Natur pur: Zwischen Aras und Affen in Costa Rica

Reisebericht 174 Antworten · 22,6k Aufrufe · gestartet 05. Apr. 2021 von Beatnick
752 Beiträge · seit 201130. Apr. 2021 ·
Ich genieße einfach nur das Lesen deines Berichts, Betti - sooo schön, DANKE!
VG, Nette
2’085 Beiträge · seit 201230. Apr. 2021 ·
Hi Betti,
mal wieder super-schöne Fotos!
Aaaaber sach mal, kann es sein, dass ihr bei eurem Bootsausflug irgendwie einen Feiertag oder so was erwischt habt? Ich hab eben noch mal nachgeschaut, wir waren am 28.12.2018 auf dem Rio Carlos unterwegs - Polizeistation und Kneipe waren offen, unser Bootsführer hat gleich mal ein Kind auf die Schultern gesetzt, die Erwachsenen haben ihn und dann auch uns total herzlich begrüßt und viel palavert ... zu trinken gab's auch was und dazu jede Menge Spaß.
Deshalb konnte ich kaum glauben, dass sich die Situation in nur wenigen Tagen so verändert hat?
However - bei mir hast du jedenfalls schöne Erinnerungen geweckt!
Liebe Grüße Ingrid
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
Themenstarter1’729 Beiträge · seit 201630. Apr. 2021 ·
Hallo ihr Lieben,
Katma1722 schrieb:Heute bin ich mal die Erste um euch ein dickes Lob auszusprechen! Ich kann gar nicht genug kriegen von euren bunten Vögeln! Freu mich schon auf den nächsten Teil!
Vielen Dank, Kathrin! Mal sehen, ob es dir nicht doch irgendwann zuviel wird, es kommen noch ein paar 😉
Sabine26 schrieb:Mit was werden denn die Vögel in der Lodge angefüttert? Der Tukan hat ja ein ziemlich großes Teil im Schnabel, ich kann aber nicht erkennen, was es sein könnte.
Das sind Bananen.
Sabine26 schrieb:Hat Thomas die Aufnahme des Schmetterlings mit einem Makro gemacht oder mit dem Tele?
Ist mit dem Tele gemacht. 🙂
speed66 schrieb:Ich genieße einfach nur das Lesen deines Berichts, Betti - sooo schön, DANKE!
1000 Dank, Nette, du treue Seele. Ich freu mich!
franzicke schrieb:Aaaaber sach mal, kann es sein, dass ihr bei eurem Bootsausflug irgendwie einen Feiertag oder so was erwischt habt? Ich hab eben noch mal nachgeschaut, wir waren am 28.12.2018 auf dem Rio Carlos unterwegs - Polizeistation und Kneipe waren offen, unser Bootsführer hat gleich mal ein Kind auf die Schultern gesetzt, die Erwachsenen haben ihn und dann auch uns total herzlich begrüßt und viel palavert ... zu trinken gab's auch was und dazu jede Menge Spaß.
Hello dear, tja, so ist das mit dem Empfinden und den Eindrücken. Ich hab grad mal geschaut, es müsste ein Freitag gewesen sein. Ich will keinesfalls jemand was vermiesen, aber die Schule am Ende des Ortes, die wir ein paar Jahre zuvor noch besucht hatten, ist jetzt dicht und praktisch eine Ruine, eine neue gibt's nun auf der anderen Seite des Flusses. Die Polizeistation war schon geöffnet und die Kneipe existiert auch noch, sie öffnet aber nur noch, wenn mehr als 1 Touri-Boot am Tag kommt, das war an diesem Tag nicht der Fall (in aller Regel kommen mindestens 2 von der Laguna del Lagarto bzw. Maquenque Lodge, 2012 gab es allein von der Lagarto eine Vormittags- und eine Nachmittagstour. Diesmal haben wir kaum eine Tour zusammengekriegt, warum auch immer). Das könnte um den Jahreswechsel herum mit urlaubenden einheimischen Touristen etc. anders gewesen sein. Ein paar nette Begegnungen hatten wir dort auch diesmal wieder, aber der Gesamtzustand war schon nicht so doll und man sieht ja auch auf dem Foto, dass dort nicht mehr viel gemacht wird anscheinend. Aber vielleicht war auch einfach nur meine Erinnerung zu schöngefärbt, das gibt's ja auch.

Habe übrigens gerade unsere Mai-Namibia-Tour abgesagt. Wieder so ein doofer Tag... 🙁

Liebe Grüße, take care,
Betti
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zuletzt bearbeitet 30. Apr. 2021
1’947 Beiträge · seit 200901. Mai 2021 ·
Moin Betti,

das ist ein Feuerwerk an Farben, ein Farbenrausch, der einen regelrecht taumeln lässt.
Klasse Fotos, die einen sprachlos machen.

Ein Reisebericht der Sonderklasse, Chapeau!
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
zuletzt bearbeitet 01. Mai 2021
Themenstarter1’729 Beiträge · seit 201601. Mai 2021 ·
Lotusblume schrieb:das ist ein Feuerwerk an Farben, ein Farbenrausch, der einen regelrecht taumeln lässt.
Klasse Fotos, die einen sprachlos machen.
Ein Reisebericht der Sonderklasse, Chapeau!
Ohhhh, das ist ja mal was wirklich Erfreuliches zum Start ins Wochenende, vielen herzlichen Dank für dieses großartige Kompliment!
Wir freuen uns beide sehr und das ist natürlich auch eine riesige Motivation.

Nicht nur, aber auch deshalb folgt gleich das nächste Kapitel (mit mehr Vögeln, ich hoffe, ihr könnt sie noch sehen...).

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Betti
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Themenstarter1’729 Beiträge · seit 201601. Mai 2021 ·
Die Königsgeier

Schon 2012 war uns aufgefallen, dass die Laguna del Lagarto Lodge von sehr vielen Fotografen besucht wird. Seither hat sie ihr Profil als Hot Spot für Natur- und insbesondere Vogelfotografie weiter geschärft und ist ganz offensichtlich einer der Plätze in Costa Rica nicht nur, aber vor allem für diese Zielgruppe.

Wir hatten damals im Vorfeld keine Ahnung, dass das so sein würde und die Lodge eher zufällig aus der Flexi-Drive-Liste herausgepickt. Doch wir waren begeistert von den Möglichkeiten und auch von den Fotobüchern in den Regalen, die uns schließlich auf die richtige Spur brachten: Die Lodge arbeitet eng mit Bence Máté zusammen, einem preisgekrönten ungarischen Tierfotografen, der Ende 2008 begonnen hatte, Foto-Plattformen und Hides in Costa Rica zu errichten - im Umfeld eben dieser Unterkunft.

Bruchpilot
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Er entwickelte daraus ein Geschäftsmodell, entwarf Verstecke u.a. für Brasilien und Südafrika und bietet zudem Foto-Reisen im Paket an. Wer dort bucht, darf die vorhandenen Hides nutzen. Ein Privileg, das zum Beispiel beim Restaurant, dem Ort mit dem meisten Flugverkehr, verzichtbar ist, weil die Fotografen-Plattform direkt an das allgemeine Deck anschließt und kaum einen Standort-Vorteil bringt (für Profis allerdings einen etwas besseren Winkel).

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Was uns aber tatsächlich lockte, war der Hide zur Beobachtung der Königsgeier. Man kann ihn im Paket über die Fotoreisen buchen oder auch bei Ankunft direkt bei der Lodge, doch wir hatten (zu Recht) Sorge, dass es dann zu spät sein könnte. Beides kam also nicht wirklich in Betracht und so nahmen wir direkt Kontakt zu dem Fotografen bzw. seiner Firma auf mit der Frage, ob es möglich wäre, ausschließlich diesen speziellen Hide zu buchen.

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Das wurde bejaht, und so überwiesen wir auf Wunsch Betrag X, der dann erst einmal verschwand, dann wieder auftauchte, allerdings nicht zur Gänze. Es löste sich dann irgendwie auf, aber es war ein ziemliches Hickhack mit Auslandsüberweisungen, Gebühren etc., und empfehlen würde ich diesen Weg nicht. Was die Alternative ist, kann ich aber leider auch nicht sagen, denn der Hide war an allen Tagen gebucht und wir hätten ihn nicht bekommen, wären wir nicht vorab aktiv geworden.

Nun ist also der große Tag gekommen, das Wetter spielt gut mit, es ist leicht bewölkt, aber hell, von Regen bleiben wir weiterhin verschont. Wir sind mit dem Frühstück noch nicht ganz fertig, da vermeldet ein Lodge-Mitarbeiter: "King Vultures are down." Die Vögel sind früh dran, es ist kaum Acht, fröhlich winkend verabschieden wir uns von der kleinen deutsch-englischen Fotogruppe, die am Vortag im Hide und sehr begeistert gewesen war.

Königsgeier mit schon ziemlich erwachsenem Nachwuchs
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Weit müssen wir nicht laufen, nach zehn Minuten stehen wir vor dem Eingang des Verstecks, das wir allein nie registriert hätten. Wir gehen rein, es ist schwül und dunkel, unsere Augen müssen sich erst daran gewöhnen. Zu Zweit haben wir ziemlich viel Platz in dem kleinen Raum, wir setzen uns, der Mitarbeiter will gehen, äh, Moment mal, wie läuft das denn nun hier?

Der Blick nach vorn ist spektakulär, das haben wir schon erfasst, aber wie lang dürfen wir bleiben, kommen weitere Gäste oder verschwinden die Geier möglicherweise ganz schnell wieder? Erstaunt erfahren wir, dass die Buchung für den ganzen Tag gilt, wir also bleiben können so lang wir wollen und beim Gehen einfach nur die Tür zuziehen sollen. Er verschwindet und wir sind platt. So ist das also, na, das ist ja mal ein Luxus...

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Vor uns tobt das pralle Leben, heftiges Geflatter und Gekrächze, wir sind ganz erschlagen. Irgendwie hatte ich gedacht, dass sich mit viel Glück und Geduld ein, zwei Tiere blicken lassen würden, nun wissen wir kaum, wo wir zuerst hinschauen sollen.

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Der Hide liegt relativ tief und wir sind auf Augenhöhe mit Geiern unterschiedlichster Art. Mittendrin die weiß-bunten, deutlich größeren Königsgeier, die ihren Namen bei einer Höhe von bis zu 85 cm und einer Spannweite von 2 m auch wirklich verdienen.

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Juveniler Königsgeier
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Am Anfang beschlägt die Scheibe ein wenig, doch das gibt sich schnell, Bence Máté hat 2005 mit der Einwegspiegel-Technik (die aus den Krimis 😎 ) experimentiert und sie in der Fotografie etabliert. Wir können also die Tiere durch die Scheibe beobachten, ohne dass sie uns sehen - auch wenn es manchmal den Anschein hat, als täten sie es. 😄

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Wir legen los wie die Feuerwehr, machen viel zu viele Bilder. Auch, weil wir immer noch nicht einschätzen können, ob die Vögel nicht plötzlich allesamt verschwinden. Wir sehen nicht, was sie dort auf der Lichtung vor uns eigentlich fressen und das ist vielleicht auch ganz gut so, doch sie haben Ausdauer; und wir auch.

Von den Bildern in der ersten Stunde werden wir am Ende keins auswählen, weil sich die Vögel mit zunehmender Dauer weiter verteilen, das Gelände aber nicht verlassen. Das gibt uns bessere Beobachtungsmöglichkeiten und einen zunehmend freien Blick.

Rabengeier
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Sogar ein Caracara mischt sich zwischendurch unters Volk.

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Wir sind hin und weg. Und merken kaum, wie die Zeit verrinnt. Das erste Mal schaue ich auf die Uhr, da ist es schon Mittag.

Wir sind eigentlich sensorisch satt und auch platt,...

Nach Stunden im Hide bin ich ähnlich geschafft wie dieses Kerlchen. 😣
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...packen schon fast zusammen, und dann... Okay, eine Viertelstunde noch. Und noch eine. Und - natürlich - noch eine.

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Schließlich verschwinden die Geier nach und nach, sind nur noch wenige übrig. Und weil auch das mittlerweile gleißende Sonnenlicht nicht gerade hilft, verlassen wir am späten Mittag diese dunkle, wundersame Parallelwelt. Krabbeln blinzelnd ans Tageslicht - ich suche hektisch nach meiner Sonnenbrille - und gehen zurück, glücklich und beseelt.

Die Fotografengruppe, gefühlt 24 Stunden im Einsatz, winkt vom Deck. Wie war's? Wir zeigen Daumen hoch, gesellen uns aber nicht zu ihnen, wir brauchen eine Pause. Thomas geht duschen und ich gehe in die Hängematte, die Vögel singen mich in den Schlaf, was ist das doch für ein wunderbarer Ort!

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 01. Mai 2021
335 Beiträge · seit 201401. Mai 2021 ·
Hallo Betty
Ich bin geflascht von deinen wunderschönen Aufnahmen. Wir haben uns 2008 hauptsächlich auf die auch schöne Landschaft und Tiere fokussiert. Natürlich waren wir fototechnisch nicht so ausgerüstet wie ihr.
Ausserhalb des Tortugueros wohnten wir in einer kleinen privaten Lodge (Suital-Lodge). Die Besitzer eine Schweizerin und ihr Ehemann ein Tico waren noch am Aufbau und Erweiterung der Lodge, die alles aus einheimischem Material gebaut wurde. Zu unserer Zeit standen erst 3 Häuschen.
Im Golfo Dulce besuchten wir auch den botanischen Garten.
Gereist sind wir wie schon früher vermerkt mit einem Privatauto und gewohnt haben wir bei Deutschen, Schweizern und Österreichern (Tucanhotels). Ich habe schon gegoogelt, finde diese Kette nicht mehr. Das waren meistens Pensionierte und haben 2-3 Zimmer an Touristen vermietet, so blieben sie mit der Heimat in Kontakt. Die Ticos arbeiteten damals für wenig Geld und die Auswanderer hatten so nicht viel Arbeit.
Ich lese gespannt weiter. Ah, unsere Tochter wurde übrigens auch so von einer Ameise in eine Zehe gebissen und dies am 30. Geburtstag. Die Zehe schwoll um das doppelte an.
Liebe Grüsse
Irene
1’394 Beiträge · seit 200901. Mai 2021 ·
Hallo Betti,

was für phantastische Bilder und dann noch witzige Bilder obendrein!
Vielen Dank!!!

Viele Grüße
Sabine
560 Beiträge · seit 202102. Mai 2021 ·
Hi Betti!
Bitte, bitte noch mehr davon! Ich weiß gar nicht, welche Vögel ich am schrägsten finde! Die glotzenden Geier oder den Akrobaten, der kopfüber am Ast hängt! 😗
Vielen Dank für deine Mühe!
Liebe Grüße,
Kathrin
913 Beiträge · seit 201502. Mai 2021 ·
Traumhaft schöne Eindrücke!
Ich bin so geflashed!

Eigentlich war ja März 2021 mein Urlaub in Costa Rica geplant.
Mir blutet ein wenig das Herz bei all den tollen Eindrücken.
2022 könnte ich nur im April, das wird bestimmt zu spät sein und man rutscht in die Regenzeit rein?
Magst du mir mal deine Agentur schreiben?
Eigentlich hätte ich alles selbst gebucht, allerdings bei 2 Wochen Ersttäter Tour ohne den Corcovado und Tortugero.

@Sabine: Ich hatte auch bislang auf den Luxus der Maquenque Lodge gesetzt.
Aber das hier sind schon "Birds" vom Allerfeinsten 😄


LG yvy
https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/uganda-2025-gorillas-im-nebel/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/madagaskar-2024-nosy-be/ https://www.yp-travel-photography.de/nord-und-mittelamerika/costa-rica-2024-pura-vida-2/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/seychellen-2023-zur%C3%BCck-im-paradies/ https://www.yp-travel-photography.de/nordamerika/costa-rica-2022-pura-vida/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/tanzania-2022-safari-in-der-serengeti-und-sansibar/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2019-der-tierreiche-norden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2015-der-trockene-s%C3%BCden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/sansibar-2019-hakuna-matata-auf-der-gew%C3%BCrzinsel/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/mauritius-2017-trauminsel-im-indischen-ocean/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2018-19-jahreswechsel-an-der-gardenroute-2/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2016-in-style/
Themenstarter1’729 Beiträge · seit 201603. Mai 2021 ·
Guten Morgen, ihr Lieben,
Grosi schrieb:Ich bin geflascht von deinen wunderschönen Aufnahmen.
Vielen Dank, Irene!
Grosi schrieb:Zu unserer Zeit standen erst 3 Häuschen.
Sooo lang ist das ja auch noch nicht her. Es zeigt die Rasanz der Entwicklung.
Grosi schrieb:Ah, unsere Tochter wurde übrigens auch so von einer Ameise in eine Zehe gebissen und dies am 30. Geburtstag. Die Zehe schwoll um das doppelte an.
Das ist ja mal ein tolles Geburtstagspräsent... 😮 😣
Sabine26 schrieb:was für phantastische Bilder und dann noch witzige Bilder obendrein!
🙂 😄 🤪
Katma1722 schrieb:Bitte, bitte noch mehr davon!
Kriegst du 😉
Katma1722 schrieb:Ich weiß gar nicht, welche Vögel ich am schrägsten finde! Die glotzenden Geier oder den Akrobaten, der kopfüber am Ast hängt!
😄
yp-travel-photography schrieb:Eigentlich war ja März 2021 mein Urlaub in Costa Rica geplant.
Mir blutet ein wenig das Herz bei all den tollen Eindrücken.
Ach ja, das hatte ich ganz vergessen... Aber das machst du noch! 🙂
yp-travel-photography schrieb:2022 könnte ich nur im April, das wird bestimmt zu spät sein und man rutscht in die Regenzeit rein? Magst du mir mal deine Agentur schreiben?
Die Agentur heißt Aventoura, die werden das auch beantworten können. Ich denke, dass April noch gut ist, es gibt ja ohnehin regionale Unterschiede. Aber frag die mal...
yp-travel-photography schrieb:@Sabine: Ich hatte auch bislang auf den Luxus der Maquenque Lodge gesetzt. Aber das hier sind schon "Birds" vom Allerfeinsten 😄
Ich habe den Vergleich nicht, aber ich denke, Maquenque hat tasächlich mehr Luxus im eigentlichen Sine zu bieten. Allerdings muss man in der Laguna del Lagarto auch auf nichts (mehr) verzichten. Ich mag die entspannte Atmosphäre dort, so ein bisschen wie in einem Tented Camp, alles sehr locker, persönlich und kein Chichi. Nicht nur die Anzahl der Vögel selbst, auch das "Setting" mit Hintergrund etc. ist zum Fotografieren schon klasse. Ob es sich was tut mit dem Nachbarn, weiß ich nicht. Den Königsgeier-Hide könnte man sicher auch von der Maquenque aus besuchen, es ist ja wirklich ums Eck.

Liebe Grüße und euch einen schönen Start in die Woche,
Betti
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Themenstarter1’729 Beiträge · seit 201604. Mai 2021 ·
Von flinken Kolibris und unsichtbare Eulen

Für den Nachmittag - unserem letzten in der Laguna del Lagarto Lodge - haben wir keine Pläne. Auch mal schön, wir erkunden den Garten, die Lagune, es gibt immer was zu sehen.

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Zum Beispiel die Foto-Gruppe, die nun Schlangen, Frösche und Kolibris in den Fokus gerückt hat. Allerdings nicht annähernd so authentisch, wie man sich das vorstellen würde in dieser Gegend. Vielmehr werden die Tiere (die angeblich am Abend wieder in die Freiheit entlassen werden) auf einen Ast gesetzt und dann gut ausgeleuchtet abgelichtet. Die Kolibris sollen riesige pinkfarbene Blüten locken. Was auch gelingt. Allerdings nicht durch ihre Pracht, sondern weil sie zuvor in Zuckerwasser getaucht wurden.

Das gibt natürlich perfekte Bilder und mir ist schon klar, dass die meisten Fotos in den Hochglanz-Magazinen auf diese Weise entstehen. Uns ist das aber eine Umdrehung zuviel - zumal die Kolibris ohnehin omnipräsent sind. An den ebenfalls pinkfarbenen, aber viel kleineren Blüten der Sträucher vor unserer Cabana zum Beispiel. Geduld ist allerdings das Gebot der Stunde. Man, sind die flink!

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Den späten Nachmittag verbringen wir dann wieder auf der Restaurant-Terrasse,...

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...und bekommen Zuwachs.

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Eine vielköpfige Foto-Reisegruppe aus China, offenkundig hochmotiviert. Denn kaum dem Kleinbus entstiegen, entern die neuen Gäste das Fotografen-Deck; nur um festzustellen, dass sie von dieser vermeintlichen Pole Position mit ihren imposanten Objektiven nichts ausrichten können - sie sind einfach zu nah dran 😣 . Fortan stehen sie fast in der Küche, um die Objekte der Begierde in Gänze auf den Chip zu bannen. Hektisches Gerenne und Palaver auf dem Deck, bis alle Neuankömmlinge eine geeignete Position gefunden haben - was für eine Show!

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Und sie geht weiter. Denn als wir später zum Abendessen auf die Terrasse zurückkehren, sind die Chinesen noch fleißig am Werke. Ohne Unterlass rattern die Auslöser. Die Konzentration ist hoch, die Spannung greifbar, das Dunkel undurchdringlich. Was mag da sein? Wir starren und starren, die Engländer auch, doch wir sehen - nichts! Kein Mond, kein Licht, nur stockfinstere Nacht.

Was denn dort sei, frage ich schließlich den netten Reiseleiter, der Englisch spricht. "Eine Eule." Aha, soso, das wär' natürlich was, die Kameras rattern weiter, ich schaue doppelt angestrengt - vergebens. Ein Mitarbeiter fasst sich ein Herz, stiefelt hinunter in den Garten und checkt die bewusste Stelle, die sich als helle Kerbe an einem Baumstamm entpuppt. Eine Hiobsbotschaft, die die Chinesen mit bewundernswertem Phlegma zur Kenntnis nehmen. Anders als ich. Ich brech' fast zusammen.

In der Nacht regnet es, am Morgen nicht mehr, doch er dampft, der Wald. Dampft noch mehr als sonst, die reinste Waschküche. Denken sich auch die Chinesen, und machen genau das: Wäsche. T-Shirts, Socken und Schlüpper werden akkurat drapiert und sollen jetzt also im Regenwald trocknen - finde den Fehler...

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Für uns ist sie nun leider vorbei, die Zeit im Urwald von Boca Tapada. Doch weil die Strecke eher kurz und das Licht an diesem Morgen besonders schön ist, lassen wir uns viel Zeit.

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Er fällt mir schwer, der Abschied von diesem kleinen Paradies.

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Geschickt aussortiert, die Kerne...
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Mittags brechen wir auf, fahren nach Puerto Viejo de Sarapiqui. Für uns nicht mehr als ein Zwischenstopp, um die Fahrt ins Orosi-Tal zu unterbrechen. Ich hatte mit den Straßenverhältnissen kalkuliert, wie ich sie von 2012 kannte. Im Nachhinein hätten wir uns diese Übernachtung sparen und durchfahren können.

Die Sarapiquis Rainforest Lodge ist eine große, offensichtlich auf Familienurlaube der "Ticos" ausgelegte Lodge im Stil eines präkolumbianischen Indianerdorfes. Kann man mögen, muss man aber nicht. Nach der urigen Laguna del Lagarto Lodge bietet das große Zimmer zwar einen gewissen Komfort, besitzt aber keinerlei Charme.

Eine Wanderung durch das benachbarte Tirimbina-Reservat ist zwar schön,...

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...bringt aber kaum Neues. Wir sind verwöhnt von Boca Tapada, zu sehr vielleicht für den Moment.

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Ohnehin - das stelle ich mit Erstaunen fest - will ich raus aus dem Regenwald. Immer ein feuchter Film auf der Haut, immer klamme Klamotten - ich freue mich auf ein anderes Klima. Einzig die riesigen, blinkenden Käfer am Abend sind ein echtes Highlight. Licht an, Licht aus. Wie auf Knopfdruck. Was es so alles gibt in der Natur...
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 04. Mai 2021
2’203 Beiträge · seit 201604. Mai 2021 ·
Hallo Bettina,

wahnsinnig tolle Bilder - wie immer. Und ich bleibe dabei - Thomas sollte Fotokurse anbieten. Ich wäre dabei.

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
1’394 Beiträge · seit 200904. Mai 2021 ·
Hallo Betti,

ich nehme dann den zweiten Platz im Kurs nach Gabi! 😗

Die Bilder sind aber auch so witzig, das gefällt mir besonders.
Gerne hätte ich auch ein Bild von den im Regenwald „trocknenden“ Schlüppern gesehen … kannst Du da nicht noch was nachliefern? 🤩

Ist die Gegend um die Sarapiqui Lodge nicht bekannt für die Frösche oder hast Du noch Tipps, wo man die noch gut sehen kann, wann man Tortuguero und die Karibikküste nicht eingeplant hat?

Viele Grüße
Sabine
1’546 Beiträge · seit 201305. Mai 2021 ·
Hallo Betti,
herrliche Bilder. Ich kenne die Gegend ja auch, denn wir waren in der Maquenque Lodge gleich nebenan und fanden es dort einfach nur wunderbar 🙂 . Unser 1. Stopp nach einer Ankunftsnacht in San Jose, herrlich ruhig, die Fenster in unserem Zimmer hatten keine Glasscheiben, sondern nur Mückennetze, und so schlief ich dann mitten in der Natur, umgeben von den Geräuschen des Dschungels, so gut wie in Baby 😛 bis, ja 😗 , bis eine Busladung Chinesen anrollte. Es war zum Glück die letzte Nacht (von 3 Nächten), wir lagen auf der Veranda abends in Hängematten und amüsierten uns köstlich über ihre Sitten und Gebräuche. Eine völlig andere Welt. Was mögen sie wohl über uns Europäer denken 😐 ??? Wenn ich dort einmal hinreise, was ich nicht glaube, sollte ich mir vorher den "China-Knigge" zulegen.
Danke für den tollen Reisebericht, Bettina 😘 !

Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2021
4’388 Beiträge · seit 201505. Mai 2021 ·
Gerne hätte ich auch ein Bild von den im Regenwald „trocknenden“ Schlüppern gesehen … kannst Du da nicht noch was nachliefern? 🤩
Ich schließe mich diesem Herzenswunsch an - chinesische Schlüpper - das hat doch was.,,,
…..allerdings kann es sicherlich Deine witzige Anordnung der Vogelportraits nicht übertreffen, die ich schon bei den Geiern bewundert habe.
Ich bin sowas von begeistert……und sage mal zwischendurch herzlichst „Danke“
Schöne Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter1’729 Beiträge · seit 201606. Mai 2021 ·
Guten Abend ihr Lieben,
Gabi-Muc schrieb:Und ich bleibe dabei - Thomas sollte Fotokurse anbieten. Ich wäre dabei.
Macht er, sacht er... Hatten wir nicht schon was ausgedealt?... 😉
Sabine26 schrieb:ich nehme dann den zweiten Platz im Kurs nach Gabi!
😄
Sabine26 schrieb:Gerne hätte ich auch ein Bild von den im Regenwald „trocknenden“ Schlüppern gesehen … kannst Du da nicht noch was nachliefern?
Leider nein... 😣
Sabine26 schrieb:Ist die Gegend um die Sarapiqui Lodge nicht bekannt für die Frösche oder hast Du noch Tipps, wo man die noch gut sehen kann, wann man Tortuguero und die Karibikküste nicht eingeplant hat?
In Boca Tapada haben wir auch einige Frösche in freier Wildbahn gesehen, im Corcovado zum Beispiel nicht. Ich glaube, man kann sie überall im Regenwald finden, braucht aber einen Guide, weil sie sich an bestimmten Stellen aufhalten (feucht etc.) und dann oft noch unter Laub verstecken. In vielen Lodges gibt es auch Führungen, wo die Frösche "halbwild" gehalten werden. Sie könnten also theoretisch weg, bleiben aber, weil ihr künstlicher Teich (manchmal auch eine Wanne oder ein Eimer im Boden eingelassen) genau ihren Bedürfnissen entspricht. Das ist dann eher nicht so unser Ding und insgesamt haben wir nicht so viele Amphibien gesehen, wie man vielleicht annehmen könnte.

Old Women schrieb:bis eine Busladung Chinesen anrollte. Es war zum Glück die letzte Nacht (von 3 Nächten), wir lagen auf der Veranda abends in Hängematten und amüsierten uns köstlich über ihre Sitten und Gebräuche. Eine völlig andere Welt. Was mögen sie wohl über uns Europäer denken?
😄 Das habe ich mich auch gefragt. Ich hatte den Eindruck, dass sie uns kaum wahrnehmen, geschweige denn sich fragen, wer wir sind oder was wir warum tun. Aber wer weiß... Ich will auch gar kein Chinesen-Bashing betreiben, das liegt mir fern, aber das war schon einfach sehr, sehr wundersam...
CuF schrieb:Ich schließe mich diesem Herzenswunsch an - chinesische Schlüpper - das hat doch was.
Sicher? 😎 Hab ich leider nicht in petto...
CuF schrieb:…..allerdings kann es sicherlich Deine witzige Anordnung der Vogelportraits nicht übertreffen, die ich schon bei den Geiern bewundert habe.
Oh, danke! 😊
CuF schrieb:Ich bin sowas von begeistert……und sage mal zwischendurch herzlichst „Danke“
Dem schließe ich mich an: Danke! Für eure Geduld, euer Lob, eure Begeisterung, eure Anteilnahme. Es macht mir wirklich großen Spaß und hält mich in nicht ganz so leichten Zeiten auch bei Laune.

Liebe Grüße, morgen geht es weiter,
Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 06. Mai 2021
Themenstarter1’729 Beiträge · seit 201607. Mai 2021 ·
leo1962 schrieb:Auch von meiner Seite ein dickes Lob für deine unterhaltsame Beschreibung und natürlich die absolut tollen Fotos... einfach klasse!
Auch dir lieben Dank, Birgit! Dann geht es doch heute mit neuem Schwung ans nächste Kapitel. 🙂

Bis später dann also,
Betti
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Themenstarter1’729 Beiträge · seit 201607. Mai 2021 ·
Irrfahrten und ein unverhofftes Highlight

Das Orosi-Tal ist die große Unbekannte in unserer Rechnung. Ich hatte den Tipp von einem Bekannten bekommen und es kurzerhand mit in die Planung genommen. Wir sollten es nicht bereuen. Ein sattgrünes Landidyll voller Natur, Kultur und Geschichte.

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Von Sarapiquis fahren wir in Richtung San Jose - und verheddern uns kurz hinter der Hauptstadt heillos im Straßendickicht. Die Navi gibt den Weg vor, wir folgen brav, landen aber in einer höchst zweifelhaften Gegend. Den Menschen geht es nicht gut hier, das ist offenkundig, auf einer sandigen Buckelpiste holpern wir an Holzbarraken vorbei.

Ich bin sicher, wir sind falsch, doch Thomas glaubt weiter an die Wunder der Technik. Immer weiter geradeaus, sagt die Navi und strahlt dabei eine Sicherheit aus, die ich nicht teile. Doch ich tue wie geheißen und lande vor einer steilen Auffahrt. Mehr ein Erdhaufen als ein Weg, hier geht's rauf, sagt die Navi und sagt auch Thomas.

Ich protestiere, aber wen interessiert das schon, die Navi und Thomas, dazwischen passt kein Blatt Papier. Also Allrad an und Augen zu, hätte fast geklappt, doch fast schon oben rutschen wir quer und in Zeitlupe den Hang wieder hinab. Bloß gut, dass wir uns nicht überschlagen haben, was bin ich erleichtert! Ist Thomas auch. Und fordert - wie sein Freund, die Navi - einen zweiten Versuch.

Bei mir ist nun Schluss, ich verweigere den Dienst. Zumal ich kurz vor unserem Absturz einen langen Hals gemacht und gesehen habe, dass hinter dem Hügel nichts kommt. Nichts außer einem Trampelpfad und Bergen. Die Navi oder ich, einer muss gehen, ich gewinne, wenn auch nur knapp. Wir fahren zurück, die Bewohner dieses traurigen Stadtteils, vom unverhofften Drama aus ihrer Lethargie gerissen, stehen staunend Spalier.

Noch dreimal verfahren wir uns. Biegen falsch ab, verstehen die Welt nicht mehr. Die Navi dreht durch, zeigt alles Mögliche an, nur nicht das Richtige. Der Verkehr rund um die Hauptstadt ist heftig. Immer wieder landen wir am selben Knotenpunkt, reihen uns in lange Schlangen ein. Dann endlich der richtige Abzweig. Eine dicke Straße, fast eine Autobahn - war doch eigentlich ganz einfach... 😣

Später erfahren wir, dass sich offenbar immer wieder Touristen verirren und mitten in den Bergen landen. Ratlos, wie es dazu eigentlich kommen konnte. Immerhin sind wir nicht die einzigen Deppen...

Die Gegend wird ländlicher, und dann blicken wir hinunter ins Tal, in dem wir die nächsten zwei Tage verbringen werden. Wow! Ist das schön.

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Wir rollen hinunter und bis zum Dorf Orosi, wo am Ende einer winzigen Straße das Hotel Orosi Lodge liegt. Kein Hotel und keine Lodge, sondern ein charmantes B&B, in dem wir uns wie Zuhause fühlen. Wie überhaupt in dieser Gegend. Obwohl nur 40 Kilometer von San Jose entfernt, ist der Massentourismus vorbeigezogen, hat das Orosi-Tal seinen Zauber bewahrt. Das nette Besitzerpaar, vor 20 Jahren aus Deutschland gekommen, bestätigt das. Und auch, dass sich das Land seit unserem ersten Besuch 2012 infrastrukturell massiv entwickelt hat. Doch in Orosi ticken die Uhren noch anders, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Einheimischen finden uns noch richtig spannend und wir überhaupt alles; ein unerwarteter Einblick in das echte Costa Rica.

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Wir beziehen ein helles Zimmer im ersten Stock, ich atme durch und wasche unsere klamme Wäsche, die hier tatsächlich auch trocknet. Der Blick von Veranda und Bett ist fantastisch, der Turrialba spuckt Rauch und Asche.

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Easy living! Und endlich mal keine 98 Prozent Luftfeuchtigkeit.

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Der Irazu Nationalpark ist am Morgen unser Ziel, früh da sein für wenig Wolken, rät der Reiseführer. Also um Sechs los? Unser Gastgeber winkt ab. Der Park öffnet erst um Acht, und so lassen wir uns das Frühstück schmecken; das wohl beste dieser Reise, aus vielen Gründen. Aber auch, weil es im Orosi-Tal den besten Kaffee des Landes geben soll. Thomas kann das nur bestätigen. Anders als ich, denn ich trinke Tee. Der hat in diesen Breitengraden keinerlei Bedeutung und ist überall schlecht.

Das Wetter ist vielversprechend, über eine breite Straße fahren wir hoch zum Irazu. Der mit 3.432 m höchste Vulkan des Landes ist zuletzt 1994 ausgebrochen und ruht.

Blick hinunter zur ehemaligen Hauptstadt Cartago
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Blick in einen der Kraterseen des Irazu
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Anders als der Turrialba, den wir vom höchsten Punkt perfekt beobachten können. Aufgrund seiner Aktivität ist seine direkte Umgebung gesperrt.

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Um Zehn haben wir genug gesehen, perfektes Timing, denn als wir den Berg hinunterfahren, fahren ihn die Reisebusse rauf. Zurück im Orosi-Tal geht es wieder ruhig und beschaulich zu.

Wir fahren rund um den Cachi-See durch das malerische Tal. Eine der ältesten Kulturlandschaften Costa Ricas mit üppiger Vegetation, einer von Wasser durchzogenen Landschaft, klapprigen Brücken und Hügeln voller Kaffeeplantagen.

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Bei Ujarras stoppen wir. Die Ruinen der ältesten Kirche Costa Ricas gehören zu den wenigen Zeugnissen der kolonialen Vergangenheit und sind ein nationales Monument.

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Wir sind alleine hier, genießen die Sonne und die friedliche Stimmung.

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Weiter um den See herum...

Cachi-See
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...fällt ein Haus ins Auge, krumm, kunstvoll und wie aus dem Märchen. In der Casa del Sonador lebte einst Macedonio Quesada, ein in Costa Rica berühmter Bildhauer und Künstler, seine beiden Söhne führen nun die Tradition der Holzschnitzerei fort.

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Wäre das Orosi-Tal ein Touri-Hot-Spot, wäre ihr Leben wohl leichter. So aber verirrt sich kaum jemand in das ungewöhnliche Haus, sind mit den kunstvollen Schnitzereien offensichtlich keine Reichtümer zu verdienen. Wir lassen uns einiges über das Handwerk und die benachbarten Kaffeeplantagen erklären und geben dafür einen Obolus, über den sich der freundliche Herr fast schon rührend freut.

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Zurück in Orosi, genießen wir das entspannte Dorfleben und besuchen die Iglesia de San Jose, die 1743 erbaute und älteste in Costa Rica noch genutzte katholische Kirche.

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Am Abend gibt es im von unseren Gastgebern empfohlenen urigen Open-Air-Restaurant hervorragende Pizza aus dem Steinofen, und weil wir den zweiten Tag in Folge kommen, werden wir begrüßt wie alte Bekannte. Orosi mag uns und wir mögen Orosi - das Tal hat unser Herz im Sturm erobert.

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 07. Mai 2021