Über das Kaokoveld in den Caprivi

Reisebericht 107 Antworten · 22,6k Aufrufe · gestartet 03. Nov. 2022 von Dillinger
2’085 Beiträge · seit 201210. Nov. 2022 ·
Hallo Markus,
bei deinem RB-Titel hab ich kurz gestutzt und mich gefragt, wieso du einen Bericht über unsere Traumreise schreibst ... aber nein, wir waren ein knappes Jahr vor euch dort unterwegs, konnten den Etosha auch nicht ganz auslassen, hatten dafür aber im Caprivi leider weniger und zu wenig Zeit.
Umso mehr freu ich mich jetzt auf eure Erfahrungen und Erlebnisse - ein paar gemeinsame Stationen gibt es auf jeden Fall.
Viele Grüße Ingrid
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
Themenstarter797 Beiträge · seit 201510. Nov. 2022 ·
18.07. Über üble Wege zur Grootberg Lodge

Auch wenn es nicht so heftig geplant war, werden wir auf dieser Etappe erstmalig testen, was unser Wagen so kann. Über diesen Streckenabschnitt hatte ich im Vorfeld keine Informationen erhalten und wusste somit nicht genau was auf uns zu kommt. Wir verlassen Madisa Richtung Norden und fahren über die D2633 zum Huab. Die D2633 ist bereits sehr einsam und verlassen und wird im Streckenverlauf immer schlechter und felsiger. Kurz vor dem Huab kommt man an eine steile und steinige Abfahrt. Hier habe ich bereits geahnt, diese Fahrt wird noch anstrengend.

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Im Huab biegen wir auf eine tiefsandige Piste Richtung Osten ab. Tiere haben wir bisher noch keine gesichtet. Verzweifelt suchen wir die Einfahrt zum Ruspoort 4x4 Trail (T4A Karte) können jedoch keinen Weg finden, der uns in nördliche Richtung aus dem Huab herausgeführt hätte. Bei einer sehr verwahrlost aussehenden Palmenplantage, wir waren sehr erstaunt, dass hier überhaupt jemand lebt, gehe ich zu einem Mann und versuche Ihm verzweifelt zu erklären, wo wir hinwollen. Nach längerem Hin und Her, wechselt ein kaltes Bier den Besitzer, und er zeigt uns den Weg durch ein versperrtes Tor. Die Ausfahrt aus dem Huab war wohl durch die Regenfälle weggespült und konnte somit nicht gefunden werden. Der Notweg war eher für Eselkarren und nicht für unseren Boliden gemacht. Mit einigem Mut und Schwung kamen wir über die Böschung hinweg, ohne unseren Dicken auf die Seite zu legen. Ab jetzt wurde die Strecke richtig übel und war nur grenzwertig zu befahren. Eigentlich ging es nur noch in Schrittgeschwindigkeit durch ausgewaschene Flussläufe und zwar direkt durch das Flussgeröll.

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Teils mit steilen Auf- und Abfahrten, sowie einigen Stufen. Diese Strecke zog sich ewig und außer einer Wildhütertruppe mit Ihrem Geländewagen, haben wir keinen Menschen mehr getroffen. Wie viele Stunden wir gebraucht haben, kann ich nicht mehr sagen, aber es war lang. Viel zu lang.
Auch die Landschaft war nicht besonders ansprechend oder abwechslungsreich. Zumindest hatten wir einige Zebras und Giraffen im Anblick. Da die Mageprobleme bei Silke nicht besser wurden, quälte das Geruckel über dieses Gelände Sie doch sehr. Wenn ich gewusst hätte wie die Strecke zu fahren ist, hätte ich sie umgangen. Klare Empfehlung von mir, D2633, Ruspoort 4x4 und D2646 lohnen sich nicht. Besser eine andere Strecke wählen.

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Irgendwann haben wir sie aber dennoch geschafft und biegen auf C40 Richtung Grootberg ab. Sofort wird die Landschaft ansprechender und der Anstieg zum Grootbergpass ist wunder schön.
An der Einfahrt zur Lodge muss man sich anmelden und wir fahren die steile Auffahrt auf das Plateau hinauf. Oben angekommen werden wir bereits erwartet und unser Gepäck wird zur Hütte getragen. Bei einem Welcome Drink wird uns die Lodge erklärt und wir lassen uns auf der traumhaft gelegenen Terrasse nieder. Wir beziehen unser Zimmer und stellen fest, dass es kein Warmwasser gibt und der WC-Abfluss nicht das macht, was er machen sollte.
Das Zimmer mit Bad und Terrasse ist hübsch und gefällt uns.

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Wir schlendern zurück zum Hauptgebäude und bitten um Hilfe für under Wasserproblem. Auf der Terrasse genießen wir kaltes Bier und heißen Kamillentee bei traumhaftem Ausblick. Auch für die obligatorischen Fotos ist vor dem Abendessen noch genug Zeit.

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Das gute Abendessen wird allen Gästen gleichzeitig serviert.

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Bei der Nachspeise sage ich zu meinem Sohn Moritz „gleich werden die Tänze losgehen“ er belächelt mich und denkt ich spinne. 2 Minuten später beginnt die gesamte Grootbergmanschaft mit Tanz und Gesang. Die Aufführung wird mit viel Freude ausgeführt und gefällt uns.

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Da es meiner Frau immer noch nicht besser geht, verziehen wir uns recht schnell auf unser Zimmer. Leider hat sich an der Wassersituation nichts geändert und somit duschen wir kalt.
Nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück, lassen wir uns Zeit und nutzen noch ein wenig das Gelände der Lodge.

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Heute haben wir nur einen kurze Tagesetappe, zum nahe gelegenen Hoada Camp.
Nachdem das Frühstück abgeräumt ist, beginnen die Angestellten mit Ihrem Tanzübungen und verbreiten eine Menge Spaß dabei.


Kurze Bewertung:
Anfahrt über Ruspoort 4x4 nicht schön. Die Lodge hat eine Traumlage, die Zimmer sind hübsch, das Personal ist nett und das Essen war gut. Richtig überzeugt hat sie mich nicht, es waren eher Kleinigkeiten die mich gestört haben. Beleuchtung im Speiseraum wie in einem Bahnhof und man hat sich nicht im Geringsten um unser Wasserproblem gekümmert.
Für diesen Preis, muss ich dort nicht mehr übernachten.
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
zuletzt bearbeitet 10. Nov. 2022
Themenstarter797 Beiträge · seit 201522. Nov. 2022 ·
19. und 20.07. Hoade und die Unterstützung des örtlichen Jugendfußballes

Morgens beim Beladen des Autos, erfahren wir von einem jungen Pärchen, dass es auf Hoada am Vortag ein Feuer gab. Beim morgentlichen Anheizen eines Donkeys, hat sich das trockene Gras entzündet. Ein großflächiger Brand ist entstanden. Die Hoada Crew und die Camper haben gemeinsam das Feuer bekämpft und hierzu wohl die letzten Wassertropfen, einschl. der Poolfüllung benutzt. Das Pärchen wollte nach er Brandbekämfpung, verständlicher Weise, nicht mehr auf dem Platz übernachten und wurde zu uns auf die Lodge ausquartiert. Mit einem etwas mulmigen Gefühl brechen wir nach Hoada auf.
Dort angekommen sieht alles recht normal aus und wir können nur wenige Brandstellen ausmachen. Dies wird sich bei einem späteren Spaziergang ändern. Letztendlich hatte Hoada riesen Glück, dass sich das Feuer bedingt durch den Wind, vom Campingplatz wegbewegt hat. Nur ein kleiner Teil war betroffen. Wir bekommen Stellplatz C2 und sind begeistert. Unser Platz liegt zwischen großen Felsen, Toilette, Dusche und Kochecke sind toll und mit viel Geschmack, in die Felsen eingepasst. Ein wirklich hübscher Platz und wir fühlen uns sofort wohl hier.

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Bei einem kleinen ersten Rundgang schauen wir uns noch die Bar und den kleinen Pool zwischen den Felsen an. Alles ist gepflegt und toll zwischen die Felsen gebaut.

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Der Tag ist jung und wir benötigen noch einige Vorräte für die kommenden Tage und so beschließen wir, für einen Einkaufsbummel, in das nur eine Stunde 😗 entfernte Kamanjab zu fahren. Mal einen Tag ohne lange Fahrerei wäre ja auch zu langweilig.
Auf halber Strecke zwingt uns ein Mann mitten auf der Straße, in Warnweste und wild winkend, zum Anhalten. Erst denke ich es gibt einen Notfall oder er ist Polizist und so halte ich neben Ihm an. Er zückt ein Buch und zeigt uns, welcher Tourist, aus welchem Land, angeblich wieviel Geld für seine Jugend-Fußballmannschaft gespendet hat. Alles über etliche Seiten ordentlich notiert und von den Spendern abgezeichnet. Es sind Beträge zwischen 50 und 500 N$. Ich lasse mich nicht lumpen und unterstütze die Ortsjugend mit einer ordentlichen Spende. Beim Weiterfahren belächelt mich meine Familie und sagt, dass ich eben ordentlich und sehr professionell beschissen wurde. Tja, da bin ich wohl das geborene Opfer für. Nach einer Stunde erreichen wir Kamanjab und sehen am Ortseingang einige Männer trinken und feiern. Ich halte nach meinem Fußballtrainer Ausschau, da ich vermute, dass er mit meiner Spende heute ordentlich einen ausgeben kann.
Hier gibt es eine Tankstelle und einen Supermarkt, tanken und einkaufen ist recht schnell erledigt und nun suchen wir noch den Metzger. Einige Straßen weiter finden wir Ihn und können unser benötigtes Fleisch erwerben. Toll aussehende Rindersteaks die sich leider als sehr zähe Schuhsohlen herausstellen werden. Wild gibt es leider keines.

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Beim Verstauen der Einkäufe müssen wir uns einigen sehr aufdringlichen Himba-Damen erwehren. Das Verstauen der Vorräte zieht sich ein wenig da wir feststellen, dass sich zu meinem Bedauern, einige Bierdosen erleichtert haben. Eine mittelgroße Biersuppe ist in einer unserer Vorratskisten entstanden. Nach dem Einkauf geht es zurück nach Hoada. Dort richten wir uns ein, genießen die Dusche und begeben uns zu einem Sundowner auf die tolle Terrasse der Bar. Hier kann man einen hübschen Sonnenuntergang mit anschließendem HTHHP mit einem kühlen Drink erleben.

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Während wir den roten Abendhimmel bewundern, kommen wir mit der Bardame ins Gespräch. Es geht um Ihren Job und die Bezahlung, Ihre Familie und Ihren Sohn und das Leben, dass sie führen. Für uns ist es sehr interessant die Einstellungen und Sorgen dieser Frau kennen zu lernen. Unser Trinkgeld fällt zugunsten der Schuluniform Ihres Sohnes ein wenig höher aus.
Nachdem der HTHHP abgeklungen ist und es wirklich dunkel geworden ist, begeben wir uns auf unseren Platz, essen noch etwas zu Abend und später geht es ins Dachzelt.

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Noch im Dunklen kommt der Donkey- Beauftragte mit seiner quietschenden Schubkarre und heizt das Feuer an (wahrscheinlich auch der Verursacher des gestrigen Brandes).
Der Sonnenaufgang und die herrliche morgentliche Afrikastimmung wird im Schlafsack bei geöffnetem Dachzelt genossen. Die Sonne klettert langsam in die Höhe, wirft verspielte Schatten auf die Felsen, lässt das goldene Gras erstrahlen, erwärmt die Luft und erweckt die Tierwelt. Vogelscharen mit hunderten von Vögeln sausen durch die Luft und bilden regelrechte dunkle hin und her wabernde Wolken.

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Nachdem die Morgenschatten unseren Platz nicht mehr verdecken bereitet Moritz heute Spiegeleier zu und wir gönnen uns ein reichhaltiges Frühstück in der warmen Sonne.

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Am Wagen entdecke ich eine Schlangenspur die sich quer über unseren Platz zieht und zwischen den Felsen im hohen Gras verschwindet. Sie ist faustdick und könnte, nach Aussage des Donkey-Heizers eine Mamba gewesen sein. Ab sofort sind wir beim Kraxeln in den Felsen und beim Laufen durch das hohe Gras etwas vorsichtiger.

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Silke und ich begeben uns nach dem Frühstück auf einen kleinen Spaziergang in die Umgebung der Camp Site.

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Hier zeigt sich erst das Ausmaß des Feuers und wir können große schwarze, zum Teil noch rauchende Flächen sehen.

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Den restlichen Tag verbringen wir mit Nichtstun, chillen, Sundowner, Aussichtsplattform mit Bar, HTHHP und essen, auf diesem wunderbaren Platz. Fred und Wilma Feuerstein würden uns sicher um diese hübsche Felsenunterkunft beneiden.

Am Morgen beeilen wir uns mit dem Frühstück und dem Zusammenpacken, da wir eine längere Strecke vor uns haben.

Kurze Bewertung:
Gut organisiertes Camp, saubere hübsche Stellplätze, tolle Landschaft, super Felsenbar mit Aussichtsplattform, nette Crew. Gerne kommen wir hier nochmals her.
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
zuletzt bearbeitet 22. Nov. 2022
725 Beiträge · seit 201722. Nov. 2022 ·
Springe nach ein paar Tagen auch noch auf.
Die Ecke ist uns unbekannt, daher lese ich interessiert mit.

Unsere 1. Reise haben wir auch bei Carsten gebucht und sehr zufrieden gewesen 🙂 🙂
Gruß Gabriele (Reisebericht 1. Namibia Reise 2022 / Süden) http://www.stenders-reisen.de/Namibia%202022/Namibia_2022.html
Themenstarter797 Beiträge · seit 201522. Nov. 2022 ·
21.07. Khowarib Schlucht und Lodge, oder mit Vollgas durch den Bulldust

Früh fahren wir in Hoada los und begeben uns auf die kommenden 100km in Richtung Khowarib. Wir werden für diese schöne Strecke über 6 Stunden benötigen.

Los geht es ein kurzes Stück über die C40 bis Erwee. Dort suchen wir einige Zeit die richtige Abfahrt zum Othitheka Trail in Richtung Norden. Kurz hinter dem Ort gelangt man zu einer Veterinär-Kontroll-Stelle die eher einem Grenzübergang gleicht. Ein netter Wachmann öffnet uns das gewaltige Tor und wir beginnen mit einer sehr einsamen Fahrt durch eine wirklich schöne Landschaft. Der erste Teil geht durch ein mit Palmen bewachsenes Flussbett, hier beobachten wir riesige Vogelschwärme und etliche im Wasser liegende Schildkröten.

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Zu unserer Freude finden wir jede Menge Elefantenkot verschiedenen Alters und erhoffen uns die grauen Riesen zu finden. Leider wird sich dies heute nicht verwirklichen. Weiter geht unser Weg über übles Geröll mit gelegentlichen Sichtungen von Zebras und Giraffen.

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Wir haben auf diesem Abschnitt die meisten Tiersichtungen im Kaokoveld gehabt. Auf einer hübschen weiten Ebenen, an einem künstlichen Wasserloche, zeigte sich eine große Herde Zebras. Es waren sicher einige Duzend. Die verbuschte und steinige Landschaft verändert sich und mit dem Einfahren in die „Kleine Serengeti“ wird es sandiger und die flankierenden Berge höher. Die Einfahrt in die Khowarib Schlucht ist sehr tiefsandig aber die Berge zu beiden Seiten schimmern in der Nachmittagssonne in herrlichen Farben.

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Immer mal wider finden wir Giraffen die oft unseren Weg durch das Flussbett kreuzen.

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Kurz vor Khowarib treffen wir auf einige Himbakinder, die uns in einem kleinem Wäldchen Spielzeug verkaufen wollen. Wir verteilen ein wenig Obst und fragen nach dem Weg zur Lodge. Leider werden wir in eine etwa 100m lange und bis zu 2m tiefe Rinne geleitet die mit übelstem Bulldust gefüllt ist. Da ich Angst habe stecken zu bleiben, gibt es nur noch Vollgas und durch, durch diese Schweinerei. Im absoluten Blindflug habe ich Glück den Wagen nicht zu beschädigen und wir erreichen heil, aber komplett eingestaubt, den Ausgang der Rinne.
An der Lodge angekommen entstauben wir unsere Kehlen mit einem eiskalten Bier an der Bar.

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Nach kurzer Zeit sind wir mit dem Barkeeper und der Eigentümerin im Gespräch und haben eine nette Unterhaltung. Nach dem ich von meinem Bulldust Missgeschick erzählt habe, soll ich meinen Wagen hinter der Lodge abgeben. Hier wird er oberflächlich sauber gemacht. Wir bestellen noch Abendessen und Frühstück und beziehen unseren Stellplatz.

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Zurzeit werden hier viele Plätze neu gebaut. Einige sind beim letzten Hochwasser fast oder auch komplett zerstört worden. Die Plätze und das Waschhaus sind sehr hübsch und gefallen uns. Nachdem wir auch uns entstaubt haben und die Kleidung erneuert haben, begeben wir uns zum Abendessen auf die Lodgeterrasse. Essen und Ambiente sind super. Lagerfeuer und der HTHHP bescheren uns einen unvergesslichen Abend. Silkes Magen geht es endlich auch ein wenig besser.

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Nach einer erholsamen Nacht bekommen wir noch ein üppiges Frühstück und schauen uns die Anlage der Lodge an. Es gibt neben den Stellplätzen noch Bodenzelte die von außen einen sehr guten Eindruck machen. Einen kleinen Pool gibt es auch, den Moritz zu einem kurzen und kühlen Bad nutz.

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Dies war nun für einige Tage unsere letzte Lodge und wir starten in Richtung Hoanib.

Kurze Bewertung:
Khowarib Schlucht mit Zufahrt über Erwee hat uns sehr gut gefallen. Die Khowarib Lodge hat uns super gefallen und wir werden hier sicher nochmal nächtigen. Sie ist absolut zu empfehlen.
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
8’771 Beiträge · seit 201022. Nov. 2022 ·
Dillinger schrieb:

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Achjaaa, *seufz* - dort ist es soooo schön 🙂 ! Dies war ja 2017 der Beginn unserer verrückten Tour und ich kann mich noch so gut daran erinnern. Anscheinend seid Ihr etwas hartgesottener als wir, denn wir fanden das Ganze schon ziemlich anstrengend. Bei dir lese ich nur mal kurz von "üblem Geröll" 😄 .

Danke für die schöne Erinnerung und jetzt bin ich sehr gespannt auf eure Erlebnisse rund um und in dem Hoanib!

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
221 Beiträge · seit 201425. Nov. 2022 ·
Lieber Markus,

besten Dank für den tollen Bericht, den ich gerne verfolge. Bin besonders gespannt auf den Caprivi-Teil, da wir im September nächsten Jahres dort unseren Schwerpunkt haben werden. - Rest eurer Tour ist natürlich auch super 😎

Viele Grüße & besten Dank für all die Infos im Bericht
Peter
Themenstarter797 Beiträge · seit 201525. Nov. 2022 ·
22.07. Elephant Song Camp, durch den wunderschönen Hoanib

Wir brechen auf und verlassen die wunderschöne Khowarib Lodge über die C43 und fahren nach Sesfontein. Im kleinen Ort erstehen wir noch einige Knabbereien und besuchen die letzte Tankstelle für viele hundert Kilometer. Bis auf den letzten Tropfen füllen wir den 2oo Liter Tank unseres Dicken. Das Benzin wird im späteren Verlauf der Reise noch ein kleines Problem.

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Auf unserer Kaokoveld Tour 2018 sind wir direkt hinter Sesfontein in den Hoanib gefahren. Diesmal fahren wir über die D3707 und biegen nach kurzer Zeit in den Ganamub ab. Auch hier müssen wir ein wenig nach der richtigen Zufahrt suchen.

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Kurzer Einschub zu unserer Navigation. Ich habe mir im Vorfeld viele Gedanken über die richtige Navigation gemacht. Habe mir Base Camp zugelegt und mich eingearbeitet. Dort eine Route ausgearbeitet und in ein Navi eingespielt. Dieser Vorgang hat mich einige Male in den Wahnsinn getrieben, aber ich habe nicht aufgegeben. Natürlich haben wir auch die neuste Papierkarte von T4A dabei und ich habe mir für mein iPhone die T4A Guide App zugelegt. Letztendlich haben wir nur diese benutzt und haben uns hervorragend damit zurechtgefunden. Ich kann sie uneingeschränkt empfehlen. Alle Wege, Camps, besondere Orte und viele Informationen sind dort leicht zu finden. Man kann immer seinen aktuellen Standort genau in der Karte sehen und sich somit sehr gut orientieren.

Weiter geht’s mit dem Ganamub. Ein wunderschönes Tal in dem mein Sohn das Steuer des Dicken übernimmt und erste Tiefsanderfahrungen macht. Es ist wirklich entspannend, wenn man sich durch eine solch schöne Landschaft fahren lassen kann.

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Erste Tiere Zeigen sich und wir dürfen einige Straußenfamilien und einzelne Giraffen beobachten.

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Bei einem Trupp Strauße gibt es etliche Kücken die als kleine Federknäule durch die Gegend hüpfen. Wir nehmen und Zeit und beobachten ausgiebig.

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Im Bereich des Überganges Ganamub zum Hoanib, treffen wir auch endlich unseren ersten Elefanten. Dieser steht unter einem Baum und lässt sich das Grün ausgiebig schmecken.

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Ich bin mal wieder begeistert, dass es noch möglich ist, in freier Wildbahn und in einer solch schönen Landschaft einen Elefanten beobachten zu dürfen. Hoffentlich verhalten sich alle Besucher dieser Traumgegend respektvoll und vernünftig, damit solch beeindruckende Gebiete, nicht für normale Besucher gesperrt werden müssen.
Wir folgen dem Hoanib in Richtung Westen und kehren erst im Bereich der Amspoort Gorge um. Mein Traum währe es hier einmal Löwen zu sichten, doch leider wird er sich nicht erfüllen. Vergeblich suche ich jeden schattigen Platz ab. In Teilbereichen ist der Hoanib sehr tiefsandig und man muss ordentlich Gas geben um sich nicht festzufahren. Den Reifendruck müssen wir jedoch noch nicht absenken.

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Am späten Nachmittig erreichen wir das Elephant Song Camp und sind von der Lage, auf einem Hügel mit traumhaftem Blick in beide Richtungen des Hoanib, begeistert.

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Das scheinbar neu gebaute Camp ist verlassen und wir sind ein wenig unsicher uns einfach auf einen Platz zu stellen und die Infrastruktur zu nutzen. Unsere Sorge zeigt sich als unbegründet, da ich nach 10 Minuten zwei Gestalten mit dem Fernglas entdecken kann, die sich flott auf unser Camp zubewegen. Einer der Beiden kommt auch tatsächlich zu uns und stellt sich als Magnus und Campbetreiber vor. Er ist ein sehr netter Kerl und versorgt uns mit warmem Wasser und Brennholz. Wir reden noch ein wenig über das Camp und sein Leben, danach schnappt er sich meinen Sohn und nimmt Ihn zu seiner Unterkunft mit, da er dort das sehr begehrte W-Lan nutzen kann. Ja, auch hier im einsamen Hoanib gibt es W-Lan. Wir stellen unsere Stühle an den Rand des Hügels und genießen die Ruhe und die traumhafte Aussicht mit einem kühlen Bier.

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Wir nutzen die guten Duschen, bauen die Zelte auf und bereiten das Feuer für unser Abendessen vor. Wie auch Bele es bereits in Ihrem Bericht erwähnt hat, machen wir uns etwas Sorgen um den Funkenflug unseres Feuers.

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Gelegentlich flattern einige ungeschickte, durch unser Licht irritierte, Riesen-Heuschrecken gegen uns oder die Wände.

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Man hat hier immer das Gefühl, jeden Moment könnten Löwen oder Elefanten zu besuch kommen. Leider bleibt dies nur ein Gefühl und wir begeben uns, nach einem sehr spektakulärem HTHHP, in unsere Dachzelte.

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Nach einer ruhigen Nacht, für mich zumindest, da ich mein eigenes Schnarchen ja nicht höre, erwachen wir mit Vogelgezwitscher und bestaunen den Sonnenaufgang. Aus dem Dachzelt heraus beobachte ich die Gegend mit meinem Fernglas. Ich liebe es, einen Morgen so zu beginnen.

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Nach einem Café und einem Frühstück packen wir und es geht in Richtung Norden weiter.

Kurze Bewertung:
Sesfontein kleines Dorf mit einigen leinen Läden und einer Tankstelle. Ganamub hübsches Tal, viele Strauße. Hoanib einfach nur super. Tolle Landschaft, tiefsandig, grün und Elefanten.
Elephant Song, total klasse.
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
zuletzt bearbeitet 25. Nov. 2022
1’559 Beiträge · seit 201126. Nov. 2022 ·
Ihr Lieben,
mein grauer nebliger Samstag ist gerettet! 🤩 Eine wunderbare Tour durch mein Lieblingsland durfte ich begleiten.
Es ist immer wieder spannend zu lesen, wie sich die Geschichten der Einheimischen wiederholen. Auch wir haben der Bardame auf der Hoada Campsite Geld für die Schuluniform und Unterkunft des Jungen gegeben. Wie viele Schuluniformen der Junge wohl schon hat? 😮 Aber bestimmt war es bei euch eine andere Bardame als bei uns.
Ich freue mich schon auf den Weitergang eurer Reise.
Biggi
Meine Reiseberichte
Themenstarter797 Beiträge · seit 201528. Nov. 2022 ·
Hallo Peter,
bis in den Caprivi dauert es noch einige Tage. Du kannst dich aber darauf freuen, es war sehr schön dort.

Gruß
Markus
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Themenstarter797 Beiträge · seit 201528. Nov. 2022 ·
Hallo Bele,
naja ab nun bewegen wir uns ja quasi in deinem Vorgarten. Hoffentlich vertausche ich nicht den ein oder anderen Trockenflußnamen und bekomme einen Rüffel 😄

Liebe Grüße
Markus
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Themenstarter797 Beiträge · seit 201528. Nov. 2022 ·
Hallo Biggi,
wirklich lustig, dass man auf der anderen Seite der Erde, den selben Menschen kennen lernt und die gleiche Geschichte zu hören bekommt. Der Schrank des Jungen muss wirklich überfüllt sein. 🙂

Gruß
Markus
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Themenstarter797 Beiträge · seit 201528. Nov. 2022 ·
23.07. Der Weg nach Puros, oder der Versuch eines Forumstreffens im Hoanib

Zeitig verlassen wir diesen tollen Übernachtungsplatz und fahren gegen Westen in den Hoanib. Unser heutiger Plan ist es bis nach Puros zu fahren. Im Vorfeld hatte ich meine Planung mit Bele ausgetauscht und dabei haben wir festgestellt, dass sich unsere Route mit Ihrer und der der Muckels heute überschneidet. Bele und die Muckels wollten heute aus Richtung Giribes Plains über den Hoanib zum Elephant Song Camp. Also halten wir Aussicht nach den Forumslegenden und hoffen auf einen kleinen Plausch im Hoanib.
Kurz nach der Abfahrt aus dem Camp, treffen wir auf frische Elefantenspuren.

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Man beachte meinen Fußabdruck mit Schuhgröße 46. Der Elefant müsste somit eine Schuhgröße von etwa 150 haben. Den hätten wir von unserem Stellplatz sehen müssen. Wir fahren weit in den Westen und genießen die Morgensonne im Hoanib. Zweimal treffen wir hier noch einen einzelnen Elefanten.

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Nach dem wir die Abfahrt in den Obias (Seitental des Hoanib) gefunden haben und dort an einem künstlichen Wasserloch einige Giraffen beobachtet konnten, geht es am luxuriösen Hoanib Valley Camp (über 1.000,- Euro pro Nacht) vorbei zum Signal Hill in den Giribes Plains.

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Hier wird es nun wesentlich trockener und steiniger. Nach einiger Zeit erreichen wir die Abfahrt zum Fearless Pass, die wir später noch nehmen wollen. Nun verändert sich die Landschaft erneut und das Tal öffnet sich zu den Giribes Plains. Eine herrliche Ebene, eingefasst von Bergen, bewachsen mit goldenem Gras und mittig befindet sich der Aussichtshügel.

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Dieser Platz hatte uns bereits 2018 sehr gefallen und hier wollten wir nochmals hin. An oder besser auf dem Hügel machen wir, staubig aber sehr glücklich, eine Pause und nehmen uns Zeit, die Weite und Schönheit dieses Ortes auf uns wirken zu lassen. Eigentlich hatte ich hier eine Übernachtung angedacht, habe mich jedoch wegen der Fahrstrecken doch für Puros entschieden. Hier mussten wir bitter feststellen, dass die Anzahl der Tiere in dieser Gegend erheblich abgenommen hat. Auch der weitere Verlauf unserer Reise wird dies noch bestätigen. Wir vergleichen 2022 mit 2018 und müssen sagen, der Unterschied ist erheblich. Uns kommt es so vor, dass nur die Anzahl der Giraffen und Strauße in etwa vergleichbar mit 2018 ist. Elefanten, Zebras und Antilopen haben wir viel weniger gesehen. Am krassesten fanden wir die Abnahme den Oryxantilopen. Hier haben wir im gesamten Kaokoveld nur ein einzelnes Kalb gesehen. 2018 gab es etliche Familienverbände in den verschiedenen Tälern und Ebenen. Auch Warzenschweine und Paviane gibt es kaum noch.
Die Trockenheit der vergangenen Jahre hat sich leider erheblich bemerkbar gemacht und wir werden noch weiter im Norden feststellen, dass nicht nur die Wildtiere betroffen sind. Es ist nur zu hoffen, dass es nun einige „normale“ Jahre gibt und sich die Bestände erholen.

Nach unserer Pause am Signal Hill fahren wir ein kurzes Stück zurück und biegen in Richtung Fearless Pass ab. Dieser ist die Verbindung zum Mudorib, der uns letztlich nach Puros führen soll. Kurz vor der Passanhöhe muss man sich für eine rechte oder linke Streckenführung entscheiden. Wir nehmen die östliche Piste und gelangen zur höchsten Stelle. Der Pass ist nicht schwer zu fahren, wird im oberen Bereich sehr steinig und zieht sich ein wenig. Die Anfahrt aus den Plains hat uns sehr gut gefallen.

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Irgendwann weitet sich das Tal extrem und man kann in der Ferne das grüne Band des Hoarusib und somit unser Ziel Puros erkenne.

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Die letzten Kilometer fährt man durch eine traumhafte, aber sehr trockene Landschaft, immer bergab durch dieses breite Tal, flankiert von hohen Bergen. Hier haben wir einen seltenen Anblick und können in der Ferne Zebras entdecken.

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Auf unserer Strecke ist es leider nicht zum gewünschten Forumstreffen gekommen. An irgendeiner Stelle müssen sich die Muckels mit Bele und Matthias an uns vorbei geschlichen haben. Sie haben nach uns ihr Quartier im Elephant Song Camp aufgeschlagen. Schade, wäre sicher ein lustiges Treffen im Nirgendwo geworden.
Kurz vor Puros wird der Boden wieder sandiger und wir durfahren den kleinen Ort.

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Geplant habe ich eigentlich hier unseren Dicken letztmalig zu betanken und begebe mich auf die Suche nach Collin. Der wurde mir hier im Forum als Treibstoffhändler empfohlen. Vergeblich suche ich die Schilder, an die ich mich noch aus 2018 erinnern konnte, die einem den Weg zum Benzin zeigen.
Wir landen in der Shopping Mall von Puros und fragen nach Treibstoff.

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Von der Inhaberin erfahren wir, dass es keinen gibt, aber eventuell morgen jemand mit Benzin kommen würde. Wir kaufen noch einige Kleinigkeiten und ich versuche Collin auf eigene Faust zu finden. Vorbei geht es an teilweise hübsch hergerichteten aber auch sehr ärmlichen Hütten, einer sehenswerten Kirche zu einer grünen Behausung mit einem großen Tank, bei der ich meine, es wäre die Stelle an der man sonst etwas Treibstoff erstehen kann.

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Hier ist aber alles verlassen und Nachbarn bestätigen uns, Collin gibt es hier bereits seit längerer Zeit nicht mehr und damit auch kein Diesel oder Benzin. Leider beunruhigt mich nun meine sinkende Tankanzeige immer mehr. Wir haben schließlich noch eine enorme Strecke ohne Tankmöglichkeit vor uns. Gedanklich plane ich meine Route bereits um und streiche einige Highlights im Norden. Ein großer Zufall einige Tage später wird uns aber noch Benzin bescheren. Nach dieser niederschmetternden Erkenntnis, hier nicht tanken zu können, suchen wir das Community Camp, in dem wir auch 2018 übernachtet hatten. Der Weg schlängelt sich einige Kilometer das sandige Flussbett des Hoarusib und wir haben eine sehr hübsche Anfahrt. Hier merken wir an der zerstörten Vegetation und etlichen Hinterlassenschaften frischeren Datums, dass sich einige Elefanten in der Nähe herumtreiben müssten. Prompt biegen wir um eine Ecke und fühlen uns von einem Elefanten beobachtet.

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Kurz danach treffen wir im Camp ein und halten Ausschau nach der Rezeption. Diese ist verlassen und der ganze Platz wirkt, im Vergleich zu 2018, etwas verwahrlost. Unverhofft erscheint ein junger Mann der sich uns als Dachs vorstellt. Er ist sehr freundlich und zeigt uns die freien Stellplätze. Alle Plätze sind ohne Wasser und haben teilweise zerstörte Leitungen.

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Die Elefanten in der Gegend kommen zurzeit regelmäßig und nehmen alles auseinander. Das Camp ist also nicht verwahrlost, wie von uns erst angenommen, sondern wird regelmäßig von den Elefanten zerstört. Nach längerem Hin und Her erhalten wir unseren Wunschstellplatz, den wir bereits 2018 hatten.

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Ein weiterer Platz ist von einer Gruppe belegt. Die sich jedoch außerhalb unserer Hörweite befindet. Auch Dachs wir nach Benzin befragt und bestätigt, dass es keinen Händler mehr in Puros gibt. Er bietet an über Nacht nach Sesfontein zu fahren und mir dort eine gewünschte Menge zu besorgen. Diesen Wahnsinn lehne ich ab und denke kurz nach, diese Tortur selbst zu erledigen. Es wären ca. 100km One-Way die ich in 2 bis 3 Stunden erledigen könnte. Meine Familie verbietet mir zu Recht diesen Schwachsinn und der Gedanke wird verworfen. Wir bauen unser Lager auf und Dachs besorgt Feuerholz.

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Später erscheinen noch zwei Mitarbeiter die mehr schlecht als recht die Wasserversorgung flicken. Was bedeutet, die Zwei werkeln eine Stunde, zeigen uns das Wasser kommt und gehen. Wir wollen duschen und stellen fest, nach 2 Litern kommt nix mehr. Also nehmen wir mitgebrachtes Wasser zum Kochen und verzichten auf die dringend benötigte Dusche. Da wir hier zwei Tage bleiben möchten, richten wir uns ein wenig aufwendiger ein. Wir haben mehrere kleine Lampen die wir rund um unseren Stellplatz verteilen. So sitzt man abends am Lagerfeuer und kann ein wenig, die schwach beleuchtete Umgebung, im Auge behalten. Auch eine kleine Lichterkette gehört zu unserer Ausstattung und wird einige Meter entfern in einem Busch aufgehängt und beleuchtet unseren Platz sehr nett.

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Wir machen unser Feuer an, trinken ein Glas Wein und kochen unser Essen. Später klettern wir müden in unsere Dachzelte. Es war ein langer Tag.

Kurze Bewertung:
Die Route würde ich so nochmals fahren. Puros hat zwei kleine Shops mit gigantischer Bierauswahl. Treibstoff gibt es aktuell keinen. Der Ort, das Camp, die Umgebung sind fantastisch. Wir hatten dort viele Elefanten.
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zuletzt bearbeitet 28. Nov. 2022
221 Beiträge · seit 201429. Nov. 2022 ·
Alles gut - den restlichen Teil der Route verfolge ich auch mit Spannung 🙂
zuletzt bearbeitet 29. Nov. 2022
410 Beiträge · seit 200729. Nov. 2022 ·
...hoffentlich habt Ihr eine ruhigere Nacht als wir in 2018..... 😗
Leider hatten wir den kleineren Stellplatz Nr.2 - da haben nachts auch die Ellis im Camp getobt und neben unserem Zelt die Wasserleitung an der Spüle zerlegt....Die Geräusche der Stoßzähne an der Spüle waren furchterregend 😈

Warte mit Spannung wie Euer Abenteuer weitergeht...Vielen Dank dafür !

Gruß Schnuppe
2’113 Beiträge · seit 200629. Nov. 2022 ·
An irgendeiner Stelle müssen sich die Muckels mit Bele und Matthias an uns vorbei geschlichen haben. Sie haben nach uns ihr Quartier im Elephant Song Camp aufgeschlagen. Schade, wäre sicher ein lustiges Treffen im Nirgendwo geworden.
Hallo Markus,

ja, wirklich schade, dass wir im Hoanib aneinander vorbei gefahren sind. Vielleicht klappt es ja ein anderes Mal.
Vielen Dank für deinen Bericht, der viele schöne Erinnerungen weckt. Mit den Elefanten im Hoanib hattet ihr ja großes Glück – oder wir einfach Pech. Vermutlich habt ihr sie uns alle weggeguckt. 😉
Freue mich schon auf die Fortsetzung, bei der ihr nun ungefähr in entgegengesetzter Richtung zu unserer Route unterwegs seid.
Sehr sympathisch finde ich übrigens euren Gravelroad-Tanz. Ich glaube, jeder von uns hat irgendwelche bekloppte Rituale. 🙂

Viele Grüße
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
Themenstarter797 Beiträge · seit 201530. Nov. 2022 ·
Hallo Schnuppe,

Puros ist immer abenteuerlich. Die kommende Nacht war ruhig, aber der Morgen hatte es in sich. Werde gleich berichten.

Gruß
Markus
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Themenstarter797 Beiträge · seit 201530. Nov. 2022 ·
Hallo Uwe,

ja mit den Ritualen ist es eine lustige Sache. Manche Sachen ähneln sich doch sehr. Bei unserem Gravelroadtänzchen geht es noch wilder zu, als man es auf den Fotos sehen kann. Sei froh, dass es so schwierig ist hier Videos einzustellen. Ich versuche den "Backpack Dance" aufzuführen 🤢 (kannst du ja mal googeln) gut das es nur meine Familie sehen kann.

Ich habe auf unserer Tour öfters gedacht, die Spuren im Sand sind von Bele und Euch. Bei der Belegung der Camps muss man echt Glück haben und es kann einen total unterschiedlich treffen. Wir waren z.B. im Marble Camp alleine und Ihr hatte da ja volles Haus.

Leider habe ich noch keine konkrete Planung für eine neue Reise. Einiges spukt mir jedoch im Kopf herum. Mal sehen.

Gruß
Markus
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Themenstarter797 Beiträge · seit 201530. Nov. 2022 ·
24.07. Ein Tag in Puros und eine Hyäne mit Lichterkette

Die Nacht war ruhig und wir haben gut geschlafen. Beim Frühstück werden wir durch einen umstürzenden Baum aufgeschreckt. Der Grund ist schnell gefunden, Elefanten nehmen das Camp ein. Ein Trupp älterer Bullen zerlegt einen richtig großen Baum und macht entsprechen krach. Schnell schnappen wir unsere Fotoapparate und versuchen ein paar Bilder zu knipsen.

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Erst beobachten wir einen nahen Elefanten der sich jedoch schnell im Unterholz verzieht, als es plötzlich hinter uns kracht und ein anderes beeindruckendes Exemplar, sich an unserem Warmwassertank zu schaffen macht.

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Die erst am Vorabend laienhaft reparierte Leitung wird bei diesem Besuch erneut zerlegt. Ein gutes hat dies, denn am späteren Vormittag wird sie nun endlich funktionsfähig erneuert.
Wir halten den notwendigen Abstand zu den Elefanten und diese zeigen sich durch unsere Anwesenheit völlig unbeeindruckt und friedlich. Nach etwa 10 Minuten zieht der Trupp weiter und es kehrt wieder Ruhe ein und wir beenden unser Frühstück.

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Skeptisch werden wir von zwei Tokos beobachtet, die sich auf einem Ast über unseren Köpfen niedergelassen haben und sich scheinbar köstlich über uns amüsieren.

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Am Boden sichert sich eine handzahme Frankolin Familie die restlichen Krümel des Frühstückes, um im Anschluss die neusten Nachrichten der Tokos mitgeteilt zu bekommen.

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Ein Problem bei solch einer Tour ist die Entsorgung des Restmülles. Es stehen zwar schwarze Abfalltonnen an den Camps bereit, wohin und wie diese jedoch geleert werden habe ich bei einem kleinen Spaziergang über das Camp Gelände gesehen. Es gibt ein wenig versteckt am Rand einen, mit Baustahlmatten mehr oder weniger effektiv geschützten Platz, an dem alles abgekippt wird. Teilweise wird wohl versucht die Müllhalde abzufackeln, was jedoch nicht sehr gut zu funktionieren scheint. Die Sache mit dem Müll gefällt mir gar nicht, eine Lösung dieses Problems fällt mir jedoch auch nicht ein.

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Zurück am Stellplatz fällt uns auf, dass unsere kleine Lichterkette bestückt mit etlichen Papierlampions, verschwunden ist. Als erstes habe ich den Wasser-Leitungs-Reparatur-Trupp im Verdacht, muss mich jedoch nach näherer Untersuchung des Tatortes, für diesen Gedanken entschuldigen. Im Sand unter dem Diebesort sind eindeutig große und kleine Tatzen abdrücke zu erkennen. Täter müsste somit eine Hyäne sein. In meiner Vorstellung sehe ich sofort eine verzweifelte oder vielleicht auch glückliche Hyäne, die eine batteriebetriebene Lichterkette um ihren Hals trägt und somit zum Hingucker der afrikanischen Tierwelt wird.
Die Sache muss näher untersucht werden und so folge ich den Spuren im Sand, bis ich nach etwas 50m eine zerkaute und zerbissene Lichterkette im Busch finde. Warum dieses leuchtende Ding das Interesse der Hyäne geweckt hat, bleibt mir ein Rätsel. Hier nochmal die letzte Aufnahme unserer Lichterkette und somit auch gleichzeitig der Tatort des Diebstahls.

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Am späten Vormittag klappen wir die Zelte ein und brechen auf, den Puros Canyon zu erkunden. Die Landschaft des Canyons, mit seinem Wasserlauf gefällt uns sehr. Mein Sohn macht sich einen Spaß und erkundet die Wasserquerungen für uns zu Fuß. Ein wenig Bewegung, bei den langen Autofahrten, muss ja auch sein. Tiere zeigen sich hier erstaunlicher Weise gar nicht, obwohl es mir hier als Elefant oder Giraffe, besonders gut gefallen würde.

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Zurück im Camp stellen wir fest, dass endlich die Wasserversorgung funktioniert und somit gönnen wir uns die längst notwendige Dusche und widmen uns der Wäsche und dem Faulenzen.

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Zum Sundowner begeben wir uns in die kleinen Sanddünen hinter dem Stellplatz und bewundern den herrlichen Sonnenuntergang. Dabei vernachlässigen wir nicht die Umgebung, um nicht nochmals von den Elefanten überrascht zu werden.

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Auf einem ordentlichen Lagerfeuer bereiten wir unser Abendessen zu und lassen den Tag an diesem wunderbaren Ort ausklingen.

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Nach einer ruhigen Nacht gibt es ein schnelles Frühstück und wir packen unser Zeug, für eine neue Etappe unserer Traumreise.

Kurze Bewertung:
Meine Anmerkungen zu Puros und dem Camp habe ich bereits am Vortag vermerkt.
Zwei Tage hier einzuplanen war eine richtige Entscheidung und wir haben die Zeit hier extrem genossen. Die Fahrt durch den Canyon hat uns 2018 mehr begeistert, da es wesentlich mehr Tiere gab. Landschaftlich ist die Fahrt durch den Hoarusib von Puros aus, ein Traum.
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zuletzt bearbeitet 30. Nov. 2022
4’386 Beiträge · seit 201530. Nov. 2022 ·
Hallo Markus,
speziell mit Deinem letzten Beitrag hast Du mich ganz wegmütig gemacht und schöne Erinnerungen geweckt. 2015 haben wir uns auch in dieser Region herumgetrieben….!
Schreib schnell weiter!
Gruß
Friederike
PS Die Hyäne mit Lichterkette ist eine hübsche Vorstellung
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zuletzt bearbeitet 30. Nov. 2022