THEMA: 5 Tage Etosha im Dezember 2020
18 Dez 2020 19:56 #601662
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Anfang Dezember war ich mit meiner Frau für eine Woche in Namibia, genauer gesagt im Etosha-Park. Es war zwar eine kurze aber dafür eine sehr intensive Reise, an der ich gerne das Forum teilhaben lassen möchte und natürlich zum Mitlesen und Reisen einlade. Vielleicht kommt auch durch Wort und Bild etwas afrikanische Sonne hier im Forum an.
Da aufgrund der weltweiten Restriktionen infolge Corona auch unsere geplanten Reisen im Jahr 2020 geplatzt waren, mussten wir umdenken. Als im Sommer wieder Reisen eingeschränkt möglich waren, ergab sich für uns, Dank des, in unseren Augen :) , weltbesten Tauchreisebüros in Pforzheim, dass wir sehr spontan nach Gozo zum Tauchen kamen. Dienstag gebucht, Samstag saßen wir bereits im Flugzeug. Wiedererwarten konnte mich dort sogar das Mittelmeer wieder in Begeisterung versetzten und es gab mir die Hoffnung im November/Dezember es zu wagen, wieder kurzfristig zu verreisen. Der Herbst und der Winter kamen, die Restriktionen stiegen. Dennoch fragten wir in unserem Reisebüro an, wo in der Zeit Tauchen überhaupt möglich wäre. Das Ergebnis war ernüchternd und deckte sich mit meinen Recherchen. Wir verwarfen den Tauchurlaub, aber Namibia rutschte stattdessen in unseren Focus. Ich liebäugelte eh seit mehreren Jahren damit, einfach mal eine Woche zur Tierbeobachtung und auch Fotografie in den Etosha zu fahren. Und so buchten wir Ende November vom 3. bis 11. Dezember Namibia. Ich gab die Randbedingungen an (5 Tage Etosha: 2 Nächte in Okaukuejo, 2 Nächte um Namutoni herum), der Rest wurde perfekt vom Reisebüro geplant.
Viel Spaß beim Lesen. Es fängt textstark an, wird dann aber immer Fotolastiger :-)

1. Tag
„Mal schauen ob ihr erratet, was für ein Tier es ist“. Mit diesen Worten wurde mir ein Teller mit einem perfekt panierten Schnitzel, gigantischen Riesenpommes und Spätzle vor die Nase gestellt. Da wir in Namibia waren, konnte ich zu mindestens Schwein und Rind schon mal ausschließen. Sherlock Holmes wäre stolz auf meine gigantische Kombinationsleistung.
Wir befanden uns beim Abendessen in der Omandumba Bush Camp im Erongo Gebirge.

Zwei Tage zuvor waren wir brav zum Covid-19 Test gegangen und hatten bereits zwei Stunden später das Ergebnis: Negativ. Was wir total positiv aufgenommen haben. Somit war die Nummer Eins auf meiner Liste „Was alles schiefgehen kann“ schon mal überstanden. Am 3. Dezember fuhren wir dann am frühen Nachmittag zum Frankfurter Flughafen. Die geringen Flugbewegungen machten sich auch bei den Parkgebühren bemerkbar. Lediglich 30% vom regulären Preis hatte uns der Parkplatz im Flughafen gekostet. Der Flughafen war leer und dank Lufthansa Online Check-In mussten wir nur noch unser Gepäck aufgeben. Am Schalter stand kein Mensch.

Beim Sicherheitscheck waren auch nur wenige Fluggäste, was zur Folge hatte, dass wir penibel kontrolliert wurden. Aber Alle waren sehr höflich, und der gute Mann, der mich dann intensiv abtastete, sprach mit mir über meine Fotoausrüstung, die in diesem Augenblick durchleuchtet wurde und er offenbar einen Paradeblick auf den Anzeigemonitor hatte. Machte den Umstand, dass er dabei meinen Leistenbereich kontrollierte auch nicht viel angenehmer :) . Und mir war klar, dass mein Handgepäck mal wieder auf dem Seziertisch der Sprengstoffkontrolle landen würde. Yepp, so war es auch.
Der Sprengstoffwischtest war dann bei mir negativ, bei meiner Frau dummerweise positiv. Was zur Folge hatte, dass sie plötzlich von mehreren schwerbewaffneten Polizisten flankiert war und ihr Handgepäck tuti kompletti ausleeren musste. Glücklicherweise konnten die Herrschaften sich selbst davon überzeugen, dass das Gefährlichste in der Tasche meiner Frau, Wissen in Form von Büchern war. Hmmm, ein falsch positiver Test, das habe ich doch schon mal gehört.

Ich machte mich auf die Suche nach einem Restaurant, denn Flugzeugessen löst bei mir alles Mögliche aus, nur keinen Appetit oder gute Laune. Ja nee ist klar, Meister Oberschlau, wenn draußen alles zu hat, dann ist es im Flughafen ja völlig anders. Kopfschüttel über mich selbst. Glücklicherweise gab es einen Laden für „to go“ und ich aß ein Chili con Carne aus Wegwerfgeschirr direkt neben dem Stand, auf bequemen Sitzen, nur halt ohne Tisch.

Beim Gate mussten alle Fluggäste ihren negativen Covid-19 Test vorlegen, nur dann durfte man das Flugzeug betreten. Man muss auch mal Positives hervorheben. Das Einsteigen ins Flugzeug lief dank festgelegtem Prozedere und der Bereitschaft der Fluggäste sich daranzuhalten, sehr gesittet ab. Kein Vergleich zu sonst, wenn nach der Durchsage, die eine Hälfte vorstürmt und es wie beim Skilift zugeht.

Für mich langen Lulatsch konnte das Reisebüro ein Sitz mit mehr Beinfreiheit reservieren, ohne Zusatzkosten. Es war eine Wohltat und während des Nachtflugs konnte ich mal eine bequeme Schlafposition finden. Ein Triumvirat von Kleinkindern beschalte uns während der Nacht immer abwechselnd. Ich wußte gar nicht, dass man Ohropax so tief in die Ohren drücken kann und trotzdem noch was hört :cheer:

Überpünktlich landeten wir in Windhoek. Die Einreise verlief eigentlich problemlos. Ich hatte in Deutschland bereits zwei Formulare ausgefüllt und ausgedruckt. Health questionnaire und COVID-19 Primary Surveillance Form. Darüber hinaus hatte ich die Reiseroute ausgedruckt, den negativen Covid-19 Test und die Bescheinigung der Auslandskrankenversicherung Covid-19 Krankenkosten zu übernehmen. Angeschaut wurde lediglich der Covid-19 Test inkl. Temperaturmessung vor Ort und die COVID-19 Primary Surveillance Form einbehalten. Alles andere interessierte nicht die Bohne. Dafür wurde im Flugzeug kein Visa-Formular ausgeteilt, so dass wir und viele Andere am Visaschalter das erstmal nachholen mussten. Eine namibische Sim-Karte wurde auch nicht gefordert. Das ganze Prozedere hat natürlich länger gedauert als üblich, so dass unsere Koffer Runde um Runde Koffer-Karussell fahren durften.

Wir wechselten noch schnell unser Geld und holten bei Europcar unser Auto ab. Zuvor mussten wir noch das Sicherheitsvideo für den namibischen Straßenverkehr anschauen. Eigentlich hatte ich einen Duster bestellt, aber als wir den Europcar-Bürocontainer verließen, stand ein Ford Ranger vor uns. Geil, ein kostenloses Upgrade. Man kann ja mal Glück haben. Großzügig wie ich manchmal sein kann :) , sah ich darüber hinweg, dass es eine Automatik war. :laugh:

Wir schmissen unser Zeug auf die Pritsche, eine alte Decke hatte ich in weiser Voraussicht eingepackt, so dass das Gepäck vor dem eindringenden Staub geschützt war. Los gings. Tja der Hilux hat den Blinkerhebel links, der Ford Ranger natürlich rechts. Ob ich jemals im südlichen Afrika abbiegen werde, ohne die Scheibe zu wischen?????

In Windhoek ging es zum Superspar bei der Maerua Mall. Wir hatten zwar Lodge-Hopping vorgesehen, aber sich mit Getränken und Vespersachen einzudecken ist nie ein Fehler. Lustig fand ich in Namibia zu stehen und Gewürzspekulatius von „Gut und Günstig“ zu entdecken. Na dann: fröhliche Weihnachten.




Die Fahrt zur Omandumba Bush Camp ging problemlos und ich hatte meinen Spaß mal wieder mit einem Pickup- Schlachtschiff durch Namibia zu schaukeln. Unterwegs machten wir auf einen Picknick Rastplatz Pause. Im Superspar hatte meine Frau für uns beide eine Laugenstange gekauft. Ich hatte damals etwas skeptisch darauf geschaut. Es war mit Abstand die beste Laugenstange, die ich je gegessen habe. Außen schön knusprig, innen weich. So etwas bekommt man in Deutschland schon lange nicht mehr.

Entspannt erreichten wir Omandumba. Bei selbstgemachten Feigensaft und Apfelkuchen erfuhren wir, dass wir ein Upgrade für die Busch Lodge erhalten hatten. Wenn‘s mal läuft, dann läuft‘s.
Im Bushcamp wurden wir von Wolfgang und Doro empfangen. Wir waren die einzigen Gäste an diesem Tag. Wolfgang zeigte uns unsere gemütliche Hütte und anschließend gab er noch ein paar Wandertipps um das Camp herum.




Nach einer Dusche und einem kleinem Power-Nap machten meine Frau und ich uns auf den Weg zum „Rentner-Hügel“, was aber meine Bezeichnung dafür war. Dort werden für den Sundowner die nicht ganz so fitten Gäste hingebracht. Bis zum Sonnenuntergang blieb ich dort, um Fotos zu machen.






Um 19:30 trafen wir uns zum Abendessen, und nun schließt sich der Bogen zur Eingangsfrage. Ohne eine kleine Hilfe von Doro, hätte ich es auch nicht herausgefunden. „Etwas mit O“ war der Tipp. Ab sofort rangiert Oryx auf meiner Beliebtheitsskala sehr weit vorne. Es ist ein schönes Tier und schmeckt auch noch richtig gut. Nach dem Oryx gab es Tiramisu zum Nachtisch. Das Essen war superlecker.
Anschließend setzten wir uns zu viert mit einem Gin Tonic an Lagerfeuer. Klar war Corona ein Thema, aber mit Doro konnte man sich wunderbar über die Tiere im Allgemeinem und die auf der Farm im Besonderen unterhalten. Und Wolfgang hatte wunderbare Geschichte zur Farm und zu Namibia auf Lager. Es lohnt sich den Beiden zuzuhören.
Letzte Änderung: 18 Jan 2021 11:04 von Bonebreaker.
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18 Dez 2020 20:04 #601664
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2. Tag

Kurz vor dem Sonnenaufgang waren wir beide wach und putzmunter. Also raus aus den Federn und die Kamera geschnappt. Zuerst etwas Landschaftsfotografie, sozusagen zum wachwerden. Dann der Griff zum Tele und bis zum Frühstück sich den Vögeln gewidmet, die es hier haufenweise hat.












Zum Frühstück schauten dann noch die Farmbesitzer vorbei. Sehr nette und angenehme Leute. Auch wenn wir uns mit Doro und Wolfgang noch gerne länger unterhalten hätten, der Etosha rief und wir machten uns auf die Socken. Wir beide empfanden Omandumba als eine wundervolle Unterkunft und haben uns dort sehr wohl gefühlt.

Ich war vielleicht 10min auf der D2315 in Richtung Omaruru unterwegs, da tauchte plötzlich ein schwarzer Stock auf der Straße auf. Der sich in meine Fahrspur bewegte. Meine Synapsen brauchten etwas, denn ich war an dem vermeintlichen Stock bereits vorbeigesaust, dann rief ich verblüfft: „Eine Schlange“. Und legte eine Vollbremsung hin. Ich muss das arme Tiere um vielleicht 10cm verfehlt haben. Entsprechend war die Gute angefressen:




Man muss nicht Harry Potter sein, oder Parcel Tongue sprechen können, um zu wissen was die Cobra gerade dachte. So, frei nach Monty Python: „Es tut ihm leid. Es tut ihm leid, dass er mir gerade fast den Kopf abgefahren hat. Nun, alles in Ordnung. Setz dich. Nimm dir 'n Keks. Machs es dir schön bequem. DU ARSCH!!! Du dämlicher, spatzenköpfiger, völlig irregewordener... "
Hallo, war wirklich keine Absicht.

***** Achtung. Die folgende Aktion bietet sich nicht unbedingt zum Nachmachen an :) *****

Während ich so aus großer Entfernung die Cobra betrachte, merke ich, die bleibt ja stocksteif da liegen. Dass wäre doch die Gelegenheit für gute Schlangenfotos. Grundvoraussetzung dafür: auf Augenhöhe zu fotografieren. Was bei einer Schlange tief ist, ziemlich tief. Bei der Bundeswehr heißt das „tiefste Gangart“.

Also mit der Kamera unter Berücksichtigung eines entsprechenden Sicherheitsabstands (ein 600mm Objektiv ist da sehr hilfreich) genähert. Der Spruch „Kein Plan überlebt den ersten Zusammenstoß mit dem Feind“ bewahrheitet sich mal wieder. Kaum war ich der Hocke (weiter bin ich gar nicht gekommen), fängt die Gute an sich zu bewegen – direkt auf mich zu.




Angriff ist die beste Verteidigung als Lebensmotto, gepaart mit einem äußerst kurzen Geduldsfaden und der Selbstbeherrschung eines Klaus Kinskis, führt dazu dass die Cobra ihren Oberkörper aufrichtet und weiter auf mich zuhält. 2 Sekunden lang lass ich meine Kamera im Dauerfeuer die Fotos schießen und bete, dass wenigsten bei einem Bild die Augen scharf sind, dann überschreitet die Schlange meine imaginäre rote Linie und ich stehe auf und laufe seitlich weg.




Nach zwei Schritten meinerseits, bricht die Schlange ihren Angriff ab und schlängelt sich ins Unterholz. Ja ich weiß, dass die Tiere nicht umsonst zu den Speikobras gezählt werden und das Gift auf der Haut nicht gerade Altersfalten verschwinden lässt. Bei einer D3s inkl. Objektiv vor der Nase sind wenigstens die Augen geschützt.
Also gut, die Fronten zwischen uns Beiden sind geklärt. Ich verzichte auf jegliche weitere fotografische Aktion. Völlig geflasht steige ich ins Auto ein, und wir fahren weiter.

In Omaruru fahre ich zum Tanken. Während ich dem Tankwart beim Tanken zuschaue („Fill up“, nehmen die wörtlich, die tröpfeln den Tank bis zur Halskraus voll) geht meine Frau in den Shop und kommt kurze Zeit später grinsend zurück und hält mir ihr Smartphone unter die Nase. Im Laden hatte sie ein Plakat mit den regionalen Giftschlangen abfotografiert. An erster Stelle die „western barred spitting cobra“ und der Vermerk „extremly dangerous“. Ach nee, habe ich ja überhaupt nicht gemerkt.

Den restlichen Weg zum Anderson Gate schaffen wir ohne weitere Sondereinlagen. Wir checken in Okaukuejo ein und bekommen einen Bunglow relativ nahe zum Wasserloch. Ich empfinde die Unterkunft als sauber und zweckmäßig, wird aber nie einen Preis für Gemütlichkeit gewinnen. Was mir ehrlich ziemlich wurscht ist. Ich bin den ganzen Tag im Etosha und nicht auf dem Zimmer.




Wir richten uns etwas ein, da wir hier zwei Nächte haben und ruhen uns etwas aus. Gegen 16 Uhr steigen wir in den Ranger und fahren zum Wasserloch Okondeka. Es ist noch heiß und auf dem Weg treffen wir vereinzelt auf Tiere.






Kurz vor dem Wasserloch steht auf der Straße ein Auto. Man muss kein geistiger Überflieger sein, um zu wissen, da muss was Besonders liegen. Tatsächlich liegen links im Busch Löwen. Wir parken hinter den anderen Wagen und warten. Irgendwann taucht, wie auf den Nichts, vor uns ein Spitzmaulnashorn auf, das zum Wasserloch läuft. Die nächsten zwei Stunden verbringen wir mit:

Links Löwen


Rechts Pfaue natürlich Strauße :-)


Links Löwen


Rechts Nashorn


Ich vermute das Prinzip wird klar.






Als es Zeit wird aufzubrechen um vor Gateschließung im Camp zurück zu sein, fahre ich doch noch kurz bis auf den Parkplatz vor dem Wasserloch, was uns eine andere Perspektive auf das Nashorn gewährt.




Dann geht es zurück ins Camp. Unterwegs treffen wir noch Gnus und Schakale bei interessantem Gegenlicht.






Während ich dusche und mich für das Abendessen fertig mache, hat meine Frau noch nicht genug und schaut beim Wasserloch vorbei. Das Abendessen ist ala Carte, wobei die Bezeichnung etwas übertrieben ist. Es waren 7 Gerichte auf einen A4 Blatt, gemäß dem Prinzip
- Grilled game steak
- Grilled beef steak
- Grilled chicken steak
- …
Aber es hat geschmeckt; das Game steak, besser gesagt Elen-Steak.
Den Abend ließen wir mit einem improvisierten Moscow Mule in der Kaffeetasse am Wasserloch ausklingen. In diesem Urlaub war mal nichts mit Cuba Libre, einfach weil auch ich es nicht schaffe eine 1l Flasche Havanna-Rum in einer Woche leer zubekommen. Den Vodka gab es wenigstens in 0,5l.
Da am Wasserloch menschentechnisch nichts los war, war es kein Problem sich auf eine Bank zu setzten. Nach 15 Minuten tauchte eine Nashornmutter mit ihrem Jungen auf. Es ist immer verblüffend, wie leise und plötzlich diese Tiere aus dem Dunkel auftauchen.

Anhang:
Letzte Änderung: 19 Dez 2020 15:24 von Bonebreaker.
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18 Dez 2020 20:20 #601665
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3. Tag
Wir sind wieder früh auf. Um 6:10 gehen die Toren auf und wir stehen 6:09 davor. Wir sind die Einzigen, als vor uns das Tor aufschwenkt und wir in den Sonnenaufgang fahren.

Der Plan am Morgen war recht simpel. Wir wollten die Wasserlöcher Nebrowni, Gemsbokvlakte und Olifantsbad der Reihe nach abfahren und versuchen gegen 9 Uhr im Camp zurück zu sein um noch Frühstücken zu können. Letzteres war Wunsch meiner Frau. Mir langt als Frühstück auch zwei Kekse und ein Glas Cola im Auto, ihr nicht! Madam möchte ein gesundes Frühstück.
Die geführte Diskussion, bei der ich argumentiere, dass dunkel getoastetes Weißbrot mit fettem Bacon und Bratwurst in keiner Weise gesünder ist, als ein paar Kekse mit Cola, finde ich immer noch logisch. Da ich aber verheiratet bin, gilt das unumstößliche erste Ehe-Gesetz. Die Ehefrau hat immer recht, ähm ich meine natürlich das Wohlergehen der Ehefrau liegt an erster Stelle.

Auf dem Weg zum Nebrowni gleich das erste Spitzmaulnashorn




Am Wasserloch Nebrowni war erst mal gar nichts los. Nach einiger Warterei fuhren weiter. Direkt an der Straße stießen wir auf eine Hyäne. An der Stelle sind Entwässerungsrohre unterhalb der Straße verlegt. Vermutlich nutzen die Tiere dies als Höhle, weil wir immer dort auf Hyänen gestoßen sind.




Kurz vor Gemsbokvlakte sehe ich ein fotogenes Zebra.




Kurz danach beobachten wir eine Straußenfamilien. Im Hintergrund schlich sich ein Schakal an. Er spekulierte wohl auf ein kleines Frühstück in Form zarten jungen Straußensteaks. Allerdings waren die Straußeneltern ziemlich wachsam, und der Schakal machte sich nach drei Versuchen aus dem Staub.









Beim Gemsbokvlakte war Halli Galli. Viele Zebras, Giraffen und Vogelschwärme. Und auch die Strauße von vorher fanden sich ein.










Da die Zeit vorangeschritten war, kehrten wir um und fuhren ins Camp zum Frühstück zurück. Unterwegs noch ein recht korpulente Hyäne getroffen. Entweder vollgefressen oder schwanger.




Und erneut kurz vor Nebrowni sahen wir erneut Hyänen.


(Er ist der Eindringling)


(und wird sofort verjagt)


(so sehen Sieger aus :) )


Im Restaurant dauerte es etwas, bis jemand kam, um unsere Bestellung aufzunehmen. Nun ja, es gab eh nur das „Farmer breakfast“. Toast, Bacon, Sausage, and egg. Da ich kein Bock auf Eier zum Frühstück hatte, bestellte ich dies mit den Worten „without eggs“ ab. Und kam mal wieder in der afrikanischen Realität an. Die nette Bedienung konnte oder wollte einfach nicht verstehen, dass ich als Mann morgens keine Eier haben möchte. Die meinte anfangs noch „without“ sei eine besondere Art der Zubereitung für Eier.
Stöhn. Mir hätten wirklich ein paar Kekse ausgereicht.

Nach dem Frühstück machten wir noch einen kurzen Abstecher zum campeigenen Wasserloch.


(Schon mal das so leer gesehen???)






Wir stiegen wieder in den Ranger und fuhren diesmal bis zum Olifantsbad, was sich als äußerst tierleer entpuppte. Wir kehrten um. War vor 1,5h am Gemsbokvlakte noch die Hölle los, war jetzt auch hier totenstille. Wir entschieden abzubrechen und noch einen Abstecher zur Pan zu machen, bevor wir uns für die Mittagshitze im Camp zurückziehen wollten. Als wir auf Höhe von Nebrowni waren, sehen wir zu unserer Riesenfreude eine große Elefantenherde das Wasserloch ansteuern.




Sämtliche anderen Tiere ergreifen die Flucht und die Elefanten schlagen ein und führen sich wie Rüpel auf.








Aber schon nach einer Viertelstunde ist der ganze Spuk vorbei und die Elefanten ziehen weiter. Ich starte den Wagen und mache den Abstecher zur Pan.




Kurze Zeit später sitzen wir in der kühlen Lodge und machen ein Mittagsschläfchen.
Gegen 16 Uhr steigen wir wieder in den Ranger ein. Erneut steuern wir Olifantsbad und erneut haben wir Pech. Nichts ist los. Ein paar Perlhühner. Beim Gemsbokvlakte ist ein Nashorn anzutreffen und in der Ferne kommt eine Herde Zebras dazu. Wir brechen ab und fahren ins Camp zurück, gehen gleich ans Wasserloch und genießen mit den Tieren doch Sonnenuntergang




(Kind, mit dem Wasser spielt man nicht, vorallem nicht Springbrunnen)


Abends gingen wir wieder ins Restaurant. Am Nachbartisch saßen zwei Männer im Gespräch vertieft. Der Eine kam mir irgendwie bekannt vor, ich konnte ihn nur nicht einordnen. Groß, schlaksig, lange blonde Haare und ein Kopftuch umgebunden. Als dann zwei Frauen an den Nachbartisch herantraten und sich mit dem Mann fotografieren ließen, hatte ich endlich die Lösung.
Ihr kennt die Szene aus Zoomania, als Flash, das Faultier aus der KFZ-Stelle, den Witz versteht?



Genauso ging es mir, bis die Erkenntnis mich ganz langsam küsste. Es war „Fanfarenstoß“ – Matto Barfuss. Jetzt wusste ich auch, wem der Geländewagen mit Gepardenbemalung gehörte, den ich tagsüber gesehen hatte.
Rätsel gelöst. Ich verzichtete darauf mich in den Kreis der Bewunderer inkl. Fotobeweis einzureihen. Ist nicht so mein Ding, zu mindestens bei Männern :) . Bei Emily Blunt vielleicht. Ohoh, das gibt Redebedarf zu Hause.

Nach dem Abendessen ging es mit Kaffeetasse auf unsere Beobachtungsbänkchen am Wasserloch. Mama Nashorn mit Kind und in einigem Abstand auch ein, vermutlich, männliches Rhino waren bereits anwesend.






Irgendwann tauchte dieser Geselle aus der Dunkelheit auf.




Meine Frau hatte dank ihrer scharfen Augen und dem guten Fernglas das Tier entdeckt. Meine Kamera hat extreme Schwierigkeiten überhaupt es scharfzustellen, da es viel zu dunkel war. Wir sind uns immer noch nicht sicher was es war, sind aber der Meinung eine Schabrackenhyäne ist am wahrscheinlichsten. Vermutlich waren wir die Einzigen, die das Tier gesehen haben. Es kam wie der Geist und verschwand auch so.
Letzte Änderung: 20 Dez 2020 18:03 von Bonebreaker.
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18 Dez 2020 20:24 #601666
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Hallo Bonebreaker,

danke für den lustigen Einstieg in Deinen Reisebericht, der zwar kurz, aber sicherlich nicht langweilig werden wird. Deine Schreibe gefällt mir.

Wir waren Anfang November auch für eine Woche im Etosha und auch für uns hat es sich gelohnt. Wobei eine Woche natürlich schon kurz ist. Aber kurz als nix.

LG

Gabi
01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute von Kapstadt zum Addo Elephant Park
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18 Dez 2020 20:56 #601669
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Danke, für den schönen Bericht - wirklich schöne Bilder hast du gemacht.

Matto Barfuss musste ich erst mal googeln....nein, der hätte bei mir keinen Reflex ausgelöst...
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18 Dez 2020 21:39 #601675
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  • Kaeptn Haddock am 18 Dez 2020 21:39
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Hallo Bonebreaker !

Schön Deinen Bericht zu lesen, da kommen viele Erinnerungen an unsere Tour im Etoscha von 2018 wieder zurück.

Die Szene mit der Kobra liest sich toll, ebenso wie die Bilder. Da steckt man bestimmt voller Adrenalin.

Bin schon gespannt auf Deine Fortsetzung

LG Burkhard
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