Reisebericht: Picco in Tansania und Kenya 2025

Reisebericht 135 Antworten · 14,0k Aufrufe · gestartet 18. März 2025 von picco
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201111. Apr. 2025 · #21

Oben: Adler mit wohl irgendwo selbst erlegtem Baum in den Fängen, sieht man auch nicht alle Tage!


Oben: Weitere Schakale, die meinen die Strasse gehöre ihnen!


Oben: 'Die Touristen denken ernsthaft dass die Strasse ihnen gehört, da legst Di nieder!'


Oben: Zum Schluss hat er uns dann doch noch Platz gemacht...


Oben: ...wohl weil da eine ganze Gruppe Paviane daherkommt! Mit ihm als Anführer...


Oben: ...dem wir offenbar am Arsch vorbei gehen. Pffffft!!!


Oben: Schnell fliegen seine Freunde daher und an uns vorbei...


Oben: ...um diesen Baum in Beschlag zu nehmen.


Oben: Blick nach hinten, wo der Dachträger kleine Aussparungen hat damit wir Touris durchsehen können....odrr so...


Oben: Bei so äffigem Getue biegt sich jeder Baum!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 14. Apr. 2025
324 Beiträge · seit 201812. Apr. 2025 · #22
Hallo Picco,

vielen Dank für den schönen Reisebericht. Hast du das mit deinem 100-400er Objektiv wieder hinbekommen? Ich hab das auch und falls es da irgendwelche Tricks gibt, bin ich für Hinweise sehr dankbar…

VG Jens
06/2026: Botswana; 10/2025: Namibia, Botswana; 10/2023: Namibia, Botswana; 11/2018: Südafrika, Namibia; 06/2012: Südafrika; 11/2010: Namibia, Botswana
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201114. Apr. 2025 · #23
Hoi Jens

Danke!
Und nein, bisher ists noch immer eine Wundertüte, aber ausser alle möglichen Schalter und Schieberchen zu betätigen und die Einstellungen in der Kamera anzupassen hab ich auch noch nichts gemacht.
Ich werde das Objektiv mal zu Panasonic senden, wenns die nicht können wer dann?
Lustig ist ja dass es manchmal klappte und manchmal nicht...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201114. Apr. 2025 · #24

Oben: Die Impalas verschwinden fast im sonst so kurzen und trockenen Gras


Oben: Wieder mal ein Blick auf die Landschaft, die hier gut sichtbar von einer Giraffe mit Füssen getreten wird.


Oben: Wobei die Elefanten wohl etwas schwerer wiegen.


Oben: Immer wieder entdecken wir in den Akazien Giraffenköpfe mit Hals dran!


Oben: Und manchmal sogar ganze Giraffen!


Oben: Und mit dem erstaunt aus den Federn schauenden Glanzstar glänzen wir damit dass wir den Weg zur Campsite wieder gefunden haben!


Oben: Mein Zelt steht im voller Pracht und ungestohlen da rum wo ich es am Vortag hingestellt habe! Braves Zelt!

Um 13:30 sind wir wieder zurück auf der Campsite, wo Hamis schon mit dem Mittagessen auf uns wartet.
Und nicht nur er, denn die Campsite wird offenbar von vielen Gruppen als Mittagsessplatz benutzt!
Ganze Bussladungen Touris sitzen rum und mampfen vor sich hin...
Wir sitzen zu zweit an unserem Tisch und mampfen ebenfalls, auch das Mittagessen verdient das Prädikat sehr gut!
Danach ist etwas relaxen und Fotoequipement einstellen angesagt, was offenbar auch bald die anderen Touristen vertreibt.
Denn warum sollten sie auch sonst gehen?
Aber wir relaxen knallhart weiter bis wir um 15:00 merken dass wir beide noch duschen wollen...
...jeder einzeln natürlich...
..aber um 15:30 gehts ja schon wieder auf den Gamedrive!
Stress pur auf der Safari!!!
Nach unseren Säuberungsaktionen fahren wir auch pünktlich und noch feucht, nicht nur hinter den Ohren, los!
Schon bald kommt uns eine regelrechte Karavane von Safarifahrzeugen entgegen, die alle den Park verlassen wollen, da das enge Safariprogramm wohl zum Lake Manyara ruft und sie ja schon was vom Tarangire NP gesehen haben...
Wir hingegen fahren weiter in den wunderschönen Park hinein!


Oben: Hab ich schon mal erwähnt dass mir Baobabs besonders gut gefallen?


Oben: Nebst grossen Bäumen hats auch kleine Schmetterlinge! Unseren Adleraugen entgeht kein Tier!


Oben: Auch nicht die Elefanten, die sich nur weit entfernt zeigen.
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Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201116. Apr. 2025 · #25

Oben: Angriff der blutrünstigen Madenhacker auf ein hilflos dastehendes Impala-Männchen! Hau Schokking!


Oben: Hier sieht man dass Madenhacker auch vor blutrünstigen Angriffen auf Grosstiere nicht zurückschrecken!


Oben: Nein, Verstecken ist nicht Dein grösstes Talent! Denn ich seh Dich!
Man frag sich wie dieses Dikdik mit dem geringen Verstecktalent erwachsen werden konnte ohne grefressen zu werden...



Oben: Aber süss sind die kleinen Dinger ja schon...


Oben: Der Wasserbock war wohl etwas feucht an der Seite, ist ja alles schon grau...


Oben: Zurück zum Thema süss: Elefäntchen!

Etwas erstaunt bin ich über die relativ wenigen Tiere, die wir sehen, was aber eine direkte Folge der um etwa 45 Tage verfrühten Regenfälle Mitte Januar 2025 ist.
Denn wenn die Tiere überall Wasser und frisches Grün finden sind sie halt weitläufiger verteilt und zum Teil sogar ausserhalb des Parks unterwegs.
Dafür ist die Landschaft schön grün, ist ja auch was wert!
Kurz vor dem Eindunkeln, aber klar nach Sonnenuntergang sind wir zurück im Camp, wo schon zwei deutsche Frauen sich als Camping-Neulinge outen...unbeabsichtigt... 😉
Sie machen dieselben Fehler wie auch ich sie mal gemacht habe: Keine gescheite Stirnlampe, keine Ahnung betreffend der Gefahren und auch keine Ahnung was eher ungefährlich ist.
Na ja, ich leuchte ihnen den mit ihren Lampen kaum erkennbaren Weg zum Zelt mit meiner Stirnlampe aus, ganz Gentleman wie ich halt bin.
Zumal ich dazu noch nicht mal aus dem Stuhl aufstehen muss... 😉
Da ihr Zelt nicht weit von meinem entfernt ist bekomm ich deren Nervosität wie auch deren Ängste mit während draussen unweit ein Löwe brüllt, ein Elefant trompetet, eine Hyäne ruft und noch weitere Tierlaute durch die Nacht schallen...
Aber das geht ja jedem und jeder so in der ersten Nacht im Bodenzelt in der afrikanischen Wildniss: da schläft niemand ruhig durch!
War bei mir auch nicht anders.
Lala Salama!
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zuletzt bearbeitet 17. Apr. 2025
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201117. Apr. 2025 · #26
Tag 4: Viel Wasser im Lake Manyara!

Es ist 05:30 Uhr, heute gehts weiter in Richtung Lake Manyara National Park, darum packt mein Körper schon mal zusammen während
mein Hirn noch rumdöst.
Ob das gut kommt?
Wir werden sehen...
Der Guide der beiden Damen im Nebenzelt startet seinen Land-Rover um ihn sinnlos und hirnbefreit im Standgas direkt neben
den eigentlich noch schlafenden Touristen vor sich hin nageln zu lassen.
Was für eine dumme Unsitte, was für ein Idiot!
Nun schläft sicherlich kein Tourist mehr, auch nicht die von denen er ein Trinkgeld erwartet und hoffentlich nicht bekommt.
Um 07:00 Uhr stehen unsere Taschen, mein Zelt und mein Porta-Potty zum Einpacken bereit und während wir gemütlich frühstücken
packen Robert und Hamis alles ins Auto rein.
Bevor wir zum Gamedrive starten pack ich noch etwas um, damit Sven seine und ich meine Sitzreihe jeweils komplett zur
Verfügung haben.
Hamis beobachtet mich im Spiegel und wird zukünftig ohne dass jemand etwas sagt genau so packen.
Der weiss wie's geht!


Oben: Apropos 'Der weiss wie's geht': Diese Elis wissen auch wo's durch den Tarangire River geht!


Oben: Noch ein ungeschickter Verstecker, diesmal aber minim grösser als das Dickdick...


Oben: Und wieder ein unscharfer Vogel! Hailandzack nomol...


Oben: Ein weiteres Dickdick läuft uns über den Weg und ist auch nicht ganz scharf...was ist nuir los mit dem Objektiv das sonst immer
alles gestochen scharf gestellt hat?



Oben: Wieder mal ein Blick auf den dank Regen zwei Wochen davor sehr sehr sehr grünen Tarangire Nationalpark, wunderschön!


Oben: Und wieder 'erfreut' mich mein Objektiv mit einem unscharfen Vögelchen, in diesem Fall einem Wiedehopf...


Oben: Das angepeile Perlhuhn macht zwar einen etwas verpeilten Eindruck, aber es ist scharf, fast wie Nachbars Lumpi!


Oben: Die Wasserböcke versperren und den Weg und scheinen nicht weichen zu wollen. Mal schauen wer mehr Geduld hat!


Oben: Nachdem das Wasserbockgeduldsspiel zu unseren Gunsten ausgegangen ist glänzt ein Glanzstar so halbscharf vor sich hin.


Oben: Blumensträusse hats hier nicht, aber Vogelsträusse umso mehr!
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Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201120. Apr. 2025 · #27

Oben: Hab ich schon mal auf die wundervollen Baobabs in diesem Park hingewiesen?

Um etwa 11:00 kommt uns wieder eine regelrechte Karavane von Safariautos und einem Bus entgegen.
Halt die Leute die heute früh in Arusha losgefahren sind.
Alle zusammen fallen in den Park ein um ihn wenige Stunden lang zu besuchen bevor sie gegen 16:00 Uhr wieder rausfahren werden.
Wie gestern schon...
Wir hingegen fahren kurz vor Mittag aus dem wunderschönen Park raus und in Richtung Mto wa Mbu.
Da ich eigentlich geplant hatte dass wir in Richtung des westlichen Eingangs des Lake Manyara National Parks und dann durch den Park nach Mto wa Mbu fahren interveniere ich natürlich sofort nachdem ich es bemerkt habe.
Robert antwortet dass der See Hochwasser hat und er darum nicht weiss ob die Strasse dort überhaupt durchgehend passierbar wäre...
OK, gutes Argument, dann bin ich natürlich damit einverstanden direkt in Richtung Mto wa Mbu zu fahren und erst danach in den Park rein zu gehen.
Schon auf dem Weg sehen wir immer wieder Wiesengebiete unter Wasser, was uns an der Trockenheit des Zeltplatzes in der Twiga Campsite in Mto wa Mbu zweifeln lässt.
Und tatsächlich steht die Wiese grossteils unter Wasser.
Schade, denn sonst hätte es mir hier gefallen, zumal wir hier 2013 schon mal waren.
Also fahren wir weiter, Robert kennt eine Campsite etwas weiter vom See entfernt und damit wohl auch etwas trockener gelegen.


Oben: Der Eingang zum Franka Camp & Restaurant


Oben: Franka Camp & Restaurant: Die Rezeption ist am Campingtisch im Zelt (Bildmitte) beheimatet... 😉
Dahinter sind die Nasszellen und Toiletten und rechts davon das Restaurant.



Oben: Franka Camp & Restaurant: Rechts die Wiese auf der wir unsere Zelte aufstellen.


Oben: Franka Camp & Restaurant: Und hier ist die Wiese plötzlich links...und rechts der Waschplatz.

Und nun heisst es auspacken bevor Robert mit Sven und mir in den Lake Manyara National Park reinfährt.


Oben: Wie man sieht sieht man was...Affenärsche im Wald!


Oben: Die können sich aber auch von vorne zeigen, wenn auch immer noch im Wald.


Oben: Gar nicht serviceorientierter Hornbill, der hätte doch noch eine Sekunde warten können...


Oben: Wer nicht gehen will kann natürlich auch auf die Mama sitzen, wobei man das ab so 15kg vorher besprechen sollte...


Oben: Das ist mal ein serviceorientierter Hornbill! Hab doch gewusst dass es noch anständige Vögel gibt!
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zuletzt bearbeitet 20. Apr. 2025
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201121. Apr. 2025 · #28

Oben: Nach dem kleinen Hornbill im Baum zeigen sich noch einige Hornbiller (heisst das so?) am Boden, ohne an jenem zerstört zu sein.


Oben: Statt im Wasser bockt dieser Wasserboch im Busch rum...und ist trotzdem kein Bushbock!


Oben: Ups! (oder eher Upupa): Mein Objektiv hat scharf gestellt und einen Wiedehopf (Upupa epops) erwischt!


Oben: Für den Kuckuck konnte sich mein Objektiv jedoch nicht so perfekt begeistern...


Oben: Auch hier sind trotz Busch und sogar Büschen weder Buschböcke noch Büscheböcke sondern Impalas zu sehen.

Zum Mittagessen erklimmen wir den steilen und steinigen Aufstieg zur Picnicsite bei 3°26'11.9"S 35°48'05.8"E.
Diese ist mit einigen zum Teil überdachten Tischen mit Bänken sowie sehr sauberen und von Leuten vor Ort fortlaufend sauber
gehaltenen Toilettenhäusern ausgestattet.
Natürlich vergesse ich nicht diesen fürs Männerklo zuständigen Mann mit einem Trinkgeld zu belohnen.
Nachdem wir einen Grossteil der Picnicbox beziehungsweise deren Inhaltes gegessen und getrunken haben tuckern wir weiter
in Richtung heisse Quelle.
Immer wieder sehen wir absterbende oder abgestorbene Bäume im Wasser, was klar den schon seit einiger Zeit sehr hohen
Wasserstand aufzeigt.


Oben: Giraffen können sich in kleinen Gruppe nicht immer für eine Richtung entscheiden...


Oben: Obwohl orange am Kopf ist er nicht völlig verblödet...und nennt sich Black Bishop beziehungsweise Bischofsweber.


Oben: Blöd ists wenn die Bäume dünner sind als die, welche sich dahinter verstecken wollen...

Wir kommen an einen Ort wo drei Autos stehen und alle Touris sowie zwei Guides etwas unsicher aus der Wäsche (oder auch aus dem Auto) in Richtung eines ausgetrockneten Flusslaufes schauen.
Natürlich machen wir dasselbe und sehen nichts ausser den ausgetrockneten Flusslauf...
Wir versuchen mit Kameras und Ferngläsern zu finden was der eine Guide offenbar gefunden hat und hören dass da wohl ein Löwe liegen müsse.
Nur...wo???
Selbst mit dem Fernglas erkenn ich keinen Löwen, nur einen Schatten der ein Löwe im Schatten sein könnte.
Und da mein Objektiv ja etwas Probleme beim Scharfstellen bei 400mm Brennweite (=800mm KB) hat seh ich da auch nicht viel...
...bis Sven den Löwen findet und mir sagt wo er ist!
Ich versuchs zu fotografieren, es wird aber unscharf und so versuch ichs von Hand scharf zu stellen, was aber auch nicht ganz klappt,
Resultat siehe unten, danach fahren wir wieder weiter:


Oben: Nein, die Dame ist nicht scharf.


Oben: Südlicher Groundhornbil ganz und gar nicht am Boden...
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Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201122. Apr. 2025 · #29

Oben: ...sondern beim frühen Mittagessen mit einer Schlange, die sich wohl nicht so aufs Essen freut wie er.


Oben: Dieser Reiher schämt sich offenbar für seine Beine, anders kann ich mir den Stein davor nicht erklären.


Oben: Spiegel, Spiegel auf dem Grund, wer hat bald was im Mund?

Wir sind wieder am Manyarasee angekommen, der deutlich sichtbar Hochwasser hat, was ich aber nicht daran festmache dass sogar seine Oberfläche nass ist sondern daran dass viele Bäume mitten im See stehen...
Die Strasse führt nun am See entlang wo sie früher über Wiesen und durch Wälder führte...
Sven entdeckt irgendwas im Wasser, wir halten an und schauen...und tatsächlich schwimmt da eine schlanke Schlange durchs Wasser!
Nur der Kopf und wenig vom Rücken (sagt man das so bei Schlangen?) ragt aus dem Wasser.


Oben: Da schlängelt sie sich durch die Fluten...auf die Entfernung nicht einfach zu erkennen, aber Sven Adlerauge hats gesehen


Oben: Weiter gehts zu einem als Thron missbrauchten Ast mit Baboon/Pavian drauf...


Oben: ...der seine Gruppenmitglieder auf der Piste...


Oben: ...wie auch im Wald überwacht. Big Baboon is watching you!!!


Oben: Piep-Show mit Streifenmuster.


Oben: Giraffe! Mehr schreib ich nicht dazu, einfach nur: Giraffe!


Oben: Sieht man in Afrika einen Klositz mit Fell ists meist ein Wasserbock!
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Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201123. Apr. 2025 · #30

Oben: Einfach immer wieder schön die afrikanischsten der afrikanischen Tiere zu sehen, herrlich!


Oben: Könnte ein Vogel sein...und wenn ja, dann wohl ein Geistlicher: Black Bishop beziehungsweise Bischofsweber


Oben: Madamme Bushbock übt ihre elegantesten Schrittfolgen...


Oben: ...während Herr Senegalliest (Halcyon senegalensis) sein Maul darüber aufreisst.


Oben: Wie ein Model steht er da, doch dann...


Oben: ...schaut er vorwurfsvoll zu uns rüber, denn...


Oben: ...er hat eine PET-Flasche im See eintdeckt!
OK, so wars nicht ganz, aber leider findet man immer wieder Plastikabfälle in der Natur, wie hier diese PETflasche im See.



Oben: Selbst der Graukopfliest (Halcyon leucocephala) staunt ob der Achtlosigkeit der Menschen, eine Schande ist das!


Oben: Wie bei uns schauen natürlich alle daneben sitzenden unschuldig weg...wohl auch weil sie ja mit den Menschen verwandt sind...


Oben: Da kann man schon verstehen dass uns nicht nur die kalte Schulter, nein, der ganze kalte Rücken gezeigt wird!


Oben: Und um wenigstens das Zahlenverhältniss Mensch zu Affen etwas zu optimieren arbeiten die zwei schon mal an der Zukunft.

Schon einige Zeit vor Sonnenuntergang gehen wir zurück zu unserer Campsite, allein schon weil ich ja noch mein Zelt aufbauen muss.
Aber auch weil Sven, Robert und ich alle recht müde sind.
Also bau ich das Zelt auf und dann treffen wir uns im Restaurant zu einem Bier und quasseln mit Robert und vor allem Hamis über alle möglichen Dinge, natürlich auch über die Weltpolitik und das Trumpeltier in Washington und den gefährlichen Ex-Geheimdienstler in Moskau.
Und natürlich über die Situationen in Tansania und der Schweiz.
Ich denke wir alle vier lernen dabei vieles aus anderer Sichtweise zu sehen.
Immer wieder interessant, solche Gespräche mit Menschen anderer Weltregionen!
Ich genemige mir noch ein Bier, Sven hält sich zurück, dann wechseln wir den Tisch fürs Abendessen und probieren dabei unsere diversen Geräte zu laden, was nicht immer ganz so einfach ist...
Zum Glück habe ich einen Adapter mit 4 USB-Dosen, die auch sehr schnell laden können, und einer 230V-Dose für mein Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckdosenleiste dabei.
Wir sitzen zu zweit an unserem Tisch und haben einen grossen Tisch mit vielleicht 20 wohl baltischen Personen im Blickfeld.
Einige davon sind uns schon vorher nicht positiv aufgefallen und die Sprache erinnert mich an den 'Scheisser' vom
Everest Basecamp, der damals mehrmals auf die Klobrille statt ins Loch geschissen hat...
Hoffen wir dass die besseres Zielwasser tinken...
Nach dem Essen gehts unter die Dusche, die natürlich keinerlei Platz bietet um seine Kleider irgendwie vor Wasser geschützt in der Kabine zu lagern...es hat nur zwei Haken an der Türe, im Spritzbereich der Brause.
Da muss man schon genau überlegen was man in welcher Reihenfolge an welchen Haken hängt um nach dem Duschen trockene Kleider anziehen zu können ohne dass sie dabei nass werden...
Sven geht anschliessend ins Zelt, ich genehmige mir noch ein Bier, entdecke ein WiFi, logge mich mit Hilfe der Angestellten ein und Chatte etwas mit Sabine.
Eigentlich habe ich bei meinem Telefonanbieter TalkTalk ja ein 2GB-Datenvolumen für die Zone 2, in der auch Tansania und Kenya liegen, für sFr. 80.- gebucht.
Aber ich kann keine einzige Internetseite öffnen, keine Whatsapp- oder Signalnachricht senden oder empfangen, ja noch nicht mal die Vorschau der eMails abrufen, und trotz nur 1.96MB genutzter Daten (wohl zum sich bei den örtlichen Telefonanbietern anzumelden) innert drei Wochen soll ich die sFr. 80.- tatsächlich bezahlen.
Und dazu kommen für 28,15MB in Aethiopien sFr. 586.50, obwohl ich eine Internetsperre nach sFr. 50.- aktiviert habe...
Na ja, zu dem Anbieter habe ich (leider) gewechselt weil die eben Datenguthaben in fast allen Ländern der Welt als Option anbieten.
Nur funktionierts offenbar nicht!
Na toll...da zweigt sich ein Rechtsstreit am Horrizont wenn ich wieder zuhause bin!
Und garantiert schnellstmöglichst ein anderer Telefonanbieter, der nicht nur grossmundig verspricht sondern seine Versprechen auch in einer brauchbaren Art und Weise einhält.
So, genug gelästert...
(Nun, nach rund zwei Monaten hin und her, hat TalkTalk nicht nur die sFr. 586.50 auf sFr. 50.- reduziert sondern auch bestätigt dass sie auf die sFr.80.- verzichten. Jaja, ich kann sehr hartnäckig sein...)
Somit alles wieder so wie es von Anfang an hätte sein sollen und der neue Vertrag mit einem anderen Anbieter ist auch gemacht.
Zurück nach Tansania: Ich packe alle nun aufgeladenen Geräte und Adapter zusammen und geh auch ins Zelt,
Lala Salama!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 24. Apr. 2025
104 Beiträge · seit 201624. Apr. 2025 · #31
Hallo Picco
Nach langer Forumsabstinenz hab ich vor ein paar Tagen deinen Reisebericht entdeckt und nun möchte ich mich endlich mal als Mitleser outen und mich bei dir bedanken.
Wieder im typischen Piccostil geschrieben, find ich herrlich, ich hab immer ein Lächeln im Gesicht, besonders wenn ich deine Fotounterschriften lese.
Vielen Dank dafür, Herby
135 Beiträge · seit 202224. Apr. 2025 · #32
Hallo Picco,
Dein Bericht ist wie immer sehr unterhaltsam beschrieben und erinnert mich an meine Zeltreise in Tansania 😛
Du solltest aber deine Graufischer im letzten Beitrag nochmal anschauen - der erste dürfte ein Senegalliest sein, der zweite ein Graukopfliest 😉
Grüße aus dem Schwabenländle
zuletzt bearbeitet 24. Apr. 2025
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201124. Apr. 2025 · #33
Hoi zämä
HerbyW schrieb:...und nun möchte ich mich endlich mal als Mitleser outen und mich bei dir bedanken.
Ach, Du warst das also...soso...
HerbyW schrieb:Wieder im typischen Piccostil geschrieben...
Hab halt keinen Anderen...
Netcat schrieb:Dein Bericht ist wie immer sehr unterhaltsam beschrieben und erinnert mich an meine Zeltreise in Tansania 😛
😮 Tschuldigung 😮
😉 😎 😄
Netcat schrieb:Du solltest aber deine Graufischer im letzten Beitrag nochmal anschauen - der erste dürfte ein Senegalliest sein, der zweite ein Graukopfliest 😉
Ich verlass mich auf Dich! Habs geändert...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201124. Apr. 2025 · #34
Tag 5: Fahrt zum Lake Eyasi und Besuch bei den Hadza

Hat sich was mit Lala Salaam!
Um 01:30 erwache ich weil ein Nachtwächter in voller Lautstärke eine Fernsehübertragung aus einer Kirche mit Chor schaut!
Draussen!
Unweit der Zelte!
Na danke, Du Depp!
Ich bin Hellwach!
Also mach ich halt Datensicherung und merke dabei leider dass meine Kamera mit dem 7-14mm-Objektiv nicht auf RAW&JPG in
Vollauflösung sondern auf JPG in 1280x800 Pixel eingestellt ist!
MIST!
Ja, grossgeschriebener MIST!
Denn somit sind die tollen Landschaftsbilder des Tarangire nur im Internet brauchbar, dabei wollte ich doch ein grosses Bild drucken lassen.
Mist!
Aber selber blöd...ich hab alles kontrolliert, nur nicht diese Einstellung bei dieser Kamera...
Na ja...
Irgendwann zieht's mich zum Klo, da muss ich leider bemerken dass hier wohl einige Leute nicht über Sinn, Zweck und Funktion
des Spühlknopfes Bescheid wissen!
Na toll!
Und dann noch so viel Papier benutzt dass die ganze Scheisse sich kaum mehr runterspühlen lässt!
Freude herrscht hier nicht wirklich...
Da nebst uns nur diese eine grosse Gruppe hier ist dürfte diese dafür verantwortlich sein, na toll!
Nach der sechsten Spühlung habe ich das usprünglich noch sauberste Klo auch wieder so weit dass es knapp benutzbar ist...
Was muss man für ein Schwein sein um ein Klo so zu hinterlassen!!!
Beim Frühstück ist das natürlich auch Thema, Sven hat nach mir (ich habs sauber hinterlassen) wieder etwa dieselbe Situation
vorgefunden...
Meine Sympatie für Leute aus den baltischen Staaten ist in den letzten Stunden nicht wirklich gewachsen...
Zumal die Nasszellen inklusive der Klo's bis gestern Abend wirklich in top sauberen Zustand waren.
Na ja, das Zelt abbauen muss ich trotzdem während Robert und Hamis das Auto vollladen.
Mein kleines bisschen Zelt findet ja immer noch ein Plätzchen, zumal es nicht mal einen Drittel des Durchmessers und nicht
mal die Hälfte der Länge der anderen zusammengelegten Zeltpakete hat.
Und dann gehts los, die Passstrasse nach Karatu hinauf!
Immer wieder mal hat man einen schönen Blick auf den Lake Manyara und sieht dass der wirklich deutlich grösser ist als er
2013 noch war...
Wir fahren hoch bis Karatu, wo wir zur Tankstelle fahren, nur um gleich wieder weiter zu fahren, ohne zu tanken.
Denn an einer Tankstelle ohne Diesel im Tankstellentank kann man den Dieselautotank nicht mit Diesel füllen!
Also fahren wir weiter, der Diesel reicht ja noch.
Bald biegen wir bei 3°21'32.8"S 35°36'45.3"E nach links ab und erleben schon bald eine fantastische afrikanische Massage, hervorgerufen
durch die Kombination aus Schlaglöchern, harten Federn und durchgesessenen Sesseln...


Oben: Um Fragen zu den Pisten zuvor zu kommen: So sind die Pisten, also (noch) sehr gut befahrbar.


Oben: Neben den Pisten lassen die Tansanianer interessanterweise noch etwas Landschaft rumliegen, die man sich während der Fahrt anschauen kann. Nett!


Oben: Auch weiterhin ist die Piste nicht schlecht, von der Baustelle mal abgesehen, wo ich aber wegen dem Geschüttel nicht fotografieren konnte.


Oben: An den Gebäuden an der Piste kann man auch erahnen dass man sich nicht im reichsten Land der Welt befindet...


Oben: Einige wenige Abschnitte sind etwas Sandig und rutschig, aber nicht mit Tiefsand zu vergleichen, also holprig, aber gut zu befahren.

Da die App, die ich extra gekauft habe um die Wege per GPS aufzuzeichnen, komplett versagt hat komm ich auf die Idee meine
Runkeeper-App mal auszuprobieren. Nur brauch ich dazu erst mal kurz Internet, da ich diese App auf diesem Handy noch nie
benutzt habe und ich sie deshalb erst einloggen muss.
Mit meinem Handy alleine gehts nicht, hab ja kein funktionierendes Internet, aber Sven hat (bei Swisscom) und gibt mir kurz einen Hotspot!
Womit auch bewiesen wäre dass es an jener Stelle grundsätzlich Empfang gab, aber mein Anbieter es halt nicht geschafft hat
das Internet freizuschalten.
Dank dem Hotspot ist nun Runkeeper eingeschaltet und zeichnet auf, und das ab sofort jedesmal wenn ich es weder vergesse
noch unbewusst ausschalte...was leider vorkommt...
Nach einer Baustelle mit mehr Geholpere halten wir neben der Strasse bei einem Häuschen mit Parkplatz an und holen unseren
Guide für die nächsten Erlebnisse!
Wir erwarten Steinzeitvölker und Jagtsituationen, und es kommt ein Guide wie frisch von Laufsteg in Milano!!!
Hellbraune knitterfreie Hose, ein eng geschnittenes, geblühmeltes und knitterfreies helles Hemd und weisse Turnschuhe, wau!
So was erwartet man in bella Italia, aber doch nicht bei Urvölkern in Afrika!
Er gehört aber, so unglaublich es angesichts seines Auftretens auch klingen mag, zu einer der ursprünglichen Volksgruppen des
Gebietes am Lake Eyasi!
Und zwar zu dem Teil der Datooga-Gruppe, die sich ihren Lebensunterhalt heutzutage mit Metallrecycling verdienen.
Denn es gibt 5 Datooga-Gruppen, die alle ihre eigene Weise haben mit den modernen Gesellschaften umzugehen.
Seine Gruppe tauscht mit den Hadza Fleisch und Felle gegen Metallspitzen für Speere und Pfeile und mit den modernen Gesellschaften handeln sie einen Teil dieses Fleisches und der Felle gegen Metallschrott, bevorzugt Messing, Rotguss und Bronze, das sie aber alles als 'Steel' benennen.
Er erzählt uns in ganz brauchbarem Englisch davon wie sein friedliches Volk von den Maasai angegriffen und unterdrückt wurde,
bis sie die Viehhaltung grösstenteils aufgegeben haben.
Denn nur die Maasai dürfen Rinder halten...sagen die Maasai scheinbar...
Er selbst lebt nicht mehr traditionell, er wurde ausgewählt die Schule zu besuchen, was auch heisst dass er nie mehr zurück
in die Gemeinschaft darf!
Ausser für kurze Besuche mit Touristen, aber nicht um dort zu leben.
Dies um die ursprüngliche Kultur nicht zu gefährden.
Wau, hartes Brot!
Seine Freunde, seine Familie nie mehr 'richtig' sehen zu dürfen nur um die Schule besuchen zu können...
Nach einiger Zeit kommen wir im Lake Eyasi Ng'ula Sunset Camp an und laden mal alles ab.
Erst was essen und dann gehts schon bald los zu den Hadza!
Nach kurzer Strecke fahren wir auf eine Wiese und halten an.
Unser Guide erklärt uns erst mal wie man bei den Hadza wen in welcher Reihenfolge begrüsst, mir schwirrt dabei schon fast
der Kopf!
Dann heisst es aussteigen und dem Guide nach durchs Gehölz und schon nach wenigen Schritten stehen wir mitten im Hadza-Dorf!
Und nun beginnt das Begrüssen, angefangen beim Dorfältesten und bis runter zum Jüngsten in der Gemeinschaft der Männer steht
jeder auf und begrüsst uns.
Nach dem Dorfältesten ist der beste Jäger dran, der immer der Anführer der Gruppe ist, und so weiter.
Entgegen den ursprünglichen modischen Gepflogenheiten haben sie heute wirklich sehr gebrauchte Alltagskleider sowie
Tierfelle angezogen.
Die Tierfelle seien dazu da dass die Wildtiere nicht sie sondern eben jene Tiere riechen würden...
Na ja, kann man glauben oder auch nicht...
Zumal sie ja nach eigenen Aussagen eh gegen den Wind an die Tiere ranschleichen...da war wohl eher ein Touristiker mit einer
Idee der Ursprung der Tierfellumhänge als die Jagdgeschichte.
Zumal auf Filmdokumentationen aus den 1930er Jahren niemand Felle trug...und auch keine alte, abgewetzte Kleider...
So wird die Kultur wohl nicht lange weiterleben...
Aber wir zwei Touristen sind ja mitschuldig daran...der Gedanke gefällt mir nicht!
Fertig gehirnt, denn der Jüngste zeigt uns nach einer kurzen Einweisung durch unseren Guide seine Hütte von innen, dunkel,
eng und ohne Geschirrspühler, also für mich inakzeptabel!
Aber da er kein Geschirr hat wird Ihm das Fehlen dieses fast überlebenswichtigen Gerätes wohl nicht auffallen...


Oben: In der Hütte des jungen Hazda-Mannes...eng und nicht nur ohne Geschirrspühler sondern auch ohne Toilette...


Oben: Die Hütte von aussen mitsammt reinblickendem Sven.


Oben: Unser Guide und Übersetzer mit den topmodischen Kleidern inmitten der Männergruppe.


Oben: Und hier der andere Teil der Männergruppe bei ihrer Lieblingsbeschäftigung nebst der Jagt: Dem Faullenzen mitsammt den Hunden.
Jäger sind offenbar halt so, egal ob Löwe, Hund oder Mensch...


Wieder aus der Hütte entsprungen zeigt uns der wohl zweitjüngste Mann, der auch als zweitbester Jäger vorgestellt wird, in
wild gestikulierender und mit Klicksprache (Hadzane genannt) untermalter Art die fünf Spitzen der Pfeile und wofür sie sind.
Und das macht er grandios!
Der Kerl gehört auf die grossen Bühnen dieser Welt, ein Selbstdarsteller dass selbst ein Freddie Mercury betreffend
Bühnenpräsenz fast noch was lernen könnte!
Und ich weiss wovon ich spreche, ich habe Queen am 02.07.1986 in Zürich live gesehen!


Oben: Nicht auf den grossen Bühnen der Welt, aber das Talent dazu hätte er definitiv!
Was war das für eine grandiose Show!!!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 24. Apr. 2025
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201126. Apr. 2025 · #35
Er spielt zu jedem der fünf Pfeile eine komplette Jagt durch, inklusive Gespräche und Zeichen zwischen den Jägern, dem Verhalten des gejagten Tieres, selbst wie es sich verhält wenn es getroffen ist, wie es schreit und wie es stirbt.
Ich könnt mir heute noch in den eigenen Arsch beissen weil ich das nicht auf Video aufgenommen habe!
Zum Glück bin ich nicht mehr so gelenkig dass das auch klappen würde...
Unser Guide hat sogar noch vorgeschlagen die Videokameras einzuschalten, aber ich fand das wäre respektlos...
Na ja...
Ein Grund wieder mal dort hin zu gehen!
Kommen wir zur Pfeilkunde für Anfänger der Steizeitjagd:
Der Pfeil für die kleinen Vögel ist mit einem Stück Maiskolben versehen, so dass der Pfeil nicht gleich durch den Vogel durchgeht.
Aber er betäubt die kleinen Vögel nur, getötet werden sie vom Jäger indem er dem Vogel den Kopf abbeisst.
Na ja...nicht so nett...
Die grösseren Vögel, die Echsen und die kleinen Säugetiere werden mit einem zugespitzten Pfeil ohne Metallspitze, aber mit Widerhaken gejagt, die mittleren Säugetiere mit einem Pfeil mit messerscharfer, spitzer Metallklinge, die grossen Säugetiere mit einer Metallspitze mit Widerhaken und die intelligenten Tiere wie Affen werden mit einer Metallspitze mit vielen kleinen Widerhaken gejagt.
Er hat gestikuliert, geredet, geklickt und gelautet dass es eine wahre Freude war ihm zuzusehen und zuzuhören!
Dabei nutzt er die auf meinem T-Shirt abgebildeten Tiere als Beispiele...also immer gut überlegen was man für den Hazda-Besuch anzieht!
Und nach dieser Show gehts ab auf die Jagd!
Die Männer rennen los, wir drei (Sven, unser Guide und ich) versuchen dran zu bleiben, die Hunde der Gruppe schaffens auch problemlos...wir zwar auch aber nicht ganz so problemlos.
Das Gebüsch wird dichter und höher und dorniger, mein Shirt bleibt hängen, meine Hose auch, aber ich lasse mich davon nicht beeindrucken!
Die Hose ist zwar die beste Wanderhose die ich je hatte, aber sie ist auch schon über 14 Jahre alt und aus der Form gekommen.
Das Shirt...na ja, ich hab noch mehr!
Aber so eine Jagt erlebt man ja nicht täglich!
Schon bald umstellen sie einen grossen Busch, in den wohl eine Manguste geflohen ist.
Ruhe kehrt ein, alle versuchen in den Busch zu schauen, auch die Hunde und die Touris, und plötzlich wirds wieder hektisch!
Runter in ein Tal, einer geht nach links in einen Busch, ich folge ihm, er kriecht unter den Busch, nimmt einen Pfeil für kleine Säugetiere, spannt seinen Bogen, zielt, schiesst, kriecht dem Pfeil nach und kommt mit der Beute wieder hervor!
Dummerweise besteht die Beute nur aus dem Pfeil, ohne Tier.
Also bekommen wir nachher wohl kein Barbeque...
Die Gruppe gibt die Jagt auf und beginnt für Fotos zu posieren...


Oben: Die Hazdas voraus und wir bleiben dran....wenigstens versuchen wirs!


Oben: Sie teilen sich auf...ich renn man dem hinterher der den unfittesten Eindruck hinterlässt, vielleicht reichts da knapp um dranzubleiben...


Oben: Busch auf dem Kopf, Busch um die Beine und kein Beutetier an der Leine...


Oben: Manchmal wird der Bush, in den die Manguste geflohen ist, auch den Hunden zu dicht...da suchen die Hazda halt weiter nach anderen Tieren!


Oben: Wobei sie manchmal auch recht ratlos erscheinen...


Oben: Wie geschrieben: Ratlos...

Und wenn sie zu ratlos sind und Touris wie uns dabei haben dann macht man halt eine kleine Fotosession für zwischendurch!


Oben: Die sechs Jäger posieren schon fast gekonnt für einige Bilder...


Oben: Copyright by Sven: ...und schnappen sich Svens Kamera um auch uns auf die Bilder zu bekommen!
Wobei ich den Sand eher wie auf meinem Bild in Erinnerung habe...kann mich aber irren...



Oben: Weiter geht die Jagt, ich folge einem der unter einen Busch kriecht und einen Pfeil abschiesst...aber nichts erbeutet.


Oben: Weiter geht die Jagt...wieder quer durch die Büsche, tendenziell in Richtung des Lagers.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 26. Apr. 2025
3'883 Beiträge · seit 201127. Apr. 2025 · #36
Hallo Picco,
danke, ich habe bei euren spannenden Jagdszenen gut aufgepasst, könnte sein, ich brauche 😉 das neu erworbene Wissen irgendwann. Krieg ich jetzt ein Sternchen?
Wirklich interessant. So ein Erlebnis ist mit Sicherheit nicht vielen Touris vergönnt.

LG freshy
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387 Beiträge · seit 202127. Apr. 2025 · #37
freshy schrieb: So ein Erlebnis ist mit Sicherheit nicht vielen Touris vergönnt.
LG freshy
da muss ich Dir die Illusionen nehmen, denn in meiner Reise war genau so ein Programmbaustein auch mit drin, und ich habe es genau so auch erlebt incl. Erklärung der Pfeilspitzen und der Jagd, hinterher konnten wir von den Frauen der Gruppe noch Schmuck kaufen (haben wir nicht gemacht). Und der lokale Guide hat mir dann auch klar zu verstehen gegeben, dass ein generöses Trinkgeld den Leuten helfen würde. Auch hier im vermeintlich letzten Winkel der Natur ist die Globalisierung voll angekommen und die Tourismusindustrie bestimmt das Leben der Buschmänner. Auch diese Leute werden Uhr und Mobiltelefon haben, die sie bei solchen Gelegenheiten gut verstecken, denn sonst wäre ein solch verlässliches Treffen mit Touristen im Busch gar nicht möglich, Ort und Zeit sind ja vorher Monate im voraus ausgemacht. Ich frag mich auch, ob die wirklich noch im Busch leben, oder ob die evtl. im Dorf leben und nur zur Arbeit tagsüber in den Busch gehen, wie es in Namibia in den living museums ja auch der Fall ist.
zuletzt bearbeitet 27. Apr. 2025
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201128. Apr. 2025 · #38
Hoi zämä
freshy schrieb:Krieg ich jetzt ein Sternchen?
Nein, aber ich kann Dir bei einem allfälligen Treffen gerne mal wohlwollend auf die Stirn tätscheln... 😎
freshy schrieb:So ein Erlebnis ist mit Sicherheit nicht vielen Touris vergönnt.
Da kann jeder hin, der das will.
Aber die Meisten buchen halt nur Standart und das lieber billig und kurz als mit Nebenschauplätzen wie diesem.
JP K schrieb:Auch diese Leute werden Uhr und Mobiltelefon haben, die sie bei solchen Gelegenheiten gut verstecken, denn sonst wäre ein solch verlässliches Treffen mit Touristen im Busch gar nicht möglich, Ort und Zeit sind ja vorher Monate im voraus ausgemacht. Ich frag mich auch, ob die wirklich noch im Busch leben, oder ob die evtl. im Dorf leben und nur zur Arbeit tagsüber in den Busch gehen, wie es in Namibia in den living museums ja auch der Fall ist.
Der Einwand ist absolut berechtigt!
Aber es ist auch so dass hier nicht wirklich versteckt wird was sie von den sie umgebenden moderneren Gesellschaften übernommen haben. Ich war noch nie in Namibia und kenne jene Situation nur von Reiseberichten und aus dem TV. Aber ich vermute mal dass hier am Lake Eyasi schon noch eine halbwegs traditionelle Lebensweise gepflegt wird.
Zum Einen eben weil die Errungenschaften der moderneren Gesellschaften nicht versteckt sondern offen gezeigt werden, zum Anderen weil einiges an Wissen fehlt, wie Ihr im bald folgenden Bericht über den Besuch bei den Datooga lesen könnt.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 28. Apr. 2025
Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201128. Apr. 2025 · #39

Oben: Und schon liegen einige wieder rum!


Oben: Noch etwas dehnen und turnen und schon liegen sie alle wieder im Schatten rum.

Mit einigen gehen wir einige Meter weg auf eine offene Fläche wo einer ein altes Stück Holz aufstellt und sich einige der Jäger vielleicht 8m entfernt hinstellen.


Oben: Das aufgestellte Holzstück als Zielscheibe, denn so sahen Zielscheiben wohl aus bevor das Rad erfunden wurde...

Unser Guide erklärt uns dass nun ein Pfeil-Bogen-Schiessen angesagt ist.
Und schon beginnen sie auf das Holzstück zu schiessen.
Und von vielleicht 20 Pfeilen treffen nur drei!
Und das bei Jagtprofis...da werden Sven und ich wohl alles in der Umgebung treffen, inklusive uns selbst, nur nicht das Holzstück.
Und dann sind wir dran...


Oben: Copyright by Sven: So oder ähnlich würde ich als Robin Hood aussehen...und wenn die Hazda wüssten wie genau ich denke zu treffen würden sie nicht dort sitzen wo sie sitzen...denn da ists echt gefährlich!

Aber: Mein erster Pfeil geht nur ganz knapp übers Ziel, ein Raunen geht durch die Menge.
Und erst recht durch meinen Kopf, denn ich staune wohl noch mehr als die Anderen es schon tun.
Von den total 10 Pfeilen treff ich mit keinem, aber drei gehen nur knapp übers Ziel hinweg, die Richtung hätte bei 9 Pfeilen gepasst.
Na ja, meine Pfeile waren wohl zu Höherem erkoren...zumindest zu einem höheren Ziel!
Und dann dürfen wir zum Dorfteil der Frauen und Kinder, wobei wir die Frauen anders als die Männer begrüssen müssen, ist in der Sprache halt so.


Oben: Vom Frauenlager kommt uns diese Dorfschönheit entgegen.


Oben: Die Frauen sitzen am Boden rum und arbeiten, aber offenbar fühlen sie sich bei unserer Anwesenheit nicht wohl, darum kehren wir bald zu den Männern zurück.

Aber wir merken schnell dass sich die Frauen nicht so wohl fühlen und gehen deshalb schnell wieder zu den Männern rüber.
Die Frauen wirken (trotz oder gerade wegen der Kleidung?) beschämt, die Kinder zurückhaltend, die Männer zum Teil gleichgültig
und zum Teil sehr engagiert.
Zum Schluss gibts noch ein Tänzchen, aber nicht wie Ihr denkt mit der Dorfschönheit, nein, die Männer tanzen für uns.
Wobei ich mal wieder feststellen muss dass Tanzen und Männer zusammen einfach seltenst Eleganz verheisst, auch hier nicht...
Zum Glück kommen dann doch noch einige Frauen dazu, somit wird die Darbietung etwas eleganter.
Nun folgt die Verabschiedung, bei der ich mich recht ausführlich bedanke und den Stammesmitgliedern meine Ehrerbietung zuteil kommen lasse, insgesammt sicher mehr als eine Minute lang rede ich meine Danksagung daher bis ich das OK zur Übersetzung gebe...
...und er übersetzt die ganze Rede mit nur einem Wort!
Was für eine Sprache!!!
Ich quassle mir den Mund fusselig und in der Sprache kann man das alles mit nur einem einzigen Wort sagen, fabelhaft!
...oder hat er etwa nicht alles übersetzt??? :-O
Fragen über Fragen...
Ab gehts ins Auto und zurück zu unserer Unterkunft und in den überdachten Essbereich, wo uns Hamis schon bald mit seinem sehr schmackhaften Kochkunstergebnissen verwöhnt.
Danach darf ich mich mal wieder körperlich betätigen, denn es heisst ja 'Nach dem Essen sollst Du ruhen oder 1000 Schritte tun'.
Die tu ich auf dem Gelände der Unterkunft und erkunde mal alle Ecken davon.
Irgendwann hab ich das auch hinter mir und leg mich, wei Sven es schon länger macht, in die Wiese und geniesse das süsse Nichtstun im Schatten.
Herrlich!
Aber nur bis 14:20 Uhr, denn wir haben abgemacht um diese Zeit abzufahren.
Nur...nebst uns ist niemand beim Auto
Also schnell mal die Leute zusammentrommeln und um 14:30 wird losgefahren zum Datooga-Tribe.


Oben: Wegeseindruck 1


Oben: Wegeseindruck 2


Oben: Wegeseindruck 3

Nachdem Robert das Auto parkiert hat erklärt uns unser Datooga-Guide im Massanzug wie man bei den Datooga die Frauen und wie die Männer begrüsst, und schon gehts kurz durch den Busch zu einer kleinen Hütte.
Da treffen wir als Erstes eine sehr selbstsichere und sehr alte Frau in einem Kuhlederkleid, die uns recht herzlich begrüsst.
Kaum ist die Begrüssung durch bittet sie uns in ihre Hütte rein, wo schon andere Damen auf uns warten.
Sie erklärt uns mit Hilfe unseres Guides die diversen Dinge in der Hütte, so zum Beispiel dass sie die grosse Kalebasse für die Herstellung von Alkohol aus der Aloe-Vera-Pflanze, die kleinen Kalebassen jedoch zur Aufbewahrung von Milch oder auch Alkohol.
Ob Dr. Feelgood sich hier zu deren Lied 'Milk and Alcohol' inspirieren liessen?
Wahrscheinlich schon, wo denn sonst...


Oben: Die grosse Kalebasse zur Herstellung von Alkohol...
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Themenstarter6'375 Beiträge · seit 201102. Mai 2025 · #40

Oben: Sven unter den kleinen Kalebassen wird heute wohl vom Lied 'Milk and Alcohol' verfolgt...


Oben: Unsere Gastgeberinnen und der Mühlstein.

Und dann kommen wir zu den Mahlsteinen für die Maiskörner, mit denen täglich drei mal zwei Kilogramm Mais gemahlen werden müssen um die Gruppe zu ernähren!
Natürlich zeigen sie und ihre Helferinnen wie das geht und wie sie sich dabei abwechseln...
...und wie nicht anders zu erwarten werden wir aufgefordert es auch mal zu versuchen!
Ich lass dabei Sven natürlich den Vortritt...auch in der Hoffnung dass er den Stein irgendwie beschädigt, dass ich nicht auch noch muss.
Aber auf Sven ist einfach kein Verlass, wenn er mal etwas beschädigen soll macht er es nicht, tststs...
Und so muss ich dann auch noch ran!


Oben: Copyright by Sven: Ich glaub man sieht mir an dass ich ganz froh bin Maismehl bei uns im Laden in gemahlener Version kaufen zu können...

Die alte Frau erzählt uns noch dass in diesem Volk die Frauen den Männern zur Heirat zugewiesen werden und die Männer mehrere Frauen haben dürfen.
Wobei die Männer nichts mitzureden haben bei der Wahl der Damen, denn die erste Frau wird ihnen zugewiesen, die zweite Frau von der ersten ausgesucht, die dritte Frau von der Zweiten und so weiter!
Gut bin ich kein Datooga!!!
Und bezahlen müssen die Männer auch noch damit sie die Frauen heiraten 'dürfen'!
Hier die Preisliste:
-eine hellhäutige (oder sogar weisse) Frau kostet rund 20 Rinder
-eine dunkelhäutige Frau kostet 10-15 Rinder
-eine dunkle Frau mit Schmucknarben kostet rund 30 Rinder, aber die Schmucknarben sind sehr schmerzhaft und brauchen etwa 4-6 Monate um zu heilen.
Weisse oder hellhäutige Frauen mit Schmucknarben gibts offenbar nicht...
Anschliessend verabschieden wir uns von den netten Damen, natürlich nicht ohne vorher noch für Fotos zu posieren.


Oben: Copyright by Sven: 'Unsere' Damen und wir vor der Hütte

Weiter gehts zu den Datooga-Männern, wobei uns die Frauen folgen...

...wir werden doch wohl nicht versehentlich eine von denen geheiratet haben???
Bei diesen Völkern solls ja die verrücktesten Traditionen und Gebräuche geben, ich bin schon froh hab ich noch nirgends einen grossen Suppentopf auf einem Feuer gesehen...
So für Touristensuppe nach schweizer Art odrr so...
Während mein Hirn so vor sich hin denkt kommen wir zu einem überdachten Platz, unter dem einige Datooga-Männer arbeiten.
Und zwar bearbeiten sie 'Iron'...sagen sie, in Wirklichkeit bearbeiten sie Messing, Rotguss und andere Kupferlegierungen.
Offenbar sagen sie zu jeglichem Metall 'Iron'...
Da wird gehämmert, da wird geschmiedet, da wird gefeuert, da wird geschmolzen, da wird gegossen...ich komme mir vor wie zu Zeiten meiner Ausbildung!
Sie zeigen uns voller Stolz wie sie mit dem Metall umgehen können und Sven und ich 'dürfen' natürlich auch mal den Blasebalg bedienen, aber ich darf denen gar nicht sagen dass sie mir nichts zeigen was ich nicht selbst schon im Beruf gemacht habe.
Ich glaub sie wären beleidigt.


Oben: Vorbereitung des Metalleinschmelzprozesses...


Oben: ...bei dem erst Sven und dann ich als Blasebalgmotor dienen 'dürfen'.
Was wir durchaus erfolgreich machen!


Während sich die drei da vor uns abrackern quasseln wir auch etwas über unsere Heimat, unser Guide und die Frauen sind sehr daran interessiert wie es bei uns aussieht.
Natürlich zeig ich ihnen einige Fotos, aber die sind aus dem Engadin im Januar 2025 bei rund -20C und Sonnenschein.
Man beginnt schon beim Anschauen der Bilder zwangsläufig zu frieren!
Die Damen könnens kaum fassen dass wir an so einem kalten Ort leben und sie es so gut haben mit der Wärme.
Na ja, ist ja auch gut wenn sie mit ihrer Heimat zufrieden sind...
Während wir hier so quasseln wurden vor unseren Augen Barren gegossen, zu Pfeilspitzen und Draht und daraus Schmuck verarbeitet und erzählt dass es vom Einschmelzen übers Tempern und das Schmieden bis zum fertigen Produkt rund 7 Tage dauert.
Natürlich nicht 7 Tage dauernde Arbeit an einem Stück, aber es braucht seine Zeit.
Welche die Datooga ja haben...
Nun ist alles gezeigt und dann gehts natürlich ans obligatorische Schmuck verkaufen...
Sven und ich geben uns je einen Ruck und kaufen was, trotz der recht hohen Preise, über die nicht verhandelt werden darf!
Na ja, sollen sie was haben, passt schon, auch wenn wir mit dem Schmuck nicht wirklich was anfangen können.
Auch wenn diese Datooga auch eher etwas rückständig leben so sind sie doch klar in unserer Gesellschaft angekommen, verarbeiten sie doch hauptsächlich Metallwaren vom Schrottplatz...und das nicht immer so ganz Gesundheitsbewusst...
Zumindest sehe ich Anzeichen dafür dass kunststoffummantelte Drähte eingeschmolzen werden und ich sehe dass die Männer die Rauchschwaden des Feuers einatmen, was bei kunststoffummantelten Drähten nicht sonderlich gesund ist...
Ich spreche sie drauf an, sie erzählen mir aber dass sie die Kunststoffummantelungen alle zuerst abnehmen...
Wers glaubt wird wohl selig werden, denn sie schmelden auch Kupferwicklungen von Alternatoren ein, deren Kunststoffummantelung des Drahtes von Auge gar nicht sichtbar ist...
Na ja...
Wir verabschieden und von den Datooga und fahren zurück zur Lodge, wo ich ja noch mein Zelt aufbauen muss.
Netterweise liegt Sven daneben und zeigt mir die Vorzüge eines durch den Koch aufgebauten Zeltes sehr deutlich, aber ich bleib hart in meiner Entscheidung mein Zelt selbst aufzubauen!
Wieder etwas ruhen und um 17:00 Uhr fahren wir schon wieder los, diesmal zum Eyasi-See runter.
Wir erreichen den See an einem breiten Strand, wo viele Menschen sich mit dem Fischfang abmühen und natürlich auch einige Kinder rumrennen.
Kaum sind wir dort aus dem Auto gestiegen ergreifen schon kleine Kinderhände unsere grossen Pfoten und die sich an den Kinderhänden befindlichen Kinder wollen mit uns rumgehen und sich auch etwas von uns bespassen lassen indem sie uns als Turngeräte missbrauchen wollen.
Dem wird natürlich freundlich, aber bestimmt Einhalt geboten!
Ich bin doch weder eine Reckstange noch ein Klettergerüst und schon gar keine Schaukel!


Oben: Ausblick am Strand...es könnte durchaus eine Touristenattraktion werden...etwas aufräumen, eine Lodge und gut ists!


Oben: Wo man hinschaut fleissige Einheimische beim Fischen und den dazu gehörenden Aktivitäten.


Oben: Gefischt wird mit Netzen, die nach dem Ausbringen per Boot vom Strand hereingezogen werden um die Fische danach am Strand in der Sonne zu trocknen.


Oben: Auch hier kann man schöne Bootsbilder machen...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)