TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200924. Juni 2019 · #261
Hallo Bele,
im Sommer geht es wie jedes Jahr mit den Kindern und Jugendlichen unserer Leistungssportgruppe ins Trainingslager. Dieses Jahr haben wir die Felsen im Ötztal und Zillertal als Trainingslocation auserkoren.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200925. Juni 2019 · #262
33.Tag (Di. 22.01.2019) Kongola – Nkasa Rupara National Park 139km
Schon früh bin ich auf den Beinen und genieße, wie am anderen Flussufer der Tag anbricht. Das geschieht jeden Tag und ist doch immer wieder ein Erlebnis. Sind das noch die Überreste des Urmenschen in uns, für die es keine Selbstverständlichkeit war, sondern jeden Tag aufs Neue ein mit Spannung erwartetes Wunder, ob die Sonne wieder aufgeht.
Heute beginnen wir den Tag mit einem ausgedehnten Frühstück auf unserer schönen Campsite. Dabei werden wir aufs Beste von den in den Bäumen wohnenden Baumhörnchen unterhalten. Die haben untereinander andauernd Zoff und sind sich in einer Tour am jagen. Dabei springen sie auch schon mal aus über 5m Höhe auf den Boden. Beim ersten Mal bekommen wir noch einen gehörigen Schrecken, aber den Hörnchen scheint das nicht das Geringste auszumachen. Vor lauter Aufregung sind die kleinen Tierchen permanent am zwitschern und pfeifen. Dadurch kann ich sie immer schnell im Geäst entdecken. Warum fällt es mir dann bei Vögeln so schwer, sie anhand des Zwitscherns und Pfeifens zu orten?
Wir lassen uns Zeit, aber irgendwann ist alles gepackt und wir müssen weiter.
Wir lassen es aber weiterhin ruhig angehen. Anstatt eines ausgedehnten Gamedrives fahren wir nur zum Hide am Horseshoe und richten uns dort gemütlich ein. Bis kurz vor Mittag bleiben wir hier, obwohl es kaum Tiere zu sehen gibt. An Säugetieren lässt sich kein einziges blicken.
Dafür entdecke ich in den Bäumen hinter dem Hide einen Baumhopf. Für mich eine Erstsichtung. Im Gegensatz zu seinem scheuen Verwandten, dem Wiedehopf, kann ich mich sehr nah heranschleichen und so gelingen mir ein paar recht akzeptable Fotos.
Später taucht dann noch eine Familie Klunkerkraniche am Wasser auf.
Als wir den Horseshoe verlassen sehen wir zwei Lechwes; die ersten größeren Tiere des Tages.
Mangels Tieren, nehme ich auch mal ein paar Blüten ins Visier.
Wieder auf dem Asphalt geht es auf direktem Weg in den Nkasa Rupara Nationalpark. Dieser ist durch die neuen Stahlbrücken jetzt auch für den durchschnittlichen Namibiatouristen gut zu erreichen. Auch für diesen Nationalpark scheinen in letzter Zeit reichlich Fördergelder geflossen zu sein.
Kurz vor den Toren des Nationalparks erreichen wir unser heutiges Tagesziel, die Nkasa Rupara Community Campsite. Das war ein sehr guter Tipp von Freunden, die zwei Monate früher hier übernachtet haben. Sehr schöne Lage an einem Nebenarm des Linyanti. Alles ist nagelneu. Nur die riesigen Bäume unter denen wir im Schatten stehen sind uralt.
Um 16:00Uhr brechen wir zum nachmittäglichen Gamedrive in den Nkasa Rupara National Park auf. Leider müssen wir erfahren, dass das Gate bereits um 18:00Uhr schließt, so dass es heute nur für eine kleine Runde reicht. Sehr attraktiv sind diese Öffnungszeiten für die Besucher nicht. Da kann der Park nicht mit den anderen Parks in der Umgebung mithalten.
Auch gilt der Eintritt nicht für 24h, sondern pro Tag. Dadurch müssen wir innerhalb von 24h zwei Mal Eintritt zahlen, da wir morgen früh noch einmal auf Gamedrive gehen wollen. Ob das alles so mit rechten Dingen abgeht, oder Abzocke ist?
Der Park selbst ist landschaftlich sehr schön. Das Okavangodelta in klein. Laut Infotafel am Eingang soll es hier auch die identische Tierwelt wie im Delta geben. Das können wir aus eigener Erfahrung allerdings nicht bestätigen. Wir sehen nur Impalas, Paviane, Lechwe, Warzenschweine und eine riesige Büffelherde.
Bei den Vögeln ist vor allem eine sehr große Geierkolonie bemerkenswert, die gleich mehrere Bäume in Beschlag nimmt.
Darüber hinaus sind sehr viele Bienenfresser anzutreffen.
Den Sonnenuntergang erleben wir auf unserer Campsite, wobei die Sonne leider schon früh hinter hohen Bäumen verschwindet. Somit gibt es den Sundowner ohne spektakulären Sonnenuntergang.
Heute hatten wir mal wieder sehr gutes Wetter. Strahlend blauer Himmel mit Schönwetterwolken und für die Jahreszeit recht niedrigen Temperaturen. Abends fast schon frisch.
An diesem Abend haben wir mal ausnahmsweise nicht gegrillt. Dafür gab es eines meiner liebsten Campinggerichte – Labskaus.
Das mit der Dunkelheit einsetzende Froschkonzert rundete den Tag perfekt ab.
Champagner8'691 Beiträge · seit 201025. Juni 2019 · #263
Topobär schrieb: Im Gegensatz zu seinem scheuen Verwandten, dem Wiedehopf, kann ich mich sehr nah heranschleichen und so gelingen mir ein paar recht akzeptable Fotos.
🤩 Die Fotos sind nicht nur recht akteptabel, sondern richtig klasse! 🙂
Und dieser Blick da in Nambwa übers Wasser auf den Sonnenaufgang ist einfach unbezahlbar - danke für die schönen Erinnerungen! 😘
Hallo, Thomas, als Frau eines bekennenden Fans dieser Spezialität will ich Dir den Lapsus 😛 mit dem Labskaus mal nachsehen (aus der Dose???), weil mir die Fotos von Karminspint und Baumhopf so gut gefallen. Was die Vogelstimmen betrifft, so ist es wegen der Vielfalt nicht so einfach wie bei den Baumhörnchen. Üben, üben, üben! Im übrigen freue ich mich, daß es hier weitergeht! Danke! Friederike
mit dem Baumhopf hast du wirklich Glück gehabt. Die Burschen treten in der Regel in kleinen Gruppen auf und halten keine Sekunde still. Wir haben schon wesentlich bessere Fotos von Wiedehopfen machen können als von diesem unruhigen Pack.
Danke auch für eure Eindrücke aus dem Khaudum. Wir waren vor vielen Jahren mal dort und denken, dass es mal wieder Zeit wird.
Die Sache mit dem Exakt-am-Stoppschild-Halten kennen wir auch. Und nachdem wir dafür auch schon mal angemeckert wurden, haben wir das inzwischen verinnerlicht. Meist stehen die Offiziellen ja einige Meter weiter. Trotzdem halten wir brav am Schild und warten, bis sie uns heranwinken.
Vielen Dank für deinen Bericht und liebe Grüße Uwe
Old Women1'543 Beiträge · seit 201326. Juni 2019 · #268
GinaChris schrieb:Hi Thomas,
freue mich auch über jedes neue Kapitel; danke!
Meist kann ich mir die Bedeutung so mancher dt. Ausdrücke hier ja zusammenreimen, aber was bitte habt ihr gegessen? 🙄 Gruß Gina
Hallo Gina,
so, als gebürtiges Nordlicht kläre ich dich jetzt mal auf, denn das hat es früher bei meinen Eltern sehr oft gegeben 🙂 . Göga mag das leider wg. der roten Bete nicht so gerne, aber z.Z. gibt es ja die frischen holländischen Matjes, die von der Königin immer erst freigegeben werden müssen, und da isst er das dann auch 🤩 . Labskaus besteht im Wesentlichen aus gekochten Kartoffeln, Gurken, Corned Beef (aus der Dose), alles tüchtig gestampft, und dazu reicht man dann Matjes bzw. Rollmops, Zwiebeln, Rote Bete und Spiegelei.
Herzliche Grüße Beate P.S.: Ich hoffe, du weißt, was ein Rollmops oder ein Matjes ist 😐 😕 !
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201626. Juni 2019 · #269
Guten Morgen,
@Friederike da hast du wohl recht! 🤢 😉
@Beate vielen Dank für deine Erklärung! Ich schließe mich da ganz der Meinung deines Göga an! Und ja, Rollmops und Matjes kennen auch wir Österreicher 🙂
Gruß Gina
tiggi1'558 Beiträge · seit 201126. Juni 2019 · #270
Hallo Thomas, bei uns geht es nächste Woche los, wir folgen auf den ersten Kilometern euren Spuren bis zum Sambesizipfel (ohne Khaudum!) und ich danke dir für die tollen Berichte, vor allem dein Baumhopf lässt viel Hoffnung bei uns aufkeimen. 😉 Das Bild ist übrigens, wie Bele schon schrieb, wirklich gut - vergleiche dich nicht mit den Superfotografen! Wir planen den Etosha zu durchqueren, allerdings bin ich ein bisschen unsicher, ob wir überhaupt viel sehen werden, denn inzwischen hat die Trockenheit doch einige Tiere gewzungen in andere Regionen abzuwandern.
7 Wochen, das heißt, Urlaub mit viel Zeit 😉 🤩 , dennoch wechselt ihr häufig die Standorte, ich bin gespannt, was noch folgt und hoffe, dass vor Mittwoch noch ein weiteres Kapitel folgt (?) 😘 😊
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200926. Juni 2019 · #271
@ Gina & Friederike: Labskaus ist ein traditionelles Hamburger Seefahrergericht. Da meine Mutter aus Hamburg stammt, kenne und liebe ich Labskaus seit frühster Kindheit. Als traditionelles Seefahrergericht besteht Labskaus ausschließlich aus Zutaten, die sich über lange Zeit ungekühlt lagern lassen. Aus diesem Grund ist es auch ein sehr gutes Campinggericht. Labskaus gibt es in unzähligen Varianten. Selbstverständlich bereite ich unser Labskaus selbst zu. Ich weiß gar nicht ob es das auch fertig aus der Dose gibt. Meine Variante besteht zu gleichen Teilen aus gekochten Kartoffeln, gebratenen Zwiebelwürfeln und Corned Beef. Das wird alles zusammen gestampft, dabei sorgt etwas Gurkenwasser für die richtige Konsistenz. Würzen tue ich nur mit Salz & Pfeffer. Dazu gibt es eingelegte Gurken und Spiegelei.
@Birgit Ich hoffe bis zu Eurer Abreise noch ein bis zwei Kapitel posten zu können. Auf jeden Fall wünsche ich Euch schon jetzt einen schönen Urlaub. Da wir sowieso immer alles zusammenräumen müssen, ist es für uns egal, ob wir weiterfahren, oder zum gleichen Campingplatz zurückkehren. Wir bevorzugen es in kleinen Etappen von Ort zu Ort zu reisen und dabei möglichst viele verschiedene Orte kennenzulernen. Meist kann man das geplante Tagesprogramm gut mit der Weiterreise kombinieren.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201226. Juni 2019 · #272
Hallo Thomas, was für ein schönes Kapitel - ich freue ich auch über jede neue Etappe von euch! Ihr habt ja immer schon ein Händchen für besonders schöne Plätzchen und diese Campsite gehört auf jeden Fall dazu. Für uns geht es im nächsten Jahr tatsächlich noch mal ins Kaokoveld, da werde ich also in deinem Bericht noch mal zurückblättern und ein paar Strecken genau studieren. Wie immer vielen Dank fürs Berichten und in diesem Falle noch ein Extra-Danke für den Input. Viele Grüße Ingrid
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201126. Juni 2019 · #273
Topobär schrieb: Labskaus ... Meine Variante besteht zu gleichen Teilen aus gekochten Kartoffeln, gebratenen Zwiebelwürfeln und Corned Beef. Das wird alles zusammen gestampft, dabei sorgt etwas Gurkenwasser für die richtige Konsistenz. Würzen tue ich nur mit Salz & Pfeffer.
Erinnert mich ganz stark an meine Grundschulzeit im Schülerheim. Dort gab es Labskaus mindestens einmal im Monat. 🤩
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Topobär schrieb: Labskaus ... Meine Variante besteht zu gleichen Teilen aus gekochten Kartoffeln, gebratenen Zwiebelwürfeln und Corned Beef. Das wird alles zusammen gestampft, dabei sorgt etwas Gurkenwasser für die richtige Konsistenz. Würzen tue ich nur mit Salz & Pfeffer.
Erinnert mich ganz stark an meine Grundschulzeit im Schülerheim. Dort gab es Labskaus mindestens einmal im Monat. 🤩
Off topic - und dann höre ich auch damit auf: Ich finde, es sieht aus wie schon mal gegessen........... 🤢 Duck und wech F.
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201126. Juni 2019 · #275
CuF schrieb:Ich finde, es sieht aus wie schon mal gegessen........... 🤢
Wir durften damals nicht in die Küche. 😄 😄 😄 Aber lecker war es trotzdem. 🤪
Best Regards
Adolf
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Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
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Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200927. Juni 2019 · #276
34.Tag (Mi. 23.01.2019) Nkasa Rupara National Park – Kasane 329km
Am Morgen ist der Himmel überwiegend bedeckt. Den Sonnenaufgang erleben wir nur durch einige wenige Wolkenlücken.
Es geht gleich wieder in den Nationalpark.
Warum sich diese Gabelracke so aufgeplustert hat, wissen wir nicht. An den Temperaturen kann es nicht gelegen haben, denn es ist wie immer bereits am Morgen angenehm warm.
Der Wasserstand im Linyanti-Sumpf ist zur Zeit sehr niedrig. Es hat die letzten Tage in der Region auch wenig geregnet und so sind alle Wege im Park leicht und ohne Einschränkung zu befahren.
Wir kommen bis zum Flußbett des Linyanti. Der Galeriewald, den Ihr im Hintergrund seht, liegt schon in Botswana.
Tiere sehen wir aber trotzdem kaum. Warzenschweine und Impalas gibt es zwar in Massen, aber das war es auch schon. Man könnte sagen: „Landschaft Top – Tierwelt Flop“.
Dafür finden wir einen sehr schönen Frühstücksplatz mit weitem Blick über die Floodplains und grasenden Impalas im Hintergrund.
Kurz vor Mittag verlassen wir den Park. Zwischen dem Nationalpark und der Hauptstraße herrscht ein unübersichtliches Gewirr an Pisten, von denen nur die wenigsten im Navi verzeichnet sind. Da ist es besser, sich auf die Beschilderung vor Ort zu verlassen.
Der Grenzübergang in Ngoma Bridge geht ruckzuck. Innerhalb von nur 15min. sind wir aus Namibia ausgereist und nach Botswana eingereist.
Bei der Einreisekontrolle nach Botswana werden wir lediglich nach Lebensmitteln gefragt, nicht aber nach Feuerholz oder Plastiktüten. Frischfleisch haben wir nicht. Beim Gemüse wird die Paprika requiriert, die Möhren dürfen wir behalten. Mich nerven die sich ständig ändernden Vorschriften. Man weiß nie was auf einen zukommt, weshalb wir unseren Bestand an frischen Lebensmitteln auch so weit wie möglich vor reduziert hatten, bevor wir die Grenze passiert haben.
Auf der Transitstrecke nach Maun sehen wir mehrere Elefanten, von denen einige auch direkt vor uns die Fahrbahn überqueren. Auf dieser Strecke sollte man sich im eigenen Interesse an die Geschwindigkeitsgrenze halten.
Bevor wir nach Kasane fahren, halten wir am Sedudu-Gate, um ein Permit für die botswanischen Nationalparks zu kaufen. In Botswana ist es so, dass man an jeder DWNP-Zahlstelle ein landesweit gültiges Permit erwerben kann. Da die Bürokratie beim DWNP sehr umständlich und langsam ist, wollen wir gleich für unseren ganzen Aufenthalt bis zum 8.Februar ein Permit erwerben, denn wir wollen unsere Zeit lieber in den Parks, als am Gate verbringen. Das haben wir in Botswana immer so gemacht und es hat bislang auch immer geklappt. Diesmal übertreffen die Angestellten aber alles bislang erlebte. Es ist Ihnen einfach nicht beizubringen, dass wir für einen so langen Zeitraum ein Permit haben wollen, obwohl wir unterwegs an weiteren Zahlstellen vorbeikommen. Auch geht es nicht in Ihre Köpfe, dass wir jeden Tag in einem Nationalpark seien werden, auch wenn wir zwischen durch außerhalb übernachten. Sie bekommen unsere Übernachtungsbuchungen einfach nicht mit unseren Nationalparkaufenthalten überein. Auf die Fragen, weshalb wir das Risiko eingehen wollen, so weit im Voraus zu bezahlen, hätten wir gerne geantwortet: „weil Ihr beim DWNP so ein bürokratischer, umständlicher und langsamer Haufen seid, das gerade auch meisterlich unter Beweis stellt und wir uns so eine Nummer nur einmal antun wollen“. Natürlich haben wir das nur gedacht und sind freundlich geblieben, auch wenn sich Kathrin in dieser Situation eine Valium gewünscht hat, denn Ihre Selbstbeherrschung wurde auf eine harte Probe gestellt. Letzten Endes bekamen wir nur ein Permit für unsere Tage bis Maun und müssen dort erneut zum DWNP. Der ganze Akt hat rund eine Stunde gedauert.
In Kasane übernachten wir wie immer auf der Campsite der Chobe Safari Lodge. Zunächst will man uns Campsite Nr.4 geben. Die kleinste und schlechteste Campsite des ganzen Platzes. Dafür reservieren wir nicht ein Jahr im Voraus. Wir intervenieren und können auf Campsite Nr.3 wechseln. Die hatten wir schon mehrfach und sind damit sehr zufrieden.
Am Nachmittag besuchen wir selbstverständlich noch die Chobe Riverfront. Vorher buchen wir aber erst noch unsere Boottouren für den nächsten Tag. Wir haben die Bootstouren wieder bei der Agentur Nkwe gebucht und wie bei den letzten Malen hat alles perfekt geklappt.
Dann geht es an die Chobe Riverfront. Mit dem Permit in der Tasche können wir das Gate jetzt direkt passieren. Wir fahren auf direktem Weg an den Fluss. Sehen aber schon auf dem Weg dorthin die ersten Tiere.
Auf den Floodplains tobt das Leben. Jede Menge Tiere aus vielen verschiedenen Arten. Jetzt wissen wir auch, weshalb wir bislang nur so wenige Elefanten gesehen haben. Die sind alle hier. Hunderte stehen auf den weiten Ebenen und es kommen permanent welche aus dem Hinterland hinzu, oder verlassen die Ebenen ins Hinterland.
Bei den Elefanten sind neben den Herden auch viele Bullen vor Ort. Während die Herden friedlich miteinander umgehen, kommt es zwischen den Bullen immer wieder zu Rangeleien.
Die Tiere sind hier an der Riverfront extrem relaxt. Die Fluchtdistanz beträgt max. einen Meter, d.h. man muss aufpassen, dass man die Tiere nicht umfährt, denn die gehen nicht vom Weg, wenn man kommt.
Unser Ziel für heute ist Serondela. Hinter der Chobe Game Lodge verlassen die Wege das Flussufer und führen durch unübersichtliches Buschland. Auch hier stehen überall Elefanten und durch das unübersichtliche Gelände sieht man sie häufig erst sehr spät. Da ist es schon sehr gut, dass auch die Elefanten in diesem Gebiet sehr entspannt sind. Wäre es anders, würde hier so manches Auto auf der Seite liegen.
Kurz vor Serondela gibt es einen schönen Aussichtspunkt über den Fluss.
Als wir in Serondela ankommen ist es schon nach 18:00Uhr, weshalb wir uns entschließen über eine der Feuerschneisen zur Transitstrecke zu fahren. Dabei zeigen sich noch einige Tiere im goldenen Licht der tief stehenden Sonne.
Kurz vor Erreichen der Transitstrecke treffen wir zu unserer großen Überraschung und Freude auf eine Gruppe Honigdachse, welche auf den Weg herumtoben. Sowie sie uns entdecken verschwinden sie leider ins dichte Unterholz. Für ein Foto war die Begegnung viel zu kurz. Mache Bilder bleiben einzig im Kopf erhalten.
Bei Sonnenuntergang sind wir dann zurück auf der Campsite.
Im sehr guten und sauberen Waschhaus richten wir uns wieder ein wenig zivilisierter her, dann hier in der Chobe Safari Lodge kochen wir natürlich nicht selbst, sondern genießen das sehr gute Dinner-Buffet, welches auch einer der Hauptgründe ist, weshalb wir uns in Kasane immer für diese Campsite entscheiden.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200901. Juli 2019 · #277
35.Tag (Do. 24.01.2019) Kasane 2km
Wie Ihr schon an den gefahrenen Kilometern sehen könnt, sind wir heute nicht auf Gamedrive gefahren. Vielmehr haben wir uns dafür entschieden, den Wagen heute weitgehend stehen zu lassen und sowohl vormittags, als auch nachmittags eine Bootstour auf dem Chobe zu unternehmen. Wir haben uns für beide Touren wieder ein privates Boot bei der Agentur Nkwe gemietet. Durchgeführt wurden beide Fahrten von Chobe Cherry Safaris. Mit denen waren wir auch schon bei vorherigen Reisen auf Bootstour und immer sehr zufrieden.
Vor der morgendlichen Bootstour stärken wir uns aber erst einmal am Frühstücks-Buffet der Chobe Safari Lodge, welches wie alle anderen Buffets der Lodge sehr zu empfehlen ist. Die Auswahl ist riesig. Da ist für jeden Geschmack das passende zu finden.
Als wir uns nach dem Frühstück für die Bootstour fertig machen, können wir einen weiteren Vorteil des Frühstücks-Buffets miterleben. Auf unserer Nachbarcampsite sitzt ein französisches Paar gerade beim Frühstück und gerät dabei ins Visier einer Bande Meerkatzen, welche anscheinend regelmäßig während der Frühstückszeit auf der Suche nach passenden Opfern die Campsite durchstreift. Die Affen gingen dabei sehr geschickt vor und waren mehrfach erfolgreich. Der Franzose war davon dann so verärgert, dass er mit seiner Kaffeetasse nach einem Affen geworfen hat, als dieser sich mal wieder bedient hatte. Den Affen hat er natürlich nicht getroffen, dafür hatte er jetzt aber auch noch eine zerbrochene Kaffeetasse. Ich musste mir die ganze Zeit ein Grinsen verkneifen. Es war schon sehr witzig, wie die Affen die angebliche Krone der Schöpfung vorgeführt haben. Mit den Worten eines Sportreporters würde ich sagen, dass die Affen dank überlegener Taktik früh in Führung gegangen sind und der Gegner dann durch ein Eigentor seine Niederlage besiegelt hat.
Nach diesem amüsanten Zwischenfall machten wir uns auf den Weg zur ersten Bootstour. Wir wurden dafür direkt mit dem Boot am Steg der Chobe Safari Lodge abgeholt.
Der Vorteil einer vormittäglichen Bootstour ist, dass man die meiste Zeit ganz allein auf dem Fluss ist. Kein Vergleich mit dem Massenauflauf am Nachmittag. Ein weiterer Vorteil ist der wesentlich größere Aktionsradius der privaten Boote. Während die üblichen Touren meist nur im Bereich von Sedudu Island unterwegs sind, gingen unsere Fahrten immer bis nach Serondela.
Unsere Vormittagstour begann dann wie eigentlich alle Bootstouren erst einmal mit ein paar Vögeln.
Lilytrotter
Klaffschnabel
African Fisheagle
Dann tauchte direkt neben unserem Boot ein sehr großes Krokodil auf.
Bei den Floodplains angekommen, war dann auch das erste Großwild zu sehen.
Hier am Chobe halten sich die Hippos nicht an die sonst üblichen nächtlichen Fresszeiten und sind auch tagsüber häufig an Land anzutreffen. Das kenne ich nur aus dieser Region. Sehr schön für den Fotografen.
Dann lassen sich die ersten Elefanten blicken.
Reiher gibt es hier am Wasser natürlich auch jede Menge.
Als wir noch etwas weiter nach Westen fahren, werden es immer mehr Elefanten. Ich hätte nicht gedacht, bereits am Vormittag so viele Dickhäuter am Fluss anzutreffen, denn normalerweise kommen Elefanten erst nachmittags an die Tränke.
Gruppenkuscheln
Auf der Rückfahrt macht uns unser Guide noch auf einen Red Bishop aufmerksam. Diesen farbenfrohen Webervogel kannte ich noch nicht.
Zwischen den beiden Bootstouren ging es dann zum Einkaufen, woher auch die zwei heute gefahrenen Kilometer stammen. Bis auf Frischwaren und Alkohol kauften wir heute alle Vorräte für unsere Tour bis Maun. Mit Abstand am besten sortiert war der Spar Supermarkt. Leider mussten wir feststellen, dass es in ganz Kasane keine Light-Getränke gab.
Um 15:00Uhr starteten wir zur Nachmittagstour.
Zu Anfang wieder Vögel. African Fisheagles sieht man praktisch die ganze Zeit und auch der African Darter ist keine Seltenheit.
Dann trafen wir wieder auf eine Gruppe planschender Elefanten. Ich habe den Eindruck, dass die Schwergewichte das Baden so sehr lieben, weil es Ihnen die Illusion von Leichtigkeit bietet. Das ermöglicht ihnen ganz andere Bewegungsmuster als an Land. Es ist auch nicht alles das, wonach es auf den ersten Blick aussieht.
Als nächstes sehen wir zwei große Reiher auf der Wiese stehen. Ich glaube Es sind ein Purpurreiher und ein zwei Goliathreiher; ein Jugendlicher und ein Erwachsener. Sehr schön anzusehen, aber etwas Besonderes wird die Begegnung erst, als sich plötzlich ein Fischadler mit dem Goliathreiher anlegt. Keine Ahnung, was der Auslöser war, aber es geht zum Glück ohne Blutvergießen über die Bühne.
Dann folgt das absolute Highlight des Tages. Wir sehen ein gerade neu geborenes Hippobaby neben seiner Mutter an Land. Das kann man nur ganz selten beobachten. So klein und speckig sind selbst Hippos niedlich.
Als nächstes ein Elefantencrossing durch den Fluss - direkt vor unserem Boot.
Wir sehen einen Graufischer, der beim Fischfang erfolgreich war und mit seiner für den kleinen Vogel sehr großen Beute auf den Rand eines Mokoros landet. Langsam lassen wir uns näher treiben, um ihn nicht zu verscheuchen. Die nächsten 20min. ist der Vogel damit beschäftigt seine Beute weich zu klopfen. Immer wieder schlägt er den Fisch mit voller Wucht auf die Bootskante. Anscheinend kann er solch eine große Beute nur schlucken, wenn alle Gräten gebrochen sind. Ein Wunder, dass er den Fisch überhaupt runter bekommen hat.
Einige Hippos sind sehr aggressiv. Teilweise stürmen Sie sogar extra vom Land ins Wasser, um einen zu verfolgen. Dabei springen Sie zum Teil wie ein wütender übergewichtiger Delfin aus dem Wasser. Leider sind die Fotos davon nichts geworden.
Langsam machen wir uns auf den Rückweg. Dabei wird das Licht immer besser und er ergeben sich noch einige schöne Tierbilder.
Heute hatten wir jede Menge toller Tiererlebnisse und einige ganz außergewöhnliche Begegnungen. Als unser Guide bei dem Hippobaby selbst seinen Fotoapparat zückte, wussten wir, dass wir da etwas ganz außergewöhnliches sehen durften.
Leider musste ich aber auch feststellen, dass ich bei Tieraufnahmen meine Belichtungszeiten noch weiter verkürzen muss. Auf dem großen Bildschirm sieht man doch recht häufig eine leichte Unschärfe, wenn die Tiere in Bewegung waren.
Die Bootstouren haben jeweils 1.500,-Pula gekostet. Nicht billig, aber wenn man bedenkt, was man ansonsten für mache Dienstleistung in Afrika zahlen muss, voll akzeptabel. Dafür kann man sich uneingeschränkt auf die Tiererlebnisse fokussieren, die einem wichtig sind. In einem größeren Boot hätten wir ganz sicher nicht 20min. bei dem Pied Kingfisher verbracht.
Unser Guide, dessen Namen ich leider vergessen habe, war sehr gut. Perfekt geschultes Auge, an allen Tieren interessiert und sehr empathisch, hat er das Boot immer in die optimale Position gebracht.
Pünktlich zum Sundowner waren wir zurück auf der Campsite. Dort auf dem Gelände gibt es eine sehr schön am Fluss gelegene Sundownerbar, die wir heute besuchten, um die Sonne hinter den Horizont zu trinken.
Zum Abendessen ging es wieder ans Buffet der Chobe Safari Lodge.
Champagner8'691 Beiträge · seit 201001. Juli 2019 · #278
Topobär schrieb:Als nächstes sehen wir zwei große Reiher auf der Wiese stehen. Ich glaube es sind ein Purpurreiher und ein Goliathreiher. Sehr schön anzusehen, aber etwas Besonderes wird die Begegnung erst, als sich plötzlich ein Fischadler mit dem Goliathreiher anlegt. Keine Ahnung, was der Auslöser war, aber es geht zum Glück ohne Blutvergießen über die Bühne.
Hallo Thomas,
es sind beides Goliathreiher - ein erwachsener und ein jugendlicher. Das Foto von der Kampfszene ist super 🤩 !!!
African Fisheagle
Normalerweise poste ich ja keine eigenen Fotos in fremden Reiseberichten - aber hier dachte ich, passt es!! Irgendwie kam mir dieser Dürrständer + Fisheagle spontan sehr bekannt vor und ich hab in meinen Fotos nachgeschaut:
😄 😄 😄
So, und jetzt schau ich mir die restlichen Fotos an - die waren eben noch nicht da!
Danke für die schönem Bootstouren und liebe Grüße von Bele
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200901. Juli 2019 · #280
Hallo Bele, unglaublich, wie schnell Du bist, oder sollte ich sagen, wie ungeduldig Du bist. 😎 😉
Auf jeden Fall vielen Dank für Deinen Input. Habe ich gleich entsprechend im Bericht korrigiert. Noch schöner wäre das Foto von der Kampfszene geworden, hätte ich auch den Reiher ganz auf dem Bild. Die Szene kam aber so überraschend und es war so viel Bewegung im Spiel, dass ich keine Chance hatte, groß mit der Kamera darauf zu reagieren. Ich habe einfach nur draufgehalten und abgedrückt.
Der Dürrständer ist auf jeden Fall der selbe. Ob es sich beim Adler auch so verhält, weiß man nicht.