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25 Mär 2026 19:12
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Honduras und Tauchen Roatan 2026 – Eine Reise mit Höhen und Tiefen
Liebes Forum, Ende Februar und Anfang März waren meine Frau und ich für 2,5 Wochen in Honduras. Davon waren wir 6 Tage auf dem „Festland“ unterwegs und anschließend waren wir noch 8 Tage auf der vorgelagerten Insel Roatan zum Tauchen. Wenn ihr Lust habt etwas von Honduras und von der Unterwasserwelt von Roatan zu sehen, seid ihr herzlich eingeladen. Wie alles begann. Es ist ca. 20 Jahre her, als ich bei meinem damaligen Arbeitgeber zu einem für alle Mitarbeiter obligatorischen Kommunikationstraining gehen durfte. Am Anfang mussten alle Mitarbeiter erzählen, was sie unbedingt noch in ihrem Leben machen wollen. Während die meisten meiner Kollegen recht alltägliche und vielleicht auch karriereförderliche Wünsche äußerten, meinte ich, dass ich gerne vor Cocos Island (Isla del Coco) tauchen möchte. Vermutlich fragen sich jetzt Viele das Gleiche wie meine Kollegen damals. Was zum Teufel meint er. Cocos Island gehört zu Costa Rica, liegt ca 800m km nordöstlich von Galapagos und ist bekannt bei Tauchern, da man dort mit großen Haischulen tauchen kann. Schon damals war es teuer, weswegen ich mir den Vorsatz nahm, dies zu machen, wenn ich 50 werde. Da die Zeit bekanntlich nicht stillsteht, kam dieser Zeitpunkt im letzten Dezember. Als ich bei unserem Reisebüro Cocos Island anfragte und sich der Preis sehr schnell in Richtung 10.000€ für eine Woche pro Person bewegte, war klar: Das ist es mir echt nicht mehr wert. Zumal ich mittlerweile tolle Haibegegnungen in meinem Taucherleben hatte. Da ich aber wegen der 50 dann doch etwas Besonderes machen wollte, suchte ich nach einer Alternative und so kam ich auf Tauchen vor Roatan, was wir schon 2017 machen wollten, dies aber aus verschiedenen Gründen damals bleiben ließen. Unser Reisebüro meinte aber warum macht ihr nicht noch eine Reise durch Honduras dazu, sie hätten da einen guten Tourveranstalter vor Ort. Die angebotene Kompakttour hörte sich gut an und kurz entschlossen buchten wir das Ganze. Warum der Titel? Aus Drei Gründen 1. Honduras besteht größtenteils aus Bergen und so war unsere Tour von stetigem Auf und Ab in den Gebirgen geprägt 2. Auch beim Tauchen geht es letztendlich auch runter und wieder hoch 3. Ich hatte, zu mindestens, in der ersten Woche eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Mein Lieblingsautor Terry Pratchett hat es mal sinngemäß so formuliert. „Wenn aufgrund von Verkettungen verschiedener Ereignisse etwas ausgesprochenes Tolles passiert, sprechen wir schnell von Wundern. Wenn die gleiche Verkettung zu etwas Schlechten führt, spricht niemand mehr von einem Wunder. Eine Sache wird nicht weniger wunderlich, nur weil uns das Ergebnis nicht gefällt. In diesem Sinne haben wir viel Wunderliches erlebt, manchmal hat mir das Ergebnis nur nicht gefallen. Vorweg: Der Absatz der Anreise ist dann doch deutlich textlastiger geworden, als beabsichtigt, aber bereits da haben wir doch schon einiges erlebt. Wer das überspringen möchte, ab Di 24.02 geht es mit der eigentlichen Reise los Genug der Vorworte, auf geht es: Anreise vom So 22.02 bis Mo 23.02 Sonntag in aller Frühe, sprich 5 Uhr, stiegen wir in unser Auto und machten uns auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Da zu der Zeit man nicht wirklich mit Stau oder Problemen auf der Autobahn rechnen muss, kam ich ziemlich entspannt an und stellten das Auto ab. Keine langen Schlangen bei der Gepäckaufgabe, da bei Lufthansa mittlerweile alles über Automaten geht. Nur das reinpfriemeln des Gepäcks in die Gepäckschleusen ist ziemlich umständlich. Der Weg nach Honduras ging leider nur über Houston und so mussten wir uns das Prozedere am Flughafen für Reisen in die USA ergehen lassen, sprich tausendmal wurde kontrolliert, dass du ja diesen einen Aufkleber auf dem Reisepass hast. Der Flug war pünktlich und ich konnte den Flug aufgrund des größeren Sitzplatzangebot von Premium-Economie genießen. In Houston angekommen ging es zur Immigration. Eine Woche vor unserem Flug gingen ja die geänderten Esta-Bedingungen durch die Presse viral und man konnte mal wieder eine Horror-Story nach der anderen lesen. Was mich dazu bewogen hatte, mein Smartphone gründlich auszumisten. Es war wie so oft, heiße Luft. Der Immigration-Officer war völlig gechillt, machte lustige Sprüche. Wir blieben nur eine Nacht in Houston bevor es am Montag morgen weiter nach Honduras ging, also lediglich eine „Transit“-Übernachtung. Was das Ganze vielleicht auch einfacher gemacht hat. Wir mussten keine Fingerabdrücke abgeben, wir bekamen auch keinen Stempel in den Pass, sondern wurden einfach durchgewunken, nach Beantwortung seiner Fragen. Eine der Fragen war im Übrigen wer von uns beiden zu Hause der Boss ist: Meine Frau oder ich. Meine Frau wollte schon ansetzten, von wegen Gleichberechtigung, auf Augenhöhe ect. Ich grinste den Officer an, zeigt auf meine Frau uns sagte „she“, was genau das war, was er hören wollte, seinem Grinsen nach zu urteilen. Also Texaner können auch lustig. 😊 Wie alle anderen (auch die echten Transitreisenden müssen das machen) holten wir unser Gepäck, welches erfreulicherweise vollständig ankam. Laut der Homepage hatte unser Hotel einen Shuttle-Service von und zum Flughafen, nur war leider nicht erklärt, wie das nach der Ankunft geschehen soll. Meine Tage zuvor geschickte E-Mail dazu wurde geflissentlich ignoriert. Beim Verlassen des Terminals, erstaunlicherweise, konnten wir niemand mit einem Schild und unseren Namen sehen, vom roten Teppich mal ganz abgesehen, also ging es zum Taxistand. Mit Fünfzig ist man ja, zugegebenermaßen, nicht mehr so jung. Geistig habe ich zwar manchmal die Reife eines 16jährigen, mein Körper ist dank Sport immer noch fit, aber es sind so die zwischenmenschlichen Dinge, wo ich dann doch plötzlich das Alter merke. Ich dachte wirklich es reicht aus in ein Taxi zu steigen, das Hotel inkl. Adresse dem Fahrer zu nennen, und dann kann man sich zurücklehnen und die Fahrt genießen. Denkste! Das Hotel (Homewood Suite by Hilton) war in Flughafennähe und der Fahrer, mit südamerikanischem Akzent, kannte es nicht, gab es deswegen in sein Smartphone ein und scrollte verzweifelt rum. Nach drei Minuten drückt er es mir in die Hand, weil er es nicht finden konnte. Also durfte ich in Maps für ihn das Hotel finden. Zugegebenermaßen nicht so einfach, weil es 5 Hotels mit gleichen Namen aber verschiedenen Adressen gab und auf dem Smartphone leider nur der Name ohne die Adresse in der Übersicht angezeigt wird. Mit Hilfe meiner Frau, die diesmal so schlau gewesen war im Vorfeld zu schauen, wo das Hotel liegt, fanden wir es und es konnte nach 10min endlich los gehen. Es gab mal eine Zeit, da waren Taxifahrer stolz darauf, die Straßennamen in ihrer Stadt sowie die ganzen Hotels auswendig zu kennen. Lang lang ist es her. Dreißig Minuten später und 30Dollar ärmer stehen wir vor dem richtigen Hotel. Die Umgebung ist …., Heinz Rühmann alias Pater Brown hat es trefflich formuliert: „Hübsch hässlich habt ihr es hier!“ Ich habe in Deutschland Industriegebiete gesehen, die haben mehr Charme. Straßen mit tiefen Schlaglöchern, Gebäude mit abblätternden Farben, verfallen Hinterhöfen. Unser Hotel und die Anderen drumherum natürlich nicht, aber auch sie sind kein Designwunder. Obwohl in Flughafennähe scheinen die Hotels von Truckern, Außendienstlern und Handwerkern auf Montage genutzt zu werden. Wir betreten die Lobby und am Empfang sitzt Bob Marley Junior. So langsam dämmert mir, warum ich keine Antwort auf meine Email erhalten habe. Erfreulicherweise wird hier vom Hotel ein kostenloses Shuttle zum Flughafen organisieren. Hier zeigt sich mal wieder wir unterschiedlich meine Frau und ich ticken. Wir fliegen an nächsten Morgen sehr früh, weswegen ich das frühste Shuttle präferiere, was bedeuten würde, dass wir kein Frühstück bekämen, wir aber mit ausreichend Zeit am Flughafen wäre. Das nächste spätere Shuttle würde uns ermöglich noch zu frühstücken und dann, bei 30min Fahrzeit, 2.5h vor Abflug am Flughafen zu sein. Wer meint das langt doch dicke, wie z.B. meine Frau, dem kann ich spontan min. 5 Gründe nennen, warum das Shuttle aufgehalten wird und wir später als geplant angekommen, sowie 5 Gründe nennen, warum die 2,5h am Flughafen wegen amerikanischen Kontroll-Scherereien bei mir zu akuter Zeitnot führen könnte. Zumal Essen und insbesondere Frühstück eh überbewertet werden Was ist 2+2“ Antwort des Bauingenieurs: Ach sagen wir 10, dann sind wir auf der sicheren Seite. Auf dem Weg in unser Zimmer kommt mir der Gedanke, dass meine Antwort bei der Einreise, meine Frau sei der Boss, doch eventuell, vielleicht, unter Umständen näher an der Realität ist, als mir lieb ist. Das Hotelzimmer ist gut und wir haben einen separaten Wohnbereich, was das Entspannen nach dem Flug einfacher macht. Am frühen Abend gehen wir bei Denny um die Ecke noch etwas Essen. Beim Essen fällt wieder auf wie höflich, freundliche und zuvorkommend die Bedienungen sind. Ich weiß, der Grund heißt, dass Sie ihren Verdienst nur über das Trinkgeld machen, und sie dadurch „gezwungen“ sind so zu sein. Finde ich auch keine tolle Regelung, aber mir geht die deutsche Unfreundlichkeit vieler Bedienungen auf den Keks. Am Montag Morgen frühstücken wir dick eingemummelt. Die Außentemperaturen liegen einstellig und das Hotel hat im Frühstückszimmer die Klimaanlage laufen. Über die Sitte der amerikanischen Hotels ausschließlich Wegwerfgeschirr zu verwenden, kann ich nur den Kopf schütteln. Unser Shuttle startet pünktlich und mit ausreichend Zeit sind wir am Flughafen, checken ein und kommen ohne Probleme durch die Sicherheitskontrollen. Unser Flug geht von Houston nach San Pedro Sula in Honduras. Als pünktlich das Boarding los geht, wird die Ansage zuerst in Spanisch durchgeführt. Drei Minuten lang mit der Kadenz eines deutschen MG3 werden die Fluggäste beschallt. Dann mit der gleichen Sprechgeschwindigkeit das Ganze in Englisch und nur in 1Minute. Da fragt man sich wirklich, was wurde auf Spanisch mehr erzählt als auf Englisch. Unsere bis dahin anhalten Glücksträhne, das alles reibungslos verläuft, hat hier ein Ende und nun kommen die nicht so erfreulichen Wunder. Im Flugzeug kommt die Durchsage, dass ein eingecheckter Passagier nicht eingestiegen ist, und man das Gepäck wieder ausladen muss. Irgendwann rollt das Flugzeug los, hält auf der Rollbahn an und kehr wieder um und hält am Finger. Laut Durchsage erneut Probleme wegen dem Gepäck, dann kommt aber ein Flughafenmitarbeiter mit Reiniger und Müllbeutel und läuft durch ganze Flugzeug nach hinten und kommt nach 10 min wieder zurück. Der Gedanke „Tatortreiniger“ schießt mir durch den Kopf. Ich weiß bis heute nicht was das Ganze sollte. Danach aber starten wir mit 1h Verspätung. Der Flug braucht kürzer als geplant und mit 30min Verspätung landen wir bei Regen in San Pedro Sula. Nach dem Aussteigen geht die Pechsträhne weiter. Wir können erstmal nicht zur Immigration, sondern werden im Flughafen in einem Gang zwischengeparkt. Denn beim Nachbarflugzeug ist Boarding und die Gäste gehen über den gleichen Gang zum Flugzeug. Als alle Passagiere im Flugzeug sind, gehen unserer Schiebetüren auf und wir können endlich weiter. Bei der Immigration wird meiner Frau und mir die mittlere Schlange zugewiesen, welche die Langsamste ist. Als wir endlich am Schalter stehen ist klar, warum. Wir haben hier Madam 100%. Die Schwierigkeit beginnt mit dem Hotel wo wir übernachten. Das Problem ist, wir kennen die Hotelnamen in den ersten Tagen nicht. Wir haben eine geführte Tour, wir wissen welche Orte wir bereisen aber die Hotels in denen wir übernachten werden, stehen nicht auf der Reisebeschreibung. Glücklicherweise kenne ich unser Hotel auf Roatan, Turquoise bay, und zeige den Voucher. Die Dame bei der Einreise hat geschlagene 10 min gebraucht, bis sie kapiert hat, wie das Hotel heißt und über Googlemaps verifiziert hat, dass es dieses Hotel auch wirklich gibt. Als wir den Schalter verlassen, steht niemand mehr in den vorherigen Warteschlangen. Wir laufen ein Stockwerk runter und ich sehe das Gepäckband und sowas wie unsere Koffer. Ich will darauf zulaufen, da werde ich zurückgepfiffen. Zollerklärung, die es nur noch in digitaler Form gibt. Warum auch immer, ich hatte das nicht auf dem Schirm. Also Handy in die Hand und Wifi gesucht, welches aber Passwort verschlüsselt ist. Blöd dass mir aber niemand das Passwort sagen kann. „Ihr verar…. mich jetzt, oder.“ Habe ich mir gedacht und nicht gesagt. Dummerweise habe ich vergessen die Untertitel in meinem Gesicht auszuschalten. In einer Ecke steht ein Laptop und dort können wir alles eintragen, am Ende erscheint ein QR-Code, den ich abfotografiere, damit der Verantwortliche das von meinem Handy abscannen kann. Dann dürfen wir endlich zum Gepäckband. Ganz ehrlich, das Ganze ist doch einfach nur für die Katz. Unsere vier Koffer hat bereits jemand vom Gepäckband runtergestellt. Also gut, es ist alles da, der Urlaub kann wirklich los gehen. Ich drehe mich um und vor mir steht ein Kofferträger mit Wägelchen. Ich war mittlerweile so durch und genervt, dass es mir diesmal einfach nur egal war. Also lud er unser Gepäck auf. Als wir in die Ankunftshalle kommen, winkt bereits ein Mann uns zu. Es ist Rafael, unser Fahrer und Guide für die nächsten 6 Tage. Es mittlerweile 15 Uhr und wir haben noch 5h Fahrt vor uns, aber Raphael ist völlig relaxt. Auch wenn wir durch Flugverspätung und die ganze Einreise sicher eine Stunde an Zeit verloren haben, werden wir nicht gleich zum Auto gebracht. Wir brauchen für die Fahrt noch etwas Vernünftiges zu essen. Dass wir uns bei Subway etwas zum Mitnehmen holen, ist für Rafael dann doch eine kleine Erleichterung. Beim ATM haben wir wieder Pech, wir können kein Geld ziehen. Die Automaten sind offenbar leer. Glücklicherweise haben wir Dollar dabei. Wir gehen zu dem Auto, einem Nissan Pathfinder. Wir geben dem Kofferträger sein Trinkgeld und in seinem Gesicht sehe ich, dass er mehr erwartet hat. Ich frage ihn direkt, ob es zu wenig sei und was er möchte, er wiegelt aber ab. Da kann ich ihm auch nicht helfen. Amerikaner sind deutlich großzügiger, wie ich auf Roatan lernen musste. Im Auto bekommen wir von Rafael eine kurze Übersicht über die nächsten Tage und er betont, dass er lieber langsamer und sicher fährt, als zu schnell. Mich wundert etwas diese Aussage, aber das ist uns absolut recht. 6 Tage später werde ich wissen, warum er das gesagt hat. Wir machen uns auf den Weg nach Copán Ruinas, einem Ort nahe der Grenze zu Guatemala. Bei strömenden Regen fahren wir los und quälen uns fast 2h durch den Verkehrsstau von San Pedro Sula, die zweitgrößte Stadt von Honduras und das wirtschaftliche Herz des Landes. Dann wird der Verkehr dünner und wir kommen immer schneller voran. Irgendwann kommt eine Polizeikontrolle, bei der wir unsere Pässe zeigen müssen. Wir erfahren, dass hier nach Flüchtlingen in Richtung USA gesucht wird. Wie erfolgreich das alles ist, kann ich nicht beurteilen. Gegen 18 Uhr, es wird dunkel, hält Rafael für eine Pause vor einem Cafe mit der Anmerkung, dass es hier gute Kuchen gibt. Ich bin bei der Uhrzeit etwas überrascht, dass wir eine Kuchenpause einlegen, aber andere Länder, andere Sitten denke ich mir. So richtig Hunger haben meine Frau und ich nicht und so teilen wir uns eine Snicker-Torte. Die Kuchen-Konsistenz ist anders als wir es gewohnt sind, aber sie schmeckt echt lecker. Beim Essen bemerke ich, dass man hier wohl auch zu Abend essen kann. Als wir zu Rafael stoßen, ist er überrascht uns so früh zu sehen. Hat er gedacht, dass wir hier zu Abend essen sollen? Aber warum preist er die Kuchen an? Ich werde es nicht herausfinden. Durch die Nacht geht es weiter, bis Rafael meint jetzt kommt ein Gebirgspass, den wir hoch und wieder runter müssen. Seine Fahrweise ist super, von uns wird niemand schlecht, aber im Schwarzwald und den Alpen gibt deutlich anspruchsvollere Pässe. Gegen 20 Uhr kommen wir in Copàn Ruinas an und unser Hotel heißt Casa del Cafe. Von außen betrachtet muss man erstmal wissen, dass das ein kleines Hotel ist. Der Empfang spricht nur Spanisch und Rafael fungiert als Übersetzer. Wir beziehen unser Zimmer, schlicht und einfach gehalten, aber OK. Lediglich das Doppelbett mit gefühlten 1,4m wird uns für die nächsten zwei Nächte etwas näher beim Schlafen bringen, als gewohnt Rafael verabschiedet sich, er übernachten wo anders und wir verabreden uns um 9Uhr nach dem Frühstück. Alles in allem haben wir jetzt fast zwei Tage für die Anreise bis hierher benötigt. Wir beide sind müde, nicht besonders hungrig, dank Snickerstorte, und verzichten auf Essen gehen in der Stadt. Stattdessen fallen wir tot müde ins Bett. |
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Letzte Änderung: 25 Mär 2026 20:41 von Bonebreaker.
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25 Mär 2026 19:18
#722859
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Di 24.2
Dank Jetlag bin ich bei Sonnenaufgang auf den Beinen. Der Blick aus dem Fenster zeigt leider dicke Wolken aber wenigsten kein Regen mehr. Am Vortag war eine Kaltfront über Honduras gezogen, die Regen und Kälte gebracht hat. Erfreulicherweise sollte diese Kaltfront spätestens morgen vorbei sei. Wir ziehen uns warm an und gehen zum Frühstück. Die Bedienung kann kein Englisch nur Spanisch. Hätte meine Frau nicht vor Jahren mal mittels einer CD etwas spanisch gelernt, wären wir aufgeschmissen gewesen. Mit Händen, Füßen und spanischen Wortbrocken von meiner Frau bekommen wir etwas zum Essen. Auch hier stelle ich wieder fest, wenn man keine Eier zum Frühstück will, wird man schief angeschaut. Seufz. Thema Sprache. Die mangelnden Englisch-Kenntnisse haben uns die gesamt Reise in Honduras begleitet. Warum und wieso konnte ich auch von Rafael nicht erfahren. Die Normalbevölkerung spricht offenbar kein Englisch. Soweit so gut, aber dass auch Leute, die im Tourismusbereich arbeiten, kein Englisch können, ist ungewöhnlich und habe ich so in den Jahrzehnten des Reisens nicht erlebt. Zumal Honduras im Einzugsgebiet der USA liegt. Der Einwand, dass die Höflichkeit gebietet, ein paar Brocken der Landessprache zu sprechen, kann ich für mich persönlich nicht gelten machen. Ich tu mich mit Sprachenlernen einfach schwer. Meine Fähigkeiten, in denen ich gut bin, sind technischer Natur. Wenn es um Sprachen geht, renne ich gegen eine Wand, Aussprache, Vokabeln ect: ich bekomme das schlecht hin. Von Danke und Bitte rede ich nicht, aber ein passendes Frühstück zu bestellen, da hört es auf. Zum Glück gibt es Google Translator, damit ging es dann zum Schluss. Pünktlich um 9 Uhr holt Rafael uns ab und das erste Highlight steht an. An die Maya- Ruinen von Copàn. Wir waren fast 4h in den Ruinen und Rafael hat uns mit einer Fülle an Informationen versorgt. Ohne diesen ganzen Informationen wären das alles nur „langweilige“ Steine gewesen, aber mit diesen ganzen Infos erkennt man die ganze Symbolik des Ganzen und es waren wirkliche spannende Stunden dort. Ich werde das, soweit ich mich noch erinnern kann, hier gekürzt wieder geben. Daher keine Gewähr auf absolute Vollständigkeit und Korrektheit Die Ruinen von Copan sind weder riesig noch spektakulär. Berühmt sind sie wegen ihrer Treppe, in der der längste erhaltene Maya-Text zu finden ist. Zu 100% sind die Hieroglyphen dort bis heute nicht übersetzt. Wichtig vielleicht auch als die Ruinen entdeckt und freigelegt wurden, entstand dazu parallel die Stadt mit dem gleichen Namen wie die Ruinen. Am Eingang ist ein großes Modell der Ruinen zu finden. Interessanterweise bekamen wir noch eine einheimische Führerin, die uns begleitete und einem Stock mit einer Feder daran mit sich trug. Warum, hat sich mir nicht so ganz erschlossen, denn erzählt hat uns ausschließlich Rafael. Ab und zu hat er Kleinigkeiten bei ihr nachgefragt. Copan war eine Tempelanlage, in der Priester aber auch die Adligen in einem eigenem Bereich gelebt haben. Anfangs wurde die Anlagen bei einem Herrscherwechsel teilweise abgerissen, später begann man aber auf den bestehenden vorhandenen Gebäuden aufzubauen. Daher weiß man, dass die ganzen Steine früher mit einem Art Putz überzogen war und alles Farblich gestaltet war. Für mich immer noch faszinierend wie früher Forscher erkannt haben, dass unter den ganzen Hügel von Erde und Bäumen alte Gebäude sich befinden. Auf dem gesamten Gelände findet man immer wieder Steelen, teilweise Kopien, deren Originale im Museum stehen, teilweise Originale, die mit Dächern vor der Witter geschützt sind. Diese Steelen zeigen vorne immer den Herrscher der eine zweiköpfige Schlange hält. Der eine Kopf symbolisiert die Macht, der Andere das Wissen. Aus den Köpfen der Schlange schauen auch wieder Köpfe hervor, die die Kinder als Nachfolger symbolisieren. Seitlich sind dann Hieroglyphen, die die Geschichte des Herrschers erzählen. Die Adligen hatten ihre eigenen Wohnbereiche. Man hat teilweise unter den Böden dort Leichname entdeckt. Rafael fragte ob wir uns vorstellen können warum das gemacht wurde. Mein, nicht ernstgemeinte Antwort, dass dort die Leichen von getöteten Rivalen verscharrt hat, um die Tat zu vertuschen, wird wohl zukünftig als Lacher in seine weiteren Führungen eingebaut werden. In Wahrheit waren es verstorbene Verwandte, weil man glaubte, dass dadurch die speziellen Fähigkeiten des Verstorbenen an die weiteren Generationen weitergegeben werden. Hätten die Maya von Genen und Vererbung etwas gewusst, hätten sie auf die unkonventionelle Begräbnisart verzichten können Bei vielen Gebäuden ist oft die Darstellung von Unterwelt, die irdische Welt der Lebenden und eines Himmels dargestellt. Unten mit dem Totenkopf stellt die Unterwelt dar. Darüber die irdische Welt und über dem Tor die Darstellung des Himmels. Die Treppe von Capan ist berühmt. Der Text darauf ist der längste erhaltene Maya-Text, der bisher gefunden wurde und berichtet über die Geschichte von Copán. Auf der Treppe sind 6 Herrscherfiguren dargestellt. Das die Treppe gegen Witterung geschützt ist und auch, dass man diese nicht mehr betreten darf ist gut. Ich hätte mir aber eine etwas ansprechendere Überdachung gewünscht. Der Ballspielplatz. Gespielt wurde der Ball mit Oberkörper und Schultern. Ziel war es die Figuren am Rand zu treffen. Gespielt wurde ausschließlich auf den Steinschrägen, die ungefestigte Fläche in der Mitte war ein kein Teil des Spielfeld. Die Motivation hier zu spielen hatte für die Maya allerdings eine andere Bedeutung. Der Sieger wurde geopfert, was als Ehre galt und geopfert wurden ausschließlich männliche Adlige. Menschenopfer spielten anfangs keine Rolle bei den Maya. Die Menschenopfer kamen erst gegen Ende der Maya Dynastie. Opfer für Regen, gute Ernte und so weiter waren selbstverständlich. Anfangs gab es das Übliche: Pflanzen, Tiere ect, was sicherlich den Priestern zugutekam Polygamie war bei den Maya normal. Dementsprechend wuchs die Bevölkerung von Generation zu Generation. Wenn jeder Mann drei Frauen hatte, diese Kinder auch wieder mehrere Frauen hatte, kann man sich vorstellen, dass die Bevölkerung exponential wuchs. Das hatte mehrere Auswirkungen. - Die normale Maya Bevölkerung musste eine immer größere (um gemein zu sein) unproduktive und verwöhnte Adels-Kaste mit durchfüttern. Was zu Unmut führte - Auf Grund der wachsenden Bevölkerung führte zu einem massiven Abholzen der Berghänge um die Städte herum. Holz wurde zum Kochen gebraucht, zum Brennen des Putzes, als Gerüste für Herstellung der Tempelanlagen. Durch das Abholzen erodierten die fruchtbaren Gebirgshänge durch den Regen. Der fruchtbare Boden wurde in die Täler gespült und somit wurden die Flächen für den Anbau von Lebensmittel immer weniger Das Ende der Maya Kultur von Hunger und Entbehrung geprägt, einer großen Adelskaste, die mit durchgefüttert wurde, Krankheiten aufgrund von Seuchen. Das führte dazu das die Menschen nach und nach wegzogen und so die Maya-Kultur verschwand. Aber um auf die Menschenopfer zukommen. Mir erscheint es logisch, dass am Ende das Opfern von jungen Männern eine Reaktion auf die zunehmend wachsende Adelskaste war. Wie gesagt der Sieger des Ballspiels wurden dann hier geopfert. Das Opfer wurde über den Stein gelegt und ihm dann die Kehle durchgeschnitten. Das Blut floss die Rinnen hinunter. Warum die Kehle? Beim Durchtrennen der Kehle wird zum einem die Luftröhre durchtrennt, somit kann der Betroffen nicht mehr reden. Zum anderen führt es dazu das im Gesicht Muskeln um den Mund herum anfingen zu zucken. Für die Maya sah es so aus, als ob der Geopferte still mit den Göttern redet. Ich frage mich wirklich, wie viele junge Männer nach dem durchtrennen der Kehle kapiert haben, dass sie ganz gewaltig verarscht worden sind. Nach 4 Stunden Führung verlassen wir die Ruinen. Ich merke wie wenig ich wirklich von den Mayas wusste. Wir fuhren zurück in die Stadt und aßen lecker zu Mittag. Danach wollte Rafael uns in Hotel zurückfahren. Wir hatte aber noch Pläne und wollten den Macaw Mountain Bird Park anschauen. Bereits in den Ruinen flogen etliche Scharlacharas um uns herum. Sie alle stammen, angeblich, aus diesem Park, in dem Aras nachgezüchtet werden um dann auszuwildern. Ich bin skeptisch ob in diesen Aufzuchtstationen dies wirklich so funktioniert, denn Auswildern und Gewöhnung an Besucher schließen sich etwas aus. Aber ich bin im Urlaub und kein Aktivist bei der Arbeit, daher schlendern wir durch den Park und ich hoffe, dass die Aras wirklich ausgewildert werden können. Nicht nur Aras, auch Tukane und Papageienarten sind dort zu finden. Gute Fotos von den Tieren in den Käfigen ist schwer. Am Ende ist ein Platz wo ein paar Tiere auf den Stangen sitzen und man sich daneben stellen kann um sich mit den Tieren fotografieren zu lassen. Diese Vögel können definitiv nicht mehr ausgewildert werden. Wir fahren ins Hotel zurück und diesen Abend machen wir uns auf den Weg um in einem Restaurant der Stadt etwas zu essen. Wir finden eine nette Pizzeria in Laufweite und beim Abendessen kann ich die hocheffiziente Stromleitungsverlegung in Honduras bewundern. Glücklicherweise bin ich Bauingenieur und nicht Elektroingenieur |
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Letzte Änderung: 25 Mär 2026 19:24 von Bonebreaker.
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25 Mär 2026 19:28
#722860
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Mi 25.2
Nach dem gestrigen schönen Tag, kam heute ein eher gewöhnungsbedürftiger Tag. Der Morgen fing mit Sonnenschein an. Die Kaltfront der letzten Tage war endlich vorbei. Das Frühstück zu bestellen war wieder gleichschwierig wie tags zu vor. Gemeinerweise fanden wir hinterher bei unser finalen Zimmerkontrolle, dass wir wirklich wieder alles eingepackt haben, einen Zettel mit den Frühstückmöglichkeiten auf Englisch. Wäre echt nett gewesen, wenn wir beim Ankommen darauf hingewiesen worden wären. Nein, der Zettel lag nicht so, dass man ihn sofort bemerkt hätte. Um 8:30 kam Rafael und wir fuhren zum Lago de Yojoa, der größte und auch einzige Binnensee von Hunduras. Im Programm stand „Unsere Reise geht auf einer malerischen Fahrt weiter zum Yojoa-See“. Malerisch bedeutet: 6h fahrt für 200km, auf Schlagloch geprägten Landstraßen, die einen zwingen auf Schrittgeschwindigkeit runter zu bremsen. Gibt es keine Schlaglöcher, so sind es die Speed Bumper, die in jedem Dorf alle 100m auftauchen. 6h lang Gas geben, stark abbremsen, Gas geben … ect. Ja die Sicht aus dem Fenster auf die Berglandschaft von Honduras war schön, das Fahren macht aber einen mürbe. Um 3 Uhr erreichen wir den See und kehren zum Mittagessen ein. Rafael pries uns den heimischen Fisch Tilapia an und wirklich er war sehr lecker. Nur leider vom See sieht man nicht viel. Alles zugebaut und man kann nicht direkt ans Ufer. Da hatte ich wohl zu hohe Erwartung als ich von dem See in der Reisebeschreibung gelesen habe. Gestärkt und wieder bereit für die Straße fuhren wir zum Pulhapanzak, angeblich der schönste Wasserfall in Honduras, aber definitiv die Inspiration für den Wasserfall im Dschungelbuch 1967 von Walt Disney. Wir sind gegen halb Fünf dort. Vom Licht her zum Fotografieren war es genau richtig, aber zu spät eine Zipline-Fahrt über den Wasserfall (was wir eh nicht gemacht hätte, weil wir das für dämlich halten) aber auch zu spät für die Wanderung, bei der man hinter den Wasserfall hätte gehen können. Vielleicht auch ganz gut so, denn man wäre klitsche klatsche Nass zurückgekommen. Nach einer 3/4h verlassen wir den Wasserfall und fahren zu unserer Unterkunft Luna del Puente. Auf der Fahrt dahin kommen wir immer wieder an schönen Aussichtspunkten auf den See vorbei, vor allem weil die Lichtstimmung so toll war. Nur ich war nicht der Fahrer. Bis ich realisiert habe, hier wäre ein schöner Fotospot, waren wir schon weitergefahren, ich konnte nirgends Haltemöglichkeiten entdecken. Außerdem wollte ich auch nicht anhalten lassen, wenn Rafael gerade ein langsames Fahrzeug überholt hatte, da die Überhohlmöglichkeiten begrenzt waren. Und zu guter Letzt wollte ich mich für die Fotos nicht abhetzen. Einmal Kamera hochreisen und abdrücken ist nicht meine Motivation bei Landschaftsfotografie. Also saß ich stumm im Auto und schloss resigniert das Kapitel Yojoa-See ab. Mit Einbruch der Dunkelheit erreichten wir unsere Unterkunft Luna del Puente. Über Schotterwege in völliger Dunkelheit schleppten wir unsere Koffer zur Rezeption, die mit Schummerlicht beleuchtet war. Der Empfang dort war reserviert und die Dame sprach, welch Überraschung, nur spanisch. Nach Ausfüllen eines Formulars liefen wir erneut durch völlige Dunkelheit zwischen Bäumen und Sträucher zu einem unbeleuchteten Hüttchen. Uns wurde die Tür aufgeschlossen und innen Licht angemacht. Als ich eintrat, wäre ich am liebsten wieder umgekehrt und nach Hause geflogen. Man muss mir zu Gute halten, ich war zu dem Zeitpunkt von den 8h Fahrerei fertig und meine Stimmung angeschlagen. Mir war bei Buchung der Reise nicht bewusst, dass das eigentlich ein Fahrtag mit ein bisschen Sightseeing war. Ich hatte da auf ein besseres Verhältnis von Fahren zu Besichtigen gehofft. Und ich wollte mich erstmal gemütlich aufs Bett legen und entspannen. Ganz große Fehlanzeige. Da Zimmer war nicht dreckig oder eklig, es war so ziemlich das trostloseste Zimmer in einem Urlaub, was ich gesehen habe. Es versprühte den Scharm einer Gefängniszelle. Ein Doppelbett mit 1,2m Breite, glücklicherweise ein zweites Einzelbett, ein Bild, Bretter als Nachtisch und ein Kofferabstellregal und das wars. Das Ganze wurde von einer LED-Lampe mit kaltbläulichen Ton schattenlos ausgeleuchtet. Die Fenster waren mit Holzbrettern verschlossen. Ich brauch kein Luxuszimmer, und ich habe weiß Gott in genug einfachen Unterkünften übernachtet, aber ich brauche den Eindruck von Gemütlichkeit. Zwei Lampen auf dem Nachtisch mit warmem indirektem Licht wären schon ausreichend gewesen. Aber Fehlanzeige. Ziemlich geschockt von dem Zimmer verabschieden wir uns von Rafael und versuchen uns etwas einzurichten. Klar ist auch ich schlafe im Einzelbett, zu zweit im dem Doppelbett geht schief. Wir beschließen zum Essen zu gehen. Vor dem Zimmer haben wir eine Veranda, die im Gegensatz zum Zimmer sogar ganz charmant wirkt. Wir lassen das Außenlicht an und stolpern über unbeleuchtete Wege zum, sagen wir es höflich, Essensbereich. In der Ferne können wir Lichter erkennen und halten darauf zu. Als ich eine Cola bestelle und es heißt die hätten sie nicht, ist endgültig die Luft bei mir raus. Selbst in Kuba auf der Isla de Juvendut gab es Cola, zwar „nur“ die kubanische aber, im Gegensatz zur Butter, ging die nicht aus Ich schaue meine Frau an und sage ihr, dass ich gerade ganz massiv an dieser Reise zweifle, ob das wirklich das Richtige für mich ist. Es erschreckt mich selber, denn in all den letzten 25 Reisejahren habe ich so etwas noch nie empfunden. Mein bestelltes Essen kommt, welches glücklicherweise klein ausfällt, wir sind noch satt vom Mittagessen. Aber das Essen weckt die Lebensgeister und als wir dann noch anschließend am vorbereiteten Lagerfeuer sitzen, hebt sich meine Stimmung wieder soweit, dass ich mich mit den Gegebenheiten abfinden kann. Auf dem Weg zurück in unsere „Gefängniszelle“ merken wir hier ist es ganz schön kalt. Die Betten haben nur dünnes Bettzeug und wir ziehen warme Sachen zum Schlafen an. Ich sogar einen leichten Pullover. |
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Letzte Änderung: 25 Mär 2026 19:29 von Bonebreaker.
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25 Mär 2026 19:35
#722861
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Do 26.02
Ich habe in der Nacht sogar wirklich gut geschlafen, trotz der Kälte. Beim Öffnen der Holzfensterverschläge sehe ich, dass die Fenster überhaupt keine Scheiben haben, sondern offen sind und nur mit einem Insektengitter versehen sind. Sofort kommt ein kalter Wind ins Zimmer und ich mache den Holzverschlag wieder zu. Beim kurzen Öffnen konnte ich Regen prasseln hören und als wir zum Frühstück aufbrechen, mache ich mich auf einen Regentag gefasst. Stattdessen ist über uns ein strahlend blauer Himmel. In der Nacht muss die Luftfeuchtigkeit so hoch gewesen sein, dass es an den Bäumen und Pflanzen kondensiert hat, so dass das Wasser nur so runtertropft. Wir erkunden die Gartenanlage um unsere Hütte herum. Es ist alles wunderschön bepflanzt und um unsere Hütte, die von außen malerisch anmutet, schwirren die Kolibris herum. Also eigentlich alles toll. Unsere ungemütliche Behausung im Inneren steht dazu im vollen Gegensatz. Wir frühstücken und wir können uns mit der Dame, die uns bedient sogar auf Englisch unterhalten. Hinterher finden wir heraus, dass es die Besitzerin ist. Luna del Puente ist ein kleines privates Naturreservat, in dem aber auch Landwirtschaft betrieben wird. Kakao, Kaffee und noch 3 weitere Sache, die ich mittlerweile vergessen habe, werden angebaut. Aber alles auf kleinen Flächen und die Produkte werden für die Eigenproduktion verwendet, sprich Schokolade, Kaffee ect wird im eigenen Shop verkauft. Darüber hinaus sind sie stolz auf die hohe Anzahl von Vögeln und es ist wohl ein kleiner Geheimtipp für Birder. Nachdem Frühstück stößt Rafael wieder zu uns. Übernachtet hat er in einem Ort am Yojoa-See. Wir bekommen zu dritt eine Kakaoführung durch Martina, die junge Tochter der Besitzer. Zuerst ging es zu den Kakaopflanzen. Aus der kleinen Blüte entstehen die Kakaofrüchte, die es in Grün und rot gibt. Wenn die Früchte reif sind, sind sie gelb und orange. Nach der Ernte werden die Früchte aufgebrochen und die darin enthaltenen Kakaobohnen erstmal fermentiert. (Leider noch nicht reif) Bis zu 60°C können dabei entstehen. Durch die Fermentation intensiviert sich das Kakaoaroma. Die fermentierten Kakaobohnen werden anschließend getrocknet. Wir bekommen eine getrocknete Bohne aufgebrochen zum Probieren und man schmeckt bereits den intensiven Kakaogeschmack. Anschließend werden die Kakaobohnen geröstet und gemahlen und man erhält das Kakaopulver. Schokolade wird nun daraus, dass man Zucker, Fett ect zum Kakaopulver dazufügt. (Die ganzen Arbeitsschritte) Unter Anleitung von Martina mahlen wir die gerösteten Kakaobohnen inkl. der Schale und fügen braunen Zucker dazu. Das Ganze wird nochmal durch die Mühle gedreht und anschließend auf dem Herd erhitzt. Wir bekommen Alustreifen, legen darauf die Schokolade, klappen es zu und pressen von Hand die Masse zusammen. Am Ende haben wir unsere eigene Schokolade mit einem sehr intensiven Kakaogeschmack aber auch mit starken Raucharomen, da die Schale mitgemahlen wurde. Ist geschmacklich etwas gewöhnungsbedürftig, es war aber cool zu sehen wie Kakao und Schokolade hergestellt wird. Die Fermentation der Bohnen ist allerdings nicht zwingend erforderlich. Bei Billigschokolade wird darauf verzichtet. Der Geschmack kommt da meist durch die Zusätze als vom hochwertigen Kakao. Wir aber auch unser Guide Rafael ist von der Kakao-Vorführung begeistert. Anschließend steigen wir wieder ins Auto und Rafael fährt mit uns in den Azul Meamber Nationalpark zu einer Wanderung. Als wir dort ankommen ist klar, dass die große Runde bis auf den Gipfel zeitlich nicht mehr machbar ist. 4h braucht man dafür. Als wir loslaufen und mir bereits der Schweiß nach 5min den Rücken runter fließt, bin ich heil froh, dass wir „nur“ eine kleine Runde. Die Luftfeuchtigkeit von 90% und Steigungen vom zwischen 30° und 40° sind verdammt anstrengend. Hinzukommen bei mir die Nachwirkung einer Erkältung. Als wir zu einem großartigen Aussichtpunkt über den Yojoa-See kommen, entscheiden wir umzukehren und noch einen Abstecher zu einem kleinen Wasserfall zu machen. Um Fünf sind wir wieder in Luna del Puente, nachdem wir vorher wieder ein monströses Mittagessen gegen 15 Uhr verspeist haben. Am Morgen wurde uns von Martina bei der Kakaoführung vorgeschwärmt, dass sie einen tollen Ansitz zum Vogelbeobachtung hätten und wir sollen einfach Bescheid geben, dann würde man noch etwas Lockfutter vorbeibringen. Daher sind wir zur Rezeption um zu fragen, ob sie das organisieren können. Diesmal waren leider nur Angestellte da, die kein Englisch konnten und wir kein Spanisch. Also mittels Google-Translator kommuniziert. Als erstes kam, dass wir zu spät seien die Vogelfütterung gebe es nur um 15 Uhr. Ne, ne, ne Madam nicht mir, denke ich mir so. Also verweise ich darauf das Martina uns das heute Morgen angeboten hat. Die Angestellte verschwindet und kommt dann wieder mit der Info, dass das 200 Lempira (knappe 8€) pro Person kosten würde. Also prinzipiell finde ich es in Ordnung etwas Geld zu verlangen, denn so einen Ansitz zu bauen und zu betreiben ist schon ein Aufwand. Mir kam das aber in der Situation als Abschreckargument vor. Ich stimme aber zu und bezahle. Dann können meine Frau und ich in den Ansitz. Ich mit Kamera, meine Frau mit Fernglas. Bis kurz zur Dämmerung blieben wir dort. War wirklich schön. Auf Abendessen verzichten wir diesmal. Da die Mittagessen immer so extrem reichhaltig ausfallen und leider auch so spät stattfinden, sind wir noch papp satt. Mit einem Getränk lassen wir den Tag am Lagerfeuer ausklingen. |
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Letzte Änderung: 25 Mär 2026 19:39 von Bonebreaker.
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25 Mär 2026 19:48
#722863
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Fr 27.02
Rafael wollte an diesem Tag sehr früh los und fragte uns ob wir bereit wären schon um 7:30 starten. Von unserer Seite ging das klar, nur so früh gab es noch kein Frühstück. Rafael konnte dies aber organisieren. In unsere Reisebeschreibung stand, dass wir heute zur Omega Lodge in Vale Cangrejal nahe La Ceiba gefahren werden. Sollte die Zeit reichen könnten man den Botanischen Garten in Tela besichtigen. Wollte Rafael deswegen so früh los? Die unverblümte Wahrheit war, dass Rafael uns so schnell wie möglich zur Omega Lodge bringen wollte, denn dann war seine Arbeit erledigt. Reine Fahrzeit wieder um die 6h. Die Omega-Lodge war der letzte Punkt bevor wir nach Roatan weiterreisten. Und Rafael wollte danach nach Hause zu seiner Familie und von der Omega Lodge zu sich nach Hause waren es nochmal 4h. Von der menschlichen Seite ist das völlig verständlich. Aus Sicht des zahlenden Touristen eher blöd. Als wir dann in Tela waren und wir explizit nach dem Botanischen Garten gefragt haben, lies es uns die Wahl offen, sagt aber es wären dann noch jeweils min 30min hin und zurück über üble Schotterpisten. Auf geschickte Weise versuchte er es uns etwas madig zu machen. Natürlich haben wir beide das Spiel durchschaut. Da wir uns die ganze Zeit sehr gut mir Rafael verstanden hatten und wir auch nicht wirklich so scharf darauf waren, den botanischen Garten anzuschauen, entschieden wir weiterzufahren. Ich glaube die Entscheidung war gut, denn der Nachmittag in der Omega-Lodge war sehr schön. Gegen 14 Uhr kamen wir in der Lodge an und verabschiedeten uns von Rafael. Er war ein angenehmer Guide, hat in Copán einen super Job gemacht, war nie zu aufdringlich, konnte aber immer unsere Fragen beantworten und hat uns sicher an Ziel gebracht. Die Lodge lag gefühlt mitten in einem Regenwald. Wegen der Erfahrung mit Luna del Puente war ich sehr zurückhaltend mit den Erwartungen an diese Lodge. Glücklicherweise war es der krasse Gegensatz dazu. Wir bekamen ein großartiges Zimmer, in dem man sich total wohl fühlen konnte. Den Rest des Tages verbrachten wir mit lesen am und im Pool. Als wir beim Abendessen saßen, gab es plötzlich einen dumpfen Schlag. Wir schauen uns um. 1,5m neben war eine kleine Schlange vom Dach runtergefallen. Die hatte einen Gecko gejagt und dabei sind beide runtergefallen. Im Maul der Schlange zuckte der abgeworfene Schwanz, während der Gecko daneben saß. (links die Schlange, rechts der Gecko, oben ein verrückter Fotograf Der Lodge-Besitzer war gerade in der Nähe und hatte schon Sorge, dass wir voll Panik davonrennen würde. Umso überraschter war er, dass meine Frau sitzen blieb und ich mit „Wie geil ist das denn, ich brauche meine Kamera“ aufstehe, eine großen Schritt über die Schlange mache und 1min später auf dem Boden mit Kamera im Anschlag liege. Nach dem Abendessen gehen wir noch zu einem kleinen Tümpel in der Anlage, weil es dort den berühmten Rotaugenfrosch geben soll. Wir konnten ihn tatsächlich finden. |
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25 Mär 2026 19:51
#722864
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Sa 28.02
Ursprünglich war geplant den Tag in La Union zu verbringen. Mittels einer Draisine wäre es dann in das Cuero y Salado Wildlife Refuge gegangen, in dem wir mit einem Boot die Mangroven zu erkunden sollten. Leider bekamen wir eine Woche vor Abreise mitgeteilt, dass die Bahnstrecke beschädigt sei und deswegen dieser Ausflug nicht stattfinden konnte. Stattdessen war am Vormittag eine Rafting-Tour, wofür letztendlich auch die Omega Lodge bekannt ist, angesetzt. Nach Erhalt von Helm und Schwimmweste und einem 15min Marsch waren wir dann am Fluss und bestiegen die Raftingboote. Es hat richtig viel Spaß gemacht. Am Nachmittag machten wir eine von den drei möglichen Wanderungen, die man um die Omega Lodge wandern kann. Als wir in der Lodge ankommen treffen wir die Besitzerin am Yoga Pavillon und die letzten Meter laufen wir zusammen. Ich sage ihr wie toll ich die Lodge und auch unser Zimmer finde. Daraufhin erfahre ich, dass sie früher eine reine Backpacker-Lodge gewesen seien. Während Covid haben sie die Zeit genutzt und die Lodge umgebaut. Und das war genau richtig, denn Backpacker seien von Natur aus mit allem unzufrieden gewesen. Jetzt würden sie deutlich mehr positive und auch dankbarere Resonanz erfahren, und man kann damit auch besser Geld verdienen. Was mich anhand meiner Erfahrung bei dieser Reise nicht arg verwundert. |
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