Mensch, was ein Start im KTP 🤩 So gaaaanz langsam rückt er auch bei uns in die Planungen für 2020. Allerdings sind wir zwei Frauen und wollen uns erstmal noch mit einigen erfahrenen KTP-lern austauschen, ob das auch kein Problem darstellt.
Traumhafte Fotos habt ihr da und man hört es so klar und deutlich heraus, wie entspannt ihr unterwegs seid. Man hätte Lust, selbst mittags in der improvisierten Hängematte zu chillen um danach wieder zu einer lockeren Runde zu starten. Das mit dem Augen ausruhen kenn ich nur zu gut... Gerade in der weißen Etosha ist dies jedes Mal eine Herausforderung, alles abzuscannen.
Mit den Zahlen musst du bei Bele aufpassen wie ein Schiesshund, hast du nun ja erlebt. 😛 Wundert mich, dass sie die Giraffen noch nicht moniert hat ( drei versus vier ). 😄
Wegen der Agame kannst du ruhig Konni glauben, es ist eine männliche Ground Agama. Wobei vermutlich Robin auch nicht unrecht hat, das dürfte einfach wieder ein blöder eingedeutschter Trivialname sein. Ich empfehle dir, den offiziellen Information Guide über den KTP zu kaufen, da sind einigermassen komplette Artenlisten drin ( auch wenn ein paar Fehler eingearbeitet sind ), kostet 60 Rand und somit ein Schnäppchen. Gibt´s im Übrigen von mehreren NPs in ZA.
ein ganz toller Bericht aus dem KTP, mir bis dato noch unbekannt, aber Ende September werden wir dort 7 Nächte verbringen, und meine Vorfreude steigt gerade ins Unermeßliche. Was für ein Sichtungsglück, ganz fantastisch. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.
kalachee schrieb: Das mit der Retusche wäre natürlich auch noch eine gute Idee gewesen. Ich mache wenn überhaupt dann höchstens mal ein bisschen Fehlerkorrekturen und natürlich RAW-Entwicklung.
Bitte bleibe dabei. Reiseberichte sind doch die Dokumentation einer Reise, oder? Gerade bei diesem Bild wäre eine Retusche ganz schön irreführend. Aber vielleicht bin ich mit dieser Meinung auch ganz alleine.....
kalachee schrieb:Aber keine Angst, ein paar weitere tolle Sichtungen und Tierstories wird es natürlich schon noch geben!
Darauf freue ich mich und grüße ganz herzlich aus Bayern Elisabeth
Conny + Micha1’055 Beiträge · seit 201618. Mai 2018 ·
Hallo Sam , Hallo Sphinx , Bei den Bildern bin ich eurer Meinung . Hier im Forum sollte man die Realität zeigen , Ich finde auch die bearbeiteten Fotos toll , für Werbungszwecke , Vorträge Vogelaufnahmen darf man gerne bearbeiten. Bei unserem Vortrag über Namibia zeigten wir nur unbearbeitete Bilder unserer 100 Euro Kompaktkamera und die Journalistin vom Tageblatt meinte : " Warum schleppe ich eigendlich immmer so viel Kram mit mir rum ?" Und ein Freund konnte nicht glauben , daß es alles eigene Aufnahmen waren.
LG Conny Beispiel
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Bitte bleibe dabei. Reiseberichte sind doch die Dokumentation einer Reise, oder? Gerade bei diesem Bild wäre eine Retusche ganz schön irreführend. Aber vielleicht bin ich mit dieser Meinung auch ganz alleine.....
Dem schließe ich mich vorbehaltlos an! Schöne Grüße Friederike
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200627. Mai 2018 ·
Hallo allerseits
Puuuh, ich bin ja ganz schön in Verzug geraten. Dann wollen wir mal wieder etwas vorwärts machen. Doch zuerst noch dies:
Flash2010 schrieb:
Mensch, was ein Start im KTP 🤩 So gaaaanz langsam rückt er auch bei uns in die Planungen für 2020. Allerdings sind wir zwei Frauen und wollen uns erstmal noch mit einigen erfahrenen KTP-lern austauschen, ob das auch kein Problem darstellt.
Traumhafte Fotos habt ihr da und man hört es so klar und deutlich heraus, wie entspannt ihr unterwegs seid. Man hätte Lust, selbst mittags in der improvisierten Hängematte zu chillen um danach wieder zu einer lockeren Runde zu starten. Das mit dem Augen ausruhen kenn ich nur zu gut... Gerade in der weißen Etosha ist dies jedes Mal eine Herausforderung, alles abzuscannen.
Dankeschön, liebe Laura. Ganz grundsätzlich sehe ich da überhaupt keine Probleme für euch Frauen und ihr seid ja nun wirklich nicht unerfahren mit euren etlichen Namibia-Reisen. Noch folgen ein paar Kapitel aus dem KTP, da könnt ihr euch bestimmt noch ein bisschen was rausnehmen (auch wenn ihr wohl nicht campen werdet). Kannst dich gerne auch über PN an mich wenden, falls du dann noch weitere Tipps benötigtst.
fotomatte schrieb: Wegen der Agame kannst du ruhig Konni glauben, es ist eine männliche Ground Agama. Wobei vermutlich Robin auch nicht unrecht hat, das dürfte einfach wieder ein blöder eingedeutschter Trivialname sein. Ich empfehle dir, den offiziellen Information Guide über den KTP zu kaufen, da sind einigermassen komplette Artenlisten drin ( auch wenn ein paar Fehler eingearbeitet sind ), kostet 60 Rand und somit ein Schnäppchen. Gibt´s im Übrigen von mehreren NPs in ZA.
Moin Matthias
Vielen Dank für die Bestätigung und den super Tipp! Habe ich mir gemerkt für das nächste Mal. Sowieso, mit der Zeit und den vielen Reisen nach Afrika steigt das Interesse für die Kleintiere einfach. Möchte mich in Zukunft schon auch noch mehr damit beschäftigen.
@Elisabeth, Conny, Friederike: Keine Bange. Ich werde keine Retuschen vornehmen an den Bildern hier für den Bericht und habe das auch sonst eigentlich nicht vor. Nur eben wie ich geschrieben hatte, würde ich das in Betracht ziehen, eines der fraglichen Bilder von Mirabib etwas zu «auszubessern», wenn ich es mir als Druck an die Wand würde hängen wollen. Aber da habe ich eigentlich andere Favoriten und daher wird das eh kein Thema sein. Ich bin kein Fan von inszenierten Bildern, aber störende Elemente wie Sensorflecken und ähnliches darf auf jeden Fall korrigiert werden.
So. Ich denke, es gibt gleich noch ein Kapitelchen.
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200627. Mai 2018 ·
Kapitel 9 Von Gewitterstürmen und magischen Abenden in der Kalahari
Freitag, 26. Januar 2018 Mata Mata Restcamp - Rooiputs Campsite
Aufstehen, Camp abbauen, losfahren. Heute ziehen wir um auf die Rooiputs Campsite auf der botswanischen Seite des Parks und im Nossob-Tal gelegen. Also nutzen wir die Fahrt von Mata Mata bis zum Twee Rivieren Restcamp und Grenzstation ganz im Süden natürlich gleich auch als ausgedehnten Gamedrive. Kurz nach sechs Uhr sind wir abfahrbereit und tuckern los.
Ein Schabrackenschakal zeigt sich im allerbesten Morgenlicht
Schon nach kurzer Zeit sehen wir wieder Löffelhunde an einem Bau. Es sind drei andere Tiere, aber wieder eine Mutter mit drei Jungen.
Nein, ich habe mich nicht verzählt. Aber auf dem Bild (Ausschnittsvergrösserung) sind zwei der Löffelhundekids zu sehen. Zucker!
Beim «Craig Lockhard» sind die Löwen mittlerweile verschwunden, aber offenbar haben sie etwas geschlagen in der Nacht. Denn wir sehen ein gutes Dutzend oder mehr Schakale an den Resten eines Kadavers rumnagen und sich um die besten Stücke streiten. Sind Löwen nicht an einem Riss anzutreffen, kann man eigentlich sicher sein, dass sie weg sind, denn ansonsten würden sie ihn natürlich verteidigen. Das Rudel dürfte demnach satt geworden sein, es handelte sich wohl um ein Gnu oder eine Oryx.
Wir witzeln, dass dieses Hufgetier eigentlich schon arg blöd sei, denn die Löwen sind ja den ganzen Tag und Abend an dem Wasserloch rumgelegen. Man könnte daher meinen, die Beutetiere hätten mehr als genug Zeit gehabt, sich aus dem Staub zu machen. Aber nein! 😉
Den Rest der Fahrt sehen wir praktisch nichts mehr. Nur etwas Wild, darunter zum ersten Mal auch Kuhantilopen und natürlich wieder einige Greifvögel. Einmal wundere ich mich und frage meinen Bruder rhetorisch, ob hier neuerdings eigentlich auch alle Geier ausgestorben seien. Zehn Minuten später sehe ich dann aber doch einen einzelnen im Baum hocken, ein paar hundert Meter weiter noch einen zweiten.
In Twee Rivieren tanken wir voll (ganze 136l lassen wir in den 155l-Doppeltank füllen), kaufen Feuerholz im Shop und fahren dann noch rüber zum Grenzposten, um in Botswana einzureisen. Die Regeln in diesem Transfrontierpark erlauben es, dass man nicht in Südafrika einreisen muss, auch wenn wir uns zeitweise auf Boden dieses Landes aufhalten. Entscheidend ist einfach, in welches Land man reinfährt, wenn man den Park wieder verlässt. Die Formalitäten sind superschnell erledigt und so sind wir bereits um die Mittagszeit auf Rooiputs, das nur etwa 25km von Twee Rivieren entfernt liegt.
Anders als in den südafrikanischen Camps gibt es hier keinerlei Zäune und man ist also mitten in der freien Natur. Es ist aber fürchterlich heiss heute und etwas düppig, von Westen her ziehen wieder Gewitterwolken auf. Daher spannen wir erstmal lediglich die Hängematten unter das auf der Campsite vorhandene Schattendach und machen für ein paar Stunden einen auf Löwe.
Auf dem Abendgamedrive fahren wir zunächst bis zum Wasserloch «Kij Kij». Dort haben wir schon oft Löwen gesehen, bis auf ein paar Springböcke ist heute aber sonst keiner da. Dafür kommt eine riesige schwarze Wand auf uns zugerollt und dann geht ein kurzes, aber umso heftigeres Gewitter über uns nieder. Innert weniger Minuten kühlt es von weit über 30 bis auf 18° C runter. Von der einen Seite scheint noch die Sonne rein, so dass wir auch noch einen schönen Regenbogen bewundern können.
Die schwarze Wand rollt auf uns zu. Das sieht ziemlich gefährlich aus, dafür ist die Stimmung umso eindrücklicher!
Dann schüttet es für ein paar Minuten wie aus Kübeln, die Springböcke scheinen das Weite suchen zu wollen.
Nach dem Sturm ist es gespenstig ruhig und die Ebenen haben sich sofort mit Wasser gefüllt.
Wir fahren noch ein Stück weiter nach Norden bis nach «Melkvlei», aber es ist tiersichtungstechnisch nicht wirklich ergiebig.
Zurück auf der Campsite erleben wir einen Wahnsinnsonnenuntergang mit dramatischen Gewitterwolken, Regenschleiern und Blitzen, die aus den Wolken zucken. Eine Stimmung, wie es sie nur in Afrika gibt.
Sobald die Dämmerung hereinbricht, fangen hunderte Bellgekos ihr eindrückliches Konzert an. Mit dem Abendhimmel, fernem Donnergrollen und immer noch knapp 30° C im Schatten ist das eine friedliche Stimmung, die wir einsaugen und wie wir sie nicht besser haben könnten.
Während dem Essen (Lamm-Steaks, Bratkartoffeln mit Zwiebeln und einem gegrillten Butternut-Kürbis) bekommen wir noch Besuch von einem unerschrockenen Kapfuchs. Der will an unsere Essenskisten, die noch grad neben uns im Sand stehen, und kommt bis auf knapp zwei Meter ran. Er schleicht sich immer wieder weg, nur um dann unvermittelt aus der Dunkelheit wieder aufzutauchen. Irgendwann hat er es aber doch satt, ständig von uns weggescheucht zu werden und zieht von dannen.
Perfekt zum Einschlafen ist noch ein paar Mal der ferne Ruf einer Spotted Eagle Owl zu hören.
Hallo Sam Sensationell spektakuläre Gewitterbilder.... WOW Das war dann wohl ein unerschrockener Ka(m)p(f)fuchs - der an euer Essen wollte 😄 Liebe Grüsse Esther
Sehr schöne Stimmungs und Wetterbilder. Auch die schnusigen Baby Tiere gefallen mir sehr. Es ist auch kurzweilig zum Lesen und du berichtest eben wie nur ein Schweizer kann. “Game drivererei” Kann man ja auch sagen! Es gefällt mir auch wie sehr ihr diese Natur Reise zu schätzen wisst und die Stille aufsaugt. Bei uns gehts nächste Woche nach TZ und da machen wir auch gamedriverei, und Rumkurverei und eben auch viel fotographiererei. Freue mich auf mehr.... Liebe Grüsse, Katrin
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200631. Mai 2018 ·
Samstag, 27. Januar 2018 Rooiputs Campsite - Polentswa Campsite
Eigentlich hatten wir gestern ja gehofft, dass wir Abends ausser der Spotted Eagle Owl noch ein paar andere typische Rufe der Kalahari zu hören bekommen wie zum Beispiel Löwengebrüll oder das langgezogene «Wuuuh-uh!» der Hyänen. Letzteres bekommen wir dann aber immerhin am frühen Morgen kurz vor der Abfahrt.
Eine weite Strecke liegt vor uns, wir fahren dem Nossob-Tal entlang nordwärts bis zur Polentswa Campsite, ebenfalls auf botswanischer Seite gelegen.
Am ersten Wasserloch direkt unterhalb der Rooiputs Campsite ist noch nix los, aber kurz vorm zweiten, «Kij Kij», treffen wir schon wieder auf Löwen. Es ist eine Mutter mit zwei Jungen und zuerst kauern sie alle drei am Boden und lecken irgendwas ab, vermutlich etwas salzhaltiges. Immer, was die Mama macht, wird von den zwei Kleinen nachgemacht. Sie wirkt aber etwas unschlüssig, läuft hin und her, legt sich wieder zum Lecken hin, steht wieder auf. Und die Jungen immer hinterher.
Wir reissen uns los und fahren weiter bis «Melkvlei». Doch kurz bevor wir dort ankommen, laufen uns geradewegs zwei prächtige Mähnenlöwen praktisch ins Auto. Sie marschieren in südlicher Richtung das Tal abwärts. So drehen wir um und folgen ihnen ein paar hundert Meter und machen noch ein paar Fotos. Da aber noch ein gutes Stück Weg vor uns liegt, lassen wir die beiden ziehen.
Pale Chanting Goshawk / Singhabicht (bin mal wieder unsicher mit dem Deutschen Namen; Grau- oder Weissbürzel?) - meistens sehr schwierig zu fotografieren, weil sie für gewöhnlich sehr hoch liegende Ansitze wählen. Dieser hier tat uns ausnahmsweise den Gefallen, einerseits nahe an der Piste zu bleiben und andererseits einen Ast auf Augenhöhe zu wählen. Ein Lieblingsfoto von mir.
Ein Stück weiter begegnen wir schon wieder einem Kapfuchs, er liegt neben der Pad neben einem Strauch und guckt uns interessiert an.
Kurz vor dem Nossob Restcamp verlangsamen wir, weil oben in einem Baum ein Greifvogel sitzt. Wir erkennen ihn als einen der unzähligen Pale Chanting Goshawk und wollen grad weiterfahren, als Beenie noch eine Bewegung am Boden wahrnimmt. «Hier, ein Honigdachs!». Ich sehe ihn noch für einen ganz kleinen Augenblick, bevor er hinter einem Busch und vermutlich in seinem Bau verschwindet.
Kurz vor Mittag erreichen wir das Nossob Restcamp. Hier legen wir eine ausgiebige Pause ein. Als erstes gibt es natürlich eine wohltuende Abkühlung im Pool, dann machen wir uns einen Brunch mit Bratkartoffeln, Speck und Spiegelei. Bis nach 16:00 Uhr chillen wir rum, hüpfen in den Pool, waschen ein, zwei Shirts und fahren dann wieder weiter nordwärts. In drei Tagen werden wir wieder herkommen für vier Nächte.
Je weiter wir nach Norden kommen, desto trockener wird die Landschaft nun wieder und dementsprechend wenig Tiere sehen wir. Doch schon am übernächsten Wasserloch stehen unvermittelt fünf Autos. Wenn das nicht ein eindeutiges Zeichen ist! Und tatsächlich: sieben Löwen, sechs Mädels und ein vielleicht ein paar Wochen oder wenige Monate altes Jungtier liegen dösend im Schatten. Wie immer ist eine der Frauen wach und beobachtet aufmerksam die Gegend, das Junge fängt mit der Zeit an, aktiver zu werden, guckt aus einem Knäuel von erwachsenen Katzen hervor.
Eine der Löwinnen steht auf und geht zum Trinken, das Junge ihr hinterher und nach und nach bewegen sich auch die anderen Tiere. Bei den Menschen in ihren Vehikeln bricht schon fast Panik aus, bei jeder Bewegung der Löwen wird herumrangiert für eine noch bessere Position. Das Junge ist natürlich zuckersüss und erlaubt mir aus nächster Nähe ein paar tolle Aufnahmen:
Die Alten legen sich mitten auf die Piste und nach einer Weile verlassen wir die Szene.
Löwenzähler: 26
Auf dem weiteren Weg bis Polentswa ist es ausnehmend ruhig. Hier oben hat es noch weniger Tiere als im sonst schon leeren Park, so extrem haben wir das in all den Besuchen hier nun wirklich noch nicht erlebt. Belohnt werden wir trotzdem wie immer: unterwegs sehen wir noch einmal einen Kapfuchs, der unter einem Busch direkt am Pistenrand sich ausruht.
Die Campsite erreichen wir gegen 19:00 Uhr und wir sind begeistert von diesem Platz. Der Blick geht leicht erhöht über die ganze Polentswa-Pfanne und es ist ausgesprochen ruhig und abgeschieden hier.
Polentswa Campsite // Hier übrigens noch zu erkennen unsere behelfsmässige Lösung für den kaputten Campingtisch; die Seite mit den nicht mehr funktionierenden Tischbeinen einfach auf die ausgeklappte Heckklappe legen. Wo Problem?
Noch sind wir die einzigen Besucher, die beiden anderen Stellplätze sind leer. Nachdem das Lager eingerichtet ist und wir das Essen zubereiten, kommt schon wieder ein frecher Kapfuchs bei uns vorbei.
Am Himmel spielen sich wieder dramatische Szenen ab, erneut gehen überall Gewitter nieder und der Sonnenuntergang ist gigantisch.
Sobald der Wind nachgelassen hat, herrscht eine gespenstige Stille hier draussen. Keine Bellgeckos, keine Käuze oder Eulen, kein Grillengezirpe, keine Hyänen, nix.
ich hoffe Ihr wisst, wie glücklich Ihr Euch schätzen könnt, sowohl in Rooiputs als auch in Polentswa einen Platz ergattert zu haben.
Wir wollten bei unserer nächsten Reise auch auf diesen beiden Plätzen übernachten. Leider waren schon alle Plätze unter der Hand vergeben, als das Buchungssystem für unseren Zeitraum freigeschaltet wurde.
Champagner8’801 Beiträge · seit 201031. Mai 2018 ·
kalachee schrieb:
🤩 Sam, du hättest bei unserem Lightpainting-Contest locker den 1. Platz gemacht! Das ist ne Giraffe, oder?
Manno, andere wären froh, überhaupt mal einen Blitz zu erwischen (ich zum Beispiel 😊 ), und du machst da gleich ein Kunstwerk draus. Ich bin schwer beeindruckt - wie auch eigentlich von allen anderen Fotos, die sind unglaublich schön. Übrigens haben wir neulich bei einem Treffen über deinen Bericht gesprochen und - neben der Tatsache, dass du eine tolle Schreibe hast - vor allem dein konsequentes Zeigen von nur wenigen sorgfältig ausgewählten Bildern bewundert. Dazu gehört bestimmt ziemlich viel Selbstbeherrschung (ich hab die z.B. nicht 🤢 ) - macht aber das Ganze sehr eindrucksvoll!
So, jetzt aber genug gelobhudelt, ich wünsch dir einen schönen (Feier?)Tag und frohes Weiterschreiben. Grüß mir bitte auch den Beenie ganz lieb!
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200631. Mai 2018 ·
Hallo liebe Safari-Freunde
Gila schrieb:Hi, Tolle Reise, ich bin dabei, zumal es in 4 Monaten in den KTP geht.
Willkommen - schön, bist du auch mit an Bord!
Esthi71 schrieb:Hallo Sam Sensationell spektakuläre Gewitterbilder.... WOW Das war dann wohl ein unerschrockener Ka(m)p(f)fuchs - der an euer Essen wollte 😄 Liebe Grüsse Esther
Liebe Esther
Vielen Dank! Es waren wirklich absolut spektakuläre Gewitterstimmungen - auch wenn es zu dieser Jahreszeit wirklich brüllend heiss ist in der Gegend, reisen wir mitunter auch genau deswegen so gerne dann Zeit dorthin.
Und die Kapfüchse waren auch unglaublich. Ich mag mich gar nicht erinnern, aber ich glaube, wir haben in den Reisen davor kaum welche gesichtet und nun gleich so viele. Im neuen Kapitel haben wir ja schon wieder Besuch erhalten und es wird noch eine tolle Story dazu geben in einem der nächsten Kapitel. Leider aber muss man davon ausgehen, dass unbelehrbare Ignoranten die Tiere auch «anfüttern», denn anders kann ich mir nicht erklären, dass die sonst so scheuen Tiere so unerschrocken sind und immer wieder vorbeikommen auf den Campsites in der Hoffung, etwas möge für sie abfallen. Aber dazu dann mehr.
Sadie schrieb:Sehr schöne Stimmungs und Wetterbilder. Auch die schnusigen Baby Tiere gefallen mir sehr. Es ist auch kurzweilig zum Lesen und du berichtest eben wie nur ein Schweizer kann. “Game drivererei” Kann man ja auch sagen! Es gefällt mir auch wie sehr ihr diese Natur Reise zu schätzen wisst und die Stille aufsaugt. Bei uns gehts nächste Woche nach TZ und da machen wir auch gamedriverei, und Rumkurverei und eben auch viel fotographiererei. Freue mich auf mehr.... Liebe Grüsse, Katrin
Liebe Katrin
Auch dir vielen Dank!
Das ist so, wir Schweizer haben da schon unsere ganz eigene Ausdrucksweise und ich mag es sehr, damit in meinen Texten auch etwas zu spielen. 🙂
Euch wünsche ich in diesem Fall noch ganz viel Vorfreude und dann eine unvergessliche Reise in Tanzania (hach, da will ich auch mal wieder hin)!
Topobär schrieb:Moin,
ich hoffe Ihr wisst, wie glücklich Ihr Euch schätzen könnt, sowohl in Rooiputs als auch in Polentswa einen Platz ergattert zu haben.
Wir wollten bei unserer nächsten Reise auch auf diesen beiden Plätzen übernachten. Leider waren schon alle Plätze unter der Hand vergeben, als das Buchungssystem für unseren Zeitraum freigeschaltet wurde.
Lieber Thomas
Absolut! Rooiputs war bei uns auch nur noch für eine Nacht verfügbar, auch wenn im Park sonst touristenmässig zu der Jahreszeit wirklich nicht allzu viel los ist.
Aber wie soll das bei euch unter der Hand vergeben worden sein? Das sind ja Plätze der Botswaner und die haben anscheinend ja ohenhin immer Chaos. Wir haben bei Carsten Möhle's Agentur gebucht, um uns diesen Stress zu sparen. So wie ich ihn verstanden habe, macht seine Mitarbeiterin in Windhoek eigentlich nichts anderes, als den lieben langen Tag den Botswanern hinterher zu faxen und telefonieren. 😁
Ich würde dann einfach direkt vor Ort in Twee Rivieren noch beim DWNP Schalter vorbei gehen und fragen, ob etwas frei geworden ist!
Champagner schrieb: 🤩 Sam, du hättest bei unserem Lightpainting-Contest locker den 1. Platz gemacht! Das ist ne Giraffe, oder?
Manno, andere wären froh, überhaupt mal einen Blitz zu erwischen (ich zum Beispiel 😊 ), und du machst da gleich ein Kunstwerk draus. Ich bin schwer beeindruckt - wie auch eigentlich von allen anderen Fotos, die sind unglaublich schön. Übrigens haben wir neulich bei einem Treffen über deinen Bericht gesprochen und - neben der Tatsache, dass du eine tolle Schreibe hast - vor allem dein konsequentes Zeigen von nur wenigen sorgfältig ausgewählten Bildern bewundert. Dazu gehört bestimmt ziemlich viel Selbstbeherrschung (ich hab die z.B. nicht 🤢 ) - macht aber das Ganze sehr eindrucksvoll!
So, jetzt aber genug gelobhudelt, ich wünsch dir einen schönen (Feier?)Tag und frohes Weiterschreiben. Grüß mir bitte auch den Beenie ganz lieb!
Bele
Auch dir, liebe Bele, ganz herzlichen Dank für das grosse Lob! Ick freu mir! 🙂
Mir war das gar nicht aufgefallen mit der vom Blitzgewitter gemalten Giraffe! Eine Freundin hatte mich darauf aufmerksam gemacht, nachdem ich dieses Bild vorgängig schon auf Instagram gepostet hatte. Aber es schaut wirklich so aus! 😎
Blitzfotografie ist in der Tat nicht so einfach. Für dieses Bild habe ich 235 Sekunden lang belichtet, dann kommen natürlich einige Blitze mit drauf, wenn es in einer Zelle grad ein bisschen abgeht. Damit nicht zuviel Licht reinkommt, muss man dementsprechend stark abblenden.
Mir fällt es ehrlich gesagt überhaupt nicht schwer, mich auf nur wenige Bilder zu beschränken. Am liebsten würde ich sogar noch weniger zeigen, aber dann wäre der Bericht dann doch etwas zu textlastig. Ich bin da wirklich konsequent und ich persönlich bin kein Fan davon, von der gleichen Situation x Bilder zu zeigen. Aber ich weiss, viele hier im Forum sehen das ganz anders. 😉
Nochmals vielen Dank für das grosse Lob - das freut und motiviert sehr!
Herzlich, Sam
P.S.: leider kein Feiertag hier in Zürich - nur in den katholischen Kantonen haben heute alle frei. 😠
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200603. Juni 2018 ·
Kapitel 10 Erdhörnchen gegen Kobra und ein Besuch am Ende der Welt
Sonntag, 28. Januar 2018 Polentswa Campsite
Gestern hatten wir uns entschieden, heute Morgen nicht extra den Wecker zu stellen für den Gamedrive. So haben wir ausgeschlafen und sind «erst» um 06:15 Uhr aufgestanden. Die Sonne geht gerade auf und während wir Beenies Dachzelt einklappen und uns für die Pirschfahrt fertig machen, sehen wir weit draussen in der Pfanne drei Löffelhunde umherstreunen.
Wunderschöne Morgenstimmung über der Polentswa-Pfanne.
Die Fahrt selber ist, gelinde gesagt, wenig ergiebig. Wir sehen vier oder fünf Gnus, ein paar Schakale, drei Steinböckchen, sonst absolut nix.
Typische Steinböckchen-Pose: sind sie zu nahe an der Pad, springen sie erstmal auf Fluchtdistanz davon, halten an und drehen sich dann zum potenziellen Quell der Gefahr um, um diesen lange und intensiv zu «studieren».
Nördlich von Polentswa gibt es zwei so genannte Loops, die man von der Piste abgehend befahren kann. Nach dem zweiten drehen wir wieder südwärts auf die Hauptpiste ein und entdecken Tatzenspuren im Sand direkt auf der Pad. Raubkatzen laufen famoserweise sehr oft auf den Pisten. Als absolute Laien ordnen wir die Spuren mit Hilfe meines Bestimmungsbuches einem Leoparden zu. Sie folgen der Piste für einige hundert Meter und verschwinden dann im Busch. Also fahren wir zurück und machen den Loop in umgekehrter Richtung noch einmal und suchen die ganze Ebene ab, glasen intensiv in jeden in Frage kommenden Baum, können die Katze aber natürlich nicht finden. Eine Schwierigkeit beim Spurenlesen ist natürlich auch das Bestimmen des Alters der Spuren. Da es aber am Abend zuvor geregnet und die Piste auch gerade frisch geschoben wurde, konnten sie noch wirklich nicht so alt sein. Aber so ist es nunmal, Leoparden zu sichten ist sowieso der reinste Lottogewinn.
Den Rest des Vormittags und den ganzen Nachmittag verbringen wir grossmehrheitlich in der Hängematte. Einerseits kann man gar nicht viel machen hier draussen (und wollen wir auch nicht), andererseits ist es dafür eh viel zu heiss.
Im Gebüsch direkt neben dem Schattendach raschelt es ab und zu und mit der nötigen Vorischt und Geduld kann man sich mit einer 500mm-Linse nah genug an die dort zu Werke gehenden Grasmäuse schleichen.
Am späten Nachmittag fahren wir nochmals eine kleine Runde. In den paar Stunden hat sich in Bezug auf das Vorkommen der verschiedenen Tierarten noch nichts geändert. Die Laune sinkt aber vorübergehend etwas, zumal Beenies iPad beim Hängemattenchillen auf den Boden geknallt ist und jetzt eine «Spider App» drauf hat und darüber hinaus auch noch eines seiner beiden Ferngläser - zum Glück «nur» das alte - plötzlich und wie aus dem Nichts einen Schlagschaden hat.
Als wir an einem Wasserloch stehen, geht wieder ein Gewitter über uns nieder und es entsteht eine zauberhafte Stimmung mit einem riesigen Regenbogen.
Leider mit üblen Flecken auf dem Objektiv, die auch mit Photoshop kaum wegzubekommen sind. 😕 Aber es vermittelt hoffentlich trotzdem einen Eindruck der tollen Stimmung!
Und trotzdem: auch heute sollten wir noch mit einer tollen Sichtung belohnt werden. Auf der Rückfahrt entdeckt Beenie unglaublicherweise eine Kapkobra auf der Jagd. Sie ist wohl 30 bis 50 Meter weit entfernt auf der Ebene draussen, trotzdem merkt er beim vorbei fahren, dass es sich nicht um einen verdorrten Ast handeln kann, die hier überall rumliegen. Die gelbe, rund 1.5m oder längere Schlange bewegt sich rasch vorwärts und genau in dem Moment, als ich meine Kamera bereit habe, taucht plötzlich ein todesmutiges Erdhörnchen auf und greift die Giftschlange an. Es beisst ihr in den Schwanz und die Schlange versucht sofort, zuzuschlagen.
Erdhörnchen (Kap-Borstenhörchen, um genau zu sein) greift an, Kobra schlägt zu, Nagetier bringt sich mit einem schnellen, grossen Satz ausser Gefahr! (Ausschnittvergrösserungen)
Dann macht sich die Schlange davon und verschwindet blitzschnell in einem Erdloch. Wir nehmen an, dass sie in einem Bau der Erdhörnchen wildert. Nach ein paar Minuten kommt sie nochmals kurz an die Erdoberfläche, dann sehen wir sie nicht mehr wieder.
Uns ist bewusst: eine absolut einmalige und sensationelle Sichtung!
White-backed Mousebird
Etwas früher als gewohnt fahren wir auf die Campsite zurück und kochen uns superfeine Nudeln an Tomatensauce mit Thunfisch. Und wieder kommt uns Ruedi, unser Kapfuchsfreund, besuchen. Während wir essen, fliegt plötzlich ein riesiger Käfer an unseren Tisch und klammert sich an der Taschenlampe, die Beenie neben uns hingestellt hat, fest. Das rabenschwarze Insekt ist sicher 7cm lang und hat weit ausladende Fühler mit einer Breite von gut 15cm, macht beim Fliegen einen Mordslärm und ist einfach nur beeindruckend. Nach einer Weile schüttelt mein Bruder das Viech von der Taschenlampe und es trollt sich ein paar Meter neben uns in den Sand - immer aufmerksam beobachtet von Ruedi. Wir wenden uns wieder dem Essen zu und als wir grad nicht schauen, ist der schlaue Fuchs schon zur Stelle und zack - mit einem hörbaren Knacken und zwei schnellen Bissen ist Hugo, der Käfer, dann auch schon Geschichte.
Just another beautiful African sunset... 😎
Und unsere Geschichte vom Tag endet mit dem üblichen Procedere. Geschirr wegräumen, Bettfein machen, ein erneut grandios gescheiterter Versuch zu lesen; gute Nacht.
kalacheeThemenstarter1’061 Beiträge · seit 200607. Juni 2018 ·
Montag, 29. Januar 2018 Polentswa Campsite
Wenn man auf der Piste im Nossob-Tal immer weiter nach Norden fährt, kommt man irgendwann an den schon seit langem geschlossenen Grenzübergang «Union’s End» am Dreiländereck von Südafrika, Botswana und Namibia. Da wir ohnehin nix besseres zu tun haben, beschlossen wir gestern Abend, da einfach mal hin zu fahren.
Um fünf Uhr stehen wir auf, es fängt gerade erst an zu dämmern.
Noch schnell den Kaffe für unterwegs brühen, Dachzelt einklappen, und schon fahren wir los.
Die Fahrt ist sehr schön, es ist einsam und das Tal ist breit, gelbes Gras zieht sich über weite Ebenen, durchsetzt von Akazien und Kameldornbäumen.
Nach einer Weile sehen wir unvermittelt eine Tüpfelhyäne aus dem hohen Gras neben uns auftauchen.
Sie hat eine Verletzung am linken Hinterlauf und humpelt stark. Es schaut so aus, als würde die Pfote fast komplett fehlen. Aber es ist keine neue Wunde, sie scheint schon länger ganz gut damit klar zu kommen. Schnell ist das Tier dann auch wieder verschwunden.
Auf der Weiterfahrt dann doch immerhin noch zwei Premieren für diesen Besuch im KTP: zwei Warzenschweine und zwei Kudus entdecken wir. Beim Wasserloch «Geinab», das in unserer Karte gar nicht eingezeichnet ist, sehen wir einige Schakale an einem War-einmal-Oryx. Es ist nur das Wirbelsäulengerippe und der Schädel mit dem Gehörne da, alles andere bereits weggefressen. Wir fahren weiter, doch nach ein paar Metern taucht links auf meiner Seite wie aus dem Nichts eine Braune Hyäne auf. Wow!
Ganz offensichtlich will sie zum Wasserloch, also drehen wir um und fahren auch dort hin. Sie trinkt aber nicht, sondern macht sich sofort über die Knochen vom Oryx her. Die Schakale halten einen kleinen Sicherheitsabstand und die Hyäne scheucht sie ab und zu etwas davon. Mit ihren starken Kiefern reisst sie sich einen Teil des Gerippes weg und überlässt den Schakalen den Rest.
Leider meldet sich bei uns die Blase und wir reissen uns schweren Herzens los. Auf der Hälfte des Weges gibt es einen Picknick-Platz mit scheusslichen WCs, aber unterwegs aussteigen und in den Busch pinkeln geht natürlich nicht.
«Union’s End» selber ist eher unspekatulär. Es sieht jetzt nicht anders aus als sonst in der Gegend, ausser dem Grenzzaun, der gleichzeitig auch die östliche Parkgrenze ist, und einem Wegweiser, der die Luftliniendistanz zu den drei Hauptstädten Windhoek, Gaborone und Pretoria angibt. Aber hey, wir waren wenigstens einmal in unserem Leben dort.
Dann fahren wir die knapp 75km gemütlich wieder zurück. Schon um 10:15 Uhr sind wir wieder auf unserer Campsite und haben viel Zeit und nur wenig Schatten. Aber genau dort hängen unsere Hängematten und genau dort installieren wir uns deshalb auch für die nächsten paar Stunden. Heute wird es sehr heiss werden, es weht für einmal nur ein laues Lüftchen und schon um 09:00 Uhr morgens war das Thermometer auf 31° C geklettert. Wir liegen da wie die toten Fliegen, es ist still und man hört höchstens das Summen der lebendigen (Fliegen).
Der Abendgamedrive ist dann erwartungsgemäss auch nicht besonders ergiebig. Wir fahren zuerst die Wasserlöcher südlich von unserer Campsite ab, stellen uns jeweils einige Zeit hin und warten ab, aber überall passiert dasselbe: nichts. Hier mal ein Gnu, dort ein Springbock, einige «Kalahari Chicken» (Pale Chanting Goshawk), einmal ein Tawny Eagle. Wir treffen unsere Campsite-Nachbarn an einem der Wasserlöcher und schwatzen kurz mit ihnen. Sie hätten gehört, dass am «Polentswa»-Wasserloch heute ganz früh am Morgen ein männlicher Löwe gewesen sei. Das checken wir auf dem Rückweg natürlich auch noch aus und tatsächlich liegt der auch wirklich wieder da. Es ist ein echter Brocken - von all den vielen Löwen, die ich schon gesehen habe mit eines der grössten Männchen überhaupt. Ob er wohl kein Rudel mehr unter seiner Führung hat?
Leider verhält er sich nicht besonders kundenfreundlich, er dreht seinen Kopf nur einmal kurz in unsere Richtung.
Doch dann steht er plötzlich auf und läuft zwei Meter an unserem Auto vorbei. Woah, ist das ein Pfundskerl! Ein, zwei Meter hinter unserem Auto bleibt er stehen und fängt an zu brüllen.
Das geht aber nun wirklich durch Mark und Bein. Man kann den Bass in seiner Stimme förmlich am Auto spüren. Der pure Wahnsinn!
Zum Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite und als wir so mit den Vorbereitungen fürs Abendessen rumfuhrwerken, taucht zuverlässig unser Freund Ruedi auf. Die Wolken verziehen sich heute vollständig und es gibt einen klaren Abend. Der Mond ist nun schon fast voll und es ist nach Einbruch der Dunkelheit gar nicht mehr wirklich dunkel. Immer wieder eindrücklich, wie hell der Mond in so einer Umgebung scheinen kann.
Kurz vorm Schlafengehen leuchte ich noch einmal mit der starken Pfunzel in die Gegend und sehe zwei rote Augenpaare im Gras unten auf der Ebene aufleuchten. Von der Grösse und vom Gang her müsste es eine Tüpfelhyäne gewesen sein. Von einem allfälligen Besuch später in der Nacht bekommen wir aber nichts mit, auch heute ist ihr Gejaule nicht zu hören.