Hoi zämä
Vielleicht wird das Thema hier von einigen etwas zu ernst genommen, ich kann nur für mich schreiben dass ich beim Kopfschütteln fast immer auch ein lächeln drauf habe, nicht überheblich sondern amüsiert ohne die Person in irgend einer Weise dabei innerlich abzuwerten. Wenn ich jemanden auslache dann mich selbst, und das durchaus desöfteren. 😉
Andere Menschen bewusst abzuwerten ist nicht so mein Ding...ausser sie werten mehrfach andere Menschen ab, dann kann das schon ändern.
Akane schrieb:"Heute möchte ich besonders cool sein und mich abgrenzen, und benutze daher ein Fremdwort", denken sich die meisten Schreibenden sicherlich nicht. Das lebt wohl eher in den Köpfen der Lesenden, die sich daran stören.
Natürlich denkt niemand so, aber auch Du musst zugeben dass es Menschen gibt die viel und fast schon inflationär Fremdwörter gebrauchen, vielfach auch ohne sie wirklich zu verstehen. Ich kenn da auch im Privatleben so einige, die das gerne machen, besonders wenn viele Zuhörer da sind. Zufall oder Inszenierung?
Akane schrieb:Sonst könnte man ja auch einfach denken: "Schon wieder so viele Fremdwörter, wie nervig", statt direkt darauf zu schließen, dass jemand cool sein oder sich hervorheben möchte.
Du denkst also permanent zu 100% bewusst?
Sorry, das glaub ich Dir nicht.
Ich denk da nichts im Sinne 'ist dies nervig' sondern mein Lesefluss wird durch zu viele eingestreute fremdsprachliche Worte gestört, das find ich unnötig. Vielleicht haben wir Schweizer da bei Hochdeutsch auch eine etwas andere Wahrnehmung, da dies für uns je nach Dialekt ja mehr oder weniger beinahe eine Fremdsprache ist. Graue Haare bekomm ich deswegen aber nicht noch mehr...aber vielleicht sind diese Worte ja der Grund für die vorne langsam schwindende Haarpracht??? Hu nous, hu nous...oder auf Deutsch: Wer Nase, wer Nase...
Akane schrieb:Der Schluss von Wortwahl zu Motiv der Schreibenden ist ziemlich interpretationslastig.
Ist Kommunikation nicht grundsätzlich schon interpretationslastig?
Akane schrieb:Rechtschreibfehler kommen bei fremdsprachigen Begriffen vielleicht wirklich etwas peinlicher rüber. Schließlich unterstellt man dem Schreibenden ja, er/sie wollte cool sein - und dann so ein Fail!
Rechtschreibfehler passieren ja kaum je absichtlich, also können diese für sich betrachtet auch nicht wirklich peinlich sein. Zumindest in meiner Wahrnehmung ist etwas das man macht, es aber nicht kann nicht peinlich solange man nicht damit rumblufft (ja, ich weiss, aber 'bluffen' ist schon so länger in unserer Sprache als ich auf dieser Welt bin) oder es wirklich massiv unter dem Niveau (nochmal wie beim 'bluffen', nur diesmal vom Französischen her) ist das man den Täter zuschreiben kann. Oder ist es peinlich wenn ein einjähriges Kind bei den Gehversuchen umfällt? Wohl eher nicht.
Akane schrieb:Ich habe gestern in meinem Reisebericht von einem Löwen geschrieben, der vom Rudel gedudelt statt geduldet wird. Auch ganz schön peinlich.
Du hast es ja nicht mit Absicht gemacht, also ist es zumindest in meinen Augen nicht peinlich. Habs übrigens nicht mal bemerkt. 😉
Akane schrieb:Was wirklich cool wäre, wäre nicht immer gleich so wertend zu sein und so viel in Dinge reinzuinterpretieren, die für die Schreibenden vielleicht ganz normal sind, nur für einen selbst vielleicht nicht Das kann man ja auch so zu Kenntnis nehmen, und sich davon natürlich auch gestört fühlen/genervt fühlen - aber diese Abwertung brauchts ja nicht.
OK, man kann das natürlich auch als wertend betrachten, aber man muss doch auch nicht gleich denken dass man dadurch abgewertet wird, odrr (kein Schreibfehler, mach ich absichtlich in Anlehnung an meine Muttersprache wo 'oder' wie 'odrr' ausgesprochen wird)?
Der Empfänger macht doch die Botschaft.
Akane schrieb:Ich bin jedenfalls froh, dass die meisten nicht mehr schreiben wie Goethe.
Da sind wir einer Meinung. 🙂