felix__w705 Beiträge · seit 201423. Feb. 2016 · #121
Die RSV1 gefällt mir gut 🙂
Gromi schrieb:Die Bootstour und die Tour zu den Fällen haben wir in Senyati gebucht. Die Bootstour startete um 15 Uhr in Kasane (kein Transfer vom Camp) und ist nach Sonnenuntergang fertig. Ich würde euch empfehlen die Bootstour im Voraus zu buchen,damit ihr nicht vor ausverkauften Boot steht 😣 Der Transfer zu den Fällen wird mit einem VW Bus mit beschränkter Sitzanzahl gemacht. Wir hatten kurzfristisch Glück mit zwei leeren Plätzen, kann aber auch anders sein 😕
Ich versuchte zusammen mit der Reservation der Campsite in Senyati die Ausflüge jetzt schon Buchen. Sie haben aber immer die Anfrage zu den Ausflügen ignoriert und mir Antworten, Reservation für die Campsite gegeben. Ich frage wohl im Septmber vor unserer Abreise nochmals nach.
Da es auf dem Chobe viel Boote gibt, würde wohl auch reichen am Mittag wenn wir von Ihaha her nach Kasane kommen etwas zu buchen.
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201423. Feb. 2016 · #122
Um diesem grausigen Nichtwinterwetter zu entrinnen bleibt nur eins, in die Sonne und Wärme flüchten, wenn auch nur fiktiv, das hilft ungemein. Also, wer sich auch noch ein wenig aufwärmen will, bitte einsteigen es geht weiter.
02. - 03. Oktober Kanaan Entschuldigung! Das Wärmeversprechen kann ich erst später einlösen, denn es sind am Morgen kalte +8°! Dementsprechend geht das Zusammenpacken sehr zügig und das Frühstück wird auf einen wärmeren Zeitpunkt verschoben. Kurz nach acht fahren wir los auf die M36.
Eine Bilderbuchgravelroad.
und Gemsbok freut sich schon wieder diebisch auf die kommende Stauborgie.
das Pistenfahrzeug ist auch schon flächendeckend am kratzen. Wir fuhren anschliessend zur Entlastung unserer strapazierten Weichteile, verkehrswidrig auf der rechten Seite, denn das linke Waschbrett war noch nicht aufgefüllt. Zwischendurch wurden wir von einem PW überholt. Dieser fuhr, sagen wir mal ziemlich rassig an uns vorbei und wir mussten erst mal den Staubnebel abziehen lassen. Wir meinten noch, dass dieser es wohl sehr eilig hätte. Kurze Zeit später erblickten wir am Strassenrand ein Pannenfahrzeug und hielten an. Es war der Eilige. Dem Auto des deutschen Ehepaares war ein Reifen geplatzt und der Mann war gerade dabei einen Ersatzreifen zu montieren. Unser Hilfsangebot wurde aber nicht in Anspruch genommen und so fuhren wir weiter. Nach eineinhalb Stunde erreichen wir Sussus Oasis (jaaa, könnte schneller gehen, aber Gemsbok und Ernst mochten das nicht!)
Im Lädeli holten wir unser Frühstück nach. Die Auswahl war eher limitiert. Doch der Kaffee gut.
Habt ihr's bemerkt? Jetzt wird's schön warm. Das Pannenauto war inzwischen auch angekommen und wir erfuhren, dass das Reserverad offensichtlich in einem sehr schlechten Zustand war und sie mit diesem nicht mehr weiterfahren konnten. Sie mussten zwei neue Reifen kaufen und montieren lassen. Das war zu ihrem Glück hier möglich. Als wir weg fuhren war er gerade dabei mit dem Vermieter über die Finanzierung zu diskutieren und seine Frau sass etwas entnervt im Schatten. Wir füllten Gemsbok an der Tankstelle gegen Bares auf und begutachteten noch den Zustand seiner Hufe. Aber da war alles bestens! Weiter ging es über die C19 auf die C27 und der Pistenzustand potenzierte eine weitere Stufe nach unten!
Aber die Landschaft!!!
unwirklich, wie nicht von dieser Welt . Dazwischen kleine Gruppen von, nach kärglicher Nahrung suchenden Zebras und Oryxe.
Dann kamen wir auf die D707
legendär, gerühmt, geliebt und verflucht. Jeder der sie befahren hat, wird etwas von diesem in Erinnerung haben.
Slalom fahrend krochen wir auf dieser Schotter-, Waschbrett- und Wellblechpiste von rechts über Mitte nach links und wieder zurück, um eine einigermassen erschütterungsarmen Position zu finden. Aber es nützte nichts. Gemsbok schüttelte, tschätterte und krachte mit allen seinen Bestandteilen. Ab und zu mussten wir anhalten, um die einmalig schöne Landschaft ungerüttelt bewundern zu können. Endlich nach dem Tor empfing uns ein 8km langer Sandweg; und wir wurden angenehm weich zum Camp geschaukelt.
Im Hintergrund formierte sich die fantastische Landschaft der Tirasberge.
Da es noch ein Weilchen bis ins Camp dauert, möchte ich euch, zum besseren Verständnis, wieder einmal eine kleine Vorgeschichte erzählen. Sie handelt von zwei Blauäugigen, welche sich aufgemacht hatten Namibias legendäre Dünenlandschaft zu erleben.
"Es waren einmal zwei ältere Leute die wollten in Namibia unbedingt die Dünen besuchen und weil sie noch nie dort gewesen waren, versuchten sie sich im Internet darüber zu informieren. Sie staunten über die ganz tollen Bilder von Profi- und Amateurfotografen, den Wahnsinnsfotos von einsamen, riesig hohen roten Dünen im Morgenlicht mit ihren dekorativ geschwungenen Kontrastlinien. Da wollten sie hin. Sie gingen daraufhin auf einen Markt, wo viele Leute waren, die schon viele Male dort gewesen waren und erkundigten sich bei denen, wie und wo man die Dünen am besten sehen kann. Sie hörten dieses und jenes, aber auch, dass es am beliebtesten Dünenort mit Namen "Sussusvlei" sehr viele Leute hätte, welche auch die Dünen sehen wollen. Das passte den beiden nicht, weil sie Getümmel und Hektik nicht mochten. Aber, es gäbe da einen interessanten alternativen Ort, welcher weniger bekannt und deshalb viel ruhiger sei. Das Camp "Kanaan" liege mitten in der Wüste und hat auch einen Campingplatz. Sie schauten sich daraufhin im Internat diese Lokalität an und fanden, das war genau das Richtige für sie. Dort könnten sie am Morgen und am Abend tolle Fotofahrten mit einem Führer machen und im Restaurant sich verpflegen lassen. Überglücklich buchten sie dort einen Campingplatz für zwei Nächte, bezahlten ihn auch gleich und freuten sich auf ihre Reise dorthin."
Gegen 15 Uhr trafen wir im Camp Kanaan ein.
Es liegt dekorativ eingebettet in einer vom Wüstenklima sehr kreativ modellierten Hügellandschaft. Wir wurden freundlich empfangen. Unser Campingplatz wäre parat. Wir müssten nur 10 km auf dem ausgeschilderten Weg in diese Richtung fahren. Ja aber, wie machen wir das dann mit dem Essen? Jedes Mal 10km hin und zurück!? Lange Gesichter! Da entschieden wir uns zu einem Upgrade in ein en-suite-Luxuszelt. Und schon traf uns das nächste Ungemach: völlig ausgebucht! Eine grosse Gruppe südafrikanischer Filmemacher waren angereist. Noch längere Gesichter! - und ja, diese hätten auch bereits alle Dünenfahrtkapazitäten für die nächsten zwei Tage gebucht. - und nein, selber dürfen wir hier nicht herumfahren! Aus der Traum! Wir schluckten die Kröte wiederwillig, ich elendete noch fünf Minuten vor mich hin und übte Einsicht in die Unabänderlichkeit. Warum haben sie das nicht vorher reservieren lassen, fragte die nette Rezeptionistin. Nun, - schau uns in die tiefblauen Augen, Kleines! Also, sprach Ernst, was machen wir jetzt? Er habe keine Lust morgen den ganzen Tag auf dem Campingplatz zu vertrödeln. Somit beschlossen wir, nur eine Nacht hier zu bleiben. Wir bestiegen ziemlich enttäuscht Gemsbok und fuhren in Richtung CS
durch verschiedene Gatter
begleitet von einer eindrücklichen Wüsten- und Bergwelt
welche eine unglaubliche Ruhe ausstrahlte und uns wieder ob dem , wir meinten immer lauter gewordenen, unsäglichen Rattern von Gemsbok, in Gewissenskonflikte brachte. Wir kamen an, dort wo die Welt zu Ende schien.
An der mutmasslichen Hinterlassenschaft eines Herrn Sisyphus, welcher wahrscheinlich das Handtuch geworfen hatte und ausgewandert war, stand alles, was ein Camperherz begehrte. Ein Badehüsli mit WC, Warmwasserdusche und Aussenküche mit Abwaschrinne, Sitzbank und Windschutz, welcher uns gegen den vom Berg herunter stürmenden bisigen Wind einigermassen schützte.
Die Aussicht war faszinierend
hier sieht man am Montag wer am Samstag zu Besuch kommt.
Bonanza Romantik inklusive
Aber! Wir waren allein. Mutterseelenallein! So einsam waren wir das letzte Mal in der Makgadigadi, allerdings weniger lang.
Ernst war gar nicht amused! An den Hängen standen typische Wüstenpflanzen.
Wir richteten uns ein und checkten unsere Vorräte. Für ein büchsenlastiges Nachtessen mit diversen verschieden volumenprozentischen Getränken und ein gehaltvolles Frühstück hatten wir genug dabei. So machte ich mich in die Küche und versuchte aus dem Bohnen-Büchseneintopf durch hinzufügen von Zwiebeln, Speck und Kartoffeln, etwas Geniessbares zu kochen
Ernst meine plötzlich, Gemsbok hätte nicht nur eine Schraube locker sonder zwei und diese auch noch verloren. Der High-Lift Jack hing nur noch an einer und der Schnorchel federte am oberen Ende lose herum. Somit war auch das immer lautere Klappern erklärt und Ernst ging daran ein Befestigungsprovisorium zu installieren.
Nach unserem frugalen Dinner sassen wir mit einer besseren Flasche Rotwein am wärmenden Feuer und bestaunten den inzwischen aufgegangenen, unbeschreiblichen und einmaligen Sternenhimmel. Mit unserem Missgeschick wieder versöhnt und dankbar gingen wir zu Bett.
Kanaan CS ZAR 600.-/N
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Zebrax134 Beiträge · seit 201623. Feb. 2016 · #124
Dein Humor ist köstlich. An diversen Stellen habe ich Tränen gelacht. Freue mich auf mehr!
Definition Fernweh: Egal wo man sich aufhält, möchte man gleichzeitig woanders sein.
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201426. Feb. 2016 · #125
03. - 05. Oktober Klein Aus Vista Am anderen Morgen empfing uns wieder diese gewaltige Stille. Da hörte man keinen Pieps, kein Laut, kein säuseln, rascheln oder knuspern. Es liess sich auch nichts Tierisches blicken, nicht mal ein krabbelndes. Wir konnten unser Frühstück (gebratenen Speck, Eier und Banane), im wahrsten Sinne des Wortes, in aller Ruhe geniessen. Nachdem alles zusammengepackt, Kontrollgang absolviert und Gemsbock gesattelt war, verabschiedeten wir uns nun doch mit einem leichten Bedauern von diesem stillen Ende der Welt und fuhren zurück ins Camp.
Die freundliche Rezeptionistin überraschte uns mit der Mitteilung, dass die Direktion (wer auch immer das ist) uns NA$ 390,- für die nicht beanspruchte Nacht, zurück vergütet. Die nahmen wir natürlich dankbar an, kauften noch einen Dezi ROTEN SAND und fuhren zurück zur D707
ergaben uns erneut der neurogenen Rüttel- und Schütteltherapie das Physiotherapeutenduos Gemsbok-D707! Von Anfang an bemerkten wir auf der Rüttelbahn seltsame Spuren, die sich so wie wir, ständig hin und her schlängelten.
Wie abartig muss wohl so eine Schlange sein, um bei der Backofenhitze auf dem noch heisseren Kies herum zu schleichen. Nach längerem Fahren und Werweisen tauchte in der Ferne etwas Gebüschartiges auf und was erblickten wir als erstes: drei fast nicht als solche erkennbare Velos, bepackt mit diversen Gepäckstücken und dahinter unter mageren dürren Büschen drei ziemlich eingestaubte aber muntere junge Leute beim pic-nic. Da mussten wir anhalten. Es waren zwei Männer und eine Frau, Studenten in spe, kamen aus England und Frankreich und waren schon ein Jahr in Afrika unterwegs. Jetzt wollten sie noch bis Cape Town aber dann zurück nach Hause. Für uns unglaublich. Wir hatten endlose Fragen, doch die Sonne knallte erbarmungslos und uns trieb es wieder ins klimatisierte Gehäuse von Gemsbok. Wir fragten sie, ob sie noch etwas brauchten, aber sie waren soweit wunschlos. So füllten wir nur noch ihre Wasserflaschen auf und wünschten ihnen eine gute pannenfreie Weiterfahrt. Wir sprachen noch lange mit grossem Respekt darüber, dass es doch noch junge Leute gibt, die zu solchen ausserordentlichen und bewunderungswürdigen Leistungen fähig sind. Am Horizont erschienen riesig lange und abgeflachte Bergrücken
teilweise wie von Riesen angebissen.
So kamen wir zur Abzweigung
und fuhren nach rechts auf die unwesentlich bessere C13.
Kaum weiter gefahren kam uns ein grüner Landy ziemlich rassig entgegen und kurz darauf ein zweiter, welcher aber sein Tempo reduzierte und anhielt. Ernst rief "das sind die verrückten Landyladys" und hielt auch an. Grosses freudiges Wiedersehen. So standen wir noch lange mitten auf der C13 (war ja keine Rush Hour) und berichteten gegenseitig von unseren Erlebnissen. Wir tauschten Adressen aus und versorgten uns mit allen guten Wünschen, aber dann mussten wir weiter in entgegengesetzte Richtungen. Beim philosophieren darüber, wie man in einem so riesigen extrem dünn besiedelten Land (die Schweiz passt da20x hinein) immer wieder Leute trifft denen man irgendwo im Nirgendwo schon mal begegnet war, kamen wir schnell an diese Abzweigung
und endlich auf Asphalt! Halleluja!
und standen schnell an der Einfahrt von
Das "Desert Hors Inn" liegt von einem Bergrücken geschützt und leicht versenkt in der steinig-sandigen Namiblandschaft. Um das Haupthaus stehen die Doppelbungalows locker verstreut in einem gepflegten, mit einheimischen Büschen und Gräsern bepflanzten Areal.
Wir hatten uns für zwei Nächte eine CS reservieren lassen. Doch einen Campingplatz konnten wir nirgends ausmachen. Einem kleinen versteckten Hinweisschild nachfahrend und zweimal die falsche Abzweigung nehmend, hatten wir dann die sehr abseits gelegene CS gefunden. Aber hier gefiel es uns überhaupt nicht. Dort gab es keinen Stromanschluss, es war zum Camp relativ weit zum fahren und zum selber kochen hatten wir weder Lust noch Material! Ausserdem mussten wir, in der irrigen Annahme die Rezeption wäre hier, sowieso ins Haupthaus zurück uns anmelden. Entschlossen traten wir den Rückzug an. Dort wurden wir freundlich empfangen und man wertete unsere CS-Anmeldung in eine Bungalowunterkunft inkl. Frühstück auf. Um es uns wieder einmal so richtig gut gehen zu lassen, mieteten wir gleich noch die Dinner dazu.
Uns erwartete ein hübsches, einseitig angebautes Häuschen (Nr. 14) am Ende der Überbauung, mit einer kleinen Veranda.
Das Interieur gepflegt und neuwertig. Zur Rehabilitation unserer malträtierten Körperteile standen breite, weiche und warme Betten parat.
Nachdem wir uns häuslich eingerichtet, geduscht und ein paar staubfreie Kleider gefunden hatten, machten wir uns zur Inspektions- und Kommunikationstour auf. Ernst signalisierte bereits leichte Entzugssymptome. Das Hauptgebäude umfasste ein gemütliches Restaurant und eine ebensolche Lounge mit Bar. Möblierte Terrassenumgänge luden zum Verweilen, ebenso der saubere kleine Pool.
Am Abend genossen wir bei einem Solarlight- Dinner, ein exzellent gekochtes Menü (Fenchelsuppe, Game oder Poulet Ragout, Apfeltorte) mit einem guten Glas Weisswein zur Vorspeise und Rotwein zum Hauptgang. Wohltuend gesättigt und zufrieden mit uns und der Welt gingen wir aber bald einmal unter die Decke.
Der neue Tag begann um sieben mit einem reichhaltigen Frühstück. Dann mussten wir uns sputen, denn wir wollten in Kolmanskop einen geführten Rundgang machen und der begann um zehn. Die B4 teilte die Landschaft als Endlosband mit messerscharfem Kontrast.
Wir wurden gewarnt,
denn es gab sie doch, die "Wilden" der Namib
sie kamen monoton apathisch angelaufen. Mit Körpern, denen man das karge Leben deutlich ansah.
ein Fohlen versuchte Schritt zu halte
Diese jungen Hengste fanden aber immer noch genug Energie, um ihre Kräfte zu messen.
Dann eine erneute Warnung und wir wussten nicht so recht, ob wir oder der Sand damit gemeint waren
Aber jetzt gibt's erst mal viel Sand
Dann tauchte diese versandete Geisterstadt auf
Kolmanskop oder "Endstation Sehnsucht"?
Wir buchten eine geführte Tour und unser Guide informierte uns anschaulich über den Aufstieg und Fall dieser einstmals "steinreichen" Stadt und ihre Menschen.
Sie errichteten in und auf den Sand ihre Häuser und wollten sich damit wohl ein bisschen deutsche Heimat vorgaukeln. Wir sahen Villen
mit Garten
und Weitsicht. Ein Schulhaus und eine Turnhalle
Das Bockspringen war aber gottseidank heute vom Rundgang ausgenommen. Wir bestaunten die gut erhaltene
ihre Trophäen
und ihre Kugel im Ruhestand
Im Spital musste mal wieder gefegt werden
das WC sah auch nicht mehr so richtig steril aus
Doch das unglaublichste Bauwerk war für uns dieses Schwimmbad
oh du schöner Grössenwahn
von Kopfsprüngen wird abgeraten
inklusive unendlicher Sandstrand!
Nach zwei Stunden hatten wir genug gesehen und waren zum dem Schluss gelangt:
Karl-Otto hatte wieder einmal vergessen die Tür zu schliessen!
und - der letzte löscht das Licht!
Lüderitz empfing uns in sonntäglicher Ruhe und Beschaulichkeit. Ja, es war tatsächlich, allen Ernstens, wieder Sonntag! Und somit Leere Strassen hier
leere Strassen dort
und da auch
Wir hatten Hunger und fanden in einem Imbiss am menschenleeren Hafenviertel etwas Essbares.
Wir liefen dann noch etwas frustriert im Städtchen herum und hielten auf dem Kirchberg Ausschau.
Aber da war auch nichts los. Also fuhren wir wieder zurück. Auf dem schwarzen Endlosband der B4
mit ihren spartanischen Rastplätzen.
Durch die Sanddünen und einer märchenhaften Landschaft.
In
bogen wir links ab zu der künstlich angelegten Wasserstelle für die wilden Pferde. Von einem Unterstand aus konnten wir die Pferde beobachten.
Weil es dort immer wieder Leute gibt die die Tiere fütterten, kamen sie sehr nahe heran.
Die meisten standen lethargisch in der brennenden Sonne herum.
hier gab's was (?)für Schleckmäuler
zwei waren sich nicht so sympathisch.
Dieses
zeigte mir seine Blessuren
und das brauchte wieder einmal ein Passfoto.
Am Abend beim wieder hervorragend gekochten Dinner (Lamm-/Fischcurry, Dessert) und diversen Gläsern Wein, wurde uns erstmals so richtig bewusst, dass wir unser Gemsbok- Schlafzimmer von nun an nicht mehr beschlafen würden. Logisch - denn alle nun folgende Unterkünfte würden wieder richtige Betten haben! Wir sassen da und wussten gar nicht so recht, ob wir jetzt einen Trauer- oder Freudentanz aufführen sollten. Wir entschieden uns die Erkenntnis mit einem feinen Verdauerli an der Bar, in Form eines Single Malt, hinunterzuspülen. (Pröschtli Friderike). Morgen beginnt die letzte Etappe unserer Reise. Diese Gewissheit liess dann schon ein bisschen Wehmut aufkommen. Ich versuchte noch mit meinem Smarty diese himmlische Farbenorgie einzufangen, aber dann war Nachtruhe angesagt.
Klein-Aus Vista B&B NA$ 1820.-/N/Unit, Dinner 250.-/P, Tour Kolmanskop 80.-/P
Das wäre im Moment der Stand der Dinge. Wie es fast zu einem Grenzzwischenfall kam, unsere Tante zur bösen Hexe mutierte und was es mit der Keksmühle, einer betrunkenen Auster im Gedränge, einer gärtnerischen Anlage und Anderem so auf sich hat, erzähle ich euch das nächste Mal.
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201412. März 2016 · #127
Liebe Mitreisenden, jaaa, ich weiss ich bin im Verzug. Aber im Forum laufen momentan so viele hochinteressante Berichte, dass ich vor lauter on und off Gehopse zu gar nichts mehr gekommen bin. Ernstens vorwurfsvolle Blicke und seine so nebensächlich hingeworfenen Bemerkungen wie: " dieses Schmuddelwetter eignet sich doch gut zum Pendenzen abbauen " oder " vergiss nicht, Ende Mai geht's in die Ferien" haben nun doch Wirkung gezeigt. Also, setzte ich mal zum Endspurt an. Wer mitspurten möchte bitte einsteigen.
05. -06. Oktober Namaqua NP Es war Montagmorgen und Eile angesagt, denn wir hatten eine 500 km lange Fahrt vor uns. Die Erinnerung an den Horrortrip nach Kama Rhino war immer noch allgegenwärtig. Frühstücken, auschecken, Gemsbok motivieren (ohne Dachzeltdemontage) und schon waren wir unterwegs auf der C13 in Richtung Orange River. Da ging es erst einmal wieder schön geradeaus.
Wir fuhren durch eine aussergewöhnliche, wie mutwillig flach geklopfte Berglandschaft
aber dann durften wir endlich wieder eine Kurve fahren.
Gegen halb Elf kamen die Arbeitersiedlungen der privaten Bergbaustadt Rosh Pinah in Sicht.
In einem gut sortierten Superspar deckten wir uns noch mit Trinkbarem und Verpflegung für den nächsten Tag ein. Am Orange war endlich die Farbe Grün wieder ein Thema in der Landschaft.
Jedoch der "River" präsentierte sich als ein stilles Wässerchen, welches wohl eher zum Kneippen als zum River Rafting einlud.
Im einmündenden Fish River
gab es weder Fisch noch Wasser. Die steinernen Hinterlassenschaften zeugten von der extremen und lang anhaltenden Hitzeperiode.
Am Horizont erschienen riesige grüne Flächen eingebettet in einer gigantischen Bergwüste. Eine Landschaft wie von einem äusserst kreativen Landschaftsarchitekt erschaffen
mit einem mineralisch opulenten Formenspiel.
Auf diesen riesigen Feldern werden Tafeltrauben produziert und exportiert für solche, welche auch in nichtsaisonalen Jahreszeiten auf diese Früchte nicht verzichten wollen. Die Arbeitersiedlungen machten einen sehr fragwürdigen Eindruck. Es war weder ein Strommast noch eine Wasserstelle zu sehen.
Aber dann kam das Ende! Drei Wochen Namibia und ein Gefühl, als wären wir erst angekommen! Unsere afrikanische "To Do list" musste noch um so vieles nicht Erlebtes und Ungesehenes ergänzt werden!
Wir kamen am Grenzübergang Noordoewer an und es war sehr heiss. In Erwartung eines mehr oder weniger langen Grenzprozederes wäre ein schattiger Parkplatz für Gemsbok nicht so schlecht. Dachten wir. Dafür bot sich eine, im Anschluss an die geschlossen Toiletten angebaute Pergola an. Freudig fuhren wir unter selbige, das heisst wir wollten. Nach gut einem Meter zwang ein lautes Kratzgeräusch vom Dach Ernst zu einer Vollbremsung. Als der erste Schreck nachliess, der sichernden Rundblick keine eventuell anwesenden Zuschauer eruierte, schlichen wir aus dem Auto und schauten nach. Da hatte mich doch mein über Jahrzehnte beruflich trainiertes Augenmass komplett verlassen! Das Dachzeltpacket war fünf Zentimeter zu hoch und hatte sich unter die Holz-Aluminiumkonstruktion der Pergola eingeklemmt. Also, sprach Ernst, tun wir erst mal so als wäre nichts, dann fährst du (also ich) gaaanz langsam retour, während er auf dem Trittbrett stehend das Pergoladach nach oben drücke. Ich konnte mein Glück kaum fassen! Ich durfte wirklich einmal Gemsbok fahren! Zwar nur einen Meter, doch für mich ein absolut kultiges Erlebnis. Wir parkierten dann auf einem Sonnenplatz und beim nachfolgenden Auschecken im Büro sahen wir, dass niemand von unserem kleinen Missgeschick etwas bemerkt hatte. Schwein gehabt!
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201414. März 2016 · #128
Südafrika empfing uns freundlich und ohne grosse langwierige Grenzformalitäten. Also setzten wir unsere Fahrt erwartungsvoll fort. Unser Tagesziel, das Skilpad Restcamp im Namaqua NP, gaben wir bei der Tante in Auftrag. Dort hatten wir uns über Sanparks ein Chalet reservieren lassen. Somit bin ich wieder einmal am Anfang einer kleinen Geschichte angelangt, in welcher merkwürdige Dinge passieren, wobei für mich "merkwürdig", eher "zum Merken würdig" heisst. Wie bereits in der anfänglichen Statistik erwähnt, wurden von uns die kausalen Zusammenhänge von Distanz- Strassenzustand- Tempo-Zeit im Planungsverlauf hin und wieder nicht erkannt. Ausserdem wussten wir nicht, was die Tante noch alles für Hinterhältigkeiten so drauf hatte.
Die Karoo präsentierte sich uns farblos ausgetrocknet. Wir hofften, dass es vielleicht doch noch ein paar von den berühmten Wüstenblumen überlebt hätten. Doch alles war zu Staub verdorrt! Wir waren definitiv zu spät dran!
Merke! Die Blumenteppiche des Namaqua und der Karoo sollte man sich im August ansehen!
Nach Springbok gab es, laut t4a Karte eine frühere und eine spätere Abfahrt in den Park. Tante nahm die frühere und signalisierte uns noch 21 Km. Es war schon nach fünf und die Sonne machte sich langsam in Richtung Horizont auf. Unsere Odyssee begann. Sie schickte uns auf versandeten, teilweise grosssteinigen und immer enger werdenden Wegen, durch eine märchenhafte Wunderlandschaft. Sanfte Hügel mit Niederwald und dazwischen ruhige Gras-und Buschflächen. Doch wir schauten immer nur auf den langsam dämmernden Himmel und auf die Uhr. Leichte Panik machte sich breit und lies mich den Fotoapparat völlig vergessen. Dem zur Folge gibt es erst morgen wieder Fotos! Nach einer Stunde irriger Kreuzundquerfahrerei kamen wir an ein Gatter und sahen weiter entfernt landwirtschaftliche Gebäude. Dort trafen wir einen Farmer, welcher uns erklärte, dass wir falsch gefahren wären und er wundere sich, dass wir diesen, zwar etwas kürzeren aber dafür zeitraubenderen Weg gefahren sind. Wir müssten nur diesen Weg wieder etwas zurück, dann nach links und dann noch durch vier Gatter (bitte wieder alle schliessen) und dann sähen wir schon das Büro vom Restcamp. Wir checkten nochmals unsere Angaben für die Tante und stellten fest, dass sie tatsächlich den kürzeren statt den schnelleren Weg genommen hatte!
Merke! Vertrauen ist gut, Kontrolle besser! Aber vor dem Schaden, notabene!
Die Wege zwischen den Gattern waren endlos und von übelster Beschaffenheit. Aus den sehr dicht am Wegesrand stehenden Büschen hopsten und wuselten ständig kleine Kobolde hin und her und Ernst stand völlig entnervt ständig auf der Bremse. Doch dann endlich nach 45 Minuten tauchten ein paar Gebäude auf mit einem Parkplatz und Picnicareal. Alles war dunkel, kein Auto stand herum und wir hörten keinen Laut. Ein kleineres Gebäude war mit "Reception" angeschrieben. An dessen verschlossener Tür entdeckten wir einen Zettel, auf welchem geschrieben stand: "Office is closed just hood". Das "hood" war merkwürdig und wir wussten nicht was wir mit der Haube anfangen sollten.
Merke! Die Panik ist des logischen Denkens Tod!
So beschlossen wir, etwas panisch, zu den Chalets zu fahren in der Hoffnung, dort jemanden zu treffen. Wie wir in der anbrechenden Dunkelheit erkennen konnten, standen die vier Häuschen auf einer Hügelkuppe in reichlichen Sichtabstand zueinander. Im hinteren brannte Licht und wir klopften an. Das freundliche SA Ehepaar konnte auch nicht sagen, warum die Reception schon geschlossen war und sie meinten, wir sollten mal schauen, ob eines der Nachbarhäuser vielleicht offen wäre, die seien frei. Nun, es waren alle verschlossen. Ernst meinte er habe jetzt die Nase voll vom herumfahren und bliebe jetzt hier auf einem der Vorplätze stehen. Fertig Schluss! Ich meinte, wenn wir schon im Zelt schlafen müssen, dann doch besser auf dem Parkplatz vor der Reception. Als fuhren wir den Weg wieder zurück. Dort sahen wir einen Lichtschein im Gebäude nebenan. Ernst klopfte an und eine junge Frau stellte sich als Empfangsdame vor. Sie hätte gar nicht mehr mit uns gerechnet und warum wir nicht GEHUPT hätten. Nachdem wir alle Formalitäten erledigt und die Dame über ihren kleinen aber für uns folgeschweren Schreibfehler informiert hatten fuhren wir mit unserem Hausschlüssel zurück. Unser Chalet hatte einen geräumigen Küche-Wohnbereich, zwei schöne Schlafzimmer und ein grosses Bad. Die Einrichtung war modern, gepflegt und die Küche komplett mit allem was man braucht ausgestattet. Gegen Westen befand sich eine verglaste mit bequemen Sitzmöbeln eingerichtete Veranda. Für mehr als ein belegtes Brot und einen Schluck Rotwein langte es dann aber nicht mehr und wir fielen fix und fertig in unser Betten.
Am anderen Morgen sahen wir dann das erschütternde Ausmass unserer naiven Fehlplanung. Vom Chalet aus sah man über eine fantastische Hügellandschaft bis hin zum Atlantik. Die Morgenlichtstimmung tat noch ihr übriges zu diesem traumhaften Anblick. Das Gebiet bot sich einmalig für wunderbare Wanderungen an. Die Häuser sind viel zu schade für nur eine Durchreisenacht! Hier sollte man einige Tage verweilen können! Wir waren zu wenig Schlangenmenschen, als das wir uns dahin beissen konnten, wo man normalerweise drauf sitzt!
Merke! Die individuelle Bedeutung des Ziels bestimmt den Weg und die Zeit! Dies bedarf einer ausgewogenen Planung.
Skilpad Restcamp ZAR 844.36/Unit/N, Permit 64.-/P
Grüessli von der Gromi
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GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201416. März 2016 · #129
06. - 10. Oktober Cape Town Nachdem wir Namqua NP zu den Top 10 in unserer " To - do- Liste" beigefügt und noch dick unterstrichen hatten machten wir uns auf den 530 Km langen Weg nach Cape Town. Natürlich mussten wir uns schon wieder sputen! Unsere Unterkunft in Cape Town hatten wir für vier Nächte reserviert, aber wir mussten ja noch Gemsbok besenrein machen, denn es war für morgen Nachmittag mit SA4x4 seine Rückgabe am Airport abgemacht.
Die staubtrockene Karoo begleitete uns noch lange, doch bald tauchte die prägnante Silhouette des Gifbergs auf.
Er lag wir ein riesiger abgehobelter Holzklotz in dieser Wüste.
Dann wurde die karge Wüstenlandschaft durch riesige Weinfelder abgelöst, welche man mit künstlich angelegten Kanälen bewässert. Dort werden, wie in Namibia, vor allem Tafeltrauben für den Export angebaut.
Auf einem der zahlreichen und gepflegten Rastplätzen entlang der N7 machten wir eine Imbisspause und Ernst meinte, wir könnten doch schon mal ein bisschen aufräumen, damit es morgen früh nicht so stressig wird. Also machten wir uns daran das Dachzelt aufzuklappen und unser Schlafzimmer auszuräumen. Meine Kühlerhaubennummer konnte ich mittlerweile etwa sportlicher angehen und ich musste mich nicht so sehr vor der vorbeifahrenden Welt blamieren. Wir beutelten die Schlafsäcke und Kissen ein, räumten das "Chuchichaschtli", den Getränkekeller und die Werkzeugkiste auf. Ausserdem füllten wir den Diesel aus den beiden Reservekanistern (welche wir nie gebraucht hatten) in den Tank. Unsere vorgreifende Aktion sollte sich später als sehr weise herausstellen. Dann ging es weiter durch eine immer grüner werdende Landschaft. Grosse Zitrusplantagen waren in voller Blüte und wandelten die Umgebung durch ihren schweren betäubenden Duft in eine Freiluftparfumerie.
Dann wieder grosser Sujetwechsel.
Auf den unendlichen Kornfeldern war fast alles schon abgemäht und es wurden Kühe zur Resteverwertung auf die Stoppeln geschickt. Gegen Fünf erreichten wir das Weichbild Cape Towns mit seinem weithin sichtbaren Wahrzeichen.
Scheinbar war die Tante ein eingefleischter Grossstadtfreak. Sie führte uns souverän und ohne dumme Bemerkungen auf direktem Wege zu unserer Pension.
Chevoit Place Gasthaus Wir wurden von James herzlich empfangen und durften Gemsbok auf den innenseitigen, etwas sehr engen Parkplatz einstellen. Dann brachten wir unser Viertagegepäck auf unser Zimmer. Es war sehr komfortabel eingerichtet, mit einem grossen Bad, einem kleinen Balkon und einer grandiosen Aussicht.
Unter anderem auf das legendäre Robben Island.
James bat uns zu einem Willkommenstrunk in die Lounge und was dann folgte, gehört mit Abstand zu der negativsten Erinnerung an unserer Reise. Wir hatten gerade mal mit einem Glas Weisswein angestossen und ein paar Fragen zu unserem Woher beantwortet, als das Telefon klingelte und James meinte, da will uns jemand sprechen. Es war Mariska vom SA4x4. Sie teilte uns mit, dass in einer Stunde ein Fahrer käme und Gemsbok mitnimmt. Der Wagen würde morgen in Johannesburg gebraucht. Schock, Panik, Wut und Bitternis überfielen uns. Es war bereits halb Sieben und es wurde schon dunkel. Aber aller Zorn nützte nichts, wir mussten vorwärts machen. Wir räumten mit James Unterstützung Gembok aus und hofften, dass wir auch alles aus den diversen Verramschecken gefunden hatten. Auf dem Innenhof sah es aus, wie bei Messies. Als der Fahrer von SA4x4 kam war es bereits dunkel. Er schaute sich mit einer trüben Taschenlampe schnell das Nötigste an, kontrollierte das Vorhandensein von Navi und Satphon. Wir machten ihn noch auf ein paar kleinere Mängel aufmerksam, unterschrieben ein augenscheinliches Übergabeprotokoll und schon fuhr er mit unserem Gemsbok davon. Wir hatten vor lauter Stress nicht einmal richtig von ihm Abschied nehmen können! Das tat sehr weh! Mir wars zum Heulen! Wir schauten ihm wehmütig und schweren Herzens hinterher und er grüsste noch einmal mit beiden Bremslichtern bevor er in der nächsten Kurve verschwand. Jetzt könnte ich schon wieder Heulen. Hat jemand ein Nastuch für mich?
Doch das Leben ging weiter und unser Hunger trieb uns in ein, um ein paar Ecken herum gelegenes Steakhouse. Bei einem guten Essen und einer Flasche Rotwein versuchten wir noch lange das unschöne und abrupte Ende einer sechswöchigen Freundschaft auf die Reihe zu kriegen. Dann hatten wir aber genügend Bettschwere und machten uns auf dem schnellsten Weg in unsere Unterkunft.
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
fotomatte2'519 Beiträge · seit 200916. März 2016 · #130
Hallo Gromi,
hoffentlich habt ihr den einen Tag anschliessend rückerstattet bekommen?
Danke für deinen Bericht, auch speziell für die Einblicke in euer Seelenleben.
Liebe Gromi, da könnte man doch glatt mitweinen, wenn einem ein liebgewordener Reisegefährte so abrupt weggenommen wird.....Hattet Ihr wenigstens noch etwas Single Malt?
Bitte übersetze für alle Nichtschweizer: "Chuchichaschtli"
da ist der letzte Tag schon immer so schrecklich, wenns ans Packen geht und man weiss, die Reise geht bald zu Ende, da muesst ihr so "kalt" Abschied nehmen von Gemsbok. 🤨 😠
Wir hatten auch einen sehr kurzen Abschied bei Asco letztes Jahr, ich hatte gar keine Zeit mehr von unserem geliebten Bushcamper ein Abschiedsfoto mit uns beiden zu machen, da stand schon der Shutlle im Hof mit laufenden Motor und "wollte uns schnell fort bringen"...
Ich habe euren Bericht sehr genossen, von den Bildern ganz zu schweigen und habe mich selbst in vielen Situationen und Empfindungen waehrend der Reise wiedergefunden.
Ganz lieben Dank fuers sharen! LG, Elsa
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201416. März 2016 · #135
@ Fotomatte 😘 danke für deine exakte Verdolmetschung meines sich immer wieder einschleichenden Bauerndeutsches 😣
@Friederike 😉 selbstverständlich war diese Flasche das erste was wir in Sicherheit brachten! 😄
@alle danke für euer Mitgefühl 😘 Wir hatten den Wagen bis zum nächsten Tag gebucht und bezahlt. Am Ende meines Berichtes werde ich unser Fazit zum Thema SA4x4 anhängen 😠
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Koalaxl204 Beiträge · seit 201116. März 2016 · #136
Hallo Ihr beiden Gromis
Bin auf euren Reisebericht gestoßen und habe ihn in einem Ritt verschlungen. So köstlich humorvoll geschrieben,habe Tränen gelacht. Respekt mit ü70-ger . Ganz, ganz toller Bericht und sehr schöne Fotos, Danke Petra 😘
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201417. März 2016 · #137
Am nächsten Tag mussten wir als erstes mit Europcar Verbindung aufnehmen, denn wir hatten unseren Mietwagen am Airport in Empfang nehmen wollen. Kein Problem, sagte die freundliche Mitarbeiterin, wir bringen ihnen das Auto am Mittag zum Hotel. Super! Also hatten wir noch genügend Zeit unsere Siebensachen zu ordnen, die schmutzige Wäsche zum reinigen geben und uns noch von einem täglich gebrauchten Kleidungsstück zu trennen.
James zeigte uns wo wir am günstigsten ohne Kommission Geld tauschen konnten und somit machten wir gleich noch einen Erkundungslauf durch Green Point. Gegen halb Drei wurde uns ein sehr neu aussehender VW Polo gebracht. Nach dem nötigen Papierkram und einen Kaffeeschwatz mit der sehr netten Mitarbeiterin stand unserem elftägigen Site seeing am Westerncape nichts mehr im Weg.
Chevoit Place steht an der attraktiven Hanglage von Green Point in Laufdistanz zur Waterfront. Als wir vor vier Jahren Südafrika bereisten, wohnten wir die letzten paar Tage bei unseren Freunden in Gordon's Bay und hatten Cape Town nur mit Tagestrips erkundet, Bzw. Ernstens Spurensuche nachgehen können. Die Nachtfahrten über die Autobahn durch -zig Kilometer Townships sind auch heute noch problematisch, da die rechts und links lebenden Bewohner des Nachts kreuz und quer über die Fahrbahnen laufen und man sieht dunkelhäutige Menschen in dunkler Kleidung nun eben nicht so gut. Diesmal wollten wir Cape Town auch ein wenig "by Night" erleben.
Ich werde euch nun in Folge ein paar des Ansehens - Würdigkeiten und merk - würdige Erlebnisse in und um Cape Town in Zeitraffermanier (oder zu Neudeutsch time lapse) erzählen.
Botanischer Garten Kirstenbosch.
Es war Strahlewetter und der immer stürmende Southeaster hatte Ruhetag. So konnten wir in aller Ruhe das riesige Areal erkunden. Die einzigartige Artenvielfalt der Kapregion ist hier mit höchster gärtnerischer Professionalität zur Schau gestellt. Blüten in reichen Formen, Farben und Mengen
Unikate
Massenware
Ernst beim verbessern seiner botanischen Unkenntnisse
dekorativ Gebüscheltes
tierisches gab's auch noch galaktische Osterhasen?
HUCH!! die hätte uns fast umgerannt!
Minimonster
Durstige
und blecherne Reproduktionen
In einem Parkintegrierten Restaurant nahmen wir einen nicht weiter empfehlenswerten Lunch zu uns.
Merke: im Park gibt es viele gut angelegte Picnic Areale. Auch die gepflegten Rasenflächen und Kinderspielplätze laden zum sitzen ein.
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201417. März 2016 · #138
Den Rückweg nahmen wir über die Küstenstrasse Hout Bay, Camps Bay und Sea Point.
Am Abend quetschten wir uns auf unseren kleinen Balkon und genossen bei einer Flasche hauseigenen Weissweins die nächtliche Silhouette von Green Point.
Nach einem Bummeltag durch Paarl und dem Besuch von "La Motte", eines von uns in allerbester Erinnerung gebliebenen Weingutes, verbrachten wir den Abend mit einer Beizentour (Beiz: schweiz. für Kneipe) an der Waterfront welche wir am späten Nachmittag in 20 Minuten zu Fuss erreichten.
Nach einem Absacker in Form eines - na was wohl - (Pröschtli Friederike) im "Ferrymans" beendeten wir den Tag. James hatte uns noch gesagt, dass wir auf jeden Fall zurück ein Taxi nehmen sollten, auch für das kurze Stück. Was wir dann auch taten.
Merke: Wenn möglich sollte man in Cape Town nicht irgendein Taxi anhalten. Es gibt Haltestellen (z.B. vor der Waterfront), welche von Einweisern betreut werden. Gegen ein kleines Trinkgeld vermittelt er dann einen Fahrer seines Vertrauens (denn er kennt seine Pappenheimer!)
Am Samstag, meinte James, sollten wir unbedingt noch zur Old Biscuit Mill nach Woodstock. Dort wäre ein toller Markt, aber man müsse beizeiten dort sein, wegen der wenigen und überfüllten Parkmöglichkeiten. Also packten wir unseren Polo ein und machten uns nach Frühstück, Bezahlung der aufgelaufenen Schulden und einem Abschiedsschwatz auf den Weg zu dieser alten Keksmühle
Wir waren nicht die Einzigsten. Alle Strassen nebst Seitenstrassen waren bis einige Kilometer vorher verstellt. Die Marktstände waren üppig mit Landwirtschaftlichen Produkten, Kunst, Kleider und Andenken bis Heilmittel beladen. Im hinteren Teil erwartete uns ein Schlaraffenland der besonderen Art. Eine Riesenhalle nur zum Essen! Da konnte man kulinarisch durch die ganze Welt reisen.
Und was machten wir!! Wir standen da, mit dem ausgiebigen und opulenten Frühstück von James Küchenmannschaft im Magen! Wir machten noch einen halbstündigen Verdauungsrundgang, aber dann bei diesen
wars mit Ernstens Beherrschung vorbei. Ich verdrückte noch ein leichtes Sushi, doch dann war Abfahrt nach Gordon's Bay angesagt.
Merke: Die "Fresshalle" der Old Biskuit Mill ist nur am Samstag bis 14 Uhr geöffnet und man sollte wenigstens ein bisschen Hunger mitbringen!
Cheviot Place GH ZAR 140.-/B&B/Unit/N
Grüessli von der Gromi
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ANNICK8'057 Beiträge · seit 200817. März 2016 · #139
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201420. März 2016 · #140
10. -19. Oktober Gordon's Bay - Endspurt Die letzten Tage wohnten wir zum wiederholten Male im Haus unserer deutsch-südafrikanischen Freunde Cecilia und Walter. Wir wollten diese Tage in aller Ruhe ausplempern lassen und unternahmen von dort aus gemütliche Tagestouren.
In der Nachbargemeinde Somerset West liefen wir barfüssig über den unendlichen Strand
und schauten den Kitesurfern zu,
schenkten der "aufteufelkommraus modernen" Architektur unsere kritische Aufmerksamkeit
Einer unserer Tagestrips führte uns über die R310,
vorbei an den unendlichen Hüttensiedlungen von Khayelitsha. Wir trafen eine Gruppe Fischer beim einholen ihrer Tagesernte
offensichtlich gab es genug für alle
In St. James grüssten uns die bunten Badehüsli
Nach Simons Town fuhren wir über M65 nach Scarborough und entdeckten eine interessante Küstenlandschaft
und wurden mit helvetischer Heimwehsymbolik konfrontiert.
Schöne Aussichten am Slangkop Lighthouse
und am Noordhoek Beach
Nach dem wir den berühmt, berüchtigten Chapman's Peak Drive
ohne Höhenangst überwunden hatten, erreichten wir Hout Bay
und seinen farbenfrohen Fischerhafen
Im
fand Ernst seine absolute Genusswolke sieben
Meine gemischte Grillplatte mit diversen Meeresfrüchten war sensationell und ebenso einsame Spitze.
Ein andermal meinten wir, wenn wir nun schon in der Nähe sind, könnten wir nochmal nach den Walen in Hermanus gucken. Wir hofften auf die gleichen zahlreichen Sichtungen, welche wir vor vier Jahren hatten. Nachdem wir über die aussichtsreiche Küstenstrasse R44
und einem Kaffeehalt beim Bikerteff in Kleinmond
Hermanus erreichten
mussten wir feststellen, dass die Wale sich gerade auf einem Wochenendausflug oder Kaffeefahrt befanden. Ausser
gabs trotz längerem aufs Wasser starren keine Fontäne, Buckel, oder Flosse zu sehen.
Eine sehr schöne Fahrt zurück über den Houhoek Pass mit einem kleinen umwegigen aber sehenswerten Schlenker
durch die in voller Blüte stehenden Apfelplantagen, führte uns ins
Im Oak Vallay Wine Estate
gab es ein paar feine Köstlichkeiten aus Küche und Keller.
Am 17. Oktober, in einer
erlebten wir hautnah wie das so zu und her geht beim Rugby, amüsierten uns köstlich über diese von gestandenen Muskelprotzen inszenierten Drängeleien und Menschenhaufen
und wie eine ganze Nation euphorisch den Sieg ihrer "Springboks" gegen Wales zelebrierte.
An zwei verschiedenen Tagen degustierten wir uns durch die Winelands, besuchten einige, uns in guter Erinnerung gebliebene Weingüter und fanden unter anderem unbekannte Kleinodien wie zu Beispiel
in grandioser Lage
und dramatischer Wetterstimmung.
Merke: für eine Rundreise durch die Winelands sollten folgende Punkte beachtet werden: - es sollten mindestens zwei Personen anwesend sein, welche des internationalen führens von Kraftfahrzeugen legitimiert sind - es sollten mindestens zwei Tage geplant werden - diese sollten in einvernehmlicher Absprache jeweils im wechselseitigen Fahreinsatz absolviert werden und, - die letzte Degustation sollte möglichst nahe eurer Unterkunft sein, welche ein aufmunterndes Katerfrühstück offeriert.
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
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