Tag 2: Flug von Addis Abebba nach Kilimanjaro Airport und Fahrt zum Tarangire National Park...Im Vorfeld der Reise habe ich die Dokumantation 'Abenteuer Kilimandscharo – Auf Expedition in Tansania' gesehen.
Siehe auch
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Und wen seh ich da in derselben Sitzreihe wie ich, nur auf der linken Seite des Fliegers?
Genau, Kurt Hegglin, jenen Bergführer aus dieser Dokumantation!
Ganz sicher bin ich mir nicht...egal.
Ich schau aus dem Fenster und seh wunderschöne Landschaften mit Hügeln, Vulkanen, Bergen, Ebenen...Ethiopien rückt auf meiner
Reiseliste ein paar Plätze nach oben!
Wenn dann mal der Tigrai-Konflikt mal wirklich beendet ist...
Zumal Ethiopien als eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt mit dem wohl ursprünglichsten Christentum auch
kulturell und geschichtlich sehr viel zu bieten hat!
Oben: Unsere Flugroute von Milano's schlechtem Gedanken (Malpensa) nach Addis AbebaWir landen in Addis und dürfen den Flieger mittels einer Treppe verlassen...wobei wir erst sehen warum der Flieger so luxuriös
war, denn da hatte ja jemand die Hände im Spiel, der für Luxus und ruhige Motoren bekannt ist:
Oben: Soso, sozusagen im Rolls Royce nach Afrika, nicht schlecht!Leider sind wir etwas verspätet gelandet, da hatte der Pilot in Milano wohl noch ein Mehrgangmenü zu sich genommen...
Die Konsequnz daraus ist dass wir nun nur noch sehr wenig Zeit haben um den Anschlussflug zu erreichen!
Und wir müssen hier auf dem Platz vor dem Flieger auf den Bus warten, toll!
Endlich im Flughafengebäude angekommen 'dürfen' alle ihr Handgepäck durchleuchten lassen, als ob im Flieger Packetbomben
ins Handgepäck gewandert wären...
Na ja, es geht langsam und die Kolonnen sind lang...
Irgendwann sind auch wir endlich durch und gehen hastigen Schrittes in Richtung Gate A16!
Sven ist etwas vor mir als ich am Gate vom Herrn, den ich für den Bergführer der Dokumentation halte, mit 'Knapp gsi'
('Knapp gewesen' auf Schweizerdeutsch) angesprochen werde.
Schnell hinter ihm in den Flieger rein, wo ich endlich Zeit habe auch ihn anzusprechen.
Und tatsächlich, er ist genau jener Bergführer!
Natürlich gratulliere ich ihm zu der tollen Dokumentation, was ihn offensichtlich sehr freut!
Sympatischer Kerl!
Aber ich muss nach hinten zu meinem Sitzplatz, so dass die Konversation keine Zukunft mehr hat.
Wieder sitzen Sven und ich hintereinander am Fenster, diesmal auf der linken Seite, wo wir den Mt.Kenya und den Kili sowie
den Mt. Meru sehen müssten.
Und schon bald taucht der Mt. Kenya auf!
Aber ich staune nicht schlecht, denn ich hab mir diesen Berg völlig anders vorgestellt, zumal man da wirklich klettern können
muss um den Gipfel zu erreichen!
Ein flacher Hügel mit etwas Fels obendrauf!
Oben: Dieses Dingchen ist der zweithöchste Berg Afrikas, der Mt. Kenya...sieht gar nicht so eindrücklich aus von hier oben!Da wirkt ja der Kili um Welten bergiger!
Aber der versteckt sich wie auch der Mt. Meru in dicken Wolken und Nebeln!
Frechheit!
Na ja, ich hab ihn ja schon einige Male gesehen, aber Sven noch nie!
Oben: Unsere Flugroute von Addis Abeba zum Kilimanjaro AirportAlso landen wir halt ohne eindrückliche Bergsichtungen auf dem kleinen Kilimanjaro Airport und steigen wieder mal über eine
Treppe aus dem Flieger aufs Rollfeld.
Dann heissts anstehen zur Gelbfieberimpfungskontrolle!
Poa!
Dabei ist die doch gar nicht nötig wenn man nicht länger als 12 Stunden im Transit auf einem Flughafen eines Gelbfieberlandes war!
Ein Wunder dass so viele Leute den internationalen Impfausweis vorweisen können!
Na ja, ich brauch ihn ja um danach nach Kenya weiterzureisen, drum und nur drum hab ich ihn dabei.
Sven zum Glück auch, obwohl er ihn gemäss Vorschriften nicht benötigen würde!
Wieder heisst es Schlange stehen, nun nicht mehr draussen sondern im Gebäude drin.
Zwei lange Schlangen stehen vor den Schaltern der Imigration, die die vorab elektronisch ausgefüllten Einreiseformullare
kontrollieren.
Und eine kurze Schlange für die Leute, die die obligatorisch auszufüllenden Einreiseformullare nicht ausgefüllt haben...
...und somit innert kürzester Zeit ein Visa on arrival erhalten!
Na toll, macht mans korrekt darf man warten, macht mans nicht korrekt wird man bevorzugt behandelt.
Nett!
Endlich öfnet ein weiterer Schalter, ich stell mich natürlich sofort dort an.
Vor mir ein älteres schweizer Ehepaar, neben mir in der anderen Schlange zwei Italiener.
Als die Frau dieses Ehepaares als nächste Person dran ist wird vor der Kolonne der Italiener ein Schalter frei und was macht
die 'Dame'?
Sie geht frech rüber vor die andere Schlange und drängt sich somit vor die beiden Italos!
Die könnens kaum fassen und fragen ob so was in der Schweiz normales Verhalten ist!
Natürlich kann ich sie beruhigen, aber das war schon gelinde gesagt eine Frechheit!
Weniger frech sind aber die Alten und die schönen Damen, die zu einem eigens eröffneten Schalter geführt werden!
Richtig verstanden, wir Pöbel durften da nicht hin, nur alte Menschen und junge, hübsche Damen!
Na ja...bin offenbar weder schön noch weiblich noch alt genug um da bedient zu werden...
Dann komm ich dran und nach wenigen Minuten steh ich schon vor meinem Gepäck!
Kaum hab ichs bei mir darf ichs durchleuchten lassen, was dann eine Zöllnerin stutzig werden lässt.
Sie ruft mich mit den Taschen zu sich und will dass ich die rote Tasche öffne.
Ich kann der Dame diesen Wunsch natürlich nicht abschlagen und mache wie befohlen die Tasche auf.
Ihre Augen werden gross und sie fragt was die beiden hellen, grossen Teile da drin denn wären!
Sie staunt noch mehr als ich ihr erkläre dass das eine Toilette, nämlich mein Porta Potty, wäre!
Unter schrägen Blicken darf ich dann ganz offiziell den Zollbereich verlassen und auf Sven treffen, den ich in der Kolonnen-
warterei nicht nur eingeholt sondern auch überholt habe.
Wir gehen nach draussen wo schon viele Fahrer mit Namensschildern auf die Touristen warten.
Aber irgendwie fühlen sich Sven und ich an Kigali 2016 erinnert, als wir zum Schluss alleine und ohne Fahrer am Flughafen selbst
ein Taxi organisieren mussten...denn wir sehen kein Schild mit unseren Namen!
Auch beim zweiten Mal schauen: Kein Schild mit unseren Namen!
Na bravo!
Ich schau mich um, sehe zwei Herren die nach Fahrer und Koch aussehen rumstehen und Spässchen machen, sehe sie an, sie sehen
mich an, der Kleinere hebt ein Blatt und was seh ich da?
Unsere Namen!
Na bravo, wieder sehen sich Sven und ich an die 2016er Reise zurückerinnert, nämlich an den Fahrer am Flughafen Zanzibar, der
weil er aus unerfindlichen Gründen vier Personen (mit nur zwei Namen) erwartet und darum sein Schild nicht gezeigt hat!
Fängt ja schon mal gut an!
OK, wir haben nun unseren Fahrer, der Kleinere, der sich als Robert vorstellt.
Der Grössere ist Hamis, den Robert als meinen Doctor bezeichnet weil er als Koch dafür verantwortlich ist dass ich nicht zu
viel Zucker zu mir nehme, denn meine Blutzuckerwerte tendieren langsam in Richtung Diabetes...
Noch ists nicht so weit, aber sie sind dauernd an der oberen Grenze des Akzeptablen.
Sven geht noch kurz zur Toilette, dann gehen wir zum Auto.
Oben: Unser Auto für die nächsten 15 Tage, hier ein Bild von einem späteren Tag, denn mein Porta Potty ist schon ausgepackt.Wir fahren nach Arusha zum Büro von Base Camp Tanzania, um die Restzahlung zu machen und zu klären wie wir mit dem vorverschobenen Flug von Kenya Airways umgehen!
Auf dem Weg gibts etliche Polizeikontrollen, wir werden aber immer vorbeigewunken.
Die Begrüssung zwischen dem Kleinen (Achmed) und dem Bub (Ich) ist herzlich, auch wenn Achmeds Hand verletzt ist und es darum
keinen Handschlag gibt.
Achmed hat die Lodge der letzten Nacht schon vollständig bezahlt, sonst wäre ich wohl vom Mkomazi-NP aus mit dem Taxi nach
Tanga runter, hätte dort übernachtet und mich am nächsten Tag zur Grenze begeben, wohl auch mit einem Taxi.
Chris hätte mich da ohne grossen Aufwand abholen können.
Aber so schlägt Achmed vor das sich den Bus nach Nairobi nehme und dann von dort mit dem Zug nach Mombasa runter fahre.
Hat natürlich auch seinen Reiz, zumindest die Zugfahrt.
Aber die Busfahrt brauch ich nicht wirklich, zumal ich weiss wie die Busse in Ostafrika fahren...
Ich bin kein ängstlicher Typ, aber das was die da machen ist hirnverbrannt!
Wie verbleiben so dass Achmed die Fahrzeiten der Busse und der Züge abklärt und unseren Guide durchgibt, der dann mich
informiert.
Und unser Guide ist nicht wie abgesprochen Juda sondern Robert.
Dies weil Juda als Oberhaupt seines Stammes eine Stammesangelegenheit klären müsse...
Na ja...
Schade!
Ist nun mal so, auch Robert wird einen Elefanten von einem Rebhuhn unterscheiden können, hoff ich mal.
Und schon bald fahren wir von vielen Polizeikontrollen begleiten, von denen wir nur bei einer anhalten müssen, weiter in
Richtung Tarangire National Park.

Oben und unten: Leben und Situationen an der Strasse

Oben: Links Hamis' Beine, in der Mitte die beregnete Strasse und rechts die Schulter und der Hinterkopf von RobertDabei passieren wir einen schweren LKW-Unfall und bekommen mitten in der eigentlich noch andauernden kleinen Trockenzeit
einen Regenguss ab.
Offenbar hat sich da eine Wolke im Datum geirrt, denn die Regenzeit beginnt traditionell erst anfangs März.
Aber schon in den letzten Jahren hat die Regenzeit vielfach schon mitte Februar begonnen, dieses Jahr gabs schon eine Woche
bevor wir angekommen sind starke Regenfälle, was absolut abnormal ist.
Könnte es sein dass es doch einen Klimawandel gibt?
Hmmmm...
Dafür ist das sonst in dieser Zeit vielfach gelb-trockene Land nun vornehmlich grün...
Noch einen kurzen Stopp für den Lunch, bei dem wir gleich mal einen LKW sehen der eine Gruppe Touris ausspuckt...
Oben: Euopäische Touris ausspuckender LKW......zum Glück haben wir uns entschieden zu zweit mit einem Landcruiser unterwegs zu sein!
Den ganzen Tag in der Kiste und nur ein Fenster zum Rausschauen, nein Danke!
Da lob ich mir dass wir trotz Gepäck und Verpflegung und Behausungen und Toilette und Kühltruhe je eine Sitzreihe für uns
alleine haben, wo wir links und rechts aus dem Fester sehen und in den Parks auch das Dach anheben können!
Weiter geht die Fahrt!
Oben: Hier gibts solche...