Tag 8: Over the Hills and far away...Es ist früh am Morgen und wir sind beide wach, denn unsere Wecker wurden gestern Abend mal nicht vergessen!
Also mal die Kissen aus den Gesichtern pfriemeln, die Decken aus den Haaren zupfen und was man und frau sonst noch so alles zu tun hat um wie ein Mensch auszusehen.
Oben: Noch ein letzter Blick vom Balkon aufs Meer hinaus...
Oben: Blumen hats hier überall...
Oben: Blick vom Strand hoch zu unserer nun ehemaligen Unterkunft. Rechts zuoberst das Dach, auf das wir jeweils runter geschaut habenSchon bald packen wir noch den Rest zusammen und ich darf Schleppesel für die grossen Koffer sein, während meine Freundin die Kleinen nimmt.
Ab der Reception stehen uns zwei kräftige Männer, die mir aber nur knapp bis zur Schulter reichen, bereit uns zu helfen.
Und die Kerle helfen so gut dass noch bevor ich es merke beide grossen Gepäckstücke auf ihren Schultern davongetragen werden.
Wir verabschieden uns noch vom liebenswerten Personal und hüpfen hinten nach die Treppe runter.
Unten am Strand geben wir den zweien noch ein Trinkgeld und dann heisst es warten, warten, warten!
Es kommen immer mehr Leute mit Gepäck zu uns, denn um 07:30 Uhr soll das Boot abfahren.
Und das will keiner verpassen!
Denn sonst müsste er ja länger in Drake Bay bleiben...schreckliche Vorstellung!
Odrr so... 😉
Tatsächlich kommt das Boot und zu dritt bugsiert die Mannschaft das Gepäck aufs Boot, anschliessend dürfen wir einsteigen.
Für uns hats nur noch zuvorderst Platz, also gehen wir dahin.
Und los gehts, diesmal mit einem Boot das vorne geschlossen, nur seitlich und hinten offen ist.
Dem Einen der Drei musste ich die Fahrt bar bezahlen, er konnte aber nicht rausgeben und hat mich vertröstet.
Es geht recht zügig übers morgens immer flache Meer und den Rio Sierpe rauf, schon bald sind wir an der Anlegestelle unweit des Restaurantes 'Las Vegas', wo wir frühstücken wollen und unser Auto abholen müssen.
Beim Aussteigen wird hektisch, der, welcher mir noch einiges an Retourgeld geben wollte verdünnisiert sich inmitten der Menschenmassen fast,
Aber nur fast.
Ich kann ihn ansprechen und daran erinnern dass er mir noch Geld schuldet.
Ich bin mir (fast) sicher er hätte es nicht oder nur versehentlich vergessen...tja...
Also muss er wieder ins Boot wo er vorher kein Wechselgeld hatte und kommt nun mit Wechselgeld zurück.
Aha, soso...
Dann pack ich unsere beiden grossen Gepäckstücke und wuchte die beinahe 50kg plus meinen Rucksack und meine Kameras die Treppe hoch zur Hauptstrasse.
Meine Freundin folgt mit dem Rest und hat damit auch genug zu tun, zumal hier viele Menschen gleichzeitig und recht rücksichtslos versuchen die Treppe und den Weg rauf zu gelangen.
Bald sind wir im Restaurant, setzen uns hin, bestellen je ein Frühstück und ich frage nach dem Auto.
Da aktuell noch niemand hier mein Auto rausgeben kann warten wir halt noch bis nach dem Frühstück damit.
Und wir warten recht lange auf das Frühstück...aber irgendwann kommts dann endlich!
Auf den Fluss zu schauen ist doch immer etwas Herrliches, da sieht man manchmal auch Tiere...
Oben: Handyaufname: Ein Kroki im Rio Sierpe, zum Glück will es uns nicht zum Frühstück!Anschliessend mal zahlen und dann bekomm ich auch das Autochen wieder ausgehändigt, sehr schön!
Es stand ja in einem Innenhof etwas vom Restaurant weg und so fahre ich es dahin und parkiere es, damit wir unser Gepäck nicht allzu weit schleppen müssen.
Bald ist das Gepäck im Auto verschwunden und wir machen uns zu Fuss auf den Weg zum Supermarkt nahe des Parkes mit den Kugeln.
Wir holen Wasser und zwei Packungen geröstete Nüsse, zumindest etwas was nur geröstete Nüsse auf dem Verpackungsbild hat.
Zahlen und zurück zum Auto, wo uns eine lange Etappe über die Cordillera de Talamanca, eine hohe Gebirgskette in Costa Rica, führt.
Und da unser Autochen zwar ein Gutes, aber kein Kräftiges und dazu noch ein Automat ist hab ich da etwas Respekt.
Denn es werden sicherlich viele Lastwagen im Schneckentempo unterwegs sein und beim Überholen würde ein etwas temperamentvolleres Auto nicht wirklich schaden...
Aber wir düsen los, bei rund 1 m.ü.M. beginnt die Fahrt von Sierpe über Palmar Norte nach Dominical, biegen da nach der Brücke nach rechts ab, biegen in San Isidro de El General links von der 243 auf die 2, die allgemein als Panamericana oder Carretera Interamericana Sur bezeichnet wird, ab und düsen nun in Richtung Norden.
In Quebrador passieren wir eine Abzweigung nach San Gerado de Dota und fragen uns schon länger wie hoch die Höhenanzeige meines Navis noch steigen wird, da wir ja schon mehr als 3 Kilometer höher sind als zum Start dieser Fahrt!
Ich gebs schon mal bekannt, die Höhenangabe des Navis steigt später bis auf maximal 3442m.ü.M.!
Da bekommt man schon beim dran denken Sauerstoffmangel!
Gemäss dem englischen Wiki soll der höchste Punkt dieser Strasse jedoch bei 3335m.ü.M. sein, na ja, auch das ist hoch genug!
Und irgendwann beginnts nach ewigen auf und ab auch mal stetig runter zu gehen, gut dass ich die Automatik selbst durch die Gänge schalten kann!
Das ist hier auch dringend nötig, nur mit den Bremsen alleine wäre mir die Gefahr der Überhitzung bis zum Totalausfall der Bremsen, wie ich ihn als Beifahrer mal erleben musste, viel zu gross!
Dank der hohen Drehzahlen des Motörchens kann ich aber die Bremsen schonen und relativ kühl halten.
Und einem warmen Motor machen hohe Drehzahlen erst im roten Bereich was aus, in den ich aber nie gerate.
Irgendwann kommen wir wieder in stärker bewohnte und sauerstoffreichere Gebiete runter und finden uns bald in der Stadt Carthago, der früheren Hauptstadt Costa Rica's.
Wir fahren aber nicht in die Stadt hinein sondern durch die südlichen Vororte durch, siehe auch die Karte, die ich am Anfang des Berichtes verlinkt habe. Wenn man da reinzoomt sieht man jede Strasse die wir genommen haben genau.
Über Llanos de Santa Lucía fahren wir aus den Vororten raus in Richtung des auf 970 m.ü.M. liegenden Lago de Cachí, über dessen Staudamm und zur Casona del Cafetal!
Google Maps meiner Freundin und mein Garmin mit aktuellsten Open-Street-Map-Karten waren sich nicht immer einig, aber wir habens geschaft das ohne Pause und ohne Zwischenfälle.
Ausser dass die vermeindlichen gerösteten Nüsse in erster Linie Rosinen waren, die meine Freundin nicht wirklich liebt.
Fotos haben wir wegen des fürs Fahren guten, für die Aussicht aber eher schlechten Wetters mit leichtem Regen zum Schluss aber keine gemacht.
Ich parkiere mal den Kleinen neben sehr vielen Toyota Hilux und Isuzu D-Max (so einen hab ich selbst und hier ist einer von drei der hier stehenden Autos ein D-Max) und wir gehen in die Rezeption rein.
Dort schnell bei der freundlichen Dame und dem Chef eingecheckt und uns alles erklären lassen und natürlich auch die vielen Schokoladen und Kaffeepackungen genau studiert, man braucht ja noch was für die Daheimgebliebenen.
Dann mal ins Restaurant, auf die Terrasse und danach mit dem Auto zum dritten Parkplatz, der nah an unserem Häuschen liegt.
Okey, es ist nur eine Haushälfte, aber eine die gefällt!
Oben: Der linke Teil ist unseres...unscheinbar, aber schön viel Platz und gut eingerichtet, Steckdosen bis zum Umfallen!
Oben: Der Balkon mit Gartenanschluss und Kolibribesuch
Oben: Die Küche mit den vielen Steckdosen.
Oben: Ein Bad hats auch, wenn auch ohne Badewanne, aber dafür hats ja draussen einen Stausee...
Oben: Und, man lese und staune: Sogar ein Schlafzimmer hats! Mit zwei 140cm-Betten! Sollte reichen...Da wir schon seit wir in Costa Rica sind erleben dass eine Kaltluftzone östlich der Cordillera de Talamanca nach Süden fliesst und (auch hier) für Regen und schlechtes Wetter, an der Karibik sogar für starke Stürme sorgt sprech ich meine Freundin darauf an und stelle die Variante wieder nach Westen an den Pazifik zu fahren in den Raum.
Hotels wären schnell gefunden, aber die Unterkunft in Cahuita müssten wir trotzdem bezahlen.
Wir diskutieren etwas darüber und schauen uns die Hotels an, gehen dann unentschlossen in Richtung Restaurant.
Auf dem Weg dorthin spazieren wir erstmal durch den Garten.
Oben: Blick vom Balkon in den Garten...es grünt so grün!