Eure Schimpansenfotos sind wirklich genial! Ich musste gerade ein bisschen schmunzeln, dass Du - genau wie ich beim ersten Schimpansentrekking - naiv erst an Regen gedacht hast, beim Prasseln vom Blätterdach. 😄 Freut mich, dass es Euch so gut gefallen hat im Budongo Forest! Bei mir kommen gerade ganz viele Erinnerungen hoch, wenn ich dieses Kapital lese. Und an Deinem Lieblingsplatz in der Murchison River Lodge habe ich auch gern gesessen. Der Blick von da ist einfach traumhaft! Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
Das klingt sehr abenteuerlich. Die Gamaschen sind wohl sehr sinnvoll. Gummistiefel evtl. auch? Ich habe noch die Bullet Ant von Costa Rica im Kopf. Da wurde T. doch gebissen?
Der Budongo scheint ja eine tolle Alternative zum Kibale NP zu sein? Weniger Touris, aber anstrengender? Bestimmt muss man auch hier ein Permit kaufen?
Erstmal auch hier ein kleines `Danke` für zwischendurch! 🙂
Beatnick schrieb:Imposant sind die vielen hohen Bäume in Ostafrikas größtem Mahagoni-Wald.
Der Wald ist schon sehr schön...wunderbare Brettwurzeln wohin man blickt usw...einer meiner Lieblingswälder überhaupt!
Beatnick schrieb:Wir achteten sehr darauf, trugen sogar die eigens mitgebrachten Gamaschen.
Tja, die beeindrucken die Ameisen nicht so sehr wie dicke Socken, die über die weite Hose gestülpt sind...für nächstes Mal! 😉
Beatnick schrieb:Kurz darauf konnte ich gerade noch zur Seite springen, als auch noch andere Dinge auf uns hinab prasselten - ziemlich naiv dachte ich zunächst, es würde regnen... 😣
😄 😄 😄 Jaja, nicht alles was von oben kommt ist Regen...man sollte sich nie unter den Schimpansen befinden, dann hat man mehr Chancen 'unbefleckt' zu bleiben. 😄 😄 😄
Beatnick schrieb:...fuhren weiter zu den Murchison Falls, die als mächtigster Wasserfall der Welt gelten.
🙄 Nicht wirklich, vielleicht für Euren Guide, aber da brauch ich nicht weit zu gehen um einen mächtigeren Wasserfall zu finden...zum Beispiel 200m neben der Wohnung meiner Sabine schäumt der nicht so hohe, aber deutlich breitere und meist mehr Wasser führende Rheinfall. Oder die Victoria-Falls, um auf dem Kontinent zu bleiben. Aber ich kenn das auch von anderen Guides in Afrika, da wird gern mal etwas übertrieben.
Beatnick schrieb:...am besten gefiel uns aber der Bar- und Restaurantbereich direkt oberhalb des Nils mit dem tollen Ausblick auf den Fluss und den Park - mein absoluter Lieblingsplatz innerhalb des Camps in den nächsten Tagen.
Ja, da bin ich auch gerne gesessen....aber noch lieber in der Hängematte! Gibts die noch?
Beatnick schrieb:Die Sonne war nun leider verschwunden, das Licht schlecht geworden, für einen ersten Eindruck reichte es.
So ists halt in Ostafrika! Der Himmel ist vielfach bedeckt, das Licht halt nur so la la...halt anders als im trockeneren südlichen Afrika.
Beatnick schrieb:Wir überquerten den Nil über eine riesige, offenbar recht neue Brücke und fuhren dann eine große, makellose Asphaltstraße entlang.
Die Brücke war bei unserem letzten Besuch (Februar 2018) noch nicht in Betrieb, aber im Bau. Bis zu derer Eröffnung war die Fähre unverzichtbar.
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201622. Aug. 2024 ·
Hallo ihr Lieben,
vielen lieben Dank für eure schönen Kommentare und Ergänzungen!
Holger_W schrieb:Klasse Schimpansenfotos um die ich euch echt beneide.
Danke Holger, aber musst du nicht, du bist ja auch bald dran und da darf man sich dann erst recht auf die Fotos freuen. 🙂
Enilorac65 schrieb:Überhaupt gefällt mir eure Reise sehr.
🤪
Makra schrieb:Bei so einem Walk durch den Wald wäre meine gesamte Aufmerksamkeit auf Schlangen gerichtet .....
Schlangen haben wir überhaupt nur eine gesehen, und das war nicht nur eine in ihrer Art harmlose, sondern sie lag auch leider totgefahren auf der Straße. 🙁
Makra schrieb:Die Schimpansen-Fotos sind bombastisch!
😊 🤪 Danke! Auch fürs Mitfahren!
tina76 schrieb:Eure Schimpansenfotos sind wirklich genial! Ich musste gerade ein bisschen schmunzeln, dass Du - genau wie ich beim ersten Schimpansentrekking - naiv erst an Regen gedacht hast, beim Prasseln vom Blätterdach.
😄 😄 😄
tina76 schrieb:Und an Deinem Lieblingsplatz in der Murchison River Lodge habe ich auch gern gesessen. Der Blick von da ist einfach traumhaft!
Seufz...
yp-travel-photography schrieb:Das klingt sehr abenteuerlich.
Das geht aber, der Wald ist oft auch relativ licht. Beim Gorilla-Trekking vor allem in Bwindi geht es etwas rauer zu (kommt ja noch).
yp-travel-photography schrieb:Die Gamaschen sind wohl sehr sinnvoll. Gummistiefel evtl. auch? Ich habe noch die Bullet Ant von Costa Rica im Kopf. Da wurde T. doch gebissen?
Ja, das stimmt, aber die Bullet Ant hinterlässt eben auch noch stundenlangen Schmerz, das ist schon eine andere Hausnummer. Gamaschen sind auf jeden Fall sinnvoll, waren vor allem fürs Gorilla-Trekking gedacht. Gummistiefel tragen die Einheimischen und sind sicher eine gute Idee, ich kann aber beim besten Willen nicht längere Strecken damit laufen.
yp-travel-photography schrieb:Der Budongo scheint ja eine tolle Alternative zum Kibale NP zu sein? Weniger Touris, aber anstrengender? Bestimmt muss man auch hier ein Permit kaufen?
Ich finde ja. Im Kibale waren wir zum Beispiel in einer Gruppe unterwegs. Allein mit einem Guide war schon sehr toll. Die Sichtungsgarantie in Kibale ist wohl höher. Wir hatten aber in Budongo mehr Chimps und auch in unterschiedlicheren Situationen. Ist natürlich auch immer Zufall. Permit weiß ich nicht. Ohne Guide kann man eh nicht los. Anstrengender nicht zwangsläufig, kommt immer darauf an, wo die Tiere sind.
picco: Erstmal auch hier ein kleines `Danke` für zwischendurch!
Danke fürs Danke, picco! 😎
picco: Tja, die (Gamaschen) beeindrucken die Ameisen nicht so sehr wie dicke Socken, die über die weite Hose gestülpt sind...für nächstes Mal.
picco, picco, was du nur wieder denkst! Wir sind zwar Stadtkinder, aber natürlich haben wir all das gemacht. Eine hat es eben trotzdem geschafft.
picco: ...fuhren weiter zu den Murchison Falls, die als mächtigster Wasserfall der Welt gelten. Nicht wirklich, vielleicht für Euren Guide, aber da brauch ich nicht weit zu gehen um einen mächtigeren Wasserfall zu finden
Unser Guide hat absolut nichts damit zu tun, ich habe auch nicht gesagt, dass er das erzählt hat. Es geht in dem Fall um den Druck bzw. die Energie die entsteht, wenn sich die Wassermassen durch die relativ schmale Stelle pressen. Aber ich sehe schon ein, dass es da hunderte Ansätze gibt. Der breiteste, der höchste, der schönste, der wildeste - ich schreib um in "einer der mächtigsten". Da können glaube ich alle Wasserfälle der Welt mit leben. 🙂
picco: Aber ich kenn das auch von anderen Guides in Afrika, da wird gern mal etwas übertrieben.
Hm, diese Wahrnehmung kann ich so für uns nicht bestätigen.
picco: Ja, da bin ich auch gerne gesessen....aber noch lieber in der Hängematte! Gibts die noch?
Hmmmmm, ich hab keine bewusst wahrgenommen. Bin aber auch eher so der Couchecken-Typ. 😉 Wo genau war die denn?
Gerade liege ich sehr faul im Garten und so kommt mir ein Bericht von Dir/Euch doch gerade recht. Gerne bin ich dabei, wenn Ihr kreuz und quer durch Uganda fahrt und Ihr tolle Fotos macht. Viele Grüße, Elisabeth
Vielleicht als Info nützlich: Ich weiß nicht, wann Ihr das Chimptrekking in Kibale gemacht habt. Uns wurde gesagt, dass es nachmittags viel ruhiger zugeht und in der Tat bevölkerten mittags Horden von Touristen, die gerade vom Morgentrekking zurückkamen, die Rangerstation und nachmittags waren es nur noch mit uns 9 Leute und jede Gruppe/Pärchen bekam ihren eigenen Guide und ihre eigene Schimpansengruppe. Ich finde es lohnt sich Kibale und Budongo zu besuchen, da sich die Vegetation unterscheidet. Und wer es ganz ruhig haben will und nicht nur an „Nahaufnahmen“ interessiert ist, für den ist auch Semliki eine Option.
wir haben uns ja ganz bewusst gegen ein Schimpansen Trekking entschieden, beim Betrachten eurer Fotos kamen heute erstmals Zweifel an unserer Entscheidung. Einige ganz wunderbare Portraits sind euch da gelungen. Der Blick des einen oder anderen Tieres geht richtig unter die Haut - toll habt ihr das eingefangen. 🤩
Vom „Top of the Murchison Falls“ waren wir genauso begeistert wie ihr. Diese unbändige Kraft mit der sich der breite Nil durch die relativ schmale Spalte drängt, hat uns beeindruckt. Binnen Sekunden waren wir von der Gischt durchgeweicht bis auf die Socken und das Getöse des herabstürzenden Wassers dröhnte in den Ohren. Eine tolle Erfahrung, Naturgewalt pur.
Es macht uns sehr viel Freude, eure Erlebnisse mit unseren Erfahrungen der vergangenen Wochen abzugleichen und vieles durch euren Bericht noch einmal zu erleben. Ganz herzlichen Dank dafür.
Liebe Grüße Kordula und Wolfgang 🙂
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201623. Aug. 2024 ·
Guten Morgen ihr Lieben,
sphinx schrieb:Gerade liege ich sehr faul im Garten
😮 Wow, die Gelegenheit hast du glaube ich auch nicht so oft?! Genieß es!
sphinx schrieb:Vielleicht als Info nützlich: Ich weiß nicht, wann Ihr das Chimptrekking in Kibale gemacht habt. Uns wurde gesagt, dass es nachmittags viel ruhiger zugeht
Wir waren auch nachmittags.
sphinx schrieb:Ich finde es lohnt sich Kibale und Budongo zu besuchen, da sich die Vegetation unterscheidet. Und wer es ganz ruhig haben will und nicht nur an „Nahaufnahmen“ interessiert ist, für den ist auch Semliki eine Option.
Ich würde auch zu beidem raten (kommt später im Fazit nochmal). Semliki liegt halt direkt an der Grenze zum Kongo und wird vom AA abgeraten (was für uns kein alleiniges Kriterium ist, wie man an unserem zweiten Gorilla-Trekking ablesen kann), das wäre für uns nach den Vorfällen im vergangenen Jahr zumindest in der Zeit keine Option gewesen. Aber da muss jeder für sich sehen, womit ihm noch wohl ist.
Dandelion schrieb:wir haben uns ja ganz bewusst gegen ein Schimpansen Trekking entschieden
Hallo ihr beiden und vielen Dank für das Bilderlob! Bin neugierig, warum wolltet ihr nicht?
Dandelion schrieb:Vom „Top of the Murchison Falls“ waren wir genauso begeistert wie ihr. Diese unbändige Kraft mit der sich der breite Nil durch die relativ schmale Spalte drängt, hat uns beeindruckt. Binnen Sekunden waren wir von der Gischt durchgeweicht bis auf die Socken und das Getöse des herabstürzenden Wassers dröhnte in den Ohren. Eine tolle Erfahrung, Naturgewalt pur.
Das hast du toll beschrieben, genau so war es! 🙂
Dandelion schrieb:Es macht uns sehr viel Freude, eure Erlebnisse mit unseren Erfahrungen der vergangenen Wochen abzugleichen und vieles durch euren Bericht noch einmal zu erleben.
😘 Ich bin auch schon sehr gespannt auf eure Erfahrungen! Das Land hat ja doch einiges zu bieten.
sphinx schrieb:Vielleicht als Info nützlich: Ich weiß nicht, wann Ihr das Chimptrekking in Kibale gemacht habt. Uns wurde gesagt, dass es nachmittags viel ruhiger zugeht
Wir waren auch nachmittags.
da hatten wir wohl dann einfach großes Dusel 😄
Beatnick schrieb: Semliki liegt halt direkt an der Grenze zum Kongo und wird vom AA abgeraten (was für uns kein alleiniges Kriterium ist, wie man an unserem zweiten Gorilla-Trekking ablesen kann), das wäre für uns nach den Vorfällen im vergangenen Jahr zumindest in der Zeit keine Option gewesen. Aber da muss jeder für sich sehen, womit ihm noch wohl ist.
Das Schimpansentrekking findet im Semliki Wildlife Reserve statt, nicht im National Park. Da war ich mal wieder nicht präzise genug. Selber Name, aber etliche km dazwischen. Das AA rät vom NP ab.
So jetzt will ich Dich aber nicht länger vom Weiterschreiben abhalten 🙂 Viele Grüße, Elisabeth
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201623. Aug. 2024 ·
Hallo hallo,
danke @elisabeth für die Semliki-Einordnung, das war mir tatsächlich nicht klar!
Wegen Kibale liegt glaube ich ein kleines Missverständnis vor, das ich lieber nochmal aufkläre, nicht dass jemand falsche Schlüsse zieht für eine mögliche eigene Reise: Ich habe nie gesagt, dass es nicht ruhig gewesen sei in Kibale. Es ging um die Frage, ob Budongo eine Alternative sein könnte, und das ist es in meinen Augen. Beides ist noch besser. In Kibale waren wir eine kleine Gruppe, das war absolut ok. In Budongo war praktisch niemand ausser uns, also noch weniger. Ich weiss nicht,ob viele Touristen storniert hatten vielleicht, aber während unserer Reise war es nirgendwo voll, geschweige denn überlaufen. Wenn das der Normalfall ist, macht es Uganda zu einem sehr angenehmen Reiseland in dieser Hinsicht.
Mehr dann im Fazit und erst einmal zurück zum Murchison Falls NP. 🙂
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201625. Aug. 2024 ·
4.1.24, Vormittag: Das bedrohte Paradies
5 Uhr, einmal mehr schälten wir uns früh aus den Federn. Afrika hält uns immer ganz schön auf Trab, aber wem sage ich das - wir lieben es. Unsere erste längere Pirschfahrt im Murchison Falls Nationalpark - was uns da wohl erwarten würde?
In erster Linie zunächst einmal Frühnebel, in dicken Schwaden waberte er über den Nil, der kaum zu sehen war, als wir am Restaurant unseren heißen Kaffee und Tee schlürften.
Peter war schon wieder putzmunter, als erstes Auto rollten wir in Richtung Parkeingang unweit des Camps. Kurz hinter der großen Brücke hielten wir an und sogen die mystische Morgenstimmung in uns auf.
Mühsam kämpfte sich die Sonne durch die Wolken und der Nebel hob sich wie in Zeitlupe.
Ein Stück blieben wir noch auf der Straße, auf der wir schon am Vorabend unterwegs gewesen waren. Wieder waren Antilopen, Büffel und auch Elefanten zu sehen und teilweise sogar aus der Nähe, aber ich mochte diese Strecke nicht besonders.
Ich freute mich also, als wir die überdimensionierte Teerstraße verließen und auf eine rote Lehmpiste wechselten. Das gefiel uns schon viel besser als das autobahnähnliche Monstrum mitten im Park, sofort stellte sich Safarifeeling ein und wir waren in unserem Element.
Zumindest in der Theorie, in der Praxis gab es noch nicht viel zu sehen. Außer Nebel, der wieder eine immer dickere Soße wurde, je näher wir dem Nil rückten.
Im Frühtau ... männliche Schafstelze (Danke Matte!)
Peter hielt an dieser Stelle - soweit in der Nebelsuppe möglich - Ausschau nach einem Leoparden, und natürlich hätten wir nichts gegen eine Begegnung einzuwenden gehabt. Aber vor allem ging es uns darum, neue Tiere zu entdecken, neue Arten, und Peter antizipierte das sofort.
Vielleicht reizte ihn unser Anliegen sogar, forderte ihn heraus und nahm möglicherweise auch ein wenig den Druck. Jedenfalls machten wir einen Haken an mögliche Katzensichtungen und dabei blieb es auch.
Nach und nach wurde die Sicht klarer und ich freute mich unbändig über einen Abyssinian ground hornbill, der sich intensiv seiner Morgentoilette widmete. Sicher keine ungewöhnliche Sichtung, dennoch hatte er weit oben auf meiner Wunschliste gestanden.
Wir befuhren unterschiedliche Wege, Queens Track, Victoria Track, Albert Track, ich verlor den Überblick, doch das spielte keine Rolle.
Wir cruisten durch offene, mit Palmen durchsetzte Savannenlandschaften, in denen sich Uganda-Kobs, Jackson's Hartebeests und viele andere Huftiere tummelten - herrlich!
Dann führte uns Peter auf der Suche nach Vögeln ins Buschland. Wir wurden schnell fündig, allerdings einige Tsetsefliegen fanden uns auch. Es war aber noch auszuhalten. Einige mussten ihr Leben lassen, erwischt haben sie uns nicht.
Besonders fröhlicher Grey-Headed Kingfisher
Peter ist nicht unbedingt ein ausgewiesener Vogelexperte, hat aber ein sehr gutes Basiswissen. Mit Feuer und Flamme war er dabei, durchblätterte sein dickes Buch, suchte nach Antworten. Was an Fragen offen blieb, wurde abends im Netz recherchiert. Typisch für ihn. Selten haben wir jemanden getroffen, der so lern- und wissbegierig ist.
Senegalkiebitz
Western Marsh Harrier/Rohrweihe (Danke Bele und Holger!)
Viel später auf dieser Reise sagte er, dass er nach der Erfahrung mit uns noch ein paar Jahre als Guide dranhängen wolle. Um seine Birding-Skills auszubauen. Und um zu fotografieren. Wir hatten ihn auf den Geschmack gebracht. Das mochten wir sehr.
Levaillant’s Cuckoo
Ein Vogel begegnete uns mehrfach während unserer dreiwöchigen Reise, und ihn zu bestimmen war nun keine Kunst. Trotzdem waren wir überrascht von der Häufigkeit. Auf all unseren Safaris hatten wir erst einen einzigen Pygmy Kingfisher zu Gesicht bekommen, das war in der Masai Mara und in perfekter Position. In Uganda waren die bunten Zwerge sehr scheu und schwer zu erwischen, traten dafür aber über die Tage verteilt gleich dutzendfach auf.
Das größte Plus des abwechslungsreichen MFNP ist neben seiner Artenvielfalt seine Ruhe. Keine Blechlawinen, kein Drängeln, kein Stress. Kaum einmal begegneten wir einem anderen Auto, selten haben wir Safaris so entspannt erlebt. Das perfekt Idyll.
Zumindest fast. Denn irgendwann umkurvten wir im Zickzack eine Industrieanlage mitsamt einem Förderturm. Ganz offensichtlich ein Fremdkörper in dieser Naturkulisse und irritierend dazu, immerhin freute sich Peter darüber, dass die dazugehörige Pipeline nunmehr unter einem Erdwall verborgen liegt.
Die neue Brücke über den Nil, die autobahnähnliche Straße, die den Park in der Mitte durchschneidet, der Fördertum - für uns fügte sich nun schlagartig ein Bild zusammen, und es gefiel uns ganz und gar nicht.
2006 waren am Ufer des Albertsees riesige Ölfelder entdeckt worden, nun steht in Uganda ein gigantisches Erdölprojekt in den Startlöchern. Ein chinesischer Konzern hat die rote Piste durch den Park in eine Schwerlast-Straße verwandelt, die Brücke ist Teil davon.
Noch grasen die Tiere friedlich am Straßenrand, doch bald rollen dort die Mega-Trucks, ab 2025 soll gefördert werden. Geld und Profit regieren die Welt, das ist nun kein Geheimnis, und so befürchtet nicht zuletzt Peter, dass der Ölrausch zu weiteren Auswüchsen führen und das größte geschützte Gebiet des Landes vielleicht sogar in nicht allzu ferner Zukunft Geschichte sein wird.
Wie hoffen so sehr, dass es zu dieser Katastrophe nie kommt. Denn der Murchison Falls NP und seine Bewohner gefallen uns ausgesprochen gut. Wie auch die eleganten und leider stark bedrohten Rothschild-Giraffen, die mehrfach unseren Weg kreuzten. Sie gelten als eine Besonderheit in diesem Park.
Am Ende der Fahrt noch einmal Weißnasen-Husarenaffen, eine weitere Erstsichtung, die Liste war ganz schön lang geworden. Der Kopf und die Speicherkarten waren voll, doch um kurz nach Zehn wartete schon der nächste Programmpunkt dieser variantenreichen Reise.
Glücklich, aber auch nachdenklich rollten wir vom Lehm auf den makellosen Asphalt und zurück zur Brücke. Büffelherden weideten am Wegesrand, stoisch und gelassen. So ein schönes Paradies - zumindest noch.
P.S.: Korrektur - wir sind nicht zurück zur Lodge gefahren, sondern haben direkt im Anschluss eine Bootstour unternommen. Das Ende dieses Kapitels habe ich entsprechend angepasst!
Champagner8’793 Beiträge · seit 201025. Aug. 2024 ·
Guten Abend Betti,
natürlich lese ich hier von Anfang an mit 😉 . Auch wenn Uganda bei mir ganz und gar nicht oben auf der Prioritätenliste steht (zu grün, Affen interessieren mich nicht usw.), ist das völlig egal, denn ich würde von euch auch einen Reisebericht über Erkenbrechtsweiler lesen, einfach weil eure Fotos Spitzenklasse sind und deine Schreibe sowieso. Aber der Schuhschnabel würde mir natürlich schon gefallen 🤩 😘 !
Eigentlich kann ich zu Uganda, bzw. einem Bericht darüber ja auch nichts Sinnvolles beitragen, aber hier vielleicht schon (in der Hoffnung, dass es stimmt 🤪 ): für mich sieht der Greif nach einer Rohrweihe aus.
Beatnick schrieb: ?
Ich wünsche euch da oben noch einen schönen Abend und freue mich auf weitere Kapitel!
Old Women1’545 Beiträge · seit 201325. Aug. 2024 ·
Hallo Betti,
ja, die Kolonisierung Afrikas durch die Chinesen schreitet voran. Willkommene Geschäftspartner, da sie, im Gegensatz zu den USA, z. B. deren Umgang mit Homosexuellen wohl nicht kritisieren werden. Im eigenen Land läuft es wirtschaftlich z.Z. nicht so rund, in Afrika dagegen sitzt man fest im Sattel. Ob diese "Wohltaten" der ugandischen Bevölkerung zugutekommen oder, wie so oft, einige Reiche noch reicher machen werden wird sich zeigen. Allein für die wunderschöne Natur, die uns hier mit so schönen Foto präsentiert wird, schwant mir nichts Gutes. Betti, danke für die tollen Impressionen und auch für die kritischen Untertöne.
Ich habe mal meinen Guide gefragt It's Western Marsh Harrier
Natürlich wieder hervorragend geschrieben, ließt sich wirklich gut und gerne. Fotos natürlich
Sorry gehört nicht hier her aber habe gerade erfahren das er mit Malaria in Nairobi im Krankenhaus liegt. Weiß jemand wie lange die Genesung dauert? Wir möchten doch so gerne mit ihm am 08.09. wieder auf Tour gehen.
Holger
2019 Südafrika Klaserie - Timbavati - Sabi Sands
2018 Brasilien Rio de Janeiro - Foz do Iguacu - Pantanal - südliches Amazonasgebiet
2017 Kanada BC
2016 Sambia & Malawi
2015 Süden Tansanias
Reisebericht: Mit der Cessna durch den wilden Süden Tansanias
2014 Kenia & Norden Tansanias
2013 Uganda/Ruanda
2012 Botswana
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201626. Aug. 2024 ·
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank an Bele und Holger für die Hilfe bei der Bestimmung, ihr liegt beide richtig und nun erinnere ich mich auch, dass der Name Marsh Harrier fiel.
Champagner schrieb:denn ich würde von euch auch einen Reisebericht über Erkenbrechtsweiler lesen, einfach weil eure Fotos Spitzenklasse sind und deine Schreibe sowieso.
😄 😊 Vielen lieben Dank meine Kleene, deine Anwesenheit im Auto habe ich selbstverständlich längst registriert und mich sehr darüber gefreut. 🙂
Old Women schrieb:Allein für die wunderschöne Natur, die uns hier mit so schönen Foto präsentiert wird, schwant mir nichts Gutes. Betti, danke für die tollen Impressionen und auch für die kritischen Untertöne.
Vielen Dank für das Danke, Beate. Nein, für die Natur schwant einem nichts Gutes, das hast du gut gesagt, und auch nicht für die Bevölkerung (ich gehe noch mit zwei, drei Sätzen darauf ein in einem späteren Kapitel).
Holger_W schrieb:Western Marsh Harrier. Natürlich wieder hervorragend geschrieben, ließt sich wirklich gut und gerne.
1000 Dank Holger für deine Mühe und für das tolle Lob! Zu deiner Frage kann ich leider nichts sagen, ich denke aber, das kann individuell verschieden sein. Ich drücke eurem Guide und euch die Daumen.
Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche, Betti
fotomatte2’524 Beiträge · seit 200926. Aug. 2024 ·
Hallo Betti,
auch ich verfolge deinen Bericht von Anfang an, obwohl ich wie Bele keinerlei Zug nach Ostafrika verspüre. Aber das Gesamtpaket aus informativer, kurzweiliger und in ordentlicher Rechtschreibung verfasster Schreibe und sensationellen Fotos ist einfach zu gut, um es zu ignorieren.
Der Frühtau-Vogel ist eine männliche Schafstelze der Unterart feldegg, die auf dem Balkan, der Türkei und im Kaukasus zuhause ist. Die Rohrweihe ist ein letztjähriger Vogel, der wohl dieses Jahr in Afrika bleiben wird und erst im nächsten Jahr als adulter 'Vogel zurück nach Europa fliegen wird. Hier fliegen genau solche Vögel gerade gehäuft rum, alleine gestern habe ich drei Exemplare gesehen, sie ziehen jetzt Richtung Süden.
ihr enttäuscht nie! Ich gehöre der Fraktion die keine ordentliche Rechtschreibung hat, aber ich möchte doch sagen, dass es mir bei euch sehr gut gefällt. Obwohl ich ein bisschen im Packstress war, habe ich mir Zeit genommen mitzulesen. Ich sage es wie Hans Rosenthal: Das ist Spitze. 🤪 Morgen geht es für einen Monat nach Namibia. Ich gehe davon aus, dass es eine Goodbyetour wird – es wird langsam anstrengend für meinen Ranger. Schauen wir mal was die Zukunft bringt…. 🙄 😣 Jetzt werden wir erst mal die nächsten Wochen genießen.
Ich werde aber auch im Urlaub mitlesen. Das verspricht gute Bettlektüre zu sein. 😛
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201626. Aug. 2024 ·
Hello hello,
fotomatte schrieb:Aber das Gesamtpaket aus informativer, kurzweiliger und in ordentlicher Rechtschreibung verfasster Schreibe und sensationellen Fotos ist einfach zu gut, um es zu ignorieren.
Also das... wow! 1000 Dank für das Superkompliment! Da freuen wir uns beide sehr.
fotomatte schrieb:Der Frühtau-Vogel ist eine männliche Schafstelze der Unterart feldegg, die auf dem Balkan, der Türkei und im Kaukasus zuhause ist.
Ist ergänzt, vielen lieben Dank!
Guggu schrieb:ihr enttäuscht nie!
😘 😘 😘 Du auch nicht...
Guggu schrieb:Ich gehöre der Fraktion die keine ordentliche Rechtschreibung hat,
Ich denke, ich bin mit Matthias einer Meinung, dass du aus gutem Grund eine Ausnahme bildest - und zudem als Nicht-Muttersprachlerin über eine Textkreativität und Wortgewandtheit verfügst, die manch einen von uns vor Neid erblassen lassen. Mich zum Beispiel. 🙂
Guggu schrieb:Morgen geht es für einen Monat nach Namibia. Jetzt werden wir erst mal die nächsten Wochen genießen.
Ohhhh, eine ganz tolle Zeit euch beiden! Vier Wochen sind ja großartig, da kann man eine Menge anstellen. Genießt es!
Liebe Grüße und herzlichen Dank an alle, die mitlesen, Betti
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201626. Aug. 2024 ·
4.1.24, Vormittag und Nachmittag: Auf dem Nil
Die Murchison Falls von oben hatten wir ja schon gesehen, nun stand eine Bootsfahrt flussaufwärts zu den Fällen an.
Die Boote starten unterhalb der neuen Brücke, dort ist immer ganz gut Betrieb, am späteren Vormittag allerdings deutlich weniger als am frühen Morgen oder am Nachmittag. Wir hatten sehr gehofft, mit einem kleinen Boot fahren zu können und Peter hatte das eigentlich auch so arrangiert, doch es duften an diesem Tag generell nur die größeren ablegen. Aus Sicherheitsgründen, die sich mir nicht ganz erschlossen, der Präsidentensohn (und mutmaßlich auch künftige Präsident) war in der Gegend und übernachtete - wie sich später herausstellte - in unserer feudalen Nachbarlodge.
Sehr begeistert war ich nicht davon, es war aber nun einmal nichts daran zu ändern und so bestiegen wir das Boot, das uns an die kleineren Doppeldecker auf dem Chobe erinnerte. Immerhin, der Kahn war halbleer und wir hatten freie Platzwahl, wir sollen uns nach links setzen, rief uns Peter noch zu.
Das erwies sich als guter Ratschlag, denn tatsächlich schipperten wir an der - von der Brücke aus gesehen - linken Uferseite entlang. Mit einem kleineren Boot wären wir sicher noch viel näher an die Vögel und Tiere herangekommen, denen wir unterwegs begegneten, aber auch so gab es einiges zu sehen im und am Wasser.
Goliath Heron
Es war eine schöne Tour durch eine herrlich grüne Landschaft und so entspannt, dass ich sogar zwischendurch einnickte. Das frühe Aufstehen forderte seinen Tribut. Alles in allem siegte jedoch die Neugier über die Müdigkeit.
Wir kamen an riesigen, mit Löchern übersäten Steilwänden vorbei. Die Brutplätze der Red-throated Bee-eater, zur richtigen Jahreszeit muss der Anblick fantastisch sein, wenn die bunten Vögel in den Klippen hängen und ihre Nachkömmlinge füttern (Eiablage im Februar/März).
Nach gut eineinhalb Stunden trieben uns Schaumkronen entgegen und wir hörten schon das Donnern des herabstürzenden Wassers. Und dann waren sie da, die gigantischen Wasserfälle. Ein schöner Anblick, vor allem mit der intakten Natur drumherum, die Kraft hatte sich mir von oben allerdings noch deutlicher erschlossen, zumal dann die gesamten Fälle zu sehen sind.
Es gibt wohl die Möglichkeit, bis kurz vor dem Wasserfall mitzufahren, dort auszusteigen und in etwa einer Stunde zu Fuß zum oberen Ende zu laufen. Man muss sich dann aber dort mit dem Auto abholen lassen. Bei uns war das allein schon deshalb nicht möglich, weil der Nil nach dem vielen Regen in den vorangegangenen Monaten Hochwasser führte und die Boote nicht anlegen konnten.
Zurück drückte der Bootsführer dann auf die Tube, was uns ganz recht war, es war ein intensiver Vormittag gewesen. Nach fast drei Stunden waren wir zurück am Anleger, wo Peter schon auf uns wartete.
Zurück im Camp bekamen wir ein sehr gutes Mittagessen, und während sich Thomas in unserem Hauszelt aufs Ohr haute, setzte ich mich in die gemütliche Couchecke, nuckelte an meiner Urlaubscola, machte ab und zu träge ein Foto von den vielen Vögeln, die im Rasen umhersprangen ...
Red cheeked cordon bleu
... und kam schließlich mit britischen Neuankömmlingen ins Gespräch, die ein Jahr lang durch das südliche uns östliche Afrika reisen. Von Südafrika aus hatten sie sich schon bis Uganda vorgearbeitet, hier sollte auch ungefähr der Umkehrpunkt sein. Sie hatten einiges zu berichten und gaben uns noch einen wertvollen Unterkunftstipp für unseren Rückweg in Kampala. Eine tolle und inspirierende Begegnung.
Nachmittags fuhren wir noch einmal in den Park. Das war eigentlich so nicht im Plan vorgesehen, aber das Permit galt noch und Peter sah keinen Grund, warum wir die Gelegenheit nicht nutzen sollten. Wir sowieso nicht. Also ging es los.
Oribi
So weit wie am Vormittag kamen wir nicht noch einmal. Aber es wurde eine schöne Tour bei schönem Licht, das anders als am Vorabend wunderbar mitspielte.
Wieder genossen wir die Ruhe in diesem Park, freuten uns über jede Sichtung und waren dankbar für die Bonusfahrt. Wir hätten es gut auch noch einen weiteren vollen Tag im Murchison Falls NP ausgehalten, doch für den nächsten Morgen hatten wir schon andere Pläne.
Als die Sonne unterging, machten wir uns auf den Heimweg.
Kurz vor der Brücke hielten wir noch einmal an, das letzte Licht tauchte den Nil in spektakuläre Farben. Ziemlich genau auf der anderen Seite der Straße hatten wir am Morgen den Tagesanbruch beobachtet. Nun schloss sich der Kreis.
Nur eine Momentaufnahme, die wir alle drei intensiv aufsogen, schon kurz darauf war das Schauspiel vorbei. Zufrieden stiegen wir wieder ins Auto, es war ein erfüllter Tag gewesen.
Später saßen wir oberhalb des riesigen Stroms, der dunkel und still dalag, und konnten kaum glauben, wirklich hier zu sein.
Konnte es eigentlich noch besser werden? Wahrscheinlich nicht. Wir kosteten die Abendstimmung aus, genossen das (auch für mich Vegetarierin) köstliche Abendessen und tranken zur Feier des Tages einen Amarula. Und noch einen zweiten. Dann ging es aber brav ins Bett. Schließlich lagen ja noch einige Tage vor uns. Und auch einige Erlebnisse.
Auch wenn ich mich noch nicht geoutet habe, bin ich natürlich bei Deinem Reisebericht dabei. Wir sind gestern erst aus unserem Alaska-Urlaub wiedergekommen und auf dem Handy lese ich zwar mit, aber Schreiben ist ein Greul für mich auf dem Winz-Ding.
Ich freue mich, dass es von Dir einen Reisebericht gibt, gehörst Du doch zu meinen TOP 5 Reisebericht-Schreibern. Und die Fotos von Thomas gehören auch zu den TOP 5. In Uganda waren wir 2021, kurz nach Corona und vieles kommt mir bekannt vor. Die Gorillas und Schimpansen haben mir super gut gefallen, deswegen würde ich auch eine 2. Reise nach Uganda wagen. Die restlichen Nationalparks waren nettes Beiwerk, aber da bin ich dann lieber in Namibia. Hier finde ich nämlich das Essen wesentlich besser.
Ich bin auf Euren weiteren Reiseverlauf gespannt. Hau in die Tasten.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute