazu kommt, dass Andrew aus meiner Sicht nicht der große Meister darin ist, das Auto sehr gut zu positionieren, Gegenlicht scheint ihm nichts auszumachen 😛 und wenn man mal Stopp ruft, weil man gerade einen Vogel fokusiert, kann es passieren, dass er weiterfährt, weil er denkt, er wisse wo man ihn noch besser sehen kann 😣 . Aber ich glaube, der größte Unlustfaktor war eh das Licht, da war der Rest dann auch egal… 😉
Aber genug gemeckert - jetzt mal los:
Vermutlich Crawshay-Zebras:
Matschiges Licht, matschiger Untergrund 🤢 :
Elefanten ein bisschen hübscher:
Noch mehr schlechtes Licht 🤪 , dieses Mal mit Waterbuck:
Die Blüten des Leberwurstbaums sind sehr beliebt,
sowohl beim Bushbock
als auch beim Treesquirrel (und da gab es sogar mal kurz hübsches Licht 🙂 !)
Auf der anderen Seite des Luangwas, die nicht im Park liegt, halten sich auch Fischer auf.
Die Schreiseeadler sitzen in Zambia gerne am Boden, das ist uns oft aufgefallen, dabei gibt es doch genug Bäume.
Bei Hippos ist schlechte Stimmung (man beachte das elegante linke Hinterbeinchen 😛 )
Wenn Blicke töten könnten 😗 🤩 !
Blick über den Luangwa vom Steilufer aus
Braunkopfliest (Brown hooded Kingfisher)
Unser erstes Puku
Ich habs ja nicht so mit Affen, und mit Pavianen schon gleich gar nicht, aber diese hier dürfen in den Bericht, weil es Yellow Baboons sind, die gibt es dort, wo ich mich sonst so rumtreibe, nicht.
Und nun kommt etwas Spannung in den Gamedrive, denn es ist die Rede von Leoaprden 🤩 . Ja genau - im Plural 😮 !
Die gibt es dann gleich im nächsten Kapitel, mir wird das hier mit den Fotos zu unübersichtlich beim Hochladen!
Teil 405. Nov. 2025
19. Oktober 2025 – Gamedrive am Morgen (Teil 2)
Tatsächlich sehen wir an einer Stelle, an der schon zwei andere Fahrzeuge stehen, schemenhafte Bewegungen sehr weit weg.
Die Katzen scheinen sich aber noch weiter zu entfernen, also fahren wir auch weiter und versuchen ihre Richtung aufzunehmen, zusammen mit anderen Fahrzeugen.
Diese scheuen sich dann nicht davor, nahe zu ihnen heranzufahren, laut Andrew offroad, auch wenn man Fahrspuren sieht. Er erklärt, dass in einem Auto Ranger sitzen und die Offroader Strafen bekommen könnten. Oder man kennt sich untereinander, weil es Lodgefahrzeuge sind, und es wird ein Auge zugedrückt 😎 ! Er aber als „Fremder“ könne sich das nicht leisten, zumal er eine Strafe selber zahlen müsse. Ich frage, ob es irgendwo geschriebene Regeln gäbe, wo genau man fahren dürfe, was er verneint, aber erlaubt wären nur geschobene Pisten. Hmmm, für Selberfahrer, die den Park nicht kennen, stelle ich mir das recht schwierig vor.
Wir stehen also etwas abseits und sehen, wie die Leoparden dann doch tatsächlich in unsere Richtung laufen. Sie werden von den Fahrzeugen verfolgt und dann überholt, was uns durch den aufgewirbelten Staub natürlich die Sicht beeinträchtigt.
Aber irgendwann legt dieser sich und wir können tatsächlich einen und dann zwei im und neben dem Gebüsch erkennen
Später sehen wir alle drei Leoparden (Mutter mit ihren nahezu erwachsenen Kindern) recht zielstrebig am Flussufer entlang laufen, auch wenn sich diverse Fahrzeuge wieder in ihren Laufweg stellen. Es fühlt sich komisch an, mehr als einen Leoparden zu sehen, schon fast wie eine optische Täuschung!
Aber schön ist es natürlich allemal und auch ein ganz neues Erlebnis für mich 😘 😘 😘 !
Als die Leoparden weiterziehen,
machen wir uns auch wieder auf den Weg. Wir begegnen noch einem Wassertriel (Water Thickknee)
und der Thornicroft-Giraffe.
Als wir das Steilufer erreichen, dürfen wir aussteigen, denn hier brüten Southern Carmine Bee-Eater (Karminspinte). Das Licht ist – Überraschung 🤪 – nicht optimal, aber es macht sehr viel Spaß, diesen eleganten Vögeln zuzuschauen und ihrem Gekreische zu lauschen 🙂 !
Auf dem Rückweg zum Gate treffen wir noch einen Bushbock und einen Elefanten, die sich beide so ähnlich fühlen wie ich bei der inzwischen großen Hitze 🙄 .
Wieder geht es über die Brücke und dann zurück ins Camp.
Dort erwartet uns die schlechte Nachricht, dass außer meinem Zelt (das eh schon ein bisschen abseits steht) alle umgestellt werden müssen, weil wir zu viel Platz belegen, der in der kommenden Nacht für neue Camper benötigt wird. Als dies erledigt ist und wir zu Mittag gegessen haben, ziehen wir uns in Richtung Hauptgebäude zurück, wo es eine Bar, Schatten, einen Pool, bequeme Liegen und Wlan gibt! Im Zelt wäre es nicht auszuhalten, denn wir haben inzwischen ca. 40°C 😣 🤩 .
Teil 507. Nov. 2025
19. Oktober 2025: Nachmittagswalk zum Bushcamp
Um 15.15 Uhr sammeln wir uns bei der Bar und dann bläst Andrew zum Aufbruch! Los geht’s nach Norden zur Rezeption des Wildlife Camps.
Dort treffen wir auf unseren Walking Guide Bota und unseren Scout (das ist immer der mit dem Gewehr). Auf dem Gelände vor der Lodge genau dort, wo wir eigentlich loswandern wollen, ist aber gerade „tierisch“ viel los, und so schauen wir uns das erstmal gemütlich von der Terrasse aus an. Die Tiere treten nacheinander wie im Theater auf, nach den Warzenschweinen (von denen ich kein Foto habe) und den Impalas sind die Girafffen dran.
Danach kommt der Aufmarsch der Elefanten:
Groß und Klein vergnügt sich mit dem bisschen Wasser dort (ein paar mehr Fotos, weil es später nichts Großes mehr zu sehen gibt):
In Zambia hüpfen die Impalas sogar über die Elefanten 😛 :
Schön eingesaut schauen sich die Elefanten dann bei uns um:
Um 16 Uhr ist dann auch der letzte Dickhäuter fertig mit der Lodge-Inspektion und die Herde macht sich auf in Richtung Campsite, so dass wir jetzt auch starten können.
Zunächst gibt es Instruktionen: wir laufen in einer Reihe ohne große Lücken, vorneweg der Scout, danach der Walking-Guide, dann wir und am Ende Andrew, unser Tourguide. Der Walk gilt nicht den großen Tieren, sondern eher den Pflanzen und kleinen Bewohnern des South- Luangwa-Tals.
Was man auf den Fotos leider überhaupt nicht sieht ist die große Hitze 🙄 . Es hat um die 40°C (so hatte die Wetter-App es an der Bar im Wlan angezeigt) und wir sind eigentlich schon fertig, bevor wir überhaupt losmarschieren 🤪 . Zum ersten Mal kommt das Kühltuch zum Einsatz, das ich von Elke Fiedlix geschenkt bekommen habe 😘 , und Matte trägt seines, das er von mir bekommen hat. So schnell wie sie trocknen kann man aber gar nicht nachbefeuchten 😣 . Und so ist es auch mit dem Trinken, eigentlich müsste man sich eine Infusion legen…. 🤩 Egal, los geht’s!
Eigentlich kommen wir ganz gut klar mit allem und lassen uns von Bota viel erklären, über Spuren, Tierkot, Verwendung von Elefantendung, Stachelschweinnadeln und vieles mehr.
Und wir marschieren weiter…
teilweise über recht unebenes Terrain, auf dem man ein bisschen aufpassen muss, wohin man die Füße setzt. Sieht hier einfach aus, aber die Konzentration lässt in der Hitze nach und man will ja auch mal in die Gegend und nicht nur auf die Füße vor einem schauen. Im Nachhinein wundert es mich, dass ich hier nicht schon gestolpert und auf der Nase gelegen bin, später auf der Reise wurde das schon fast zu meinem Markenzeichen 😵 🤪 .
19 Minuten nach diesem Foto, um 17.09 Uhr, durchqueren wir einen kleinen Gebüsch-Streifen, als plötzlich Andrew von hinten leise ruft und uns mit den Händen ein Zeichen gibt, anzuhalten. Er zeigt unter einen Baum ein Stück weit vor uns – zwei Ohren sind zu erkennen. Sie gehören einer Löwin, die dort versteckt im Gras liegt, und wie wir nach einer Weile feststellen, befinden sich weiter hinten noch zwei. Diese eine Löwin gibt immer wieder Geräusche von sich, ein Grummeln könnte man sagen 😮 .
Wir gehen zunächst davon aus, dass es ihren beiden Kolleginnen oder Kollegen gilt und versuchen sie zu fotografieren, was zumindest mir nicht wirklich gelingt 😣 .
Auf diesem aus dem folgenden Videoschnipsel extrahierten Foto sieht man, wo sich die Löwin und wo wir uns befinden (bzw. der Arm des Walking-Guides neben mir).
Im Video kann man den Abstand zu uns auch noch einmal so einigermaßen erkennen.
Während wir sie weiter beobachten passiert es: plötzlich springt sie aus dem Gras auf und macht mit Gebrüll einen Scheinangriff auf uns zu 🤩 😮 .
Alles passiert in Sekundenbruchteilen, ich nehme wahr, wie ein paar aus der Gruppe links neben mir aufschrecken und Bota seinen Arm vor sie hält, während der Scout sein Gewehr so halb in Anschlag bringt. Da hat sie aber auch schon abgedreht und verkrümelt sich mit ihren beiden anderen ins Gebüsch weg von uns. Meine Kamera habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht „im Anschlag“, aber wozu reise ich mit Matthias 😐 ? Ihm ist – soweit ich weiß – ein Foto gelungen, auf dem man den Scheinangriff erkennen kann! Ich hoffe, er zeigt es hier..... 😐 Ich habe mich übrigens später mit einem anderen Scout über diese Situation unterhalten und er meinte, so ein Scheinangriff sei ein typisches Verhalten in einer solchen Situation. Kurz mal dicke Backen machen und dann abhauen!
Prima, nun haben wir wieder genug Adrenalin im Blut, um auch noch die letzte Etappe bis zu unserem Camp zu schaffen 😄 . Wir werden unterwegs mit einer schönen Abendstimmung belohnt
und genießen nach der Ankunft zunächst unser bestelltes Kaltgetränk. Selten hat ein Savanna so gut geschmeckt!
Leider habe ich keine Fotos von dem gesamten Camp, aber es gefällt uns dort sehr gut. Die großen Kuppelzelte stehen auf Betonfundamenten (es schein also eher ein permanentes Camp zu sein), es gibt einen netten Essbereich und schöne Sitzgelegenheiten am Campfire mit Blick aufs Wasser. Auch die Ablutions sind voll in Ordnung und so genießen wir den Abend hier sehr.
Auch die Nacht ist sehr angenehm, da wir in den Zelten richtige Betten und einen Teppich haben sowie vor den Zelten private Wasserbecken aus Canvas. So viel Luxus kenne ich gar nicht beim Campen!
Ich habe auf Google Maps versucht herauszufinden, wo das Camp ist, aber sehen kann man nichts (ich denke, Maps ist da nicht aktuell, und Copernicus liefert sehr unscharfe und daher unbrauchbare Bilder von der Gegend). Von der Lage her tippe ich darauf, dass es am oberen Ende der Flussschleife liegen muss, denn abends haben die den Sonnenuntergang weit links (also im Westen, wenn man gerade auf den Fluss schaut) und morgens kommt die Sonne von rechts, also von Osten. Also irgendwo da, wo ich den roten Kringel gemacht habe:
Matthias, was meinst du? Wir haben uns meines Wissens nie darüber unterhalten….
Morgen geht es zurück zu Fuß zum Wildlife Camp - bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 610. Nov. 2025
20. Oktober 2025: Walk am Vormitttag zurück zur Wildlife Campsite
Für das kommende Kapitel braucht Ihr viel Vorstellungskraft - ich komme mir beim Schreiben selber ganz komisch vor 😵 . Bei angenehmen Temperaturen sitze ich gemütlich und ganz und gar nicht durstig oder verschwitzt an meinem Schreibtisch. Und obwohl ich vor Ort ja dabei war, kann ich mir diese hohen Temperaturen und meine Erschöpfung von damals schon gar nicht mehr richtig vorstellen – wie soll es euch da erst gehen 🤩 !
Aber beginnen wir beim angenehmen Teil: ich bin schon vor Sonnenaufgang wach und beobachte das Treiben am und auf dem Fluss, bzw. dem bisschen Wasser, das von ihm übriggeblieben ist. Viele Vögel sind unterwegs, aber die schlechten Fotos erspare ich euch, es ist auch nichts Sensationelle dabei.
Als die Sonne dann aufgegangen ist, werden die Hippos richtig munter,
Eines verteilt mit seinem borstigen Schwänzchen Wasser und was da so dahinten rauskommt 🤢 (wobei man auf dem Foto eigentlich nur klares Wasser sieht, keine Ahnung, warum). Ein Guide hat mir mal erzählt, dass der bei den Hippodamen am meisten begehrte Hippobulle derjenige ist, der seine Exkremente am weitesten durch die Gegend schleudern kann. Keine Ahnung, ob das stimmt – aber das würde für mein Empfinden sehr gut zum geistigen Niveau der Hippos passen 😗 (Anmerkung für diejenigen, die mich nicht so gut kennen: ich finde Hippos doof, sehr doof sogar!)
Wir genießen den Morgen und das Frühstück am Luangwa in dem schönen Bushcamp sehr.
Am Abend vorher wurden wir gefragt, wie wir unsere Spiegeleier gerne hätten (well-done oder soft) – im Ergebnis sehe ich an den Eiern auf der Platte dann keinen Unterschied. Aber egal, es hat geschmeckt! Unser Abmarsch ist für 8 Uhr geplant, was wir sehr gemütlich finden, so können wir noch eine weitere Tasse Kaffee bei einem Schwätzchen mit Blick auf den Fluss genießen.
Diese Gemütlichkeit wird sich aber später schwer rächen 😣 und ist auch schnell Geschichte 😮 , denn aktuell, so ganz am Anfang unserer Reise ist, uns nicht klar, wie früh es hier warm wird 😊 ! Minütlich spürt man nach Sonnenaufgang die Gradzahlen steigen und als wir uns dann hinter den Zelten zum Start sammeln, ist es schon richtig heiß, nicht nur warm! Bevor wir überhaupt einen Schritt machen, zeigt uns Bota die Krater der Ameisenlöwen. Ob wir schon mal einen gesehen haben, will er von uns wissen. Ich meines Wissens noch nie und bin sehr gespannt. Es dauert eine ganze Weile, bis er einen gefangen hat und wir können auf seiner Hand dann auch erkennen, wie er tatsächlich rückwärts, die übliche Fortbewegungsrichtung, krabbelt!
Jetzt aber los – ähhh, neee, doch nicht! In der Verlängerung der Fahrspur, auf der wir eigentlich gehen wollen, steht eine Elefantenkuh mit ihrem kleinen Kalb 😕 .
Okay, eine Planänderung muss her, denn bei Elefantenmüttern ist höchste Vorsicht geboten. Es sind ja auch erst ein paar Wochen vergangen, dass hier zwei Engländerinnen in meinem Alter von einer solchen Elefantin bei einer Walking Safari getötet wurden. Der genaue Tathergang ist zwar wohl nicht so ganz geklärt oder zumindest nicht klar kommuniziert, aber egal – das Ergebnis zählt und auf eine Wiederholung ist hier niemand scharf. Ich wurde vor meiner Reise auch mehrfach auf dieses Unglück angesprochen und als gelernte Schmalspur-Mathematikerin war und ist meine Theorie, die ich auch jedem mitgeteilt habe, der sich Sorgen um mich gemacht hat, dass die Statistik durch diesen Vorfall mal für eine Weile erfüllt ist, die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff gegen Null geht und wir somit erstmal aus dieser Nummer draußen sind…. 😎
Meine Theorie interessiert Scout und Guide aber wenig (zumal sie keine Ahnung von ihr haben, manchmal kann ich meine Klappe auch halten), sie überlegen nun, wie wir weitergehen können – das Ganze riecht verdächtig nach einem Umweg, genau das, was man sich bei einer solchen Hitze wünscht!
Uns bleibt aber nichts anderes übrig und entsprechend zügig marschieren wir dann auch weiter, um rechtzeitig vor der Mittagsbruthitze heimzukommen. Nur ab und zu hält Bota noch an, um uns etwas zu erklären oder das andere Ufer abzuglasen.
Hier handelt es sich, wenn ich mich richtig erinnere, um einen Baum, der früher den Akazien zugerechnet wurde, inzwischen aber in eine andere Familie (Art, Gattung… ich hab keine Ahnung ehrlich gesagt) aufgenommen wurde. Matthias, weißt du den Namen noch?
Die Früchte/Samen (?) sind wohl bei den Tieren auch sehr beliebt und sehe ja auch wirklich hübsch aus!
Und weiter geht's...
Ein bisschen Wild begegnet uns unterwegs auch, in diesem Fall Impalas und Pukus, die oft zusammen zu sehen sind.
Dies hier sind Wilde Mangos – Bota findet es lustig, dass ich immer eine Nahaufnahme machen möchte 🙂 .
Übrigens habe ich ihn und den Scout – im Gegensatz zu Andrew, Otti und Monica (die mir alle eine Generalvollmacht erteilt haben), nicht um Erlaubnis gefragt, Fotos von ihnen zu posten. Ich hoffe, es ist für sie als quasi Personen des öffentlichen Lebens trotzdem in Ordnung….
Die Pausen werden immer seltener, unsere Schatten immer kürzer und die Hitze immer größer, bis wir bitten müssen, ohne Erklärungs-Grund ab und zu im Pseudo-Schatten eines Baumes anzuhalten, damit wir im Stehen und nicht im Gehen trinken können.
Gegen 10 Uhr in der großen Hitze (das klingt soooo falsch, um 10 Uhr ist es hier bei uns ja auch im Sommer meistens noch erträglich 😣 ) sehen wir in der Ferne endlich Gebäude. Es dauert noch eine gute Weile, bis wir uns dann wie in einem Tunnel zu unserem Ausgangspunkt, der Rezeption der Lodge, vorbei an dem Wasserloch, an dem wir gestern die Giraffen und Elefanten beobachtet haben und an dem wir gestartet sind, geschleppt haben.
Völlig kaputt lassen wir uns dort in die Polster der Sitzmöglichkeiten fallen 🙄 . Geschafft! Naja, noch nicht ganz, noch sind es ein paar Schritte bis zur Campsite, und zwar weiterhin in der prallen Sonne. Andrew bietet uns an, mit dem Fahrzeug der Lodge mitzufahren, welches unser kleines Übernachtungsgepäck zur Poolbar bei der Campsite transportiert. Aber dazu haben wir alle dann doch noch zu viel Stolz – wir haben es bis hierhin geschafft, dann gehen wir auch den Rest noch zu Fuß 🤩 🙂 !
Bei unseren Zelten angekommen sehen wir, dass der Platz inzwischen wesentlich voller geworden ist - und es soll noch mehr werden. Andrew, Otti und Monica müssen ihre Behausungen nochmal umstellen, um weiteren Neuankömmlingen Platz zu machen. Das kann ja heiter werden, die Ablutions haben auch nur endlich viele Toiletten und Duschen 🤢 .
Nach dem Duschen und Essen flüchten wir uns wieder rüber zur Bar, wo es bekannterweise viel Schatten, Liegemöglichkeiten und Wlan gibt.
Ich schlafe tief und fest ein, während um mich herum Poolpartystimmung herrscht.
Davon und vom Rest des Tages dann im nächsten Kapitel….
Teil 714. Nov. 2025
20. Oktober 2025 - Mittagspause im Wildlife Camp
Heute Nachmittag/Abend steht noch ein Gamedrive an. Wir können wählen, ob wir über die Lodge einen kostenpflichtigen Nightdrive buchen wollen oder mit Andrew zwei Stündchen in den Park fahren. Matthias und die Freundinnen aus Leipzig und Dresden entscheiden sich für die Nachttour, wie anderen fünf fahren mit unserem Guide.
Während wir unsere Siebensachen dafür zusammensuchen, sehen wir von Weitem einige Elefanten sich aus Richtung Rezeption dem Gebiet der Campsite nähern.
Einige interessieren sich mehr fürs Wasser,
andere für den Poolbereich, wo sie offensichtlich ein Selfie machen möchten.
Ich muss dazu sagen, dass ich diese komischen Rahmen, die man inzwischen überall auf der Welt antrifft, ganz schrecklich finde 😣 . Kann man sich nicht mehr selber merken, wo man ist, muss das gleich dabeistehen 😕 ? Und kann man sich für sein Erinnerungsfoto nicht einen ganz individuellen „Rahmen“, am besten durch einen geeigneten Bildausschnitt, gestalten? Was bringt mir das, in einem Rahmen zu stehen wie eine Million andere Menschen 😵 ? Ich finde nichts langweiliger und einfallsloser…. 🙄 Es wird NIEMALS ein Foto von mir in so einem Ding geben – ich schwöre! 🤩
Was ich an dieser Situation aber fast noch schlimmer finde ist diese Vermischung von Wildlife und Tourismus. Mit der Bierflasche in der Hand im Pool vor sich hindümpelnd einen Elefanten zu betrachten mögen manche sehr cool finden – mich stößt es irgendwie ab 🤢 . Vielleicht werde ich im Alter langsam komisch 😊 , aber ich finde so etwas alles andere als ein tolles Wildlife-Erlebnis….
Die Elefanten sind vom Selfiemachen inzwischen auch gelangweilt und verteilen sich großflächig über die Anlage.
Heute ist eine Gruppe von zwei Paaren mit vier Kindern hier angekommen und diese Kinder sind alleine unterwegs und laufen den Elefanten teilweise auch hinterher. Es ist nichts passiert, aber okay finde ich das auch nicht.
Ein Elefant bedient sich am Dach der Campsite #5, da hätte auch noch mehr kaputt gehen können.
Eine Mutter mit einem sehr kleinen Kalb ist auch unterwegs, zunächst an unserem Kaffeetisch und dann quert sie den Platz vorbei an meinem Zelt, man sieht in dem Video, dass sie kurz einen beunruhigten Blick zu uns wirft und der Kleine sich auch recht schnell aus dem Staub macht, ganz geheuer scheint ihm das nicht zu sein.
Hier hat mich übrigens Kathrin dabei fotografiert, wie ich gerade den letzten Schnipsel des Video aufnehme (und mein Zelt steht da auch direkt hinter den Elefanten) – danke Kathrin für das Bild!
Als die Elefanten verschwunden sind, machen wir uns auf den Weg zu unseren verschiedenen Gamedrives. In mir bleibt ein unschönes Gefühl zurück 🙁 : mir ist das hier alles zu rummelig, die Tiere sind zu sehr an die vielen Menschen gewöhnt (und trotzdem teilweise natürlich zu Recht misstrauisch), es erweckt in mir nicht den Wunsch, freudestrahlend davon zuhause zu erzählen. Auch wenn die Tiere sicher nicht angefüttert oder anders angelockt wurden, scheint ihr Erscheinen gut ins Marketing-Konzept zu passen. In meine Vorstellung von Wildlife-Erlebnissen passt das aber alles nicht…. Ich weiß, es gibt immer wieder Tierbegegnungen in uneingezäunten Camps, ich kenne das vor allem von Botswana, aber da herrscht nicht diese Neckermann-All-Inclusive-Atmosphäre…. (und ja, ich weiß, ich bin Teil des Problems 🙄 ).
Den Game-Drive gibt es im nächsten Kapitel, er wird aber alles andere als spektakulär sein! Und ich hoffe, dass Matthias dann auch noch von "seinem" Nightdrive berichten wird!
Teil 814. Nov. 2025
20. Oktober 2025 - Game-Drive am späten Nachmittag im South Luangwa National Park
Dieses Kapitel ist schnell erzählt.
Gegen 16 Uhr fahren wir über die Brücke in den Park.
Zunächst begegnen wir Wasserböcken
und Zebras.
In einem großen Hamerkop-Nest
entdecken wir eine Schlangenhaut.
Schlangen werden wir die ganze Reise über übrigens nicht sehen!
Auch mal ein idyllisches Elefanten-Bild 😉
Die Pukus - die ich mit ihrem plüschigen Fell übrigens sehr mag - liegen oft einfach so in der Gegend herum, hier dekoriert von zwei Whitefronted Bee-Eatern:
Blick zurück zur Brücke:
Leider ist mir die ganze Reise über kein gescheites Foto von den hiesigen "Hemperl" 😉 -Hühnern gelungen, sie haben eine etwas grellere Farbe als die weiter südlich lebenden, aber das kommt auf dem Bild nicht wirklich rüber.
Hier nun die Crocs, die Matthias schon vermisst hat!
Die Weißstirnbienenfresser sind sehr erfolgreich beim Jagen, danach sitzen sie aber immer eine ganze Weile mit ihrer Beute im Schnabel einfach so rum. Keine Ahnung, welchen Sinn das macht. Will jeder zeigen, was er gefangen hat? Sind sie erschöpft?
Um dieses Puku machen wir uns eine ganze Zeit lang Sorgen, es nähert sich immer mehr den vielen sehr großen Krokodilen dort.
Puh, zum Glück dreht es dann doch rechtzeitig ab (vielleicht hatten die Crocs auch gar kein Interesse an ihm, wer weiß....).
Hier nochmal zwei erfolgreiche Jäger - der obere hat die arme Libelle oder was immer das war über 2 Minuten im Schnabel gehalten 🤩 😣
Southern Carmine Bee-Eater gibt es auch wieder , aber schwer zu fotografieren:
und Heilige Ibisse dürfen auch nicht fehlen!
Und jetzt kommt eine Passage extra für Matthias 😄 🤪 (er mag Paviane noch weniger als ich, sofern das überhaupt möglich ist). Da es aber sonst von dem Gamedrive nicht viel zu zeigen gibt, dürfen sie auch in diesem Kapitel noch einmal mitspielen! Ich gebe zu, die Kleinen finde ich schon recht niedlich 😘 , zumal sie mich immer an meine Reise 2017 mit meinen Söhnen erinnern, mein sehr tierlieber Großer hat damals sogar nach der Reise einen kleinen Pavian auf Leinwand gebannt .
2017
Wo ist mein Taxi?
Schnell aufspringen!
Er hier ist der Coolste überhaupt 😄 :
Das Schönste und Farbenprächtigste an dem Drive war dann die Zeit kurz vor Sonnenuntergang:
Nach Verlassen des Parks fahren wir noch tanken in Mfuwe:
Der Abend auf der Campsite ist gewöhnungsbedürftig. Neben dem Weg zwischen Pool und unserer Campsite ziemlich am hinteren Ende, auf dem heute Nachmittag noch die Elefanten marschiert sind, steht nun eine Reihenzelt-Siedlung! Ein riesiger Bus hat eine Unmenge von neuen Touristen herangekarrt. Zum Glück gibt es dort auch Ablutions, denn in unseren wird es langsam eng. Während wir aufs Abendessen warten, werden offensichtlich, bzw. offenhörlich 🤪 die vier Kinder geduscht - oder es wird zumindest versucht, denn sie wehren sich stimmgewaltig gegen die Säuberungsaktion 🤩 😈 . So einen Lärm habe ich auf einer Campsite schon lange nicht mehr gehört, da muss ich wohl bis zur Marble Campsite anno 2022 zurückdenken!
Na das kann ja heiter werden - wenn die sich heute Nacht auch so benehmen, wird an Schlaf nicht zu denken sein 🤩 🙄 ! Schaunmermal was wird..... 😗 .
So, Matthias, jetzt bist du dran mit dem Nightdrive!
Teil 920. Nov. 2025
21. Oktober 2025: Vom Wildlife Camp zu einer Campsite nördlich des Nsefu Sektors
Die Nacht war unerwartet ruhig, kein Kindergeschrei, keine Party. Immerhin - geht doch 😉 !
Wir stehen sehr früh auf, denn heute werden wir zum ersten Mal das Camp abbauen und verladen. So ganz flüssig läuft das noch nicht – und ich muss öfters schmunzeln bei der Vorstellung, wie Diteko und KD, die uns auf zwei Touren in Botswana gefahren und bekocht haben, bei dieser Art des Campabbaus einen mittleren Nervenzusammenbruch bekommen würden 😄 .
Man muss dazu sagen, dass es für Otti die erste Tour mit Andrew ist und für Monica die dritte. Und sonst wird in einen Trailer verladen und nicht in ein Begleitfahrzeug. Wir stehen auf jeden Fall ewig rum, viel helfen kann man nicht, weil die drei selber immer erst überlegen müssen, was wohin soll, und es wird schon wieder richtig warm.
Aber irgendwann ist es geschafft und wir machen uns auf den Weg nach Norden.
An dieser Stelle ein kurzes Fazit zum Wildlife Camp, ich habe ja eigentlich schon fast alles geschrieben.Ich mag öffentliche Campsites sowieso nicht sonderlich, bin einfach zu verwöhnt von den HATAB-Sites in Botswana. Dazu kommt, dass es hier recht wenig Schatten gibt, viel Staub und eben viele Menschen. Aber zum Glück ist das alles Geschmacksache (und sicher auch ein bisschen jahreszeitenabhängig), sonst würden sich ja alle Afrikareisenden auf einer Campsite treffen! Noch ein Wort zum South Luangwa National Park: ich bin sehr unvoreingenommen dort reingefahren, wollte mich einfach überraschen lassen. Allerdings hatte ich wohl schon mit ein bisschen mehr Wow-Effekt gerechnet, denn ich bin bis heute verwundert, warum die Leute alle so dermaßen von diesem Park schwärmen. Vielleicht bin ich auch durch viele Afrikareisen etwas übersättigt und kann Tiersichtungen nicht mehr so schätzen wie früher, bei mir zählt inzwischen eher das Gesamtpaket, und das hat mich nicht voll überzeugt. Aber jetzt habe ich den Park (ich gebe zu, nicht sehr lange und intensiv) gesehen und kann mir mein eigenes Bild machen – und das ist gut so.
Wir kommen zunächst nicht weit (ich glaube bis ans Ende von Mfuwe), denn wir müssen noch Gemüse einkaufen.
Bisher haben wir eigentlich eher einfach oder traditionell gekleidete Menschen hier gesehen, wie man sich das halt so vorstellt. Daher fallen uns fast die Augen aus dem Kopf 🤩 , als die Chefin des Gemüsestands in ihrem Business-Woman-Outfit zu uns ans Auto tritt und Andrew begrüßt, was er mit einem lachenden „You look beautiful today“ quittiert. Hier hätte ich schon zu gerne ein paar Background-Infos… 😗 😎 . aber ich muss bis heute mit meiner unbefriedigten Neugier leben.
Übrigens wird mir hier mal wieder klar vor Augen geführt, warum ich kein Geflügel essen mag…
Bis zum Gate des Nsefu Sektors benötigen wir eine starke Stunde.
Während des üblichen Gate-Prozederes bewacht Otti sein und unser Fahrzeug.
Ich bekomme von Matthias den Tipp, dass in dem Baum direkt hinterm Gate ein Red-headed-Weaver am Arbeiten ist, das schau ich mir doch gerne an (übrigens, wenn mich nicht alles täuscht, eine Erstsichtung für mich – ich führe allerdings keine Listen!).
Der Park zeigt sich zunächst von einer sehr kargen, aber nicht uninteressanten Seite.
An einem großen Baobab sprießen die ersten grünen Blättchen.
Lange beobachten wir eine riesige Büffelherde
Unter die Red-billed buffalo weaver hat sich ein anderer Vogel gemogelt – Matthias? Ich bin gerade zu faul, den Roberts rauszuholen, du weißt den vielleicht auswendig.
Irgendwann reichts dann auch mit den Büffeln 😛
und wir kommen in ein Gebiet, in dem es den Feuchtwiesen nach zu urteilen Wasser zu geben scheint. Den Grund kennen wir (oder vielleicht auch nur ich 😕 ) – schlecht vorbereitet wie wir sind/ich bin – noch nicht.
Auf jeden Fall gibt es hier – leider mal wieder bei matschigem Licht – allerlei zu beobachten.
Impalas dürfen nicht fehlen im Bericht - sonst gibt es einen Rüffel von Matthias.
Und da sind sie - die heiß ersehnten Grey-crowned Cranes 🤩 ! Sie standen auf der Wunschliste von Matthias für diese Reise ganz weit oben. Leider sind sie nicht sonderlich kooperativ und drehen schnell ab.
Und dann erscheint auch noch ein Photobomb in Form eines Warzenschweins 🤩 .
Die Kraniche fliegen auf,
lassen sich aber schnell wieder nieder – und zwar in großer Anzahl, es sind über 20 Stück.
Er kanns nicht lassen 😄 ,
gibt dann aber schnell Fersengeld, als wir näherkommen.
Am Wasser, das jetzt in Form von Sümpfen und einem Bach gut zu erkennen ist, von dem wir aber immer noch nicht wissen, wo es herkommt 🙄 , sitzt ein African Fisheagle (wieder am Boden und nicht auf einem Baum).
Viel interessanter ist aber ein anderer Greif, der leider auffliegt 🙁 , bevor ich ihn im Fokus habe. Die Bilder reichen immerhin zur Bestimmung: eine Neusichtung für mich, ein Wahlberg’s Eagle.
Und dann kommen wir an die Quelle des Wassers 🤩 : die Chichele Hot Spring! Wir steigen aus und testen die Temperatur: wirklich hot!
Andrew erzählt uns, dass es hier Pläne für eine Lodge gab, die aber nicht genehmigt wurde, weil die Quelle eine Art heiliger Platz ist (davon abgesehen wäre es wirklich schade um den Standort, wenn dort gebaut werden würde).
Hier tummeln sich natürlich auch noch andere Vögel,
aber es wird Zeit, in Richtung unseres Camps aufzubrechen und so besteigen wir unsere beiden Fahrzeuge
und verlassen den Park in Richtung Norden.
Nachdem wir ein sehr großes bzw. langes Straßendorf namens Mkasanga durchquert haben, in dem uns viel zugewunken wird (wo ich aber wegen der Menschen dort keine Fotos mache), biegen wir links ab Richtung Luangwa. Ich gestehe: ich weiß bis heute nicht, wo genau wir waren 😊 🙄 . Das Camp gehört einem Inder, steht aber aktuell zum Verkauf. Den Namen habe ich vergessen 😣 .
Alles wirkt hier auch schon ein bisschen vernachlässigt, in der Hütte, wo sich die Ablutions für die Frauen befinden, stehen einige alte Bettgestelle (warum auch immer), ansonsten gibt es eine inkontinente Dusche und eine Toilette mit sehr vielen Insekten für uns 7 Frauen. Das Ganze wirkt nicht sehr einladend, ist aber funktionell und wir werden die nächste zwei Nächte damit klarkommen.
Die Lage dafür ist sehr schön, wir stehen unter vielen großen stark belaubten Bäumen, die wunderbaren Schatten spenden und sind nur wenige Meter von der Abbbruchkante zum Luangwa entfernt.
Warum wir nicht bei Chibembe campen, wie es in der Beschreibung steht, wissen wir nicht, ist uns aber auch in bisschen egal…
Hier kann man auf jeden Fall gemütlich sitzen und viel direkt vor den Füßen, im und am Wasser beobachten – und wir sind hier ganz alleine, wie schön!
Als die Zebras sich vom Acker, bzw. vom Fluss machen, geht es für uns auch wieder los: ein weiterer Gamedrive im Nsefu Sektor steht auf dem Programm. Davon dann im nächsten Kapitel.
Teil 1024. Nov. 2025
21. Oktober 2025: Gamedrive im Nsefu Sektor am Nachmittag
Bevor es zu unserem Gamedrive losgeht noch folgende Info: in der Mittagspause haben wir darüber gesprochen, dass einige von uns sich keine Walking Safari hier in der weiterhin großen Hitze zutrauen 😊 . Andrew reagiert verständnisvoll und flexibel darauf, schnell überlegt er eine Lösung, die allen gerecht wird. So soll am nächsten Morgen für Matthias und die Engländer ein Walk stattfinden mit Walking Guide (dafür wurde extra Bota angefordert und er fährt auch hoch zu uns) und Scout. Wir restlichen fünf können mit Andrew nochmal in den Nsefu Sektor fahren, müssen aber dafür noch einmal Parkeintritt zahlen. Ich hatte es so verstanden, dass wir nachmittags dann einen Walk machen, aber schlussendlich wurden es zwei Gamedrives. Auch okay….
Für den heutigen Gamedrive packt Andrew eine Chipstüte ein und weist uns darauf hin, unsere Sundowner-Getränke nicht zu vergessen 😗 .
Dann geht es los und zunächst wieder durch das Dorf Mkasanga, wo Andrew uns erklärt, wofür diese Hütten gemacht sind.
Kurz vor der Regenzeit wird der Boden für die Saat vorbereitet und wenn dann die ersten Pflanzen wachsen, wohnen die Eigentümer der Äcker in diesen Behausungen, die ein oberes Stockwerk haben, wo geschlafen wird. Unten wohnt man (zusammen mit dem Fahrrad) und bewacht die Felder vor Fressfeinden. Solche Hütten werden wir in verschiedenen Ausführungen immer wieder sehen und ich kann mir dieses entbehrungsvolle und sicher teilweise auch gefährlich Leben kaum vorstellen. Ich fühle mich bei dieser Hitze ja schon in meinem Zelt manchmal leicht überfordert… 😮
Für die Regenzeit stehen auch schon Brücken bereit.
Am Gate organisiert Andrew einen Scout für morgen, soweit ich das verstehe.
Den Park fahren wir heute anders an, und zwar drehen wir nach rechts ab in Richtung Fluss, eine Gegend, die wir heute Vormittag noch gar nicht gesehen haben.
Natürlich gibt es wieder Büffel, dieses Mal mit Oxpecker garniert.
Danach die anderen üblichen Verdächtigen
Common Sandpiper
Hier mal der Blick aus dem Fensterchen…. 🙄
Der kleine Elefant ist wirklich niedlich 😘 !
Wir haben inzwischen den Weg am Fluss entlang verlassen und fahren durch sehr viele tiefe Dips, die von diversen Zuflüssen verursacht wurden. Teilweise geht es sehr steil runter und wieder hoch.
Kurz nach einer solchen Stelle steht ein anderes Auto und schnell wird klar, wen die Insassen im Visier haben.
Den kleinen Süßen kennt Ihr ja schon von meiner Collage.
Seine Mutter muss auch irgendwo in der Nähe sein, wir werden sie aber nicht zu Gesicht bekommen und auch er macht sich bald ins Richtung Gebüsch davon.
Vorbei an recht beeindruckender Landschaft nähern wir uns wieder den Salzpfannen und Sumpfwiesen, die von der Hot Spring verursacht werden.
Die Freude ist groß, dass wir die Kronenkraniche noch einmal bei etwas besserem Licht und vor allem etwas näher antreffen!
Zum Schluss fährt uns Andrew noch zu einem Löwenpaar, dass sichtlich angestrengt von seinen diversen Matings zu sein scheint.
Wir unterhalten uns – leicht kichernd 🤪 – darüber, dass wir die beiden nicht gerade zum Nsefu-Traumpaar wählen würden, er schon etwas schütter und ziemlich energielos,
sie mit Halsband (okay, das ist jetzt ein menschengemachter „optischer Makel“) und auf einem Auge blind. Wie wohl der Nachwuchs aussehen wird?
Die beiden führen uns noch einen halbherzigen Zeugungsakt vor, den ich filme, aber nicht zeigen werde, weil es mir doch auf der einen Seite zu intim scheint 😊 , ich die beiden auf der anderen Seite aber auch nicht bloßstellen will, denn es könnte sein, dass man sich beim Zuschauen ein Lachen nicht verkneifen kann 😛 . Das haben sie dann doch nicht verdient, die armen….. 😎
Kurz vor Sonnenuntergang verlassen wir den Park – wie war das nochmal mit dem Sundowner 😕 ? Unser Guide kann sehr gut planen, spontan Dinge ändern, flexibel auf Wünsche eingehen und improvisieren – aber Sundowner kann er nicht 🤩 ! Das werden wir auch auf der weiteren Reise feststellen.
Wieder am Gate angekommen lässt uns Andrew wissen, dass er nun einiges an Papierkram zu erledigen hat, zum einen wegen des Scouts, den wir in Uniform und mit Gewehr bewaffnet später ins Auto einladen werden und der bei uns im Camp übernachten wird, zum anderen wegen des Permits für einen weiteren Tag morgen im Park. Die Warterei zieht sich und wir werden immer alberner 🤪 , auch wegen des kommentarlos ausgefallenen Sundowners und beschließen, die Chipstüte heimlich selber aufzumachen und unsere Getränke aus dem Kühlschrank zu holen. Nun steigt die Stimmung im Auto merklich und so fahren wir, als endlich alles erledigt ist, fröhlich Richtung Heimat, wo wir einen angenehmen Abend verbringen.
Als ich schon im Zelt liege, höre ich lautes, recht anhaltendes Quieken aus unserem Mädels-Sanitärblock - am nächsten Morgen erfahre ich, dass eine von uns eine längere Auseinandersetzung mit einer riesigen Heuschrecke (oder sowas in der Art) darüber hatte, wer die Toilette benutzen darf 😮 .
Morgen werden Matthias und ich uns dann trennen, so dass es von diesem kommenden Tag Kapitel aus verschiedenen Perspektiven und von verschiedenen Aktivitäten geben wird.
Bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 1128. Nov. 2025
22. Oktober 2025: Gamedrive im Nsefu Sektor am Vormittag - Teil 1
Nach einer weiteren sehr heißen Nacht (was die Temperaturen angeht 😗 😛 ) brechen wir Fünf recht früh zusammen mit Andrew in unserem Fahrzeug auf.
Auch die Walking-Truppe kann bald loslegen, Bota ist angereist (fragt mich bitte nicht, wie das gemanaged wurde, da wird mal hier telefoniert, dort mit Leuten geredet und schwupps ist das Problem gelöst - faszinierend!). Auch der Scout hat sich wieder verkleidet, und aus dem jungen Bürschchen, das vor Sonnenaufgang seinen ersten Kaffee mit uns geschlürft hat, ist erneut eine Art Soldat mit Gewehr geworden. Man könnte zwar meinen, dass der Rückstoß seiner Waffe ihn locker ins Gebüsch befördern würde, so zart gebaut wie er ist, aber die Leute werden schon wissen, was sie tun.... 😐 🤩 .
Was mir in Zambia auch sehr gut gefallen hat ist der (vermutlich oft aus der Not geborene) Pragmatismus. Straßenkontrollen und Gates werden großteils einfach mit alten Fässern abgesperrt.
Und dann sind wir auch schon im Park - rückblickend würde ich sagen, dass dies mein Lieblings-Game-Drive der Reise war (oder dass er sich zumindest ganz weit oben auf der Rangliste befindet, ich muss das am Ende des Berichts noch evaluieren, hab schon wieder so viel vergessen). Wir hatten oft schönes Licht, abwechslungsreiche Landschaft (auch wenn wir sie schon kannten), schöne und abwechslungsreiche Tiererlebnisse und eine Neusichtung für mich (auch wenn sie sich kaum fotografieren ließ 😣 ).
Die erste Sichtung ist jetzt nicht der Brüller, aber immerhin hatte er ein großes Geweih (oder sagt man hier Hörner?).
Wir fahren den Park wieder über die Hot Springs an, weil Andrew nach den Mating Lions schauen will. Und tatsächlich sind sie vor Ort, auch wenn sich ihr Liebesleben etwas zäh gestaltet. Ich poste die Fotos einfach mal der Reihe nach, man sieht viel Hin und Her und Unentschlossenheit verbunden mit Müdigkeit, das Ganze zieht sich über mehr als 20 Minuten. Aber immerhin bei recht gutem Fotolicht - ich merke, wie sehr ich das vermisst habe!
Aber irgendwann kommen sie dann doch zu Potte (auch wenn sie sich kaum auf den Pfoten halten können 😎 ) , dezent hinter ein paar Grashalmen versteckt 😉 :
Nun können wir weiterfahren und freuen uns über einen Martial Eagle
Der Redbilled Hornbill sitzt zu schön an, da kann ich nicht widerstehen:
Plötzlich ruft Mary "Stopp", weil sie meint, in einem riesigen, stark belaubten Baum in weiter Ferne eine Eule gesehen zu haben 🤩 . Wie jetzt 😐 ? Mary interessiert sich doch überhaupt nicht fürs Birden und wo soll hier eine Eule sein?
ABER - sie hat recht und wir sind ihr sehr dankbar 🤩 ! Eine Giant Eagle Owl unterhält uns eine ganze Weile:
Ist sie nicht niedlich? 😘
Nun sind wir nahe der Hot Spring und können ein weiteres (und letztes) Mal die Kronenkraniche bewundern.
Schon wieder so einer 🤪 :
Und dann die erste und letzte Hyäne der Reise:
Die Emerald-spotted Wood Dove versteckt sich leider ein bisschen, einen Teil des Schnabels müsst Ihr euch dazu denken!
Dafür ist der Brown-hooded Kingfisher kooperativ:
Quotenelefanten:
Inzwischen sind wir am Luangwa-Ufer angelangt und sehen einen Hide im Flussbett stehen:
Als wir näher heranfahren, scheuchen wir einen großen Schwarm von Lilian's Lovebirds auf. Leider geschieht das alles sehr überraschend, so dass mir von dieser Neusichtung keine guten Fotos gelingen 🙁 . Ich hoffe, Ihr könnt überhaupt etwas erkennen.... :
Ich muss mal kurz unterbrechen (Basketball 😎 🤪 ) , werde aber nachher gleich weitermachen in einem neuen Kapitel, damit es für mich mit den Fotos nicht so unübersichtlich wird!
Teil 1228. Nov. 2025
22. Oktober 2025: Gamedrive im Nsefu Sektor am Vormittag - Teil 2
Wir halten an der Abbruchkante an und bestaunen die vielen Southern Carmine-Bee-Eater, die hier zu hunderten um uns herumschwirren.
Es ist schwierig, einen einzelnen Vogel zu fotografieren - ständig fliegt einem etwas durchs Bild 😄 .
Geschafft 😄 !
Während wir da oben herumknipsen fragt uns Andrew, ob wir runter zu dem Hide wollen. Was für eine Frage 🤩 ! Allerdings muss er zuerst checken, ob dort alles sicher ist.
Danach steigen wir alle durch eine schmale Rinne, die von einem Zufluss geschaffen und teilweise mit Sandsäcken verfestigt wurde, hinunter und verteilen uns um den Hide herum, manche gehen auch rein, aber ich sehe keine Notwendigkeit, es ist so herrlich, hier im Flussbett zu stehen und wohin man schaut sind diese farbenfrohen Bee-Eater! Leider scheint noch keine Sonne auf die Abbruchkante mit den Bruthöhlen - aber okay, das wäre ja sonst zu perfekt 🤪 . Ich bin auf jeden Fall happy, denn Karminspinte in möglichst großer Anzahl standen auf meiner Wunschliste!
Lustig, wie sie alle ihre Köpfchen aus den Bruthöhlen herausstrecken 😄 .
Dazu noch ein paar Pukus, die uns erstaunt anschauen.
Wir können uns kaum losreißen, aber es wird Zeit, denn die Temperaturen steigen und wir brauchen eine Trinkpause. Dazu halten wir an einer schattigen Stelle oben am Flussufer.
Während wir da so neben unserem Auto stehen, beobachte ich ein paar Pukudamen oben an der Kante.
Von unten nähert sich der Chef und fordert die Mädels auf, zum Trinken herunterzukommen.
Sie stürzen sich recht mutig den steilen Hang hinunter, während er sich inzwischen an einer weniger steilen Stelle nach oben begibt.
Von dort beobachtet er, wie unten der Durst gestillt wird.
Je mehr Pukus ich hier in Zambia sehe, desto besser gefallen sie mir und ich könnte solche Szenen ewig beobachten 😘 .
Wir fahren noch ein kurzes Stück am Hauptfluss entlang
und machen dann einen kleinen Schlenker zu dem Nebenfluss, an dem wir gestern den kleinen Leoparden gesehen haben.
Nach einiger Suche entdecken wir ihn, oder besser gesagt ein Gamedriveauto (was sehr selten hier ist) und schauen uns die Augen aus dem Kopf, bis wir ihn endlich im Baum finden.
Man muss kräftig überbelichten, um ihn überhaupt zu erkennen. Kein Grund also, um sich lange hier aufzuhalten, denn es macht nicht den Eindruck, dass er bei der Hitze unnötige Bewegungen machen wird.
Wir kehren daher zum Luangwa zurück
und begegnen auf dem Weg Richtung Gate noch einmal einer kleinen Gruppe von Pukus. Die erwachsenen Pukus sind ja schon sehr hübsch
aber das Kleine ist unfassbar süß 😘 !
Durch tiefe Dips der Zuflüsse arbeiten wir uns - zufrieden über den schönen Gamedrive - zum Ausgang vor.
Auf dem Weg zu unserem Camp müssen wir wieder durch Mkasanga, das sich knapp 2 km an der Piste entlang zieht, fahren.
Quer über den Weg liegen immer wieder Pflanzenteile und Andrew erklärt uns, dass dies ein Hinweis darauf ist, die Geschwindigkeit zu reduzieren (zambischer Pragmatismus 🙂 ). Wir werden diese Bremsschwellen, bzw. "Hinweisschilder" aus Naturmaterialien übrigens später auf der Reise noch in ganz anderem Ausmaß erleben 😮 . Heute ist der Grund für den Wunsch, dass die Fahrzeuge langsam und rücksichtsvoll durch das Dorf rollen, ein trauriger: es findet eine Trauerfeier für eine Frau statt, die wohl vergiftet wurde 🙁 (ob nun absichtlich oder aus Versehen bzw. weil sie etwas Giftiges gegessen hatte oder von einer Schlange gebissen wurde, haben wir nicht erfahren).
In unserem Camp angekommen, erzählen sich die Walker und die Driver gegenseitig, was sie alles erlebt haben (da kommt dann Matthias hier wieder ins Spiel 😗 ) und dann gibt es Lunch und eine Mittagspause.
Da Matthias momentan nicht an seinem Rechner ist, werde ich vermutlich vor ihm noch den Nachmittag schreiben, aber so ganz chronologisch muss es hier ja auch nicht zugehen, oder 😉 ? (Chronologisch geht in diesem Fall ja eh nicht, weil wir parallel unterwegs waren 😗 )
Teil 1330. Nov. 2025
22. Oktober 2025: Gamedrive im Nsefu Sektor am Nachmittag
Die Mittagszeit lässt sich dank der vielen dicht belaubten Bäume recht gut ertragen.
Beim Essen unterhalte ich mich ein bisschen mit dem Scout, der - sein Gewehr immer bei Fuß - neben mir sitzt. Er erzählt von seiner mehrmonatigen Ausbildung, in der er gelernt hat, auf die entsprechenden Großtiere zu schießen und dass er nicht nur als Scout, sondern auch in der Wilderei-Bekämpfung arbeitet (was so üblich ist für sambische Scouts). Er ist wirklich sehr sympathisch und ich glaube, Matthias wird auch noch von ihm berichten.
Auf den Klappfeldbetten, die hier auf der Tour zur Zeltausrüstung gehören, kann man im Schatten sogar ein Nickerchen machen (ganz recht außen kann man das erkennen), in den Zelten ist es nicht auszuhalten.
Die Hippos, von denen es hier sehr viele, nicht nur dieses eine gibt, und die auch zu jeder Tages- und Nachtzeit Lärm machen, kühlen sich die Füße.
Um15.30 Uhr brechen wir in Richtung Nsefu Sektor auf (hier sieht man das Camp von Weitem, u.a. unsere Ablution-Hütte),
und dann passiert erst lange nichts, denn es dauert wie üblich ca. 30 Minuten, bis wir durch Mkasanga durch und am Gate sind. Wenn wir mal anhalten, kommen Kinder und auch teilweise Erwachsene ans Auto, man lächelt sich freundlich an und wechselt ein paar Worte, nur leider hört man auch manchmal schon „Give me money“ oder „Give me sweets“-Rufe. Da schrillen dann bei mir im Hirn schon wieder die Alarmglocken.
Ansonsten aber ist Mkasanga an vielen Stellen ein Dorf wie aus einem Bilderbuch über das südliche Afrika. Authentisch, pittoresk oder nennt es wie Ihr wollt – aber ich habe keine Aufnahmen dort gemacht, so schön sie auch geworden wären mit den Rundhütten und den bunt gekleideten Menschen (die ich aber aus Prinzip nicht ungefragt fotografiere und schon gar nicht in einem öffentlichen Forum ohne Erlaubnis zeige).
Dafür gibt es zwei Fotos von meiner nächsten Neusichtung, der Elefanten-Spitzmaus 🙂 . Als wir im Park angekommen sind, huscht sie kurz vor uns über den Weg ins Gebüsch direkt neben unserem Fahrzeug, sonst hätten wir sie sicher nicht entdeckt. Leider versucht sie sich zu verstecken, so dass ich sie nicht am Stück erwische. Aber egal – ich freue mich trotzdem sehr über sie!
Tja, und dann gibt es ein bisschen Frust für mich. Recht weit entfernt sitzt ein Greif schön im Licht in einem Baum direkt am Wegesrand. Ich überlege noch, ob ich „Raptor“ rufe, aber nee, der sitzt zwar noch weit weg, aber so gut sichtbar dort, ich will mich doch nicht wichtig machen, Andrew wird schon rechtzeitig für ihn anhalten 😐 .
Aber weit gefehlt, er fährt ziemlich zügig auf ihn zu und stoppt erst im allerletzten Moment, als er ihn erkennt. Da ist es aber schon zu spät, der Bateleur hat bereits die Flucht ergriffen. Das wäre also mein Gaukler gewesen.... 😵 🙁
Andrew hat anderes als Birden im Sinn, er will noch einmal nach den Mating Lions schauen 😗 . Also stören wir das junge Glück 😛 eben ein drittes Mal....
„Ach nee, nicht die schon wieder!“, denkt er sich vermutlich.
Sie wirken wie immer erschöpft und lustlos,
aber dann ruft doch die Natur
So ein bisschen gruselig sehen sie schon aus, die Beiden - oder? 🤩
Geschafft 😎 😛 !
Wir befinden uns wieder an den Feuchtwiesen, hier mit einem mächtigen Thornycroft-Giraffenbullen verziert
Und eigentlich könnte man hier herrlich birden 🤩 . Ich kann aber nur schnell ein Foto aus dem fahrenden Auto schießen und ärgere mich ein bisschen, denn das da hinten könnte ein Schwarzhalsreiher und damit ein Neusichtung für mich sein.
Aber was solls, vielleicht war es auch nur ein „Den haben wir daheim auch“-Graureiher!
Während in der Ferne Elefanten vorbeiziehen,
halten wir zumindest für einen African Fish-Eagle (weit weg)
und ein African Jacana (nah dran) kurz an.
Der Rest des Game-Drives besteht eigentlich nur noch aus Elefanten 😄 ! (Ups, die Sattelstörche hätte ich fast unterschlagen, die hatte ich bis dahin auch noch nicht auf dieser Tour.)
Auf einer Salzpfanne halten wir an und Andrew meint, hier könnten wir für den Sundowner aussteigen. Erfreut holen wir unsere Getränke aus dem Fridge und positionieren und an der Motorhaube, um die Elefanten um uns rum zu beobachten.
Auch hier gibt es Elefanten mit abgebissenem Rüssel 🙁 .
Allerdings warten wir vergeblich auf die zwei Tüten Chips, die Andrew für den Ausklang des Tages ins Auto gelegt hatte 😐 . Naja, selbst sind die Frauen 😎 , dann angeln wir uns eben die beiden Tüten in Eigenregie aus dem Auto und lassen es uns gutgehen 😗 .
Lange geht das Gutgehenlassen aber nicht gut 😎 – einige der Elefanten nehmen Kurs auf uns und da auch Mütter mit kleinen Kälbern dabei sind, steigen wir vorsichtshalber wieder ein und genießen den Fast-Sonnenuntergang mit Eli-Deko aus dem Auto heraus.
Auf der Heimfahrt hält Andrew noch bei einem kleinen Laden in Mkasanga an und besorgt für die zahlreichen Cola-Trinkerinnen (ich gehöre nicht dazu….) Nachschub. Wieder werden wir von vielen Kindern und Frauen umringt, die sich einen Spaß darauf machen, mit uns reihum abzuklatschen. Man merkt schon, dass hier nicht täglich Touristenströme durchfließen, sondern dass ein Auto mit Ausländern eine gern gesehene Abwechslung ist. Ich kann mich auch nur an ein einziges Selfdriveauto und vielleicht zwei Gamedriveautos hier erinnern.
An den Abend im Camp kann ich mich nicht mehr so richtig erinnern, außer dass wir uns von Bota und dem Scout verabschieden müssen, ich denke, sonst ist nichts Besonderes passiert. Nachts machen die Hippos wieder Party und Caro hatte wohl eines ganz nah am Zelt – keine Ahnung, wo es das Steilufer hochgekommen ist!
Morgen ist dann Moving-Day, es geht in den North Luangwa zur Ituba Campsite!
Teil 1404. Dez. 2025
23. Oktober 2025: Vom Daya-Camp zur Ituba Campsite (North Luangwa) - Teil 1
Heute machen wir uns auf den weiten Weg nach Norden zur Ituba Campsite am North Luangwa NP.
Bevor wir das Daya-Camp verlassen aber noch ein kurzes Fazit. Auch wenn die sanitären Anlagen sehr puristisch sind, hat es mir in Summe hier sehr gut gefallen 🙂 . Die vielen Bäume machen das Leben in der Hitze erträglich und der Ausblick über den Fluss ist sehr schön. Dazu die himmlische Ruhe (abgesehen von den Hippos) – nur wir waren im Camp!
Der Nsefu-Sektor hat mir sehr gut gefallen, landschaftlich sehr abwechslungsreich, und auch was die Tiersichtungen angeht, können wir nicht klagen.
Somit schneidet unsere zweite Station deutlich besser ab als die erste! 🙂
Wie auch schon beim ersten Mal zieht sich das Laden der Fahrzeuge etwas 😗 .
Hier sieht man übrigens links unsere Wasserversorgung – das Fass wird immer wieder aufgefüllt (mal schmeckt das Wasser besser und mal schlechter 🤢 ) und mittels einer Pumpe (so sie denn geladen ist) kann man sich hier die Trinkflaschen füllen. Naturgemäß ist das Wasser immer pisswarm, was den Trinkgenuss etwas schmälert. Ab und zu füllt Andrew ein paar kleine Flaschen ab und legt sie in den Kühlschrank im Begleitfahrzeug – Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie toll das schmeckt 🤩 : kühles Wasser mit etwas Fruchtsaft (den es am Anfang noch gab, später mussten wir auf weniger leckere Alternativen umsteigen) vermischt – köstlich 🤪 ! Man lernt diese sonst selbstverständlichen Dinge erst durch solche Erlebnisse wieder richtig schätzen! Klar hätten wir uns auch ab und zu selber Wasser kühlen können, aber erstens muss man daran denken 😗 und zweitens war auch nicht immer Platz in unserem Kühlschrank im Auto.
Während wir auf die Abfahrt warten (wie letztes Mal auch können wir nur bedingt helfen), genießen wir noch einmal den Blick über die sehr ursprüngliche Landschaft.
Gar nicht ursprünglich ist das Flugobjekt, das plötzlich am Himmer brummt 🙄 :
Das wirkt sehr bizarr hier, wo wir außer unseren beiden Fahrzeugen kaum andere motorgetriebene Fortbewegungsmittel erleben.
Ein Pied Kingfisher angelt sich einen sehr großen Fisch und ist sehr damit beschäftigt, ihn in den Griff zu bekommen!
Zum Abschied vom Camp gibt es auch von mir noch ein Leberwurstbaumblütenfoto (wenigstens ein bisschen Farbe 😄 )
Und dann geht’s endlich los!
Ich nehme euch jetzt einfach mit auf die Strecke, die Fahrt hat ca. 6,5 Stunden gedauert mit ein paar kleinen Stopps. Die Pisten sind sehr ruppig, entweder hat man mit üblem Wellblech oder mit getrocknetem Black Cotton Soil zu tun, mal als endlose Hubbel, mal als Löcher, dann mal sehr sandig in den breiten Flussbetten, die zu queren sind, auf jeden Fall immer nervig! Das Fahren ist nicht sehr anspruchsvoll, was schwierige Situationen betrifft (die gibt es eigentlich nicht), aber sehr anstrengend und zäh. Hoch, runter, links, rechts, holprig und staubig – sowohl für Andrew und Otti, die Fahrer, als auch für uns sehr kräftezehrend. Dazu die Hitze – wer auf der Sonnenseite sitzt, hat die A…karte gezogen.
Hier legen wir einen kurzen Stopp ein und beobachten die beiden Mahaliweber, die sich einen langen und erbitterten Kampf liefern – worum auch immer (Andrew meint, es ginge um ein Weibchen).
Das ist sehr spannend anzusehen – und mir zehnmal lieber als schlafende Löwen 😎 . Bis zu unserer Weiterfahrt ist kein Sieger auszumachen (siehe kleines Filmchen).
Für Gegenverkehr ist der Weg nach Norden nicht gemacht, aber man findet immer eine Lösung bzw. eine Stelle, um aneinander vorbei zu kommen.
Bei diesen Fischerhütten hält Andrew an. Es ist ihm immer sehr wichtig, uns viel vom Leben hier zu erzählen und noch besser zu zeigen.
Er erklärt uns dies und das über die Arbeit der Fischer und über die Fische und hält uns die entsprechenden Anschauungsobjekte gerne unter die Nase 🤢 .
Das Ganze ist etwas gruselig, weil viele Fische nicht etwa schon tot sind, sondern in der Hitze langsam vor sich hinsterben 🙁 .
Trotzdem überwinde ich mich, ein paar Fotos von einem kleinen Tigerfish zu machen:
und Kathrin verewigt mich dabei 😄 (danke Kathrin fürs Foto)
Als wir noch in die Räucherhütte schauen dürfen befürchte ich schon, dass Andrew Monica bittet, ein paar Fische fürs Abendessen oder als Snack zu kaufen 🤢 – aber dieser Kelch geht zum Glück an uns vorüber.
Nachdenklich über dieses so schwierige Leben hier fahren wir weiter.
Wie man sieht hat es hier stellenweise schon geregnet, es beeinträchtigt unsere Strecke noch nicht, aber die Regenzeit steht vor der Tür.
Wir befinden uns hier in der Gegend, die kurz nach unserer Abreise wie immer für ca. 4 Monate nicht zugänglich sein wird. Andrew erzählt uns, dass die Regierung die Menschen hier gerne umsiedeln würde, diese wehren sich aber dagegen. Lieber kaufen sie für 4 Monate Lebensmittel und Medikamente ein und hoffen, dass nichts Schlimmes passiert in dieser Zeit, denn sie sind tatsächlich von jeglicher sonstiger Zivilisation - abgesehen von ihrer eigenen - abgeschnitten.
Auf Grund der jetzt schon ruppigen Pisten können wir uns gut vorstellen, wie das sein wird, wenn hier überall das Wasser steht und den Black Cotton Soil zu einer rutschigen Masse werden lässt oder wenn die Strecken von den Flüssen komplett verschluckt wurden 😵 🤢 .
Dies hier ist Baumwolle – das Saatgut wird wohl von Chinesen zur Verfügung gestellt, die Bauern müssen nach der Ernte aber einen nicht unerheblichen Teil davon an eben diese Chinesen abgeben.
Aus Andrews Erzählungen während der Reise hört man deutlich heraus, wie unbeliebt Chinesen und auch Inder hier sind…. 🙄
Immer wieder kommen wir an kleinen Dörfern vorbei
Und hier zeigt uns Andrew eine Fischreuse – denn der Fischfang ist hier die Haupteinnahmequelle bzw. dient natürlich auch zur Selbstversorgung. Unser Guide schafft es, die zähe Fahrt durch solche kleinen Unterbrechnungen und Informationen etwas abwechslungsreich zu gestalten!
Den Luambe Nationalpark durchqueren wir nur auf der Transitstrecke. Sicher wäre das hier auch eine interessante Ecke Sambias.
Teil 1504. Dez. 2025
23. Oktober 2025: Vom Daya-Camp zur Ituba Campsite (North Luangwa) - Teil 2
Die Pisten werden immer ermüdender, die vielen Kurven und Dips lassen einen nicht zur Ruhe kommen (und Ihr dürft jetzt mal eine Weile mitfahren 😛 ).
Für die Regenzeit stehen Holzbrücken bereit.
Und auch so eine Schlafstätte für die Bewachung der Felder entdecken wir hier, allerdings wesentlich einfacher gestaltet.
Diese Kontrollstation habe ich nicht verstanden – wir fahren in keinen Park und auch nicht aus einem solchen heraus. Aber brav halten wir an und füllen irgendwelche Papiere aus (man beachte die noble Schranke – ich hätte hier auch eher ein Fass erwartet) und sorgen damit für ein paar Minuten Unterhaltung der Kinder des Dorfes, die schon bei unserer Anfahrt herbeigerannt sind. Mit Mangos in der Hand (oder im Mund) betrachten sie uns, nebenher schneidet ein Mädchen immer wieder Stücke mit einem riesigen Messer für die kleineren Kinder ab, Andrew fragt sie dies und das und sie antworten eher zurückhaltend, teilweise leise kichernd.
Mit viel Gewinke verabschieden wir uns voneinander und weiter geht es durch wechselnden Bewuchs. Gleich bleiben die viele Dips der aktuell noch trockenen Zuflüsse, die immer wieder ein Abbremsen nötig machen.
Da ich mich ja auch sehr für die Brückenkonstruktionen in Botswana, vor allem im Moremi, interessiere 😎 , muss ich dieses Beispiel eines völlig fehlgeplanten Betonbauwerks natürlich aus dem rumpelnden Auto heraus fotografieren. Der Fluss wollte nicht nur durch die beiden Öffnungen fließen, sondern hat die Straße, die links neben der Brücke auf dem - inzwischen verschwundenen - Stück Damm entlangführte, einfach mitgenommen. Also fährt man eben wieder unten daran vorbei…. 😗
Eine Geschwindigkeit von 60 Km/h ist das höchste der Gefühle – meistens liegen wir weit darunter, weil ständig abgebremst werden muss.
Wir nähern uns nun der Gegend mit dem hier unerwarteten Airstrip, von dem auch MarcS schon in seinem Bericht geschrieben hat.
Bei uns herrscht jedoch kein Flugverkehr und man könnte auch meinen, dass die Landebahn schon ewig nicht mehr benutzt worden wäre (ein Foto davon habe ich nicht). Wir fahren in das kleine Dorf in der Nähe und kaufen ein paar Tomaten ein.
Kurz vor der Ituba Campsite treffen wir auf eine Herde der besagten – hier endemischen - Cookson Gnus im kargen, knochentrockenen Wald.
Im Ituba Camp angekommen bauen wir auf der wunderschönen Campsite direkt am Flussbett unsere Zelte auf und genießen eine Dusche in den urigen, aber voll funktionsfähigen Ablutions, die mir sehr gut gefallen.
Nach einer wohlverdienten und auch nötigen Siesta starten wir am späten Nachmittag zu einem recht kurzen Walk mit unserem neuen Scout, der auch bei uns im Camp übernachten wird. Er baut dazu ein Zelt auf, das etwa genau so groß (also lang und breit) wie er im Liegen ist, was recht lustig aussieht.
Der Walk ist eher dazu da, die Beine zu vertreten und die Landschaft zu genießen, sofern das bei der auch jetzt gegen Abend noch großen Hitze möglich ist.
Immerhin meint es diese Wolke eine Zeit lang gut mit uns und sorgt für Schatten.
Wir sehen nur ein paar wenige Tiere, aber das Licht wird immer schöner.
Ein Yellow billed Kite beobachtet uns genau, wie wir über einen Elefantenpfad das Flussbett verlassen und uns langsam oben am Fluss entlang wieder unserem Camp nähern.
Hier mein Zelt 🙂 :
Heute können wir – eigentlich so zum ersten Mal - einen richtig schönen (wenn auch weiterhin sehr heißen) Sundowner genießen. Wir schauen direkt auf den Sonnenuntergang, haben Zeit und Chips und Gin Tonic! Was will man mehr!
Andrew klärt uns – wie jeden Abend nach dem Dinner – über die Pläne für den nächsten Tag auf. Wir hatten schon befürchtet, so gar nichts vom North Luangwa NP zu haben, da wir nur eine Nacht im Ituba Camp sind und wir an Moving Days bekanntlich erst sehr spät loskommen 😣 . Aber unser Guide hat eine gute Idee 🤩 : wir werden zusammen mit unserem Scout sehr früh in den Park für einen Gamedrive fahren und währenddessen bauen Monica und Otti das Camp ab. Nach der Rückkehr wird es ein schnelles Frühstück geben und dann brechen wir wieder in Richtung Park auf, um durch ihn hindurch zum Mano Gate und dann zu unserer nächsten Campsite im Samala Camp zu gelangen.
Beruhigt durch diese guten Nachrichten genießen wir den ruhigen Abend hier mit Blick auf den glühenden Himmel und die liegende schmale Mondsichel.
Das war heute ein sehr anstrengender, aber auch eindrücklicher Tag auf eine wieder ganz andere Weise als die vorhergehenden 😐 . Wir haben einen eher abgelegenen Teil Zambias kennengelernt und können uns nun das entbehrungsreiche Leben hier besser vorstellen. Von dem Luxustourismus, den es hier in der Nähe ja auch gibt, bekommen wir überhaupt nichts mit, was das Erlebte noch viel authentischer wirken lässt.
Gute Nacht!
Teil 1607. Dez. 2025
24. Oktober 2025: Gamedrive im North Luangwa NP und Weiterfahrt von der Ituba zur Samala Campsite - Teil 1
Nach einer weiteren durchschwitzten Nacht 🙄 – aber immerhin auf einer ruhigen Campsite – starten wir tatsächlich um 5.30 Uhr in Richtung Gate.
Das Ganze sieht sehr spärlich aus – kein Vergleich zu den großen Eingangsportalen, die ich aus den Parks in Botswana kenne. Allerdings ist auch das Verkehrsaufkommen (zu unserem Glück) mehr als spärlich, ich kann mich an kein anderes Fahrzeug außer unserem heute Morgen erinnern.
Nach überschaubarem Bürokratismus fahren wir Richtung Luangwa. Die Fähre ist logischerweise zurzeit nicht im Betrieb, durch das bisschen Wasser, das noch da ist, kommt man einfach an der markierten Stelle durch (New River Crossing). Ein bisschen schwieriger ist das sandige Steilufer, aber Andrew schafft das ohne Problem.
Unseren ersten Halt machen wir an einem kleinen Teich, der voller Pelikane, Marabus und Sattelstörchen ist. Da wir mit Scout unterwegs sind, können wir hier auch aussteigen und uns ein Stück weit heranpirschen, was natürlich immer eine willkommene Abwechslung bei einem Gamedrive ist.
Bei der Weiterfahrt huscht ein Leopard über den Weg 🤩 und verschwindet im Gebüsch – ich kann leider nur Fragmente bieten 😊 – Ihr müsst ihn euch zusammenpuzzeln 😗 .
Linkes Auge
Rechtes Auge
Und tschüss.
Ehrlich gesagt kenne ich Leoparden nicht so scheu…. Aber wie sollen sie auch an Touristen gewohnt sein, wenn kaum jemand hier rumfährt? 😐
Ein bisschen Landschaft,
an deren hinterem Ende sich ein Impala an Cookson Gnus befindet.
Gabelracken gibt es hier natürlich auch 🙂 – aber soooo schade mal wieder 😣 (Grüße an die Langweilertruppe 😘 ): ich verpasse den Abflug!
Noch ein bisschen Großwild (bei schönem Licht, da macht das Fotografieren einfach mehr Spaß):
Danach ist erstmal Flaute. Wir fahren durch recht viel karges Gebiet, wobei wir auch schöne Wälder gesehen haben, von denen Matthias mir heute noch vorschwärmt, aber ich habe kein einziges Foto davon gemacht (gell da gugsch, Matte? 😎 😛 ).
Inzwischen ist eine weitere Neusichtung für mich aufgetaucht, auf die ich gerne verzichtet hätte: die Tsetsefliege 🤢 . Sehr unscheinbar sitzt sie zusammen mit ihren vielen Freunden an den mit Teppichboden bezogenen Wänden unseres Fahrzeugs und gerne auch irgendwo im Fußraum. Zunächst können wir sie gar nicht einordnen. Als wir aber die ersten Stiche aus dem Hinterhalt abbekommen haben, die mich – wie das Aussehen auch – an unsere heimischen Bremsen erinnern, ist der Fall klar 🤩 . Im Auto wird nun hektisch mit Schals und was man sonst noch so zur Hand hat, herumgewedelt 😈 . Matthias hat eine andere Taktik: er versucht sie zu fangen und wenn er eine erwischt hat, wird das Opfer genüsslich zerquetscht 😣 😠 . Diese Sisyphusarbeit bringt uns zwar keinerlei Erleichterung, da ausreichend Nachrücker parat stehen, ihm aber eine gewisse Genugtuung 😗 , wie er auf meine Nachfrage hin gesteht.
Wir sind nun wieder am Uferbereich angekommen und Andrew bittet uns für eine kleine Pause mit Blick auf die vielen Hippos und das Croc auszusteigen.
Der Blick von Matthias und mir bleibt aber eher an dem Greif zur Linken hängen. Erst daheim haben wir ihn als eine Neusichtung für mich bestimmt: ein Western Banded Snake Eagle.
Der Blick von Andrew schweift aber wo ganz anderes hin – plötzlich ruft er „Wilddogs“ 🤩 und zeigt auf die weit entfernte andere Uferseite des hier sehr breiten Flussbettes.
Man kann sie herangezoomt gerade so erkennen, es ist ein Pack mit 11 Hunden
Sie haben uns natürlich auch entdeckt und so starren wir uns gegenseitig ein bisschen an, währende Andrew mit unserem Scout spricht.
Sieht er eine Möglichkeit, irgendwo ins Flussbett zu kommen und einen Walk zu den Hunden zu machen? Ja, wir sollen diesen ganzen Bogen hier ausfahren und dort hinten nach einer flacheren Stelle suchen.
Gesagt – getan! Die Pause wird annuliert 🙂 und los geht’s auf die Suche nach den Wilddogs! Hach, sowas gefällt mir! 🤩
Und hier geht es dann auch im nächsten Kapitel weiter - die Fotos hab ich schon, ich muss nur noch bisschen was dazu schreiben. See you later!
Teil 1707. Dez. 2025
24. Oktober 2025: Gamedrive im North Luangwa NP und Weiterfahrt von der Ituba zur Samala Campsite - Teil 2
Vor lauter Aufregung vergesse ich an der Stelle, an der wir dann anhalten und aussteigen, zu den Hunden, die jetzt unter einem Baum im Schatten dösen, hinzuzoomen. Wer findet sie?
Ist doch ganz einfach 😄 :
Unser Scout sichert die Stelle, an der wir absteigen sollen und dann machen wir uns im Gänsemarsch durchs flache Wasser und in einem großen Bogen auf den Weg zu den Wilddogs.
Oder soll ich besser sagen, zu der Stelle, an der sie vorher lagen 😵 ? Denn inzwischen haben Geier ihren Platz eingenommen und hacken und picken an dem Riss herum.
Die Hunde sind wie vom Erdboden verschluckt 🙁 .
Egal – ich finde den Walk sehr schön, in weichem Sand mitten durch das fast trockene Flussbett mit tollen Ausblicken auf die Uferbereiche.
Und Geier mag ich ja eh! Fast noch mehr als Wilddogs, wenn ich ganz ehrlich bin 😗 . Leider fliegen sie aber – als wir hier zu Fuß aufschlagen – einer nach dem anderen ab. Ein tolles Bild, leider lässt sich das nicht richtig einfangen.
Nun ist es Zeit für die Fleischbeschau – angeblich war das mal ein Bushbock. Mir kann man ja viel erzählen… 😗
Zwischendrin fliegt ein Streaky Tawny Eagle ein, mal schaun, ob es noch was zu fressen gibt.
Auch die Geier kontrollieren den Luftraum über uns – vermutlich in der Hoffnung, dass wir bald verschwinden.
Das tun wir auch – in einem großen Bogen versuchen wir, die Wilddogs im Busch noch einmal zu finden,
geben aber recht bald auf und marschieren – erneut durchs Wasser - zurück zu unserem Auto oben an der Uferböschung.
Am Gate müssen wir noch einmal kurz anhalten (davor haben wir übrigens noch einen Malachite Kingfisher gesehen, die Fotos von ihm erspare ich euch aber gnädigerweise 🤪 )
und dann geht es schnell zurück zur Campsite. Dort kommen wir dann so gegen 11 Uhr los.
Wir machen wieder dasselbe Prozedere durch, um in den Park zu gelangen, mit dem Unterschied, dass Otti sich beim Verlassen des Flusses über das tiefsandige Steilufer festfährt 😎 .
Mit Hilfe von Andrew und unter Bewachung des Scouts (übrigens Matthias, ich zerbreche mir gerade den Kopf, wo wir den eigentlich ausgesetzt haben?) schafft er es aber im dritten Versuch.
Was nun folgt, klingt toll und spannend 🤩 – wir queren den North Luangwa Nationalpark und auch die Schutzzone des Rhino Sanctuary, an dem auch die Frankfurter Zoologische Gesellschaft beteiligt ist https://fzs.org/de/programme/sambia/
Tatsächlich bin ich aber selten eine langweiligere Strecke gefahren als diese 😵 🙄 😣 . Die einzige Abwechslung ist die Kontrollstelle, ansonsten rumpeln wir auf gerader Piste durch dürren Mopanebusch.
Die Nashörner sind natürlich irgendwo tiefer im Busch, vemutlich in einer inneren Schutzzone versteckt. Da können wir uns die Augen aus dem Kopf schauen so viel wir wollen... 😐
Interessanter wird es erst wieder, als wir uns das Muchinga Escarpement, das zum Afrikanischen Grabenbruch gehört, hinaufschrauben.
Die Landschaft als auch ihr Bewuchs ändern sich stark.
Und plötzlich stehen nahe an der Strecke drei Elefanten – damit hatten wir nach so langer Flaute gar nicht gerechnet 🤩 .
Den Elefanten geht es wohl ähnlich wie uns – der süße Kleine macht zwar ein paar nette Faxen zu uns rüber,
aber die Mutter rennt nach kurzem Überlegen los. Zuerst befürchte ich, dass sie uns als Ziel hat 😮 , aber zum Glück will sie einfach nur weg von hier.
Dies werden übrigens unsere letzten Elefanten der Reise sein, was bei einigen in der Gruppe später zu kleineren, aber lustig gemeinten Reklamationen führen wird 🤪 .
Eine halbe Stunde später verlassen wir den North Luangwa National Park durch das Mano Gate (das wir morgen überraschenderweise noch einmal sehen werden 🙄 ).
Ganz ehrlich: diesen Teil der Reise hatte ich mir etwas spektakulärer vorgestellt 😊 😣 !
Durch eine komplett anders anmutende Landschaft geht es nun in einem kleinen südöstlichen Bogen zur Samala Campsite. Ich war noch nie in Ostafrika, aber so etwa stelle ich mir es vor, nach dem was ich von Bildern schon gesehen habe. Kein Wunder, befinden wir uns doch gar nicht so weit entfernt von Tanzania.
Optisch ist das zwar ganz hübsch und bunt und mal etwas anderes, aber so gar nicht mein Ding. „Mein“ Afrika befindet sich eher in der Kalahari und in der Namib Wüste 😐 .
Nach etwa 3,5 Stunden sind wir an unserem heutigen Ziel am Mwaleshi River angelangt. Wir können zwischen den beiden Campsites wählen (Foto davon gibts morgen), die es hier gibt, bauen unsere Zelte auf und waschen ein paar Sachen durch. Alle außer mir gehen dann im Fluss baden. Ich habe von dem Plan nichts mitbekommen, weil ich da wohl gerade in den Ablutions war, bin aber ganz froh darüber, denn erstens spüre ich ein verdächtiges Halskratzen und zweitens hat sich eine aus unserer Gruppe an den Steinen im Fluss ganz übel den Fuß angeschlagen, sie wird bis zum Ende der Reise interessant bunt gefärbte Zehen (und entsprechende Schmerzen) haben 😣 🤩 ! So dabbig wie ich auf dieser Reise bin, hätte ich mir hier bestimmt mindestens beide Beine gebrochen 😕 🤪 !
Dafür knipse ich noch einen Kuhreiher und das wars dann auch mit Fotos an diesem Tag.
Auf der Nachbarcampsite zieht ein riesiges Gefährt ein, das einem deutschen Paar gehört.
Sie erkundigen sich bei uns nach der Fahrbarkeit der Strecke, aus der wir gekommen sind und angesichts der Höhe und Breite des Wohnmobils rät Andrew ihnen dringend davon ab. Allerdings haben sie keinen wirklichen Plan B, außer wieder alles zurück zu fahren, aber da haben die beiden wohl nicht gut recherchiert und sind entsprechend etwas angesäuert.
Morgen geht es dann weiter nach Mutinondo - bis dahin liebe Grüße von Bele
Teil 1809. Dez. 2025
25. Oktober 2025: Vom Samala Camp zur Mutinondo Wilderness Campsite - Teil 1
Das Bemerkenswerte an dieser Nacht waren die Temperaturen. Zum ersten Mal auf dieser Reise ziehe ich meinen Schlafsack, der bisher unbeachtet neben mir lag, gegen morgen als Decke über. Herrlich 🙂 !
Der Abbau des Camps klappt von unserer Seite aus wieder recht flott. Hier die Campsite ohne Zelte.
Und hier der Monster-Truck auf dem Nachbarplatz.
Schon gewagt, mit so etwas hier herumzufahren 🙄 . Gestern hatte es schon ewig gedauert, von der Hauptzufahrt auf diese Campsite zu gelangen, ständig waren in der Höhe und in der Breite Bäume im Weg. Und im Vergleich zum North Luangwa an manchen Stellen sind die Spuren hier sehr großzügig angelegt.
Aber das soll nicht unser Problem sein – wir haben ja ein eigenes 🤩 !
Als wir schon alle im Auto sitzen bemerkt Andrew nämlich einen leichten Platten. Der Kompressor wird hervorgekruschtelt, erst funktioniert er ewig nicht, dann, als er endlich läuft, stellt sich heraus, dass der Reifen sich nicht aufpumpen lässt, weil die undichte Stelle offensichtlich zu groß ist. Also heißt es Reifenwechseln, wozu wir alle wieder aussteigen müssen.
Wo ich da gerde unsere heruntergeklappten Türen sehe, fällt mir ein, dass ich vergessen habe zu erzählen, dass wir bereits im Nsefu Sektor beinahe eine aus unserer Gruppe verloren hätten 🤩 , als sich urplötzlich das Fenster und die Tür von alleine geöffnet haben. Durch das viele Ruckeln werden sich auch im Verlauf der Reise an einigen Fenster und Türen die Verriegelungen immer wieder lösen, und zwar zusehens öfter, was manche Sitzplätz unbeliebter als andere macht und das Mitfahren noch etwas beschwerlicher. An den entsprechenden Plätzen darf man nämlich nicht eben mal eindösen, sonst kann dies schwerwiegende Folgen haben (Spoiler: wir werden auch tatsächlich ein Fenster mal ganz verlieren und alle Teile nach und nach wieder einsammeln müssen). Achja, einen rechten Seitenspiegel haben wir seit dem zweiten Tag der Reise auch nicht mehr, zumindest nicht an seinem zugedachten Platz. Er liegt im Fahrzeug, nachdem er bei einer Bodenwelle abgefallen ist. Zambian Style!
Um ca. 7.30 Uhr kommen wir dann los.
Wir tuckern über die roten Sandpisten,
als 10 Minuten später Andrew anhält und das Auto wendet.
Otti im Begleitfahrzeug wird darüber informiert, dass wir zurück zum Mano Gate fahren müssen. Andrew und/oder Monica, die immer über das Bargeld wacht, haben festgestellt, dass sie zu viel Gebühren bezahlt haben. Berechnet wurde eine Übernachtung innerhalb des Parks (die wohl auch mal vorgesehen war, aber Pläne ändern sich hier ja schnell und häufig 😛 ), und so muss Andrew sehen, wie er den Differenzbetrag wieder zurückbekommt. Angeblich muss er ihn sonst selber zahlen (und nicht sein Arbeitgeber), weil er nicht aufgepasst hat 😵 .
Diese Aktion zieht sich. Er muss im Office (links zu sehen) in der Schlange stehen, um schlussendlich doch kein Geld zu bekommen, weil – wenn ich es recht im Kopf habe – aktuell kein Bargeld zur Verfügung steht.
Nun muss also ein Plan gemacht und dafür viel telefoniert werden. Ein Bekannter, der wohl mit einer Reisegruppe heute oder morgen hier durchkommt, soll das Geld an sich nehmen. Irgendwo auf der restlichen Tour (war es in Mutinondo?) werden wir die Gruppe treffen und Andrew sein Geld zurückbekommen. Wir schwitzen derweil - halb in der Sonne stehend - fröhlich vor uns hin... 😗
Wir fahren wieder in unsere ursprüngliche heutige Richtung und um ca. 9.30 Uhr schließlich treffen wir auf die T2, auf der wir nun lange Zeit gen Süden fahren werden.
Die T2, auch Great North Road, ist eine der wichtigsten Fernverbindungen in Zambia, auf welcher der komplette Warenverkehr (auf der Straße) zwischen Tansania und Zambia sowie dem weiteren südlichen Afrika abgewickelt wird. Man kann sich das als Europäer kaum vorstellen: eine knapp zweispurige, mit Schlaglöchern versetzte Teerpiste, deren Seitenstreifen alles andere als befestigt sind (sofern es sie überhaupt gibt), soll die Hauptverkehrsschlagader dieses Landes sein 🙄 .
Durch die vielen LKWs gibt es natürlich auch viele gewagte Überholmanöver, ständig nach dem Motto „Der Stärkere gewinnt!“.
Auf der Fahrt nach Mpika, was eine sehr wichtige Einkaufsstadt hier ist, kann man daher nicht wirklich entspannen…
Dies gelingt Matthias und mir auch im Ort nicht wirklich. Wir sind beide keine ambitionierten Shopping-Kings und Queens und leiden daher still vor uns hin 😣 .
Zunächst müssen wir nicht aktiv werden, sondern nur in der prallen Sonne darauf warten, dass Andrew und Monica das Gewünschte in der Metzgerei bekommen.
Flamboyants gibt es hier viele – auch später werden wir sie immer mal wieder sehen.
Stopp - ich habe ganz vergessen, dass wir ja auch unseren Reifen zur Reparatur abgegeben haben, den wir am Ende unseres Mpika-Aufenthaltes dann wieder abholen werden - also volles Programm hier 😮 !
Danach geht’s zum Markt – den erreichen wir aber nur durch eine durch ihr Angebot an Waren fast schon grotesk wirkende Einkaufsmeile, durch die zwei Autos gerade so durchpassen. Der Markt selber sieht nett und sehr authentisch aus, so sehr, dass sich jemand im Auto nicht verkneifen kann, die Kamera zu zücken. Sofort kreischen sämtlich Verkäuferinnen in Sichtweite „No pictures!“ 😈 . Als Andrew und Monica von ihren Einkäufen zurückkommen und jemand im Auto (für mich ziemlich unverständlich) nochmal das Handy zückt, reagiert Andrew sofort und weist darauf hin, dass man hier nicht fotografieren darf.
Nun kommt der schwierigste Teil: wir brauchen Getränke. Ein Großteil der Gruppe sucht Cola-Nachschub, Matte und ich hätten gerne Tonic Water. Die Sache mit dem Cola ist schnell erledigt, aber Tonic Water gibt es in Mpika anscheinend nicht. Ich weiß nicht mehr, wie viele kleine Lädchen wir abgeklappert haben – zu viele auf jeden Fall für meine Nerven 😊 . Im letzten gibt es wenigstens Savanna, also decken wir uns damit großzügig ein!
Unserer Weiterfahrt nach Mutinondo steht nun nichts mehr im Wege. Tapfer reißen wir nochmal viele Kilometer auf der T2 herunter. Unterwegs hält Andrew an, um bei einem der unzähligen Straßenverkäufer, die hier an diesem Highway ihre Waren anbieten, eine Tüte voller Früchte unbekannter Art zu kaufen. Er erklärt uns, dass wir diese dann im Camp probieren werden und der junge Verkäufer freut sich sehr über seine recht große Einnahme am heutigen Tag. Diese Früchte werden wir allerdings nie wieder sehen 😐 – eines der ungelösten Rätsel dieser Reise 😕 . Die Tüte sehen wir immer mal wieder im Camp, angeboten daraus wird uns aber nie etwas…..
Egal – endlich geht es in Kalonje links ab zu unserem nächsten Ziel. Inzwischen sind wir schon wieder über 6 Stunden unterwegs in Hitze und Staub.
Wir verlassen die T2 und überqueren kurz darauf das Gleis der TAZARA (Tanzania–Zambia Railway).
Hier übrigens die Bahnstation von Kalonje.
Nun sind es noch rund 25 Kilometer bis zur Mutinondo Wilderness Campsite. Sie gefällt uns sehr gut, wir haben drei Toiletten und einige Duschen, vier Waschbecken und mehrere Spülbecken sowie ein Küchenhäuschen mit einem überdachten Sitzplatz.
Hier lässt es sich aushalten! Zu Fuß kann man zur Rezeption gelangen, wo es Wlan gibt! Das Problem dabei sind nur die Zikaden: wenn man unter ihren Bäumen durchläuft, bekommt man einiges an klebriger Flüssigkeit von oben ab…. 🤢
Nachdem unsere Zelte aufgebaut und wir Verbindung zur Außenwelt hatten und ein bisschen die Gegend zu Fuß erkundet haben, bietet Andrew uns noch eine Sundowner-Fahrt an. Diese ist sosolala, wir sehen in weiter Ferne eine Herde von Roan Antelopes, ansonsten noch ein paar andere Antilopen, soweit ich mich erinnere, und schemenhafte Greife.
Das Licht ist schlecht (auch wenn sich der Sonnenuntergang immerhin ein bisschen Mühe gibt)
und meine Laune auch - mein Halskratzen hat sich nämlich zu ausgewachsenen Halsschmerzen entwickelt 😠 😈 .
Ich hoffe mal, dass sich das bis morgen wieder legt und genieße die frische Luft nachts im Zelt. Morgen stehen zwei Walks an – Andrew hat es mal wieder möglich gemacht, dass jede(r) das tun kann, was er/sie sich zutraut. Die eine Gruppe wird mit einem Scout (ich meine er war gleichzeitig der Walking Guide, Matthias, stimmt das?) eine längere Strecke laufen und die andere wird es etwas gemütlicher mit Andrew angehen lassen.
Doch davon im nächsten Kapitel mehr – oder auch nicht 😗 !
Teil 1910. Dez. 2025
26. Oktober 2025: Mutinondo Wilderness
Noch nie habe ich ein Kapitel so schnell fertig gehabt 🤩 !
Der Tag ist in wenigen Worten erzählt.
Das Beste ist noch der Sonnenaufgang:
Danach muss ich meine Teilnahme an den Walks leider endgültig absagen (ich hatte das gestern Abend Andrew gegenüber schon angedeutet) 🙁 . Ich habe Halsschmerzen 😣 und so, wie es sich anfühlt, auch ein bisschen Fieber. Rührend werde ich von meinen Mitreisenden mit allerlei Medikamenten und Aufbaumittelchen versorgt 😘 , bevor sie sich auf den Weg machen.
An diesem Tag schlafe ich viel, vor allem am Vormittag im noch einigermaßen angenehmen Schatten.
Viel mehr passiert – für mich – sonst nicht.
Monica bereitet in unserem "Esszimmer"
Wraps für den Lunch vor, ich darf sie dabei fotografieren.
Zwischendurch fliegt ein Insekt ein und Monica erklärt, dass dies eine Zikade sei. Aha , so sehen sie also aus, diese lärmenden Von-den-Bäumen-runter-Piesler 🤢 (das Rote sind wohl irgendwelche Milben).
Matthias erzählt mir nach seiner Rückkehr begeistert von seinen (Neu)Sichtungen und zeigt mir auch ein paar Fotos (aber noch habe ich nicht alle gesehen). Ich sag nur: NEID 🤢 !
Gegen Abend schleppe ich mich zur Rezeption in die Wlan-Zone hoch, wo schon andere aus unserer Gruppe auf ihren Smartphones vor sich hindaddeln. Dabei haben wir ein sehr schräges Erlebnis 🙄 : Aus einer großen Reisegruppe, die wohl heute angekommen ist, taucht ein Paar bei uns auf und heult sich aus. So richtiges Mitleid will bei mir (und anderen) aber nicht aufkommen 😗 . Die Beiden sind mir schon auf den ersten Blick, bzw. die ersten Worte unsympathisch und als sie dann auch noch entsetzt erzählen, dass sie – „Ja nu, wir sin eben Raucher“ - von ihren Mitreisenden gebeten wurden, doch wieder ans Lagerfeuer zurückzugehen, als sie ihr Zigarettchen am Tisch gesellig bei den anderen paffen wollten und sich dadurch ungerecht behandelt fühlen, bin ich sprachlos 🤩 ! Ach nein, stimmt gar nicht, ich antworte, als sie uns fragen, ob in unserer Gruppe denn alles okay wäre und wir uns verstehen: „Ja, wir lieben uns alle!“ 😎
Als die Beiden verschwunden sind, schauen wir uns mit großen Augen an und meinen nur: „Glück gehabt!“ Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es wäre, solche Typen in der Gruppe zu haben 😈 .
Beim Abendessen bekommen wir noch Besuch von diesem Falter, den Matthias mir dankenswerterweise anleuchtet.
Tja, das war mein Tag in Mutinondo 🙄 . Zum Glück geht es mir genau hier nicht so gut, wo wir zwei Nächte sind und man sich auch gut im Camp aufhalten kann. Ich bin auch nicht schrecklich traurig, die Wanderungen verpasst zu haben, weil es hier zwar objektiv schön ist, die Landschaft aber nicht ganz meinem Bild von Afrika entspricht.
Matthias wird euch aber mit seinen Erzählungen und Bildern sicher vermitteln, wie gut es ihm hier gefallen hat 🙂 !
Ich übergebe also an ihn 😉 !
Teil 2020. Dez. 2025
27. Oktober 2025: Von Mutindo Wilderness zum Makanga Camp/ Bangweulu Wetlands (Teil1)
Andrew ermuntert uns, vor der Abfahrt noch einen kleinen Walk zu machen, also gehe ich ein paar Schritte runter bis zu den Stellen, die bei mehr Wasser sicher sehr spannend sind, um wenigstens ein bisschen etwas von der Umgebung zu sehen. Allerdings haut es mich jetzt nicht um, was aber auch daran liegen kann, dass ich alles andere als fit bin.
Bevor wir nun losfahren, noch ein schnelles Fazit zur Samala-Campsite (also eine Location vorher), das habe ich nämlich vergessen und eines zu Mutindo Wilderness.
Samala: es gibt wohl nur zwei Campsites, unsere war recht schattig, allerdings ein bisschen abschüssig, so dass man beim Zeltaufbau schauen musste, wie man sich positioniert, damit man nachts nicht durch die Gegend rollt. Die Ablutions waren okay, Long-drop-Toiletten, wenn ich mich richtig erinnere. Die Umgebung mutet nicht sehr nach Afrika an – auch wenn mir vollkommen bewusst ist, dass dies eine blöde Pauschalisierung ist.
Mutinondo Wilderness: wie gesagt war unsere Campsite sehr großzügig mit allem, was man für eine größere Gruppe braucht, inklusive der kleinen Küche und einem großen Block mit Spülbecken. Die Ablutions waren auch Long-drop-Toiletten und einige sehr nette Duschen. Dazu dann noch die Rezeption (wenn auch ein Stück entfernt) mit Wifi. Andrew hatte uns gesagt, dass man das Wasser hier bedenkenlos aus dem Wasserhahn trinken kann. Mir hat es allerdings nicht sonderlich geschmeckt und ich fand es auch recht bräunlich (und ich bin da durch unsere Botswana-Touren nicht empfindlich). Die Landschaft war – wie auch schon Matthias sagte - wenig afrikanisch, zumindest was meine bisherigen Afrikaerfahrungen als Vergleichsmaterial betrifft. Die ganze Anlage ist übrigens sehr weitläufig in einem Wald verteilt, so dass man von etwaigen Campnachbarn zumindest auf unserem Platz nichts mitbekommt.
So, jetzt aber – weiter geht’s!
Wann wir losgefahren sind, weiß ich gar nicht, wir fahren auf jeden Fall wieder nach Kalonje und dann zurück nach Norden auf der T2, bis es ein paar Kilometer weiter nach links abgeht auf die DR733-Piste, die – Überraschung – recht anstrengend zu fahren ist, allein schon wegen der Sonne, die ins Auto knallt.
Auf dieser erreichen wir um 11 Uhr die Stelle, an der es rechts abgeht in die Bangewulu Wetlands.
Dort befindet sich auch das Gate.
Andrew hatte uns bereits erklärt, dass es eine Planänderung gibt. Wir werden nicht auf der Nsobe Campsite übernachten können, weil es in der Gegend sehr viele Buschbrände gibt und das Camp voller Rauch sei 😵 .
Wir müssen also nach kurzer Zeit nach rechts abbiegen, um zum Makanga (Hunting) Camp zu gelangen. Erstaunlicherweise ist dieses Camp auf der Karte im Zambia-Reiseführer von Hupe auf einer Karte zu finden. Text dazu gibt es keinen und ich finde auch im Netz nichts über diesen Ort.
Während wir gefühlt endlos auf Sandpisten,
teilweise sehr schmal und mit tief ausgefahrenen Senken,
oder bereits nassen Passagen, die jeweils das Tempo drastisch reduzieren,
durch sattes Grün fahren,
und wo uns auch immer wieder Fahrräder und Menschen zu Fuß begegnen,
fragen wir uns, ob es dieses Camp überhaupt gibt und wenn ja, ob Andrew tatsächlich den Weg dorthin weiß. 🙄 😐 🤩
Die Menschen, die hier leben, werden Bangweulu-Bisa genannt und leben laut Hupe von März bis ca. September (wobei wir sie im Oktober dort auch noch gesehen haben) in den Sümpfen in temporären Strohhütten auf trockenen Inseln, die teilweise aus Termitenhügeln gebildet wurden (diese Hütten werden wir später noch sehen). Sie jagen und fischen dort, um in der Regenzeit wieder in ihre Dörfer hierher zurückzukehren, wo sie Maniok, der hier Cassava genannt wird, anzubauen.
Immer wieder fahren wir an solch kleinen Siedlungen vorbei und an der Reaktion der Bewohner lässt sich ablesen, dass hier vermutlich sehr selten Fahrzeuge unterwegs sind. Andrew hat uns inzwischen auch davon in Kenntnis gesetzt, dass das Makanga Camp monatelang stillgelegt war (keine Ahnung warum) und wir nun die ersten Gäste seit langem sein werden. Er hofft, dass das Camp bis zu unserer Ankunft voll funktionsfähig ist 😣 😮 😕 . Na gut, da hoffen wir mal feste mit 😊 !
Während wir langsam an ein paar Hütten vorbeifahren, entdecken wir eine Blaukehlagame (bzw. zwei, wenn ich mich richtig erinnere). Die Markierung im Stamm ist übrigens eine Art Wegweiser, so hat es uns schon unser Scout beim Ituba Camp erklärt.
Unser Guide schlägt uns vor, auszusteigen, um die Agame besser fotografieren zu können.
Währenddessen kommt er mit den Bewohnern der Hütten ins Gespräch und winkt uns her. Wir dürfen zuschauen, wie drei junge Frauen gerade Cassava stampfen und Andrew hilft gleich mit.
Üblicherweise werden die Maniokwurzeln jeweils von einer Frau in runden Trögen zerstampft, hier sieht man eine regionale Besonderheit, die es nur in dieser Gegend gibt: mehrere Frauen sitzen an einem länglichen Trog.
Ich habe hier das Gefühl, wirklich sehr tief in das Leben der Menschen einzutauchen, das ist kein geplanter Dorfbesuch, der im Reiseprogramm steht 😗 , sondern er ist aus einer spontanen Idee von Andrew heraus entstanden!
Uns wird noch gezeigt, wie der zerstampfte Cassava gesiebt und wo er getrocknet wird und auch die Maniok-Knollen lernen wir kennen.
Am Ende wird noch eine Tüte organisiert, denn Andrew möchte Cassava-Mehl mitnehmen, um damit eine Art Pap zu kochen, bzw. mit dem Mais-Pap, den es sehr oft abends gibt, zu vermischen. Außerdem kündigt er an, dass er auf der Rückfahrt übermorgen ein paar Maniok-Knollen mitnehmen möchte.
Nach einer weiteren Fahrt durch grüne Wälder auf der schmalen holprigen Piste ändert sich eine Stunde später die Landschaft. Zwischen kleineren Baumgruppen stehen unzählige kleine Termitenhügel auf großen Ebenen. Schnell bekommt diese Landschaft von uns den Namen „Friedhof“.
Zum Namen passend sieht man hier kaum Lebewesen, diese Schwarzbauchtrappe ist daher eine willkommene Abwechslung, auch wenn sie nicht sehr kooperativ ist:
Als wir dann endlich bei der Campsite ankommen, kann man schnell erkennen, dass hier eifrig gearbeitet wird, um das Ganze bald bewohnbar zu machen 🤩 .
Die uns zugeteilten Sanitärblöcke kann man hinten links und neben Monicas Kopf erkennen.
Auf einer betonierten Plattform befindet sich zentral ein Waschbecken und dahinter, notdürftig vor Blicken durch eine Bambusmatte geschützt, auf der einen Seite eine Dusche und auf der anderen eine Toilette. Allerdings gibt es noch kein fließendes Wasser, und wenn irgendwo mal welches kommt, dann ist es sehr erdig 🤢 .
Na, dann wollen wir mal hoffen, dass die sehr bemühten Mitarbeiter das noch zum Laufen bringen werden 😐 .
Trotz dieser Mängel ist der Platz aber wunderschön, die extrem hohen Bäume spenden viel Schatten und sind sehr beeindruckend.
Wir bauen das Camp auf, essen zu Mittag und bereiten uns dann mental auf die Suche nach dem Schuhschnabel vor, die heute Nachmittag stattfinden soll 🤩 !