oder : die AHV*-lers respekTierlich durch Afrikas Süden.
Wer den Bericht ohne Kommentare lesen möchte klicke bitte auf die Sonne oben rechts! Sobald eine Sprechblase erscheint, sind nur noch die Kapitel des Reiseberichts zu sehen!
Der Versuch einer Reisebeschreibung:
Am Anfang war die Erkenntnis. Wir standen der unabänderlichen Tatsache gegenüber, dass wir bereits im ersten Jahr der ü70-ger gelandet waren und wir unseren zweiten grossen Afrika-Reisetraum immer noch nicht (aus diesen und jenen und auch medizinischen Gründen) in die Realität umgesetzt hatten. "Also" sprach Ernst, "packen wir's an!" Dann kamen: die Machbarkeitsstudie, der Finanzierungsplan, die Aufgabenabstimmung, auf welche Art und Weise-Bestimmung, die Routenplanung, die Sondierungsgespräche, das Nägelmitköpfemachen, 62 kg Angesammeltes gescheit verstauen - und schon standen wir am 24.August, versorgt mit allen guten Wünschen und ermahnenden Worten der Familie am Check-in des Flughafens Zürich, quälten uns fast schlaflos durch den 10-Stunden Nachtflug und landeten pünktlich in Johannesburg. und dann begann unsere abenteuerliche Reise durch drei wunderbare und fantastische Länder. Hier noch mal zur Erinnerung unsere Reiseroute.
Rein statistisch ausgedrückt sah das so aus: - 56 Tage waren wir unterwegs, - rund 7500 km sind wir gefahren, - an 27 verschiedenen Orten "gewohnt", - davon 8x in B&B und 1x privat, - keine Panne, keinen Unfall, keine Verletzungen - nie stecken geblieben, - 2 mal die kausalen Zusammenhänge von Distanz- Strassenzustand- Tempo-Zeit nicht erkannt, - Temperatur zwischen +8° und +40° - kein Tropfen Regen bis Cape Town - nichts verloren und nicht bestohlen worden - Reisekosten tutti quanti CHF 14500
Gemsbok: mit richtigen Namen Landrover TD5, zuverlässiger Gefährte, Heimstatt, Beschützer und wie wir, schon etwas in die Jahre gekommen aber top fit!
die Tante: Pfadfinder mit weiblicher Stimme, manchmal etwas desorientiert, rechthaberisch und stur, bei Meinungsverschiedenheiten ziemlich hysterisch, mit Taste zum abstellen.
Unser Zuhause:
Das ist fürs erste der Stand der Dinge. Nächste Woche gehts weiter. ach ja, das*: (für alle Nichtschweizer) Altersundhinterlassenversicherung 😮 zu gut deutsch: Rente 🤩📎 hb5260be.pdf📎 h3f9a622.pdf📎 Route.pdf
Teil 213. Dez. 2015
@ Elija: nanana, höchstens nur ein bisschen älter 😉 @ Champagner: keine Angst, mit steigenden Alter mutiert sich automatisch die Traumzielliste in eine Prioritätenliste @ Ruedib: na siehste , geht doch @ Do, Hanne, Sternschnubi, CuF, Daxiang, Zapea: dann mal nischt wie rinn in die jute Stube
Jetzt gibts aber erst mal noch einen Nachtrag zu unserem Zuhause, denn da waren noch: die Küchenmannschaft "Kitchenfriends"
die Reinigungsequipe "Brösmelipicker"
der Weintester "Schluckspecht"
und unser Nachtwächter
unsere sanitären Örtlichkeiten in diversen Variationen: von stinkeinfach
über gemeinschaftlich
bis ganz persönlich
war alles dabei.
Bevor wir nun losfahren, muss ich mir noch ein Geständnis abringen. Wir, der Ernst und ich, haben noch NIE in unserem (langen) Leben weder mit Camping noch mit Tiefsandfahren zutun gehabt. Nur das ihr's wisst, falls im nachfolgenden Bericht* so einige Unzulänglichkeiten zu Tage kommen.
* und der kommt demnächst
Teil 315. Dez. 2015
@ alle: es hat mir immer noch Niemand gezeigt, wie man den Ohnekommentarlesestern anbringt! 😠
aber jetzt bitte alle absitzen und festhalten, denn es geht weiter im Text:
Es ist der 25.August und wir standen am Flughafen in Johannesburg , wartend auf das versprochene Taxi vom Hotel. Aber da kam niemand. Hilfe suchend landeten wir beim Flugservice. Dort war man sehr freundlich und bemüht, telefonierte mit dem Hotel, jedoch ohne Erfolg. Schlussendlich fuhr uns der Chef persönlich in seinem Privatauto für ZAR 490.- (welches wohl dem offiziellen Taxitarif entsprach) in die Stadt. Unterwegs informierte er uns noch (in bester Sightseeingmanier) über Land, Leute und Sehenswürdigkeiten. Dienst am Kunden (Tourist) in höchster Perfektion!
Jetzt kommen erst mal zwei Tage städtisches Vorgeplänkel.
25.- 26. August Johannesburg Im Hotel "Mapungubwe" waren wir, vom Autovermieter gratis offeriert, für eine Nacht untergebracht. Ein gutes Mittelklassehotel, zentral gelegen. Unsere Kondition reichte gerade noch für einen anderthalbstündigen Stadtrundgang
für einen gediegenen Apéro
und für ein fein gekochtes Nachtessen. Aber dann krochen wir fix und fertig in unsere Betten.
am 26. August war der grosse Tag an dem wir unser Zuhause beziehen konnten. Wir hatten schon ernsthaft darüber gewerweisst, wo denn die Übergabe stattfinden sollte, denn das Hotel hatte weder einen Parkplatz noch einen Hof und lag direkt an einer Durchgangsstrasse im Stadtzentrum. Pünktlich um 9.00 Uhr traf der Mitarbeiter vom "South Africa 4x4" ein und führte uns, nach einem kurzen Begrüssungs- und Einführungsgespräch hinaus auf die Strasse. und da stand ER
Gemsbok freundlich blinzelnd, geputzt, mit neu aussehenden Hufen, auf dem Buckel das gewünschte zweite Reserverad und zwei 2 Reservekanister. Äusserlicher Gesamteindruck: etwas älderlich, kampferprobt und von wehrschafter Statur. Wir erhielten (auf offener Strasse, ständig dem öffentlichen Verkehr ausweichend) eine etwas gestresst anmutende und offensichtlich unter Zeitdruck stehende Vorstellung des Fahrzeuges. Die Gebrauchsanleitung des Dachzeltes wurde uns theoretisch erklärt (Bubieinfach! Wir werden uns daran erinnern!). Es fehlte zum Schluss das Anschlusskabel des Kühlschrankes. Somit sind wir dann (um nicht auch noch unter Zeitdruck zu kommen) mit in die Firma gefahren. Dort sahen wir die (wahrscheinliche) Ursache des Stresses. Im Hof standen zwei bis zur Unkenntlichkeit zu Schrott gefahrene Landrover. Offensichtlich durch unvorsichtige Fahrweise der Mieter. Da hatten wir schon mal einen guten Anschauungsunterricht, wenn man ein paar grundsätzliche Dinge nicht beachtet: - nicht offroad fahren - den Schwerpunkt vor kommenden Schräglagen (des Fahrzeuges notabene!) beachten! - mehr weder nur den angemessen Abstand zu wilden und Nutztieren halten! - Aus objektiven Gründen, Nachtfahrten verboten! Wir kommen darauf nochmal zurück.
Nach Abwicklung des nötigen Papierkrames machten wir uns dann endlich auf nach
Pretoria 26. - 27. August Wir hatten in der "Meinjieskop Guest Lodge" für eine Nacht gebucht. Sie liegt im Diplomatenviertel in Laufdistanz zum Union Building und City.
Die Gastgeber waren ausserordentlich zuvorkommend und fürsorglich, das Zimmer gross, moder und ruhig. Dann machten wir uns auf zum Union Building und der City. Dort bewunderten wir die GROSSartige Statue des Herrn Mandela
das respektlose Verhalten der ansässigen Vögel
und die beeindruckend versmogte Silhouette von Pretoria
Wir hatten uns in der Lodge zum Dinner angemeldet und waren die einzigen Esser an diesem Abend. Die Wirtsleute gesellten sich zu uns und wir hatten einen sehr gemütlichen Abend bei gutem Wein und interessanten Gesprächen.
Soweit der Stand der Dinge bis jetzt. Kurze Verschnaufpause. ihr könnt euch ja inzwischen mit diversen weihnachtlichen Umtrieben beschäftigen. Wie Weihnachtsdekoration, verspäteten Geschenkeinkäufen (wir haben noch nichts für Tante Ilse) oder Weihnachtsgeschichtli für die Grosskinder suchen.
Teil 416. Dez. 2015
@ Ragnarson, Robertz, Bernd: danke für die Blumen 😁 Schön, dass ihr mitkommt
27. August da war allen Ernstens fertig mit lustig!
unser Ziel: Botswana "Khama Rhino Sanctuary Camp" Als wir damals in Kronau einigen Fomis unsere Reiseroute zeigten gab es zu diesem Teil bedenkliche Gesichter und Kommentare. Wie: "da müsst ihr aber zeitig weg" und " was? 550km mit DEM Auto und noch einkaufen und die Grenze?" oder "naja, machbar wäre es...." Somit erhielten wir unsere erste Straflektion wegen "blauäugiger Ignoranz von subjektiven Erfahrungswerten". Und das lief dann folgendermassen ab: Nach einem Grosseinkauf der nötigen Waren des täglichen Bedarfs, machten wir uns um 10.45 Uhr (viel zu spät) auf den Weg. Ein prächtiger Tag und der Verkehr flüssig (Optimismusbarometer, in Folge mit OB bezeichnet, 100%). Nach 6 Stunden erreichten wir die Grenze bei Martins Drift. Ohne Warteschlange, mit freundlichen Grenzbeamten (Switzerland? aaah, Chocolate! hahaha). Die Visagebühr durften wir mit ZAR 190.- begleichen. Es war bereits 17.00 Uhr. OB 25%. Unser ängstliches Bemühen, es doch noch vor dem Eindunkeln zum Camp zu schaffen, war umsonst. In Palapye gaben wir entnervt auf (OB -25%). Die Sonne war schon unter gegangen, es wurde immer dunkler, die entgegenkommenden Autos hatten permanent Fernlicht geschaltet, die Strasse war schlecht zu sehen und ständig schlichen Tiere und Fussgänger über diese, Ernstens Körperhaltung verkrampfte immer mehr. Wir tasteten uns nur noch im gefühlten Schritttempo am Strassenrand vorwärts. Also schenkten wir uns die letzten 70km und hielten nach einer Bleibe für die Nacht Ausschau.
Im "Majestic Five Hotel" hatten sie noch eine geräumige Wohnung frei und wir konnten uns bei einem guten Nachtessen und einem ausgiebigen Schlummerdrunk so richtig entspannen.
Majestic Five Hotel: BP 1460.-/Unit, Dinner 170.-/P
Teil 516. Dez. 2015
28. August Nach einem ausgiebigen Frühstück, ein paar kleineren Einkäufen, Diesel- und Wassertank auffüllen und uns auf der Bank mit Pula versorgen (im Tausch von US$), machten wir uns schleunigst Richtung Khama Rhino auf den Weg. Am Mittag kamen wir dort an und wurden freundlich empfangen. Die zwei geplanten Nächte hatten wir schon im Voraus reserviert und bezahlt. Doch die nette Receptionistin erstattete uns die Kosten einer Nacht in Form eines Gutscheins (im campeigenen Restaurant und Shop einzulösen) zurück. Das nennt man Kulanz!
das Badehüsli
Küchenmanschaft war auch schon angetreten
Durch unsere Verspätung blieb uns nur noch der Nachmittag zur Rhinosuche. Aber diese straften uns mit Abwesenheit. Offensichtlich waren wir zwar immer zur richtigen aber mit zu wenig Zeit am falschen Ort. So als unbedarfte Frischlinge in Sachen Game Drive mussten wir noch viel lernen! Unsere Sichtungen hielten sich somit in Grenzen: Ein (an uns) desinteressierter Spring? Impala? Bock
bewacht argwöhnisch seinen Harem
ein paar Wildsäu waren auch noch mit von der Partie.
Etwas enttäuscht trotteten wir zurück ins Camp, denn dort wartete auf uns die nächste grosse Herausforderung mit Titel "DACHZELTMONTAGE"! Für alle, welche das auch noch nicht machen mussten, werde ich mal das Prozetere in einzelnen Schritten (zum mitschreiben) ausführlich beschreiben. Solche die sich jetzt, als alte Routiniers, ein gelangweiltes müdes Lächeln abringen, können sich ja mit einem Savanna (im Kühlschrank wo Freshy draufsitzt) die Zeit verkürzen . Voraussetzungen für eine reibungslose, speditive und unfallfreie Montage sind: 1. vorteilhaft zwei wagemutige und schwindelfreie Personen mit technischen Verständnis, 2. bequeme Kleidung, 3. bis aufs Minimum gekürzte Fingernägel 4. genug Schweisstücher 5. Zeit und Geduld
Und so geht das: Schritt 1: Ernst Stägeli uf aufs Dach
Ich von vorn unelegant und unbeholfen auf die Kühlerhaube (kein Foto!!) Schritt 2: Befestigungslaschen der Abdeckung lösen (Achtung Punkt 3), Abdeckung entfernen. Schritt 3: auf der nach oben gewanden Unterseite des nun sichtbaren Zeltbodens sehen wir eine 2-teilige Metallleiter welche wir nun versuchen aus diversen Arretierungen zu lösen und auseinander zu schieben, das nicht immer auf Anhieb wegen Verformungen gelingt. Da kommt Punkt 5 zum Zug. Schritt 4: Ernst Stägeli ab (kein Foto. sieht gleich aus wie uf) und das äussere! vorstehende Leiterende vorsichtig nach unten ziehen und wenn man bis dahin alles richtig gemacht hat und früh genug seine Finger aus der Klapprichtung gezogen hat! tatatata Klappt das Zelt zu seiner vollen Grösse auf! Schritt 5: Ich wieder sehr unbeholfen aber erleichtert von Motorhaube herunter (kein Bild!!) Schritt 6: Ich die fest am Boden stehende Zeltleiter vorsichtig hinauf (kein Bild!!) um im Zelt für Ordnung zu sorgen. Das heisst: geteilte Matratze auseinanderklappen, Wolldecke als Unterlage legen, mitgenommenes Fixleintuch montieren, Kopfkissen und Schlafsäcke parat legen. Rückwärts Leiterli ganz vorsichtig wieder hinunter (kein, ihr wisst schon was) Schritt 6: Schweiss trocknen, gemeinschaftliches Begutachten des Gesamtwerkes und gegenseitiges Schulterklopfen Schritt 7: Wir belohnen uns mit einen kräftigenden Schluck Savanna dry oder (wie Elija immer sagte) Tschinntonik.
Das Ganze dauerte, fürs erste Mal sensationelle 45 Minuten. Vorausschickend erwähnt: nach ca. 5-maligen Auf-und Abbauen konnten wir es dann innert schlapper 10 Minuten!
Im Restaurant gab es dann noch ein etwas frugales aber ausreichendes Nachtessen und dann kletterten wir müde und zufrieden in unser "Schlafzimmer".
Am nächsten Morgen, nach unserem ersten selbst gemachten Frühstück und Ernstens feinen Espresso, packten wir alles wieder zusammen. Übrigens, die Demontage des Dachzeltes geht in umgekehrter Reihenfolge der obigen Anleitung vor sich. Allerdings wenns am Morgen sein sollte, vorzugsweise OHNE Schritt 7!
Wir versorgten uns noch mit Holz und Tranksamen im Campshop und dann machten wir uns gegen 10 Uhr auf in Richtung Kubu Island.
Khama RhinoSanctuari Camp BP 438,-/Nacht,
Soweit der aktuelle Stand der Dinge! Und wie es uns weiter so ergangen ist und was wir dort erleben durften erzähle ich euch das nächste Mal.
Teil 618. Dez. 2015
@ Grosi: das Wort ist tatsächlich etwas antiquiert 😉 , aber es liegt weicher auf der Zunge 😗 @ Robertz: nix is mit helfen! selbst ist die Frau!
seid ihr alle parat? jetzt geht's weiter
29. August war der Tag unseres ersten grossartigen Erlebnisses von vielen, welche noch folgen sollte. In Letlhakane gab es einen kurzen Verpflegungsstop. Dann ging es weiter Richtung Mmatshumo und damit auf unsere erste Gravel Road! Und da wir ja so schön am Anfang sind und ihr noch frisch seid, möchte ich euch kurz schildern, wie wir das so empfunden hatten . Gemsbok war ja, wie ich bereits berichtete, etwas in die Jahre gekommen. An sein weit über Traktoreigenen Dezibelgedröhn hatten wir uns mittlerweile gewöhnt und unsere Konversation im Fahrzeuginneren darauf eingestellt (auch Schweigen kann beredend sein). Jetzt verlautete er uns aber so richtig, was er sonst noch so drauf, bzw. locker hatte. Da gab es nichts was an dem Auto nicht in ohrenbetäubendem Diskant tschädderte (schweiz. Schallwort für klirren und klappern). Seine Abfederungsbauteile stammten möglicherweise noch aus der Zeit der Kutschen. Das hatte aber durchaus einen positiven physiotherapeutischen Effekt. Unsere durch das viele Sitzen versteiften Knochen wurden wieder mal so richtig locker gerüttelt. Ausserdem war er nicht ganz dicht (d.h. seine Karosse). Er hatte sich, und somit auch uns inkl. aller herumliegenden Utensilien, nicht nur in kürzester Zeit aussen, nein auch innen dick eingestaubt. Ernst versuchte zwar mit seeeehr vorsichtiger Fahrweise dem entgegen zu wirken, aber es nutzte nichts. Er hatte uns sozusagen mit einem stilvollen Einheitsgrau der Umgebung angepasst. Diese Eigenheiten sollte er bis zu unserer Trennung beibehalten.
Wir fuhren weiter am Ntsokotsa und Tshane Pan vorbei in den Ntwetwe Pan (wer jetzt gerade den Mund voll hat, sollte das nicht laut aussprechen).
Dann kam das
Achtung, jetzt wird's pathetisch, anders kann ich das euch nicht erzählen. Wir meinten zu träumen. Diese Weite! Wir hielten an, stellten den Motor ab, öffneten die Türen und eine gewaltige STILLE schlug uns entgegen. Wir hörten NICHTS ausser unseren Atem und das Klopfen unserer Herzen. Wir standen ehrfürchtig vor einem Wunder. Eine riesige blaue Glocke über einem unendlichen flachen und weissen Gefilde. Wir fühlten uns winzig, unbedeutend und ein wenig als Störenfriede. Ein leichtes Knacken aus Richtung Gemsbok holte uns wieder zurück. Er wollte weiter und somit rissen wir uns los starteten den Motor und fuhren in Richtung
Gegen 16.00 Uhr erschien dann Kubu Island, mit ihm sein überragend markanter Blickfang.
gestatten, mein Name ist Adansonia digitata, mit bürgerlichen Namen Baobab oder Afrikanischer Affenbrotbaum
Uns wurde CS10 zugewiesen und wir richteten uns ein. Wir schafften es gerade noch zum, im Forum immer wieder als sensationell beschriebenen Sonnenuntergang. Und der war es auch!!
Wir sassen noch ziemlich lange (Sonne war schon weg) auf unseren Steinen. Zwei derer gewaltigen Naturschauspiele an einem Tag , das geht an die Substanz.
Am Feuer versuchten wir das alles zu verarbeiten und gingen dann aber bald einmal unter die Bettdecke.
Nein! Es war der Mond und nicht die Sonne! Deshalb fiel auch die Betrachtung des Sternenhimmels der Helligkeit zum Opfer.
30. August Um 6.00 Uhr war Tagwacht. Wir verkniffen uns die Benutzung des stikeinfachen Hüslis.
Noch einen schnellen Kaffee im stehen und alles zusammenpacken. Heute war Maun unser Tagesziel. Dann der Schock! Der Kühlschrank hatte den Geist aufgegeben! Alles überprüfen, rütteln und gut zureden nützte nichts. Wir mussten versuchen in Maun Kontakt zum Vermieter herzustellen. Also machten wir uns schnellstens auf den Weg.
Das ist im Moment der Stand der Dinge. Wie wir dann einen riesen Krach mit der Tante hatten und ob wir das Kühlschrankproblem lösen konnten, erzähle ich euch das nächste Mal.
Teil 720. Dez. 2015
BMW schrieb:
sehe auf Fotos viele geöffnete Auto-Türen.........
da sind offenbar NOCH keine Affen....... .wird sich später ganz sicher noch ändern.... 🙂 🙂 🙂 🙂
Ich muss das unbedingt kommentieren, aber das geht nicht so schnell, weil ich bestimmte Vorkommnisse rückblickend und vorgreifend erzählen muss.
Hier ist UNSERE Affengeschichte: sie begann schon langer vor unserer Reise. Sensibilisiert durch mein recherchieren im Forum und dem lesen der vielen Horrorgeschichten über Raubzüge bandenmässig organisierten Affenhorden, beschloss ich, MICH für alle Eventualitäten auszurüsten. Ernst sah die Dinge nicht so dramatisch und belächelte meine Aktivitäten. Im Forum las ich, dass die effektivste Waffe gegen Überfälle dieser Art eine Steinschleuder oder in schlimmen Fällen Pfefferspray wäre. Also ging ich mutig in ein Waffengeschäft und fragte nach einer Zwille. Der freundliche Verkäufer wusste was ich wollte, griff in die Vitrine und legte mir ein Ding auf den Tresen. Ich weiss ja wie eine Steinschleuder aussieht. Mein Grossvater hatte mir einmal eine aus einer Astgabel geschnitzt und Omas Einweckgummi daran montiert. Funktionierte super. Jedoch dieses Hightechding, was da lag war wohl der Requisitenkammer von Star Wars entlehnt und ähnelte eher einer mutierten Armbrust. Auf meine Frage, ob's denn kein einfacheres gäbe, meinte er milde lächeln "das ist das einfachste". Nun, ich kaufte dieses und noch ein Pfefferspray. Auf meine naive Frage, ob man dafür nicht einen Waffenschein brauche, antwortete er salbungsvoll "aber nein, würde ihnen aber raten, diese nicht im Handgepäck zu transportieren. Könnte zu Missverständnissen führe". Ernstens Kommentar zu meiner Aufrüstung möchte ich hier lieber nicht publizieren. Jetzt komme ich aber zum wesentlichen Punkt meiner Replik und damit zu der grundsätzlichen Frage: Wo waren diese durch alle Camps ziehenden kriminellen Affenbanden? Keine Affensichtungen in Khama Rhino, auf Kubu Island, 3-rd Bridge, Xakanaxa und Savuti. Dann endlich auf Linyanti. Mit lautem Gekreische und Gezetere kündigte sich eine Gruppe an. Ich machte mich kampfbereit. Ernst meinte grinsend, es fehle nur noch die Kriegsbemalung und machte es sich auf dem Zuschauerstuhl mit einer Flasche Bier bequem. Als erster kam der Kundschafter.
Er bedachte uns mit routiniert abschätzenden Kontrollblick und wir wurden als uninteressantes Objekt eingestuft. Er schnatterte etwas zu der ihm folgenden Grossfamilie, was sich anhörte wie: Leute, weiterlaufen, hier ist nichts zu holen, und keine Angst vor dieser lächerlichen Affenscheuche, die blufft nur! Dann kamen sie zivilisiert und etwas scheu daher. Ein paar liessen sich kurz zur Fellpflege nieder.
eine Mama zeigte stolz ihr Jüngstes
und mal ganz ehrlich
diesem netten Kerlchen unlautere Absichten zuzumuten, wäre doch wirklich eine böswillige Unterstellung! Nur der letzte drehte sich noch einmal um und ich fragte mich, ob Affen um die Bedeutung des auf gestreckten Mittelfingers wissen? Unsere Bedeutungslosigkeit hatte sich dann wohl in der Affengemeinde herumgesprochen. Auf jeden Fall wurden wir nachfolgend ständig sehr geringschätzig behandelt! So richtig Äktschen gab es immer nur bei den Nachbarn.
Dies noch zum Schluss: das war UNSERE Affengeschichte. Für alle mitlesenden Erstlinge sei's gesagt: EURE wird sicher eine andere sein.
Teil 822. Dez. 2015
Heute muss ich euch die Vorkommnisse der nächsten zwei Tage etwas textlastig erzählen, da meine Tätigkeiten an diesem Tag in der Hauptsache von koordinierender, vermittelnder und motivierender Art waren und dadurch die Dokumentation ins Vergessen geriet.
30. August: Bei unseren netten Campnachbarn auf Kubu Island informierten wir uns noch nach dem Weg zur A3. Die meinten es wäre gut zu finden. Ihr müsst zum Gumba Vet Fence, danach links am Zaun entlang und dann immer gerade aus. Wir gaben der Tante den Auftrag uns diesen Weg nach Maun über Gweta zu zeigen und fuhren hoffnungsvoll los. An der ersten Weggabelung meinte sie wir sollen nach links fahren, was wir brav auch taten. Weil aber der Kompass in Richtung Süden zeigte, wurden wir stutzig und vergrösserten die Route. Tatsächlich wollte sie uns nach Süden, über die B300 schicken. Das war aber nicht der Auftrag! Wir machten kehrt und hofften, dass sie ihren Irrtum einsehen würde. Doch sie blieb stur und maulte ständig, wir sollen wenn möglich umdrehen! Wir erklärten ihr dann in aller Ruhe von Anfang an nochmals unser Anliegen. Das brachte sie zum Nachdenken. Jedenfalls schwieg sie, bis zur besagten Gabelung. Dort angekommen sahen wir, es gab drei Wege zur Auswahl. Wir entschieden uns für den rechten. Da flippte sie völlig aus und ihre Stimmlage kippte ins schrille." Fahren sie zurück!" und das in einer Endlosschleife. Leichte Missstimmung kam auf. Doch dann sahen wir einiges wohlgenähte Nutzvieh herumstehen.
Die gehörten zu einer kleinen Ansammlung von Hütten. Aber das Dorf war menschenleer und einfach an eine Tür klopfen trauten wir uns nicht. Als wir weiter fuhren kam uns Hilfe in Gestalt eines munter dahin spazierenden jungen Mannes entgegen, welcher uns glücklich ob der Abwechslung und nach der obligaten Begrüssungszeremonie im rudimentären bis unverständlichen Englisch den Weg erklärte. Wir verstanden: erst nach rechts und dann kommt gleich der Vet Fence. Wir tauschten noch ein paar Freundlichkeiten aus und fuhren weiter. Die Tante wurde langsam hysterisch und wir mussten sie, um des lieben Friedenswillen abstellen. Nach einer gefühlten Ewigkeit sollte ja nun mal der Zaun kommen. Doch der kam nicht! Wahrscheinlich hatten wir den netten jungen Mann doch falsch verstanden. Also wieder umkehren. Fröhlich winkte er uns zu und deutete in die andere Richtung. Wir taten so, als hätten wir's nicht gesehen. Ein Stück weiter überkamen uns dann doch Zweifel und wir fuhren wieder zurück. Der nette junge Mann tanzte vor Wiedersehensfreude und winkte uns mit beiden Händen zum Abschied nach. So wappneten wir uns mit Geduld. die war auch nötig. Von wegen "gleich"! Am Zaun mussten wir auf den Torhüter warten, welcher langsam aus einer etwas entfernt stehenden dürftigen Hütte geschlendert kam. Nach Begrüssung und den Woherwohinauskünften, fragten wir ihn ob er denn da wohne. Da erklärte er uns etwas weinerlich, ja er wohne da ganz allein ohne Geld und ohne Einkaufsmöglichkeiten und er habe immer Hunger. Wir schenkten ihm unsere letzten Früchte und Schoggiriegel (welche im defekten Kühlschrank so kurz vor dem Schmelzpunkt waren). Naja, etwas dürftig, aber von Herzen. Doch er hatte offenbar mit etwas anderem gerechnet und der Dank kam etwas verhalten. Danach empfing uns wieder diese unwirklich und unendlich scheinende Salzpfannenlandschft.
Nachdem vor Gweta die ersten verstreuten Dörfer auftauchten, beschlossen wir der Tante wieder eine Chance zu geben. Doch jetzt war sie total muff mit uns und sie gab vor kein Signal zu haben und uns nicht zu finden. Im Vorfeld von Gweta wurde für uns das unmarkierte Wegegewirr doch sehr unübersichtlich und wir baten Tante reumütig um Hilfe. Sie gab uns einlenkend eine akzeptabel aussehende Route an und wir fielen wieder auf ihr fieses Spielchen rein. Sie schickte uns kreuz und quer durch ein wirres Buschwegelabyrinth und immer wieder standen wir vor dem gleichen hohen Zaun eines Kraals! Da platzte dem Ernst nun endgültig der Kragen und er drückte unter nicht jugendfreien Flüchen den Ausknopf. Nachdem wir uns dann mühsam, immer wieder, in getarnte Bodenhöhlen von Grabtieren einsackend und unter schmerzhaften Gestöhne von Gemsbok auf die A3 durchgekämpft hatten, war es mittlerweile nach 15.00 Uhr.
In Maun kamen wir um 17.45 an. Wir hatten Im "Sedia Hotel" für eine Nacht reserviert.
Nach dem Zimmerbezug kümmerten wir uns erst mal um die Leerung des Kühlschrankes. Eine grauenhafte Gestankswolke schwoll uns da entgegen. Die Reste unserer diversen Lebensmittel waren leicht angekocht und stanken ekelhaft. Ein Joghurt war explodiert und hatte sich im ganzen Kühlschrank ausgebreitet. Da war erst mal putzen angesagt. Die vergammelten Lebensmittel entsorgten wir in einem Müllkübel mit stabilen Deckel. Nach ausgiebigen duschen verwöhnten wir uns mit einem ausgezeichneten Dinner (Lammchops und Salat vom Feinsten!) und einigen Gläschen Rotwein. Dann noch einen Schlummertrunk und kleinem Plausch mit der Barmäit und ab in die Heia.
Sedia Hotel: Pula 615.-/Unit, Dinner 185.-/P
31. August Da mussten wir den Kontakt mit dem Autovermieter finden. Uns standen zehn Tage ohne Frischverpflegung bevor. Angstvisionen von Büchsenfutter, Jedentagpasta und das schlimmste: WARMES BIER! und SAVANNA! liessen uns erschauer. Eine säichwarme abendliche "Malariaprofilaxe"! der reinste Horror! Als erstes versuchten wir es über E-Mail, doch das im Zimmerpreis Inklusivwlan funktionierte nicht. Dann mit dem vom Vermieter gratis gelieferte Satellitentelefon. Das machte keinen Mucks. Logisch! wenn der Akku nicht geladen war! Schlussendlich gelang es uns über Ernstens Handy (mit Swiss Prepaid) ein SMS loszuschicken. Und es funktionierte! Carel gab uns eine Adresse in Maun an. Dort würde dem Kühlschrank geholfen. An besagter dieser erwartete uns ein riesiger technischer Gemischtwarenladen (vom Kitschautoschlüsselanhänger über Velo- und Autoersatzteile bis Highteccampingausrüstung ) und ein hilfsbereite Chef von diesem. Nach einem professionellen Blick auf unseren Patienten verkündete er uns, dass er das nicht reparieren kann; ABER er wüsste Einen, der uns vielleicht, möglicherweise unter Umständen helfen könnte (habt ihr meine konjunktive hoch drei-Schreibform bemerkt!!) Er verschwand geschäftig und kam nach kurzer Zeit zurück und drückte uns eine Adresse in die Hand. Dort würden wir in einer halben Stunde diesen Jemand treffen! Dieser hiess Kevin war alleiniger Betreiber einer Werkstadt für Kühl- und Klimaanlagen und pünktlich zur Stelle. Das machte wieder Hoffnung! Er kam nach erstem Augenschein zum Schluss, für eine definitive Diagnose müsse er den Kühlschrank in die Werkstatt nehmen. Die wäre gleich um die Ecke. Und das war sie tatsächlich! Wir sollten ihn am späten Nachmittag anrufen. Dann könne er uns sagen ob er: 1. den Kühlschrank über Nacht flicken könne oder 2. Ersatzteile muss bestellen. Das würde etwa ungefähr 2-3 Tage dauern.
Wir waren ja bereits einen Tag im Verzug. Und dann noch mal drei weitere! Da kam schon mal leichte Panik auf!
Wir beschlossen in der Nähe zu bleiben. Im "Queness Inn" einem SC Hotel mit neuwertiger modernen Ausstattung (grad um die Ecke) fanden wir eine sehr schöne Bleibe. (BWP 600.-/Unit)
Später teilte uns Kevin am Telefon mit, dass er den Kühlschrank über Nacht flicken kann und wir ihn morgen früh gegen 9.30 abholen können. Freude herrschte!!!
Den Abend verbrachten wir auf der Terrasse in angenehmer Gesellschaft mit einer Gruppe Südafrikaner, welche uns ein KALTES Bier offerierten. Unsere Dankbarkeit war grenzenlos! Wir revanchierten uns mit einer Flasche lauwarmen Rotweins, welcher der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
01. September Nach einem kümmerlichen Frühstück checkten wir aus und begaben uns zu unserem Helfer. Der Kühlschrank laufe wieder, er kann uns aber keine Prognose geben, wie lange das hält, weil das offensichtlich schon mal repariert worden war. Mit grosser Dankbarkeit und nach der Begleichung der Rechnung von (im Schweizer Vergleich) lächerlichen 980 Pula, machten wir uns auf ins nächste Einkaufzentrum, um unser wieder auf Hochtouren laufendes Kühlgerät mit Labsale und Tranksame zu füllen!
An dieser Stelle muss ich noch ein paar Worte über die Einkaufsmöglichkeiten in Botswana und später auch in Namibia verlieren. Wir waren immer wieder positiv überrascht ob des reichhaltigen und europäisch anmutenden Sortimentes der Supermärkte in den grösseren Ortschaften. Man bekam alles, was man brauchte. Problem bereitete uns immer nur das grosse Laufpensum durch die riesenlangen Regalstrassen und das Finden der Artikel. Wir fanden schlussendlich immer alles - ausser AROMAT!!
Anschliessend bezahlten wir noch im Wildlife Office unseren Obolus für 9 Tage Moremi und Chobe von 2610 Pula und machten uns gegen Zwölf auf den Weg in Richtung 3rd Bridge.
Das nun mal wieder der momentane Stand der Dinge.
Ich wünsche allen, mit dieser kleinen "Endegutallesgut Geschichte" ein fröhliches Weihnachtsfest.
Hallo liebe Forumsgemeinde, ich hoffe ihr seid alle wohlbehalten ins neue Jahr hineingerutscht. und zu diesem sag' ich's euch mal mit Wilhelm Busch:
Will das Glück nach seinem Sinn dir was Gutes schenken, sage Dank und nimm es hin ohne viel Bedenken. Jede Gabe sei begrüsst, doch vor allen Dingen: das, warum du dich bemühst, möge dir gelingen.
Nun, ich werde mich zumindest erst einmal um einen weiter fahrenden Bericht bemühen und hoffe er möge mir einigermassen gelingen. Also dann mal alle die wollen, einsteigen bitte - es geht weiter! In diese Richtung
Es ist der 01. September
Wir fahre in Richtung Moremi Game Reserve und da! unsere ERSTE SICHTUNG! Vor lauter Aufregung brauche ich eine Ewigkeit meine Kamera einzustellen. Ausserdem musste ich dann noch den Ernst aus der Schusslinie scheuchen (er war ja auch ganz aufgeregt). Somit gelang mir nur dieses abgängige Foto.
Danach war ich gewappnet. Kamera und zweites Objektiv schussbereit auf dem Schoss, Ernst mit Gemsbok instruiert: bei "Achtung Irgendwas rechts oder links" sofortige ruhige Fahrweise bis Stillstand und freies Schussfeld!
na bitte, ging doch.
Gegen 14.50 Uhr erreichten wir das
Wir wiesen uns als vorreserviert aus und trugen uns (d.h. ICH) in das Anmeldebuch ein.
Apropos Anmeldung(en): die gingen immer im gleichen Schema von statten (auch in den "besseren" Etablissements): - freundliche bis herzliche Begrüssung durch die anwesenden Empfangsdamen (mehrheitlich) oder -herren. - Fragen nach unserem Wohlbefinden und Woherundwohin beantworten - die Präsentation diverser XXL-Anmeldebücher Da ich, als die des lesbaren Schreibens mächtigere bin, machte ich mich an die Aufgabe gefühlte hundert Tabellenfragen auszufüllen, dieweil sich Ernst der launigen Aufgabe des fröhlichen Plauderns mit den anwesenden (mehrheitlich) Empfangsdamen widmete (und das wenn rein und wenn raus). Die Erklärung, dass wir keine Wiedergutmachungsansprüche erheben, nach möglichen körperlichen und geistigen Schäden durch Wildtierkontakte, musste er allerdings selber unterschreiben. Danach verbummelten wir ziemlich viel Zeit bei Diesen und Jenen
und bei Zebras in vorabendlicher Schmusestunde
wir kamen auf diversen Holzwegen
um 18.00 Uhr in
an.
Uns wurde CS5 zugewiesen
in Nachbarschaft mit einer SA-Campergruppe. Wir richteten uns ein (siehe Artikel "Dachzeltmontage"), gingen zu Nachbars uns vorstellen, wurden herzlich empfangen und für einen späteren Toast eingeladen. Dann versuchten wir uns an einem Braai . Naja, -wir mussten noch viel lernen! Während des Bewachens des Grillfleisches erhielt Ernst, eine seinem Namen gerecht werdende erste Lektion in Sachen Wildtierbegegnung! Eine Hyäne! hatte den Braten gerochen und schlich um unsere Feuerstelle herum. Diese war offensichtlich schon bei den Nachbarn unverrichteter Dinge abgehauen und diese zündeten mit ihren scheinwerfermässigen Taschenlampen zu uns herüber. Als wir sie dann auch noch mit unseren läppischen Lampen anstrahlten, trollte sie sich davon. Beim späteren geselligen Beisammensein mit den SA-nern, wo sich herausstellte , dass ein Pärchen in dritter Generation deutschstämmig war und diese Sprache auch noch beherrschte, gab es noch viel Gesprächsstoff und einen feinen Toast.
Die Nacht verbrachten wir, umtönt von wohlig schaurigen Hyppogeschnarche und Hyänengegickere fast schlaflos. Wir befanden uns ja immer noch in der "Annäherungsphase" und mussten uns erst mal mit den diversen Nachtgeräuschen anfreunden. Als ausgleichende Entschädigung wurde uns im Morgengrauen ein fantastisches Vogelstimmenkonzert geboten. Dieses morgendliche Highlite wird uns auf unserer weiteren Reise immer wieder faszinieren.
3rd Bridge: BWP 800.-/CS/N,
02. - 05.September: nach einem kräftigen Eier-Speck-Toast packten wir alles wieder zusammen, verabschiedeten uns von den netten Nachbarn und machten uns um 10.00 Uhr auf in Richtung Xakanaxa. Wir konnten uns Zeit lassen, denn es war ja "gleich um die Ecke". Nach einer Stunde gemütlichen fahrens standen wir vor unserer nächsten grossen Herausforderung:
Selbstverständlich hatten wir uns im Forum durch einige Beschreibungen und Bilddokumente schlau gemacht, einschlägige Youtubevideos angeschaut und wussten also, was beim Durchqueren solcher Hindernisse zu beachten wäre: 1. einmal ein bisschen Zeit aufbringen um auf andere Fahrzeuge zu warten, welche man vorausschicken konnte 2. eine Umfahrung suchen 3. den Partner oder Partnerin mit aufgekrempelten Hosen zur Pegelstandsmessung ins Wasser schicken. nun, 1. wollten wir nicht und 2. gab es nicht, desshalb schaute Ernst prüfend auf's Wasser, dann aufmunternd auf mich und nochmal auf's Wasser. Mein Kommentar war kurz und bündig "vergisses!!" So fassten wir uns beide ein Herz und Ernst den Gemsbok etwas verkrampft am Lenkrad und fuhren ganz einfach durch! Erleichtert und mit etwas schiefen Grinsen fanden wir es hinterher fast lustig. Selbst Gemsbok war hocherfreut um die feine Unterbodenwäsche! Übrigens, dies war die erste und auch letzte Wasserdurchfahrt. Die extreme Trockenheit verschonte uns auf all unseren Fahrten vor diversen solchen.
Gegen halb eins erreichten wir
und wurden vom Empfangskomitee herzlich begrüsst, an diesem erst mal kein Vorbeikommen war.
Unsere CS XA-6 war wundervoll am Wasser gelegen
und das Badehaus war frisch renoviert
und zog auch andere Interessenten, dankenderweise nur zum outsitigen Sandduschen an. An einen Blitzbesuch des stillen Örtchens war da aber nicht zu denken!
Am Nachmittag hatten wir Gelegenheit zu einer Bootssafari im Delta. Dort erwartete uns eine fantastische Wasserlandschaft mit Unmengen Wasser- und anderer Vögel. Die ornithologisch Gebildeten unter euch bitte ich um Nachsicht: wir konnten nur wenige identifizieren.
seine Heiligkeit der Ibis
ein scheuer Seeadler
ein paar weisse Schönlinge
zwischendurch bezauberndes Art dèco
Wasserliebende Säuger und anderer Reptilien glänzten leider durch Abwesenheit. Als Abschlussveranstaltung wurden wir noch mit einem fantastischen Sonnenuntergang verwöhnt.
Die folgenden zwei Tage (und auch im Grossen und Ganzen alle folgenden) liefen ungefähr immer nach dem gleichen Schema ab: Nach Abhören des morgendlichen Abonnementskonzertes der vereinigten Vogelsolisten - ein kurzer Espresso mit Biskuits - nach Dachzeltdemontage Aufbruch zum morgendlichen Gamedrive
dort begegneten uns: die allgegenwärtigen Impalas
liebevoll auch Mc Donalds genannt
Richtungsweisende
und Schönlinge der besonderen Art
machten Strassenbekanntschaften mit Diesen
und Jenen
entdeckten am Rande Merkwürdigkeiten
- gegen Mittag ein ausgiebiger Brunch mit anschliessender Siesta, Haus- oder Büroarbeit umgeben von unseren Hausgenossen
- am Nachmittag Abfahrt zum Abenddrive - nach Rückkehr Dachzeltmontage - Belohnung - Nachtessen in Varianten: Pasta, Salate, Folienkartoffeln, Rotwein, div. Braais (Ernst konnte seine Grillkochkünste enorm verbessern, nur das letzte Kudusteak war leicht ledersohlenartig ausgefallen oder hatten wir das falsche Fleischstück gekauft?) - Ernstens Gang zum abendlichen soziale Kontakte pflegenden Abwaschtreff - sein verschlungener und zeitintensiver Rückweg (wegen Schwatzstopps bei diesen und jenen) - spätestens ab 21.30 Uhr forderten die erlebnisreichen, konzentrations- und arbeitsintensiven Tagesabläufe ihren Tribut und wir krochen todmüde aber glücklich und dankbar unter unsere Decken. Erwähnenswert wäre noch die Tatsache, dass ich ja, von meiner sorgsamen Tochter ein e-Book-Reader dabei hatte ("Mutti, falls mal Langeweile aufkommen sollte"). Es stellte sich am Ende als eines der überflüssigsten Gepäckstücke heraus!
Und so wären wir wieder einmal an den momentanen Stand der Dinge angelangt. Wie wir unsere Wege zum und im Chobe bewältigten und wie wir ungerechterweise einen berüchtigten Aztekenherrscher der Rachegelüste verdächtigten, erzähle ich euch das nächste Mal.
Xakanxa CS US$ 60.-/N, Bootsfahrt BWP 175.-/P
Teil 1010. Jan. 2016
Hallo, Allerseits - es kann weiter gehen.
05. - 07. September Savuti Am Morgen um 7.00Uhr hatten wir schon alles gepackt und wir machten uns auf in Richtung Savuti. Die 42 km bis zum North Gate konnten wir im "zügigen" Tempo innert 3 Stunden bewältigen.
Dort gab es dann erst mal eine stärkende Kaffeepause. Anschliessen begaben wir uns auf dem Holzweg in Richtung Kwai.
Ich wusste (lt. Forumsrecherchen), dass es dort eine gute Bäckerei mit sensationell (für Afrikaverhältnisse) gutem Brot geben musste. Und wir fanden sie auch
Eine nette alte Dame am Verkaufsfenster zeigte, auf unserer Frage nach Brot, stolz hinter sich. Da sahen wir sie, die Einsortenbrote. Sie sahen gut aus, säuberlich in Frischhaltefolie verpackt und sie rochen auch gut. überschwänglich kauften wir zwei. Doch der Daumentest fiel leider wieder durchdrückend ernüchternd aus. Aber! wir waren ja schliesslich nicht wegen des Brotes nach Afrika gekommen! Im daneben befindlichen Gemischtwarenlädeli kauften wir noch diverse Gemüsebüchsen und Ernst versorgte uns im rückwärtigen Getränkedepot mit Alkoholhaltigem, dieweil ich die nebenstehende Baustelle bewunderte. Eine so großartige Strohdachkunst findet man selten.
Nach einer Dreiviertelstunde feinster Gravelroadfahrt zeigte man uns, dass es noch
waren. Wir bewältigten diese in einer halben Stunde!
Nach eineinhalbstündiger Fahrt auf einem mehr oder weniger festen Sandweg standen wir dann vor dem Stein der weisen Entscheidung zwischen immerhin nur zwei Möglichkeiten:
entweder nach links über die immer wieder verteufelte Sandridge oder durch den vertrockneten Schlammweg. Wir entschieden uns für Letzteren. Wir kamen auf einen im ersten Moment passablen Hartschlammweg. Für das was dann folgte, muss ich wieder etwas ausholend erklären und bitte nehmt mich nicht beim Wort (ich habs gegoogelt). Ihr wisst sicher wie schwer so ein Elefant werden kann, nämlich ca. 5 Tonnen. Aber wie gross seine Füsse werden können? nicht? ich sags euch: ca. 50cm im Durchmesser und wenn man mal die Tonnage auf die vier Füsse umrechnet, kommen dann noch ca. 1.25 Tonnen/Fuss zusammen. Jetzt stellt euch das Gebiet vor (oder ihr habt es selber schon erlebt) nach üppigen Regenfällen im Norden. Tiefschlamm! Und wenn dann so ein paar von diesen tonnenschweren Kolossen daher kommen (natürlich, wie es sich gehört) auf dem Fahrweg, drückt dann mal jeder so einige Zentimeter tiefe Löcher in den Boden und das mit Ausdauer über einige Kilometer! Und was produziert eine nachfolgend lange Hitzeperiode aus so einem tiefen Loch? Schlammbetonkübel! Nun, Gemsbok war kein Buggy und so versuchte Ernst im Schneckentempo um diese Kübel zu fahren. Ging nicht! Mindestens 3 Räder fuhren immer durch! Ausweichen war nicht möglich, denn nebenan war Böschung oder Gebüsch. So folterten wir uns unendlich lange dahin! Als wir dann endlich wieder auf der "normale" holprigen Hartschlammpiste ankamen, war es wie in ein weiches Daunenbett fallen! Wir checkten unsere gestauchten Knochen und Weichteile und die Hufe vom Gemsbok durch. Stellten aber keine bleibenden Schäden fest.
Teil 1110. Jan. 2016
Die nachfolgenden unseren Weg kreuzenden Elefanten betrachteten wir dann aber eher mit nicht so freundschaftlichen Gefühlen. Warens die?
oder der?
oder gar die?
um 17.30 Uhr kamen wir an (nach insgesamt 10,5 Stunden Fahrzeit) und meldeten uns im Pförtnerhüsli an
Uns war CV8 zugeteilt,
etwas abseits vom ausgetrockneten Fluss gelegen, sehr grossräumig vom einzigen Nachbar entfernt. Wir installierten uns und machten einen Vorstellungsbesuch bei den nebenan wohnenden SA Ehepaar. Anschliessen gingen wir auf Erkundungstour. Vor allem das Waschhüsli suchen. Uns erwartete die savutische ABLUTIONFESTUNG
Beeindruckt von dieser wehrschaften Festungsarchitektur umrundeten wir diese. Im Innenraum fehlten nur noch die Kanonen und die Wehranlage wäre perfekt.
Die inneren Räumlichkeiten waren ausreichend, sauber und in einem sehr guten Zustand. Ich meinte einmal von einer Elefantenherde gelesen zu haben, welche eine Ablution zu Boden gewalzt hatte. Könnte wohl diese gewesen sein und man wollte kein Risiko mehr eingehen. Zurück am Platz genehmigten wir uns erst mal einen feinen Sundowner. Ernst einen besonders kräftigen, sein Nervenkorsett war doch heute erheblich strapaziert worden!
Dann suchten wir an unserer Wasserstelle den dazugehörigen Hahn.
Aufklärende Hilfe kam von der netten Nachbarin
Affensicher! Man sollte aber tunlichst vor Gebrauch nach eventuell drinnen wohnenden Klein- und Krabbeltierchen Einschau halten. Nach einem, wieder sehr ledrigen Kudugrill und einer Flasche Rotwein war dann Nachtruhe angesagt. Doch erst einmal stellte sich unser Nachtwächter vor. Er kam leise knuspernd und vor sich hin brummelnd durch unser angrenzendes Gebüsch und sorgte noch für ein schönes Zubettgehgeschichtli.
Am nächsten Tag gestatteten wir uns etwas später aufzustehen, in aller Ruhe ein reichhaltiges Frühstück (Eier,Speck, Schinken, Käse, Khwaibrot-Toast) einzunehmen, einen ausgiebigen Camprundgang mit Schwatz hier und da zu machen und nach anschliessender Büroarbeit (Tagebuch, Bilder sichern) eine pflegende Siesta abzuhalten.
Gegen 16.00 Uhr machten wir uns dann auf zum Gamedrive. An einem Wasserloch verbrachten wir viel Zeit. Wir hatten uns mittlerweile mit diesen GROSSartigen Tieren wieder versöhnt und genossen ihr ruhiges miteinander Umgehen.
Wir begegneten einer grossen Gnuherde
durchmischt mit neugierigen Zebras.
und fanden Verblichenes
Übrigens: ich muss der Tante noch ein versöhnliches Kränzchen winden. Seit unserem letzten grossen Krach gab sie sich sehr zugänglich und führte uns über verkraftbare Umwege immer wieder zu den angegebenen Koordinaten. Aber eine sehr seltsam anmutende Angewohnheit konnten wir ihr nicht austreiben: ständig musste sie uns mit der Zurechtweisung "bitte fahren sie auf der LINKEN Seite der Strasse!" vor Rätsel stellen!
Wisst ihr, was sie meinte? Apropos Koordinaten: den versierten Gamedriver unter euch sage ich sicher nichts Neues. Für die in den etwas unzugänglichen Gebieten liegenden Ziele hatte ich vorgängig in der Liste mit allen Telefonnummern und E Mail Adressen auch die jeweiligen Koordinaten angefügt. War immer sehr hilfreich. Wieder im Camp kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten im Kiosk, machten uns einen, wir meinten verdient steifen Gintonic und ich kochte uns eine Rüeblisuppe mit Teigwaren. Dazu gab es eine Flasche Weisswein. Ich fühlte mich anschliessend nicht so gut und vermutete, dass ich wieder einmal (ich weiss es doch!) den Weisswein nicht vertragen hatte. Somit kletterten wir zur Nachtruhe. Wir lauschten noch lange dem Löwengebrüll, welches näher und ferner zu hören war. Mir wurde es immer übler. Naja, dann kam das unvermeidliche. Ohne der typischen Vorzeichen entleerte sich mein Magen explosionsartig. Ich kam nicht einmal dazu den Reisverschluss des Zelttores zu öffnen. Da hatte ich eine schöne S.....i produziert und wir mussten nun die restliche Nacht in dieser verbringen, denn die Löwen brüllten immer noch! Das Morgengrauen war es dann auch im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einigermassen gründlicher Reinigung von mir und dem Schlafplatz war der Tag so gut wie gelaufen. Ich elendete und relaxte Tee trinkend und ohne Nahrungsaufnahme so vor mich hin. Ernst beschäftigte sich mit intensiver Körperpflege und dem Büro. Doch langweilig wurde es nie. Unsere wechselnden Mitbewohner sorgten immer wieder für gute Unterhaltung.
warum guckt der immer so mürrisch?
Ein paar Eligrüppchen, welche sich durch das Gebüsch mümmelten, sorgten immer mal für leichte Unruhe im Camp. Wir rätselten ob dem Nährwert des total vertrockneten Gestrüpps. Aber offensichtlich reichte es ihnen. Dies bezeugten jedenfalls die zahlreich im Gelände verstreuten Elibölle um die ich jedes Mal einen Slalomsprint zum Hüsli absolvieren musste. Am Abend ging es mir wieder besser. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte mich nur ein montezumaischer Streifschuss erwischt. Wir machten uns über dem Feuer einen feinen Käse-Schinken-Toast mit Zwiebeln und Tomaten und meinten, wenn der drin bleibt habe ich es überstanden. Und er blieb drin! In der Nacht erlebten wir ein schaurig schönes Hörfunkkonzert der Extraklasse. Ich habe in meinem Tagebuch vermerkt: Elefantentrompeten, Hyänenkläffgickern, Löwengebrüll und andere undefinierbare Geräusche.
Teil 1210. Jan. 2016
08. -10. September Linyanti Nach dem Frühstück packten wir zusammen und fuhren zwanzig vor acht los in Richtung Linyanti. Auf uns wartete ein 38 km langer Tiefsandweg.
Ernst meinte , er würde es erst mal ohne des immer wieder empfohlenen Reifendruckablassen versuchen. Mein Bauchweh war anschliessend von anderer Art als am Vortag. Doch Ernst und Gemsbok meisterten die Strecke mit Bravour und fast profimässiger Routine in dreieinhalb Stunden! Unterwegs mussten wir uns nicht mit Tierbetrachtungen aufhalten, denn kein Schwanz, Rüssel, Horn oder Schnabel liess sich blicken.
Wir hatten uns die CS 1 (auf Empfehlung) reservieren lassen. Als wir den Platz fanden stand schon eine mittlere Wagenburg von SA Campern auf diesem. Ein freundlicher junger Mann klärte uns auf, dass es zwei Plätze mit dieser Bezeichnung gäbe, einmal CL1 (der ihre) und RSV1 der wahrscheinlich unsere. Er glaube es müsse der um die Ecke herum sein und erbot sich uns den Weg zu zeigen. Wir stellten Gemsbok am nahegelegenen Weg ab, die beiden gingen auf Platzsuche und ich blieb am Wagen. Nach sehr kurzer Zeit hörte ich wütendes trompeten und mir kamen die zwei Männer, gehetzt wild mit den Armen fuchtelnd entgegen. Ernst schrie "in den Bunker, schnell!" hechtete in diesen und knallte die Tür zu. Da sah ich IHN: ein Prachtexemplar von einem Elefantenbullen. Der wog sicher seine 5 Tonnen! und war gar nicht amüsiert! Er wedelte heftig mit den Ohren hatte den Rüssel in Trompetenstellung und schüttelte wild mit dem Kopf. Da verzog ich mich sicherheitshalber auch ins Fahrerhaus. Doch er riss einen staubaufwirbelnden Stopp und machte sich empört vor sich hin brummelnd davon. In der ganzen Hektik des Geschehens hatte ich meine Kamera völlig vergessen und kann es euch leider nicht dokumentieren. So konnten wir uns auf unserem Platz RSV1 gemütlich einrichten. Dann gingen wir auf Inspektionstour. Erst mal in Richtung Waschhüsli. Doch das war wieder einmal mehr mit einigen Hindernissen
und Blockaden mit weiträumigen Umwegen verbunden.
da hinten links war die Ablution. Diese stellte sich dann als recht alt, minimal aber doch erstaunlich sauber vor.
Nebenan wurde noch an einem grösseren Haus gebaut. Sah aber aus, als würde die Fertigstellung noch eine Weile dauern. Zurück an unserem Platz hatten wir Besuch.
Dieser wollte sich offensichtlich nur kurz vorstellen, machte einen kleinen Rundgang durch Küche und Lounge. Nachdem er alles begutachtet hatte trollte er sich zu seinem Kollegen ins Wasser.
Zum Znacht gab es gegrilltes zähes Rindsplätzli, Zucchinigemüse und Rotwein.
In der Nacht ereilte Ernst ein heftiger" tout vite". Ähnlich wie es mir ging, nur in die andere Richtung! So war ich am nächsten Morgen wieder mit der Säuberung von diversen Textilien beschäftigt. Als sich dann noch heftiges Erbrechen einstellte mutmassten wir, dass es wohl ein zünftiger Rachfeldzug sein würde. Ernst wehleidete den ganzen Tag (mit Recht). Zwei Elis (vielleicht die von gestern) machten uns noch ihre Aufwartung und liessen für kurze Zeit das Übelsein etwas vergessen. Sie hielten sich aber nicht lange auf, sonder hatten es eilig ins Wasser zu kommen.
Der letze drehte sich aber noch einmal um und ich konnte mein schönstes Elefantenporträt schiessen.
Ich machte uns ein feines Gemüsesüppchen und kochte in diesem die Reste des Rindfleisches weich. Wir grübelten immer noch an der möglichen Ursache unseres Übelseins nach und mussten feststellen, dass es keine so typische Reisediarrhoe war (wir hatten keine Krämpfe).
Jetzt kurz noch eine kleine Abhandlung unserer Erfahrung in Sachen "Malariaprophylaxe". Dieses Thema wurde ja schon ausgiebig im Forum behandelt und wir hatten uns durch fast alle Diskussionen durchgelesen. Da unsere Tropenimpfungen schon alle verjährt waren konsultierten wir unsere Hausärzte (beide als ausgewiesene Tropenmediziner). Ernstens seiner war offensichtlich von der ganz vorsichtigen Sorte. Er impfte ihn gegen Tollwut, KInderlähmung, Hepatitis A+B und Wundstarrkrampf! Gab ihm Malarone zur sofortigen Einnahme bis zum Ende unserer Reise! Mein Arzt schaute kurz im Internet bei den Empfehlungen des EDA nach und impfte mich gegen Hepatitis A+B und Wundstarrkrampf. Er gab mir Malarone mit aber ich sollte es nur bei Anzeichen schwerer Erkältungssymptomen nehmen. Also einigten wir uns auf einen Kompromiss: wir nehmen sie nur während der Zeit durch die eher tropischen Regionen. Als wir dann die Packungsbeilage der Malaronetabletten lasen, ging uns ein ganzer Kronleuchter auf! Da waren genau diese Beschwerden unter "häufige Nebenwirkungen" aufgelistet. Wir stoppten sofort unseren Tablettenkonsum und wir hatten nie wieder irgendwelche Verdauungsprobleme! Jetzt begriffen wir die eher kontroversen Diskussionen im Forum!
Erleichtert genehmigten wir uns dann noch zur Feier der Erkenntnis ein kühles Bierchen und liessen auch diese Schönchen mit teilhaben.
Nach ausgiebiger Bewunderung des allabendlichen Sonnenuntergangsspektakels
gingen wir dankbar schlafen.
5 Tage Savuti+ Linyanti US$ 510.-
10. - 13. September Senyati Heute erwartete uns eine insgesamt knapp 80 km lange Tiefsandpiste. Ernst lies den Reifendruck nun doch vorsichtshalber auf 1,8 bar ab und dadurch schnurrte unser Gemsbock wie auf Schienen problemlos dahin. Nun ja, abgesehen vom zeitweiligen Gefühl sich auf hoher See zu befinden. Die 39 km bis Goha bewältigten wir in knapp zwei Stunden, die anschliessenden 40 km bis Kachikau ebenfalls.
Wir wussten, dass uns ab Kachikau bis Ngoma Bridge eine Waschbrettgravelroad vom feinsten erwartete. Also schauten wir, dass alles soweit befestigt war und ergaben uns dem Unvermeidlichen! Doch es gibt noch Zeichen und Wunder in dieser afrikanischen Welt!
Diese brandneue Superpiste erwartete uns! Asphalt, mit Busbuchten und Trottoire in den Dörfern! So kamen wir komfortabel in eineinhalb Stunde nach Kasane. Wir versorgten uns am Automaten mit 3000 Pula, im Spar mit Nahrhaftem und im Bottlestore mit Weingeistlichem. Nach einem Fastfoodstop im KFC gaben wir der Tante die Koordinaten vom Sanyati Camp ein. Wir hätten ja den Weg auch ohne ihr gefunden, (immer auf der A33 erst Richtung Kazungula, dann weiter Richtung Francistown) aber wir wollten sie auch mal wieder zu Wort kommen lassen und bereuten es im Handumdrehen! Sie ignorierte die A33 und wies uns querfeldein über eine mühsame Naturstrasse. Nach längerem rätseln und zweifeln standen wir dann plötzlich vor der Einzäunung des Flugplatzes und sie meinte stur, wir müssten da durch fahren! Und schon hatten wir wieder den grössten Krach, welcher mit dem Ausknopf endete. Also wieder zurück auf die A33 und um halb Fünf kamen wir an.
Die Campsites waren für unsere Begriffe sehr luxuriös. Eigene Ablution mit DU /WC getrennt und eigenem Abwaschplatz (was Ernst gar nicht unterhaltsam fand).
Ab 17.00 hatte man an der Bar ein etwas müdes WLAN zur Verfügung. Wir genehmigten uns dort noch einen Schlummertrunk und warteten noch ein Weilchen auf die Elifamilien. Doch die hatten es offenbar nicht so eilig ans Wasser zu kommen, wie wir es eilig hatten ins Bett zu hüpfen. Im Office lieferten wir noch unseren recht ansehnlichen Wäschesack ab und machten uns müde und dankbar unter die Decke.
Am nächsten Tag nach einem gehaltvollen Müesli fuhren wir nach Kasane. Gemsbok brauchte Diesel, unsere Gasflasche Nachschub und wir hatten für 16 Uhr einen Bootstrip gebucht. Hinter dem Einkaufcenter war die Bootsanlegestelle und wir fanden uns mit noch einem Ehepaar pünktlich ein.Unser Bootsführer und Guide brachte noch eine grosse Getränkebox ins Boot und es ging los. Erst aber gab es noch einen Zwischenhalt, wo wir noch auf drei Leute, zwei Frauen und ein Mann warten mussten. Letzterer machte sich, gerade einmal hingesetzt, über die Biere in der Kühlbox her. Unser Guide fuhr uns durch eine wunderbare Wasserlandschaft mit unglaublich schöner Vegetation und die unterschiedlichsten wasserliebenden Tieren. Weissstirnspin ...wer ist der schönste im ganzen Land?
Weisskopfseeadler der Allesseher
Goliathreiher finding David?
Plauderstündchen
endlich fertig mit dem ewigen Trockenfutter!
ein Schelm, wer mir Böses unterstellt
und hier mein absolutes Lieblingsfoto der sexieste Shootingstar vom Chobe
Während unser Mitreisender nun alle Biere intus und langsam aber sicher die tolerierbare Promillegrenze überschritten hatte, quatschte er dummes Zeug und dem Guide ständig in seine guten und informativen Erklärungen. Was nicht gerade für eine gute Stimmung sorgte. Aber ein fantastischer Sonnenuntergang entschädigte uns für die unangenehmen Ruhestörungen.
Dann wurde unseren Alkoholiker an seinem Hotelsteg abgeliefert und wir sahen ihm zu, wie er den Sprung ans Festland bewältigte (hofften schadenfreudig auf ein ernüchterndes Wasserbad) aber er hatte Glück. Wir dankten und belohnten unseren Guide, fuhren mit etwas Bauchweh wegen der schon eingesetzten Dunkelheit ins Camp zurück, denn die Zufahrt zum diesem war ganz schön tiefsandig. Aber alles lief gut. Gemsbok und Ernst bewältigten das wieder bravurös! Nach einem einfachen Käsebrot mit Rotwein machten wir uns satt, zufrieden und dankbar ins Bett.
Ich bitte um eine kurze Verschnaufpause. Bin mit der Entsorgung der weihnachtlichen Dekoration etwas im Verzug 😣
Teil 1312. Jan. 2016
Wir sind immer noch in Senyati und dort ging es folgendermassen weiter:
Der nächste Morgen begann um 5.15 Uhr mit Müesli und Kaffee. Wir hatten uns für einen Tagestrip zu den Victoriafällen angemeldet. Pünktlich 7.00 Uhr ging es mit einer Sechsergruppe von Südafrikanern und guter Stimmung in Richtung Zimbabwe. Wir hatten recht getan mit dem Entscheid, uns einen Transfer zu buchen. Die Grenzformalitäten waren zwar immer noch höchst kompliziert, logistisch nicht durchschaubar und zeitraubend, aber unser Guide half uns immer wieder, nicht das Falsche zu tun. So kamen wir gegen 9 Uhr in Victoria Falls an.
Als erstes wurde uns dieser Methusalem vorgeführt.
Soll schon mehr weder 1000 Jahre auf den Wurzeln haben. Dann ging es zu den Fällen. Sie präsentierten sich (wie vermutet) in spektakulärer Zurückhaltung.
Trotz dem akuten Wassermangel waren wir extrem beeindruckt und beschlossen diese Destination noch einmal in ein späteres Reiseprogramm aufzunehmen (wenn es Hochwasser hat notabene!).
Im parkeigenen Café machten wir eine Pause zum wieder trocken werden und tranken einen hervorragenden Cappuccino. Unser Fahrer kutschierte uns anschliessend zum legendären
Dort genossen wir die authentisch wirkender Kolonialarchitektur, die grandiose Aussicht und einen leichten Lunch.
Die Gruppe wurde 14 Uhr wieder eingesammelt und es ging flott (auch an der Grenze) zurück ins Camp, welches wir nach zwei Stunden erreichten. Am Empfang holten wir noch unsere Wäsche ab. Sie war tip top gewaschen, gebügelt und ordentlich zusammengelegt. Wir zahlten dafür kümmerliche 100 Pula!
Nach einem kräftigen Single -Malt-Sundowner-Schluck an der Bar versuchte Ernst seinen Laptop zu überreden, mit dem sehr schwachbrüstigen hauseigenen WLAN zu kooperieren. Doch es gelang weder diplomatisch noch diktatorisch. So beschränkten wir uns auf die analoge Übertragung unserer Bilderausbeute vom Tag. Am Platz kochten wir uns Spaghetti und grillierten eine leckere Boerewors dazu. Zurück auf der Aussichtsplattform vom Wasserloch kamen wir noch rechtzeitig zum Einmarsch der Giganten vom Chobe. Uns wurde ein einmalig faszinierender Einblick in die (wir interpretierten das so) soziale Welt der Elefanten gegeben. Das Wasserloch war relativ gross und länglich. Die Elefantenfamilien kamen aus unterschiedlichen Richtungen und zu unterschiedlichen Zeiten. Die erste Gruppe kam, angeführt von der Leitkuh im zügigen Gänsemarsch zum Wasser. Nach akribischen testen der Wasserqualität wurde je nach Bedürfnis getrunken, geduscht, gewälzt, gespielt oder nur am Ufer Konversation betrieben. Die nachfolgenden Gruppen wartenden indes diszipliniert in gebührenden Abstand, bis die anderen mehr oder weniger zum Abzug bereit waren. Die Alten standen geduldig, während die Halbstarken sich in Rüsselrangeleien ertüchtigten und die Babys zwischen den Beinen der Mamas und Tanten Riesenslalom spielten. So ging das ständig weiter und es war einständiges Kommen und Gehen. Erstaunlich war noch, dass sich alle immer nur an einem Platz am Wasser aufhielten. Dort war (so vermuteten wir) der "Wasserhahn" vom Teich. Die Elis haben wahrscheinlich auch gern einen "Klaren" für die Verdauung. Wir waren tief beeindruckt und so verzaubert von dieser Darbietung, dass wir das Fotografieren komplett vergassen. Mit wieder einem wundervollen Erlebnis reicher gingen wir in die Heia. Morgen heisst es schweren Herzens Abschied von Botswana nehmen. Namibia wartet auf uns.
Somit einmal mehr zum Stand der Dinge in Botswana. Wie wir in Namibia empfangen wurden, im Caprivi doch noch die Kurve kriegten und zwei verrückte Landyladys trafen, erzähle ich euch nachfolgend.
Teil 1412. Jan. 2016
13. September Katima Mulilo
Dieser Sonnenaufgang machte uns den Abschied auch nicht viel leichter!
Nach einem ausgiebigen Frühstück bepackten wir Gemsbok und machten uns gegen 10 Uhr auf in Richtung Grenzübergang Ngoma Bridge. Freundlich wurden wir von den botswanischen Grenzbeamten verabschiedet: "Switzerland? Aaaah, Chocolate! hahaha! much money! hahaha" ! Ernst machte daraufhin ein weinerliches Gesicht, kehrte seine leeren Hosensäcke nach aussen und steuerte so seinen Teil zur allgemeinen Erheiterung bei.
Kontrastprogramm beim Empfang in Namibia.
Eine Abfertigung von der despektierlichsten Art! Um die Fähigkeiten der Beamten zu beschreiben braucht man alle Adjektive mit der Vorsilbe UN... ! Wir versuchten das ganze Prozedere erst gar nicht zu verstehen. Wappneten uns mit Gleichmut, Geduld und Einsicht in die Notwendigkeit, schauten nicht ständig auf die Uhr (hatten ja alle Zeit dieser Welt) und überstanden alles zähneknirschend. Wieder in der abhörsicheren Kabine vom Gemsbok wetteiferten wir, völlig unkultiviert und lauthals um die gröbsten Schimpfwörter.
Wir kamen 14 Uhr in Katima Mulilo an und wurden in unserem vorgebuchten B&B "3Palms" herzlich empfangen.
Es war ruhig aber doch zentral gelegen und wir konnten, nach einer ausgiebigen Körperpflege und einem Erfrischungsdrink am hauseigenen Ausguck,
die City
zu Fuss erreichen. Im "Passione", dem einzigen Restaurant des Städtchens, assen wir sehr gut und reichlich zum Znacht. Wieder im B&B sassen wir mit der Wirtin bei einem Schlummertrunk und sehr informativen Gesprächen zusammen. Sie erzählte uns von der momentanen allgemeinen Situation im Lande, ihren Kampf um das wirtschaftliche Überleben und ihrer Resignation. Wir erzählten ihr von unserer Grenzerfahrung. Das war für sie nichts Neues. Zufälligerweise logierte in der Nacht ein Reporter vom NBC auch hier. Er war gerade zu Ermittlungen über die Missstände an den Grenzen unterwegs. Sie wollte ihm unsere Geschichte berichten. Am nächsten Morgen, nach einem sehr reichhaltigen Frühstück, checkten wir aus. Wir mussten noch im Städtchen Geld vertauschen und Marianna erbot sich, uns zu einem gebührenfreien Wechsler zu fahren. Dort tauschte wir unsere übrigen 700 Pula und noch 300 US$ zu guten Konditionen in NA$ um. Wir mussten noch im Einkaufszentrum auf Nahrungssuche gehen und trafen dort die "Lumela"-s aus dem Forum mit ihrem "Wohnhaus". Wir schwatzten noch ein Weilchen doch dann war pressieren angesagt. Wir mussten Richtung Kongola und sie in die andere Richtung.
B&B "3Palms" NA$ 1100.-/Unit
14. - 16. September Namushasha Nach einer angenehmen Fahrt auf guter Asphaltpiste
mit Nutztierquerungen
kamen wir um 14 Uhr an
Uns erwartete auf der CS 1 der mit Abstand luxuriöseste Platz, von allen vorherigen.
Ein eigenes Waschhäuschen liess keine Wünsche offen. Ich zeig' es euch mal
Der Warmwasserboiler war auch schon in Betrieb.
Zum Geniessen war aber im Moment keine Zeit, denn wir durften um 15 Uhr schon bei einem Game Drive dabei sein. Mit einem netten Farmerehepaar aus Südafrika wurden wir per Boot zu einem Wagendepot gebracht und anschliessend ging die Fahrt durch eine wunderbare Flusslandschaft.
Wir sichteten eine Menge Gehörntes
Diese trainierten fürs Erwachsen werden
und dieser war einfach nur schön!
wir sichteten vegetativ verstricktes
und verwurstetes
nach einem unterhaltsamen und flüssigen Sundowner
wurde uns ein eben solcher auch noch augenscheinlich vorgeführt
Zurück im Camp nahmen wir die Infrastruktur in Augenschein. Wir beschlossen, uns am nächsten Abend hier so richtig verwöhnen zu lassen
tranken an der Bar nochmals auf den Sonnenuntergang und machten uns am Platz ein Käsebrot. Glücklich und zufrieden gingen wir schlafen.
Am nächsten Vormittag war Hausarbeit angesagt. Aufräumen, entstauben, Büroarbeiten und Ansichtskarten schreiben, beim Strandnachbar vorstellen
und Ernst machte ein kleines Nickerchen auf der Terrasse.
Am Nachmittag hatten wir uns für einen Bootstrip angemeldet. Pünktlich um 16 Uhr ging es mit vier weiteren Gästen auf's Boot und unser Guide chauffierte uns gekonnt durch das Mäander des Kwando. Er erklärte uns anschaulich das Ökosystem des Gebietes
und der darin lebenden Tierwelt. Einige dieser Bewohner stellten sich uns anschliessen sogar vor:
den Spint kannten wir schon
der stromlinige Mangrovenreiher
der eher schwarzweisse Graufischer
dessen Name vergessen ging
dieser verschluckte sich fast an seinem Zvieri
machte sich aber schnell von Dannen
nach langen geduldig aufs Wasser starren, ging diesem Hippo dann doch die Luft aus und er zeigte sich uns wohlwollend
nach einem vorverlegten Sonnenuntergangsdrink
fuhren wir wieder zurück und erwischten zu guter Letzt doch noch ein bisschen Abendstimmung.
Heute nahmen wir zur Feier des ereignisreichen Tages, unsere Malariaprophylaxe an der Bar ein. Das anschliessende Dinner à discrétion war hervorragend gekocht und präsentiert. Es gab: Tunasalat, Butternutsoup, Kudusteak, Honey Lemonchicken, diverse leckere Beilagen und ein Dessert musste auch noch 'rein! Dazu eine gute Flasche Cabernet Sauvignon. Falls es jetzt einigen wie dem pawlowschen Hund geht,- ihr könnt gerne euer Pausenbrot auspacken.
Wohltuend gesättigt und rundum zufrieden machten wir uns gemächlich auf in Richtung nachhause. Aber im Dunkeln sah plötzlich alles sehr fremd aus - und - wir hatten die Taschenlampe vergessen! Wir irrten hin und her und fanden uns schliesslich im Camp der Mitarbeiter wieder. Unsere Verwirrung war komplett! Ein zufällig des Weges kommender hilfsbereiter Mann, erbot sich uns heimzuleuchten. So kamen wir doch noch wohlbehütet "zuhause" an, dankten und baten unseren Begleiter morgen früh ein Dankesbatzeli abzuholen, was er dann auch machte.
Und die Moral von der Geschicht: vergesst die Taschenlampen nicht!! - und ich versichere euch, unser Alkoholkonsum hatte mit der Sache überhaupt nichts zu tun!
Teil 1515. Jan. 2016
Jetzt möchte ich erst einmal ein dickes DANKESCHÖN an alle aussprechen, welche sich hier so ausdauernd auf den diversen unbequemen Sitzgelegenheiten herumquälen und an diese, die sich am Dankeknopf schon leichte Blasen geholt haben. Ich danke euch für eure Ausdauer und warne gleichermassen: wir haben erst die Hälfte hinter uns! - und Springboks Sprunggelenke werden auch nicht elastischer!
16. - 18. August Mahangu Safari Lodge CS Wir müssen Abschied nehmen von Namushasha und damit von einem ganz wunderbaren Fleckchen Erde.
Namushasha CS ZAR 330.-/N
Es geht über den Caprivistreifen zu unserem nächsten Ziel, dem Mahangu Game Reserve. Auf der B8 schön mittig zwischen Angola und Botswana durch. Wir fahren also immer geradeaus
und weiter geradeaus
dann brauchten wir erst einmal eine Picnicpause!
weiter gehts geradeaus. an Recyclingplätzen vorbei
sahen viele Fussgänger
deren Woher und Wohin uns rätselhaft blieb
sichteten den einzigsten Wildhund auf unserer ganzen Reise
und erreichten nach 4,5 Stunden den
vor lauter geradeausfahren hätten wir fast noch diese Linkskurve verpasst
Einen vorher geplanten Abstecher zu den Popa Falls liessen wir ins unspektakuläre Niedrigwasser fallen.
Das zum Camp führende Feuchtgebiet war auch völlig ausgetrocknet und wir mussten nicht über den Damm fahren. Vorbei an einem Wohndorf der Mitarbeiter
erreichten wir um 14.00 Uhr die
Uns wurde CS 3 zugewiesen welche sich mit Abstand bester Lage von allen bisherigen präsentierte! Direkt am Fluss, mit Strom-/Wasseranschluss, einem gedeckten Unterstand und der Weg zum Hüsli war gangbar. Am gegenüber liegenden Ufer vergnügte sich eine Elifamilie beim Sandduschen
und daneben mapften sich ein paar Hippos durchs Gras.
Wir waren glücklich! Ernst richtete sich sein Openairgrossraumbüro ein
inklusive der Swisselektrikconnection
Wir genehmigten uns einen Gin Tonic als verdienten Ankommensdrink und machten uns an die Begutachtung der Anlage. Die Bungalows der Lodge stehen verstreut in einem dschungelartig angelegten Wald und die allgemein nutzbare Infrastruktur ist idyllisch am Flussufer angelegt.
Dann versuchten wir aus den mitgebrachten Lammchops etwas Essbares zu grillieren. Aber wieder einmal mit negativem Erfolg (wir hatten's immer noch nicht im Griff!). Uns blieben zur Sättigung jedoch noch ein paar feine Gschwellti mit Käse und Salat. Am gegenüberliegenden Flussufer lief derweil das Okavango Livestream Abendprogramm. Im ersten Kanal die Familienserie "Familienbande" und im Zweiten die beliebte Kindersendung "Hippo und der Süsswasserkarl". Unser anschliessender Verdauungsspaziergang führte uns an der skurril ausgestatten Bar vorbei und wir gönnten uns noch einen feinen Single Malt (Pröschtli Friederike!)
Zufrieden und dankbar gingen wir schlafen und lauschten noch lange dem Gutenachtgeschnarche der Hippos
Teil 1615. Jan. 2016
gooooood morning Africa!
Der nächste Morgen begann mit einem Exklusivfrühstück auf der Restaurantterrasse. Ernstens absolutes Highlight in Sachen Essen wurde das "Omelette full house vom Mahango". So richtig deftig. Er träumt heute noch davon!
Am frühen Nachmittag machten wir uns auf in den
War ja gleich nebenan. Wir verbrachten fast drei Stunden dort, die Sichtungen hielten sich aber in Grenzen. Eine sehr elegante Kududame
ein Schwarzweissling mit Namen weissichnich
ein Straussenehepaar zeigte ihrem Sprössling die grosse weite Welt
ein Buschböckchen mit Spielkollegen
und dieser Hochstämmige
Am Abend genossen wir noch einmal das unterhaltsame Okawangointertainment und gingen früh ins obere Stockwerk.
Mahangu CS ZAR 209,-/N
18. September Roys Rest Camp Wir stehen sehr früh auf, packen alles zusammen, denn Ernst wollte es nochmal wissen: ohne einem "Mahangu Omelette Full House" im Magen, ginge er heute nicht auf die Piste! In Divundu füllen wir noch Gemsbok ab. Dann fahren wir wieder geradeaus
trafen heimkehrende Hausfrauen mit ihren Einkäufen
gemächlich spazierende Verkehrsteilnehmer
und viele Kindergruppen, welche sich auf ihre langen Nachhausemärsche begaben.
bei einem kurzen Picnichalt besuchte uns die nette Familie Geissen
Je näher wir den grösseren Siedlungen kamen, umso mehr verschwanden die traditionellen Dörfer
und wurden von immer mehr Wellblechhütten abgelöst.
In Rundu gingen wir noch auf Nahrungssuche und fanden einen riesigen "Shoprite", welcher keine Wünsche offen liess. Gegen 16.30 kamen wir im
an. Wir hatten für zwei Nächte reserviert aber noch nicht bezahlt. An der Rezeption sagte man uns, dass wir unseren Platz frei aussuchen können. Auf unsere Frage, ob wir am nächsten Tag mit ihrem Shuttle Service zu den San fahren könnten, antwortete man uns, nach einem Blick auf Gemsbok, dass wir selber fahren sollten. Wir zahlten unsere zwei Übernachtungen und gingen auf Platzsuche. Das gestaltete sich allerdings etwas schwierig, denn wir waren etwas spät dran und die meisten Plätze schon alle besetzt. Zum anderen war gerade eine riesige Wohnwagengruppe aus Holland gekommen und brachte ziemlich viel Unruhe ins Camp. Wir fanden schliesslich noch ein Plätzchen,
richteten uns ein und gingen auf einen Inspektionsrundgang. Das Camp machte auf uns einen eher etwas vernachlässigten Eindruck. Das Waschhüsli sehr minimal und ungepflegt. Auf dem Weg sahen wir eine hauseigene Elenherde
Am Swimmingpool hörten wir heimatliche Laute und tatsächlich wässerten sich in diesem zwei Schweizerinnen. Mit Ernstens hemmungsloser Kommunikationsmanier kamen wir bald in ein lebhaftes Gespräch. Wir verabredeten uns nach ihrem Bade zu einem Sundowner. Wir staunten nicht schlecht, als sie uns erzählten, dass sie schon seit einem halben Jahr mit ihren beiden Landrovern unterwegs waren. Von der Schweiz mit nur einer kurzen Verschiffung bis Namibia durchgefahren! Wir waren tief beeindruckt und lauschten respektvoll ihren Ausführungen. Aber jetzt wäre erst einmal Schluss. Sie hatten vor noch Namibias Süden ansehen. Dann wollte zumindest Cecil wieder einmal nach Hause um ihre Grosskinder nicht immer nur skypend, sondern real zu knuddeln. Vor dem Schlafengehen diskutierten wir noch das Programm für den nächsten Tag, denn Ernst hatte so gar keine Lust selber zu den San zu fahren. Ich hätte auch lieber jemanden dabei gehabt, der uns über deren Lebensumstände informiert und uns gesagt hätte, was bei einem solchen Besuch zu beachten wäre um nicht in diverse Fettnäpfchen zu treten. Also strichen wir den Sunbesuch und beschlossen morgen, einen Tag früher zum Ongumacamp zu fahren. Um eine aussergewöhnliche Begegnung reicher gingen wir dankbar schlafen.
Roy's Camp NA$ 200.-/N
Dies der Stand der Dinge für den Moment. Was uns im Onguma Game Reserve so alles über den Weg lief und ob die Lektion mit dem Titel "Game Drive - Lernübungen für Anfänger" im Etosha zu einem befriedigenden Ergebnis führte, erzähle ich euch das nächste Mal.
Teil 1720. Jan. 2016
19. - 22. September Onguma Game Reserve Nach Morgenkaffee und zusammenpacken meldeten wir uns am Empfang ab und es wurde uns anstandslos die für diesen Tag schon bezahlten 200 NA$ zurückerstattet. In Grootfontain tauschten wir noch 200 US$ auf der Bank und versorgten uns im Superspar mit Nahrungs- und Genussmittel. Um halb Drei kamen wir am Onguma Gate an. Wir hatten für die "Leadwood CS" eine Reservation, aber erst ab dem nächsten Tag. Für heute war aber dort kein Platz und so quartierte man uns auf der nur 3 Km entfernten neuen "Tamboti CS" ein. Diese entpuppte sich als eine relativ neue und schön angelegte Anlage mit dem entsprechenden kleinwüchsigen Baumbestand. Es gab ein Hauptgebäude mit einem Miniempfang, -laden, -restaurant, -pool und -wasserloch. Alles war aber sehr gepflegt und modern eingerichtet. Unsere Campsite
hatte ein schönes geräumiges Waschhüsli aber wieder mit integriertem Abwaschplatz! Ernst goutierte das mal so gar nicht. Wir montierten unser Dachzelt, inzwischen in rekordverdächtiger Bestzeit von 15 Minuten! und gingen anschliessend ins Resaurant zu einem Belohnungsdrink. Und siehe da, wer räkelte sich da im Minipool? -die Landyladies. Grosses Hallo und Verabredung zum Sundowner. Ernst grillierte uns zum Znacht ein eher zähes T-Bone-Steak (wir sollten vielleicht doch mal den Metzger wechseln!?). Auf der Restaurantterrasse am vereinsamten Miniwasserloch sassen wir noch bis spät mit den reiseverrückten Schweizerinnen bei einem Whisky, hörten ungewöhnliches und abenteuerliches von ihren Fahrten um den halben Globus. Dann war wieder einmal verabschieden angesagt und wir gingen vergnügt unter die Decke.
Onguma Tamboti CS NA$ 380,-/N
Am nächsten Morgen fuhren wir zum Lindequist Gate
und meldeten uns für 3 Tage Parkbesuch an. Mit einem Voucher ausgerüstet ging es dann zum 12 km entfernten Fort Namutoni.
Dort bezahlten wir im Touristenbüro unseren Obolus von NA$ 170,-/Tag, erwarben uns eine Etoshabroschüre, suchten uns zum anwärmen eine nicht so weitläufige Tour aus und machten uns erwartungsvoll auf den Weg. Im Park empfing uns eine winterlich anmutende Landschaft. Schon der Anblick allein reizte die Schleimhäute.
und wenn dann auch noch Verkehr aufkommt (auf den Hauptwegen war permanent Rush hour)
und man nicht das Glück hat im Bereich einer von links nach rechts blasenden Windböe zu fahren, dann sollte man die Nebelscheinwerfer einschalten und hoffen, dass nichts und niemand den Weg kreuzt.
Besonders Gemsbok genoss es wieder, uns innenräumlich und ganzkörperlich einzupudern. Die erste Lektion zum Thema "wie finde ich die Tiere" lernten wir bald, denn das war relativ einfach. Mit etwas Weitblick (den hatte man ja hier unendlich) musste wir nur auf die anzahlmässig variierenden Ansammlungen von Safari- und Turiwagen zusteuern und sich dann langsam und geduldig in eine Erstplatzposition bringen. Und voilà! hatten wir schon unsere erste Löwensichtung!
satt , zufrieden oder einfach nur müde Wir waren tief beeindruckt und glücklich. Das war richtiges Anfängerglück! Ein fortwährendes von hinten nachdrängeln bewog uns aber bald zu unserem ersten Wasserloch dem Kalkheuwel aufzubrechen. Einschränkend muss ich natürlich dazu sagen, das klappt nicht immer so erfolgreich. Manchmal kamen wir leicht gehetzt am Schauplatz an, aber die Tiere hatten schon genervt vom ewigen Kamerageklickere das Weite gesucht. Ein paar Meter nach diesem Ruheplatz sahen wir noch diesen Gaukler
emsig an einer Beute (seiner oder die der Löwen?) herumhackend. Die Nebenwege zu den einzelnen Haltepunkten waren weniger staubig. Die Landschaft buschig und flach, so dass sich immer wieder wunderbare Aus- und Anblicke boten. eine geruhsam grasende Gnuherde
ein herziges Steinböckchen
zwei sich über die Laufrichtung Uneinige
Aber dann unser erster Oryx
Gemsbok machte vor lauter Freude gleich einen Extragump! das machte er dann immer wieder bei Oryxsichtungen (stellt euch mal das Gehopse bei einer Herde vor!) An dieser Stelle erkoren wir den Oryx als UNSER Tier des Jahres! Am Wasserloch erwartete uns eine grossartige Überraschung: die vereinigten durstigen Hornträger und Einhufer! Hier im Gesamtbild
und in den Details
Kudu im gemischten Doppel
diese gingen geordnet auf Streife
und der musste noch rasch mit mir flirten
Hocherfreut und überzeugt von unserem Anfängerglück fuhren wir weiter zur Ngobib Wasserstelle. Doch da war schon wieder Ende Vorstellung. Ausser einem kleinen Impalagewussel
zeigte sich nichts mehr. Es war mittlerweile Mittagszeit und wir beschlossen zum Fort zurückzufahren. Nach einem kleinen Imbiss im Restaurant besichtigten wir die Fortanlage.
Dann war es Zeit das Onguma Leadwood Camp aufzusuchen. Es war ca. 8km vom Eingang Etoshapark entfernt. Der Zufahrtsweg war einer von der übleren Sorte Gravelroad! Ständig wurden wir von einzelnen Motorradfahrern entweder überholt oder sie kamen uns entgegen. Aber sie hatten alle etwas Gemeinsames: sie fuhren im Stehen! Wir rätselten erst etwas darüber (üben die für Steherrennen oder Showeinlagen?) Beim nächsten Gemsboksprung wussten wir es natürlich. Die machten das zum Schutz ihrer körpermittigen Weichteile! Ohmannohmann! Als wir im Camp ankamen sahen wir, dass eine riesige Gruppe Biker gerade angekommen war und es kamen immer wieder neue dazu. Wir dachten, na Mahlzeit, das kann ja auf dem Campingareal lustig werden. Doch diese waren alle in den Bungalows untergebracht und die meisten waren dann mal schnell verschwunden (stundenlanges stehend fahren ermüdet wohl auch die Härtesten!)
Das Leadwood Camp war sehr schön angelegt
Das Hauptgebäude mit einem gepflegten grösseren Wasserloch und Restaurant
Wir bekamen CS "Tic Tic"
mit eigenem Badehüsli und eigenen Abwaschplatz
Ernstens Begeisterung hielt sich in Grenzen
Wir richteten uns ein, gingen anschliessend zum Haupthaus und machten es uns in der sehr gemütlichen Lounge bequem. Ernst versuchte sich am Wlanconnecting und ich relaxte mit einem feinen Gintonic am Wasserloch. Dort fanden sich auch bald ein paar Durstige ein
Den Abend verbrachten wir mit einem kleinen Imbiss auf unserem Platz, nach einem Vorstellungsschwatz bei den Nachbarn war dann aber Nachtruhe angesagt.
Am nächsten Tag, nach einem ausgiebigen Frühstück, war wieder einmal ein längerer Hausputz fällig. Wir versuchten die Hinterlassenschaften von Gemsboks Stauborgie zu beseitigen, frönen der Körperhygiene und relaxten am Wasserloch. Wir hatten uns für den Nachmittag zu einem Game Drive angemeldet und waren die einzigen Gäste. Die englischen Motorradfahrer waren allesamt intensiv mit ihren Töffs beschäftigt. Auf dem grossen Parkplatz sah es aus wie auf einer Formel 1 Boxengasse. Die hatten sogar ein Werkstattwagen mit Mechaniker dabei. Wir fanden das sehr bemerkenswert. Guide David fuhr mit uns kreuz und quer durch das Onguma Private Game Reserve. Er war angenehm wortkarg, beantwortete aber unsere Fragen fachmännisch. Er fuhr uns durch eine typische Buschlandschaft und wir sahen lange keine Tiere. Nachdem er immer wieder in einer nicht verständlichen Sprache mit seinem Walki talki kommuniziert hatte drückte er plötzlich aufs Gas, raste mit uns galoppmässig über die Buschwege und brachte uns zum Ruheplatz dreier Löwen (von den im Park lebenden vier). Zwei Weibchen lagen ziemlich abseits relaxend im Gras
etwas weiter weg lag ein jüngeres Männchen argwöhnisch zu uns rüber blickend.
Auf der Weiterfahrt entdeckten wir noch einen neugierigen Langhälsler
und zwei Schnauzbärtige.
Die Sonne machte sich so langsam parat, den Tag zu beenden und wir fuhren zu einem gut präparierten Sundowner-Zeremonienplatz
Die Sonne zog nun alle Register und schenkte uns diesen schönen Abgang hinter Palmen, welche, so informierte uns David, reine Importware sind und eigentlich nicht in diese Landschaft gehören.
Zurück im Camp warfen wir noch einen Blick zum einsamen Wasserloch, schwatzen mit einem netten Pärchen aus Deutschland und gingen nach einem leichten Imbiss und einem Gläschen Rotwein mit der nötigen Bettschwere schlafen.
Unsere nächste Lektion mit den Thema " Geduld- und Ausdauerübungen für Anfänger", meinten wir, brauchen wir nicht, hatten's ja gestern auch nicht gebraucht. Sicherheitshalber nahmen wir aber vorsorglich etwas zum knabbern und lesen mit ins Cockpit. Wir wollten nochmals zum Kalkheufelt und machten uns voller Optimismus und Vorfreude auf den Weg. Als wir dort ankamen sahen wir NICHTS! Da war salopp gesagt tote Hose. Ein einsames Turiauto stand offensichtlich schon länger da, das zeugten die im Wagen verstreute Essenreste und des Fahrers Schlafhaltung. Also machten wir es uns so recht und schlecht bequem und harrten GEDULDIG auf das vielleicht eventuell Kommende. Kleine Vögel schwärmten heran und liessen sich auf dem wassernahen Gesträuch nieder
und flogen grüppchenweise zur Wassertränke. Ein paar grössere folgten und suchten Sitzplätze im Gestrüpp
langsam wurde es lebendig in den Büschen
Dann kamen die gefiederten Landläufer und sorgten für ein getupftes Gewimmel.
Mit dem Eintreffen einer kleinen Herde Impalas keimte Hoffnung auf und wir wechselten in die Habachtstellung. Diesen folgten auf dem Fuss die ewig gestreiften
und an der Peripherie erschienen, erst einmal die Situation checkend, die vorsichtigen Kudus
Es entstand ein herrlich anzuschauendes und spannendes Gewimmel. Wir sassen nur da und genossen! Steinböcklis just married?
Aber, es wurde uns noch ein Supplement offeriert. Der Einzug der Gladiatoren!
sie ERSCHIENEN! Angeführt von der Leitkuh im hierarchig choreografierten Gänsemarsch auf dem Platz. Vor lauter Aufregung verschluckten wir uns fast an unserem letzten Popcorn. Dann begann ein emsiges hin und her zwischen Wasserhahn, Wasserrinne und Wasserloch
hier wird nicht vorgedrängelt!
Platz da! Jetzt komme ich!
soll ich oder soll ich nicht mich einmischen.
Eine nachzügelnde Mama musste ihren Sprössling zum Weiterlaufen motivieren
nur noch ein paar Schritte, dann gibts eine Cola!
Bubi und seine Übungsstunde " wie bekomme ich beim pieseln keine nassen Füsse"
Mami!!! ich will wieder meine Pampers!
Wir konnten uns nicht satt sehen und vergassen die Zeit. Nach drei Stunden machten wir uns los und fuhren zum Okerfontein. Zum erste Mal erblickten wir die Pfanne. Wir hatten keine richtige Vorstellung und waren überrascht von der Ausdehnung, Beschaffenheit und der übergangslosen Trennung von "Land" und dem "grossen weissen Platz".
Auf dem ausgetrockneten und karg bewachsenen Boden suchten eine Gnuherde und ein paar Kuhantilopen nach Nahrung.
Mit all den wunderbaren Eindrücken und Bildern in Kopf und Kamera fuhren wir zurück zum Fort, resümierten bei einem kleinen Imbiss über das heute Erlebte und machten uns auf zum Camp. Ernst übte wieder am Laptop, dann prophylaxten wir noch etwas am Wasserloch. Nach einem kulinarisch perfekten Dinner und guten Gesprächen mit Anna und Alex auf der Terrasse, beendeten wir den Tag und gingen dankbar und zufrieden schlafen.
Aber jetzt gibt es erst einmal wieder eine kleine kreative Pause 😎
Teil 1828. Jan. 2016
In meinen folgenden Berichten möchte ich euch unter anderem ein paar kleine unterschiedliche Geschichten erzählen. Einmal eine von Frau Lot, dann eine schockierende, eine von unserem Seelenbeben, die von den Postvoortrekkern und eine rätselhafte. Doch alles schön der Reihe nach.
Wir verabschiedeten uns vom Leadwood Camp mit sehr positiven Erinnerungen. Der Entscheid ausserhalb vom Lindequisttor zu bleiben, hat sich (für uns) als sehr weise herausgestellt. Die 8 km bis zum Tor und die weiteren 10 km bis Namutoni haben wir liebend gerne in Kauf genommen, nachdem wir dort die enorme Touristenpopulation erlebt hatten. Da war alles sehr weitläufig, ungepflegt und laut. Da kam einfach keine Gemütlichkeit auf.
Leadwood CS: ZAR 190.-/N/P, Dinner NA$ 270.-/P
23. - 25. September Halali Die hohen morgendlichen Temperaturen versprachen wieder einen sehr heissen Tag. Die Zeltdemontage gestaltete sich dementsprechend schweisstreibend. Am Lindequist Gate holten wir uns noch ein Voucher für drei Tage Etosha und zahlten es, mit Master Card, im Fort Namutoni. Unser nächstes Ziel war Halali. Dort hatten wir für zwei Nächte reserviert. Aber zuerst fuhren wir zum Klein Namutoni Wasserloch. Dort beginnt die Geschichte von Frau Lot: Am relativ grossen See war gerade eine Giraffengrossfamilie am trinken.
Offensichtlich hatte sich das jüngste etwas daneben benommen und wurde mit eher rüden Erziehungsmethoden zurechtgewiesen.
Dann drängelte eine Kuduherde zum Wasser und sie beschlossen das Feld zu räumen.
Bei ihrem Abgang wendetet die Giraffen immer wieder die Hälse gegen das rechte Ufer des Sees, wie als wenn noch jemanden fehlte.
Und das war offensichtlich dieser
Nun ja, dachten wir, der wird sich sicher auch gleich in Bewegung setzten. Doch er machte keinen Wank, starrte nur in dieser Pose vor sich hin. Bis wir bemerkten: da lief was, im wahrsten Sinne des Wortes. Etwas abseits lagen Haut und Knochen eines zu Tode gekommenen Elefanten.
Um ihn herum die allgegenwärtigen Resteverwerter: eine Hyäne, ein Schakal und viele Geier. Wahrscheinlich waren die Kadaverreste entweder zu trocken oder versalzen. Jedenfalls rannten die beiden, Hyäne und Schakal, ständig abwechselnd zum Wasser um zu trinken oder baden. Dabei liefen sie immer am Giraffen vorbei
hin und her
hin und her
Doch der blinzelte mit keiner Wimper
Nach und nach kamen immer mehr Geier an
das Duo hatte alle Pfoten voll zu tun mit verscheuchen, baden, trinken und selber fressen. Das Spielchen ging jetzt schon fast eine Stunde lang und wir rätselten darüber, wie durchtrainiert die Halsmuskulatur eines Giraffen sein muss um in dieser Haltung bewegungslos auszuharren. War der nur eine ausgestopfte Attrappe oder eine lebende Statue und ein Almosenkörbli stand irgendwo herum oder hatte er verbotenes getan und stand jetzt als warnende Salzsäule da? Wir entschieden uns für letzteres und nannten ihn Frau Lot. Die Sonne brannte erbarmungslos und unser Innenraum verwandelte sich langsam in einen mittleren Pizzaofen, sodass wir nach einer weiteren halben Stunde beschlossen aufzubrechen. Zum Abschied winkten wir ihm noch einmal freundlich zu, aber er verharrte stur in seiner Haltung!
und wenn er nicht gestorben ist, dann steht er heute noch so da.
Teil 1929. Jan. 2016
Hatte ich schon gesagt, dass es extrem heiss war? Unser Digithermometer signalisierte uns 38° im Schatten und wir konnten gar nicht so viel nachfüllen, wie wir verschwitzten. Die mitgenommenen Kinder-Fixleintücher bewährten sich als gute Verklebetrennschicht zu den Ledersitzen. Wir fuhren auf direktem Wege zum Halali Camp. Die Klassifizierung der Landschaft habe ich als "eher trostlos" im Tagebuch vermerkt. Unterwegs musste ich mal für kleine Mädchen (da war doch nicht alles rausgeschwitzt worden). Am Weg war ein Picnicplatz mit Toilette ausgeschilder und wir meinten, da könnten wir gleich auch noch etwas essen. Der Platz präsentierte sich als übel zugerichtet, verwahrlost und das sogenannte Toilettenhüsli total versch..... mit einer kaputten Tür. Der irgendwann einmal als Schutz angelegte Zaun lag am Boden. Ich verkniff mir meine geschäftlichen Absichten und wir machten rasch wieder kehrt! Dann kam Halali in Sicht
Und der Schock: da standen Reisecars! Die Parkplätze überfüllt und überall ein urbanes Menschengewimmel. Allen Ernstens, dieses Kontrastszenario nach all den vorgängig erlebten paradiesischen Camps! Da kamen latente Fluchtgedanken auf. Die Infrastruktur von Halali bestand aus einem Empfang, Restaurant mit Pool, einem kleinen Laden für das Nötigste, einer Tankstelle mit instabiler Verfügbarkeit und kein WLAN. Wir fanden noch ein Parkplätzchen und in der Rezeption waren wir die Zweiten in einer sich dann schnell hinter uns bildenden Schlange. Mit den Touris vor uns gab es offensichtlich ein paar Missverständnisse und das dauerte! Schliesslich wurden wir dann auch abgefertigt und uns wurde die CS 42!! zugewiesen. Die Suche nach diesem Platz wurde wieder einmal zu einer logistischen Herausforderung. Der Campingplatz entpuppte sich als eine Riesenanlage mit nicht auf Anhieb erkennbaren Wegeführungen und Ausschilderungen. Nach längerem Kreuzundquerfahren liessen wir Gemsbok stehen und machten und zu Fuss auf die Suche und wurden auch fündig. Allerdings stand da schon eine australische Camperfamilie. Ihnen war am Empfang gesagt worden, dass sie sich ihren Platz frei wählen könnten. Also, machten wir uns gemeinsam, mit freundlicher Unterstützung des Familienvaters, auf zu Empfang. Dort wurde uns mitgeteilt, inzwischen war da eine andere Dame zuständig, dass die Plätze frei auswählbar sind. So landeten wir schlussendlich auf Platz 53!! von 57.
Auf dem sehr offenen Gelände mit fehlenden optischen Raumteilern, fühlten wir uns ausgestellt und nicht so heimelig. Aber jetzt Schluss mit dem meckern, denn wie es vielleicht eurer Aufmerksamkeit nicht entgangen ist, standen wir in unmittelbarer Nähe eines allgemeinen Abwaschhüslis!! Ernstens moralisches Tief verzog sich so langsam. Die uns am nächsten liegende Ablution war ausreichend und sauber gehalten.
Am Abend assen wir, den immer noch heissen Temperaturen angepasst, einen leichten Peperoni-Thonsalat, etwas Salami und tranken ein kaltes Bierchen. Somit wisst ihr, dass es unser Kühlschrank immer noch macht! Dann schlossen wir uns dem zielstrebig zum etwas abseits gelegenen Wasserloch laufendenden Tross der Erwartungsvollen an. Die Zuschauerränge waren schon recht belegt, doch wir hatten Glück. Ein paar Ungeduldige gingen schon wieder und wir fanden einen Sitzplatz in der ersten Reihe. Doch es tat sich sehr lange nichts und es kam leichte Langeweile auf. Das änderte sich aber schlagartig mit dem Erscheinen einer Rhinomama mit ihrem Teenysprössling. Dann kamen noch zwei die sich nicht besonders mochten
ein mutmasslicher Junggeselle
und noch ein paar durstige
Wir waren überglücklich. Endlich die ersten Rhinos zu sehen! Das stimmte uns dann schon etwas versöhnlicher gegenüber unserem Aufenthaltsort. Da wegen der an Lichtsmok grenzender Helligkeit auf dem Campingplatz, eine Betrachtung des Sternenhimmels ausfiel, war dann bald einmal Nachtruhe angesagt.
Mit dieser (Nachtruhe) war es dann so gegen Fünf am Morgen vorbei. Einige unserer näheren Nachbarn wollten wahrscheinlich allen durch ihr lautes lärmen kund tun, dass sie zusammenpacken und abreisen wollten. Nach einem aufmunternden Kaffee machten wir uns dann auf, die Umgebung zu erkunden. Wir fuhren über den Rhino Drive welcher seinem Namen so gar keine Ehre machte. Trotz meiner sehr konzentrierten und wendehalsmässigen Blicke nach rechts und links zeigte sich weder ein Hörnchen noch sonst etwas Tierisches. Übrigens, wisst ihr, dass man seine Halswirbelsäule gegen altersbedingte Verrostungen mindestens 25 Mal am Tag hin und her drehen sollte? Die Anzahl meiner Drehmomente lag bei mindestens 100/Tag! Jetzt läuft alles wieder wie geschmiert. Weiter ging es nach Rietfontein. Dort gaben sich einige Ein- und Paarhufer ein Stelldichein
ein Habicht (?) trieb es auf die Spitze
In Salvadora , Sueda und Charitsaub präsentierte sich uns die Etoshapfanne mit einer Landschaft zum frösteln schön!
Und wenn uns heute jemand fragt, welches Bild wir als grosse Überschrift zum Etosha wählen würden, dann gibt es nur diese beiden
Beim Anblick dieser Landschaft wollten wir die Zeit anhalten. Wir spürten gewaltige Impressionen. Irgendwann holte uns die Realität in Form von vollbesetzten Safariwagen wieder ein und wir fuhren zurück in Richtung Halali. Doch das Sichtungsglück hielt noch ein Zückerchen für uns parat. Eine Ansammlung von mehreren Autos signalisierte: da ist was! Als wir uns dann in eine Sichtposition gebracht hatten, sahen wir IHN, unseren ersten und auch letzten Leo! Wir konnten unser Glück kaum fassen. Der Jugendliche lag im spärlichen Schatten eines dürren Baumes. Ich glaube, wenn wir allein da vorbei gefahren wären, wir hätten ihn gar nicht gesehen. Ich habe unendlich viele Bilder gemacht, zeige euch aber nur dieses (aber es wird nicht knuddeln!)
Trotz seiner Jugend, zeigte er sich recht unbeeindruckt von den vielen, an seiner Person Interessierten. Als die enorme Hitze uns so langsam weich kochte, mussten wir uns von ihm trennen und fuhren zurück ins ebenso heisse Camp.
Im campeigenen Restaurant nahmen wir einen leichten Imbiss zu uns und versuchten anschliessend unsere Aktivitäten, der Hitze angepasst, auf ein Minimum mit Nichtstun einzuschränken. Doch am späten Nachmittag war es dann fertig mit Siesta halten. Da lief endlich wieder was im Camp. Wir bekamen neue Nachbarn. Und damit beginnt meine Geschichte von den Postvoortrekkern. Die südafrikanischen Camper , wissen wir, kommen selten allein. Sie schliessen sich meistens in mehr oder weniger grossen Gruppen zusammen. Sie kamen in ihren fünf äusserlich noch recht "normal" aussehenden Wagen in disziplinierter Formation auf den Platz. Es wurde angehalten und die an der Spitze fahrenden männlichen, mutmasslich führenden Mitglieder stiegen aus und gingen auf eine Inspektions- und Sondierungsrunde. Derweilen begutachteten die mitfahrenden Frauen das Waschhüsli und sassen abwartend plaudernd in dessen Schatten. Nach langer Diskussionsrunde war sich die Führungsequipe über den Standplatz einig und es wurde das Signal zum Einmarsch gegeben. Die Wagen ordneten sich in alter Voortrekkermanier im Kreis an. Mittlerweile hatten wir uns in Zuschauerposition gebracht. Es begann eine enorme Geschäftigkeit, die sich bis in die Abendstunden hinzog. Angefangen mit dem Aufklappen der Wagen oder Anhänger durch die männlichen Mitglieder. Die Verwandlung dieser Fahrzeuge mutete uns sciencefictionartig an. Wir staunten nur ob der Dinge die aus dem Inneren zum Vorschein kamen. Die hatten wahrscheinlich ihren halben Hausrat mit dabei. Als dann die Hightechküchenzeilen ausgeklappt waren setzten sich die weiblichen Mitglieder in Action. Ich dachte, ich träume: da gab es nichts was es nicht gab, von Cerankochplatte über Backofen, Elektrogrill, Toaster und Eismaschinen war alles vorhanden. Zuletzt wurden die Solarpannele platziert. Ich schielte mal kurz zu unserem Gemsbok, aber der stellte sich tot. Es war mittlerweile dunkel geworden und ihre zahlreich installierten Lampen verbreiteten ein flutlichtartiges Licht. Sie begannen mit dem Zubereiten der Speisen und die Frauen wusselten von einer Küche in die andere. Die Männer hatten ein Grossfeuer entfacht und sassen abwartend und diskutierend um dieses herum. Die Köchinnen riefen zum Essen fassen. Jeder holte sich seinen Teller in der Küche ab und als dann die Frauen auch noch zum essen kamen trat so etwas wie andächtige Stille ein. Wir waren so fasziniert von dieser Vorstellung, dass wir fast unser Abendessen vergessen hätten. Bei einem feinen Speck-und Käsebrot, sauren Gurken, Tomaten und einem guten Rotwein resümierten wir und fanden heraus, dass dies nicht so unsere Welt sei.
Dann wurde es Zeit noch einmal zum Wasserloch zu pilgern. Heute waren die Zuschauertribünen nicht so überfüllt und wir fanden einen Platz in der vordersten Reihe neben einem, wie wir mutmassten, Profifotograf. Während wir auf irgendwelche Aktionen um das Wasser warteten unterhielt sich(natürlich) Ernst flüsternd mit ihm. Dieser erzählte, dass er auf die Nashörner warte, die kämen um Zehn. Er hatte eine Kamera mit einem Objektiv dabei, das einem mittleren Weltraumteleskop ähnelte. Ich war beeindruckt und versuchte meine bescheidene Fotoausrüstung auf die Lichtverhältnisse einzustellen, aber mit meiner Canon EOS 700D mit 58-ger Objektiven half auch kein Stativ im Dunkeln bewegte Objekte gut zu fotografieren. Naja, ihr seht die Ergebnisse, gerade mal für Erinnerungsfotos brauchbar. Am Anfang kamen ein paar durstige Hyänen, welche auch gleich noch Badetag hatten
und wie am Vorabend erschien als erstes die Mama mit ihrem Sprössling am Wasser
dann kam noch ein Single
Es war schon weit nach Zehn, der grosse Ansturm liess auf sich warten und wir waren sehr müde. Also brachen wir die Sitzung ab und marschierten heimwärts. Wir hatten heute nebst den einmaligen Tiersichtungen eine einmalig schöne Landschaft sehen dürfen und waren glücklich und zufrieden.
Halali CS ZAR 242.-/N/P
Teil 2031. Jan. 2016
25. - 26. September Okaukuejo Nach unserem kultigen Muntermacher und einem stärkenden Müesli packten wir zusammen und machten uns gegen neun Uhr in Richtung Okaukuejo auf. Während unserer Fahrt über Aus, Olifantsbad und, auf speziellen Wunsch, Gemsbokvlakte sahen wir diesen schönen Schildraben
am Olifantsbad natürlich keine Elis, sonder eine gemischte Trinkgemeinschaft
und einen argwöhnisch blickenden Kampfadler
Doch am Gemsbokvlakte gab es tatsächlich solche zu sehen
Gemsbok kriegte sich nicht mehr ein vor lauter freuen. Gegen Mittag wurde es wieder extrem heiss und ein unangenehmer Wind kam auf. Wir sahen eine kleine Gruppe Elis, welche unter den Webervogelnestern vergeblich Schatten suchten.
So beeilten wir uns ins Camp zu kommen. Die Tore von Okaukuejo zeigten sich
und dahinter empfing uns wieder ein geschäftiges Treiben. Die Anlage war riesig. Um den Turm gruppierte sich die Infrastruktur wie Empfang, Restaurant, Kiosk, Pool, Shop und sogar ein Postoffice. Das Ausmass des Camps sahen wir aber erst auf dem Lageplan. Der Hauptteil bestand aus Bungalows und Chalets. Das Campingareal lag im hinteren Teil der Anlage. Ein riesiger Platz mit wenig Baumbestand und auf ein Minimum angelegte Plätze. In den laublosen Bäumen (weil ja Vorfrühling) hingen die überdimensionalen Wohnbauten
dieser kleinen grossartigen Architekten
Wir hatten C19 zugeteilt bekommen.
Und es war heiss!! Dort gab es zwar Strom aber kein Wasser. Das gab es bei dem netten, teilungswilligen Nachbarn. Am Badehaus wurde irgendwie renoviert oder gebaut und die benutzbaren WC und Duschen waren in einem sehr desolaten Zustand.
In der Männerstation gab es kein Licht und die sich nass rasierenden Männer (z.B.Ernst) konnten endlich offen zu ihrem Dreitagebart stehen. Wir liessen erst einmal alles stehen und machten uns auf, endlich dieses immer als einmalig beschriebene Wasserloch zu besichtigen. Wir fanden es idyllisch umgeben von den Firstclasbungalows. An einem schattigen Plätzchen in der Poolposition sahen wir den französischen Profifotograf vom Halali. Grosses Hallo. Seinem um ihn herumliegenden Equipment nach sass er schon lange da. Wir fanden neben ihm Platz und Ernst konnte endlich sein Kommunikationsdefizit abbauen. Von oben wurden wir von einem Maskenbülbül beobachtet oder belauscht
Am Wasser tummelten sich ein paar Springböckchen
immer wieder ein dankbares Sujet. Aber dann! Es fehlten nur die Pauken und Trompeten und vielleicht ein bisschen Verdibackground, kam eine grosse Elefantenfamilie eiligen Schrittes zielstrebig zum Teich.
Gross und Klein
drängten ins Wasser
Da kam nicht nur bei den Elis Freude auf! Es wurde ausgiebig getrunken, gebadet, schlammgeduscht und gewälzt. Ein Baby meinte
Mami, mit dir spiele ich am liebsten Schlammschlacht! Dann versammelten sie sich auf ein nicht eruierbares Zeichen und machten sich für den Abmarsch bereit.
Das war das Zeichen für die anderen Durstigen, welche bereits in respektvoller Entfernung warteten. Dieser einsame Trapezkünstler
und eine Chorus Line der Streiflinge.
Doch es waren noch nicht alle Elis abgezogen. Da standen noch ein paar unentschlossen herum. Und wie die rumstanden. Rätselhaft. Jetzt muss ich wieder etwas erklären. Ich meine, dass wir uns ja nicht so ganz unbedarft in diese fremde Tierwelt begeben haben. Ernst vielleicht weniger ("du machst das schon"). Ich hatte mich im Vorfeld in einschlägigen Abhandlungen über "Die Körpersprache der Elefanten" schlau gemacht. Mehr weder Zooerfahrungen hatten wir ja nicht. Da konnte man lesen was es bedeutet wenn sie mit den Ohren wackeln, wenn sie wie trompeten, wenn sie den Kopf schütteln oder den Rüssel auf einen anderen legen (Elefanten nota bene). Jetzt standen die so komisch da und wir waren schwer am rätseln und wie das so bei mir ist, ging meine Fantasie etwas mit mir durch. Meinte der ich muss mal
oder der meine Hühneraugen bringen mich noch um
oder diese gar (Elijas weggucken!)
nein! Heute keinen Sex, ich habe Kopfweh! Oder? Wer weiss es? Langsam machten sich diese Rätselhaften dann doch noch auf den Weg und es wurde ruhig ums Wasserloch. Also, entschieden wir uns für eine kleine Siesta und gingen zurück zu unserem Platz. Dort gab es nochmals eine kleine Überraschung. Wir hatten auf der anderen Seite neue Nachbarn bekommen.
Ein Hotelsilo. Das weckte unsere Neugier und wir gingen hinüber. Es waren 32 junge Leute, Studenten auf einer Studienreise. Ich wollte natürlich mal in die "Hotelzimmer" gucken. Für klaustrophobisch veranlagte Menschen nicht gerade empfehlenswert! Aber, für jemanden mit schmalen Portfolio und keinen Ansprüchen auf Intimsphäre wohl akzeptabel. Wir gingen zurück. Die Sonne machte schon etwas längere Schatten und wir konnten uns in aller Ruhe einen GT genehmigen. Einem schlitzohrigen Hörnchen
gelang es uns einzuweichen und wir teilten unser letztes Biscuit mit ihm
Ich hatte keine Lust zum Kochen, also gingen wir zum Restaurant. Es war bumsvoll und die Serviceleute total überfordert. Wir ergatterten gerade noch einen Tisch in einem dunklen Eckchen und liessen uns das erstaunlich gut gekochte Dinner schmecken. Dann machten wir uns auf zum Wasserloch. Dort waren wir natürlich nicht die einzigsten! Eine Menge Leute sassen und standen um dieses herum. Es gelang uns einen einigermassen sichtfreien Platz zu finden. Eine Herde Giraffen stand unschlüssig am Ufer und starrte in corpore in eine Richtung
Wir frohlockten, vielleicht kommt da endlich mal etwas raubtiermässiges. Doch es blieb Wunschdenken denn
eine Elefantenfamilie kam von der anderen Richtung und mischte die Langhälsler auf
Die obligatorischen Wasserspiele begannen auf Neue
Rüsselrangeleien
ein bis zwei Rhinos schmuggelten sich von der anderen Seite ins Wasser
Wir blieben noch so lange bis sich die Herde wieder zum Abzug formierte. Dann hiess es für uns Abschied nehmen. Da kam schon ein bisschen Wehmut auf, denn wir realisierten, dass das unser letztes Wasserlochspektakel von dieser Reise war. Die nächtliche Geräuschkulisse der Campbewohner hielt uns noch lange wach.
Okaukuejo CS ZAR 224.-/N/P, Dinner NA$ 440.-
Das wäre wieder einmal der Stand der Dinge im Moment. Was wir in einer Seniorenresidenz erlebten, ob wir die Spuren fanden die wir suchten, welche Steine uns in den Weg gelegt wurden und warum ein Früchtekuchendessert etwas mit Desert zu tun hat, erzähle ich euch das nächste Mal.