picco schrieb:
Bei einigen Schreibern und Sprechern frag ich mich auch ob die sich mit den vielen fremdsprachigen Ausdrücken irgendwie cooler finden als wenn sie deutsch schreiben/sprechen würden.
Ich denke, es ist ein Stück weit auch eine deutsche Eigenart, unnötig Fremdwörter zu verwenden. Das ist im beruflichen Alltag so und im alltäglichen Umfeld auch. Das ging los mit "Coffee to go". Die Amerikaner, Engländer und Australier sagen "Coffee to take away".
Dann kam das Mobiltelefon. Die ganze Welt sagt "mobile phone". In Deutschland hat man den Englisch klingenden Kunstbegriff "Handy" erfunden, den im englischen Sprachraum aber gar keiner kennt.
Demnächst beginnt die Fußball-WM. Dann gibt es wieder überall "public viewing". Den Begriff gibt es im Englischen tatsächlich auch. Dort ist das aber die öffentliche Aufbahrung eines Verstorbenen vor der Beisetzung.
Ein Bekannter aus England, der fließend Deutsch spricht, hat vor Jahren mal erzählt, dass er in Deutschland an einer Fahrschule vorbeikam, in deren Schaufenster Werbung für einen Crashkurs hing. Er stand minutenlang grübelnd davor und überlegte, was das sein soll. Ein Kurs, in dem man lernt, Unfälle zu verursachen, schloss er aus. Er kam zu dem Ergebnis, dass es wohl ein Kurs sei, das richtige Verhalten nach einem Unfall zu lernen. Auf die Bedeutung "Schnellkurs" kam er nicht.
Wir haben offenbar das Talent, englische Begriffe so zu verwenden, dass selbst englische Muttersprachler nicht mehr verstehen, worum es geht. 😉
Natürlich ist es sinnvoll, wenn man als Tourist einige Begriffe kennt wie Rivier, Pad oder Braai, aber ich muss sie nicht in deutsche Sätze reinmischen. Und wenn ich in Namibia grille, wie ich es zu Hause auch tue, dann nenne ich es auch so.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...