ApplegreenThemenstarter1’796 Beiträge · seit 201407. März 2019 ·
Wer die Wahl hat ……………. 😗
Nach einem ausgiebigen und sehr leckeren Frühstück gemeinsam mit Festus, Winnie und Theresa heißt es leider schon wieder Abschied nehmen. Hier hätten wir es gut noch einen Tag länger ausgehalten. Zum Abschied singt und tanzt die gesamte Belegschaft und wir stimmen mit ein.
Bei der Verabschiedung kullern Festus sogar ein paar Tränchen über das Gesicht und wir umarmen alle mehr als gerührt von der Herzlichkeit und warmherzigen Gastfreundschaft, die wir hier erleben durften 😘 .
Uns bleibt aber nur wenig Zeit uns dem Abschiedsschmerz weiter hinzugeben. Nachdem wir uns wieder zurück in den Hoanib begeben haben, taucht vor uns schon kurz darauf ein Roadblock auf.
Wie man sehen kann, gibt es hier an dieser Engstelle keinen „Notausgang“ – also beobachten wir die Herde zunächst aus einer angemessenen Distanz und sondieren die Lage.
Während wir in aller Seelenruhe die Elis beobachten, nähert sich aus unserer Richtung kommend von hinten in Highspeed ein nur mit Fahrer besetztes Gamedrive-Fahrzeug von „Wilderness Safaris“ (vermutlich vom Hoanib Skeleton Coast Camp kommend) 😮.
Da sich die Elefantengruppe für diesen Fahrer (noch) nicht sichtbar hinter einer Biegung befindet – stelle ich mich ihm ihn den Weg und zeige ihm winkend an die Geschwindigkeit zu drosseln 🤩 🙄.
Er aber braust unbeirrt mit einem Schulterzucken und einem breiten (Be-)Lächeln im Gesicht weiter – und hält es nicht wirklich für nötig, den Fuß für die Elefanten vom Gaspedal zu nehmen 😈 😈 😈 😈. 😠 😠 😠
Mit offenen Mündern und völlig fassungslos beobachten wir, wie dieser Idiot ungebremst und hupend auf die Herde zufährt 😈 😈 😈. 😠 😠 😠 😠 Die Elefanten machen - wenn auch missmutig - Platz. Mit rücksichtlosen „Nature“-Guides scheinen sie sich auszukennen 😈 🤢.
Kurze Nebenbemerkung: Dieser „Guide“ verdient sein Geld mit Touris, die er morgens und abends durch diese Gegend zu genau diesen Elefanten schaukelt. Und diese Gäste kommen wegen genau dieser Elefanten, die er ganz offensichtlich im Privatleben unnötig bedrängt und verärgert. Wenn dann wieder einmal in der B…-Zeitung von einem Elefantenangriff berichtet wird, ist der Aufschrei groß und es wird schnell von „Problemtieren“ gesprochen. Das Problem scheint in diesem Fall aber eindeutig woanders zu liegen.
Jetzt haben außerdem auch wir ein echtes Problem – denn ein Bulle ist nun leicht angekekst und wir müssen da noch irgendwie vorbei 😗 😣. Damit sich die Gemütslage wieder etwas beruhigt, warten wir einfach noch ein Weilchen.
Aber irgendwie müssen ja auch wir mal irgendwann weiter und Adi will sein Glück versuchen 😮. Er bittet uns mit großem Abstand und eingelegtem Rückwärtsgang, den Fuß am Gas seinen nun folgenden Versuch der Annäherung abzuwarten 😕 .
Ich warne gleich vorab – das folgende Video ist ungekürzt und recht lang – also Echtzeit „Bush-TV“ 😛.
Es zeigt eigentlich nur die Wartezeit von einem kleinen Hilux vor einer Elefantenherde mit einem Elefantenbullen Aug‘ in Aug‘ direkt vor der Motorhaube.
Aber so ist das auch im „echten“ Leben da draußen in der Natur. Man braucht manchmal Geduld und Spucke, Nerven wie Drahtseile, mitunter deutlich mehr Zeit als von „Google-Maps“ berechnet und muss bisweilen auch unbequeme Umwege in Kauf nehmen.
Nach dem vermeintlichen Scheinangriff beschließt Adi unser - und insbesondere sein Schicksal - nicht weiter herauszufordern. Das könnte hier möglicherweise noch den ganzen Tag dauern, auch wenn der Bulle letztendlich den Platz an der kleinen Wasserpfütze aufgegeben hat. Wir können – oder besser wollen - einfach nicht in angemessener Distanz mit drei Wagen passieren.
Wir versuchen nun im dichten Schilf eine Umfahrung des Roadblocks ausfindig zu machen – und werden tatsächlich fündig.
(Verwackeltes Handyfoto von Fruke B))
Also lassen wir die Elis bald links unterhalb liegen. Dem Wilderness- „Guide“ ist diese Umfahrung sicher auch bekannt, fährt er doch täglich dieses Flussbett rauf und runter. Wäre nur ein Umweg von vielleicht 5 Minuten und einem etwas rumpeligeren Abschnitt gewesen.
Wir legen nach dieser Aufregung auf dem Gelände des ehemaligen „Elephant Song Camp“ eine kurze Verschnaufpause ein.
Dort angekommen treffen wir auf ein paar Arbeiter. Sie berichten, dass ein neuer Investor gefunden wurde und das Camp unter neuer Regie und in neuem Gewand wieder aufgebaut werden wird. Die Überreste des alten Camps sind bereits komplett abgebaut und abtransportiert. Nach einem netten Plausch erreichen wir kurz darauf die wohl berühmt-berüchtigte Staubstrecke kurz vor Sesfontein.
Zumindest weiß ich jetzt, von was hier im Forum häufiger die Rede ist – BULLDUST 🤪 !
In Sesfontein an der unscheinbaren Tanke gönnen wir unseren Autos ein Refueling. Achtung – es werden keine Kreditkarten akzeptiert!
Und da wir schon einmal hier sind, werfen wir natürlich auch einen Blick in das historische Fort.
Richtig nett ist es hier – zumindest der begrünte und schattige Innenhof nebst einladendem Pool.
Die Angestellten aber wirken leicht überfordert mit unserer Getränkebestellung. Gastfreundschaft sieht anders aus und auch die Zimmer sollen nicht der Hit sein 😗.
Nach der ausgiebigen Pause im idyllischen Garten geht es weiter Richtung Ongongo Waterfall CS – unserem eigentlichen Tagesziel. Vorher kaufen wir noch frisches Brot.
Dann passieren wir einen Sportplatz und eine kleine Ansiedlung entlang der Spur. Hier sind etliche verwaiste Verkaufsstände aufgebaut – in der Hochsaison herrscht hier sicher Hochbetrieb.An der menschenleeren Campsite angekommen, zahlen wir zunächst nur den Obulus für Tagesbesucher, denn wir sind noch unentschieden ob wir hier tatsächlich bleiben wollen oder nicht.
Der Sprung ins kühle Nass des kleinen Naturpools kommt bei der Hitze mehr als gelegen.
Dann lunchen wir ausgiebig und ich streune noch ein wenig auf der weitläufigen Anlage umher – außer uns ist nach wie vor sonst niemand zu sehen.
Die Campsites unterhalb des Pools und direkt rechts nach der Einfahrt gefallen mir wesentlich besser – aber irgendwie springt bei uns allen der Funke für diesen Platz nicht so wirklich über 😐. Wir sind alle schon ein wenig bedrückt, denn der heutige Tag hält uns in aller Härte vor Augen, dass wir nun endgültig die Einsamkeit, Stille und Weite, die wir so lieben hinter uns gelassen haben. Die Zivilisation kommt in großen Schritten und unaufhaltsam näher. Und das gefällt uns ganz und gar nicht!
Adi wechselt zwischendurch wieder mal einen Reifen und wir überlegen hin und her, ob wir nun bleiben sollen oder nicht 😵 . Alternativ könnten wir zur Khowarib Lodge CS – oder nicht, oder doch??? Letztendlich ziehen wir Streichhölzchen. Ein Hölzchen mehr entscheidet für die Khowarib Lodge Campsite – also packen wir zusammen und machen uns auf den Weg – es ist noch früh am Tag und nur eine kurze Fahrt entlang der gut präparierten Pad entfernt.
Auf der Khowarib Lodge angekommen bekommen wir eine positive Meldung – es sind noch reichlich Campsites frei. Mit drei Autos müssen wir hier zwei Campsites beziehen – warum erschließt sich bei unserer Ankunft – wir ziehen ziemlich lange Gesichter. Die Campsites sind eng und irgendwie duster.
Da wären wir ehrlich gesagt doch besser auf der Ongongo CS geblieben. Da haben die Streichhölzchen schlecht entschieden 😣.
Wobei die von uns gewählten unteren Campsites fast schon gefährlich nahe der Abbruchkante zum Fluss noch nett im Vergleich zu denen einem Supermarkparkplatz ähnelnd weiter oberhalb sind.
Wie es hier in der Hauptsaison und bei voller Belegung aussehen mag, wollen wir uns gar nicht erst vorstellen. Von daher sind wir doch zufrieden, denn außer einer alleinreisenden Norwegerin sind wir heute die einzigen Gäste. Und einen schönen Ausblick hats auch.
Wir installieren uns nach einiger Rangiererei und beginnen bald mit den Vorbereitungen für das Abendessen.
Anschließend genehmigen wir uns einzwei GT in der Bar der Lodge zum Sundowner mit schönem Ausblick.
Auch in dieser Lodge ist nicht wirklich was los.
Nach Sonnenuntergang verziehen wir uns wieder Richtung Campsite. Heute Abend verwöhnen uns Adi & Rentia mit gegrilltem Schweinebauch, Rotkohl, Bohnensalat und Gemsquash. Letztendlich doch ganz zufrieden lassen wir den Abend ausklingen.
Hier die Übersicht der heutigen Etappe.
Morgen verlassen wir dann endgültig die Flusstäler und arbeiten uns noch ein Stückchen weiter in Richtung Zivilisation.
fotomatte2’537 Beiträge · seit 200907. März 2019 ·
Hallo Sabine,
aaah, Bulldust vom Feinsten, genau so kennen wir das. 😄
Und danke für die Bilder vom Innenhof des Forts, wir sind dort gar nicht gewesen. Wahrscheinlich hat uns das Tanken des Muckelschen Cruisers zu lang gedauert, jedenfalls sind wir von dort direkt in den Hoanib gefahren.
franzicke2’085 Beiträge · seit 201207. März 2019 ·
... halt, halt, halt! Jetzt muss man ja schon mehrere Seiten zurückblicken, um das HiddenGem noch mal aufzuspüren - ein wundervoller Ort, der wohl auch durch den völligen Verzicht auf Chi-Chi so einzigartig ist. Ich bin ja immer schon ein großer Fan davon, so ganz besondere Unterkünfte auf einer Basic-Campertour einzubauen. Die Herero-Kleider-Show war sicher spaßig, aber ganz ehrlich gefällt mir die Sabine in T-Shirt und im Arm von Armin doch noch mal viel besser 😘
Im Innenhof vom Seisfontein-Fort haben wir eine letzte kleine Pause gemacht, bevor wir uns mit Casimodo und Esmeralda ins Kaokoveld aufgemacht haben und gleich hinter der "Stadtgrenze" links in den Hoanib eingebogen sind. Mit reichlich Bulldust und ein paar schemenhaften Giraffen. Du kannst dir also vorstellen, dass dieser Ort bei uns die schönsten Erinnerungen und sogar ein leichtes Kribbeln auslöst. Aber auch sonst - diese unendliche Weite und dieses Nichts - das hast du echt gut eingefangen. Viele Danke-Grüße Ingrid
Applegreen schrieb:Die Angestellten aber wirken leicht überfordert mit unserer Getränkebestellung. Gastfreundschaft sieht anders aus und auch die Zimmer sollen nicht der Hit sein 😗.
Das hatten wir im Vorfeld auch so gehört - und wir waren doch angenehm überrascht. Dafür, dass da 1994 das letzte Mal renoviert wurde:
Beim Personal kommt es darauf an, wer gerade Dienst hat. Das junge Mädel war wirklich flott und bemüht, die andere Dame hatte in der Tat wichtigeres zu tun: Handy und schwätzen. 😗
Kurze Nebenbemerkung: Dieser „Guide“ verdient sein Geld mit Touris, die er morgens und abends durch diese Gegend zu genau diesen Elefanten schaukelt. Und diese Gäste kommen wegen genau dieser Elefanten, die er ganz offensichtlich im Privatleben unnötig bedrängt und verärgert. Wenn dann wieder einmal in der B…-Zeitung von einem Elefantenangriff berichtet wird, ist der Aufschrei groß und es wird schnell von „Problemtieren“ gesprochen. Das Problem scheint in diesem Fall aber eindeutig woanders zu liegen.
Hallo Sabine,
damit hast du absolut recht. Genauso ist es uns einmal im Kruger passiert: Wir standen mit Respektabstand zu einer Elefantengruppe, die auf uns einen unentspannten Eindruck machte. Ein Bulle drohte schon eine Weile zu uns herüber, weshalb wir schon ein Stück zurückgefahren waren. Dann tauchte im Rückspiegel ein Rangerauto auf .... full speed preschte es an uns vorbei und hielt auf die Elefanten zu, die mittlerweile teilweise auf der Straße standen. Mit Dauer-Hupe und sehr knappem Abstand fuhr er vorbei. Wir hatten noch nicht aufgehört, unsere Köpfe zu schütteln, als der Bulle seinen Kopf senkte und seine Stoßzähne in den Staub rammte, wieder hoch kam, einen irre lauten Ton von sich gab und ein Auto, welches einige Meter vor uns parkte, attackierte. Mein Mann hatte geistesgegenwärtig den Rückwärtsgang eingelegt und wir konnten schnell weiter zurück fahren. Das weitere Geschehen haben wir dann durch's Fernglas beobachtet. Der Bulle attackierte das Auto weiter, stieß es frontal mi seinen Stoßzähnen und schüttelte es durch. Als er zurücktrat, um erneut angreifen zu können, gelang dem Fahrer die Flucht.
Für uns war dieser Angriff ganz eindeutig eine Reaktion auf die Provokation durch das Rangerauto.
ich musste auch schon wiederholt feststellen, dass Guides ohne Kunden, Ranger und Parkangestellte die rücksichtslosesten Autofahrer in den Parks sind. Da wird weder auf die Tiere, noch auf das Material Rücksicht genommen.
ApplegreenThemenstarter1’796 Beiträge · seit 201408. März 2019 ·
Hallo Ihr Lieben,
@ Matte: Ich musste auch hier mal wieder an Euch denken 😎
@ Ingrid: 😘 😘 Ich gefalle mir in Jeans und Shirt auch am Besten 🤪 😎 Es freut mich, dass ich Erinnerungen auffrischen kann - da will man doch eigentlich gleich wieder los 😉
@ Angelika: Das sieht in der Tat sehr nett aus 🙂
@ Klaudi: Ich freue mich, dass Du uns begleitest. Das ist einfach nur schlimm 🤢 - und wenn dann auch noch solch eine Attacke auf völlig Unbeteiligte aufgrund eines solch rücksichtslosen Verhaltens von einem "Ranger" passiert, stimmt das nochmal nachdenklicher 😮. Ich hoffe, den Touristen ist außer dem Sachschaden nichts weiter passiert.
@ Thomas: Also scheint das in der Tat nicht die Ausnahme sondern fast schon die Regel zu sein 😈. Du schreibst von wiederholten Vorkommnissen. Sollte ich solch einem "Guide" nochmal begegnen, hoffe ich geistesgegenwärtig ein Foto zu machen und mich bei nächster Gelegenheit per Mail mit Foto bei dem entsprechendem Arbeitgeber beschweren. Vielleicht würde es ja ein wenig helfen.
Ich wünsche Euch allen einen super schönen Start ins Wochenende!
Im Innenhof vom Seisfontein-Fort haben wir eine letzte kleine Pause gemacht, bevor wir uns mit Casimodo und Esmeralda ins Kaokoveld aufgemacht haben und gleich hinter der "Stadtgrenze" links in den Hoanib eingebogen sind. Mit reichlich Bulldust und ein paar schemenhaften Giraffen. Du kannst dir also vorstellen, dass dieser Ort bei uns die schönsten Erinnerungen und sogar ein leichtes Kribbeln auslöst. Aber auch sonst - diese unendliche Weite und dieses Nichts - das hast du echt gut eingefangen.
Genau die Stelle war unser Anfang der Kaoko Tour. Ich dachte da schön :"Wenn das so weitergeht, dann Prost Neujahr!". Aber es war ja nur ein leines Stück..... Du schreibst wieder einmal einen geilen Bericht .
ApplegreenThemenstarter1’796 Beiträge · seit 201410. März 2019 ·
Klappe - die Dritte
Unser heutiger Weg führt uns immer entlang dem Khowarib. Erstaunlicherweise haben wir alle von der Fahrt so gut wie keine Fotos gemacht 🤪. Das bedeutet für meinen Teil: ich bin gefahren 😗.
Ich kann mich erinnern, dass die Fahrt ziemlich rumpelig und staubig war.
Entlang des Flussbetts ein Abschnitt mit großen Bäumen, dann wieder viel Mopane. Teilweise sehr zerfahrene Streckenabschnitte mit tiefen Furchen von festgebackenem Sand, wo große Vorsicht geboten war.
An manchen Stellen hatte es auch ein wenig Wasser und extrem viele und ätzende Mopane Fliegen 😈. Dunkel erinnere ich mich an die langwierige Suche nach einem schattigen Plätzchen für eine Lunchpause ohne die lästigen Insekten 🤢.
Auch auf diesem Streckenabschnitt begegnet uns tatsächlich ein Auto 🤩. Wir folgen dem Trockenfluss bis zum Vetfence kurz vor der C35.
Kurz vor dem Vetvence finden wir dann doch ein einigermaßen geeignetes schattiges Plätzchen – aber leider nicht ohne Mopane-Fliegen 🙄. Hier legen wir eine Lunchpause ein und verstecken unser restliches gefrorenes Fleisch in den Ammo-Boxen. Mit diesem Trick schmuggeln Adi & Rentia auf allen Touren regelmäßig Fleisch an den Inspekteuren vorbei – denn die schauen in der Regel nur in die Kühlschränke.
Am Vetvence angekommen, lässt man uns auch tatsächlich nach einem kurzen Blick in die Kühlschränke - natürlich ohne Fleisch - ohne Probleme passieren. Die Kisten in den Autos sind nicht von Interesse und bleiben entsprechend ungeöffnet.
Der Zaun selbst ist im folgenden Verlauf im Übrigen komplett zerstört – da fragt man sich wieder nach der Sinnhaftigkeit der Vetvences nebst personalintensiven Kontrollen 😗.
Kurz oberhalb von Hobatere erreichen wir dann die Teerstraße. Ein merkwürdiges Gefühl – in jeglicher Hinsicht. Uns wird ganz wehmütig ums Herz.
Auf der Fahrt regnet es kurz und kräftig. Die Dusche reicht aus, von unseren Autos den Staub der letzten Tage zu waschen. Und bald erreichen wir zum zweiten Mal auf dieser Reise das Örtchen Kamanjab.
Das Kamanjab Restcamp steuern wir zielsicher an und genauso zielsicher den Weg wieder heraus. Hier gefällt es uns nicht wirklich. Leider müssen wir ohnehin noch zur bereits bekannten Tankstelle mit nervigen Straßenverkäufern. Die Reifen brauchen Luft und das geht an der Tanke einfach schneller als mit dem Kompressor.
Während wir – natürlich wieder belagert von einer Horde extrem nerviger SouvenirverkäuferInnen - Luft auffüllen, checkt Adi beim Oppi-Koppi Restcamp die Lage. Da hat es wohl eine Gruppe Overlander – also auch nix für uns.
Das dritte Ass im Ärmel ist das „Filmhouse“. Das war sogar mein Wunsch bei der ersten Planung. Adi hat die Unterkunft allerdings für ursprünglich vier Paare für nicht geeignet befunden, da nur drei unterschiedliche Zimmer vorhanden sind. Aber es hat dort wohl auch Campsites und die wollen wir uns nun anschauen.
Zunächst fahren wir zum Onjowewe „House In The Rocks“ selbst, da sich dort die Angestellten aufhalten, die auch die Campsites betreuen. Überall auf dem Gelände sind schöne Granitformationen zu sehen, es hat einen Kindergarten und eine kleinere Ansiedlung auf dem weitläufigen Farmgelände. Da heute keine Gäste erwartet werden, gibt es sogar eine kurze Führung durch die Location und wir könnten - wenn gewünscht - sogar im Filmhouse übernachten.
Das Holzhaus in die Felsen eingeschmiegt und die Einrichtung sind schon sehr originell.
Es gibt in jeder Ecke und in jedem Winkel Interessantes zu entdecken.
Einen kleinen Pool hat's auch.
Die drei Doppelzimmer mit jeweils eigenem Badezimmer sind über das ganze Haus verteilt und von unterschiedler Größe und Einrichtung. Ebenfalls alles im „Vintage-Look“ oder teilweise vielleicht sogar „Echt-Vintage“.
Aber ganz ehrlich – die Betten nebst Bettwäsche und Handtüchern wirken auf uns irgendwie „angeschmuddelt“ 😕 und wir entscheiden uns dann doch wie geplant für eine Campsite unter freiem Himmel direkt unterhalb einer schönen Granitformation. Wir haben die freie Auswahl und werden schnell fündig – die Nummer 2 wird es werden.
Auch hier sind keine weiteren Camper zu sehen und das wird auch so bleiben.
Teilweise sind die Ablutions noch nicht fertiggestellt. Wir wählen daher einfach unter den intakten Möglichkeiten aus.
In der Nähe scheint es zu regnen und wir dürfen einen schönen Regenbogen bewundern
Zum Sundowner klettern wir auf unseren Hausfelsen und genießen das Panorama.
Unsere Campsite aus der Vogelperspektive.
Die Regenwolken zaubern interessante Stimmungen beim Blick in die Ferne.
Die Sonne geht langsam unter – es wird uns wehmütig ums Herz – die Tage und Nächte sind nun spürbar gezählt 🙁.
Rentia & Adrian sind heute wieder die Küchenchefs und verwöhnen uns mit unserem Lieblingsgericht. Cheese Maccaroni mit den weltbesten Käsegrillern von Food Lovers.
Und hier unsere Etappe des heutigen Tages.
Die nun folgenden letzten Stationen hatten wir speziell für unsere lieben Freunde ausgesucht, die krankheitsbedingt kurzfristig die Reise stornieren mussten. Und ausgerechnet diese beiden Unterkünfte waren dann auch nicht mehr kostenfrei stornierbar. Sonst hätten wir uns vermutlich eher nochmal in die „Wildnis“ geschlagen.
Daher geht es ab morgen an recht prominenten Orten und etwas „tierlastiger“ weiter.
das Möbelhaus war in Hochheim. Gestartet sind wir aber mit einem Frühstück bei unseren Darmstädter Freunden 🙂
Die Sonnenuntergangs-Stimmung in Deinem letzten Teil erzeugt in mir Sehnsucht 😕
Aber ganz ehrlich – die Betten nebst Bettwäsche und Handtüchern wirken auf uns irgendwie „angeschmuddelt“ 😕 und wir entscheiden uns dann doch wie geplant für eine Campsite unter freiem Himmel direkt unterhalb einer schönen Granitformation. Wir haben die freie Auswahl und werden schnell fündig – die Nummer 2 wird es werden.
Und diese Meinung können wir zu 100% teilen. Wir waren ja bei unserer Kaoko Tour auch im Filmhaus und haben uns Nachts im oberen Schlafzimmer etwas gegruselt. Die Location ist total abgefahren, aber über einen längeren Zeitraum vermutlich nicht ohne riesigen Aufwand in Form zu halten. Es ist ja alles offen. Vögel, Echsen, Mäuse und Dassies scheißen leider alles zu........
Liebe Grüße und hier wird gerade ausserafrikanisch geplant. Es soll nach vielen Jahren mal wieder nach Asien gehen.
Flash20101’425 Beiträge · seit 201511. März 2019 ·
Liebe Sabine,
willkommen zurück in der Zivilisation 🙂 Und noch mehr Wüstenelefanten... Einfach toll! Was nicht so toll war, das Erlebnis mit dem Guide. Kompliment an die Ellies, die so ruhig blieben - und euer Glück!
Eure Bilder vom Filmhouse wecken freudige Erinnerungen! Ich glaube wir waren damals so begeistert von der Location, dass uns nichts Negatives aufgefallen ist. Schade, dass eure Abenteuer-Tour schon vorbei ist, aber ich bin gespannt, wie ihr Erindi erlebt habt, du hast da ja schon etwas angedeutet, was sich mit meiner Meinung (ohne selbst da gewesen zu sein) ein wenig deckt.
jetzt habe ich hier auch mal wieder aufgeholt - regelmäßiges Mitlesen funktioniert gerade nicht so gut... Tolle einsame Landschaften habt ihr bereist. Diese Weite, die ein Foto immer nur zu kleinen Teilen einzufangen vermag, ist schon grandios. Und eure zahlreichen Begegnungen mit Wüstenelefanten sind es auch! Wir haben immer einen Heidenrespekt vor den großen Grauen und ein Verhalten, wie es der Guide an den Tag gelegt hat, ist wirklich bemerkenswert blöd. Eure Abschiedstage verfolge ich jetzt gern noch mit - Tierfotos mag ich ja immer gern.
ApplegreenThemenstarter1’796 Beiträge · seit 201412. März 2019 ·
Hallo Ihr Lieben,
@ Carsten: Da bin ich sehr gespannt, von Euch in Büsnau mehr von Eurer Asien-Planung zu hören. Danke für Deine Einschätzung zum Filmhouse - ich dachte schon, wir sind da zu piepsig 😎 Ein paar neue Matrazen und Bettwäsche würden das Gesamtbild vielleicht etwas verbessern. Die Veranda zum "Wohnzimmer" wurde wohl grade erneuert - also getan wird schon etwas.
@ Laura: Die Location an sich ist ja auch schon etwas ganz Besonderes! Und ich kann mich gut an Euren Bericht erinnern - grade am Abend ist das sicherlich sehr stimmungsvoll.
@ Sascha: Jetzt kommen fast nur noch Tierfotos 😎 Es freut mich, dass Du trotz der knappen Zeit noch dabei bist.
ApplegreenThemenstarter1’796 Beiträge · seit 201412. März 2019 ·
The African Villa
Wir starten mit Sonnenaufgang und für uns geht es weiter auf Teer Richtung Otjiwarongo. Während der Fahrt können wir erstaunlich häufig Wild am Straßenrand sehen.
In Otjiwarongo angekommen steuern wir den großen Spar an. Hier scheint ein großer morgendlicher Treffpunkt zu sein. Der Laden und insbesondere das Kaffee sind rappelvoll.
Hier ziehen wir noch ein wenig Bargeld, genießen leckeren Kaffee und Kuchen und shoppen noch ein paar Kleinigkeiten. Ganz wichtig ist unser geliebter Joko Tee, von dem wir die XXL- Packung mit nach Hause nehmen.
Bald erreichen wir unser heutiges Ziel - Okonjima. Bereits am mächtigen Tor deutet sich eine Unregelmäßigkeit an. Adi und der Gatekeeper führen offensichtlich eine kleinere Diskussion – es wird zur Lodge gefunkt – also irgendetwas stimmt hier nicht 😵.
Nach einer geraumen Zeit dürfen wir passieren. Adi erklärt über Funk, dass wir "upgegradet" wurden und er jetzt erst einmal gar nicht weiß, was er davon halten soll.
Familie Warzenschwein "on the run".
Bald erreichen in Begleitung eines Guides, der uns längs der Pad erwartet, die „African Villa“. Unser Guide Richard und seine Frau Zenelle, unsere Hausdame, stehen schon zur Begrüßung bereit.
Wir staunen nicht schlecht, eigentlich waren wir wohl im „Bush Camp“ gebucht. Das Plains Camp ist komplett geschlossen und das Personal wurde in Urlaub geschickt. Im Bush Camp sind wohl die ursprünglich im Plains Camp eingebuchten Gäste untergebracht, wir dürfen daher auf den Spuren von „Brangelina“ wandeln 🤪.
Entscheidender Vorteil der „Villa“ ist nicht alleine die Exklusivität, sondern auch die Tatsache, dass die Unterkunft nicht eingezäunt ist. Sie liegt 10 Kilometer vom Plains Camp entfernt und verfügt über 4 Suiten. Uns gefällt es hier gut und durch die Lage kommt auch ein wenig "Bushfeeling" auf.
Nachdem wir uns in unserer luxuriösen Villa installiert haben, wartet ein leckeres Lunch auf uns und wir verbringen den frühen Nachmittag auf dem Deck am Pool.
Von hier aus können wir ungestört einige Tiere beobachten. Zwei breitmäulige N. relaxen am gegenüberliegenden Seeufer.
Kudus.
Ein paar Schmetterlinge (Matte kann die sicher auch bestimmen ;)). Matte kann 😘 Danke dafür!
Brown Veined Whites.
Abgeflogener Monarch.
Grey Go-Away-Bird.
Könnte das ein Green Sandpiper sein?? Ich finde sonst nix passendes – aber der kommt hier eigentlich nicht vor 😊?
Ist ein Wood Sandpiper 😎 Danke Matte auch dafür 😘
Blacksmith Lapwing.
Southern Masked-Weaver.
Am späten Nachmittag geht es gemeinsam mit Richard auf einen Gamedrive – wobei unser Fokus nicht auf Leoparden liegt 😎. Wir wollen die Begegnungen so nehmen wie sie kommen.
ApplegreenThemenstarter1’796 Beiträge · seit 201414. März 2019 ·
Okonjima Nature Game Drive
Am späten Nachmittag starten wir gemeinsam mit Richard in das 220 km² große Nature Reserve. Von Zoohaltung kann man hier also nicht sprechen und auch hier muss man suchen, um zu finden und auch die besenderten Tiere halten sich nicht zwingend in zugänglichem Gelände auf.
Okonjima ist Heimat der AfriCat Foundation und bietet insbesondere Raubtieren eine neue Heimat, die verletzt aufgefunden oder aus schlechter (illegaler privater) Haltung befreit wurden. Ein Großteil dieser Tiere wird versucht zu rehabilitieren und wieder in den natürlichen Lebensraum zu entlassen. Leider gelingt das nicht in jedem Fall.
Ein Teil der Leoparden, aber auch andere Arten sind besendert. Dies dient zum einen der Forschung als auch der Möglichkeit, die Tiere wieder aufzuspüren, sollten sie einmal die Grenzen des Reservats verlassen.
Zunächst entdecken wir einen einsamen Oryx.
Gefolgt von ein bisschen Federvieh.
Damara Red-billed Hornbill
Monteiro’s Hornbill
Red-crested Korhaan
Das kleine Damara Dikdik ist zum Modeln aufgelegt. Allerliebst 😘!
Natürlich lässt es sich Richard nicht nehmen, nach Leos zu suchen. Er bekommt schon bald ein Signal und versucht diesem zu folgen. Dafür müssen wir die ausgetretenen Pfade verlassen und rumpeln über Stock, Büsche und Steine bis wir ein kleines Flussbett erreichen. Und tatsächlich – ich habe das aber auch nicht anders erwartet 😗 – werden wir fündig.
Ein schlafender Leo.
Ein Blinzeln ist dann doch drin.
Es ist ein stattliches Männchen – und er tut uns auch den Gefallen, sich etwas aufzurichten.
Der Prachtkerl scheint bereits diniert zu haben. Viel Bewegung ist hier heute sicherlich nicht mehr zu erwarten.
Sein markantes und von Kämpfen gezeichnetes Gesicht ist schon faszinierend - insbesondere der Blick.
Leider habe ich seinen Namen vergessen und auch seine Geschichte nicht mehr präsent.
Wir leisten ihm eine ganze Weile Gesellschaft, bevor wir uns auf den rumpeligen Rückweg machen.
Entlang der Pad entdecken wir ein dekoratives Impala am Wegesrand.
Und kurz darauf eine Baboon-Nursery.
Schon die Kleinsten kann man nicht wirklich als niedlich bezeichnen 🤪.
Rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichen wir die Villa. Am kleinen See herrscht eine wunderbare Abendstimmung.
Dies ist nun unweigerlich unser letzter Abend in der Abgeschiedenheit 🙁.
Und während wir noch verträumt und etwas sentimental unseren GT am Feuer nippen, taucht eine Braune Hyäne auf 🤩.
Wir sind total aus dem Häuschen – für mich eine Erstsichtung – und können unser Glück gar nicht fassen!
Zenelle holt uns sanft aber ehrlich auf den Boden der Tatsachen 😕. Diese Browny kommt jeden Abend zur Villa, denn es gibt leichte Beute. Die Küchenabfälle werden für die nachtaktiven Tiere an einem unauffälligen Platz zur Verfügung gestellt.
Das wiederum hat für mich ein „Gschmäckle“ und zählt jetzt nicht als „echte“ Sichtung. Aber im Prinzip ist es nix anderes als in den staatlichen Camps im Etosha oder andernorts, wo einige Tiere die Mülleimer durchwühlen und dadurch ebenfalls dorthin gelockt werden, wo sie sonst niemals auftauchen würden – nämlich in der Nähe der Menschen.
Ebenfalls von den Essensresten angelockt – ein Stachelschweinchen.
Nun folgt ein hervorragendes Dinner in wunderbarer Kulisse und schon bald verabschieden sich Zenelle, Richard und das Personal.
Ganz alleine genießen wir den restlichen Abend am Feuer bei einigen Amarula und gutem Wein.
Und hier noch der Vollständigkeit halber noch die Route des heutigen Tages.
Morgen klingelt der Wecker noch in der Dunkelheit – mit Richard geht es noch einmal auf Pirsch, bevor wir zu unserer letzten Station dieser Reise aufbrechen.
jetzt habe ich deinen Bericht auch nachgelesen. Das Kaokoveld ist schon richtig beeindruckend, verlangt einem dafür aber auch einiges ab. Respekt vor eurem Abenteuergeist. Okonjima ist jetzt glaube ich nicht so sehr meines. An den collared Katzen hätte ich nicht so sehr die Freude. Aber wenn es für die Forschung notwendig ist,...
Hallo Sabine, auch auf den letzten Kilometern eurer Reise bleibe ich dir auf den Fersen. Bei der Sichtung der braunen Hyäne bin ich total mit dir: "Das wiederum hat für mich ein „Gschmäckle“ und zählt jetzt nicht als „echte“ Sichtung. Aber im Prinzip ist es nix anderes als in den staatlichen Camps im Etosha oder andernorts, wo einige Tiere die Mülleimer durchwühlen und dadurch ebenfalls dorthin gelockt werden, wo sie sonst niemals auftauchen würden – nämlich in der Nähe der Menschen."
Wir haben in Okonjima gecampt und eine Infoveranstaltung von Africat gebucht, die zusätzlich Tiersichtungen versprach. Leider ging ausgerechnet im Zeitraum der gebuchten Veranstaltung ein heftiges Gewitter nieder. Also fand sie in den Räumen der Ausstellung zu Africat statt und danach ging es hopplahopp noch schnell zur Fütterung eines Leos, die wir aus einem Hide besichtigen und fotografieren konnten. Der Leo strich unruhig vor dem gut gesicherten Hide durchs Gras, dann wurde ihm ein Fleischbrocken zugeworfen. Mit seiner Mahlzeit sprang er erwartungsgemäß auf den für die Zuschauer super platzierten Dürrständer ( 😉 Huhu Matthias!) , wo wir ihn im Blick behalten konnten. So sehr ich mir gewünscht hatte, einen lebendigen Leo zu sehen, empfinde ich noch heute ein Gefühl der Enttäuschung, wenn ich die Fotos anschaue. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. LG freshy