Es war von mir eine spontane Idee das anzubieten und unter
https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300206-frage-interesse-an-kniffs-in-der-fotografie.html
nachzufragen ob Interesse besteht. Die Reaktionen waren eindeutig, was mich gefreut hat.
Als ich mit der Tierfotografie angefangen habe, gab es im Netz recht wenige nützliche Tipps. Das hat sich massiv geändert, und ist von mir aufgrund der Spontanität auch etwas übersehen worden.
Vielleicht hilft aber dem einen oder anderen durch meine Erläuterung die Kniffs besser zu verstehen. Es ist auch vorzugsweise an die gerichtet, die sich eben noch nicht so intensiv mit Fotografie beschäftigt haben. Hier im Forum treiben sich einige Top Leute rum, die mir noch was beibringen können. 🙂
Vorweg: worauf ich erstmal nicht direkt eingehen werde, sind die Themen, Blende, Verschlusszeiten, Tiefenschärfe. Es gibt zu diesem Thema unersättliche viele Seiten und Bücher.
https://www.reisen-fotografie.de/blende-brennweite-schaerfentiefe/ ]
Mir geht es mehr um Gestaltung. Wenn ihr aber Fragen dazu habt, dann stellt sie einfach.
Die eingestellten Fotos sind immer von mir, andere verlinke ich aus Urheberrechtsgründen
1. Auf die Augen scharfstellen (Tierfotografie)
Das ist eine ziemliche einfacher Tipp. Speziell in Portraits (sei es Mensch oder Tier) ist es unerlässlich. Nichts sieht dümmer aus, wenn das Ohr scharf abgebildet ist, und nicht die Augen. Daher versucht den Autofokus auf die Augen zusetzen. Mache ich mittlerweile schon automatisch, die Kamera auf das Auge oder den Kopf (wenn weit weg) auszurichten
(hier ist der Hals scharf, aber eben nicht die Augen, klappt bei mir auch nicht immer.)
(hier passt es)
Bei den Kameras, bei denen manuell ein Fokusfeld wählen kann, ist es einfacher. Das Fokusfeld auswählen und damit „zielen“. Bei Smartphones kann man mit dem Finger aufs Display tippen und somit festlegen auf welchen Punkt scharfgestellt werden soll.
Die mit einer reinen Focusautomatik haben, da muss ausprobiert werden. Neue Kameras können z.B die Augen erkennen.
Es sieht halt einfach schön aus, wenn das Tier in die Kamera schaut und die Augen scharf sind. Der Rest soll/kann sogar unscharf sein. Es ist eine Interaktion.
Ausnahme: du willst bewusst ein bestimmtes Körperteil in Scene setzen, z.B eine tolle Nase, Schnabel ect.
2. Auf Augenhöhe fotografieren (Tierfotografie)
Ich höre jetzt schon die Birder auflachen und manche fragen sich, soll ich ne Leiter mitnehmen um eine Giraffe zu fotografieren? Ähm nein. Nicht jeder Tipp lässt sich immer perfekt umsetzen. Aber wenn es möglich ist, macht es
Hinter diesem Tipp sind zwei Prinzipien versteckt.
a) Perspektive. Wir alle nehmen als aufrechtgehender Zweibeiner die Dinge immer aus der gleichen Perspektive war. Eine Eidechse sehen wir meist von oben. Wer hat sich den Spaß gemacht, einfach so mal runterzugehen um die Tiere anzuschauen. Und genau darauf baut diese Regel, und genau deshalb finden wir z.B Drohnenbilder so toll, weil sie uns eine neue Perspektive zeigen, die wir sonst nie sehen. Wir sehen „alltägliches“ neu.
b) Bildgestaltung. Ich gehe nachher noch darauf ein. Wenn du auf Augenhöhe fotografierst, befindet sich dein Objektiv fast horizontal. Da jedes Tele einen begrenzten Bereich hat, in dem es scharf abbildet, entsteht vor dem Objekt und nach dem Objekt ein unscharfer Vorder/Hintergund. Und damit habt ihr eine ganz einfache und primitive Bildkomposition mit einer Tiefenwirkung
So sehen wir normalerweise die Einsiedlerkrebse
https://www.wirbellotse.de/thread/9952-einsiedlerkrebs-am-strand-von-talalla/?postID=102340]
und so auf Augenhöhe
Bei kleinen Tieren heißt das aber auch, man muss sich auf den Boden legen. Jeder der die Little Five Tour in Swakopmund macht, empfehle ich sich zum Fotografieren in den Sand zulegen. Es lohnt sich 🙂. Ignoriert die doofen Blicke der Anderen.
(hier war das Junge Chamäleon so klein, dass ich trotz auf dem Boden liegen es nicht perfekt hinbekommen habe. Aber man sieht bereits die Trennung von scharfen und unscharfen Bereichen)
Die Intension dabei ist nicht ein Bild, geeignet für ein Bestimmungsbuch, zu erzeugen, sondern darum den Betrachter zu fesseln.
Genauso gut kann man sein Auto so positionieren, dass man tiefer oder höher steht und man somit der Augenhöhe näherkommt. Aber bitte: Nehmt Rücksicht auf die Umwelt, nur für ein besseres Foto irgendetwas kaputt zu treten oder fahren ist nicht Sinn der Sache.
3. Bildgestaltung (Allgemein)
Sehr komplexes Thema für eine eigentliche einfache Situation. Wir können mit unseren zwei Augen dreidimensional sehen. Eine Kamera kann es nicht, es ist immer nur zweidimensional. Daher ist die Bildgestaltung so wichtig, bzw. viele sind enttäuscht, wenn sie das fertige Foto sehen, es wirkt so flach, denn es fehlt die dritte Dimension. Daher muss man tricksen.
Bei einem guten Foto gibt es einen Vordergrund, das Motiv und den Hintergrund. Wenn ich ein Landschaftsfoto mache, versuche ich, sofern es möglich ist, einen Eyecatcher in den Vordergrund zu platzieren: einen netten Stein, Busch, Blume. Damit hat man plötzlich einen Bezugspunkt. Man kann die Entfernungen in Relation setzten und unser Gehirn erkennt in dem Bild ein Tiefe.
Vorteil der Weitwinkel: diese Objektive können einen sehr großen Bereich scharf wiedergeben, somit auch Objekte im Vordergrund.
Wenn sich einer mit der hyperfokalen Distanz beschäftigen möchte:
https://www.pixolum.com/blog/fotografie/hyperfokale-distanz
(hier war es die Felskante und der Baum, was im Elbsandsteigebirge der Klassiker ist)
(hier waren es die Steine, die ich einbinden wollte)
(hier die vereisten Wedel, ohne die wäre der See recht langweilig)
4. Drittelregel/ Goldener Schnitt
Eine der klassischten Tipps überhaupt, tausendfach zitiert.
Es geht vereinfacht darum, die wichtige Elemente nicht in die Mitte zusetzen sondern in einem äußeren Drittel.
Legt man den Horizont in die Mitte, dann strahlt das Bild Ruhe aus, kann aber sehr schnell langweilig werden.
Legt man den Horizont ins obere Drittel dann betont man die Erde,
im unteren Drittel betont man den Himmel.
Bei den Tieren ist es ähnlich
Hier habe ich einmal den Schakal mittig und im rechten drittel angeordnet.
Mann kann jetzt darüber streiten, was besser ist. Da der Schakal ziemlich frontal aufgenommen ist, wirkt mittig gar nicht schlecht.
Bei dem Löwen passt es, das das Auge im oberen drittel am Rand angeordnet ist. Er schaut nach links, also macht es Sinn dort Raum im Bild zulassen.
Bei dem Greif wollte ich ihn mehr ins linke Drittel reinschieben, ging aber wegen den Flügeln nicht. Der Vogel fliegt damit ins Bild. Außerdem hat es noch etwas Gestrüpp, was das Bild etwas spannender macht.
Unten rechts angeordnet sieht es merkwürdig aus, wie abgeschnitten. Kann aber auch wieder im Falle, dass man eine Flucht darstellen möchte, die richtige Position sein.
Die Giraffe habe ich bewusst weit nach rechts geschoben um die karge Weite des Etoshas zu verdeutlichen.
Lange Rede , kurzer Sinn. Es lohnt sich damit zu spielen und auf die Positionierung im Bild zu achten.
Wie gehe ich in der Praxis damit um? Bei Landschaftsbildern wähle ich bereits im Vorfeld meine Drittelspunkte. Ich habe Zeit, mir läuft nichts davon, ich kann komponieren. Teilweise spiel ich damit und nehme unterschiedliche Varianten auf und entscheide zu Hause was mir besser gefällt. Bei Tieren nehme ich meist erst mal mittig das Motiv auf, lasse Platz und wähle den Ausschnitt dann zu Hause. Wir alle wissen, die Tiere können schnell ihre Position verändern. Wenn ich merke, dass ich Zeit habe, dann fange ich an auszuprobieren.
Für diejenigen, die nichts am PC machen wollen. Die Kameras bieten teilweise die Möglichkeit an, dass man direkt an der Kamera bearbeitet, also auch den Ausschnitt auswählt.
5. Bild ausrichten
Man sieht häufig, dass Bilder „schief“ sind. Das kann ein bewusstes Gestaltungsmittel sein,
https://www.zouboulis.com/autofotografie/]
(Beispiel schiefer Hintergrund)
aber z.B bei einem Sonnenuntergang am Meer, bei dem der Horizont schiefverläuft, tut beim Betrachten weh. Wasser ist immer gerade. Also bei der Aufnahme darauf achten, oder später am Computer korrigieren.
(Also das ist aus meiner Anfangszeit meiner digitalen Fotokariere, hust. So etwas ging bei mir heutzutage gar nicht mehr 🙂 )
6. Licht
Fotografie kommt aus den altgriechischen und heißt „Zeichnen mit Licht“. Besser kann man es nicht beschreiben. Es gibt den Spruch: „Der Amateur sorgt sich um die Technik, der Profi ums Geld und der Meister ums Licht“. In der Fotografie dreht es sich letztendlich immer nur ums Licht.
Hier jetzt eine Auswahl an Tipps zum Thema Licht
Jeder von Euch weiß, dass morgens und Abend das Licht zum Fotografieren am Besten ist. Das liegt zum einem daran, dass die noch flachen Sonnenstrahlen einen rötlichen Ton ergeben. Noch viel wichtiger ist aber, das Flache Licht erzeugt, Schatten und damit habt ihr wieder die Tiefenwirkung. Deswegen macht es nur bedingt Sinn mittags zu fotografieren. Die Sonne steht senkrecht, die Schatten sind zu klein und kaum ausgeprägt, die Fotos wirken flach. Eins der besten Bilder zum Sossusvlei, das ich gesehen habe, hat genau das aufgegriffen. Der Boden war zwar schon angeleuchtet, die Risse im Boden waren noch dunkel. Das sah einfach nur toll aus. Aber: das ist nur ein ganz kleines Zeitfenster, wo das klappt und vielleicht auch nur zu einer bestimmten Jahreszeit möglich. Der Fotograf hat sicherlich sehr viel Zeit verwendet um das so hinzubekommen. Gilt zum Beispiel auch für den Fisch-River-Canyon. So früh dazu sein, dass der Canyon noch ausgeprägte Schatten hat
https://www.spiegel.de/reise/fernweh/wuestentour-in-saudi-arabien-die-schatten-des-windes-a-742275.html
(das mal als Beispiel, was eben diese Schatten für eine Wirkung ausüben kann).
Ich lese immer wieder es hatte schlechtes Fotolicht. Nein es gibt kein schlechtes Fotolicht.
- Mittags bei strahlendem Sonnenschein zu fotografieren ist meist schlecht, wie oben beschrieben. Aber im Antelop canyon in den USA musst du genau Mittags da sein, sonst sieht er nicht so spektakulär aus
https://www.google.com/search?q=antelop+canyon&client=firefox-b-d&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwjZuJLcl4DwAhUm8LsIHVxzDOgQ_AUoAXoECAEQAw&biw=1436&bih=807
- Wenn es regnet ist es perfekt in den Wald zu gehen. Durch die Nässe leuchtet das Grün intensiv wie nie, auch ohne Photoshopregler
- Bewölktes diffuses Licht ist perfekt für Tieraufnahmen. Ein Weißkopfseeadler bei strahlendem Sonnenschein aus der Nähe zu fotografieren, bedeutet, wegen den hohen Kontrasten, auszuwählen. Entweder ist das weiße Gefieder richtig belichtet, dafür die schwarzen Stellen abgesoffen und ohne Struktur. Oder umgekehrt. Bei bewölktem Licht kann man ihn so fotografieren, dass die hellen wie dunkle Stellen richtig belichtet werden. Das gilt auch für den Schreiseeadler in Afrika. Die starken Kontraste sind reduziert. Um mal andere Fotografen aufzuführen
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/299942-im-hohen-gras-gibt-s-keine-katzen-krueger-2020.html?start=0
In dem Reisebericht von Blende 18.2 kann man richtig gut erkennen, dass die Bilder meist bei bewölktem Licht aufgenommen wurden. Es sind satte Farben, helle Stellen sind nicht überstrahlt, die Details in Haaren und Federn sind gut erkennbar. Und das nicht nur wegen einer sehr guten Kamera, sondern wegen dem diffusen Licht. Das ist auch kein Widerspruch zu der Aussage, dass man morgens und Abends tolle Tierbilder bei Sonnenschein macht. Das Licht ist zu dem Zeitpunkt eben sehr weich.
(bei diffusem Licht aufgenommen)
(im letzten Abendlicht, es strahlte wirklich so rot)
- Hitzeflimmern. Das ist z.B eines der Probleme, die man in der Hitze von Afrika einfach hat. Bei großer Hitze sieht man durch ein Tele die heiße aufsteigende Luft in Form von Flimmern. Scharfe Bilder bekommt dann auch niemand, selbst mit einem 10.000€ System. Tiere in großer Entfernung zu fotografieren bringt zu der Zeit nichts.
(an Mittag aufgenommen, Unscharf wegen dem Hitzeflimmern)
- Sonnenuntergang. Viele hören auf mit den Fotos, wenn die Sonne untergegangen ist. Das ist aber schade. Die anschließend blaue Stunden sorgt für ein mystisches Licht. Und wenn ihr dabei seid einen Sonnenuntergang mit Abendrot (Also wenn die Untergehende Sonnen die Wolken anstrahlt) zu fotografieren, haut bloß nicht ab, wenn die Sonne weg ist. Ca 10 bis 15min danach werden die Wolken noch mal richtig fett angestrahlt, das übertrifft die Farben vorher.
7. Fauchendes Tier
Man sieht immer wieder Bilder von Raubtieren, die in die Kamera fauchen. Dahinter steckt ein ganz einfacher Trick. Wenn die Tiere gähnen, gibt es einen ganz kurzen Moment, wo es so aussieht als ob das Tier faucht. Den zu treffen geht nur mit einer hohen Bildaufnahme- Serie, oder Glück. Ich habe leider keine Serienaufnahme, in der der ganze Prozess erkennbar wäre. Ich behalte meist aus der Serie eben dieses eine Bild.
Beispiel-Sequenz ist hier zu finden: https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300219-tipps-zu-tier-und-naturfotografie.html?start=54#715737
8. Gib dem Tier Raum
Ich weiß ich betrete hiermit ein heikles Thema, da es letztendlich Geschmacksache ist. ES soll eine Anregung sein.
Als ich mein erstes größerer Tele hatte, habe ich mit voller Begeisterung alles so groß wie möglich abgelichtet. Im Laufe der Zeit musste ich aber einsehen, dass der Spruch „Kannst du es nicht schön machen, dann mach es wenigsten groß“ auf die meisten meiner Bilder zu traf. Die einzige Bildgestaltung war halt, das Tierformat füllend abzulichten. Aber ein Tier lebt in einer bestimmten natürlichen Umgebung, und es macht Sinn diese auf den Fotos zu integrieren. Aber das ist natürlich Geschmacksache, und die Bilder müssen Euch gefallen und niemanden sonst.
Mal hier eine Serie. Erstes Bild Original-größe, zweites Bild meine Ausschnittswahl, drittes Bild maximales Ausschnitt. Kann und darf jetzt entscheiden welches Bild ihm am besten gefällt.

9. Weniger ist manchmal mehr
Genau wie der vorherige Punkt das ist Geschmacksache und darf jeder für sich selbst entscheiden. Als ich aus Botswana zurück kam hatte ich 4000 Bilder gemacht, die ich konsequent auf knappe 300 reduziert und von den ich ca. 100 zeige. Und davon sind ca. 5 Bilder, die ich absolut top finde.
Man sieht in vielen Reiseberichten Serienbilder eines Motivs. Löwe schaut links, rechts, oben, unten, gähnt ect. Mir geht es wie allen Anderen bei meinen Bildern: Bei Anblick kommen tollen Erinnerungen zurück und ich find jedes Bild geil. Nur den anderen stellt sich bei diesem „Dauerfeuer“ irgendwann eine Sättigung einm und selbst wenn du wirklich die genialsten Fotos in dieser Menge zeigst, setzt beim Betrachter eine Übersättigung und Müdigkeit ein. Daher überlegt euch, ob nicht auch weniger Bilder zum Zeigen reichen. Bitte, keinen Shitstorm deswegen, es soll nur eine Anregung sein. Macht es so wie es Euch gefällt.
10. Blitz
In der Tier- und Naturfotografie ist ein Blitz meist unnötig. Man kann sehr gut beobachten, wie an manchen Wasserlöchern in der Dämmerung es aufblitzt. Es ist so produktiv wie das Ausspucken eines Lagerfeuers (ja ich weiß, wenn es ausreichend viele sind, dann… ).
Aber es gibt Situationen, da macht das Ganze echt Sinn.
Bei diesem Bild habe ich mit dem integrierten Kamerablitz die Palme angeblitzt. Vorher sah das Bild langweilig aus, die aufgehellte Palme hat da Pepp reingebracht, durch den schwachen Blitz war es auch nicht viel. War ein Versuch und ich war selber überrascht, dass es so gut funktioniert hat.
Das Bild entstand im Okawango-Delta und war so nicht geplant. Die Besucher des Camps standen um mich herum und der Guide hat was zu den Sternen erzählt. Ich baute mein Stativ auf, machte gerade eine Langzeitbelichtung der Milchstraße, da packt der Guide seine Lampe aus und leuchtete in den 30s der Belichtung wild in den Bäumen umher. Begeistert war ich da erstmal nicht, aber als ich das Ergebnis gesehen habe, sah die Welt anders aus. Das Aufhellen der Bäume hat wirklich Spannung reingebracht. Also versucht es selber, wenn ihr mal wieder ins Delta reisen dürft (natürlich auch wo anders)
11. Bildformat
Der Klassiker. Macht mehr Hochkantaufnahmen. Es bieten sich alle schmalen hohe Objekte dafür an. Giraffen, Bäume ect-. Man betont dadurch solche Motive.
Ich selber mache eigentlich auch zu wenige Hochkantbilder. Meist zeige ich die Fotos am Monitor oder Fernseher. Wenn nach einem bildschirmfüllenden Bild ein Hochkantbild in „Mini“ kommt, wirkt es erstmals wie ein Suchbild. Aber, auf dem Tablet oder Smartphone kann ich das Gerät ja jederzeit drehen. In Fotobüchern kann man es perfekt einbinden.
Für mein Büro habe ich mal Poster angefertigt, die auf Hochkant basieren, also auch eine Möglichkeit
Zu guter Letzt, aber das setzt leider etwas Arbeit am PC voraus, seid kreativ im Bildformat. Mann muss sich ja nicht unbedingt an das vorgegebene Format der Kamera halten. Ich beschneide sehr oft meine Landschaftsbilder Panoramaartig.
Andere machen quadratische Bilder. Das als Serie hat auch seinen Reiz. Seid in der Hinsicht kreativ. Früher war das 4/3 Verhältnis standard, jetzt ist es 16/9.
12. Ideen entwickeln
Profifotografen haben meist eine Bildidee, die sie versuchen umzusetzen. Manche warten jahrelange, bis alles funktioniert. Das ist vielleicht extrem, aber auch das gehört zur Naturfotografie.
Um mal ein realistisches Beispiel zu nennen. Es langt schon am Wasserloch zu warten. Man beobachtet ein bestimmtes Verhalten, das regelmäßig wiederholt wird. Wenn man die Idee hat, das fotografisch festzuhalten, heißt es warten, sich darauf konzentrieren. Oder man möchte ein Tier an einer bestimmten Stelle fotografieren, wie es auf einen zuläuft.
Was ich eigentlich sagen will, macht euch Gedanken über bestimmte Bildideen. Ideen, die ihr euch auch zutraut, umzusetzen. Und dann bleibt am Ball. Manches wird dauern, aber ihr seid hinterher richtig happy.
Ich bin eine Zeitlang oft in den Pforzheimer Wildpark gegangen. Am Wochenende gab es gegen 14 Uhr war die Luchs-Fütterung. EIne halbe Stunden vorher waren die Tiere bereits aktiv und liefen teilweise bestimmte Strecken ab, in regelmäßigen Abständen. An einer Stelle war es möglich sich auf Augenhöhe mit dem Tier zu begegnen. Da saß ich dann und habe gewartet.
Meine ganzen Punkte sind nur eine kleine Übersicht. Diese ist weder vollständig noch sollen es unumstößliche Gesetz sein und sind zum Teil auch durch meinen persönlichen Geschmack geprägt. Wenn der eine oder andere beim nächsten Mal innehält, bevor er den Auslöser drückt, und sich Gedanken über sein Foto, die Gestaltung macht, dann hat er oder sie in meinen Augen bereits den ersten Schritt in Richtung Fotografie gemacht.
Die Frage: was ist ein tolles Foto, kann auch ich nicht beantworten. Das sieht jeder anders, Geschmäcker sind verschieden und hängen teilweise vom Zweck ab. Seit die Digitale Fotografie sich durchgesetzt hat, sind superscharfe, detailreiche und farbintensive Bilder bei Tierfotografen der allgemeine Wunsch und Standard.
Im Jahr 2010 wurde dieses Foto von der GDT gekürt.
https://www.fotomagazin.de/bild/europ%C3%A4ischer-naturfotograf-des-jahres-0
Es trifft nicht mal entfernt eines der Kriterien, die viele Naturfotografen als Maßstab setzen. Auch ich tu mich mit dem Bild schwer. Es ist schlicht ein künstlerisches Bild, und das ist nicht meine Welt. Aber andere sehen weiter als ich, für die GDT war es damals ein herausragendes Bild. Für mich ist das völlig in Ordnung.
Der Aufschrei und die Empörung waren damals groß. Vermutlich hauptsächlich von den ganzen Hobby-Fotografen, die tausende Euro investiert haben und die Welt nicht mehr verstanden haben.
Das waren dann die Bilder 2011
https://kwerfeldein.de/2012/07/23/europaischer-naturfotograf-des-jahres-2011/
Daher, solange ihr keine Wettbewerbe oder Geld damit verdienen müsst, unterliegt es erst mal euren Vorstellungen. Und um ehrlich zu sein: das Namibia-Forum ist ein Reise- und nicht Fotografie-Forum
Ergänzungen von anderen Forums-User
Sternenbilder/Milchstraße fotografieren
amazingviews: https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300219-tipps-zu-tier-und-naturfotografie.html?start=24
Spinx: https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300219-tipps-zu-tier-und-naturfotografie.html?start=42
Bildgestaltung: Von links nach rechts
Blende18.2: https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300219-tipps-zu-tier-und-naturfotografie.html?start=42

https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300206-frage-interesse-an-kniffs-in-der-fotografie.html
nachzufragen ob Interesse besteht. Die Reaktionen waren eindeutig, was mich gefreut hat.
Als ich mit der Tierfotografie angefangen habe, gab es im Netz recht wenige nützliche Tipps. Das hat sich massiv geändert, und ist von mir aufgrund der Spontanität auch etwas übersehen worden.
Vielleicht hilft aber dem einen oder anderen durch meine Erläuterung die Kniffs besser zu verstehen. Es ist auch vorzugsweise an die gerichtet, die sich eben noch nicht so intensiv mit Fotografie beschäftigt haben. Hier im Forum treiben sich einige Top Leute rum, die mir noch was beibringen können. 🙂
Vorweg: worauf ich erstmal nicht direkt eingehen werde, sind die Themen, Blende, Verschlusszeiten, Tiefenschärfe. Es gibt zu diesem Thema unersättliche viele Seiten und Bücher.
https://www.reisen-fotografie.de/blende-brennweite-schaerfentiefe/ ]
Mir geht es mehr um Gestaltung. Wenn ihr aber Fragen dazu habt, dann stellt sie einfach.
Die eingestellten Fotos sind immer von mir, andere verlinke ich aus Urheberrechtsgründen
1. Auf die Augen scharfstellen (Tierfotografie)
Das ist eine ziemliche einfacher Tipp. Speziell in Portraits (sei es Mensch oder Tier) ist es unerlässlich. Nichts sieht dümmer aus, wenn das Ohr scharf abgebildet ist, und nicht die Augen. Daher versucht den Autofokus auf die Augen zusetzen. Mache ich mittlerweile schon automatisch, die Kamera auf das Auge oder den Kopf (wenn weit weg) auszurichten


Bei den Kameras, bei denen manuell ein Fokusfeld wählen kann, ist es einfacher. Das Fokusfeld auswählen und damit „zielen“. Bei Smartphones kann man mit dem Finger aufs Display tippen und somit festlegen auf welchen Punkt scharfgestellt werden soll.
Die mit einer reinen Focusautomatik haben, da muss ausprobiert werden. Neue Kameras können z.B die Augen erkennen.
Es sieht halt einfach schön aus, wenn das Tier in die Kamera schaut und die Augen scharf sind. Der Rest soll/kann sogar unscharf sein. Es ist eine Interaktion.
Ausnahme: du willst bewusst ein bestimmtes Körperteil in Scene setzen, z.B eine tolle Nase, Schnabel ect.
2. Auf Augenhöhe fotografieren (Tierfotografie)
Ich höre jetzt schon die Birder auflachen und manche fragen sich, soll ich ne Leiter mitnehmen um eine Giraffe zu fotografieren? Ähm nein. Nicht jeder Tipp lässt sich immer perfekt umsetzen. Aber wenn es möglich ist, macht es
Hinter diesem Tipp sind zwei Prinzipien versteckt.
a) Perspektive. Wir alle nehmen als aufrechtgehender Zweibeiner die Dinge immer aus der gleichen Perspektive war. Eine Eidechse sehen wir meist von oben. Wer hat sich den Spaß gemacht, einfach so mal runterzugehen um die Tiere anzuschauen. Und genau darauf baut diese Regel, und genau deshalb finden wir z.B Drohnenbilder so toll, weil sie uns eine neue Perspektive zeigen, die wir sonst nie sehen. Wir sehen „alltägliches“ neu.
b) Bildgestaltung. Ich gehe nachher noch darauf ein. Wenn du auf Augenhöhe fotografierst, befindet sich dein Objektiv fast horizontal. Da jedes Tele einen begrenzten Bereich hat, in dem es scharf abbildet, entsteht vor dem Objekt und nach dem Objekt ein unscharfer Vorder/Hintergund. Und damit habt ihr eine ganz einfache und primitive Bildkomposition mit einer Tiefenwirkung
So sehen wir normalerweise die Einsiedlerkrebse
https://www.wirbellotse.de/thread/9952-einsiedlerkrebs-am-strand-von-talalla/?postID=102340]
und so auf Augenhöhe
.jpg)
Die Intension dabei ist nicht ein Bild, geeignet für ein Bestimmungsbuch, zu erzeugen, sondern darum den Betrachter zu fesseln.
Genauso gut kann man sein Auto so positionieren, dass man tiefer oder höher steht und man somit der Augenhöhe näherkommt. Aber bitte: Nehmt Rücksicht auf die Umwelt, nur für ein besseres Foto irgendetwas kaputt zu treten oder fahren ist nicht Sinn der Sache.
3. Bildgestaltung (Allgemein)
Sehr komplexes Thema für eine eigentliche einfache Situation. Wir können mit unseren zwei Augen dreidimensional sehen. Eine Kamera kann es nicht, es ist immer nur zweidimensional. Daher ist die Bildgestaltung so wichtig, bzw. viele sind enttäuscht, wenn sie das fertige Foto sehen, es wirkt so flach, denn es fehlt die dritte Dimension. Daher muss man tricksen.
Bei einem guten Foto gibt es einen Vordergrund, das Motiv und den Hintergrund. Wenn ich ein Landschaftsfoto mache, versuche ich, sofern es möglich ist, einen Eyecatcher in den Vordergrund zu platzieren: einen netten Stein, Busch, Blume. Damit hat man plötzlich einen Bezugspunkt. Man kann die Entfernungen in Relation setzten und unser Gehirn erkennt in dem Bild ein Tiefe.
Vorteil der Weitwinkel: diese Objektive können einen sehr großen Bereich scharf wiedergeben, somit auch Objekte im Vordergrund.
Wenn sich einer mit der hyperfokalen Distanz beschäftigen möchte:
https://www.pixolum.com/blog/fotografie/hyperfokale-distanz



4. Drittelregel/ Goldener Schnitt
Eine der klassischten Tipps überhaupt, tausendfach zitiert.
Es geht vereinfacht darum, die wichtige Elemente nicht in die Mitte zusetzen sondern in einem äußeren Drittel.
Legt man den Horizont in die Mitte, dann strahlt das Bild Ruhe aus, kann aber sehr schnell langweilig werden.


Hier habe ich einmal den Schakal mittig und im rechten drittel angeordnet.


Bei dem Löwen passt es, das das Auge im oberen drittel am Rand angeordnet ist. Er schaut nach links, also macht es Sinn dort Raum im Bild zulassen.



Wie gehe ich in der Praxis damit um? Bei Landschaftsbildern wähle ich bereits im Vorfeld meine Drittelspunkte. Ich habe Zeit, mir läuft nichts davon, ich kann komponieren. Teilweise spiel ich damit und nehme unterschiedliche Varianten auf und entscheide zu Hause was mir besser gefällt. Bei Tieren nehme ich meist erst mal mittig das Motiv auf, lasse Platz und wähle den Ausschnitt dann zu Hause. Wir alle wissen, die Tiere können schnell ihre Position verändern. Wenn ich merke, dass ich Zeit habe, dann fange ich an auszuprobieren.
Für diejenigen, die nichts am PC machen wollen. Die Kameras bieten teilweise die Möglichkeit an, dass man direkt an der Kamera bearbeitet, also auch den Ausschnitt auswählt.
5. Bild ausrichten
Man sieht häufig, dass Bilder „schief“ sind. Das kann ein bewusstes Gestaltungsmittel sein,
https://www.zouboulis.com/autofotografie/]
(Beispiel schiefer Hintergrund)
aber z.B bei einem Sonnenuntergang am Meer, bei dem der Horizont schiefverläuft, tut beim Betrachten weh. Wasser ist immer gerade. Also bei der Aufnahme darauf achten, oder später am Computer korrigieren.
6. Licht
Fotografie kommt aus den altgriechischen und heißt „Zeichnen mit Licht“. Besser kann man es nicht beschreiben. Es gibt den Spruch: „Der Amateur sorgt sich um die Technik, der Profi ums Geld und der Meister ums Licht“. In der Fotografie dreht es sich letztendlich immer nur ums Licht.
Hier jetzt eine Auswahl an Tipps zum Thema Licht
Jeder von Euch weiß, dass morgens und Abend das Licht zum Fotografieren am Besten ist. Das liegt zum einem daran, dass die noch flachen Sonnenstrahlen einen rötlichen Ton ergeben. Noch viel wichtiger ist aber, das Flache Licht erzeugt, Schatten und damit habt ihr wieder die Tiefenwirkung. Deswegen macht es nur bedingt Sinn mittags zu fotografieren. Die Sonne steht senkrecht, die Schatten sind zu klein und kaum ausgeprägt, die Fotos wirken flach. Eins der besten Bilder zum Sossusvlei, das ich gesehen habe, hat genau das aufgegriffen. Der Boden war zwar schon angeleuchtet, die Risse im Boden waren noch dunkel. Das sah einfach nur toll aus. Aber: das ist nur ein ganz kleines Zeitfenster, wo das klappt und vielleicht auch nur zu einer bestimmten Jahreszeit möglich. Der Fotograf hat sicherlich sehr viel Zeit verwendet um das so hinzubekommen. Gilt zum Beispiel auch für den Fisch-River-Canyon. So früh dazu sein, dass der Canyon noch ausgeprägte Schatten hat
https://www.spiegel.de/reise/fernweh/wuestentour-in-saudi-arabien-die-schatten-des-windes-a-742275.html
(das mal als Beispiel, was eben diese Schatten für eine Wirkung ausüben kann).
Ich lese immer wieder es hatte schlechtes Fotolicht. Nein es gibt kein schlechtes Fotolicht.
- Mittags bei strahlendem Sonnenschein zu fotografieren ist meist schlecht, wie oben beschrieben. Aber im Antelop canyon in den USA musst du genau Mittags da sein, sonst sieht er nicht so spektakulär aus
https://www.google.com/search?q=antelop+canyon&client=firefox-b-d&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwjZuJLcl4DwAhUm8LsIHVxzDOgQ_AUoAXoECAEQAw&biw=1436&bih=807
- Wenn es regnet ist es perfekt in den Wald zu gehen. Durch die Nässe leuchtet das Grün intensiv wie nie, auch ohne Photoshopregler

https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/299942-im-hohen-gras-gibt-s-keine-katzen-krueger-2020.html?start=0
In dem Reisebericht von Blende 18.2 kann man richtig gut erkennen, dass die Bilder meist bei bewölktem Licht aufgenommen wurden. Es sind satte Farben, helle Stellen sind nicht überstrahlt, die Details in Haaren und Federn sind gut erkennbar. Und das nicht nur wegen einer sehr guten Kamera, sondern wegen dem diffusen Licht. Das ist auch kein Widerspruch zu der Aussage, dass man morgens und Abends tolle Tierbilder bei Sonnenschein macht. Das Licht ist zu dem Zeitpunkt eben sehr weich.


- Hitzeflimmern. Das ist z.B eines der Probleme, die man in der Hitze von Afrika einfach hat. Bei großer Hitze sieht man durch ein Tele die heiße aufsteigende Luft in Form von Flimmern. Scharfe Bilder bekommt dann auch niemand, selbst mit einem 10.000€ System. Tiere in großer Entfernung zu fotografieren bringt zu der Zeit nichts.

- Sonnenuntergang. Viele hören auf mit den Fotos, wenn die Sonne untergegangen ist. Das ist aber schade. Die anschließend blaue Stunden sorgt für ein mystisches Licht. Und wenn ihr dabei seid einen Sonnenuntergang mit Abendrot (Also wenn die Untergehende Sonnen die Wolken anstrahlt) zu fotografieren, haut bloß nicht ab, wenn die Sonne weg ist. Ca 10 bis 15min danach werden die Wolken noch mal richtig fett angestrahlt, das übertrifft die Farben vorher.

Man sieht immer wieder Bilder von Raubtieren, die in die Kamera fauchen. Dahinter steckt ein ganz einfacher Trick. Wenn die Tiere gähnen, gibt es einen ganz kurzen Moment, wo es so aussieht als ob das Tier faucht. Den zu treffen geht nur mit einer hohen Bildaufnahme- Serie, oder Glück. Ich habe leider keine Serienaufnahme, in der der ganze Prozess erkennbar wäre. Ich behalte meist aus der Serie eben dieses eine Bild.


8. Gib dem Tier Raum
Ich weiß ich betrete hiermit ein heikles Thema, da es letztendlich Geschmacksache ist. ES soll eine Anregung sein.
Als ich mein erstes größerer Tele hatte, habe ich mit voller Begeisterung alles so groß wie möglich abgelichtet. Im Laufe der Zeit musste ich aber einsehen, dass der Spruch „Kannst du es nicht schön machen, dann mach es wenigsten groß“ auf die meisten meiner Bilder zu traf. Die einzige Bildgestaltung war halt, das Tierformat füllend abzulichten. Aber ein Tier lebt in einer bestimmten natürlichen Umgebung, und es macht Sinn diese auf den Fotos zu integrieren. Aber das ist natürlich Geschmacksache, und die Bilder müssen Euch gefallen und niemanden sonst.
Mal hier eine Serie. Erstes Bild Original-größe, zweites Bild meine Ausschnittswahl, drittes Bild maximales Ausschnitt. Kann und darf jetzt entscheiden welches Bild ihm am besten gefällt.



Genau wie der vorherige Punkt das ist Geschmacksache und darf jeder für sich selbst entscheiden. Als ich aus Botswana zurück kam hatte ich 4000 Bilder gemacht, die ich konsequent auf knappe 300 reduziert und von den ich ca. 100 zeige. Und davon sind ca. 5 Bilder, die ich absolut top finde.
Man sieht in vielen Reiseberichten Serienbilder eines Motivs. Löwe schaut links, rechts, oben, unten, gähnt ect. Mir geht es wie allen Anderen bei meinen Bildern: Bei Anblick kommen tollen Erinnerungen zurück und ich find jedes Bild geil. Nur den anderen stellt sich bei diesem „Dauerfeuer“ irgendwann eine Sättigung einm und selbst wenn du wirklich die genialsten Fotos in dieser Menge zeigst, setzt beim Betrachter eine Übersättigung und Müdigkeit ein. Daher überlegt euch, ob nicht auch weniger Bilder zum Zeigen reichen. Bitte, keinen Shitstorm deswegen, es soll nur eine Anregung sein. Macht es so wie es Euch gefällt.
10. Blitz
In der Tier- und Naturfotografie ist ein Blitz meist unnötig. Man kann sehr gut beobachten, wie an manchen Wasserlöchern in der Dämmerung es aufblitzt. Es ist so produktiv wie das Ausspucken eines Lagerfeuers (ja ich weiß, wenn es ausreichend viele sind, dann… ).
Aber es gibt Situationen, da macht das Ganze echt Sinn.


11. Bildformat
Der Klassiker. Macht mehr Hochkantaufnahmen. Es bieten sich alle schmalen hohe Objekte dafür an. Giraffen, Bäume ect-. Man betont dadurch solche Motive.
Ich selber mache eigentlich auch zu wenige Hochkantbilder. Meist zeige ich die Fotos am Monitor oder Fernseher. Wenn nach einem bildschirmfüllenden Bild ein Hochkantbild in „Mini“ kommt, wirkt es erstmals wie ein Suchbild. Aber, auf dem Tablet oder Smartphone kann ich das Gerät ja jederzeit drehen. In Fotobüchern kann man es perfekt einbinden.
Für mein Büro habe ich mal Poster angefertigt, die auf Hochkant basieren, also auch eine Möglichkeit


Andere machen quadratische Bilder. Das als Serie hat auch seinen Reiz. Seid in der Hinsicht kreativ. Früher war das 4/3 Verhältnis standard, jetzt ist es 16/9.
12. Ideen entwickeln
Profifotografen haben meist eine Bildidee, die sie versuchen umzusetzen. Manche warten jahrelange, bis alles funktioniert. Das ist vielleicht extrem, aber auch das gehört zur Naturfotografie.
Um mal ein realistisches Beispiel zu nennen. Es langt schon am Wasserloch zu warten. Man beobachtet ein bestimmtes Verhalten, das regelmäßig wiederholt wird. Wenn man die Idee hat, das fotografisch festzuhalten, heißt es warten, sich darauf konzentrieren. Oder man möchte ein Tier an einer bestimmten Stelle fotografieren, wie es auf einen zuläuft.
Was ich eigentlich sagen will, macht euch Gedanken über bestimmte Bildideen. Ideen, die ihr euch auch zutraut, umzusetzen. Und dann bleibt am Ball. Manches wird dauern, aber ihr seid hinterher richtig happy.
Ich bin eine Zeitlang oft in den Pforzheimer Wildpark gegangen. Am Wochenende gab es gegen 14 Uhr war die Luchs-Fütterung. EIne halbe Stunden vorher waren die Tiere bereits aktiv und liefen teilweise bestimmte Strecken ab, in regelmäßigen Abständen. An einer Stelle war es möglich sich auf Augenhöhe mit dem Tier zu begegnen. Da saß ich dann und habe gewartet.

Die Frage: was ist ein tolles Foto, kann auch ich nicht beantworten. Das sieht jeder anders, Geschmäcker sind verschieden und hängen teilweise vom Zweck ab. Seit die Digitale Fotografie sich durchgesetzt hat, sind superscharfe, detailreiche und farbintensive Bilder bei Tierfotografen der allgemeine Wunsch und Standard.
Im Jahr 2010 wurde dieses Foto von der GDT gekürt.
https://www.fotomagazin.de/bild/europ%C3%A4ischer-naturfotograf-des-jahres-0
Es trifft nicht mal entfernt eines der Kriterien, die viele Naturfotografen als Maßstab setzen. Auch ich tu mich mit dem Bild schwer. Es ist schlicht ein künstlerisches Bild, und das ist nicht meine Welt. Aber andere sehen weiter als ich, für die GDT war es damals ein herausragendes Bild. Für mich ist das völlig in Ordnung.
Der Aufschrei und die Empörung waren damals groß. Vermutlich hauptsächlich von den ganzen Hobby-Fotografen, die tausende Euro investiert haben und die Welt nicht mehr verstanden haben.
Das waren dann die Bilder 2011
https://kwerfeldein.de/2012/07/23/europaischer-naturfotograf-des-jahres-2011/
Daher, solange ihr keine Wettbewerbe oder Geld damit verdienen müsst, unterliegt es erst mal euren Vorstellungen. Und um ehrlich zu sein: das Namibia-Forum ist ein Reise- und nicht Fotografie-Forum
Ergänzungen von anderen Forums-User
Sternenbilder/Milchstraße fotografieren
amazingviews: https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300219-tipps-zu-tier-und-naturfotografie.html?start=24
Spinx: https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300219-tipps-zu-tier-und-naturfotografie.html?start=42
Bildgestaltung: Von links nach rechts
Blende18.2: https://www.namibia-forum.ch/forum/35-anleitungen/300219-tipps-zu-tier-und-naturfotografie.html?start=42
















